"Lohnt sich eine BV-Mitgliedschaft?"

Erfahrungen in Selbsthilfegruppen, Landesverbänden und Seminaren. Hier bitte keine Diskussion über BVSS-interne Themen
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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 2. Januar 2008 18:03

Hallo liebe Mechthild, lieber Andi, lieber Frankie, liebe LeserIn,
Frankie & Mechthild hat geschrieben:"Frage nicht, was die Stotterervereinigung für dich tun kann, sondern was Du für die Stotterervereinigung tun kannst."
Fast richtig ... ich würde gern etwas korrigieren. Es geht nicht um die Stottervereinigung, sondern um das Stottern. Und genau daran scheitern auch viele Ideen ...
andikuttner hat geschrieben:Generell würde mich interessieren, was die Leute, die sich bereits von der BV abgewandt haben, noch an der BV-Politik interessiert.
Liebe Grüße, Andi.
Das kann viele Ursachen haben ... in meinem Fall ist es das Interesse daran, was die Bundesvereinigung für Sache des Stotterns tun kann und ob von ihr essentielle Hilfe ausgehen kann. So wie ich mich mitunter für die Aussagen einiger Parteimitglieder (ganz gleich, welche Partei) interessiere, ohne nun gleich selbst in die Partei eintreten zu wollen/müssen.
Mechthild hat geschrieben:Haben 60 Jahre Sozialismus und 17 Jahre Turbokapitalismus im Osten jeden Sinn für das Engagement für eine Gemeinschaft erstickt? (provokante Frage, ich weiß, es gibt hier viele aus "dem Osten", die sich engagieren)

Kurze Verständnisfrage vorweg: wann gingen denn die 60 Jahre Sozialismus los? 1933? :) ... Das Problem "des Westens" ist eine etwas verklärte Sicht von Sozialismus. Gemeinschaft darf nicht in Herdentrieb ausarten ... tut es jedoch nicht selten ... in Ost genauso wie in West. Und eines hat der Osten dem Westen im Großen und ganz m.E. voraus, ... die (meisten) Ossis wissen, dass jedes System mal ein Ende hat :) ...
Mechthild hat geschrieben:Micha scheint sich noch dermaßen an der BVSS-Organisation zu reiben, von "leave it" keine Spur, vielleicht um seine eigene Position zu finden, oder sieht für sich zu wenige Möglichkeiten, Erfolg zu haben?

"Leave it" heißt für mich Austritt aus der BVSS, was ich Mitte des Jahres 2007 getan habe ... vor Matthias Kremers Neuwahl. An meiner Meinung hat sich auch nichts geändert, weil ich keine prinzipiellen Veränderungen sehe ... doch ich möchte nicht vorschnell urteilen, viele Dinge brauchen Zeit.
Apropos "Erfolg" ... Bilanz 2007: Vortrag beim Weltkongress für Stotternde (http://tinyurl.com/344zbl), 3. Platz beim dortigen Essay-Wettbewerb (http://tinyurl.com/3dhzvb), Vorträge bei drei LogopädInnen-Klassen, "Erstredner" bei der ivs-Konferenz in Dortmund (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=553, Skript: http://tinyurl.com/2zbomg), einer der beiden Keynote-Speaker beim BSA Congress in England (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=590, http://tinyurl.com/34bs2d) ...
Ich bin eigentlich selten einer, der eigene Dinge übermäßig in den Vordergrund stellen möchte, doch musste ich bei deiner Frage nach dem Erfolg schon etwas schmunzeln, Mechthild ... Zugegebenermaßen ist die Findung der eigenen Position eine wichtige Sache, doch ich denke, auch die dürfte aus den dreihundertund Forumsbeiträgen meinerseits einigermaßen ersichtlich geworden sein :)

@Norbert
Der Beitrag mit der Verkürzung der URLs war im Übrigen sehr gut (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=902) ... das stelle ich immer wieder fest. :)
Kleine Ergänzung noch ... das Schreiben unser beider Beiträge hat sich zeitlich etwas überschnitten ... Ich schätze das Fragenstellen durchaus, Norbert ... nur hast du schon soviel Selbsterkenntnis gezeigt, dass "zu viele" Fragen auch übertrieben wirken können :) ... Menschen brauchen auch mal Pause ... sowohl du als auch ich als auch die restlichen 373 ForumsnutzerInnen.
Mechthild hat geschrieben:Immerhin schrieb Micha selber, er hätte sich um die Geschäftsführerstelle beworben. Ein wenig unentschieden finde ich das...

