Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

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PetraS
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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von PetraS » 25. Januar 2014 19:04

Hi Tien,

schön deinen Beitrag hier zu lesen. Schmunzeln musste ich über deine Ananas, weil ich gerade dabei bin, eine zu essen, und eben, als ich sie geschnitten habe, habe ich noch für mich darüber philosophiert, warum ich es immer gehasst :oops: habe, Ananas zu sagen und ob ich die einzige auf der Welt bin, die das Wort so schwierig findet. Sind wir also schon mal zu zweit :D
Für mich waren früher Vokalanlaute am schwierigsten, hat sich heute (ich bin nun schon 50 :shock: )ein wenig verändert, aber grundsätzlich kann ich es gut nachvollziehen. Wenn ich einen Vokalanlaut nicht sagen konnte, dann ging gar nichts, d.h. ich habe auch keine Repetitionen (Wiederholungen) gehabt, sondern es kam einfach nichts. Das fand ich immer am Schlimmsten.

Schön auch, dass du trotz Stottern einen Sprechberuf ausübst und dabei gerne redest, das mache ich nämlich auch als Dolmetscherin. Und lass dich da auch auf keinen Fall verunsichern, denn man kann es schaffen, wenn man überall bereit ist, sich als Stotterer outen zu können. Geht mir jedenfalls so.
Welche Allüren jeder für sich entwickelt hat, um mit dem Stottern klarzukommen, das ist natürlich individuell verschieden. Aber du kannst dir gewiss sein, dass das, was du machst, nichts Ungewöhnliches ist. Da kann sicher jeder hier Geschichten erzählen, die niemand nachvollziehen kann außer er stottert auch.

So, jetzt habe ich nicht nur die Ananas aufgegessen, sondern muss auch mit meiner Arbeit weitermachen. :wink:
Tschüs und schönes Wochenende!

LG Petra

IlianaG
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Re: Suche andere Stotterer zum austauschen

Beitrag von IlianaG » 25. Januar 2014 20:00

Hallo Petra

Vielen Dank für deine Antwort, es hat mich sehr überrascht dass du als Stotterin (auch wenn nur leicht) den Beruf als Dolmetscherin und Übersetzerin ausgwählt hast. Mich würde interessieren wie du darauf gekommen bist und ob das Stottern dir jemals Mühe in diesem Metier bereitet hat. Ich stehe selber vor der Berufswahl, da ich jetzt das Abi in der Tasche habe und habe mir auch schon überlegt in diese Richtung zu gehen. Meine Talente lagen schon immer im Bereich der Sprachen und mir war klar, dass ich in die Richtung gehen möchte. Jedoch möchte ich Lehrerin werden, da mir der Kontakt zu anderen Menschen sehr wichtig ist und weil ich als Schülerin weiss, wie wichtig es ist einen guten Lehrer zu haben weil dieser doch auf eine ganz bestimmte Art deine Zukunft beinflussen kann. Das Stottern beinflusst soweit meine Berufswahl nicht, wenn mein Traumberuf darin besteht jeden Tag vor 100 Leuten eine Presentation zu halten, dann würde ich das auch machen. Natürlich wäre ich trotzdem ängstlich aber ich würde nie zulassen, dass das Stottern mein Leben auf irgendeine Art beinträchtigt. In der Schule habe ich das Stottern geradezu herausgefodert, ich war immer aktiv in Klassendiskussionen involviert. Wenn es etwas zu vorlesen gab, vortragen oder präsentieren, dann war ich die, die sich immer freiwillig gemeldet hat. Ich habe das stottern als mein Feind angesehen und ich wollte stärker sein und es nicht gewinnen lassen. Ich konnte es nicht akzeptieren, weil wie du schon erwähnt hast, strebt der Mensch nach Perfektion. Ich habe immer gedacht: warum ICH?!!!

Akzeptanz und Desensibilisierung, das ist leichter gesagt als getan. Wie kann ich etwas akzeptieren dass ich hasse? Das mir das Leben schwer macht? Ich weiss, dass wenn man etwas negativ sieht, dann räumt man diesem Etwas viel mehr Platz ein als ihm eigentlich zusteht. Ich sollte das Stottern nicht als etwas negatives sehen aber es ist so schwierig das zu ändern.
Eine Zeit lang habe ich das auch wirklich versucht, es zu akzeptieren. Ich hatte genug von den Therapien und all dem drumherum und habe alles abgebrochen. Ich habe mir gesagt: Das Stottern gehört zu dir. Fertig.
Das Problem war einfach es ging trotzdem nicht weg, wahrscheinlich weil ich es nicht zu 100% akzeptieren konnte und dann kamen wieder diese Lichtblicke: wir waren letztes Jahr in Florida mit der mexikanischen Familie von der Seite meiner Mutter, ich habe 3 Wochen lang Deutsch, Spanisch und Englisch geredet und in keinen der drei Sprachen gestottert. Und ich frage mich warum? Klar hatte ich keinen Stress und es war eine lustige Zeit aber das erklärt noch lange nicht warum ich nicht gestottert habe. Vielleicht gibt es also doch einen anderen Weg ohne dass ich es akzeptieren muss? Generell ist das Stottern ein grosses Fragezeichen für mich, es ist ein Problem das man nicht wirklich anpacken kann denn man kennt den Auslöser nicht.

