Greifenhofer Institut

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transit
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von transit » 14. Juni 2014 10:28

Greifenhofer Fragen

Gesendet: 13.06.2014, 10:12
Von: Corinna St.
An: transit

Hallo,
gerne beantworten wir dir deine Fragen. Welche Kosten meinst du genau? Das A.L.T-Seminar kostet (glaub ich jetzt) 1750€. Dann kommen da noch die Unterkunft und die Verpflegung dazu. Da das Seminar ja in Neroth in der Eifel stattfindet. Die Sitzungen finden in der Mausefalle in Neroth statt, dort kann man die Zeit über wohnen. Das Doppelzimmer mit Kind plus Frühstück kostet 55€. In der Mausefallke gibt es auch das Frühstück, angeschlossen an die Mausefalle gibt es noch ein Restaurant(mit moderaten Preisen). Das Aufbauseminar von 4 Tagen ist schon in den 1750€ mit drin.
Zur Hypnose können wir eigentlich nur sagen, das da bestimmt jeder anders drauf reagiert. Man liegt halt auf einer Liege und Roman fängt an, dich in Hypnose zu versetzen (wenn man sich drauf einlässt).Während der Hypnose suggestiert er dem Pat. noch einmal wie er Atmen soll, das er keinen Angst vor dem Sprechen haben soll. Bei dem Aufbauseminar kannst du dann noch eine für dich individuelle "Tiefenentspannungs_CD" erwerben. Die ist dann nur auf dich abgestimmt.
Unser Sohn hat diese CD und hört diese täglich und macht auch täglich, mehrmals seine Atemübungen und ist so gut wie stotter frei.
Falls du noch Fragen haben solltest, schreib uns doch direkt an. Da wir nicht mehr so häufig in dem Forum unterwegs sind.

Corinna Stxxx

Ich bedanke mich für die Antwort und erlaube mir, diese, da sie allgemeine informationen enthält, auch den Lesern zur Kenntnis zu geben. Danke.

Hildegard
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von Hildegard » 15. Juni 2014 11:33

transit hat geschrieben:Hallo, Hildegard und Corinna St.,
Gesagt, getan und gebucht. Im Februar 2015 war es dann soweit.
Ah,ja. :wink:

Welche Kosten ?

Welche Übungen müssen zu Hause durchgeführt werden ?

Könnt ihr die "Hypnose" bitte näher beschreiben ? Was wird da gemacht ?
Hallo ????
Ich denke Corinna hat deine Fragen schon recht intensiv beantwortet.
Ich kann das alles nur so bestätigen. Natürlich muss das Erlernte mit der Atemtechnik und dem richtigen Zeitpunkt zum richtigen Sprechen geübt werden. Roman Greifenhofer gab uns das Werkzeug und das regelmäßige Üben findet im Alltag statt.

Durch die individuelle "Tiefenentspannungshypnose" wird das Ganze unterstützt. Unser Sohn kann sich nicht immer darauf einlassen, aber wenn dann ist er richtig weit weg und anschließend voll motiviert.

Gruß Hildegard

paul.dest
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von paul.dest » 15. Juni 2014 23:49

Corinna St. hat geschrieben:Nach 10 Tage Intensivtraining bei Roman Greifenhofer in der Eifel, kam unser Sohn, als anderer Mensch nach Hause. Er konnte sprechen. Stotter frei. Unglaublich, wir konnten es nicht fassen!!! Mittlerweile sind 3 Monate vergangen, und er spricht zu 90 % ohne zu stottern. Letzte Woche war er zu einem Auffrischungskurs bei Roman Greifenhofer. Diese 3 Tage, haben ihm noch mal gezeigt, woran er noch zu arbeiten hat. Denn man braucht nicht zu denken,dass wenn man bei Roman Greifenhofer zum A.L.T.-Seminar war, das einem das "Nicht-Stottern" so einfach in den Schoß fällt. Es gehört eine Menge Selbstdisziplin, Ausdauer und tägliches Üben dazu, das dort erlernte auch zu verinnerlichen.
Ich möchte zwar nicht den Spielverderber spielen, den Bericht jedoch auch um Erfahrungen ergänzen, die sich auf einen Zeitraum erstrecken, der länger als 3 Monate ist.