Auf die IBS-Geschäftsführerstelle habe ich mich beworben (http://tinyurl.com/2syb7c), weil ich die Sache des Stottern für mich als wichtig erachte und meine Erfahrungen einbringen wollte. Dazu muss ich nicht zwangsläufig auch BVSS-Mitglied sein ... Schließlich geht es um die Sache an sich. Wenn es um das Geld geht, kann ich auch die 42 oder 60 Euro spenden.
Naja, wie bereits geschrieben, war die Reaktion aus Köln "Null" und das zeigt mir doch, dass da kein Interesse da ist ... ist ja auch gut so. Wie wenn mensch einem potentiellen Gesprächspartner eine Frage stellt und es kommt keine Antwort. Dann hat der oder die Gegenüber wohl offenbar schon alles, was sie oder er braucht. Ist doch völlig in Ordnung so ...
Mechthild hat geschrieben:... jeder Mensch macht Fehler, nur der Papst nicht, wenn er Ex-Kathedra spricht (glaubt er).
Solchen Sätzen täte ein Smilie (:)) sehr gut, finde ich ... :) ... Auch der Papst ist "nur" ein Kind Gottes und nicht Gott selbst ... das weiß er auch, nur wissen's offenbar viele Katholiken (noch) nicht. :)

In diesem Sinne ... Alles Gute, Micha.

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Tarantandy
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Beitrag von Tarantandy » 2. Januar 2008 19:34

Hi Norbert,

du hast mich leider z.T. falsch verstanden. Bzw. mag ich mich nicht eindeutig ausgedrückt haben (an Kommunikationskurs Teil 1 teilgenommen... :wink: )
Norbert hat geschrieben: Hallo Andi
deswegen habe ich ja extra geschrieben dass ich die BV-Fuehrung nicht mit Kriegstreiben in Verbindung bringen moechte. Aber ich glaube nicht, dass der Verdacht hinkt. Es ist doch eigentlich egal, wieviele Mitglieder ein Verein hat - jedes Mitglied hat doch seinen eigenen Anteil, und den kann man nicht dividieren.


Ersteres ist klar.
Das zweitere sehe ich aber wirklich als wichtig an. Einer oder zwei von 1000 kann doch viel leichter auf sich aufmerksam machen und viel leichter gehört werden als einer oder 2 in einer Organisation von 100.000. Oder nicht?
andikuttner hat geschrieben:Generell würde mich interessieren, was die Leute, die sich bereits von der BV abgewandt haben, noch an der BV-Politik interessiert.
Diese Frage habe ich nicht speziell an dich gerichtet, sondern allgemein. Dass dein Fall anders liegt als der anderer, ist für mich klar. Und dass ich deine Erfahrungen aus England für wichtig halte, habe ich schon häufiger angemerkt. Schlecht für die BV, darauf zu verzichten.

Ich frage dabei nicht, warum sich die leute generell noch für die BVSS interessieren. Ich frage mich nur, warum sie weiterhin an Interna teilhaben und mitdiskutieren wollen. Wenn ich persönlich einem Laden den Rücken kehre, dann will ich damit gar nichts mehr zu tun haben: aus dieser persönlichen Erfahrung heraus meine Nachfrage.
Norbert hat geschrieben:Das war ja gerade der Punkt den ich gemacht habe, viele wenden sich nicht von der BV ab, sondern u.a. von der gegenwaertigen Ausrichtung, oder den Persoenlichkeiten im Vorstand, oder dem Vorgehen des Vorstands und vieles mehr. Sie sind im Moment (oder sogar auf Dauer) in der BV in der Minderheit. Deswegen heisst es ja nicht, man moechte nicht argumentieren, um eventuell mal die Mehrheit zu werden.


