Frage aus einem fernen Land...

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PetraS
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Frage aus einem fernen Land...

Beitrag von PetraS » 23. Mai 2016 16:25

Hallo Leute,
ich bin bei meinen Recherchen auf eine Facebook-Gruppe stotternder Menschen in der Türkei gestoßen, die einen unglaublichen Nachholbedarf an Wissen haben. Ich engagiere mich dort und versuche, meine Kenntnisse auf der Basis gesicherter Informationen an die Leute weiterzugeben. Bei manchen Fragen stoße ich jedoch auch an meine Grenzen und möchte daher die Frage mit euch teilen.

Ihr müsst wissen, dass in der Türkei immer noch landesweit die Devise gilt, Stottern sei eine Angewohnheit und ein rein psychisches Problem. Damit werden bei Betroffenen Hoffnungen geweckt, durch ein paar gezielte Übungen gänzlich geheilt zu werden, und wer nach einer solchen Therapie einen Rückfall erleidet, ist selber Schuld.
Der Wissensstand bei uns und in den USA bleibt insoweit verschlossen, als auch Akademiker meistens nur sehr wenig englisch sprechen und die entsprechende Literatur nicht ins Türkische übersetzt wurde.

Da wir bei uns im Forum immer noch nicht die Möglichkeit haben, eine bilinguale Debatte zu führen, bringe ich hier die Frage eines jungen Mannes ein in der Hoffnung, möglichst fundierte Antworten zu bekommen.
PetraS, ich möchte mal was fragen. Ich glaube, dass Sie darüber informiert sind.
Wenn wir das Stottern mal nicht unter dem Gesichtspunkt psychischer Faktoren, sondern davon ausgehend nehmen, dass irgend etwas nicht normal funktioniert oder nicht richtig aktiv ist, was kann dann der Grund dafür sein? Und was muss verbessert/korrigiert werden? Zunge ... Atmung... Lippen.. usw.?
OLCAY ÖZKAN
Hier im Original:
Petra S. Bir şey soracağım. Bilginiz vardır diye düşündüm.
Kekelemeyi psikolojik faktörlerin ışığında değil de , bir şeylerin anormal çalışmasından veya tam aktif olamaması doğrultusunda ele alırsak buna ne sebep olabilir. Ve neyin düzeltilmesi lazım? Dil ... nefes... dudak.. vs.?
OLCAY ÖZKAN
Freue mich auf eure Antworten!
Gruß
Petra

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Torsten
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Re: Frage aus einem fernen Land...

Beitrag von Torsten » 24. Mai 2016 14:53

Hallo Petra,

die Frage, die der Mann stellt, ist genau die, die noch niemand seriös beantworten kann. Es gibt ein Unmenge Befunde darüber, was im Stotterer-Gehirn unnormal ist (strukturell) und unnormal läuft (funktionell) - aber vieles davon könnten auch Folgen oder Begleiterscheinungen des Stotterns sein. Und es gibt verschiedene aussichtsreiche Theorien über die Ursachen - aber bis jetzt ist nicht klar, welche die richtige Theorie ist. Und deshalb gibt es auch sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was verändert oder verbessert werden muss. Soll man sich bemühen, das Stprechen willentlich zu kpntrollieren (um z.B. Symptome zu modifizieren) - oder sollte man genau das nicht tun? Sollte man auf die auditive Rückmekdung achten - oder sollte man genau das nicht tun? Über diese Fragen gibt es nach wie vor entgegengesetzte Meinungen. Und solange die Ursache des Stotterns nicht verstanden ist, wird der Streit über die richtige Therapie anhalten - es sei denn, jemand findet zufällig die Wunderpille.

Gruß, Torsten
www.stottertheorie.de

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PetraS
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Re: Frage aus einem fernen Land...

Beitrag von PetraS » 24. Mai 2016 21:09

Danke! :D
Schon übersetzt und abgeschickt!
Petra

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Re: Frage aus einem fernen Land...

Beitrag von Heiko Bräuer » 24. Mai 2016 21:50

Hallo Ihr 2,

Irgendwie schon eine tiefgreifende Frage, wo es auch meiner Ansicht nach keine klare Antworten geben kann. Denn solange wir die Ursache nicht kennen, können wir nur die Symptome behandeln.
Ich für meinen Teil habe mich schon vor paar Jahren dazu entschieden nicht mehr aktiv an meinen Stottern bzw. Den Symptomen zu arbeiten und das Stottern als eine Besonderheit an mir zu sehen, welche für mich auch in den seltensten Fällen negativ Belastet ist.
Ich beschäftige mich auch nicht intensiv mit der Ursachenforschung und dies aus dem Grund, da es meiner Meinung nach mit großer Wahrscheinlichkeit dann, auch dann keine Heilung gibt, selbst wenn man die Ursache zweifelsfrei findet.
Zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass meine positive und z.T. Ignorierende Einstellung zu meinem Stottern für mich die beste "Therapie" ist und auch ohne viel Motivation oder Übung funktioniert... Aber es ist wahrscheinlich auch nicht möglich diese Einstellung jedem Stotterer zu empfehlen bzw. Nicht jeder gibt sich damit zufrieden oder kann damit glücklich sein oder leben...

Gruß Heiko

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