Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

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Bist du Rechts- bzw. Linkshänder und Füßer und stotterst?

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Maurice
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Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von Maurice » 2. Juni 2009 19:37

Hi,
Ich interessiere mich jetzt schon seit ein paar Jahren für das Stottern auf neuronaler Ebene und lese jetzt auch nach der Schule und dem Bio-LK, immer wieder gerne Gehirnfoschungsbücher, wobei ich auch immer wieder neue Erkenntnisse mache.
Vieles finde ich sehr interessant und würde es mal hier gerne diskutieren, wenn es nicht schon vorhandene Themen gibt.
Hierbei gehts um die Lateralisierung der Gehirnfunktionen.

Es gibt bestimmt schon ähnliche Umfragen auf der Welt, aber für mich ist jetzt mal diese Stichprobe wichtig, da mich das schon länger interessiert.
Würde mich freuen, wenn ihr an der Umfrage teilnehmt. :)

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Micha136
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von Micha136 » 3. Juni 2009 00:25

Witzige Idee, Maurice ... auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen ...
Jedoch sehr gespannt, wie sich das entwickelt.

Alles Gute, Micha (Rechtshänder & Linksfüßer ... treffe jedoch mit beiden Füßen manchmal nicht ins Tor :))
Neues Leben - neues Glück :)

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Maurice
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von Maurice » 3. Juni 2009 01:12

@Micha136
Das bin ich auch mal. :D


Viel Aussagewert hat diese Umfrage jedoch nicht, das ist mir klar, da es statistisch nur 10-15% Linkshänder in der Bevölkerung gibt. Wenn viele Abstimmer teilnehmen müsste man die Linkshänder natürlich aufwiegen, um das richtig zu bewerten und daraus Schlüsse zu ziehen. Ich möchte nur schauen, ob ich manche Thesen, die ich in meinem Tagebuch aufgestellt habe vllt. ein wenig bestärken kann, für mich eine sehr interessante Angelegenheit.. :wink:

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Rechts- / Linkshändigkeit und Stottern

Beitrag von leo029 » 21. März 2010 19:54

Schönen Sonntag allen :-)

Weiss jemand ob es zu diesem Thema Untersuchungen gibt?

Gibt es Linkshändigkeit unter euch?
In meinem Fall mache ich sehr viel mit der linken Hand (mein Vater war übrigens Linkshänder), schreibe allerdings mit der rechten - möglicherweise auch weil ich zu einer Zeit zur Schule ging, wo man nur mit der rechten Hand schrieb.

Danke im voraus für eure Kommentare und beste Grüsse,
Leo

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Re: Rechts- / Linkshändigkeit und Stottern

Beitrag von leiftre » 21. März 2010 21:51

Hallo Leo,

bin auch Linkshänder, umgelernter Rechtsschreiber mit einer 'Sauklaue' (schwankt aber) und habe mich
mal für den Zusammenhang mit Stottern interessiert. Ich kann Dir ein Buch von der Umschulungspäpstin
Dr. Barbara Sattler empfehlen. Sie geht u.a. darauf ein, was beim Umschulen im Hirn passiert.

Barbara Sattler
Der umgeschulte Linkshänder oder der Der Knoten im Gehirn
ISBN 3-403-02645-0

Auch google gibt zu Barbara Sattler was her.

Viele Grüße

Helmut

leo029
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von leo029 » 22. März 2010 08:54

Danke Helmut für die Info und den Literaturtipp.

Deine "Sauklaue" kommt wohl von der Umlernung her?

Schönen Wochenbeginn, Leo

Matthias Kremer
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von Matthias Kremer » 25. März 2010 11:44

Hallo, da möchte ich auch etwas zu sagen.

Mein Sohn begann mit 5 Jahren zu stottern und zwar gerade in dem Augenblick als er von der Rechtshändigkeit plötzlich zur Linkshändigkeit wechselte. Wir konnten das gut beim Spielen beobachten, es fiel uns sofort auf. Als er in die Schule kam, lernte er mit der linken Hand zu schreiben. Nach einem halben Jahr Schule wechselte er wieder die Händigkeit und wurde zum Rechtshänder, sein Stottern nahm deutlich zu. Er konnte aber weiterhin nur mit links schreiben, weil er es ja mit dieser Hand gelernt hatte. Seine Schrift war eine Katastrophe, und er hatte dauernd einen Krampf in der Hand. Die Lehrer hat es wenig interessiert und er kassierte erbärmliche Schriftnoten und Kritiken seiner Lehrer.