Zurück zum Sinneswandel, ich glaube dir dass dir Akzeptanz geholfen hat. Glauben kann Berge versetzen und wenn ich das stottern als etwas postitives anerkennen würde, dann würde mir das sicherlich auch helfen. Aber wie gesagt, es ist immernoch schwierig für mich.

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Torsten
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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von Torsten » 25. Januar 2014 21:00

Hallo Tien,

willkommen hier im Forum! Du schreibst interessante Dinge über dein Stottern. Frage: Wenn Du Schwierigkeiten mit Wortanfängen hast, bei denen Du ausatmen musst - ist es dann so, dass Du eine Sprechblockade in der Form hast, dass das Ausatmen blockiert ist? Und wenn ja: Wo ist es blockiert - im Bauch (Anspannung des Zwerchfells) oder im Hals (Zusammenpressen der Stimmbänder)? Oder sind die Symptome eher die üblichen Wiederholungen / Dehnungen?

Ich kenne solche Ausatemblockaden aus eigener Erfahrung. Früher, in meiner Kindheit /Jugend, hatte ich auch Probleme mit den Vokalen, Ich habe sie dann -(möglichst unauffällig) angehaucht, also ein "h" davorgesetzt. Das hat einige Zeit geholfen, doch irgendwann bekam ich mit dem "h" Schwierigkeiten: Die Angst hatte sich auf diesen Laut verlagert. Das war insofern ein Fortschritt, als ich nun nicht mehr vor neun Anfangslauten - a, e, i, o, u, ä, ö, ü, y - Angst haben musste, sondern nur noch vor einem einzigen, dem "h". Bei Wortanfängen mit diesem Laut hatte ich Ausatemblockierungen - das Hauchen ging einfach nicht. Unglücklicherweise heiße ich Hesse mit Nachnamen...

Geholfen hat mit dann einfach die entgegengesetzte Methode: Hatte ich vorher statt "Auto" "(H)auto" gesagt, sagte ich nun statt "Hund" "(U)hund". Das heißt, ich habe einen harten Stimmansatz gemacht, getarnt als unauffälliges Hüsteln. Manchmal helfe ich mir noch heute mit dieser Methode - ich hab sie mir halt angewöhnt, und das "h" ist immer noch mein "kritischer Buchstabe". Aber ich habe heute nur noch selten Probleme damit.

Gruß, Torsten
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Tien
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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von Tien » 26. Januar 2014 13:21

Hallo Petra,

schön zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der die Ananas hasst bzw gehasst hat. :)


Hi Torsten,

bei mir ist es eher im Hals blockiert und habe mal das mit dem "h" vorweg probiert und merke, dass es die Blockierung umgeht. Werde es mal bei Gelegenheit in richtigen Gesprächen mal versuchen, aber wird sicherlich erstmal bisschen Übung brauchen bis es natürlich klingt. Aber wie macht ich das beim "T" oder "Y", denn da fällt mir nichts großartiges ein um es zu umgehen.

Sorry, gerade wenig Zeit, daher nur schnell geschrieben. ^^ Aber danke für die Antworten, hat mir schon etwas geholfen mich weiter damit auseinanderzusetzen.

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djub
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Re: Suche andere Stotterer zum austauschen

Beitrag von djub » 26. Januar 2014 13:48

Hallo Iliana,

das Thema Akzeptanz war (und ist) für mich auch ein großes Thema. Ich habe mich ca. 25 Jahre meines Lebens mit Händen und Füßen dagegen gesträubt, mein Stottern anzunehmen. Bis ich begriffen habe, dass ich "Akzeptanz" falsch verstanden habe. Ich bin - wie du offensichtlich auch - ein Mensch, der immer besser und stärker werden will, da passt es nicht, sich mit dem Stottern abzufinden.