Aber geht das nicht nur innerhalb der BV? Dass man im Verein bleibt, aber sich um zukünftige andere Mehrheiten bemüht? Davon haben andere Mitglieder etwas - von einem individuellen Zurückziehen nichts. (Wobei ich derlei Entscheidungen wohlgemerkt voll akzeptiere!)
Ein Ausstieg beinhaltet eben auch, seine Möglichkeit mitzureden zu beenden.
Norbert hat geschrieben:A propos "Opposition hoeren": vor kurzem war hier ein Beitrag darueber wie schlecht die Kommunikation in der BV vererinsmaessig ist. Beispiel: die geplante Forumsaenderung wurde nicht angekuendigt. Dabei fiel mir ein, wie oft wir das auch in der BSA nicht gut genug hinbekommen, und im Communications Forum, dessen Vorsitzender ich bin, hinkt es auch manchmal. Man sollte ja nun denken dass Leute mit Kommunikationsbehinderungen ein ganz besonderes Gespuer fuer gute Kommunikation haben, scheint aber nicht unbedingt so zu sein. Senn ich Micha waere, wuerde ich jetzt dreizehn Fragen dazu stellen... :lol:


Gilt Stottern nicht auch insbesondere als Kommunikationsstörung? :wink:

Liebe Grüße

Andi.

Norbert

Beitrag von Norbert » 2. Januar 2008 20:35

andikuttner hat geschrieben:Hi Norbert,

du hast mich leider z.T. falsch verstanden. Bzw. mag ich mich nicht eindeutig ausgedrückt haben (an Kommunikationskurs Teil 1 teilgenommen... :wink: )
Norbert hat geschrieben: deswegen habe ich ja extra geschrieben dass ich die BV-Fuehrung nicht mit Kriegstreiben in Verbindung bringen moechte. Aber ich glaube nicht, dass der Verdacht hinkt. Es ist doch eigentlich egal, wieviele Mitglieder ein Verein hat - jedes Mitglied hat doch seinen eigenen Anteil, und den kann man nicht dividieren.


Ersteres ist klar.
Das zweitere sehe ich aber wirklich als wichtig an. Einer oder zwei von 1000 kann doch viel leichter auf sich aufmerksam machen und viel leichter gehört werden als einer oder 2 in einer Organisation von 100.000. Oder nicht?
Hallo Andi

Nein, um mal konkret bei dem Labour Fall zu bleiben, da spielt sich ja zunaechst alles auf Ortsverbandsebene ab, und da sind die Aktiven nur ein paar Leutchen. Es erstaunt immer wie eine kleine Gruppe so einen Ortsverband in die Hand nehmen kann.

Aber ist es nicht egal wieviele es sind - wenn jemand in einer Gruppe mit 10 Leuten bist, und sie schlagen einige Auslaender zusammen, ist die persoenlich/moralische Verantowrtung (auch ohne persoenliche Beteiligung an der Straftat) dann kleiner als wenn es eine Gruppe von 100 Leuten ist? V.a. wenn man sich hinterher nicht davon distanziert? In diesem Thread ging's ja urspruenglich um die moralische Entscheidung, gewisse Sachen nicht mittragen zu wollen.
andikuttner hat geschrieben:Ich frage dabei nicht, warum sich die leute generell noch für die BVSS interessieren. Ich frage mich nur, warum sie weiterhin an Interna teilhaben und mitdiskutieren wollen. Wenn ich persönlich einem Laden den Rücken kehre, dann will ich damit gar nichts mehr zu tun haben: aus dieser persönlichen Erfahrung heraus meine Nachfrage.


Du gehst dann vielleicht aus Zorn ("macht doch Euren Dreck alleine!"?), andere aus Trauer? Und dieses Mitdiskutieren ist ja vielleicht auch der Wunsch, dazu beizutragen, einen Zustand herzustellen, der einem die Mitgliedschaft wieder ermoeglicht.
andikuttner hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben:Das war ja gerade der Punkt den ich gemacht habe, viele wenden sich nicht von der BV ab, sondern u.a. von der gegenwaertigen Ausrichtung, oder den Persoenlichkeiten im Vorstand, oder dem Vorgehen des Vorstands und vieles mehr. Sie sind im Moment (oder sogar auf Dauer) in der BV in der Minderheit. Deswegen heisst es ja nicht, man moechte nicht argumentieren, um eventuell mal die Mehrheit zu werden.


