Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Erfahrungen, Alltagserlebnisse, Beruf, Freundschaft, Vorstellungen der Forumsteilnehmer...
F.J.Neffe
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Gewachsene Erfahrung

Beitrag von F.J.Neffe » 15. Juli 2012 21:29

michaOH87 hat geschrieben:Franz: zu meiner Energiebilanz kann ich Dir/Euch soviel mitteilen, dass ich damals viel Energie auf den Kampfsport gerichtet hatte, da es mich in der Vergangenheit das Mobbing sehr gestört hat. Heute kann ich sagen, dass ich meinen Sport nur noch als Hobby betreibe und (natürlich) auch irgendwie als Stressbewältigungstherapie. Denn jeder der mal in einem Autohaus war und mit einem Kfz-Meister gesprochen hat und sich Sorgen um sein Baby (Auto) macht, will natürlich auch alles wissen. Und einige Kunden sind wirklich, entschuldigt bitte den Ausdruck aber, echt nervig. Da sammelt sich halt denn alles an und bevor ich diesen Frust mit Alkohol/Drogen abbaue, gehe ich halt lieber zum Sport.
Der Einsamkeit habe ich damals auch viel Zuwendung gegeben. Aber das ist Vergangenheit und heute wende ich meine ganze Aufmerksamkeit nur meinem Beruf und meiner Firma zu (sicherlich gibt es auch andere Dinge ;))

Ich hoffe Franz, dass ich Dir gerecht werden konnte mit meinen Antworten und hoffe natürlich auch auf andere, die sich hier vielleicht melden ;)

Moin Moin (wie wir hier so sagen)

Micha.
Lieber Micha,
das Faszinierende an Deinem Bericht ist die Souveränität, die Du durch Erfahrung in Deinem Leben gewonnen hast.
Du bist an Deinen Erfahrungen gewachsen, und es tut gut, das zu lesen.
Was ich Dir aufschrieb, ist weniger auf Vergangenes gerichtet.
Ich möchte damit vielmehr mein Interesse daran bekunden, dass und wie und wo Du weiter wachsen wirst.
Ich freue mich auf Deinen Erfolg und freue mich, wenn sich viele mit freuen.
Franz Josef Neffe
[i]"Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns sondern die Vorstellungskraft." [/i] Émile Coué

paul.dest
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Re: Zuwendung

Beitrag von paul.dest » 16. Juli 2012 09:54

Du musst Dich schon entscheiden, FJN, ob Du meine (von Dir so großzügig "tolerierte") Meinung so bewertest:
F.J.Neffe hat geschrieben:Damit er nicht in allen Sandkästen der Umgebung dauernd alle Kinder anstiften muss, dass sie den Franz nicht mitspielen lassen sollen...
Oder so:
F.J.Neffe im Thread 'Hallo, ich bin neu hier!' hat geschrieben:Danke, dass Du meiner Arbeit soviel Aufmerksamkeit widmest und anderen mit Deinem Wissen darüber dienen magst!
Denn Du weißt ja:
F.J.Neffe hat geschrieben:Wenn man gleichzeitig nach hinten und nach vorne will, geht gar nichts.
Auch wenn Du nicht weißt, dass das beim Stottern ganz anders ist.

Höfliche, aber anerkennungslose Grüße,
Paul
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gysi
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stottern u- sex-missbrauch in kindheit. ich stell mich kurz

Beitrag von gysi » 31. August 2012 16:46

hallo ich heiße gysi bin 44 jahre alt.
ich war mal mitglied bei stotterer selbsthilfe in den jahren ca 1989-2003.
warum schreibe ich hier. ich möchte mich entschuldigen das ich ohne grund ausgetreten bin.
vllt liegts auch darin das ich mich geoutet habe das ich in meiner kindheit sex-missbraucht wurde.
leider bin zur zeit nicht gut drauf.vor 2 jahren habe ich erste mal pyschologische hilfe genommen.
jetzt wollen die therapietin das ich in eine logopädie und pyschatische klinik gehen soll das sie mich besser verstehen.
sie hat mir auch eine klinik angeboten sie liegt in bayern basiert auf 12 punkte und religiose basis. ich weis nicht ob das wirklich für mich die beste lösung ist.
vllt könnt ihr mir vorschlag machen wegen klinik die beide sachen behandeln.
lg
gysi