In den folgenden Jahren wurde die Händigkeit für uns immer undurchsichtiger, mal links, mal rechts, das Stottern nahm aber so mit 9 Jahren deutlich ab. Heute (12 Jahre) stottert er eigentlich sehr wenig und wir glauben, dass er beidhändig ist. Denn wenn er z.B. mit einer Schere schneidet und die Hand müde wird, schneidet er mit der anderen weiter. Schon mal versucht, geht gar nicht. Wenn er auf seiner Werkbank mit der rechten Hand den Hammer führt, wechselt er zwischendurch zur Erholung der der rechten Hand den Hammer in die linke Hand. Er schießt beim Fussball mit rechts und links usw.

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen, die besagen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Stottern und Händigkeit gibt. Jedoch hab ich nichts gefunden, über den Einfluss einer Neuausrichtung des Gehirns (führende Gehirnhälfte) auf das Auslösen von Stottern.
Es wird ja oft erwähnt, dass das Umerziehen von Linkshändern zu Rechtshändern Stottern auslösen kann.
A.Starke hat seine Patienten auch ausgewertet und findet keinen statistischen Zusammenhang. Trotzdem, meine ich, dass dieses Thema nicht ausreichend erforscht ist, vorallem gibt es keine belastbaren Daten für KInder.

Nachtrag: Die Stelle hatte ich damalig gefunden, die mich in der Beobachtung meines Sohne bestärkt hat: Dominanzwechsel- und störungen: http://www.egms.de/static/en/meetings/d ... p078.shtml

Viele Grüße
Matthias Kremer
Zuletzt geändert von Matthias Kremer am 25. März 2010 14:30, insgesamt 1-mal geändert.

2412

Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von 2412 » 25. März 2010 12:37

Matthias Kremer hat geschrieben: Es wird ja oft erwähnt, dass das Umerziehen von Linkshändern zu Rechtshändern Stottern auslösen kann.
Ich glaube fast, dass, wenn dies so wäre, wir alle nicht hier wären, es die BVSS gar nicht nötig hätte etc. Beispielsweise in der ehemaligen Sowjetunion wurde jeder Linkshänder kompromisslos auf rechts umgepolt. Ich habe in meiner Familie einige und meine Eltern kannten aus ihrem Freundeskreis einen Haufen solcher Fälle - niemand von denen stotterte oder stottert. Wäre dies nämlich anders, hätten wir - schon alleine wegen der DDR - eine zweistellige Millionenzahl an Betroffenen alleine in Deutschland.

Natürlich muss es einen statistischen Anteil Stotterer unter den "Umerzogenen" geben wie es ihn ja in allen Gesellschaftsgruppen gibt. Aber ich gehe von keinem Zusammenhang aus, sondern eher von einer weiteren Legende, die das komplexe Phänomen für den einfachen Mann erklären soll.

Matthias Kremer
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von Matthias Kremer » 25. März 2010 14:21

Hallo Jonny Hell,

ja schon klar, ich habe ja auch geschrieben, dass die Umerziehung Stottern auslösen könnte, d.h. nicht verursachen. Man geht heute bei der Entstehung von Stottern ja von drei Bedingungen aus: Es muss eine Disposition (=genetische Veranlagung, das Stottern ist vorprogrammiert, muss aber nicht entstehen) vorhanden sein, das veranlagte Stottern muss ausgelöst werden, und es muss schließlich aufrecht erhalten werden. Dann erst entsteht ein Langzeitstottern.
Zu den auslösenden Bedingungen gehören traumatische Erlebnisse, wie Tod eines Familienangehörigen, Unfall oder Erlebnisse wie Geburt eines Geschwisterkindes. So könnte es auch sein, dass Eingriffe in die Händigkeit ein solches Trauma darstellen kann, dass Menschen, die die Veranlagung zum Stottern haben, beginnen zu stottern.

Aber die eigentliche Frage ist, ob Stottern durch den Wechsel der Händigkeit, den ja viele Menschen durchlaufen, ausgelöst oder vielleicht sogar verursacht werden kann, so wie einige Forschungen andeuten. Ich hab jedenfalls diese Frage mal per email an Frau Katrin Neumann gestellt, sie ist an der Frankfurter Uniklinik und beschäftigt sich dort seit langem mit neurolgischen Forschungen ad Stottern. Mal gespannt, was sie dazu sagt.

