...und was ist Selbsthilfe ? www.stottertherapieratgeber.de

Erfahrungen in Selbsthilfegruppen, Landesverbänden und Seminaren. Hier bitte keine Diskussion über BVSS-interne Themen
transit
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...und was ist Selbsthilfe ? www.stottertherapieratgeber.de

Beitrag von transit » 5. Dezember 2007 01:27

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Was ist eigentlich Selbsthilfe ?

Umfassende, objektive Informationen hierzu findest du auf den Seiten von Dr Thorsten Scherer :

http://www.stottertherapieratgeber.de/selbsthilfe.html

Eine sehr zu empfehlende Seite für alle, welche eine sachliche Darstellung suchen.

LG Isabel

transit
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Beitrag von transit » 5. Dezember 2007 08:16

Hallo Mechthild,

gerade möchte ich auf deine nächtliche Antwort zu meinem Post antworten und stelle fest, du hast sie gelöscht. Schade.

Du schriebst, wie ich mich erinnere, etwa sinngemäß Folgendes :
"Hallo Isabel, Danke für deinen Link. Erwin hatte die Seite an anderer Stelle bereits ins Forum gesetzt. Ich werde sehen, ob ich es wiederfinde.
Was gefällt dir an dem Online-Stottertherapie-Ratgeber von Dr Thorsten Scherer am besten ? was ist für dich besonders wichtig ?"
Bitte ergänze, falls ich Wesentliches vergessen, oder falsch verstanden habe.

Der Stottertherapie-Ratgeber war das Erste, was ich im Herbst letzten Jahres zum Thema Stottern las, als ich begann, mich dem Thema nach langjähriger Pause wieder zuzuwenden, um es biographisch zu bearbeiten, besser in mein Leben zu integrieren.
Auf die Seite führte mich ein Link des Psychologen Dietmar Klimmek, mit welchem ich zu der Zeit bzgl eines Vortrages in unserer ADS-Gruppe in Verbindung trat.

Dr Thorsten Scherer bietet auf sehr sachlicher und klar strukturierter Ebene eine mE hervorragende Übersicht über alle Bereiche zur Problematik "Stottern".
Ich möchte es besonders allen Information-Suchenden empfehlen, diesen Wissenspool zu nutzen.

Aktuell spricht mich seine Ausführung zu der von mir als Threadthema hervorgehobenen Fragestellung "Was ist Selbsthilfe" sehr an.

Bin gern an weiterem Austausch interessiert, Mechthild.

LG Isabel

blanka

Beitrag von blanka » 5. Dezember 2007 08:40

Hallo Isabel,

es gibt bereits einige Threads zum Thema Selbsthilfe allgemein, schau mal, in welchen Dein Aspekt mit Thorstens Site passen könnte.

Danke und lg, Blanka

---***---
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Beitrag von ---***--- » 5. Dezember 2007 09:51

Hi Isabel,

:smile ich bin auch an einem Austausch interessiert, hab aber grade so wenig Zeit, deshalb hatte ich mein Post wieder gelöscht :oops:. Und Du hast es doch gemerkt.

Als ich den Text damals gelesen habe, war ich ziemlich erschrocken über die spezifischen Probleme von Stotterer-Selbsthilfe, mangelnde soziale Kompetenz, grade bei Stotterern, die in der Selbsthilfe verbleiben, Anti-Experten-Reflexe, mangelnde Attraktivität der Selbsthilfe gerade für sozial Integrierte und Kompetente Stotterer. Aus der Erinnerung. Bei allem, was die Selbsthilfe Positives für jeden einzelnen sein kann...

Ich erinnere mich auch an einen Absatz, den einzigen, mit dem ich nicht übereinstimmte, dass Lobbyarbeit für die Belange von Stotterern nur denen etwas bringt, die diese Arbeit machen. Das halte ich für Quatsch, um es mal auf den Punkt zu bringen.