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Torsten
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Re: stottern u- sex-missbrauch in kindheit. ich stell mich k

Beitrag von Torsten » 1. September 2012 20:08

Hallo Gysi,
ich glaube, Du brauchst dich hier nicht dafür zu entschuldigen, dass Du aus der Stotterer-Selbsthilfe ausgetreten bist. Ich bin zum Beispiel noch gar nicht Mitglied in der BVSS.

Die Frage, die Du gestellt hast, ist allerdings schwer zu beantworten. Welche Klinik in Bayern meinst Du, und was für einen religiösen Hintergrund hat sie? Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, wozu ein religiöser Hintergrund (welcher Religion auch immer) gut sein soll, wenn es um Stottern oder um psychische Probleme durch sexuellen Missbrauch in der Kindheit geht.

Ich bin der Ansicht, dass man die Probleme Stottern und sexuellen Missbrauch getrennt behandeln sollte, denn es ist ja nicht einfach so, dass Stottern bei Kindern durch sexuellen Missbrauch entsteht - sonst müssten alle, die als Kind sexuell missbraucht worden sind, stottern. Wenn bei dir das Stottern im Zusammenhang mit dem Missbrauchtwerden aufgetreten ist, dann bedeutet das wahrscheinlich, dass Du eine gewisse Disposition zum Stottern hattest. Das Stottern wäre also vermutlich auch ohne den Missbrauch aufgetreten - anlässlich einer anderen Stress-Situation, oder, wie bei vielen stotternden Kindern, ganz ohne äußeren Anlass, .

Ich denke, wenn Du psychische Probleme wegen des sexuellen Missbrauchs hast, dann solltest Du zunächst diese Probleme therapeutisch behandeln lassen - aber nicht erwarten, dass durch eine erfolgreiche Behandlung automatisch das Stottern verschwindet. Es ist also möglich, dass Du anschließend noch eine Stottertherapie machen musst. Die psychischen Probleme, die als Folgen des Stotterns auftreten können (Sprechängste, Minderwertigkeitsgefühle) werden oft im Rahmen der Stottertherapie mit behandelt.

So weit meine ganz persönliche Meinung zu deinem Problem. Du kannst dich in diesem Forum aber auch professionell beraten lassen, in dem Du deine Fragen der Fachberatung stellst.

LG und alles Gute

Torsten
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Krissi
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Re: Neu hier und will meine Erfahrung im Alltag teilen

Beitrag von Krissi » 20. Oktober 2012 10:53

..zurück zum Thema

Hallo Michael,

ich habe insofern einen ähnlichen Weg hinter mir, als dass ich nach der Schule und Richtung Berufsleben mein "Aha-Erlebnis" hatte. Mich hat das stottern ständig in der Schule genervt, Freunde und Familie eher weniger, wobei es auffiel. Da ich einen kaufmännischen Beruf lernen wollte, musste ich was unternehmen. Über meinen Hausarzt führte der Weg zu einem Logopäden. Zwar ist das Stottern unter bestimmten Umständen noch nicht komplett weg, aber der bewusste Umgang wurde mit der Sprache wurde mir beigebracht. "Desensibilisierung" (schwieriges Wort :-) ) war soweit ich mich erinnere der Kern der Therapie. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Was mir auffällt, dass ich im privaten anders als im beruflichen Spreche. Im beruflichen eher langsamer, deutlicher und ruhiger und dadurch viel flüssiger.