Und genau hier lag mein Missverständnis. Seit ich verstanden habe, dass "Akzeptanz" nicht "damit abfinden" heißt, sondern den Status Quo realistisch einzuschätzen und von dieser Basis aus an mir zu arbeiten, hat sich bei mir viel geändert, mehr als durch jede vergangene Therapie. "Heute stottere ich. Und verstecken bringt mir gar nichts. Heute ist es ein Teil von mir. Mal stottere ich gar nicht, mal sehr stark. So bin ich heute. Zumindest ein Teil von mir. Das ist die Basis, von der aus ich an mir arbeite." Statt in Frustrationsstarre und Verleugnung zu verfallen sehe ich das Stottern als wahnsinnig große Motivation, tiefgehend an mir zu arbeiten. Und ich kann förmlich zusehen, wie ich an anderen Menschen in meiner Umgebung vorbeifliege, die eben diese Motivation nicht haben.

Ein guter Vergleich sind für mich immer Sport und Gesundheit. Wie viele Leute leben in einer unfassbaren Selbstverleugnung bzgl. ihrer miserablen Fitness? Wer die Kraft hat, einmal ehrlich in den Spiegel zu schauen und seinen fetten Bauch oder seine schlaffen Arme heute als Arbeitsgrundlage zu akzeptieren - egal wie alt -, um dann auf der Basis einer realistischen Einschätzung des Status Quo richtig loszulegen, der kommt vorwärts. Derjenige, der immer die Augen schließt, wenn er ins Bad geht, bleibt dort, wo er ist.

djub
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Re: Suche andere Stotterer zum austauschen

Beitrag von PetraS » 26. Januar 2014 14:19

Hallo Iliana,
also vorweg erstmal: grundsätzlich scheinen du und ich sehr ähnlich zu ticken, auch wenn ca. 30 Jahre zwischen uns liegen.

