Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Erfahrungen, Alltagserlebnisse, Beruf, Freundschaft, Vorstellungen der Forumsteilnehmer...
turnschuh
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Hallo

Beitrag von turnschuh » 12. Juli 2015 12:38

Hallo zusammen, ich habe mich vor ein paar Wochen hier im Forum angemeldet. Mit grossem Interesse lese ich Eure Beiträge. Kurz zu mir und meiner Motivation mich hier anzumelden, ich stottere selbst seit früher Kindheit, komme mit meiner Behinderung insgesamt gut zurecht.
Als Kind war ich nur sehr kurz bei einem Logopäden - ich hatte bis zuletzt gar nicht gedacht, dass es vor 30 Jahren schon Logopäden gab. Erst ein Gespräch mit meiner Mutter vor kurzem hat ergeben, dass ich wohl als etwa 8 Jähriger kurz bei verschiedenen Logopäden war. Da mir die Herren aber allesamt sehr unsympathisch waren, hatte ich offenbar die Behandlung abgelehnt...

Hier im Forum habe ich mich angemeldet, weil mein kleiner Sohn ebenfalls stottert. Er kommt jetzt im Sommer in die Schule und ich bin mal gespannt, wie es wird. Er geht seit rund 1,5 jahren zu einer netten Logopädin, was ihm sehr hilft, finde ich. Vielleicht weniger direkt das Stottern zu beheben, als den Umgang damit - die Logopädin arbeitet übrigens mit dem Pseudo Stottern. Ausserdem hat er eine Ansprechpartnerin ausserhalb der Familie mit der er sich über sein Stottern auseinandersetzen kann.

Insofern kommt mein Interesse an einem Austausch hier im Forum also hauptsächlich durch meinen Sohn. Ich kann zwar meine eigenen Erfahrungen hier einbringen, wobei ich aber anmerken muss, dass ich mich nie so tief schürfend mit meinem eigenen Stottern beschäftigt habe.

Für mich selber war wichtig, soviel Selbstvertrauen zu entwickeln, um mit meiner Behinderung umgehen zu können und mich nicht selbst zu stören. Vielleicht weil ich ganz gut Fussball spielen konnte, hatte ich allerdings auch nie mit grosser Ablehnung oder Ausgrenzung zu kämpfen. Ich war eigentlich immer gut akzeptiert und bin auf andere zugegangen - eher bin ich selber jemand, der Kontakte nicht besonders sorgsam pflegt.
Ein anderer Punkt ist meine Atmung - beim Sport habe ich grob zusammengefasst lernen müssen (weil ich da viel zu hektisch ein und ausgeatmet habe) meine Atmung zu steuern und habe festgestellt, dass mir das beim Reden auch viel hilft.

Mit meinem Sohn bemühe ich mich, beispielsweise beim Einkaufen oder in der U-Bahn viel zu sprechen wenn andere Menschen um uns herum sind. Wir ernten natürlich neugierige Blicke, aber ich möchte meinem Sohn vermitteln, dass das völlig normal ist.

p.s. wie ihr vielleicht festgestellt habt, sehe ich Stottern als Behinderung. Das vereinfacht mir selber die Sichtweise, weil ich vermute, dass ein Rollstuhlfahrer auch nicht jeden Tag mit sich hadert.

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Heiko Bräuer
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Re: Ein herzliches Hallo!

Beitrag von Heiko Bräuer » 12. Juli 2015 16:55

Max84 hat geschrieben:[...]

@Heiko

Vielen Dank für dein Lob. Man "muss" ja irgendwie mit dem Stottern klarkommen. Ich bin Gott sei Dank nicht der Typ, der sich zu sehr versteckt, aber der tägliche Kampf macht auch sehr mürbe. Meine Eltern hatten einen Betrieb, den ich übernommen habe. Bedenken habe ich jeden Tag, gerade vor unangenehmen Gesprächssituationen und speziell am Telefon.
Das kann ich wiederrum auch verstehen, somal du ja bestimmt auch Personalverantwortung hast.
Hast du da immer mit neuen Kunden zu tun?
Und wissen deine Mitarbeiter, dass du Stotterer bist?

Gruß Heiko

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von PetraS » 13. Juli 2015 15:50

Hallo Turnschuh,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Freut mich, dass es dir Spaß macht, hier zu lesen.
Deine Situation ist für deinen Sohn sicher eine großartige Chance, mit seinem eigenen Stottern besser klar zu kommen und nicht zu resignieren.
Freue mich, mehr von euch zu hören.
Gruß
Petra

abc
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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von abc » 16. Juli 2015 15:45

Hallo, liebe Forumsmitglieder,

ich lese hier schon seit ca. 6 Monaten interessiert mit - meist eher sporadisch, wegen mangelnder Zeit. Doch seitdem geht mir einiges durch den Kopf, was ich euch ("Betroffenen") gern immer wider mitteilen wollte.