Wie gesagt, hab leider keine Zeit, es nachzulesen, vielleicht lesen andere mit und finden einiges diskutierenswert. Bzw. können es nachlesen, wenn sie die BVSS gerade mal wieder nicht verstehen.

lG Mechthild

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 18. Januar 2008 16:58

Hallo liebe Mechthild, liebe Isabel, liebe/r ForumsNutzerInnen,
Mechthild hat geschrieben:Wie gesagt, hab leider keine Zeit, es nachzulesen, vielleicht lesen andere mit und finden einiges diskutierenswert. Bzw. können es nachlesen, wenn sie die BVSS gerade mal wieder nicht verstehen.
Ich habe mir die Zeit genommen, (mal wieder) die Seiten von Thomas Scherer zu lesen ... dauerte keine 15 Minuten (okay es war das zweite Mal, da ging es schneller :)) und fand erneut viel Wahres darin.
Eigentlich wäre die Seite genau das richtige für jene, die die BVSS nicht verstehen, genau wie du schreibst ... Nach den 15 Minuten Lesen wird den Lesenden wahrscheinlich einiges umso klarer :) ... Sehr guter Hinweis, Mechthild ... Danke.

Ich erinnere mich an die hohe Qualität seiner Artikel und insbesondere ist mir ein Interview mit Wolfgang Wendlandt - einem der Gründungsväter der deutschen Stotterer-Selbsthilfe - in einem der 2004er Kieselsteine in Erinnerung. Ich hatte Teile in einem Thread unter "BVSS intern" reinkopiert, kann jedoch keine Links mehr dorthin setzen, da ... naja, ihr kennt den Grund :) ... http://forum.bvss.de/viewforum.php?f=18

Zwei kleine "Kritikpunkte" habe ich jedoch an seinen Ausführungen:
1. Thomas Scherer wechselt mal vom "Stotterer" zum "Stotternden" ... das muss nicht unbedingt vereinheitlicht werden, doch wäre eine nähere Erläuterung der beiden Begriffe ganz günstig.
2. mir fehlt etwas der Humor, um ehrlich zu sein ... Humor macht das Verstehen einfacher, finde ich ... Naja, ist wohl eine Empfindungssache

Dennoch das Geschriebene ist eine messerscharfe Analyse ... sozusagen eine saubere Beschreibung der Anatomie von Stotterer-SHGs (ich wählte Stotterer, weil die BVSS das Wort "Stotterer" enthält und ich mich konkret darauf beziehe). Kurzum ... sehr empfehlenswert dieser Text, gerade wenn mensch wenig Zeit hat, denn dann kann mensch sich viel Zeit sparen.

Allen alles Gute, Micha.

ZORA
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Beitrag von ZORA » 19. Januar 2008 18:44

Ich möchte Thorsten Scherer schon in seinem ersten Absatz an vielen Stellen widersprechen. Es gibt durchaus auch eine Entwicklung der Selbsthilfe in Deutschland. Dazu zähle ich die Sucht-Selbsthilfe der christlichen Kirchen mit dem Kreuzbund und dem Blauen Kreuz. Deren Sucht-Selbsthilfe ist vor mehr als 100 Jahren in Deutschland entstanden.
Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges schlossen sich die Angehörigen von Menschen mit Behinderungen in Deutschland zusammen, um für ihre Angehörigen eine Infrastruktur mit Fördereinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Werkstätten, Therapiemöglichkeiten und Wohnmöglichkeiten zu etablieren. Eine große Selbsthilfegemeinschaft ist die Lebenshilfe für Behinderte, der Blindenbund in Deutschland und viele andere Selbsthilfeorganisationen von Angehörigen und Betroffen behinderten Menschen.
Demokratie ist so strukturiert, dass Menschen sich in Gruppen zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren und/oder durchzusetzen. Das sind für Arbeitnehmer z.B. Betriebsräte, für Bürgerinnen und Bürger politischen Parteien oder auch Selbsthilfegruppen und Organisationen.
Wie war das denn in der ehemaligen DDR in der Deutschen Nachkriegszeit, Michael? Wie haben sich dort Menschen für ihre Interessen und die Interessen ihrer Angehörigen engagiert? Gab es Strukturen, die sich aus Engagement entwickelt hat?
Da habe ich leider gar keine Ahnung, während ich glaube, über die Entwicklungen der Selbsthilfebewegung (nicht nur der Stotter-Selbsthilfe) in Deutschland, zumindest in den vergangen 15-20 Jahren, ganz gut informiert zu sein.
Warum Du aus der BV ausgetreten bist und trotzdem weiterhin dieses Forum auf den Online-Seiten der BV zum Austausch nutzt, muss ich nicht verstehen, oder?
ZORA

transit
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Beitrag von transit » 20. Januar 2008 14:02

Hallo Zora,

Kreuzbund und Blaues Kreuz haben ihren Ursprung als Sucht-Hilfe,
nicht als Sucht-Selbsthilfe genommen.

