Für und Wider einer Selbsthilfegruppe

Erfahrungen in Selbsthilfegruppen, Landesverbänden und Seminaren. Hier bitte keine Diskussion über BVSS-interne Themen
transit
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Beitrag von transit » 14. Oktober 2007 17:00

Hi, Erwin,
danke für den Artikel.
Ein Absatz fiel mir bzgl unserer Selbsthilfearbeit, auch hier im Forum, gleich ins Auge :

Zitat :
***************************************************************

"Angst vor der Gruppenarbeit

Konfliktarbeit ist Angstarbeit. "Angst vor dem unbekannten Fremden, vor dem Arbeiten ohne Leiter, vor der Erörterung persönlicher Probleme in einer Gruppe, vor den eigenen Konflikten und vor übler Nachrede sind auf seiten möglicher Teilnehmer die größten Barrieren." Dennoch müssen die Mitglieder einer Gesprächsgruppe lernen, sich möglichst weit von den Ängsten vor der Gruppenarbeit frei zu machen. Dabei wird der Einzelne von der Gruppe unterstützt."

*********************************************************************

Konflikt -> Stottern -> Angst -> usw.
"Ängste vor der Gruppenarbeit"- das ist dann so eine Art Selbstblockade der Selbsthilfe.

LG Isabel

Erwin
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noch ein paar infos

Beitrag von Erwin » 19. Oktober 2007 20:46

website: thorsten scherer, stottertherapieratgeber mal kritisch

eine kritische sammlung: selbsthilfe - besonderheiten der stotterer-selbsthilfe

http://www.stottertherapieratgeber.de/selbsthilfe.html

transit
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Dr.Thorsten Scherer, Dipl.Psych.Dietmar Klimmek,sr-coaching.

Beitrag von transit » 19. Oktober 2007 23:27

Die Seiten von Dr. Thorsten Scherer waren das Erste, was ich zum Stottern gelesen habe, als ich mich vor ca einem 3/4Jahr wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen begann.
Den Hinweis darauf fand ich auf den Seiten von Dipl.Psych. Dietmar Klimmek, früher selbst betroffen.

So schließt sich der Kreis.
Schade, dass so viele gute Informationen so wenig bekannt sind.

LG Isabel

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Wie fandet ihr zu einer Selbsthilfegruppe?

Beitrag von Michael13 » 22. Oktober 2007 02:38

Ein mitternächtliches Hallo an alle,

in einem anderen Thema (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=951) ergab sich die Frage, wie die Mitglieder einer SHG überhaupt dorthin gefunden hatten. Soweit ich mich erinnern kann, war es bei mir persönlich vor 11 Jahren so, dass meine Großmutter einen Zeitungsartikel gelesen hatte, dort die Nummer von der IBS in Köln stand und ich dort dann die Kontaktdaten der Ansprechperson in Dresden erhielt. Damals war das Internet allerdings noch nicht wirklich nutzbar ...

Wie war das bei Euch persönlich? D.h. wie seid ihr zu einer SHG gelangt?
Wie fanden andere Mitglieder dorthin?


Ich freue mich auf Antworten ... bis bald und alles Gute, Micha.

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Beitrag von Tarantandy » 22. Oktober 2007 11:23

Hi Micha,

eine sehr gute und wichtige Frage.
Bei mir hatte die Logopädin, bei der ich war, mal die lokale Selbsthilfegruppe angesprochen. Zu Therapie-Zeiten wollte ich davon nichts wissen, aber 1-2 Jahre später, als die Therapie schon längst vorbei war, hab ich mich daran erinnert und bei der Logopädin nochmal nachgefragt. Und so kam ich in die Selbsthilfe.

Ca. Mitte der 90er wurde auch in der TV-Sendung "Schreinemakers" 2-3 mal die Stotterer-Selbsthilfe angesprochen, was auch einige Leute darauf aufmerksam gemacht hat.

Auf jeden Fall denke ich, dass Logopäden die aktuellen Daten der lokalen SH-Gruppen immer haben sollten.

Liebe Grüße

Andi.

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So fand ich meine SHG

Beitrag von Roland Pauli » 22. Oktober 2007 12:20

In meiner Tageszeitung standen unter Termine und Treffs in unregelmäßigen Abständen: Stottererselbsthilfegruppe, Treffpunkt heute abend um 19 Uhr im Frankenhof, südl. Stadtmauerstr. 35.

Als ich mich dann nach vielen Jahren an die alten Ankündigungen erinnert hatte und ich hingehen wollte, gab es die Gruppe nicht mehr. Sie war eingeschlafen.

Daraufhin habe ich sie wiederbelebt.