Ich bin 36, bin sehr glücklich verheiratet und habe zwei Kinder (3 und 4 Jahre), die (Gott sei dank!) nicht stottern. Laut Kinderärztin sinkt die Wahrscheinlichkeit mit jedem vergehenden Jahr. Ich selbst dagegen stotterte wahrscheinlich schon beim ersten Babyschrei während meiner Geburt, da feste genetische Veranlagung besteht. Mein Vater stottert, meine Oma (Vaters Mutter) hat gestottert, meine Schwester stottert ebenfalls. Allerdings erfuhr ich erst mit ca. 12 Jahren (von meiner Mutter), dass mein Vater stottert. Denn er hat, nehme ich an, die richtige Technik für sich etnwickelt, mit der er bis heute ganz gut fährt. Als Kind habe ich seine (meist kurze) Sprechpausen als "rhetorische Ausdrucksmittel" interpretiert. Später dann wusste ich natürlich, dass diese mit seinem Stottern zusammenhängen. Ich muss außerdem hinzufügen, dass mein Vater intelligent, beruflich erfolreich und dadurch sehr selbstbewusst ist. Aber auch in schwierigen Zeiten (Krankheit und Tod meiner Mutter) sind mir keine stark (wenn überhaupt) ausgeprägten "Stotterphasen" aufgefallen.
Meine Schwester dagegen stottert heute noch sehr stark. Sie hat ihr Leben nicht richtig auf die Reihe bekommen und leidet dadurch unter ihrem mangelnden Selbstwertgefühl. - Dies sind natürlich meine subjektiven Laien-"Diagnosen".

Ich habe die übliche Stotterer-Kindheit hinter mir - mit Hänseln, Angst und Scham vor mündlichen Antworten/Meldungen... na ja, ihr wisst schon...
Doch ich hatte im Allgemeinen gute Leistungen/Noten. Manche Lehrer benoteten nur meine Leistungen, bei anderen beeinflusste mein Stottern manchmal auch die Note - hatte ich jedenfalls das Gefühl. Doch im Großen und Ganzen kam ich gut zurecht vor allem, weil ich eine langjährige (seit KG) Kindheitsfreundin hatte und mich in jeder Hinsicht auf sie verlassen konnte. Auch das Familienumfeld war intakt, unbeachtet der Tatsache, dass meine Mutter an Brustkrebs starb, als ich 13 war. Nach dem Abitur entschloß ich mich zu einem Fremdsprachen-Studium, weil ich Dolmetscherin werden wollte (schönen Gruß an Petra!). Anfangs traute ich mich überhaupt nicht, bis mich mein Vater mental "aufgebaut" hat. Er glaubte wahrscheinlich, dass ich (wie er selbst) irgendwann meine Sprachtechnik entwickeln werde, die mir helfen würde, stotterfrei zu sprechen. Und in der Tat, als ich in der Uni war, wusste niemand, dass ich stottere (ich studierte Englisch und Deutsch; das war in der ehem. Sowjetunion). Ich stotterte auch nicht, als ich auf Russisch sprach - doch nur in der Uni. Sobald ich wieder zu Hause war, war ich wieder "die Alte". Die Freundin, die ich oben erwähnt hatte, studierte mit und erlebte mich in fast jeder Lebens- und Stottersituation. Ihre Mutter hat mich einmal (nachdem ich beim Sprechen mit ihr mal wieder stark gestottert hatte) gefragt: "Sag mal, wie sprichst du denn überhaupt, wenn du in der Uni sprechen musst?" Mir war die Situation, wie immer, sehr peinlich. Doch meine Freundin konterte sofort:"Mutter, lass sie doch in Ruhe! In der Uni stottert sie nicht." Auch eine Dozentin, hat mich einmal unter vier Augen direkt gefragt, ob ich stottere. Ich bejahte die Frage, und fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes "überführt". Aus ihrem Mund klang es so als würde sie sagen: "Du stotterst und studierst das Fach: Übersetzen und Dolmetschen??????"

Dazu muss ich noch sagen, dass ich (dank meiner Oma) gläubig war/bin und die ganze Zeit gebetet hatte, vom Stottern "befreit" zu werden. Wahrscheinlich war es die Macht des eigenen Willens und der Autosuggestion (oder Gottes!? Aber dafür gibt es ja andere Foren :wink: )

Nach 3 Semestern ging ich nach Deutschland als Au-Pair. Ich war 19. Ich glaube, meine Familie wusste nicht wirklich, dass ich stottere. Die kleinen "Irritationen" führten sie wahrscheinlich auf die Tatsache zurück, dass Deutsch nicht meine Muttersprache war. Mittlerweile ist Deutsch meine Muttersprache (so sehe/fühle ich jedenfalls) und ich spreche akzentfrei (nur leider nicht stotterfei :wink:).