Auch ich habe im Jahr 2000 einen Atemtechnik-basierten Intensivkurs gemacht (nicht bei Roman Greifenhofer), wo ich unmittelbar am Schluss "stotterfrei" sprach. Zumindest glaubte ich das damals. Der Unterschied zum Stottern davor war einfach so krass, dass man dazu neigt, die kleinen und seltenen Stotterstellen dann doch zu übersehen und unter den Teppich zu kehren.

Auch ich habe nach 3 Monaten "zu 90 % ohne zu stottern" gesprochen. Und auch hier hieß es, dass man es festigen und weiter ausbauen solle.

Die traurige Wahrheit für fast alle Teilnehmer - mich inklusive - war jedoch, dass der Erfolg unmittelbar am Schluss des Intensiv-Trainings seinen Zenit erreicht und nicht steigerbar ist. Ganz im Gegenteil: von da an geht es nur noch Berg ab. Aus einem ganz einfachen Grund: im reellen Leben - mit Arbeit, Studium oder Schule - hat man eben keine 10 Stunden am Tag, an denen man die Atemübungen machen kann. Selbst wenn man diszipliniert dran bleibt, werden die Stotterereignisse wieder häufiger und klebriger. Das ist leider der typische Verlauf aller Intensivkurse: ja, sie helfen; ja, der Erfolg ist durchschlagend; und ja, der Erfolg ist sogar wiederholbar; für die allermeisten Teilnehmer ist es jedoch eine Illusion zu glauben, dass dieser Erfolg ein halbes Jahr später in gleicher Weise anhält oder ausgebaut werden kann.

Bei allem Respekt für die Veranstalter solcher Intensivtrainings, die Verabschiedungsaussage "Ich habe Dir den Weg gezeigt, Du musst ihn jetzt nur noch weitergehen!" ist Augenwischerei. In Wirklichkeit ist der Weg bei der Verabschiedung für die allermeisten bereits zu Ende gegangen.

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Eberhard
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von Eberhard » 17. Juni 2014 11:45

Hallo Paul,

so wie dir geht es mir auch, wahrscheinlich auch allen Stotternden, die sich hier im Forum melden. Denn im BVSS-Forum melden sich nur die 20 %, bei denen das Stottern chronisch geworden ist. Die anderen 80 % kennen das Forum wahrscheinlich nicht mal und könnten aber die sich hier meldenden Mütter und Väter eher aufmuntern, statt ihnen düstere Aussichten zu vermitteln.

Wir hier sind die, bei denen das Stottern chronisch geworden ist, weil wir Stottererlebnisse mit traumatisierender Wirkung und keine wirksame Hilfe bei der Behebung des Stotterns gehabt haben.

Ein Trauma ist nach Definition keine psychische Krankheit, keine psychische Störung, sondern eine psychische Verletzung. Das können vielleicht auch diejenigen akzeptieren, die Stottern auf keinen Fall mit Psyche in Verbindung bringen wollen.

Mir ist der Zusammenhang zwischen Stottern und Traumatisierung noch nicht lange bewusst. Aber seitdem ich mich drauf konzentriere, mich aus meiner Traumatisierung herauszuwinden, habe ich zunehmend ein normales Lebensgefühl und nicht mehr das typische Lebensgefühl eines Stotternden, welches Petra und transit zuletzt erwähnt haben.

Und das Stottern ist ohne die Traumatisierung tatsächlich zu bewältigen, weil ohne die Wirkung einer Traumatisierung die Fähigkeit zur Selbstregulation wieder da ist. Das Gefühl, gleich stottern zu müssen, kommt ab und zu noch, aber ich habe Mittel, mich darüber zu erheben und mich nicht von ihm zwingen zulassen.

Es gibt gute Bücher über Traumata und deren Folgen und Wege zur Selbsttherapie. Selbsttherapie ist vielleicht nicht jedermanns Sache, weil man dabei auch Krisen selbst durchstehen muss. Wer aber eine Psychotherapie in Erwägung zieht, der sollte sich nach einem Therapeuten mit Erfahrung in der Traumatherapie umsehen, sonst macht sie, glaube ich, keinen Sinn.

Es wurde hier lange über die Antizipation beim Stottern geschrieben. Was ist das anderes als eine posttraumatische Belastungsstörung? Wobei die Traumatisierung beim Stottern mit jedem Stottern weitergeht.

Eberhard
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Du und ich sind kein wir.