Um dir meinen Sinneswandel begreiflich zu machen, musst du erst wissen, wie ich vorher getickt habe. Das geht allerdings auch nicht mit wenigen Sätzen.
Der Begriff Stottern kam im Wortschatz meiner Familie nicht vor, zumindest nicht wenn ich in Hörweite war. Wenn ich vor meinen Eltern klagte, die Kinder hätten schon wieder gesagt, ich würde stottern, redeten sie nur alles schön. Sie sagten, dass ich nur "die Wörter nicht richtig rauskriege", und Stottern wäre es, wenn man k-k-k-klein sagt. Auch der "Sprachheillehrer", der zu mir nach Hause kam, ehe ich eingeschult wurde, sollte mich nur "auf die Schule vorbereiten". Das Ansinnen meines Vaters, mich nach der dritten Klasse für ein Jahr auf eine Sprachheilschule zu schicken, fand ich unerhört, und nach meiner Reaktion hat er es auch nie wieder versucht. Für mich stand nach all diesen Reaktionen immer fest: Stottern ist das allerschlimmste, was die Welt zu bieten hat - und ich will damit nichts zu tun haben.
Nach der Philosophie meiner Mutter hatte ich es ja auch nicht, wenn ich in meinen tonischen Blocks steckte. Nur was war das für ein namenloses Problem, das ich hatte?
Fremdsprachen fand ich von Anfang an faszinierend, auch wenn es in meiner Familie keine lebensweltliche Zweisprachigkeit gab. Spätestens als meine Mutter mich aufklärte, dass englische Kinder nicht erst deutsch lernen müssen, ehe sie englisch können, wollte ich das auch. Als meine Schwester dann Englisch in der Schule bekam, habe ich versucht, viel von ihr abzugucken, und prompt scheiterte ich im Feldversuch (als ich englische Kinder im Schwimmbad ansprechen wollte) schon am ersten "wh..." von ("what is your name?" Kann auch "where are you from?" gewesen sein.) Das weiß ich noch, auch wenn ich damals erst 7 oder 8 war. Aber diese Situationen, die ich als ausweglos und richtig schlimm empfunden habe, habe ich nie vergessen.
Ich konnte und wollte so etwas nicht akzeptieren. Und ich konnte niemanden fragen, mit niemandem darüber reden, weil - man redet ja nicht über so etwas, das nicht sein darf.
Dann hatte ich im 6. Schuljahr einen Klassenlehrer, der meinte, mein Stottern wäre eine schlechte Angewohnheit, die ich mir abgewöhnen sollte. Er nahm kein Blatt vor den Mund, und ich musste jeden Satz wiederholen, in dem ich seiner Meinung nach zuvor gestottert hatte. Ich weiß, dass meine Eltern sich zu der Zeit viel mit ihm auseinandergesetzt haben, aber mehr als mir zu sagen "sag: du kannst nichts dafür" konnte mein Vater mir als Verteidigungsstrategie nicht an die Hand geben.
Von dem Zeitpunkt an begann ich selbst Strategien zu entwickeln, die nur eines zum Ziel hatten: das Stottern irgendwie zu übertünchen, d.h. es nach außen so wirken zu lassen, als wäre es alles andere, nur nicht Stottern. Ich war bereit in Kauf zu nehmen, dass die mich für bekloppt hielten, ich machte einen auf dauercool, obwohl ich innerlich völlig verkrampft war. Nichts half mir wirklich, und ich verstrickte mich ständig in Widersprüche. Denn wenn ich doch wieder darauf angesprochen wurde, und das wurde ich, weil ich offenbar nicht gut genug war, dann konnte ich nicht zugeben: "ich stottere". Das hätte für mich einen Gesichtsverlust bedeutet und mein Selbstwert wäre auf Null gewesen. Ich war der festen Überzeugung, wer stottert ist weniger wert. Und: ich bin es selber Schuld, weil ich es mir ja nicht abgewöhnen konnte.
Wie weit das ging, kannst du aus dem Thread "Antizipation" (ich weiß nicht, wie man sowas hier verlinkt...) entnehmen, wo ich eine Szene aus meinem Französischunterricht geschildert habe.
Mit meinen Eltern die Situationen zu teilen, in denen ich glaubte, die Welt geht unter, kam überhaupt nicht in Frage. Ich habe eher alles daran gesetzt, dass sie nichts von den Peinlichkeiten mitbekommen. Als wir zum Beispiel im Urlaub einmal eine Tagestour nach Frankreich machten, forderte mein Vater mich mehrfach auf, nun doch mal zu fragen, wie man nach (keine Ahnung wo) komme. Aber wie sollte ich fragen und mich dabei in die Nesseln setzen, solange er dabei war? Da ließ ich doch lieber all die Vorwürfe über mich ergehen, wieso ich denn nun schon 3 Jahre Französisch hatte und noch nicht mal nach dem Weg fragen konnte...
Und während ich in dieser Spirale steckte (mit 16), verliebte ich mich - meine erste große Liebe, ein Typ, den ich schon länger angehimmelt hatte. Vor lauter Selbstbeobachtung hatte ich in den wenigen Momenten, die ich ihn bis dato kannte, gar nichts bemerkt. Und dann war es ausgerechnet mein Vater, der offenbar zwischenzeitlich mal mit ihm gesprochen hatte, der mir sagte: "er hat einen kleinen Sprachfehler..." (bei uns wurde immer alles verniedlicht :? ) "er stottert".
Ich habe genauso reagiert, wie ich für mich in die Verteidigung gegangen wäre, aber mein Vater blieb ruhig und sagte einfach "doch!"
Dies war der erste Moment, in dem ich meine bisherige Einstellung in Frage gestellt habe, der zweite und entscheidende kam, als ich ihn auf sein Stottern ansprach. Ich hatte eine ganze Zeitlang beobachtet, wie locker er damit umging, wie gut er damit klar kam, obwohl es absolut nicht zu überhören war.
Ich kannte bis zu dem Zeitpunkt auch mehrere Stotterer, aber zu denen hatte ich keinerlei emotionale Affinität. Bei ihm war es etwas anderes, und um das Thema ansprechen zu können, tat ich etwas Revolutionäres: ich outete mich als Stotterer.
Es waren wenige entscheidende Sätze, die mein Gerüst aus Widersprüchen wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen ließen. Ich sagte: "Du stotterst doch!" (Ein Satz, den man mir x-mal entgegen geschleudert hatte, und der für mich das Allerschlimmste war.) Er sagte. "Ja klar." (Für mich schon mal merkwürdig, dass man so etwas zugeben konnte.) "Stört dich das gar nicht?" Er: "Nö." Ich: "Und in der Schule?" Er: "Da kann ich gar nichts sagen." Und dann fügte er einen Satz hinzu, der mich endgültig zum Nachdenken brachte. "Es ist die Wahrheit. Und die Wahrheit darf man niemals verstecken."
Ups! Ein kleiner Philosoph.