Bis heute ist das Stottern natürlich da - mal stärker, mal schwächer, zeit-und phasenweise. Und ich übe einen Sprechberuf aus - ich unterrichte Deutsch für Migranten an der VHS. Für mich ist die Erklärung, warum ich während der Arbeit nicht stottere, eindeutig - ich muss langsam und deutlich sprechen. Und beim Lesen stottere ich seit ich erwachsen bin sowieso nicht mehr. Während ich mit meinen Kolleginnen spreche, fällt sofort auf, dass ich stottere. Ich denke dabei sofort daran, dass diese sich bestimmt fragen müssen: "Die stottert ja. Wie kann sie überhaupt unterrichten?" Obwohl alle sehr nett sind. Auch beim ersten Gespräch mir meiner Chefin (kein richtiges Vorstellungsgespräch, aber etwas Ähnliches...) Nach meinem Rumgestottere sagte ich ihr (voller Schuldgefühle und damit sie keinesfalls denkt, ich bin ungeeignet für diesen Job): "Während des Unterrichts stottere ich nicht." Dann kam die erlösende und Mut machende antwort von ihr:"Ah, machen Sie sich keine Gedanken. Mein Freund stottert auch. Sie werden das schon machen..." Seitdem weiß ich, dass ich meinen Kollegen keinesfalls beweisen muss, dass ich auch stotterfrei sprechen kann. Meine Chefin habe ich sozusagen als Rückendeckung und dafür bin ich ihr und dem Zufall sehr dankbar.

Doch der letzte Tropfen, der mich zum Schreiben hier motiviert hat, ist ein Schüler (ein Schwarzafrikaner aus Guinea), der auch stottert. Ich unterrichte für Anfägner (Niveau A1). Und stellt euch mal vor, mir - augerechnet mir! - ist erst in der dritten Stunde aufgefallen, dass er stottert. Er ist 19 und geht mit der Situation recht selbstbewusst und "konfrontationsbereit" um. Eigentlich könnte ich mir ein Scheibchen von ihm abschneiden... Er meldet sich fast immer, zu jeder Frage, jeder Aufforderung. Und dabei stottert er manchmal sehr stark. Ich hatte in meinem Leben viele Situationen, in denen ich ähnlich stark stotterte bzw. immer noch stottere. Doch mir ist danach soooooo peinlich, dass ich mich psychisch manchmal mehrere Tage danach erholen muss. Ich ertappe mich manchmal daran, dass ich ihn nicht immer gern zu Wort kommen lasse und weiß natürlich, dass es unfair ist, zumal er sehr intelligent ist und im Kurs bestens mitkommt. Ich bin sogar schon soweit gegangen, dass ich, als dieser Schüler krank war, die restlichen Teilnehmer darum bat, ausnahmsweise etwas lauter zu sein, während er spricht. Und das funktioniert - er stottert weniger und ich fühle mich auch wohler dabei. Doch ich habe das Gefühl, dass diesen Schüler diese (für mich höchstpeinliche und schamvolle Situationen) völlig kalt lassen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er in seinen 19 Lebensjahren schon Dinge erlebt hat, die wir uns kaum vorstellen können (er hat mir seine grauenvolle Lebensgeschichte erzählt). Da ist das Stottern und alles, was dazugehört nicht mehr von großer Bedeutung.

Und noch ein letzter Punkt, den ich hier ansprechen wollte. Als mein Mann und ich uns kennenlernten (2009) und bis ca. vor 2 Jahren stotterte ich in seiner Gegenwart kaum. Beim Sprechen mit ihm sowieso nicht (auch heute) und beim Sprechen mit anderen Menschen in seiner Gegenwart auch nicht. Doch seit ca. 2 Jahren (nach den Geburten unserer Kinder und vielen Lebensveränderungen, die aber positiv waren) fällt mein Stottern immer deutlicher auf und beschäftigt/stört mich. Ich versuche, mir vorzustellen, dass alle Menschen, mit denen ich sprechen muß, meine Schüler sind. Manchmal klappt es, doch meistens nicht, zumal ich mir irgendwie blöd dabei vorkomme. Denn alle wissen, dass ich sonst anders spreche. Und ich merke auch, dass es eine enorme geistige Anstrengung ist, mehrere Sätze lang "wie zu meinen Schülern" zu sprechen, ohne gleichzeitig den semantischen Faden zu verlieren, weil bei jeder Schwankung der "Umstellungsebene" ich wieder ins Stottern komme.