Der Kreuzbund ist ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes, mit Bezug auf die Diözesan-/Landesverbände. Der Caritas-Verband als größter Wohlfahrtsverband Deutschlands organisiert die soziale Arbeit der katholischen Kirche.

Das Blaue Kreuz hat seinen Ursprung in der Schweiz, Genf.
Zu den Mitgliedern im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands - EKD zählen die Fachverbände. Blaues Kreuz in Deutschland e.V. zählt als diakonischer "Fachverband für Suchtkrankenhilfe" / "Suchthilfeverband" der EKD zu der Fachgruppe III – Volksmissionarische und seelsorgerliche Fachverbände.

Motivation wird auch der damaligen Abstinenzbewegung zugesprochen. Die meisten der Mitglieder der Anfangszeit waren keine (Sucht-)Kranken, nicht "Selbstbetroffene".

Dr Thorsten Scherer hat mit seinen Aussagen in Bezug auf die Entwicklung der Selbsthilfegruppen mE recht.
Wenn du möchtest, kann ich gerne Quellen und Zitate der entsprechenden Textstellen darlegen.

In der damaligen DDR spielten sicher die Kirchen, sowie Familie, Nachbarschaft eine wesentliche Rolle bzgl gegenseitiger Unterstützung und Hilfe. Selbsthilfegruppen-Bildung entsprechend der Definition als unparteiische und unabhängige Vereinigung wird wohl nicht möglich gewesen sein. Hat jemand Fakten hierzu ?
Familienangehörige, sowie die Jugendfreundin meiner Mutter lebten in der DDR.
Michael war damals noch ein Kind. Ich könnte dir zB über die '68er-Bewegung auch nur "Informations-Konserven" liefern.
Die Selbsthilfe-Gruppen-Situation in der damaligen DDR ist ein wichtiges und interessantes Thema, ZORA. Ich erinnere mich, dass es hier auch schon an anderer Stelle angesprochen wurde.

Zu deiner an Micha persönlich gerichteten Schlussfrage möchte ich mir erlauben, unsere Netiquette zu zitieren :
Nettiquette hat geschrieben:Das Forum der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. (im Folgenden "BVSS") ist eine Plattform, auf der Betroffene und Interessierte sich über persönliche Anliegen und Probleme rund um Fragen des Stotterns austauschen können.
LG Isabel