Beitrag von paul.dest » 17. Juni 2014 21:29

Hallo Eberhard,

..

Zweitens habe ich in meinem obigen Beitrag gar nicht beschrieben, wie es mir geht, sondern den typischen Verlauf der (abwesenden) Langzeitwirkung der Intensiv-Trainings. Mir dagegen geht es nicht mal annähernd so wirkungslos. Denn die von mir erlebte Tatsache, dass sich das Stottern durch die in solchen Trainings geübten Atemtechniken in seiner Häufigkeit und Schwere gravierend reduzieren lässt - wenn auch nur für wenige Monate anhaltend - , hatte mich damals veranlasst nach Möglichkeiten zu suchen, die Quintessenz dieser Übungen so weit zu isolieren, dass sich der Zustand auch mit wenigen Minuten täglichen Trainings aufrechterhalten lässt. Es hat zwar mehrere Jahre gedauert, aber letztendlich ist es mir gelungen, diese Quintessenz zu isolieren: Stichwort "Pustomat".

Die einzelnen Zwischenergebnisse dieses Weges und das Endergebnis lassen sich in folgenden Beiträgen nachlesen/nachschauen:
...
Eberhard hat geschrieben:Wir hier sind die, bei denen das Stottern chronisch geworden ist, weil wir Stottererlebnisse mit traumatisierender Wirkung und keine wirksame Hilfe bei der Behebung des Stotterns gehabt haben.
Auch hier: behalte Dein "wir" für Dich selbst und für solche Personen, die mit seiner Anwendung auf sich einverstanden sind! Ich bin es nicht.

"Stottererlebnisse mit traumatisierender Wirkung" - Deiner Definition zufolge wären das Stotterereignisse, deren Erleben (aufgrund der sozialen Konstellation?) mit psychischer Verletzung einhergehen - führen nicht zur sogenannten Chronifizierung des Stotterns. Weder gibt es Belege dafür noch ist die Behauptung in irgendeiner Weise plausibel. ...
Eberhard hat geschrieben:Das Gefühl, gleich stottern zu müssen, kommt ab und zu noch, aber ich habe Mittel, mich darüber zu erheben und mich nicht von ihm zwingen zulassen.
Mittel, die da konkret wären? In der abstrakten Form schreibst Du darüber schon seit Jahren. Eine konkrete Aussage bleibt jedoch seit Jahren aus.

Im übrigen bin ich mir immer noch unsicher, ob Du überhaupt stotterst oder an einer Form von sozialer Phobie leidest. Vermutlich an beidem. Wie auch immer, es scheint mir, dass Du die beiden Dinge nicht auseinander halten kannst. Und das ist wiederum eine verdammt schlechte Grundlage für ein "wir". Denn an sozialen Phobien habe ich nie gelitten.
Eberhard hat geschrieben:Es wurde hier lange über die Antizipation beim Stottern geschrieben. Was ist das anderes als eine posttraumatische Belastungsstörung?
Kurze Antwort: etwas gänzlich anderes.

Kurzer Korrektur: Du meinst wohl die "Antizipation des Stotterns". Wenn nicht: was soll denn beim Stottern antizipiert werden?

...

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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von Eberhard » 18. Juni 2014 15:06

Hallo Paul,

mir ging es vor allem darum, dir zu sagen, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn du versuchst, hoffnungsvolle und zuversichtliche Mütter durch Verkündung düsterer Aussichten in dein Jammertal herunterzuziehen. Das Jammertal, welches du dir durch eifriges Sammeln wissenschaftlicher Zitate und andere Aktionen einigermaßen erträglich zu gestalten suchst.

Paul, du bist schon gewaltig traumatisiert, das kann ich in deinen Beiträgen hier ablesen, die oft ein typisches Trauma-Folge-Verhalten wiedergeben. Vielleicht nicht mal nur durch Stottern, sondern auch durch andere Erlebnisse. Wenn wir uns darüber weiter streiten wollen, dann aber bitte nicht hier, sondern in einem anderen Thema. Das Thema Stottern und Trauma wäre doch mal ein wirklich gutes Streit-Thema.

Übrigens ist ein traumatisiertes Dasein kein Sonderfall von Stotternden oder Vergewaltigten. Es ist in der Menschheit leider sehr weit verbreitet und die tiefere Ursache für viel Unglück. Aber zum Glück gibt es heute genügend Erkenntnisse darüber, wie man daraus wieder herausfinden kann.