Doch der eigentliche Punkt ist: ich stelle fest, dass ich mich unheimlich schäme, mit meinem Mann über mein Stottern zu sprechen. An sonsten habe ich seit einigen Jahren keine großen Hemmungen, darüber zu sprechen, AUSSER mit meinem Mann. Und er ist nicht blöd und weiß natürlich, dass ich stottere. Er bekommt es fast täglich mit, wenn er mich mit anderen Leuten sprechen hört. Und ich habe überhaupt kein Bedürfnis, mit ihm darüber zu sprechen. Ich habe nur schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass er "eine Katze im Sack" geheitatet hat. Denn damals hatte ich nicht so stark gestottert, wie in den letzten zwei Jahren. Ich fühle mich fast als hätte ich ihn auf irgendeine Art und Weise betrogen. Und er tut mir sogar deswegen leid, weil er ein feiner Mensch ist und so etwas nicht verdient hat. Dies sind Hirgespinste, die mich beschäftigen, obwohl ich zugleich weiß, dass das alles völliger Unsinn ist.

Ich hatte übrigens vor 12 Jahren eine oder zwei Therapie-Stunden bei einer Logopädin in Köln wahrgenommen, doch dann zog ich mich zurück. Sie hat mir jedenfalls immer wieder gesagt, dass ich mein "Stottern zulassen sollte" und gab mir einen Text zu diesem Thema. Kann gut sein, dass ich zu wenig Mut oder einfach keine Lust hatte, weil ich nicht wirklich an Erfolg glaubte.

Ich könnte noch sooo viel schreiben, doch die Mutterpflichten rufen...

Herzlichen Dank für das Lesen und im Voraus für Eure Kommentare!

Liebe Grüße,
Viktoria

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von PetraS » 16. Juli 2015 16:00

Hallo Viktoria,
vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und herzlich Willkommen hier im Forum.
abc hat geschrieben:...weil ich Dolmetscherin werden wollte (schönen Gruß an Petra!)
Danke für den Gruß! Ich glaube, zwischen uns gibt es vieles zu besprechen. Bist du auch in Köln?
abc hat geschrieben:Herzlichen Dank für das Lesen und im Voraus für Eure Kommentare!
Für's Erste ist dies mein Kommentar, da ich in der Türkei in einer Strandbar sitze!

Liebe Grüße,
Petra

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von paul.dest » 16. Juli 2015 21:37

Hallo Viktoria,

...
abc hat geschrieben:Als mein Mann und ich uns kennenlernten (2009) und bis ca. vor 2 Jahren stotterte ich in seiner Gegenwart kaum...
Das kenne ich. Manche Menschen lernt man in Lebensphasen kennen, wo man sehr wenig stottert, so dass ihnen erst Jahre bewusst wird, dass man Stotterer ist. Manche Menschen sieht man unregelmäßig und sie erwischen einen immer in stotter-unauffälligen Phasen: eine Tante sagte zu mir verwundert, als ich schon etwa 14 war: "Paul, Du stotterst ja?!" - Ich noch mehr verwundert: "Ja, natürlich. Schon immer. Fällt das Ihnen erst jetzt auf?" ...
abc hat geschrieben:Er bekommt es fast täglich mit, wenn er mich mit anderen Leuten sprechen hört. Und ich habe überhaupt kein Bedürfnis, mit ihm darüber zu sprechen. Ich habe nur schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass er "eine Katze im Sack" geheitatet hat. Denn damals hatte ich nicht so stark gestottert, wie in den letzten zwei Jahren. Ich fühle mich fast als hätte ich ihn auf irgendeine Art und Weise betrogen. Und er tut mir sogar deswegen leid, weil er ein feiner Mensch ist und so etwas nicht verdient hat. Dies sind Hirgespinste, die mich beschäftigen, obwohl ich zugleich weiß, dass das alles völliger Unsinn ist.
Das ist kein Unsinn. Kein Bißchen. Es ist nur äußerst fair von Dir, einem anderen Menschen nichts zumuten zu wollen, worauf er anfangs nicht eingestellt war und womit er nicht rechnen konnte. Auf der anderen Seite machst Du Dir vielleicht viel mehr Sorgen als notwendig. Wenn ich Deine Ausführungen richtig verstehe, ist die Frage, die Dich quält: "Hätte er mich auch geheiratet, wenn er schon damals gewusst hätte, dass ich so stottere wie jetzt?" - Aber eigentlich kommt es auf diese Frage nicht wirklich an. Denn seit dem sind schon mehrere Jahre vergangen und ich denke, dass sowohl Du Deinen Mann als auch Dein Mann Dich mittlerweile aufgrund anderer Qualitäten schätzt und liebt als es ursprünglich der Fall war: die Prioritäten verschieben sich. Die aktuell relevante Frage ist daher eher: "Wird seine Wertschätzung zu Dir, seine Liebe zu Dir, seine Beziehung zu Dir von Deinem aktuellen Stottern beeinflusst? Und wenn ja: auf welche Art und Weise?"

