Hallo Zusammen

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Bärifatius
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Hallo Zusammen

Beitrag von Bärifatius » 4. Februar 2017 20:06

Hallo zusammen,
Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen.
Ich bin weiblich 29Jahre alt und stottere seid meiner Kindheit mehr oder weniger Stark...
Nach einer Logopädischen Therapie ist mein Sprechen um einiges flüssiger geworden, so sehr das ich Erzieherin wurde (und immer noch bin ;) ).
Seid einem Jahr ist es aber so das ich immer mehr ins Stottern komme und mich dies sehr belastet. Gestern war ich beim Augenarzt und war nicht in der Lage diese doofen Buchstaben laut abzulesen (dies wurde nach 15min. abgebrochen).
Ich liebe meinen Beruf und im Umgang mit den Kindern läuft auch alles Recht gut.... Wenn da nur die Eltern und Kollegen nicht wären.
Ich komme aus Duisburg.
Vielleicht findet hat ja jemand Lust auf einen Erfahrungsaustausch.
Viele Grüße

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Torsten
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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Torsten » 4. Februar 2017 21:06

Hallo Bärifatius,
willkommen im Forum! :)

Du schreibst, dass du beim Augenarzt die Buchstaben nicht herausbekommen hast. Das ist sehr seltsam. Ich kenne die Situation gut, weil ich selbst seit meiner Kindheit kurzsichtig bin und oft Buchstaben oder Zahlen ablesen musste. Ich konnte sie oft nicht sehen, aber die, die ich gesehen habe, konnte ich immer problemlos sagen.

Es ist eigentlich so, dass Stottern typischerweise beim gebundenen Sprechen auftritt. Schon einzelne Wörter, isoliert gesprochen, werden eher selten gestottert, außer sie sind besonders „angstbesetzt“ – wenn sie etwa mit einem gefürchteten Laut beginnen, oder wenn man den eigenen Namen schon häufig gestottert hat und deshalb vor dem Aussprechen Angst hat.

Dass jemand einzelne Laute gestottert hat, habe ich noch nie gehört. Bist du bei dem Augenarzt sehr aufgeregt gewesen?
www.stottertheorie.de

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Bärifatius » 4. Februar 2017 21:13

Hallo Thorsten,
Nein war ich eigentlich nicht.
Aber sobald ich den Druck habe etwas genau jetzt in diesem Moment sagen zu müssen (und wenn dann auch noch vorgegeben ist was) dann geht gar nichts mehr...
Naja zum Glück ist mein Mann Optiker und wir konnten es dann bei Ihm im Geschäft heute in Ruhe wieder holen.... Aber eine dauerlösung ist das ja nicht nicht...

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Torsten
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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Torsten » 4. Februar 2017 22:22

Bärifatius hat geschrieben:...sobald ich den Druck habe etwas genau jetzt in diesem Moment sagen zu müssen ... geht gar nichts mehr...
Du bräuchtest dann eigentlich eine Technik oder Verhaltensregel genau für solche Situationen. Hast du schon mal versucht, in so einem Moment ein wenig auszuatmen und dann, ohne noch mal zu stoppen, in diesen Atemstrom hinein zu sprechen? Bei Vokalen setzt man dann automatisch weich an (ein wenig angehaucht), und Konsonanten sollten ganz normal kommen.

Es ist keine Erfindung von mir, sondern ein Element der Regulated Breathing Therapy. Man kann auch (zur Beruhigung) erst mal kräftig ausatmen, dann normal (nicht übertrieben tief) einatmen, dann wieder ein wenig ausatmen und mit dem Luftstrom zu sprechen beginnen. Es ist aber wichtig, dass man das vorher im stillen Kämmerlein einübt, damit es klappt, wenn's drauf ankommt.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass dir bestimme Sätze helfen, die du dir in so einer Stress-Sprechsituation innerlich sagen kannst. Sieh dir mal die Leitsätze von Roland Pauli an!
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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Bärifatius » 5. Februar 2017 08:59

Danke für die Tipps!
Ich werde jetzt auch wieder einen Therapieversuch starten... Im März bin ich bei dem Infotag der Bonner Stottertherapie.
Gibt es da bezüglich der Warteliste irgendwelche Erfahrungen?