Es mag mir aus heutiger Sicht wie eine Momentaufnahme erscheinen, aber es war ein längerer Prozess, der sich in mir abspielte. In jedem Fall folgte ganz schnell die Erkenntnis: "Der entlarvt sich mit jedem Satz, den er sagt, und du machst dir ins Hemd wegen dem bisschen Stottern". (Übrigens auch eine fatale Einstellung, wie ich Jahre später erkannt habe.)
In jedem Falle erlebte ich ihn über ein Jahr mit und konnte feststellen, dass er trotz und mit seinem Stottern überall beliebt, geachtet und keinesfalls weniger wert war. Und er diskutierte und redete rege überall mit und versteckte sich nicht. Niemals.
Zu dieser Zeit fasste ich einen Beschluss: Ich werde mich nie wieder über das Stottern ärgern oder irgendwie von ihm aus dem Konzept bringen lassen. Es ist wohl oder übel da und damit basta. Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich mich outen muss. Aber das kann ich. Jederzeit. Ich kann mit diesem Image leben, dass ich stottere. Dieser Beschluss gilt bis heute.
Es war die Zeit, als ich in die Oberstufe wechselte. Mein neuer Französischlehrer wurde sofort von mir aufgeklärt, dass wenn ich mal nicht so flüssig vorlesen konnte - vor allem beim IL - es an meinem Stottern liegen würde. Es wurde alles soooo viel einfacher!
Dadurch, dass ich keine Angst mehr hatte hängenzubleiben, weil ich es ja erklären konnte, passierte es mir mit der Zeit auch viel seltener. Vor allem diese Momente, in denen ich nicht allein aus einem Block herauskam, gingen fast auf Null zurück. Mit allem anderen konnte ich gut leben.
Und als ich dann ins Studium ging, hatte ich das bereits beschriebene Gefühl: die Welt gehört mir.
Meine Liebe zu Sprachen stand auch in der Zeit nie in direkter Verbindung zu meinem Stottern. Ich hatte nur in der Zeit, da ich noch meine früherer Einstellung hatte, des öfteren gedacht, Sprachbegabung und Stottern sind Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Ich hatte gedacht: "nun bin ich schon so sprachbegabt, wenn da nur nicht dieses Ding wäre!" Und dann ärgerte ich mich, über dieses Ding überhaupt nachgedacht zu haben, weil ich mir dachte, wenn ich über sowas nachdenke, dann rufe ich diese Gespenster doch nur herbei!
Und nach meinem Sinneswandel stand für mich fest: ich habe das Problem mit dem Stottern zu meiner Zufriedenheit gelöst, jetzt steht mir sprachlich nichts mehr im Wege.
Dass ich orientalische Sprachen bevorzugt habe, war vielleicht Zufall, aber es war keine schlechte Wahl, denn es gibt kaum dankbarere Menschen als Menschen aus dem Orient, wenn man ihre Sprache spricht. Feedbacks wie: "du kannst ja besser Türkisch als ich!" oder "Wie schön dein Kurdisch doch ist!" waren Dinge, die runtergingen wie Öl. Und dass ich ab und zu auch noch stotterte, war mir dann egal. Meistens merkten es die anderen nicht eimal.
(Im Gegensatz dazu habe ich mal beobachtet, wie ein junger Student kurdischer Herkunft, der ein gestochenes, akzentfreies Deutsch sprach, von einem deutschen Professor gefragt wurde: "Woher können Sie denn so gut Deutsch? Sie sprechen ja FAST akzentfrei!" In meinen Augen sprach er besser als der Professor, der nämlich leidlich Hochdeutsch sprach!)
Dass das Stottern nicht einfach weggehen würde, dass es immer irgendwie da sein würde, wusste ich spätestens, seitdem ich mit 20 mal bei einem Phoniater (aus einem völlig anderen Grund) war. Irgendwie muss ich was Typisches an mir gehabt haben, obwohl ich dort ganz sicher nicht gestottert habe, denn er äußerte mir gegenüber, er hätte gleich bei meinem Erscheinen gewusst, dass ich ein Stotterproblem hätte.
Leider habe ich mich zu der damaligen Zeit nicht wirklich mit meinen Gefühlen auseinandergesetzt, sondern war selbst der Überzeugung, dass ich ein Korinthenkacker gewesen sei, weil ich mich so sehr für das bisschen Stottern geschämt hatte. Ich hätte vielleicht einen guten Therapeuten gebraucht, der mich darüber aufklärt, dass auch ein "bisschen Stottern" Stottern ist und einen ganz schön belasten kann. Aber ich habe mir dieses Recht nicht zuerkannt. Nicht, weil ich ja mitbekommen hatte, wie leicht mein erster Freund die Sache genommen hatte. Dazu kommt, dass ich allein mich für meine frühere Einstellung verantwortlich gemacht habe. Dass es die verdammte Tabuisierung war, die vielleicht Trend in unserer Zeit, aber in unserer Familie noch extremer war, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst.