Gruß
Matthias

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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von leo029 » 27. März 2010 09:06

Hallo Matthias,
vielen Dank für den Link über die Untersuchung in Ulm. Glücklicherweise wurde erwähnt, dass die Ergebnisse ohne statische Signifiganz waren. Das bedeutet, dass z.B. zwar "Nahezu die Hälfte der Nichtrechtshänder (47,1%), aber weniger als ein Drittel der rechtshändigen Vergleichsgruppe (26,3%)" chronisches Stottern entwickelte, dies aber nicht eindeutig der Händigkeit zugeschrieben werden kann - zu viele andere Faktoren können im Spiel sind. Anders ausgedrückt: es ist möglich, aber auch nicht.

Es ist ein grosser Unterschied, ob man behauptet, "Händigkeit ist als Ursache nicht nachgewiesen" (wir sind uns sicher) oder "es konnte nicht nachgewiesen werden, dass Händigkeit die Ursache ist" (wir sind uns nicht sicher; wie oben). Diese beiden Aussagen werden leider oft verwechselt.

Es scheint so, dass Händigkeit und Stottern noch nicht zuverlässig genug untersucht worden ist - auch in neuer Literatur wird das erwähnt. Auch diese Studie sagt ja, dass evtl. die Stichprobe nicht gross genug war (obwohl 55 ausreichen müssten, allerdings hängt dies von der verwendeten statistischen Methode ab).

Und noch als Anmerkung: hier ist das grössere Thema die cerebrale Dominanz, und zwar ist sie ausgeprägt genug oder nicht. Nach einer Theorie entscheidet eine Hemisphäre welche der beiden Hemisphäre für eine bestimmte Aufgabe (zB sprechen) die Kontrolle hat, egal ob diese dann die Aufgabe tatsächlich auch ausführt. Verwirrend? Nehmen wir an ich will jetzt sprechen. Diese Aufgabe erfordert die Ausführung einer Reihe von Teilaufgaben, teilweise von der linken, teilweise von der rechten Hemisphäre ausgeführt. Eine der Hemisphären muss aber die Kontrolle (Koordination) über die gesamte Aufgabe haben, dass am Ende auch etwas Gescheites herauskommt. Es ist übrigens unklar, wie dies von statten geht, und wie man nachweisen kann, welche Hemisphäre gerade Kontrollfunktion hat. Man nimmt einfach an, es ist so.

Man nimmt weiter an, dass bei den meisten Menschen die kontrollierende Hemisphäre eindeutig Dominanz hat - ein richtiger Diktator sozusagen, jede ausführende Hemisphäre weiss was zu tun ist. Bei manchen Menschen ist diese Dominanz aber nicht ausgeprägt genug (bei gewissen Aufgaben), und es kommt (oder kann kommen) zum "Streit der Hemisphären". Wenn die Aufgabe "sprechen" ist, dann kann es im letzteren Fall zu Stottern kommen.

Wie gesagt, eine Theorie, allerdings eine, der ich mich verschrieben habe und zu der ich meine persönlichen Arbeiten vorantreibe.
Die schlechte Nachricht zuerst: es ist alles so kompliziert :-(
die gute Nachricht: es gibt Nachweise, dass man Gehirnfunktionen um-, ver- hin- und herbiegen kann, fast nach Belieben. Teilweise kann man das auch schon.

Schönes Wochenende, allen!

---***---
Die Kirschblüte
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von ---***--- » 29. März 2010 21:06

Hi,
zur Linkshändigkeit steht bei der Stotternwiki: Zuweilen wird Stottern mit Linkshändigkeit in Verbindung gebracht. Linkshänder sind unter der stotternden Bevölkerung jedoch nicht überproportional häufig vertreten. Auch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine Umerziehung von der Links- zur Rechtshändigkeit zur Entstehung des Stotterns führt. Im übrigen ist die Händigkeit ein schlechter Indikator für die Lateralisierung des Sprechens, die in der Theoriebildung zum Stottern diskutiert wird.

@leo
Wie erklärt sich nach der These der mangelnden Hemisphärendominaz (als Ursache/Auslöser für Stottern), dass Frauen sehr viel weniger von Stottern betroffen sind, obwohl gerade bei Frauen die Hemisphärendominaz bei Sprechprozessen weniger ausgeprägt sein soll als bei Männern?