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 21. Januar 2008 00:28

Liebe Zora bzw. ZORA, liebe LeserIn,
ZORA hat geschrieben:Ich möchte Thorsten Scherer schon in seinem ersten Absatz an vielen Stellen widersprechen. Es gibt durchaus auch eine Entwicklung der Selbsthilfe in Deutschland. Dazu zähle ich die Sucht-Selbsthilfe der christlichen Kirchen mit dem Kreuzbund und dem Blauen Kreuz. Deren Sucht-Selbsthilfe ist vor mehr als 100 Jahren in Deutschland entstanden.
Ist eine Selbsthilfe, die unter Kirchen"aufsicht" läuft wirklich Selbsthilfe? Es ist angeleitete Selbsthilfe ... ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kirche das aus reiner Nächstenliebe getan hat :) ... oder doch?
ZORA hat geschrieben:Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges schlossen sich die Angehörigen von Menschen mit Behinderungen in Deutschland zusammen, um für ihre Angehörigen eine Infrastruktur mit Fördereinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Werkstätten, Therapiemöglichkeiten und Wohnmöglichkeiten zu etablieren. Eine große Selbsthilfegemeinschaft ist die Lebenshilfe für Behinderte, der Blindenbund in Deutschland und viele andere Selbsthilfeorganisationen von Angehörigen und Betroffen behinderten Menschen.
Ganz gleich, was für eine Organisation zu nimmst. Ab einer gewissen Größe entstehen gewisse Strukturen, u.a. Hierarchien, die eine Selbsthilfe nicht selten ad absurdum führen.
ZORA hat geschrieben:Demokratie ist so strukturiert, dass Menschen sich in Gruppen zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren und/oder durchzusetzen. Das sind für Arbeitnehmer z.B. Betriebsräte, für Bürgerinnen und Bürger politischen Parteien oder auch Selbsthilfegruppen und Organisationen.
Demokratie ist nicht gleich Demokratie. Es gibt da viele Graubereiche bzw. Grauwerte ... Demokratie heißt manchmal auch Herrschaft der Masse - mit allen daraus entstehenden Konsequenzen ... Kennst du den Sozialwissenschaftler Max Weber?
ZORA hat geschrieben:Wie war das denn in der ehemaligen DDR in der Deutschen Nachkriegszeit, Michael? Wie haben sich dort Menschen für ihre Interessen und die Interessen ihrer Angehörigen engagiert? Gab es Strukturen, die sich aus Engagement entwickelt hat?
Da muss ich passen, bin Jahrgang 1975 und da etwas schwach auf der Brust :) ...
Wenn um die eigenen Interessen ging war es jedoch nicht selten so, dass du persönlich zu dieser oder jener Person hingegangen bist ... heute regeln das mehrere Ebenen ... nicht selten so lange bist du aufgibst oder das Problem wieder bei dir gelandet ist :)
ZORA hat geschrieben:Warum Du aus der BV ausgetreten bist und trotzdem weiterhin dieses Forum auf den Online-Seiten der BV zum Austausch nutzt, muss ich nicht verstehen, oder?
Du musst gar nichts verstehen, kannst es jedoch versuchen ... "Mrs. Anonymus" :) ... Auch Nicht-BVSS-Mitglieder dürfen im Forum schreiben, das nennt mensch Demokratie ... und so wie ich ein Forum zum Thema Stottern verstehe, geht es um das Thema Stottern ... also schreibe ich auch weiterhin ... Einwände, Euer Ehren? :)

Alles Gute, Micha.

Norbert

Beitrag von Norbert » 21. Januar 2008 00:50

Michael13 hat geschrieben:
ZORA hat geschrieben:Demokratie ist so strukturiert, dass Menschen sich in Gruppen zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren und/oder durchzusetzen. Das sind für Arbeitnehmer z.B. Betriebsräte, für Bürgerinnen und Bürger politischen Parteien oder auch Selbsthilfegruppen und Organisationen.
Demokratie ist nicht gleich Demokratie. Es gibt da viele Graubereiche bzw. Grauwerte
Da faellt einem doch nur noch spontan ein alter Loriot Sketch ein:

"Nach wie vor heisst liberal im liberalen Sinne nicht nur liberal"

Leider nicht auf You Tube erhaeltlich?

transit
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Beitrag von transit » 21. Januar 2008 01:18

Norbert hat geschrieben:
Michael13 hat geschrieben:
ZORA hat geschrieben:Demokratie ist so strukturiert, dass Menschen sich in Gruppen zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren und/oder durchzusetzen. Das sind für Arbeitnehmer z.B. Betriebsräte, für Bürgerinnen und Bürger politischen Parteien oder auch Selbsthilfegruppen und Organisationen.
Demokratie ist nicht gleich Demokratie. Es gibt da viele Graubereiche bzw. Grauwerte
Da faellt einem doch nur noch spontan ein alter Loriot Sketch ein:

"Nach wie vor heisst liberal im liberalen Sinne nicht nur liberal"
:wink: Mit dem Vergleich mit Vicco von Bülow, alias Loriot sprichst du Micha ja eine sehr große Anerkennung aus, Norbert.

Seine Werke beschäftigen sich hauptsächlich mit zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen. :smile

Zitat Loriot: „Kommunikationsgestörte interessieren mich am allermeisten. Alles was ich als komisch empfinde, entsteht aus der zerbröselten Kommunikation, aus dem Aneinander-vorbei-Reden."