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von T_homas » 5. Februar 2017 12:08

In Bonn waren es noch vor 5-6 J. 1 1/2 J. Wartezeit.

(Editiert durch Moderation)
Zuletzt geändert von PetraS am 5. Februar 2017 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag editiert wegen off-topic
„Das Leben ist wie ein Fluss! Mal schnell, mal langsam, mal klar, mal dreckig, mal niedrig, mal hoch, immer in Bewegung und jeden Moment anders!“ Quelle: -asiatische Weisheit-

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von PetraS » 5. Februar 2017 17:42

Hallo Bärifatius,
Willkommen im Forum.

Ich denke, den Infotag in Bonn zu besuchen, ist eine gute Idee. Ich kenne mehrere Stotternde in unserer Kölner Gruppe, die die Bonner Stottertherapie absolviert haben und es als einen Meilenstein in ihrer Biographie erlebt haben.

Was Wartezeiten angeht, fragst du am besten dort.
Gruß
Petra
Zuletzt geändert von Moderation am 18. April 2017 10:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Anpassung durch Moderation

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Bärifatius » 6. Februar 2017 10:37

Danke für eure Antworten!

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Zypresse » 30. April 2017 21:47

war der Augenarzt Dir unsympathisch, vielleicht im Stress,waren bei dir stark unterdrückte Gefühle?In meinem Beruf als Krankengymnastin war gutes und flüssiges Sprechen bei mir von diesen Dingen abhängig.Alles Gute wünscht Dir Zypresse. :D :D

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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Bärifatius » 7. Mai 2017 12:51

Hallo Zypresse,
Da ich an einer heftigen Ärztephobie leide war mir die Ärztin tatsächlich sehr unsympathisch :roll:

Eberhard
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Re: Hallo Zusammen

Beitrag von Eberhard » 9. Mai 2017 21:26

Das ist die typische Stottersituation: Du hast eine Ärztephobie und ignorierst sie, weil der Arztbesuch ja schließlich sein muss. Und weil du deine Ärztephobie zu verdrängen vesuchst, kannst du nicht richtig sprechen. So funktioniert Stottern immer: Wir ignorieren und verdrängen in einer Situation unsere Emotionen und die darauf beruhenden Gedanken. Wir blockieren das, was wir zum Sprechen brauchen, und dann behindern eben diese verdrängten Emotionen und Gedanken das Sprechen.

Du könntest so darüber denken: Ich muss wegen meiner Fehlsichtigkeit mal zum Arzt. Eigentlich gehe ich ungern zum Arzt. Warum, weiß ich nicht genau. Ich muss mal darüber nachdenken, aber jetzt finde ich es nicht so schnell heraus. Also mach ich es halt trotz meines Unwillens. Es ist schließlich vernünftig. – Damit hättest du dein Gefühl akzeptiert und nur eine Vernuftentscheidung darüber gesetzt.

Unvernünftig ist es auf jeden Fall, seine Gefühle (eine Ärztphobie ist ja auch nur ein Gefühl) zu ignorieren, dann rächen sie sich nämlich.

Verstehst du was ich meine? Wir sind so mit ängstlichen und ärgerlichen Gedanken um das Stottern beschäftigt, dass wir versäumen, uns intensiv mit dem auseinander zu setzen, was das Leben eigentlich ausmacht. Kein Wunder, dass dann nur noch Stottern übrig bleibt.

Das gilt auch für deine Beziehung zu Kollegen und Eltern. Was macht diese Beziehung schwierig? Welches Gefühl habe ich dabei und welche Gedanken bauen sich in mir auf diesen Gefühlen auf? Wie kann ich mich darauf einstellen?

Der Weg weg vom Stottern ist der Weg zurück ins Leben.
Nichts ist wirkmächtiger als das Selbstbild, mit dem einer durch die Welt läuft. Noch dazu, wenn er es für seine wahre Natur hält.

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