Lieben Guß und immer am Ball bleiben ;-)

Krissi

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Wachsen muss man, wenn man dem Leben gewachsen sein will.

Beitrag von F.J.Neffe » 20. Oktober 2012 15:33

De-Sensiblisierung ist eine bersondere Hilfe für besonders sensible Menschen. Deutsch heißt sensibel feinfühlig.
Sensibel kann man die entscheidendsten Details des Lebens wahrnehmen und sich dessen bedienen.
Ist dieses entscheidende feine Wahrnehmungs- und Reaktionssystem durch etwas blockiert oder irritiert, so kann man ggf. zu stark oder anders verkehrt (re)agieren.
Lat "de" heißt " von, herab". Die De-Sensiblisierung ändert sie innere Einstellung indem sie sie von quasi zu hoher Umdrtehungszahl wieder auf Normalmaß herunterfährt. Du bleibst ruhiger und kannst gelassener reagieren. Insoweit entspricht das in etwa der Autosuggestion von E.Coué. Der geht aber noch weit darüber hinaus, weil er schon nicht auf das Problem fixiert anfägt sondern immer die gesamten Kräfte im Auge hat und diese stärkt, sodass sie sich entfalten, wachsen und entwickeln. Das ergibt am Ende eine gewachsene Lösung und nicht bloß eine gemachte, die man immer im Griff haben muss und die einen deshalb immer im Griff hat.
Es lohnt sich also ganz praktisch, sich Coué ganz genau anzuschauen. Aber nur, wenn man es wirklich genau wissen will. Sonst findet man einfach das, was man gesucht hat. Ob jemand die Befreiung vom Stottern wirklich sucht oder nur im Gefangenenchor mitsingen will, das ist immer eine Gewissenserforschung wert. Von Deiner Einstellung und Deinem Interesse her müsstest Du alle Erfolge dieser Welt haben können.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
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Re: Wachsen muss man, wenn man dem Leben gewachsen sein will

Beitrag von paul.dest » 21. Oktober 2012 18:22

F.J.Neffe hat geschrieben:De-Sensiblisierung ist eine bersondere Hilfe für besonders sensible Menschen.
Faszinierend, was man sich im Halbwissen so alles zusammenreimen kann!
F.J.Neffe hat geschrieben:Insoweit entspricht das in etwa der Autosuggestion von E.Coué.
Und noch faszinierender, was man sich im Nichtwissen alles herbeireden kann!
F.J.Neffe hat geschrieben:Der geht aber noch weit darüber hinaus... Es lohnt sich also ganz praktisch, sich Coué ganz genau anzuschauen.
Eine einführende Einleitung dazu findet man hier: Coués Autosuggestion für Dummies!

Von Desensibilierung dagegen handeln diese Threads:
Wie funktioniert "Desensibilisierung"?
Die beste Stotter-Therapie ist keine Stotter-Therapie...

Viele Grüße,
Paul
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Krissi
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Re: Neu hier und will meine Erfahrung im Alltag teilen

Beitrag von Krissi » 5. November 2012 12:24

Als sensibel würde ich mich nicht bezeichnen.
Nun liegt die Therapie auch ein paar Tage zurück. Eigen- und Fremdwahrnehmung kann in diesem Zusammenhang auch noch erwähnt werden. In der Tat reagiere ich ruhiger und gelassener in bestimmten Situationen. Zumindest sind das die Punkte, die ich aus der Therapie gezogen und für mich behalten habe. Ich bin soweit mit dem Ergebnis zufrieden. Weniger Angst, entspannter etc...bei mir hat sich das positiv auf die Sprache ausgewirkt.

Beste Grüße

Maik75
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Vorstellung Maik75

Beitrag von Maik75 » 17. Februar 2013 21:24

Hallo, ich habe leider keine Rubrik zum Vorstellen gefunden also mache ich es mal hier !