Auf die Frage, wer ihn geprägt habe, antwortete Loriot 2007: „Ich weiß, als ich anfing zu studieren, wohnte ich zwischen dem Irrenhaus, dem Zuchthaus und dem Friedhof. Allein die Lage wird es gewesen sein, glaube ich.“ beide Zitate: Quelle : Wikipedia.

In diesem Sinne, "... was ist Selbsthilfe ?"
eine gute Nacht-
Isabel

blanka

Beitrag von blanka » 21. Januar 2008 14:56

Ich glaube, Zora meinte mit ihrem kurzen Schlusssatz die Suche nach Auseinandersetzung zu BV-Themen und nicht die Wortmeldungen von Micha allgemein. Ehrlich gesagt, ich kann s auch nicht verstehen, Micha. Entweder drin bleiben und versuchen, was zu ändern oder gehen und das lassen. :wink:

PS Demokratie ist immer Demokratie - es meint nichts anderes als dass die Mehrheit formell gesehen die Macht hat, Dinge zu entscheiden. Die Frage ist nur, wie man diese Mehrheit erzeugen kann, thats all.

Eine Diktatur kann übrigens ebenfalls sehr wohl im Interesse der Mehrheit agieren, die Arbeiten von Götz Aly haben das zb sehr schön für den Nationalsozialismus herausgearbeitet. Und ohne Mehrheiten, die dahinter stehen (passives Zuschaun und Sich-Gefallen-Lassen reicht ja), geht das eine wie das andere nicht. So einfach ist das.

ZORA
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Beitrag von ZORA » 21. Januar 2008 20:58

Hallo Blanke,
deine pragmatische Sichtweise gefällt mir! Manchmal geht es nicht anders.

Hallo Micha und andere Leser/-innen,
ich beziehe mich in meinem folgenden Text auf ein Referat von Prof. Dr. Hans Dietrich Engelhardt, Fachbereich Sozialwesen an der FH München, am 21.05.2003 bei der Fachtagung "Förderung der Selbsthilfe" in Stuttgart mit dem Titel 'Was Selbsthilfegruppen leisten und was SozialarbeiterInnen davon profitieren können'.
Geschichtliche Aspekte der Selbsthilfe(-gruppen)
Vorläufer der heutigen Form der Selbsthilfe sind die Emanzipationsbewegungen des 19. Jahrhunderts.
Zahlreiche Vereine und Organisationen wurden gegründet, die einen freien Austausch von Gleichgesinnten ermöglichten. Auch gesundheitsorientierte Selbsthilfe fand statt. Erst nach den sozialen Umwälzungen der 1960ern war offenen Selbsthilfe im heutigen Verständnis möglich. Menschen konnten sich öffentlich zu ihren Problemen bekennen, ohne gesellschaftliche oder strafrechtliche Sanktionen zu befürchten. Homosexuelle hatten z.B. bis 1968/69 strafrechtliche Verfolgung zu befürchten. Suchtkrankheiten wurden erstmals als Krankheit gesehen und nicht mehr als moralischer Mangel verstanden. Es entstand ein neuer Gesundheitsbegriff, der eine aktive eigenverantwortliche Rolle des mündigen Patienten fördert. Der Psychoanalytiker Michael Lukas Moeller gründete 1981 die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.(DAG e.V.). Er spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung von Selbsthilfegruppen in Deutschland. Die DAG ist der Träger von NAKOS: http://www.nakos.de.
Definition von SelbsthilfegruppenSHG:
SHG'n sind kleine, primärgruppenartige soziale Zusammenschlüsse.
Selbsthilfeinitiativen ist der übergeordnete Sammelbegriff für Organisationen, Verbände usw..
SHG ist Oberbegriff für verschiedene Formen der Selbstorganisation von Menschen, die sich in einer Notlage befinden.
Selbsthilfegruppe ist die bekannteste Form von Selbstorganisation, das Kriterium "Notlage" grenzt Selbsthilfeinitiativen ab von anderen Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation im Bereich Freizeit, Politik, Wirtschaft usw.
Allgemeine Definition von SHG:
Selbsthilfe sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen mit gemeinsamen Problemen oder einer gemeinsamen Erkrankung. Sie arbeiten selbstorganisiert und eigenverantwortlich. Sie werden nicht von Fachleuten geleitet.