Ich konnte inzwischen von meinem Trauma-Folge-Verhalten schon einiges ablegen, z.B. meine Art, mich nach persönlichen Angriffen einfach eine Weile zurückzuziehen. Nicht, dass ich jetzt aggressiv werden würde, sondern indem ich meine Argumentationskette auch bei Gegenwind mit Gelassenheit weiterführen kann.

Eberhard
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Re: "das Jammertal"

Beitrag von paul.dest » 18. Juni 2014 16:00

Eberhard,

Offenbar hast Du Dir wieder mal eine Phantasiewelt geschaffen. Und mir sogar eine Hauptrolle darin verliehen. Danke, aber ich will sie nicht:
  1. "Das Jammertal", dessen "Verkünder" ich sein soll, gibt es nur in Deiner Phantasie. Wenn Du meinen obigen Beitrag gelesen und verstanden hättest, dann hättest Du bemerkt, dass ich beschrieben habe, wie die erfolgreiche Wirkung der Intensivtrainings - sofern sie denn erreicht wird - auch langfristig aufrechterhalten werden kann. Nur geht das bei den meisten Stotterern eben nicht mit denselben Methoden und Übungen wie sie in entsprechenden Instituten gelehrt werden, weil diese Methoden und Übungen auf eine 10-Stunden-pro-Tag-Anwendung ausgelegt sind, die man als normaler Mensch am Tag aber nicht zur Verfügung hat.
    • Dass die gelehrten Methoden bei den meisten keine Langzeitwirkung entfalten, heißt nicht, dass es sie bei keinem gibt. Über Vorzeige-Ausnahmen wie Pascal Kurschildgen habe ich schon mal geschrieben: "Warum ich podcaste | die Wahrheit dahinter"
      • Der oben berichtete Umstand, dass die Wirkung bei den meisten Stotterern sich mit den gelehrten Methoden nicht aufrechterhalten lässt, ist keine Schlussfolgerung "wissenschaftlicher Zitate", sondern eine direkte und eigene Erfahrung: ich war im Jahr 2000 in einem Atemtechnik-Intensiv-Kurs mit etwa 10 anderen Stotternden und bin über deren Therapie-(Miss)Erfolge und das langfristige Schwinden der Erfolge gut informiert.
        • Doch wo Du das Stichwort "wissenschaftliche Zitate" fallen lassen hast: auch unabhängig meiner persönlichen Erfahrung gibt es größer angelegte Erhebungen über die Wirksamkeit von Hypnosetherapien gegen Stottern (nicht am konkreten Fall Greifenhofer).
          Wirksamkeit: im statistischen Mittel nicht existent.
          Wobei ich Greifenhofer trotz der Marktpositionierung über Hypnose eher zu den Atemtechnik-Anbietern zähle. Vielleicht irre ich mich in diesem Punkt, denn persönliche Erfahrungen mit Greifenhofer habe ich nicht. Meine Einordnung von Greifenhofer als "Eigentlich-Atemtechnik-Anbieter" beruht auf Berichten anderer Greifenhofer-Absolventen und den vier Fernsehberichten, die ich über das Greifenhofer-Institut gesehen habe.
        Eberhard hat geschrieben:Paul, du bist schon gewaltig traumatisiert, das kann ich in deinen Beiträgen hier ablesen, die oft ein typisches Trauma-Folge-Verhalten wiedergeben. ... Wenn wir uns darüber weiter streiten wollen, ...
        Eberhard, Du bist schon gewaltig verdummphantasiert, das kann ich in Deinen Beiträgen hier ablesen, die oft ein typisches Nichts-Verstanden-Aber-Viel-Phantasiert-Verhalten wiedergeben. Ich wiederhole es nochmal: weder will ich mich mit Dir streiten noch bin ich an Dir in irgendeiner Weise persönlich interessiert. Wenn ich auf Deine Äußerungen in diesem Forum reagiere, dann nur um herbeiphantasierte Dummheiten über Stottern nicht unkommentiert stehen zu lassen. Du persönlich interessierst mich dagegen nicht. - Ich bitte Dich, das in Zukunft zu berücksichtigen und mich nicht immer wieder anzuschreiben: weder öffentlich noch privat.