Also blieb das Stottern etwas, von dem nur ich etwas wusste, und auch die Reaktionen, die ich in der Zeit geerntet hatte, als ich es zuvorkommend den Lehrern und Mitschülern gesagt hatte, nämlich dass sie es für unbedeutend oder nichtig abtaten, zeigten mir nur, dass ich mir einen Kopf machte für nichts und wieder nichts. Sie stellten es gar in Abrede, dass da überhaupt etwas wäre - also kam ich zu dem Schluss, dass ich wohl doch nur Gespenster sah. Ich wollte es irgendwann begraben, vergessen. Und wenn ich es bemerkte, zum Beispiel wenn sich kleine Sprechhindernisse einschlichen, dann saß ich es aus, überspielte es wieder - wohl wissend, dass es sich um mein Stottern handelte. Dass ich oft Begriffe nicht richtig sagen konnte, zum Beispiel das Wort "Standard..." was im Titel meiner Magisterarbeit vorkam, schob ich irgendwie nicht aufs Stottern - es ärgerte mich nur einfach.
Mit den Jahren stellte ich fest, dass ich mich so gut durchschlagen konnte. Und dass ich dann Dolmetscherin geworden bin, war auch eher Zufall. Ob es direkt oder indirekt damit zusammenhing, dass ich mir schon als Kind nicht vorstellen konnte, in einem Gerichtssaal überhaupt etwas zu sagen, weiß ich nicht. In jedem Falle war mir klar, dass ich alles erreichen wollte, was ich früher für unmöglich gehalten hatte. Zumindest ausprobieren wollte ich es.
IlianaG hat geschrieben: Vielen Dank für deine Antwort, es hat mich sehr überrascht dass du als Stotterin (auch wenn nur leicht) den Beruf als Dolmetscherin und Übersetzerin ausgwählt hast. Mich würde interessieren wie du darauf gekommen bist und ob das Stottern dir jemals Mühe in diesem Metier bereitet hat.
Darauf gekommen bin ich gar nicht, ich hatte ein Schlüsselerlebnis: Ich habe im Studium kurdischen Frauen Alphabetisierungskurse (übrigens auch ein Wort, was mir immer schwer fiel zu artikulieren) gegeben und wurde für sie die Universalansprechpartnerin. So bat mich eine der Frauen, sie zum Gericht, zur Asylverhandlung zu begleiten. Dort verstand ich im Gegensatz zu den anderen Beteiligten alles, was gesprochen wurde. Und der dortige Dolmetscher, ein Juwelier, der leidlich deutsch sprach, gab wahrlich nicht alles wieder, was die Frau sagte. Sein Deutsch war einfach grottig. Da fasste ich den Beschluss: das kann ich besser - selbst wenn ich mal stottern sollte.
Der Rest war einfach. Ich legte für Türkisch eine Prüfung vor der IHK ab, und da ich in den Jahren das Stottern wirklich aus meinen Gedanken ausgeblendet hatte und nur daran dachte, wenn ich es mal fühlte - und das kam damals echt selten vor - hatte ich auch keine Angst vor der mündlichen Prüfung. Und das, wo ich alles andere als ein Prüfungsmensch bin (ich bin zweimal durch die Führerscheinprüfung gefallen :( :( )
Für Kurdisch gab es seinerzeit keine staatliche Prüfung, aber ich hatte ja das Iranistikstudium und die Erfahrung mit den kurdischen Frauen, also wurde ich so zugelassen beim OLG (Oberlandesgericht - auch so ein Wort, was ich nie richtig sagen kann, ist mir aber erst diese Woche aufgefallen, weil ich da hinmusste)
Kleine Repetitionen und Sprechhindernisse habe ich beim Dolmetschen immer mal gefühlt, aber sie haben mich und die Kommunikation nie wirklich behindert. Nur ein einziges Mal in meiner über 20-jährigen Karriere habe ich mich vor Gericht in einer sch-Schleife aufgehängt, aus der ich irgendwie nicht mehr rauskam. Hat mich aber auch nicht runtergezogen, weil ich im Notfalle dem Richter hätte sagen können: "Finde doch mal jemanden, der's besser kann!" Ich wusste, den gab es nicht, weil es sich um yezidische Kurden aus Armenien handelte - eine Spezies für sich.
IlianaG hat geschrieben: Akzeptanz und Desensibilisierung, das ist leichter gesagt als getan. Wie kann ich etwas akzeptieren dass ich hasse? Das mir das Leben schwer macht? Ich weiss, dass wenn man etwas negativ sieht, dann räumt man diesem Etwas viel mehr Platz ein als ihm eigentlich zusteht. Ich sollte das Stottern nicht als etwas negatives sehen aber es ist so schwierig das zu ändern.
Wie wärs mit Waffenruhe? Du musst es ja nicht lieben, du solltest es aber hinnehmen. Mir hat das am meisten geholfen. Es ist eigentlich eine Image-Frage. Bin ich bereit mit dem Image zu leben, dass ich stottere? Ich war irgendwann dazu bereit. Heute fordere ich das Recht, stottern zu dürfen, trotzig ein.