...

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Zuletzt geändert von paul.dest am 5. Dezember 2016 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von esche » 17. Juli 2015 00:16

Hallo zusammen,
nachdem ich nun schon einige Jahre immer wieder mal hier mitlese und ich mich schon oft durch eure Berichte informieren konnte, möchte ich mich jetzt auch mal hier kurz vorstellen. Außerdem ist hier grad so schön viel los und ich freu mich auf einen Austausch mit euch.

Ich stottere nur sehr leicht und werde von meinem Umfeld nicht als stotternd wahrgenommen. Genauer gesagt, ist es mir erst seit einigen Jahren selbst klar geworden. Ich hatte immer wieder mal Phasen im Leben, in denen das Sprechen mir Probleme bereitet hat bzw. mir immer noch bereitet. z.B. in der 5. Klasse konnte ich aus damals unerklärlichen Gründen vor der Klasse nicht mehr flüssig lesen und sprechen. Ich habe es mir so erklärt, dass ich einfach viel nervöser und gestresster bin als in der Grundschule - war ich auch. Aber andere können dann trotzdem normal reden... Und dann so mit 20 beim Telefonieren in der Arbeit oder beim Bäcker/Metzger.... Aber ich konnte meine Schwierigkeiten nie zuordnen. Es hat sich wohl weniger so angehört, was man so im Allgemeinen unter Stottern versteht - also auffällige Wiederholungen von Silben oder Lauten. Mein Großvater stotterte übrigens ebenfalls. Das ist mir nie aufgefallen, allerdings ists mir spätestens seit "Kings Speech" endgültig klar geworden. Die Wörter waren auch immer so rausgepresst.

Naja, und vor etwa 10 Jahren (bin jetzt um die 40) hat mich dann das dieses Thema magisch angezogen bis mir irgendwann gedämmert ist, dass ich stottere. Das war einerseits eine riesige Erleichterung weil das ganz viel erklärt hat, andererseits beschäftigt es mich seitdem noch mehr. Ich habe mir anscheinend völlig unbewusst angeeignet zu vermeiden. Durch kurze Pausen oder Umstellungen - das passiert völlig automatisch. Inzwischen versuche ich, dies abzustellen und weiterzusprechen, wenn eine Stotterstelle sich anbahnt. Leider klappt das bis jetzt noch gar nicht, aber seit dem Entschluss, offener damit umzugehen, fühle ich mich wohler. Dazu muss ich noch sagen, dass meine Tochter (8) leider seit nem knappen Jahr auch angefangen hat zu stottern (sie ist inzwischen bei einer Logopädin) und dies der eigentliche Auslöser ist, mich zu überwinden und zu versuchen, mit diesem Thema besser klarzukommen. Mir gehts da interessanterweise so wie dir, Viktoria (bin beruhigt, dass es mehreren so geht):
abc hat geschrieben:Doch der eigentliche Punkt ist: ich stelle fest, dass ich mich unheimlich schäme, mit meinem Mann über mein Stottern zu sprechen. An sonsten habe ich seit einigen Jahren keine großen Hemmungen, darüber zu sprechen, AUSSER mit meinem Mann. ... Und ich habe überhaupt kein Bedürfnis, mit ihm darüber zu sprechen.
Ich verstehs auch nicht, aber ich werde es vermutlich dabei belassen. Ich habe hier keine Bedenken bezüglich der Wertschätzung sondern eher, dass ich mich kompliziert erklären muss und es dann doch nicht wirklich verstanden wird. Ich glaube, das haben bis jetzt die wenigsten, mit denen ich darüber gesprochen habe (ich tu mich ja selber noch schwer damit)...

So, das wars fürs erste von mir,
LG esche

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von Ernst-Martin » 17. Juli 2015 03:13

Liebe Esche,
natürlich will jeder beim anderen Geschlecht einen guten Eindruck machen - daher die Hemmungen, mit ihm über Einschränkungen zu sprechen.
Sie verlieren sich jedoch mit der Zeit ....
(ich bin 73 Jahre alt).

Alles Gute weiterhin
Ernst-Martin,
der Lechgeist
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... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von abc » 17. Juli 2015 11:10

Hallo, Paul und alle anderen Leser,

Danke für Eure Kommentare, insbesondere Pauls ausfürlichem Kommentar!