Mein Name ist Maik und ich bin 37 Jahre alt . Ich stottere seit meinem sechsten Lebensjahr . Jedenfalls sagt das meine Mutter! Ich selber kann mich nicht mehr daran erinnern je nicht gestottert zu haben. Auch der Besuch auf einer Schule für Sprachbehinderte Kinder ( Lüstringer Bergschule ) und ein Jahr in einem Heim (Werscher Berg ) haben mir zwar dabei geholfen etwas weniger zu stottern aber ganz weg , werde ich es wohl nie bekommen !

Ich selber habe auch kein Problem mit meinem Stottern , denn jeder Mensch ist halt anders !

Ich freue mich in diesem Forum aktiv zu werden und hoffe den ein oder anderen Ratschlag abgeben zu können !

Bis denn ! : )

Honkey
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Servus!

Beitrag von Honkey » 11. November 2013 19:33

Heyho^^

Bin der Honkey und stottere so ziemlich seitdem ich denken kann (das müsste so seit dem Grundschulalter sein). Dachte ich stelle mich mal vor und frage an wer denn noch auf die Uni in Stuttgart geht. Wollt ihr euch ein wenig austauschen? Besonders interessiert mich euer Alltag! Außerdem brenne ich darauf endlich mal eine Frau kennenzulernen die stottert. Mit meinen 23 Jahren habe ich noch nie eine Frau "erlebt" die stottert. Gibt es hier vllt auch stotternde Studentinnen? :D
Muss ja nicht nur Uni Stuggi sein^^

Schade das hier nicht mehr los ist.

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djub
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Re: Servus!

Beitrag von djub » 17. November 2013 17:03

Häng doch nen riesigen Zettel ans schwarze Brett. :)
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

Stefan
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Re: Servus!

Beitrag von Stefan » 23. November 2013 23:15

Von mir mal ein herzliches Hallo, wohne selber in der nähe von Stuttgart und bin nur ein Jahr älter.
Der Tipp von Djub ist gar nicht mal so schlecht ;)

Grüßle

Tien
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Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von Tien » 25. Januar 2014 15:00

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mich nun auch dazu entschlossen hier anzumelden und ein wenig über mich zu schreiben. Mein Name ist Tien, bin Vietnamese (in DE geboren) und bin 25 Jahre alt.

Schon mal vorweg: Ich habe mich selber kaum darüber informiert, noch Hilfe von anderen gesucht, daher kann es sein, dass ich falsche Begriffe verwende.

Bei mir fing das Stottern so zwischen Kindergarten und Grundschule an, kann mich selber nicht mehr ganz genau daran erinnern. Während es in der Grundschule noch im normalen Rahmen war, da man nur dachte, dass ich etwas nervös bin und somit auch nicht weiter darauf eingegangen wurde. Jedoch fing es ab der 5. Klasse an stärker zu werden, sodass ich des Öfteren keine ganz Sätze mehr aussprechen konnte bzw. es sehr abgehackt klang, weil ich viele Wörter nicht aussprechen konnte. Da man in dem Alter noch sehr jung war, wurde ich im Unterricht dementsprechend jedes Mal ausgelacht wenn das passiert war. Dadurch wurde ich auch viel nervöser und das Stottern entsprechend auch stärker, da ich dann meinem Kopf auch dabei noch vorne bewegt habe sobald es damit anfing bis es endlich ausgesprochen wurde. Etwas später konnte ich es ein bisschen unterdrücken in dem ich mit einem Fuß leicht gestampft habe, sobald ich wieder angefangen habe zu stottern. Beim Gehen musste ich immer einen größeren Schritt machen um es ausgleichen zu können, was natürlicherweise auch sehr komisch war und die Leute immer komisch geguckt haben.