Meine wirkliche Auseinandersetzung, in der ich meine eigenen Gefühle ernst genommen habe, hat eigentlich auch erst begonnen, als ich bereits Kinder hatte, und als ich durch einen Fernsehbeitrag plötzlich all die alten Erinnerungen wieder präsent hatte. Ich bin dadurch auch in eine Identitätskrise gekommen und weiß, dass ich seit dieser Auseinandersetzung auch wieder öfter stottere.
Als Sprachwissenschaftlerin setze ich mich erstmalig mit den phonetischen und artikulatorischen Aspekten des Stotterns auseinander und ich muss zugeben, dass ich es sehr spannend finde, darüber zu philosophieren. Hauptsache, es zieht mich nicht mehr runter.
Das aber verdanke ich meinem fortgeschrittenen Alter. Man hat ja sonst keine Probleme...
LG Petra

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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von Torsten » 27. Januar 2014 08:58

Hi Tien,

das Anhauchen der Vokale ist ein Trick, mit dem man sich mal helfen kann. Ich wollte es aber nicht als allgemeine Methode empfehlen, sondern habe meine Erfahrungen damit geschildert, weil ich es aufschlussreich finde, dass sich die Angst vor bestimmten Anfangslauten auf andere Laute verlagern kann. Das lehrt etwas über das Wesen derartiger Ängste.

Was mir seit ca. drei Jahren hilft, weitgehend stotterfrei zu sprechen, ist das Hören auf meine Sprache, während ich rede. Siehe dazu den Thread "Elf Empfehlingen". Eine zwölfte Empfehlung füge ich hinzu, damit das Dutzend voll ist:
  • Achte beim Einatmen vor dem Sprechbeginn und während des Sprechens auf das Ende der Einatemphase! Nimm diesen Moment bewusst wahr -, schalte sozusagen innerlich auf Ausatmen um - und sprich erst dann!
Man kann auch nach dem Einatmen erst eine kleine Menge Luft ausatmen und dann, in diesen Ausatemstrom hinein, zu sprechen beginnen.

Gruß, Torsten
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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von PetraS » 27. Januar 2014 16:48

Hi Tien noch mal!
Tien hat geschrieben: schön zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der die Ananas hasst bzw gehasst hat. :)
Stopp!! Ich LIEBE Ananas, das betrifft aber nur den Umstand, sie zu essen. Ich liebe Ananas-Eis genauso wie frische Ananas, am besten schmecken Ananasscheiben vom Grill (Geheimtipp :) )
Wovon ich sprach war nur das Wort Ananas, und zwar wenn es darum geht, es zu SAGEN.
Ich habe heute kaum noch Probleme mit Vokalanlauten, aber wenn sich mehrere Silben mit demselben Anlaut in einem Wort befinden, noch dazu Unbetonte, dann wirkt sich das auf den Wortanlaut aus, das habe ich mal im Sinnieren, woran es liegt, herausgefunden. Also: Apfel oder Artischocke wäre kein Problem, wohl aber Ananas (auch schon mal Arbeitsblatt oder Arbeitsplatz)
Auf die Idee mit der "H"-Prothese bin ich nie gekommen, wenn ich einen Vokalanlaut nicht sagen konnte. Wenn die Glottis sich gesperrt hat, dann war Ende. Ich hatte es wohl öfter versucht oder vorgehabt, Wörter mit Vokalanlaut innerhalb eines Satzes mit dem vorausgehenden Wort zu verbinden (wie im Französischen), aber geklappt hat es nicht wirklich immer. Deshalb hatte ich auch immer einen Höllenrespekt (um nicht zu sagen Angst) vor Vokalanlauten.
Bin froh, dass das vorbei ist. Aber ein Patentrezept habe ich auch nicht dafür.

LG Petra

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Re: Vorstellung, Geschichte und Erkenntnis

Beitrag von T_homas » 1. Februar 2014 00:59

Zum Bund wollte ich,wollte alle Führerscheine machen.Dann kam die Stotterphase zurück und ich wurde Zivi.
Auf die Frage beim Seminar für Zivis warum ich verweigert habe:Ich hatte langes wallendes Haar,das hätte ich ja opfern müssen. :D
Alle anderen gaben moralische,politische Gründe an,klar,stand für mich auch im Fokus. §prost
„Das Leben ist wie ein Fluss! Mal schnell, mal langsam, mal klar, mal dreckig, mal niedrig, mal hoch, immer in Bewegung und jeden Moment anders!“ Quelle: -asiatische Weisheit-

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Hallo, wir sind neu hier..!