Ja, Paul, wir haben in der Tat einige gemeinsame Lebenserfahrungen. Doch als ich vor ca. 5 Monaten Dein Video auf you-tube gesehen und gehört habe, war ich mir ziemlich sicher, dass Du aus Süddeutschland kommst und einen entsprechenden Akzent hast - eben das "r" und die insgesamt etwas weichere Aussprache. Manche (sehr wenige) Leute, die ein sehr feines Gehör haben, tippen bei mir auf Österreich. Und einmal (das war vor 4 Jahren beim Bäcker in Aachen) sagte eine Frau zu mir, nachdem ich sie wegen Vordrängelns "angemotzt" hatte: "Aaaah!!! Sie kommen ja auch aus dem Würtembergischen!!!" Ich wollte ihr die sichtlich große Freude nicht nehmen, eine Landsfrau aus ihrer Hemat getroffen zu haben, und habe mich nicht geoutet, nur gelächelt - was sie wahrscheinlich als Bestätigung für ihre Annahme auffasste. Aber ganz im Ernst, ich habe mich (zum Vorwurf einiger weniger Leute) assimiliert, und das sehr gern. Doch ich stehe auf jeden Fall dazu, dass ich früher eine andere Heimat hatte und mich heute nun mal gern als Deutsche fühle. Meine einzige Verbindung zu "damals" ist mein Vater. An sonsten würden mich keine 100 Pferde dorthin zurückziehen.

Und nun zurück zum Stottern. Ein TN hier hat so etwas Ähnliches geschrieben wie: "Ich habe mit meinem Stottern Frieden geschlossen". Ich glaube, in diesen Prozess gleite ich zur Zeit hinein. Ich würde es fast Resignation nennen. Doch für mich ist das eine positive Resignation. Ich will mir selbst einfach nichts mehr vormachen. Ich war eine Stotterin, ich bin es, und ich werde es immer bleiben - es gibt keine Heilung. Ich bin erwachsen und pragmatisch genug geworden, das zu akzeptieren. Ich werde meine stotterfreien Phasen genießen und durch die schweren Phasen muss ich halt durch. Das ist bis jetzt meine Erkenntnis. Wobei mich gerade der Beitrag von "Esche" ziemlich beunruhigt hat. Denn er/sie hat geschrieben, dass seine Tochter 8 ist und vermutlich zu stottern anfängt. Das hat mich gerade ziemlich "runtergezogen". Den unser "Stotterer-Schicksal" wünsche ich niemandem, und meinen Kindern erst recht nicht. Vielleicht übertreibe ich (denn ich werfe meinem Vater nicht wirklich vor, mich auf diese Welt gesetzt zu haben), aber ich würde mir selbst im Fall der Fälle ganz sicher vorwerfen, beim Kinderwunsch eine verantwortungslose Entscheidung getroffen zu haben. Mir bleibt nun nichts anderes übrig, als abzuwarten in der Hoffnung, dass nichts passiert. Obwohl wenn meine Tochter manchmal mit den Worten anfängt: "Aber... aber...aber...", schlagen alle meine Nervenzellen Alarm, dass... Ihr wisst schon...

Lieber Paul, ich spüre/merke, dass meinen Mann (er heißt übrigens auch Paul) mein Stottern überhaupt nicht stört. Und gerade oder u.a. deswegen habe ich schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Und ich habe das Gefühl (oder erlebe es tagtäglich so), dass er mich noch nie so geliebt hat, wie jetzt. Aber dieses Thema möchte ich hier nicht weiter ausführen. Für meinen Mann ist also mein Stottern nicht das Problem. Doch wenn meinen Kindern das Gleiche passiert, wie Esches Tochter... spätestens dann werde ich mit meinem Mann darüber reden müssen. Und dann würde ich mich tatsächlich fragen (Gruß an Paul :wink: ), ob er mich damals geheiratet hätte, wenn er sich über alle "Konsequenzen" bewusst wäre???

Und noch ein letzter, vielleicht etwas anmaßender und arroganter, aber überaus Trost spendender Gedanke oder Beobachtung. Alle Stotterer, denen ich in meinem Leben begegnet bin (meine Schwester leider ausgenommen) waren überdurchschnittlich oder sogar hochintelligent. Diese Erkenntnis bestätigt sich, wenn ich Eure Beiträge hier lese. Ich als Laie erkläre mir dieses Phänomen wie folgt: Unser Gehirn wird durch so viel Intelligenz einfach überlastet, also büßt das Sprachvermögen eben dafür ein. Also - wir sind was Besonderes! - Ganz schön arrogant, ich weiß :wink:

In diesem Sinne liebe Grüße und ich werde mich hier wahrscheinlich erst Anfang August wieder melden können,