Die Pubertät war daher eine sehr schwere Zeit für meine Psyche gewesen, da keiner mich wirklich verstehen wollte (gefühlt zumindest) und ich auch selbst meinen Vornamen nie ohne zu stottern aussprechen konnte. Auch von Freunden kam manchmal ein Kichern, da es nun mal lustig aussah für diese. Im Alter von 12 bis 14 litt ich sehr unter Depressionen, weil ich mich auch nicht getraut habe mit irgendjemanden darüber zu sprechen, weder mit Familie, Freunde oder Therapeuten. Alle um mich herum haben es einfach akzeptiert und mich auch nie darauf angesprochen. Es war sehr schade, da ich sehr viele Freunde hatte, aber trotzdem mich einsam und alleine gefühlt habe. Mit ca. 15 Jahren hatte ich etwas mehr Selbstbewusstsein und wurde nicht mehr so stark dabei nervös, sodass es dann nicht mehr so stark war wie zuvor. Aber trotzdem war ich immer noch ein recht stiller Mensch, da ich jegliche peinliche Situationen vermeiden wollte. Vorträge in der Schule habe ich fast immer irgendwie aus dem weg gehen können, sodass ich während meiner Schulzeit nur ca. 5 Vorträge gemacht habe. Erst mit 16,5 Jahren als ich meine erste und bisher einzige Beziehung hatte, wurde es dann auch mit dem Stottern besser, da ich für sie alles tun wollte und versucht habe immer selbstbewusst an alles ran zugehen. Nach 3 Jahren mit ihr haben wir uns dann getrennt und habe angefangen wieder viel Computer zu spielen um den Kummer zu verkraften. Als ich dann anfing Xbox 360 zu spielen wo ich über Headset fast immer mit anderen täglich gesprochen hatte, wurde es wieder etwas besser mit dem Stottern.

Mit ca. 20 fing ich dann immer mehr darüber nachzudenken wann und wobei ich genau stottere. 2009 also mit 21 ging ich zur Bundeswehr, da ich nicht vor meiner eigenen Angst weglaufen wollte und es mich selber auch sehr interessiert hatte dorthin zugehen. Kurioserweise hat es dort relativ gut geklappt und man merkte es nicht oft an, dass ich gestottert habe. Je mehr ich mich damit selbst beschäftigt habe und analysiert hatte konnte ich das Stottern umgehen oder es zumindest in Grenzen halten. Seit 2012 studiere ich nun Informatik und nun wundern sich eher die Leute, wenn ich denen sage, dass ich eigentlich stottere, da ich auch heutzutage sehr viele rede, weil es mir auch Spaß macht zu diskutieren und über so manche sinnlose Dinge zu philosophieren. Nebenbei arbeite ich Teilzeit in einen Call Center um viel reden zu können was mir auch etwas hilft.


Hier sind meine Erkenntnisse zu meinem Stottern:
Bei mir fängt das Stottern nun meist nur noch bei Wörtern an, die mit Silben anfangen wo ich leicht ausatmen muss wie bei den Wörtern Otto, Ananas (das ist das schlimmste Wort für mich), Exer, Acht, irre und so weiter, also meist bei Wörtern mit Vokalen am Anfang, aber auch bei anderen Wörtern ohne Vokale wie mein Name Tien, da es meist bei dem Ausatmen hängen bleibt.
Dann ist mir aufgefallen, dass ich im Sitzen mit dem vorderen Teil des Fußes eins, zwei mal leicht auf dem Boden klopfe ohne das es unnatürlich wirkt um dem Stottern zu entgehen (klappt nicht immer). Außerdem muss ich immer irgendetwas in der Hand haben, damit darauf drücken kann um mich abzulenken wie Feuerzeug in der Jackentasche, Schlüssel in der Hosentasche, Maus oder Stift am Arbeitsplatz. Viele Dinge davon passieren schon lange unterbewusst, was ich jedoch nie vorher wirklich bemerkt habe.
Die meisten Gespräche verlaufen schon flüssig, aber sobald ich einmal gestottert habe, werde ich nervös und die Gefahr, das ich wieder stottere ist dadurch sehr hoch.