Um hier besser mit-schreibe zu können, muss ich mir erst verschiedene technische Details aneignen. Bitte nicht als Ignoranz ansehen, wenn das mit den Zitaten noch nicht klappt - aber bald!
ZORA

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 22. Januar 2008 12:33

Hallo liebe Blanka, liebe ZORA, liebe LeserIn,

ich versuche mal in meiner allseits bekannten Kürze (ja, war'n Scherz :)) auf diverse Themen einzugehen.
Blanka hat geschrieben:Ehrlich gesagt, ich kann s auch nicht verstehen, Micha. Entweder drin bleiben und versuchen, was zu ändern oder gehen und das lassen.
Gut, Blanka, ich versuche es noch einmal zu erklären :) ...
Ich bin immer ein Stotternder, weil Stottern für mich per se nichts negatives ist. Deshalb würde ich mich auch als stotternden Menschen sehen, wenn ich kaum noch Symptomatiken aufweise. Da ich diesen Erfahrungsprozess gern weitergeben möchte (siehe meine Beiträge, Artikel, Vorträge, Radiosendungen, Fernsehbeiträge etc.), beteilige ich mich in öffentlichen Foren etc. Die BVSS ist eine weitere Plattform (inkl. diesem Internetforum) und hat ja irgendwie etwas mit Stottern zu tun, oder? :)
Wenn ich aus einer Partei austrete, darf ich doch trotzdem noch über die von mir wahrgenommenen Zustände dort sprechen, oder? Wenn ich in einem Gremium etwas verändern wollte und damit gescheitert bin (aus welchen Gründen auch immer), dann kann ich auch andere darüber informieren, dass sie diese Erfahrungen mit in ihre Arbeiten integrieren können - wenn sie denn wollen. Warum sollte ich mein Wissen für mich behalten? Wenn Unwahres schreibe, fällt es sowieso früher oder später auf mich zurück ... Genug der Erklärung, Blanka? :)
ZORA hat geschrieben:Definition von SelbsthilfegruppenSHG:
SHG'n sind kleine, primärgruppenartige soziale Zusammenschlüsse.
Selbsthilfeinitiativen ist der übergeordnete Sammelbegriff für Organisationen, Verbände usw..
SHG ist Oberbegriff für verschiedene Formen der Selbstorganisation von Menschen, die sich in einer Notlage befinden.
Danach schließen sich die BVSS und die SHGs eigentlich schon aus, da der Vorstand die Vorgaben vorzugeben scheint (bitte korrigiert mich da, wenn ich das missverstehe). Somit werden die SHGs möglicherweise zu einem Ausführungsorgan des BVSS-Vorstands. Damit wird der Selbsthilfegedanke konterkariert und die SHGs werden eher zu Missionierungstruppen ohne eigenes Leben ... Auch etwas pragmatisch formuliert, doch in letzter Folgerung geschieht genau das, wenn das "Von oben nach unten" vor das "Von unten nach oben" gestellt wird. Das Problem jeder Demokratie ... auch der BVSS-Demokratie.
ZORA hat geschrieben:Allgemeine Definition von SHG:
Selbsthilfe sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen mit gemeinsamen Problemen oder einer gemeinsamen Erkrankung. Sie arbeiten selbstorganisiert und eigenverantwortlich. Sie werden nicht von Fachleuten geleitet.
Ums konkret auf die BVSS zu beziehen ... Matthias Kremer kommt - soweit ich weiß - aus einem Bereich, der mit Wirtschaft zu tun hat, oder? Martin Sommer kommt aus der Forschung ...
Das ist völlig legitim und ist ja auch gut so ... Problematisch wird es nur, wenn Menschen zuerst ihre Fachmensch-Charaktere in die SHGs bringen und nicht sich als Mensch. Wie die Zukunft der BVSS und der SHGs aussehen wird, werden wir sehen ... Vom Zerfall vieler SHGs wird ja schon seit mindestens drei Jahren gesprochen.