Viktoria

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von PetraS » 17. Juli 2015 16:23

Liebe Esche,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und wünsche vor allem, dass das Stottern bei deiner kleinen Tochter wieder - dank der Logopädie oder auch so - verschwindet.
Ansonsten bist du hier im Forum mit all deinen Sorgen sehr gut aufgehoben und - glaub mir - auch wenn du nur ein bisschen stotterst, hier gibt es keine Stotterer erster oder zweiter Klasse. Es geht schließlich um gemeinsame Erfahrungen.
Liebe Grüße (noch) aus der Türkei
Petra

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"positive Resignation"

Beitrag von paul.dest » 17. Juli 2015 21:12

Hallo Viktoria,
abc hat geschrieben:Ein TN hier hat so etwas Ähnliches geschrieben wie: "Ich habe mit meinem Stottern Frieden geschlossen". Ich glaube, in diesen Prozess gleite ich zur Zeit hinein. Ich würde es fast Resignation nennen. Doch für mich ist das eine positive Resignation. Ich will mir selbst einfach nichts mehr vormachen. Ich war eine Stotterin, ich bin es, und ich werde es immer bleiben - es gibt keine Heilung. Ich bin erwachsen und pragmatisch genug geworden, das zu akzeptieren. Ich werde meine stotterfreien Phasen genießen und durch die schweren Phasen muss ich halt durch. Das ist bis jetzt meine Erkenntnis.
§dup Finde ich gut. Ich für meinen Teil sehe das noch etwas anders: es macht wenig Sinn, pauschal von Stottern zu reden. Denn ein Stottern mit 10 hartnäckigen Sprechhindernissen pro 100 Sprechsilben ist eine ganz andere Art von Einschränkung als ein Stottern mit einem einzigen flüchtigen, dem Zuhörer nicht mal auffälligen Sprechhindernis pro 100 Sprechsilben.

Meine positive Resignation besteht also lediglich darin, mich zu der Menschengruppe zu zählen, der die Erfahrung eines Sprechhindernisses nicht unbekannt ist, also zu den Stotternden. Damit geht nicht notwendigerweise eine Kommunikationseinschränkung einher. Der Grad der Kommunikationseinschränkung schwankt: von beinahe stotterfreien Phasen zu den verdammten Phasen, wo man am liebsten aufs Sprechen ganz verzichten möchte, weil es so anstrengend und mühsam ist. Ich versuche, den Anteil der stotterfreieren Phasen mit vertretbarem Aufwand möglichst groß zu halten: ist einfach die bessere Lebensqualität.

...

Für repräsentativere Aussagen siehe auch Mythen über Stottern: wann beginnt das Stottern?
abc hat geschrieben:Und noch ein letzter, vielleicht etwas anmaßender und arroganter, aber überaus Trost spendender Gedanke oder Beobachtung. Alle Stotterer, denen ich in meinem Leben begegnet bin (meine Schwester leider ausgenommen) waren überdurchschnittlich oder sogar hochintelligent. Diese Erkenntnis bestätigt sich, wenn ich Eure Beiträge hier lese. Ich als Laie erkläre mir dieses Phänomen wie folgt: Unser Gehirn wird durch so viel Intelligenz einfach überlastet, also büßt das Sprachvermögen eben dafür ein. Also - wir sind was Besonderes! - Ganz schön arrogant, ich weiß :wink:
Nun, wir haben tatsächlich genügend Vertreter, die in der Top-Liga der Intellektuellen spielen bzw. gespielt haben - etwa Alan Turing oder Erasmus Darwin. Auch in meinem persönlichen Umkreis kenne ich genügend überdurchschnittlich intelligente Stotterer. Leider aber auch einige Stotterer, die so dumm wie das dümmste Brot sind. Will sagen: statistisch ist Intelligenz unter Stotternden mehr oder weniger auf die gleiche Weise verteilt wie unter Nichtstotternden.
Aber ich kann mit dieser Art Deiner Arroganz gut leben. :wink:

...

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Der vollständige Inhalt dieses Beitrages ist ab jetzt nur noch unter http://www.stottern-verstehen.de verfügbar.
Zuletzt geändert von paul.dest am 5. Dezember 2016 17:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "positive Resignation"

Beitrag von Heiko Bräuer » 17. Juli 2015 22:47

paul.dest hat geschrieben:[...]
§dup Finde ich gut. Ich für meinen Teil sehe das noch etwas anders: es macht wenig Sinn, pauschal von Stottern zu reden. Denn ein Stottern mit 10 hartnäckigen Sprechhindernissen pro 100 Sprechsilben ist eine ganz andere Art von Einschränkung als ein Stottern mit einem einzigen flüchtigen, dem Zuhörer nicht mal auffälligen Sprechhindernis pro 100 Sprechsilben.