@Matthias
Matthias Kremer hat geschrieben:Man geht heute bei der Entstehung von Stottern ja von drei Bedingungen aus: Es muss eine Disposition (=genetische Veranlagung, das Stottern ist vorprogrammiert, muss aber nicht entstehen) vorhanden sein, das veranlagte Stottern muss ausgelöst werden, und es muss schließlich aufrecht erhalten werden. Dann erst entsteht ein Langzeitstottern.
Zu den auslösenden Bedingungen gehören traumatische Erlebnisse, wie Tod eines Familienangehörigen, Unfall oder Erlebnisse wie Geburt eines Geschwisterkindes. So könnte es auch sein, dass Eingriffe in die Händigkeit ein solches Trauma darstellen kann, dass Menschen, die die Veranlagung zum Stottern haben, beginnen zu stottern.
Ich denke, es ist an der Zeit, diese Erklärung von der Entstehung von Stottern zu überdenken.
Meines Wissens gibt es keinerlei Belege für die sogenannten "Auslöser". Irgendwas ist halt immer, das zufällig mit dem Beginn von Stottern zusammenfällt. Ich halte diese Definition für ein Überbleibsel früherer psychologisierender Erklärungsmodelle, die Wortwahl "Trauma" deutet auch darauf hin.

Interessanter fände ich, nach möglichen Faktoren zu suchen, die eine Heilung unwahrscheinlicher machen, wie zB zweisprachige Erziehung, Sprachentwicklungsverzögerung, Geschlecht (männlich), Belastungen, wie womöglich Linkshändigkeit oder Reaktionen des Umfelds, die zu Anstrengungsreaktionen und/oder psychischen Beeinträchtigungen führen.
Grüße!

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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von djub » 30. März 2010 05:41

Hallo,

erstmal direkt zum Thema: Ich bin Rechtshänder, schieße mit rechts, habe damit links mein Standbein und springe, balanciere etc. eher mit Links. Bin ich nun Rechts- oder Linksfüßer?
Mechthild hat geschrieben:Meines Wissens gibt es keinerlei Belege für die sogenannten "Auslöser". Irgendwas ist halt immer, das zufällig mit dem Beginn von Stottern zusammenfällt. Ich halte diese Definition für ein Überbleibsel früherer psychologisierender Erklärungsmodelle, die Wortwahl "Trauma" deutet auch darauf hin.
Du sprichst mir aus der Seele, Mechthild. Hinter dem Zusammenhang z.B. zw. Beginn des Stotterns und der Geburt eines Geschwisterkindes liegt (vermutlich) einfach ein gemeinsamer Faktor - die Zeit bzw. das Alter. Ich bin übrigens Nesthäkchen und trotzdem Stotterer :( . Ein fast schon stereotypes "traumatisches Erlebnis" hatte ich zwar (an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an bösartige 80er-Jahre-Ärzte), aber welche Eltern finden nicht irgendein Erlebnis, das für ihr Kind "irgendwie traumatisch" gewesen sein könnte?

"Und dann hat der Volker ihn geschubst. Einen Monat später fing der Kleine an zu Stottern." :roll:

Als frisch gebackener Vater bekomme ich gerade eher Horrer, wenn diverse Leute meinen, meinem Kleinen, bei dem aus Altersgründen noch lange nicht an Sprechen zu denken ist, genaue Sprechbewegungen schön kraftvoll vorzuführen. "Mmmmmmmmmmmmmmmmm-A-mmmmmmmmmmmmmmmmmmm-A!!!" mit schöner "Betonung", also Kraft, auf den Konsonanten und abgehackten, kurzen Vokalen. Da krieg ich die Krise. Wer spricht so? Genau. Stotterer.

djub
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@Mechthild

Beitrag von leo029 » 1. April 2010 10:04

Gut gebrüllt, Löwin :-))

Sicherlich ist der Dominanzaspekt auch nur die halbe Miete (wahrscheinlich noch weniger). Ich glaube, dass auch der neuronale Grundpegel eine wichtige Rolle spielt. Ist er niedrig (Menschen mit "dicker Haut"), spielt die fehlende Dominanz weniger Rolle. Ist er hoch - wie bei Menschen die auf Englisch "high strung" bezeichnet werden - dann könnte sie wichtig werden. Merkmale, die diesen Grundpegel beeinflussen, sollten auch für die Entwicklung einer Therapie berücksichtigt werden. Ich würde mich selber als eher "high strung" bezeichnen.