Herzlichst
Roland

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wer war das

Beitrag von Erwin » 22. Oktober 2007 17:35

hallo joachim,

wer war das? in gießen. ist der irgendwo ausgerissen?



gruß erwin

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Beitrag von dosi » 22. Oktober 2007 18:59

Bei unserem letzten SHG-Abend hatten wir eine Logopädin zu Gast, die auch dem Info-Abend mit Film-Präsentation beigewohnt hat. Es war ein recht netter und intressanter Abend. Was mich etwas aus der Fassung gebracht hat, war die Äußerung besagter Logopädin, daß ich keine Therapie o.ä. bräuchte, weil ich soo selbstbewußt mit meinem Stottern umgehe. Mal ganz davon abgesehen, daß ich sowieso mache was ich für richtig ansehe - ist das nun als positiver Kommentar anzusehen oder nicht? Immer diese Meinung, daß ich ja so stark bin und alles aushalte (selbst mein Stottern) und Keiner fragt mich, ob das wirklich so ist. Ich heule eben nicht rum und wenn ich wegen meinem schlechten Sprechen traurig bin, sage ich das nicht gleich Hinz und Kunz. Manchmal hätte ich allerdings gern auch so etwas wie Verständnis. Gibt es das nicht für Power-Frauen?
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

Wolf Schneider

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Beitrag von Jaspis » 22. Oktober 2007 19:00

taschentücher bitte, zum tränen abwischen :-)))))

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Beitrag von Ralf_D. » 22. Oktober 2007 19:52

Hey Power-Frau! :wink:

So, wie ich das sehe, hat Dir die Logopädin nur ihre Wahrnehmung geschildert. So, wie Du eben auf sie (und vielleicht auch auf andere) wirkst.
Was in Dir selbst teilweise vorgeht, ob Du Sorgen, Ängste, Hemmungen und dergleichen (mit oder ohne Dein Stottern) hast, können andere wohl nur einschätzen, wenn Du darüber auch offen sprichst.

Wenn Du selbst der Meinung bist, dass Du keine Therapie brauchst, dann hat diese Logopädin doch nur Deine Haltung bestätigt, oder?

Bist Du denn selbst glücklich damit, dass alle in Dir die starke, selbstbewusste Dosi sehen? Ist das u.a. auch Selbstschutz/Abwehrverhalten?
Ich glaub, das ist immer so ne Gratwanderung, oder? Einerseits den Leuten "beweisen" zu wollen, dass Dir Stottern nichts ausmacht, dass Du darüber stehst - aber dann auch wieder Verständnis einfordern, über seine Gefühle sprechen zu wollen, ohne dabei zu sehr in die "Hilflosen-Rolle" zu rutschen....
Denn dann würdest Du wieder "Angriffsfläche" bieten.....

Oder sehe ich das alles falsch? :biggrin

Gruß
Ralf
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Beitrag von transit » 22. Oktober 2007 22:15

Genial ! §klatsch
und mutig ! :respekt:

Ganz ohne Zeitung, Radio, Internet ? im Jahr 2003. Das hat doch Vorbild-Funktion.

Die herrlichste Geschichte aller Zeiten zum Thema Stottern, Joachim.
und zum : Erfolg Direkter Kundenorientierter Werbung.

... Wie ich damals zur SHG-Hannover kam ? Ehrlich, ich weiss es nicht mehr so genau.

LG Isabel

Susanne
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Beitrag von Susanne » 22. Oktober 2007 23:28

Hallo an alle,

komme gerade vom SHG-Abend in Göttingen. Ein neues Gesicht war da. Schön.

Bei mir Zuhause hing ca zwei Jahre ein zunehmend vergilbter Zeitungsschnipsel aus der Rubrik Aktuelle Veranstaltungen: SHG Stottern jeden Montagabend. Irgendwann kam dann mein erster Montagabend.

Mehrere aus unserer SHG haben von der Erstinformation über die Existenz der Gruppe ein bis zwei Jahre "Inkubationszeit" benötigt....

Es ist nie zu spät!
Herzliche Grüße

Susanne

"Wir müssen vor Hoffnung verrückt sein." (W.Biermann)

Erwin
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frankfurt ca. 1983

Beitrag von Erwin » 23. Oktober 2007 01:46

hallo,

den tipp, die frankfurter shg zu besuchen, bekam ich von einer logopädin. die therapie bei ihr bestand im wesentlichen aus selbstsicherheitstraining und entspannungstechniken, und vielen kneipenbesuchen. da hatte ich wirklich glück. diese linke frauenbewegte logopädin in birkenstockschlappen, war schülerin von wolfgang wendtland.

die frankfurter gruppe aber, war alles andere als progressiv, die gruppe bestand ausschliesslich aus sehr konservativen jungesellen, aus freunden der individual-psychologie. die allesamt bei theo schönacker, am rudolf-dreikurs-institut waren. das waren wirklich jünger. die gruppenabende fanden privat bei klaus statt, im kinderzimmer seines elternhauses. und hatten was von einem cvjm (christlichen verein junger männer)
statt aus der bibel wurden bei kerzenlicht texte von theo schönacker laut vorgelesen.

die wesentlichen ziele der gruppe bestanden darin 'e mädche zu finde' wie man in frankfurt sagt. wenn die jünger dann am ziel waren blieben sie fort. ein work-shop für einsamme junge männer, mit fast 100 % heilungsrate. die selbsthilfe arbeit war klar strukturiert, auf jedenfall sehr zielgerichtet. unser revier zur partnersuche, war das sachsenhäuser kneipen und disco-viertel. heutige manager wären sehr begeistert, von diesem geschäftsmodell.