[...]
Viele Grüße,
Paul
Hallo,
ich möchte ungern eine neue Diskussion hier in diesem Thread anfangen, nur lässt mich dein Satz paul, gerade etwas aufhorchen.
Wenn ich von mir behaupten könnte, dass ich ca. in 100 Sprechsilben nur 1 auffälliges Sprechhindernis habe, würde dies bedeuten, dass man dies pauschal nicht als pauschales Stottern bezeichnen würde? Als was dann?

Gruß Heiko

PS: Wir können dieses Thema auch gern in einem neuen Thread oder den von mir erstellten Bin ich wirklich ein Stotterer? weiter ausführen?!

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Re: "positive Resignation"

Beitrag von PetraS » 18. Juli 2015 11:26

Hallo Heiko,
hab die ganze Sache mal ein bisschen umgebaut, um zu antworten...
Ich bin zwar nicht Paul, den du ansprichst, aber du brauchst nur zu lesen, was dieser schreibt: (Unterstreichung durch mich)
Heiko Bräuer hat geschrieben: Ich möchte ungern eine neue Diskussion hier in diesem Thread anfangen, nur lässt mich dein Satz paul, gerade etwas aufhorchen.
paul.dest hat geschrieben:[...]
§dup Finde ich gut. Ich für meinen Teil sehe das noch etwas anders: es macht wenig Sinn, pauschal von Stottern zu reden. Denn ein Stottern mit 10 hartnäckigen Sprechhindernissen pro 100 Sprechsilben ist eine ganz andere Art von Einschränkung als ein Stottern mit einem einzigen flüchtigen, dem Zuhörer nicht mal auffälligen Sprechhindernis pro 100 Sprechsilben.
Heiko Bräuer hat geschrieben:Wenn ich von mir behaupten könnte, dass ich ca. in 100 Sprechsilben nur 1 auffälliges Sprechhindernis habe, würde dies bedeuten, dass man dies pauschal nicht als pauschales Stottern bezeichnen würde? Als was dann?
Es ist nur eine ganz andere Art von Einschränkung. Stottern ist beides. Das eine leicht, das andere schwerer.
Gruß
Petra

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Re: Vorstellung und Begrüßung neuer Forumsteilnehmer

Beitrag von Heiko Bräuer » 18. Juli 2015 20:01

Hallo Petra,
Danke für deine Ausführung. Diese habe ich auch im gesamten so verstanden,wie du und andere auch.
Nur dies mit dem
paul.dest hat geschrieben: [...]es macht wenig Sinn, pauschal von Stottern zu reden.[...]
,
ist mir bei Pauls Ausführungen nicht ganz eindeutig wie ich dies interpretieren soll? Vielleicht kann Paul dies bitte nochmal für mich und vielleicht auch andere ausführlicher schreiben,was er damit sagen will.
Bzw. Vielleicht versteh ich das Wort pauschal auch zu allgemein oder zu negativ?

Gruß Heiko
Zuletzt geändert von Heiko Bräuer am 18. Juli 2015 22:21, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat richtig gestellt

paul.dest
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Re: "pauschal"

Beitrag von paul.dest » 18. Juli 2015 22:02

Heiko,
  1. Wenn Du jemanden zitierst, dann mache das bitte auch richtig.
    Schon das Verschieben, Wegnehmen oder Hinzufügen von Kommata macht ein vermeintliches Zitat zu einem Unzitat.
    • Wenn Du nicht weißt, was ein Wort bedeutet, so kannst Du es jederzeit in einem Bedeutungswörterbuch nachschlagen.
      Für die deutsche Sprache zum Beispiel bei Duden. Für das Wort "pauschal" hier: http://www.duden.de/rechtschreibung/pauschal
      • Nachdem Du nun hoffentlich weißt, was das Wort "pauschal" bedeutet, lies Dir bitte Deine eigene Frage nochmal durch:
        Heiko Bräuer hat geschrieben:Wenn ich von mir behaupten könnte, dass ich ca. in 100 Sprechsilben nur 1 auffälliges Sprechhindernis habe, würde dies bedeuten, dass man dies pauschal nicht als pauschales Stottern bezeichnen würde?
        Wenn Du mir nun erklären kannst,
        1. was ein "pauschales Stottern" ist, und
        2. was es bedeutet, etwas "pauschal nicht als pauschales Sottern" zu bezeichnen,
        dann bin ich - sofern Deine Frage einen Sinn ergeben sollte - imstande, sie zu beantworten.
      Viele Grüße,
      Paul
      http://stottern-verstehen.de

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