Dazu fallen mir Erlebnisse ein, als ich einige Male versucht habe Golf zu spielen. Wer es schon mal versucht hat weiss, dass Golf "im Kopf" gespielt wird. Man muss so konzentriert aber auch so entspannt wie möglich sein. Die unnötige Anspannung eines zusätzlichen Muskels kann die Richtung des Balles beim Abschlag um Haaresbreite verändern, was nach 100m Flug einen grossen Unterschied ausmachen kann. Ich wurde ja nie gut dabei. Hatte ich ein paar gute Schläge dann kam erst einmal Euphorie auf und - wie aus heiterem Himmel - plötzlich fast ein Angstgefühl: wird es noch einmal gut gehen? Seht ihr den Zusammenhang mit dem Sprechen? Es geht ein paarmal gut und plötzlich wieder nicht.

zur mehrsprachigen Erziehung und Stottern: ich kenne dazu nur eine Untersuchung (2008), die in einem inneren Bezirk in London gemacht wurde. Aus den Diskussionen, die darauf folgten, wurde klar, dass die untersuchten Gruppen aus niederen / ärmlichen Einwandererschichten kamen und einer Reihe von Umständen ausgesetzt war, die evtl. auch Stottern auslösen könnten. Es gibt auch die klare Aussage, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass mehrsprachige Erziehung Einfluss auf Stottern hat. Ich war selber den grössten Teil meines Erwachsenenlebens im Ausland und habe wahrscheinlich mehr Kinder gesehen die mehrsprachig aufwuchsen als einsprachige. Praktisch in ganz Afrika wachsen Kinder mehrsprachig auf und ich nehme an, es gibt eher weniger Stotterer auf diesem Kontinent.
Schönen Tag Mechthild, und euch allen!

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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von transit » 29. August 2010 13:11

Hallo,
Matthias Kremer schrieb :
Aber die eigentliche Frage ist, ob Stottern durch den Wechsel der Händigkeit, den ja viele Menschen durchlaufen, ausgelöst oder vielleicht sogar verursacht werden kann, so wie einige Forschungen andeuten. Ich hab jedenfalls diese Frage mal per email an Frau Katrin Neumann gestellt, sie ist an der Frankfurter Uniklinik und beschäftigt sich dort seit langem mit neurolgischen Forschungen ad Stottern. Mal gespannt, was sie dazu sagt.
Was hat Frau Dr Katrin Neumann in der Zwischenzeit geantwortet ?
Sicher wurde die Frage zum Zusammenhang Händigkeit und Stottern schon häufiger an sie herangetragen.

Die Lateralität, Händigkeit, liegt erst ungefähr mit Ende des achten Lebensjahres fest.
Bis dahin sind Wechsel unauffällig. Es gibt auch Kinder, bei welchen von Anfang an eine eindeutige Handdominanz zu beobachten ist. Häufig problematisieren Eltern die Frage der Händigkeit, da das Augenmerk schon viel zu früh auf die Ansprüche der Schule, bzw das Schreibenlernen, ausgerichtet ist. Evtl könnte es schwierig sein, die Kinder diese Sorge nicht spüren zu lassen.

Ausser der Hirnhälften-, Hemisphärendominanz spielt auch die Vernetzung der beiden Hirnhälften eine wesentliche Rolle. zBsp für die Hand-Hand-Koordination, Geschicklichkeit, Feinmotorik. Diese ist auch Voraussetzung für die Sprechmotorik, bzw feinmotorische Handlungsplanung des Sprechens, allgemein gesagt.
Das ist wirklich alles noch nicht ausreichend erforscht.
Wir können gespannt auf weitere Erkenntnisse sein.

Einen absolut interessanten, und schön übersichtlich gestalteten Artikel bzgl Hemisphärenspezialisierung fand ich soeben.
Diesen werde ich im SubForum "Wissenschaft und Forschung" zur Diskussion stellen. Passt dort mE besser wg der Vernetzung mit unseren anderen Themen.

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T_homas
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Re: Links-/Rechts-Händer bzw. Füßer und Stotterer.

Beitrag von T_homas » 13. Dezember 2016 11:21

Thilo Sarrazin wurde als Kind vom Linkshänder auf Rechtshänder umgeschult und soll laut eigener Angabe seitdem stottern.
Darauf kam ich nur durch Zufall,da ich mir gestern Abend mal die Sendung Der heiße Stuhl angeguckt habe.
Bei ihm ist es tonisch,genau wie bei mir.Obwohl,sieht nach Mischform aus.
Ein Ausschnitt: http://www.rtl.de/cms/thilo-sarrazin-au ... 50298.html
„Das Leben ist wie ein Fluss! Mal schnell, mal langsam, mal klar, mal dreckig, mal niedrig, mal hoch, immer in Bewegung und jeden Moment anders!“ Quelle: -asiatische Weisheit-

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