Aber geht das nicht nur innerhalb der BV? Dass man im Verein bleibt, aber sich um zukünftige andere Mehrheiten bemüht? Davon haben andere Mitglieder etwas - von einem individuellen Zurückziehen nichts. (Wobei ich derlei Entscheidungen wohlgemerkt voll akzeptiere!)
Das geht dann wieder zurureck zur moralischen Entscheidung - und das ist eine Abwaegungssache. Es gibt ja auch viele Labour-Mitglieder die sich entschlossen haben, von innen weiter zu kaempfen. Ich halte das in diesem Fall fuer falsch - sie haben nichts erreicht, ausser der Fuehrung das Feigenblatt zu geben und ein Weitermachen zu ermoeglichen. Noch einmal - das ist jetzt sehr spezifisch und nicht auf den BV Vorstand gemuenzt.
andikuttner hat geschrieben:Ein Ausstieg beinhaltet eben auch, seine Möglichkeit mitzureden zu beenden.
Ich glaube, es ist generell akzeptiert, dass ein Ausstieg z.B. ein Verlust von Wahlrecht, von Teilnahme an MV und so weiter mit sich zieht. Bislang war aber die Situation die, dass jeder hier mitdiskutieren konnte. Das soll sich ja nun aendern, also es entsteht eine voellig neue Situation, und bisher haben wir noch wenig gehoert darueber, welchen Nutzen und Vorteil man sich gegenueber der jetzigen Form verspricht. Jedenfalls habe ich ausser "es muss doch wohl erlaubt sein, dass man unter sich diskutiert" noch keine Argumente gehoert. Die Diskussion hier hatte auf jeden Fall einen wichtigen Stellenwert - Andreas Starke z.B. hat ja ganz klar gesagt, er war hier zu Zeiten aktiv, um ein politisches Ziel durchzusetzen.

Dabei bin ich gespannt bin, wie es in der Praxis gehandhabt wird, z.B. frage ich mich, ob zukuenftige Diskussionen ueber die BV in andere Foren 'abgewuergt' werden, ob die jetzigen Threads oeffentlich bleiben und nur neue BV-Threads geschuetzt veroeffentlicht werden?

Wenn alte Threads unzugaenglich gemacht werden, habe ich dann die Moeglichkeit, darauf zu bestehen dass meine Beitraege aus diesem Bereich entfernt werden, denn ich habe dann ja nicht mehr die Moeglichkeit zu sehen, z.B. wie sie zitiert werden oder wie auf sie reagiert wird. Man wird sehen - allerdings verstehe ich nicht, warum manche Leute sagen "nun warte doch erstmal ab" denn bislang war es Usus dass Aenderungen 'ueber Nacht" eingefuehrt wurden und dann waere es fuer mich zu spaet. :-)

Gruss

Norbert

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Tarantandy
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Beitrag von Tarantandy » 2. Januar 2008 20:58

Hallo Norbert,

ich will das nun nicht weiter vertiefen, weil es immer mehr vom Thema weggeht. Das lautet: "Lohnt sich eine BV-Mitgliedschaft?" Die "moralische Entscheidung, gewisse Dinge nicht mittragen zu wollen" (wie du schriebst) erscheint mir nur ein Neben-Aspekt zu sein. (und der Vergleich mit den zusammen geschlagenen Ausländern... :?: )

Ich bin auch gespannt, wie das mit dem Forum weitergeht. Ich hoffe, die neuen Pläne werden noch ausgiebig kommuniziert: zu einem Zeitpunkt, solange noch alle mitlesen können.

Ich habe dabei Vertrauen in unseren Admin Andreas, ein durch und durch integrer und seriöser Mensch. Ich würde nicht den Fehler machen, alle Defizite, die die BVSS hat, auf ihn zu projezieren.