Liebe Grüße
Tien

IlianaG
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Suche andere Stotterer zum austauschen

Beitrag von IlianaG » 25. Januar 2014 16:48

Hallo ihr Lieben,

Erst mal zu mir, mein Name ist Iliana und ich bin 19 Jahre alt. Ich stottere seit ich 2 Jahre alt bin und dabei gab es immer mal Phasen in denen ich weniger oder mehr oder sogar gar nicht stotterte. Ich würde mich selber als schwacher Stotterer bezeichnen, da ich nicht bei jedem Wort/Satz stottere. Ich habe auch viele Freunde die ich schon seit Jahre kenne, die nicht einmal wussten dass ich stotterte bis ich es ihnen gesagt habe. Mein Stotterverhalten ist von den Personen die mich umgeben und der Sprache die ich rede abhängig. Mit meiner Familie stottere ich am meisten, wahrscheinlich weil ich mich bei ihnen am wohlsten fühle und mich nicht verstellen muss. Wenn ich mit Freunden rede oder mit fremden Leuten oder etwas laut vorlesen muss, stottere ich je nach Situation fast nie. Die Mehrsprachigkeit ist auch ein grosses Thema bei mir, ich bin zweisprachig aufgewachsen. Meine Mutter ist Mexikanerin (Ich rede Spanisch mit ihr) und mein Vater Deutscher. Geboren und aufgewachsen bin ich in Deutschland, wohne aber schon seit einer langen Zeit in der Schweiz. Am wohlsten fühle ich mich wenn ich deutsch rede, denn da stottere ich am wenigstens, es ist auch die Sprache die ich am besten beherrsche. Mein Spanisch ist nicht perfekt, doch ich verstehe alles und kann mich auch ohne weitere Probleme ausdrücken jedoch was mich hier am meisten nervt, ist dass ich wenn ich Spanisch rede sehr sehr viel stottere. Ich rede auch noch Englisch und Französisch und auch dort stottere ich mehr als im Deutschen, ist das normal, dass man wenn man Fremdsprachen spricht mehr stottert als in der Muttersprache?

Zurzeit bin ich wieder in einer der Phasen in der ich viel stottere (ich war gerade erst 3 Wochen in Mexiko). Viele sagen ich sollte das Stottern akzeptieren, denn es ist ein Teil von mir aber ich kann einfach nicht! Ich möchte mich nicht damit abfinden, denn es behindert mein alltägliches Leben und ich habe immer noch Hoffnung, dass es einestages weggehen wird, vorallem da ich ja ein leichter Stotterer bin. Es ist ja nicht so, dass ich noch nichts dagegen unternommen hätte....die Liste ist endlos! Von Logopäden, zu Psychologogen, zu Esoterikern...

Ich möchte gerne wissen was anderen Stottern geholfen hat, irgendwelche Tips, sinvolle Therapien? Und natürlich möchte ich mich mit anderen denen es gleich geht austauschen, denn ich habe noch nie einen anderen Stotterer kennengelernt und ich fühle mich so ziemlich alleine mit meiner Sprachblockade.

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PetraS
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Re: Suche andere Stotterer zum austauschen