        Viele Grüße,
        Paul
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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von PetraS » 19. Juni 2014 19:35

        Hallo Eberhard,
        Eberhard hat geschrieben: ...das typische Lebensgefühl eines Stotternden, welches Petra und transit zuletzt erwähnt haben.
        Was bitte schön soll ich da gesagt haben und wo? Gibt es so etwas überhaupt, ein typisches Lebensgefühl von Stotternden? Wo steht das?
        Eberhard hat geschrieben: Es wurde hier lange über die Antizipation beim Stottern geschrieben. Was ist das anderes als eine posttraumatische Belastungsstörung?
        Ich habe das Wort "Antizipation" in einem völlig anderen Zusammenhang erwähnt und begreife nicht, welche Verbindung zu irgendwelchen PTBS-Erfahrungen es geben soll. Immerhin ist das eine eine Vorausempfindung und das Andere etwas, das im Nachhinein entsteht. Also du siehst, du wirfst hier zwei gegensätzliche Dinge in einen Topf.
        Ich bescheinige mir hiermit, an keinerlei PTBS-Symptomen zu leiden. Tue ich auch nicht.

        Gruß
        Petra

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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von SteffenW. » 18. Juli 2016 20:09

        Hallo Leute

        Ich will mal meine Erfahrung mit euch teilen und auch was zu Roman !

        Zu Roman : ich habe öfter gelesen das Roman als unsympathisch usw dargestellt wird , Leute ihr müsst Roman nicht heiraten !

        Ich persönlich fand Roman sehr nett und sympathisch , hab mich auch super mit Roman verstanden !

        Zur Therapie :

        Roman zeigt uns den Weg zum stotterfreien sprechen , in den Tagen fordert Er uns mit unterschiedlichen Aufgaben die für Stotterer immer der Horror war !

        Ich will jetzt auch garnicht soviel schreiben , ich kann nur sagen :

        Das Geld hat sich voll gelohnt ich bin ein völlig neuer Mensch und stotterfrei !


        Schöne Grüße

        Steffen

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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von PetraS » 19. Juli 2016 11:56

        Hallo Steffen,
        schön dass du es ins Forum gefunden hast.
        Es wäre schön, etwas mehr von dir zu erfahren, z.B. wie alt du bist und ob bzw. welche Therapien du bereits vor Greifenhofer gemacht hast.

        Auch würden wir uns freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hältst, wie es dir in der nächsten Zeit ergeht.
        Interessant wäre auch zu erfahren, wie lange dein Greifenhofer-Besuch jetzt her ist.

        Danke!
        Petra

        SteffenW.
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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von SteffenW. » 16. August 2016 19:36

        Hallo Petra

        Sorry für die späte Antwort , hab beruflich ziemlich viel um die Ohren !

        Ich bin 27 Jahre alt

        Ich hatte eine 1 Jährige Therapie beim Logopäden , leider ohne Erfolg :-(

        Mein Besuch beim GI ist nun 4 Wochen her , habe bisher noch nix zu meckern... ;-)

        Melde mich dann wieder....

        Schönen Abend noch

        Gruß Steffen

        M.J.
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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von M.J. » 3. Oktober 2016 13:38