Die Diskussion vor dem Bundeskongress in Stuttgart fand auch ich erhellend, und ich denke, sie hat zu mehr Transparenz beigetragen. Einzelne Mitglieder haben sich dazu veranlasst gesehen, mehr rauszulassen, als man sonst wohl erfahren hätte.

In der Mitgliederversammlung selbst war aber von den kritischen Stimmen nicht mehr viel zu hören. Und so hat die Diskussion hier vielleicht auch eine Drohkulisse aufgebaut, die real nicht unbedingt bestand.
Angesichts mangelnder Gegenkandidaten fragte ich Andreas Starke: "Wovor habt ihr Angst?".

Liebe Grüße

Andi.

Norbert

Beitrag von Norbert » 2. Januar 2008 21:09

andikuttner hat geschrieben:Hallo Norbert,

ich will das nun nicht weiter vertiefen, weil es immer mehr vom Thema weggeht. Das lautet: "Lohnt sich eine BV-Mitgliedschaft?" Die "moralische Entscheidung, gewisse Dinge nicht mittragen zu wollen" (wie du schriebst) erscheint mir nur ein Neben-Aspekt zu sein. (und der Vergleich mit den zusammen geschlagenen Ausländern... :?: )
Ich wollte nur verdeutlichen warum ich Deiner Meinung, dass mein Vergleich mit der Labour Party wegen der involvierten Zahl von Menschen hinkt, nicht zustimme. :-)
andikuttner hat geschrieben:Ich bin auch gespannt, wie das mit dem Forum weitergeht. Ich hoffe, die neuen Pläne werden noch ausgiebig kommuniziert: zu einem Zeitpunkt, solange noch alle mitlesen können.
Ja, darauf hoffe ich auch. Ein Beitrag der beginnt mit "Das neue System ist besser als das alte weil...." waere gut. :wink:
andikuttner hat geschrieben:Ich habe dabei Vertrauen in unseren Admin Andreas, ein durch und durch integrer und seriöser Mensch. Ich würde nicht den Fehler machen, alle Defizite, die die BVSS hat, auf ihn zu projezieren.
Autsch, ich hoffe ich habe nicht den Eindruck erweckt, dass ich Andreas an allem (oder ueberhaupt irgendwas) die Schuld gebe! Und sooo viele Defizite hat die BV ja gar nicht.

What's on the telly?

Gruss

Norbert

---***---
Die Kirschblüte
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Beitrag von ---***--- » 3. Januar 2008 17:17

Hi Micha,
Michael13 hat geschrieben:
Frankie & Mechthild hat geschrieben:"Frage nicht, was die Stotterervereinigung für dich tun kann, sondern was Du für die Stotterervereinigung tun kannst."
Fast richtig ... ich würde gern etwas korrigieren. Es geht nicht um die Stottervereinigung, sondern um das Stottern. Und genau daran scheitern auch viele Ideen ...
In Deiner Frage ging es um die BV, ob sich eine Mitgliedschaft "lohnt", also auch, ob jemand die Ziele der BV (bei denen es um Stottern geht) mittragen will, durch den Mitgliedsbeitrag, Beteiligung und Mitarbeit, in welcher Form auch immer. In diesem Zusammenhang ist dieser Satz völlig korrekt (in Abwandlung eines Kennedy-Zitats, in dem eine aktive Bürgergesellschaft gedordert wird). Du schreibst in einem anderern Beitrag, Du wärest Mitglied geworden, um "dem Stottern meine Dienste zu erbringen". Dem Stottern? Falls das eine ernst gemeinte Formulierung ist, würde ich mich freuen, wenn Du Deine Position weiter ausführen könntest.