Beitrag von PetraS » 25. Januar 2014 18:38

Hallo Iliana,

deinen Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen, vor allem weil er Fragen aufwirft, die mich ebenfalls sehr interessieren. Vergleichbar ist bei dir und mir, dass du dich ebenfalls als nur leicht Stotternde bezeichnest, bei mir war es irgendwann so verschwindend, dass ich auch geglaubt habe, die Welt gehört mir - und so bin ich Dolmetscherin und Übersetzerin geworden :shock: (Ich dachte ja auch nicht, dass mich das Thema je wieder so ereilen würde...)
IlianaG hat geschrieben: Die Mehrsprachigkeit ist auch ein grosses Thema bei mir, ich bin zweisprachig aufgewachsen. Meine Mutter ist Mexikanerin (Ich rede Spanisch mit ihr) und mein Vater Deutscher. Geboren und aufgewachsen bin ich in Deutschland, wohne aber schon seit einer langen Zeit in der Schweiz. Am wohlsten fühle ich mich wenn ich deutsch rede, denn da stottere ich am wenigstens, es ist auch die Sprache die ich am besten beherrsche. Mein Spanisch ist nicht perfekt, doch ich verstehe alles und kann mich auch ohne weitere Probleme ausdrücken jedoch was mich hier am meisten nervt, ist dass ich wenn ich Spanisch rede sehr sehr viel stottere. Ich rede auch noch Englisch und Französisch und auch dort stottere ich mehr als im Deutschen, ist das normal, dass man wenn man Fremdsprachen spricht mehr stottert als in der Muttersprache?
Lies dir doch auch mal meinen Thread zum Thema Stottern und Mehrsprachigkeit durch, den ich kürzlich hier eingestellt habe.
Ich bin nun schon 50 Jahre alt (das klingt sicher uralt für dich), aber glaube mir, ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch immer (wenn ich in einer Sprache noch nicht so sicher war) mehr in der Fremdsprache gestottert - liegt sicherlich daran, dass man grundsätzlich unsicherer ist als in der Muttersprache, weniger Ausweichmöglichkeiten hat (weil nicht so viele Alternativwörter vorhanden oder bekannt sind) oder auch weil man in der Fremdsprache besonderen Ansprüchen genügen möchten, die vielleicht objektiv unnötig sind (Perfektionismus :roll: )
Aber wenn du in einer gänzlich zweisprachigen Umgebung bist, bietet das Wissen beider Sprachen auch unendlich viele Möglichkeiten, zum Beispiel schnell die Sprache zu wechseln, wenn dir auffällt, dass das Wort in der einen Sprache unaussprechlich - in der anderen aber problemlos möglich ist. Das sind Beobachtungen, die ich in der Realität gemacht habe.
IlianaG hat geschrieben:Zurzeit bin ich wieder in einer der Phasen in der ich viel stottere (ich war gerade erst 3 Wochen in Mexiko). Viele sagen ich sollte das Stottern akzeptieren, denn es ist ein Teil von mir aber ich kann einfach nicht! Ich möchte mich nicht damit abfinden, denn es behindert mein alltägliches Leben und ich habe immer noch Hoffnung, dass es einestages weggehen wird, vorallem da ich ja ein leichter Stotterer bin. Es ist ja nicht so, dass ich noch nichts dagegen unternommen hätte....die Liste ist endlos! Von Logopäden, zu Psychologogen, zu Esoterikern...

Ich möchte gerne wissen was anderen Stottern geholfen hat, irgendwelche Tips, sinvolle Therapien? Und natürlich möchte ich mich mit anderen denen es gleich geht austauschen, denn ich habe noch nie einen anderen Stotterer kennengelernt und ich fühle mich so ziemlich alleine mit meiner Sprachblockade.
Geholfen hat mir nur ein Sinneswandel um 180 Grad, nämlich Akzeptanz und Desensibilisierung. Sich wirklich damit abzufinden, jederzeit bereit zu sein es anderen zu sagen und zu erklären und es als Teil von mir anzunehmen - selbst wenn es schräg klingen mag, wenn man als Dolmetscherin sein Geld mit Sprechen verdient.
Zu Therapien können dir andere mehr sagen, damit habe ich keine Erfahrungen gesammelt, auch wenn ich viel darüber gelesen habe. Wenn, dann würde ich mich für Van Riper entscheiden, aber das wissen andere viel besser als ich.
Wünsch dir einen schönen Tag, vielleicht kannst du ja zu meinem Beitrag deine Gedanken schreiben...
Gruß Petra

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