Traumberuf Logopädin, Erfahrungen?

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Nina 1999
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Traumberuf Logopädin, Erfahrungen?

Beitrag von Nina 1999 » 21. Mai 2017 15:02

Hallo liebe Mitglieder,

ich spiele seit einiger Zeit mit dem Gedanken, nach meiner abgeschlossenen jetzigen Ausbildung, mich beruflich neu zu orientieren und eine Ausbildung als Logopädin zu beginnen.

Nach eingehener Recherche im Internet gibt es einige Hürden zu überwinden, bevor man überhaupt an einer Berufsfachschule beginnen kann. Z.B.
  • Die Auswahl einer Schule in der (nähren) Umgebung
  • Soll es eine staatliche oder private Ausbildungsstätte sein?
  • Das monatlich recht hohe Schulgeld von ca. 500 Euro
  • Die drei-jährige Ausbildung wird nicht vergütet bzw. muss man die Kosten aus Eigenkapital bezahlen
  • Die Schülerzahl ist begrenzt und die Auswahl erfolgt nach strengen Kriterien
  • Es kann sein, dass man nach der Ausbildung in eine andere Stadt ziehen muss, um eine Arbeit zu bekommen
  • Uvm...
Hat jemand Erfahrungen mit dieser rein schulischen Ausbildung gesammelt und kann mir davon berichten? Im Herbst werde ich eventuell ein Praktikum machen, um Einblicke in den Beruf zu erhalten. Ich bin selbst (wegen Balbuties) in Behandlung und lerne immer nur die "schönen Seiten" (als Patient) kennen...

Ich freue mich über Antworten.

Gruß

Nina 1999
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In der ersten wird es lächerlich gemacht.
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Re: Traumberuf Logopädin, Erfahrungen?

Beitrag von PetraS » 23. Mai 2017 14:37

Hallo Nina,
ich persönlich finde es toll, wenn Leute mit eigener Erfahrung sich für den Logopädenberuf entscheiden.

Vielleicht kannst du ja mal bei der Fachberatung der BV anrufen. Wenn du Glück hast, berät dich Martina Wiesmann, sie ist Stotterin UND Logopädin und wird dich somit sicher auch dabei gut beraten können.

Generell solltest du nicht vergessen, dass Stottern nur einen geringen Teil der Logopäden-Ausbildung ausmacht. Logopäden lernen in der Ausbildung nicht nur die Behandlung von Sprech- und Sprachstörungen, sondern auch von Stimm- und Schluckstörungen.
Es geht dabei von Vorschulkindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen, Aussprachestörungen etc. bis hin zu Schlaganfallpatienten, die an Aphasie leiden.

Die Logopädenausbildung ist dabei eine schulische, keine akademische. Spannender finde ich persönlich die Ausbildung an der Uni im Fachbereich Sprachheilpädagogik, aber der NC liegt meines Wissens extrem hoch.

Du kannst aber auch, wenn du die Logopädenausbildung machst, später noch z.B. an der Uni Aachen im Fachbereich Lehr- und Forschungslogopädie eine akademische Ausbildung nachholen, dann kannst du z.B. Lehrlogopädin werden und selber Logopäden ausbilden.

Aber all das ist natürlich Zukunftsmusik.
Wie gesagt, du musst alle Bereiche der Logopädie erlernen, aber worauf du dich später einmal spezialisierst, wenn du z.B. eine eigene Praxis hast, bleibt dir dann überlassen. Du kannst dann z.B. sagen, du behandelst nur kindliche Sprech- und Sprachstörungen und Stottern bei Erwachsenen und Kindern.
Nina 1999 hat geschrieben:
21. Mai 2017 15:02
Hat jemand Erfahrungen mit dieser rein schulischen Ausbildung gesammelt und kann mir davon berichten? Im Herbst werde ich eventuell ein Praktikum machen, um Einblicke in den Beruf zu erhalten. Ich bin selbst (wegen Balbuties) in Behandlung und lerne immer nur die "schönen Seiten" (als Patient) kennen...
Ich habe selbst mal irgendwann meinen Beruf schmeißen und auf Logopädie umsatteln wollen, was damals gar nicht so einfach war. Ich habe viel Kontakt zu Logopädieschulen gehabt, weil ich mit einer Lehrlogopädin dort Fortbildungen gegeben habe, ebenso habe ich an der Uni Köln als Zweithörerin zwei Jahrelang alle möglichen Seminare in der Sprachheilpädagogik besucht. Ich fand das Thema mega spannend, besonders die universitäre Ausbildung, weil einem dann ja am Ende eine Bachelor- bzw. Masterarbeit bevorsteht, bei der man selbst aussuchen kann, zu welchem Thema man forschen möchte. Das entfällt natürlich bei der schulischen Ausbildung (meines Wissens geht die Tendenz sowieso dahin, die Logopädenausbildung in die Unis zu integrieren, da dies auch dem internationalen Standard entspricht, noch aber haben wir die Fachschulen für Logopädie).

Wenn du meine Tochter wärst, würde ich dich auf jeden Fall dazu ermutigen, diese Ausbildung zu machen. Leider ist die Bezahlung am Ende nicht sehr berauschend, aber man kann davon ganz gut leben. Ich meine auch, dass es mittlerweile eine Zusatzqualifikation Stottertherapeut gibt.

Und Balbuties zu sagen finde ich persönlich unnötig - eigentlich Vermeidung :D
Ich finde, wir sollten beim Stottern bleiben, einem Wort, bei dem ich mittlerweile nicht mehr mit Schweißausbrüchen und Herzrasen reagiere :D
Viele Grüße
Petra

Nina 1999
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Re: Traumberuf Logopädin, Erfahrungen?

Beitrag von Nina 1999 » 19. August 2017 09:49

Hallo Petra!

Lange war es um meinen Post sehr still - jetzt möcht ich diesen wieder etwas "aufleben" lassen... :)

Der Wunsch, nach meiner abgeschlossenen Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, nochmal fünf Tage die Woche (und das über drei Jahre hinweg) "die Schulbank zu drücken", besteht noch immer. Ich weiß, dass Logopädie nicht nur die Therapie von Stotternden umfasst, sondern auch andere Störungsbilder, wie z. B. Schluckstörungen oder Patienten nach einem Schlaganfall. Gerade das abwechslungsreiche Spektrum gefällt mir gut. Auch die Patientengruppen sind vielfältig (von Säuglingen, Kleinkindern, Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen bis hin zu Senioren) kann alles dabei sein.

Einen Praktikumsplatz habe ich noch nicht. Als größte "Hürde" sehe ich die Aufnahmekriterien an einer Berufsfachschule und das monatliche Schulgeld. Ich denke, nach der Ausbildung einen Job zu finden, gestaltet sich als nicht so schwer, denn Logopäden werden immer gebraucht. Die Menschen werden - durch die heutigen modernen Behandlungsmethoden - immer älter und sind nach einer schweren Erkrankung nicht selten auf therapeutische Hilfe angewiesen.

Liebe Grüße

Nina 1999
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