Micha13 hat geschrieben:Kurze Verständnisfrage vorweg: wann gingen denn die 60 Jahre Sozialismus los? 1933? :) ... Das Problem "des Westens" ist eine etwas verklärte Sicht von Sozialismus. Gemeinschaft darf nicht in Herdentrieb ausarten ... tut es jedoch nicht selten ...
... zu den Jahreszahlen, damit wollte ich's absichtlich nicht zu genau nehmen, das war eine provokante Aussage, sollte auch als Übertreibung kenntlich sein. Auf den real existierenden Sozialismus ist meine Sicht sicher nicht verklärt. Ich hatte selber Mitte/Ende der 90er in thüringischen Gemeinden zu tun, habe Gemeinderatssitzungen erlebt. Die (Nicht-)Diskussion und die immer einstimmigen Abstimmungsergebnisse fand ich nur gruselig. Von lebhafter, selbstbewusster, konstruktiver Beteiligung der Bürger keine Spur. Insofern gab es seit 1933 eine Diktatur "im Osten", die die Tradition und Kultur bürgerlicher Beteiligung stärker unterbrochen hat, als es im Westen der Fall war. Deine Bemerkung vom "Herdentrieb" scheint mir in diese Richtung zu gehen, ein tiefes Misstrauen, in die positive Kraft von Gemeinschaften. Das kann nun aus Deinen individuellen Erfahrungen herrühren, wie meine Vermutung aus meinen individuellen Erfahrungen kommt.
Micha13 hat geschrieben:Apropos "Erfolg" ... Bilanz 2007: Vortrag beim Weltkongress für Stotternde ...), 3. Platz beim dortigen Essay-Wettbewerb..., Vorträge bei drei LogopädInnen-Klassen, "Erstredner" bei der ivs-Konferenz in Dortmund ..., einer der beiden Keynote-Speaker beim BSA Congress in England ...) ...
Ich bin eigentlich selten einer, der eigene Dinge übermäßig in den Vordergrund stellen möchte, ...
Glückwunsch!
... :smile das liest sich nach individuellen Erfolgen für Dich (gehört, gesehen, gelesen werden), inwiefern hat es dem Stottern gedient? oder übergeordneten Zielen?
Micha13 hat geschrieben:Solchen Sätzen täte ein Smilie (:)) sehr gut, finde ich ... :)
Ich mag eigentlich keine Smilies... :roll:
und dann hätte es der sein müssen: :zwinkern (:no: :brechen )

@Norbert:
Norbert hat geschrieben:Dabei bin ich gespannt bin, wie es in der Praxis gehandhabt wird, z.B. frage ich mich, ob zukuenftige Diskussionen ueber die BV in andere Foren 'abgewuergt' werden, ob die jetzigen Threads oeffentlich bleiben und nur neue BV-Threads geschuetzt veroeffentlicht werden?

Wenn alte Threads unzugaenglich gemacht werden, habe ich dann die Moeglichkeit, darauf zu bestehen dass meine Beitraege aus diesem Bereich entfernt werden, denn ich habe dann ja nicht mehr die Moeglichkeit zu sehen, z.B. wie sie zitiert werden oder wie auf sie reagiert wird. Man wird sehen - allerdings verstehe ich nicht, warum manche Leute sagen "nun warte doch erstmal ab" denn bislang war es Usus dass Aenderungen 'ueber Nacht" eingefuehrt wurden und dann waere es fuer mich zu spaet.
Mit dem "warte erst mal ab", falls ich damit gemeint war, war gemeint: Warte (Du, andere) auf die Stellungnahme des Admins, bisher wissen wir eigentlich gar nichts - und teilweise gingen die Vermutungen in Richtung Katastrophisieren. Mir waren Deine Bedenken zu einem geschlossenen Bereich bisher nicht klar. Zugriff, Zitierbarkeit usw., muss natürlich geklärt werden.

Änderungen in dieser Art gab es vorher nicht, die Beschränkung dieses Sub-Forums nur für Forums-Mitglieder kam tatsächlich "über Nacht", weil damals dringend gehandelt werden musste, und das Mod-Team sich schnell entschieden hat, nachdem wir andere Lösungen immer wieder verworfen hatten. Vielleicht hätte es bessere Möglichkeiten gegeben, unter dem Zeitdruck ist uns keine andere eingefallen. Insofern hoffe ich, die Entscheidung jetzt führt zur Öffnung des Bereiches "Selbsthilfe", mit Erfahrungen in SHGs und Seminaren, für die Öffentlichkeit, wieder für Gäste.