        Hallo zusammen,
        auch ich möchte gerne meine Erfahrungen mit dem Greifenhofer Institut teilen, wo ich dieses Jahr eine Therapie absolviert hatte.
        Aufgrund ein paar TV Auftritte bin ich auf diese Therapie aufmerksam geworden und fuhr schließlich zu dem 8-tägigen Seminar. Gleich zu Beginn teilte Greifenhofer mit, dass das Seminar sich auf 7 Tage verkürzt, da das auch vollkommen ausreichen würde. Nun gut, mir war es recht, es war ohnehin eine sehr unschöne Gegend und ich habe mich dort nicht besonders wohl gefühlt.
        Aber nun zur Therapie: Auf der Homepage vom Greifenhofer Institut wird mit „mindestens 5 Stunden täglichem Training“ geworben, während meiner Tage dort hatten wir lediglich drei Stunden pro Tag und somit ca. 12 Stunden Freizeit. Diese sollten wir laut Greifenhofer selbstständig zum Üben nutzen. Ich habe davor andere Therapien absolviert, bei denen man täglich 10 Stunden in der Gruppe und zusammen mit dem Therapeuten an seinem Stottern gearbeitet hat, da waren diese 3 Stündchen pro Tag schon ein ziemlicher Schock für mich. Innerhalb dieser drei Stunden wurde dann eine „Hypnose“ gemacht, wir lagen mit Isomatten auf dem Fußboden und Greifenhofer sprach seinen Hypnosetext. Das alles ähnelte jedoch viel mehr einer Entspannungsübung, es begann stets mit der autogenen Trainingsform „deine Arme und Beiden werden schwer“, und auch der Inhalt war stets sehr allgemein, also nicht individuell auf den Einzelnen abgestimmt. Somit stand die Hypnose sehr im Widerspruch zu der Darstellung in einem der TV-Beiträge, wo der Teilnehmer bei einer Einzelhypnose auf einer schönen Massageliege gefilmt wurde… die Realität bei uns im Kurs sah da ganz anders aus. Die Hypnose an sich handelte dann davon, dass man angstfrei und gelöst in allen Situationen sprechen könne und sollte sich im Unterbewusstsein verfestigen. Nach 20 Minuten war Schluss, und das ganze einmal pro Tag, also insgesamt 7 „Hypnosesitzungen“ während der Therapie. Auf der Homepage wird zudem mit einer „Begleitung durch eine Heilpraktikerin/Psychotherapie während der gesamten Therapie“ geworben, ich habe in meiner Woche dort jedoch nie eine solche Heilpraktikerin zu Gesicht bekommen, geschweige denn eine Psychotherapie erlebt.
        Vom Inhalt her wurde dann in der restlichen Therapiezeit hauptsächlich „Ich packe meinen Koffer“ gespielt, und ein Frage-Antwort-Kartenspiel, das wir uns reihum immer wieder vorlesen mussten. Greifenhofer unterbrach währenddessen auch gerne mal die Sprechenden, sei es, um zu ermahnen, dass man nicht genügend auf den Bauch konzentriert war, oder aber, um eine persönliche Geschichte aus seinem Leben mit einzubringen (das geschah häufig und hatte nichts mehr professionellen Therapiesitzungen zu tun). Ich durfte mir zudem auch noch schlechte Witze anhören, die weit unter die Gürtellinie gingen und mich somit an jeglicher Professionalität zweifeln ließen.
        Dann gab es noch das Telefontraining, bei dem wir Teilnehmer reihum den Pizza-Service anrufen sollten. Man sah und wusste, dass es sich am anderen Ende der Leitung jedoch keinesfalls um einen echten Lieferservice handelte, sondern um Greifenhofers Frau, wodurch Sinn und Effektivität dieser Aufgabe für mich nicht mehr zu erkennen waren. Wir wussten ja alle, dass man von Greifenhofers Frau keine negative Reaktion erwarten muss, von daher war die Aufregung auch dementsprechend niedrig und diese ganze Übungssituation hatte wenig mit den realen Stressmomenten eines Stotterers zu tun. Anschließend rief uns Greifenhofers Frau nochmal der Reihe nach zurück und wir sollten etwas plaudern, und dass war dann das ganze Telefontraining. Wenn ich mich an vorherige Therapien erinnere, wo wir schwitzend und mit klopfendem Herz vor dem Telefon saßen und jeder mindestens 10 Mal bei den unterschiedlichsten Stellen anrufen sollte mit Personen am anderen Ende, die tatsächlich nichts von unserem Stottern wussten und uns wirklich fremd waren, ist der Übungseffekt dieses Telefontrainings á la Greifenhofer schon sehr fraglich.
        Alles in allem basiert seine Therapie auf der oben genannten Hypnose und der dazugehörigen Atemtechnik (Zwerchfellatmung: man atmet durch die Nase ein, und durch den Mund aus). Gleichzeitig soll man immer den Blickkontakt zum Gegenüber halten und an nichts Anderes mehr denken als an seinen Bauch, was mir gleich zu Beginn schon fraglich vorkam, denn wie soll ich mich beispielsweise in einem schwierigen Verkaufsgespräch inhaltlich gut ausdrücken, wenn ich mich ausschließlich auf meinen Bauch konzentriere? Vielleicht gibt es ja Menschen, die das gleichzeitig hinkriegen, mein Gehirn und ich sind damit leider etwas überfordert ;-) Nun gut, durch diese Ablenkung auf den Atemfluss soll man nach Greifenhofers Theorie also keine Zeit mehr haben an das Stottern zu denken, somit soll das Stottern auch nicht mehr auftreten. Ich habe während meiner Zeit dort Leute getroffen, die durch die Anwendung der Technik sehr wohl einen positiven Einfluss auf ihr Sprechen wahrgenommen haben, und auch ich selbst konnte während der Woche viel besser sprechen. So erging es mir aber in JEDER meiner bisherigen Therapien und überall habe ich andere Stotterer getroffen, für die die jeweilige Therapieform positive Auswirkungen hatte. Für mich steht jedoch ganz klar fest, dass das besser erlebte Sprechen darauf basiert, dass man sich während einer Therapie in einem geschützten Rahmen befindet, weit weg vom Alltagsstress und umgeben von Menschen, von denen man keine negativen Reaktionen zu erwarten hat. Meiner Erfahrung nach spricht also JEDER Stotterer während einer Therapie besser als sonst, und die kurzen Vorher-Nachher-Videos, die dann im Internet präsentiert werden und während der Therapie gedreht worden sind, vermitteln dann das trügerische Bild einer Heilung oder eines unglaublichen Erfolges. Ob eine Therapie aber wirklich erfolgreich ist, kann sich erst NACH der Therapiezeit wirklich zeigen, und so haben die meisten Stotterer am Ende der Therapie bereits den Höhepunkt ihres Sprecherfolgs erreicht, und die alten Gewohnheiten und Probleme, und somit auch das Stottern, kommen im Alltag nach und nach zurück.
        Wenn man Greifenhofer im Nachhinein berichtet, dass man Schwierigkeiten mit der Umsetzung seiner Methode hätte, bekommt man lediglich zu hören, dass das an der eigenen Motivation liegt und man wohl nicht genug geübt hätte – ohne auch nur einmal nachzufragen, wie oft man denn mit der Technik trainiert hätte und wo genau die Schwierigkeiten liegen. Ja, so macht man es sich leicht…
        Abschließend möchte ich auch nochmal betonen, dass ich mich nach keiner meiner bisherigen Therapien so wenig therapiert gefühlt habe wie nach dieser, und sich auch trotz der Anwendung der Atemtechnik in Stresssituationen für mich nichts verändert hat.
        LG,
        M.J.