....
samstags fuhren die dann zu theo, nach züntersbach. theo schönacker, wirke auf mich wie ein theologe der während seiner messen zeitweise von seiner frau antonia (gesangs-lehrerin) auf dem klavier bekleidet wurde. das rudolf-dreikurs institut, hatte was von einer frei-kirche. viel spiritualität im ländlichen vogelsberg.

gesucht habe ich damals aber was ganz anderes. jetzt versteht ihr vielleicht mein misstrauen gegenüber sekten .
so war das 1983 oder so. selbsthilfe kann auch eine komische seite haben.

und wenn man die jungs mal gebraucht hat waren sie da. als ich dann später in den odenwald umgezogen bin, sind die angerückt und haben mir beim möbeleschleppen geholfen. und lange, sehr lange rad-touren haben wir gemacht. 2 aus unserer truppe sind mal an einem tag nach holland gefahren. meine längste tages-tour (250 km, 14 std) ging ausgerechnet nach köln. beim adfc (farhradclub) darmstadt heisst diese tour jeckentour. zu recht. oder?

gruß erwin
Zuletzt geändert von Erwin am 23. Oktober 2007 10:36, insgesamt 2-mal geändert.

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Stottern In-Sekten ?

Beitrag von transit » 23. Oktober 2007 09:35

Danke für den informativen Beitrag, Erwin.

Begann gerade, mich für die Schoenaker-Therapie zu interessieren. Habe ja auch Positives darüber gelesen. Da muss ein Thread her.

Allerdings : Die damaligen Jungs empfanden sich vermutlich durchaus als progressiv, könnte ich mir vorstellen. Schreibst du nicht selbst : " heutige manager wären sehr begeistert, von diesem geschäftsmodell." :wink:

Schade, dass du deinen informativen Part so selten hier auslebst, Erwin. Davon können wir doch Alle profitieren.

Sekte, ja, das ist ein stets aktuelles Thema. Kurze Leine und Scheuklappen, PseudoInnereFreiheit, die Bedauernswerten müssen wohl dauerhaft den Sinn darin aufrechterhalten, wegen dem Bedürfnis nach Orientierung. Denke ich mir so. Aber es wird wohl niemand mit Sekten-Erfahrung hier jemals etwas darüber schreiben. Da ist der Innere Konflikt wohl groß, mit dem Outen, vermute ich.
Sind Stotternde anfällig für Sekten ? Noch ein Thema.

Schoenaker (Individualpsychologischer Ansatz nach Alfred Adler) halte ich persönlich, nach meinem heutigen Kenntnisstand, keineswegs für eine Psychomarkt-Sekte. Theo Schoenaker selbst kenne ich nicht.

LG Isabel

Erwin
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stimmt

Beitrag von Erwin » 23. Oktober 2007 10:44

ja isabel,

richtig. individual psychologie nach alfred adler hat schon ihren festen platz in der psychoszene. und ist wohl auch seriös.

aber die therapeuten und natürlich auch die kundschaft, driften schon mal ab vom rechten pfad. theo schönacker, weis nicht ob er noch lebt, ist mitglied der bahai-kirche (85 war esr es). ich selbst war bis vor einigen jahren katholisch.
schönacker kann ja nichts dafür, dass er so verehrt wurde. oder doch. ich glaube es hat ihm sogar gefallen. ein netter typ, der viel menschliche wärme ausstrahlte. ähnlich wie der dorf-priester in ober-bayern. wenns gut läuft.

unschön wird es natürlich immer dann. wenn nebenwirkungen eintreten. individual psychologie wird zu gift. wenn ich als betroffener jede blockade als beziehungsstörtung bewerte. und in einen abwärtsstrudel von schuldgefühlen und zweifelsucht gerate. viel stottern = ich bin ein schlechter mensch, oder so.
sprechtechnik hat aber genauso im extrem seine nebenwirkungen. in unserer tanzschule im odenwald gibt es den 'salsa klaus', jungeselle ende vierzig. ein exelenter techniker. der übt und übt. nur tanzen kann er nicht wirklich. da schwingt nichts. ich glaube der hat gar kein hüftgelenk. und sein tanzen hat was verkrampftes, das gegenteil vom sinn des tanzens. trotzdem macht es ihm großen spass. so scheint es.

primär-therapie wie bonding z.b. ist auch nur so gut wie die lehrer und therapeuten sind. es gibt da gewaltige unterschiede. die truppe um hans-liebelt hat diese therapie in seriöser weise in ihr programm eingebaut. auch wenn das kaum wahrgenommen wird. hans liebelt wird oft dafür kritiesiert weil er so locker und unernst wirkt. was falsch ist.
das viele sprechtecknik anhänger mit solchen therapien nichts anfangen können verstehe ich sogar. deswegen sollten sie diese therapie nicht unqualifiziert zerreisen. sie kennen ja das konzept noch nicht mal wirklich.

das gehört eigentlich in den therapie-thread oder? könnt ihr meinetwegen da hinschieben.

gruß erwin

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