:wink: wir werden es lesen, hoffe ich doch!

sG Mechthild

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Beitrag von Michael13 » 9. Januar 2008 03:01

Hallo liebe Mechthild, lieber Norbert, liebe LeserIn,

ganz kurz zum Thema "Gemeinschaftssinn vs. Herdentrieb". Ich zitiere hierfür mal Edward Bernays (1891-1995), ein Neffe Sigmund Freuds und einer der Begründer der modernen PR-Wissenschaft: "Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft." (aus "Propaganda", 1928 ... http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays)
Manipuliert wird überall - bewusst und unbewusst. Letztlich muss man Menschen nur im Glauben lassen, dass sie frei seien ... dann unterschreiben sie alles :) ... Insofern ist mein scheinbar tiefes Misstrauen gegenüber Gemeinschaften in meinen Augen eher eine gesundes Skepsis. Es ist wie mit dem Christentum ... die DDR ging u.a. daran zu Grunde, dass sie die Religion bzw. Gott völlig abschaffen wollte. Doch ich denke, es konnte nur von Vorteil sein, die Kirchen in ihrer Macht zu schwächen, da diese verkommene Formen/Veräußerungen des Christentums sind.
Ich weiß, dass Pauschalisierungen immer grenzwertig sind, doch würde ich es einmal so ausdrücken: der Osten leidet nach wie vor an einer noch nicht vollzogenen Individualisierung und der Westen darunter, dass viele den egozentrischen Herdentrieb als Individualisierung empfinden. Beides hat nicht viel mit wirklicher Freiheit zu tun, doch ich sehe den Osten in gewisser Weise im Vorteil, da er den fehlgeleiteten Gemeinschaftssinn größtenteils ablegen konnte. Dennoch kann der Westen "aufholen", wenn das jetzige System der Verblendung sich so schnell wie möglich in eine wirkliche freiheitliche Ordnung verwandelt. Das liegt an den Menschen selbst ...

Was deine Erfahrungen anbetrifft, Mechthild, kommt es natürlich auch immer auf das Alter der Personen an ...
Was deine Bemerkungen bzgl. meiner Erfolge und meiner Individualisierung betreffen, so musste ich schon etwas schmunzeln ... Man(n) hat es schon nicht leicht mit dir :). Hinterfrage ich die BVSS und ihre Strukturen, vermutest du fehlenden Möglichkeiten, Erfolg zu haben. Schildere ich dir dann kurz meine "Erfolge" (darunter etliche Vorträge übers Stottern), dann spannst du den Bogen zu "Was diente es denn dem Stottern?" ... Hmm, also, ich versuch's ganz kurz :) : Vorträge etc. dienen der Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Stottern. ÖA kann das Bewusstsein der Bevölkerung verändern. Das wiederum ist gut für Stotternde und auch Nichtstotternde ... reicht das erstmal so als Kurzerklärung?
Hmm, kurze Ergänzung ... von dieser ÖA kann die BVSS profitieren, wenn sie - bzw. ihre Entscheidungsträger - denn möchte. Wenn nicht, dann nicht ... auch i.O.
Norbert hat geschrieben:Dabei bin ich gespannt bin, wie es in der Praxis gehandhabt wird, z.B. frage ich mich, ob zukuenftige Diskussionen ueber die BV in andere Foren 'abgewuergt' werden, ob die jetzigen Threads oeffentlich bleiben und nur neue BV-Threads geschuetzt veroeffentlicht werden?
Tja, Norbert, so ist das eben mit den Basisdemokratien ... "Wat den Een sin Uhl, is den Annern sin Nachtigal"

@alle
Um letztlich wieder auf den Sinn einer BV-Mitgliedschaft zurückzukommen ... Es geht mir nicht um die Beantwortung der Fragen an sich, sondern um die Möglichkeiten für jeden Einzelnen sich solche und andere Fragen überhaupt erst einmal zu stellen ... Das hat m.E. sehr viel mit den Themen "Meinungsfreiheit" (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=1060) und "Geführt vs. geführt werden" (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=1063) zu tun.

So weit, so gut ... Zeit, um schlafen zu gehen :) ...
In diesem Sinne, Guten Nacht bzw. Guten Morgen und alles Gute, Micha.

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