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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von dosi » 4. Oktober 2016 11:43

        Hallo M.J.,
        ich danke dir, dass du so offen und sachlich über die Therapie berichtet hast. Über Greifenhofer wurde ja schon einige Male im Fernsehen etwas ausgestrahlt. Leider ist die Realität ja wohl ganz anders als da gezeigt. Wird dort eine "Nachsorge" betrieben oder darf man nur anrufen und bekommt dann gesagt, dass man selber Schuld trägt, wenn sich keine Erfolge einstellen? Muß diese Therapie eigentlich selber bezahlt werden?

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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von Torsten » 5. Oktober 2016 11:37

        Vielen Dank für diesen ausführlichen und sachlichen Bericht!
        www.stottertheorie.de

        M.J.
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        Re: Greifenhofer Institut

        Beitrag von M.J. » 6. Oktober 2016 09:54

        Hallo Dosi,

        genau, aufgrund der positiven Darstellungen im TV und im Internet (die mich ja auch dazu bewogen haben an der Therapie teilzunehmen) war es mir nun sehr wichtig, meine persönlichen Erfahrungen mit euch zu teilen.
        Es besteht die Möglichkeit einer 4-tägigen Nachsorge, die man ein paar Wochen nach der Therapie wahrnehmen sollte. Die Kosten dafür sind schon im bezahlten Gesamtpreis, also den 1750€, enthalten. In den meisten Fällen wird diese Therapie nicht von den Krankenkassen übernommen, aber es gibt wohl seltene Einzelfallentscheidung. Den kompletten Betrag wollte Greifenhofer übrigens von den Teilnehmern aus meinem Kurs in bar...
        Und ja, ich habe die Erfahrung gemacht, dass man prompt zu hören bekommt, es läge an der eigenen Motivation, wenn man mit der Technik Schwierigkeiten hat, ganz ohne weitere Nachfragen oder Interesse seinerseits. Ein anderer Teilnehmer hat mir das ebenso bestätigt, dass Greifenhofer ihn für alles, was ihm nicht gelingt, selbst verantwortlich macht - nicht seine Technik oder mögliche andere Einflüsse.

        Liebe Grüße,
        M.J.

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