Hmm, ich sehe es im Übrigen recht positiv ... Zerfall schafft Platz für Neue(s) ... :)
ZORA hat geschrieben:Um hier besser mit-schreibe zu können, muss ich mir erst verschiedene technische Details aneignen. Bitte nicht als Ignoranz ansehen, wenn das mit den Zitaten noch nicht klappt - aber bald!
Kein Problem, ZORA, "gut Ding will Weile haben" ... :)

So genug für dieses Thema ... Alles Gute, Micha.

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Beitrag von transit » 22. Januar 2008 23:04

Hi Micha,
jetzt siehst du es mE aber doch etwas schwarz :shock: .
Micha hat geschrieben:Danach schließen sich die BVSS und die SHGs eigentlich schon aus, da der Vorstand die Vorgaben vorzugeben scheint (bitte korrigiert mich da, wenn ich das missverstehe). Somit werden die SHGs möglicherweise zu einem Ausführungsorgan des BVSS-Vorstands. Damit wird der Selbsthilfegedanke konterkariert und die SHGs werden eher zu Missionierungstruppen ohne eigenes Leben ...

zu deinem letzten Absatz : Viele (stott.Menschen) haben doch einen Beruf, und bei Martin Sommer vermute ich, hat das eigene Stottern die Wahl seiner beruflichen Schwerpkte mitbestimmt.

Sicher ist forschendes Hinterfragen grundsätzlich gerechtfertigt und blindem Konformismus vorzuziehen, aber hier verspürt mein Gerechtigkeitssinn doch das Bedürfnis, dich ein kleines Bisschen bremsen zu wollen :wink: .
LG Isabel

meine Empfehlung zum Thema : http://diegesellschafter.de/diskussion/ ... 5465&tpn=1

Erwin
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dreifache rolle

Beitrag von Erwin » 23. Januar 2008 14:42

fundstellen im internet zeigen kann keine moralische legitimation oder deutungshoheit sein

anonyme beiträge sind nicht anonym. wenn sie inhaltlich klar zuzuordnen sind. denn: zora beziehungsweise claudia schreibt als betroffene, hauptamtliche und verbandspolitikerin. das ist genau diese form von selbsthilfe die eine bestimmte personengruppe wohlbegründet ablehnt.

gleichzeitig dieser gruppe das recht abzusprechen, sich im thread selbsthilfe zu äußern (wir sind ja nicht im bvss thread) das hat schon was. die gründe das einige leute nicht in der bvss mitglied sind, oder zur zeit nicht mehr, das hängt ja genau mit der fragwürdigen und diskussionsswürdigen lobbyarbeit einiger personen zusammen.

vorschlag zur güte. macht ihr euer hauptamtliches, eure verbandspolitik, aber missbraucht bitte nicht den begriff der klassischen selbsthilfe, benutzt die selbsthilfe nicht um euch zu vermarkten, um eure arbeitsplätze zu sichern. was ja zum teil legitim ist. aber bitte nicht so. 3 rollen gleichzeitig. das gibt es sonst ja nur in oder bei religionen. und bitte nicht mit solchen tricks. versucht bitte nicht die leute zu täuschen. spielt mit offenen karten. nennt coaching coaching. und lasst selbsthilfe selbsthilfe sein. so hoffnungslos einfach ist das ganze.

leicht durchschaubar und falsch ist: das ganze moralisieren und machertum. völlig falsch ist auch: jeder andersdenkende wird als tatenloser schwätzer dargestellt. es ist doch legitim. statt beiträge für die bvss zu zahlen. zielgerichtet zu spenden. ohne zu befürchten das geld ausgegeben wird, auch öffentliche gelder, für projekte die nicht deren (derabweichler) zustimmung finden.

so bitte nicht. das schadet der selbsthilfe wie sie gedacht ist. und wieder werden muss.

locker bleiben. einige gehen ja. und ihr werdet dann freier sein. gerne würde ich euch ja in ruhe lassen. aber, lasst mir doch die chance das ganze theater zu vergessen. nur: dieses skrupellose rechthaberische agieren von einigen wenigen grauen eminenzen lässt dies nicht zu.

eiinige leute kann man für einige zeit für dumm verkaufen. aber nicht alle leute die ganze zeit. oder so ähnlich, hat das mal ein weiser mann gesagt

gruß erwin geier

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