Beitrag von sonnenschein28 » 2. Februar 2014 10:57

Mein Freund und ich haben uns heute hier angemeldet und möchten und gerne vorstellen. Unsere Tochter ist 3,5 Jahre. Seit ihrem 2. Geburtstag fielen uns Sprechunflüssigkeiten auf. Daraus wurde aus unserer Sicht ein Stottern. Mit etwa 2 Jahren und 9 Monaten war es nach unserem Umzug derart heftig, dass sie es selbst bemerkte und so hilflos war, dass sie an diesem Tag einfach aufhörte zu reden. Sie schien so traurig zu sein, dass sie die Worte nicht rausbrachte. Die Stotterphasen gingen dann wieder vorbei und kamen wieder, mal weniger mal mehr. Mit 3 Jahren gingen wir zur Logopädin. Wir erwischten allerdings auch eine gute Phase, ihr Stottern war in den letzten 3 der 4 Sitzungen kaum wahrzunehmen und es kam eine fast stotterfreie Zeit. Die Logopädin meinte, es sei ok so. Es sei entwicklungsbedingt (sie hatte Paukenröhrchen gesetzt bekommen mit 1,75 Jahren und war öfter im KH und hat einen enormen Sprachschatz aufgebaut, sie sei recht weit für ihr Alter). Ab und an stotterte sie dann wieder, aber es war nicht so schlimm. Nun wird sie im Juli 4 und seit etwa 3 Wochen ist es wieder heftiger geworden. Auch im Kindergarten wurden wir wieder darauf angesprochen.

Nun fragen wir uns, ob wir erneut zur Logopädin gehen sollten oder ob man einfach abwarten soll.

Was habt Ihr Erfahrungen gemacht bei Kindern unter 4 Jahren. Gibt es dazu Empfehlungen?

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Jaspis
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Re: Hallo, wir sind neu hier..!

Beitrag von Jaspis » 4. Februar 2014 13:35

Hallo Sonnenschein,
in dem Unterforum Fachberatung gibt es einige Antworten auf ähnliche Anfragen wie Deine. Vielleicht helfen die schon mal weiter, bis sich hier jemand zu Wort meldet.

Auch gibt es seit einigen Monaten ein spezielles Netzwerk für Eltern stotternder Kinder: http://eltern.bvss.de/
Das ist für Euch sicher auch sehr interessant.
Gruß, Jaspis

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Re: Hallo, wir sind neu hier..!

Beitrag von sonnenschein28 » 4. Februar 2014 21:34

Hallo Jaspis,

danke für deine Antwort! Ok, dann schauen wir mal in dem Unterforum nach, das Du genannt hast. Meinst Du, wir sollten unsere Fragen dort lieber noch mal posten oder kann jemand unseren Beitrag dorthin verschieben?

Dir noch einen schönen Abend!

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Re: Hallo, wir sind neu hier..!

Beitrag von Jaspis » 5. Februar 2014 10:31

Hallo Sonnenschein,
die Fachberatung ist ein eigener Bereich in diesem Forum, dort antworten die professionellen Beraterinnen der BVSS, alle anderen Bereiche sind privat.
Also, am besten dort nochmal reinstellen. Oder sogar anrufen bei der Fachberatung, sie haben Sprechzeiten.
Gruß, Jaspis

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Re: Hallo, wir sind neu hier..!

Beitrag von paul.dest » 11. Februar 2014 21:50

Hallo Sonnenschein,

Kinder, die mit 2 zu stottern anfangen, sind in ihrer Sprachentwicklung den Gleichaltrigen meistens überlegen. Deine Beschreibung ist für ganz kleine Stotterer sehr typisch, siehe auch: Stottern bis zum Alter von 3 Jahren und Stottern bis zum Alter von 4 Jahren.
sonnenschein28 hat geschrieben:Es sei entwicklungsbedingt...
Auf diese "Diagnose" darfst Du gar nichts geben. Ob ein Stottern "entwicklungsbedingt" ist oder nicht, lässt sich immer erst im Nachhinein beurteilen: wenn es vergeht - bei etwa 90% der betroffenen Kinder - , nennt man es im Rückblick "entwicklungsbedingt". Im voraus kann jedoch heute noch kein Mediziner feststellen, ob es vergehen wird oder nicht. Deswegen ist auch die Diagnose eines bestehenden Stotterns als "entwicklungsbedingt" einfach nur Augenwischerei: Stottern ist Stottern, bei den meisten der kleinen Stotterer vergeht's von allein, bei manchen aber nicht; mehr kann man leider nicht sagen.

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Der vollständige Inhalt dieses Beitrages ist ab jetzt nur noch unter http://www.stottern-verstehen.de verfügbar.
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Beitrag von Minou100 » 17. Juni 2014 16:05

Hallo liebe Mitglieder,
ich habe mich hier heute angemeldet, um Menschen kennen zu lernen, die auch stottern.
Ich heiße Susanne, 28 Jahre alt und stottere seit meiner Kindheit.
Ich besuche in regelmäßigen Abständen eine Logopädin in Konstanz.
Ich würde mich über zahlreiche Zuschriften freuen.
Wohne am schönen Bodensee in Radolfzell.
Interessen: Priorität hat bei mir zur Zeit: Wie lerne ich bloß mal einen netten Mann kennen?
Liebe Grüße Susanne

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