Greifenhofer Institut

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Peg16
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von Peg16 » 3. November 2016 15:44

Liebe Petra,
Deine ausführliche Antwort überrascht mich doch sehr! Meinen freien Text so auseinander zu dividieren ist interessant! Eigentlich wollte ich mich nicht weiter an einer Diskussion im Forum über Herrn Greifenhofer beteiligen. Aber aufgrund deines letzten Beitrags fühle ich mich aber als Mutter benötigt hier ein letztes Mal zu reagieren.
Deine Sorge um meine 15-jährige Tochter ist sicherlich gut gemeint, aber unbegründet! Wir pflegen einen liebevolles und intensives Verhältnis!
Als Mutter habe ich nur den Wunsch meiner Tochter zu unerstützen und ihr zu helfen und das nicht nur weil ich der der Bringschuld bin und sie noch minderjährig ist. Sicherlich, kannst du das als Mutter nachempfinden! Unser intensives Verhältnis ist sicherlich so stark., da mein Engel ein als Frühchen mit vielen Problemen zur Welt kam. Wir hatten viele gesundheitliche Herausforderungen zu bestehen und ich bin heute sehr dankbar, dass ich bei meinen Entscheidungen oftmals auf mein so genanntes Bauchgefühl gehört hatte und auch alternativen Methoden vertraut habe. Es fühlte sich richtig an, also haben wir gemeinsam die Entscheidung getroffen und es probiert. Im anderen Fall wäre meine Tochter heute sicherlich nicht da, wo sie jetzt ist und damit meine ich nicht nur ihr sprachliches Problem! "Wer nicht wagt der nicht gewinnt!"
Zur sprachlichen Vergangenheit meiner Tochter möchte ich in insoweit nur berichten, dass sie sagt eine sehr starke Stotterin seit ihrem zweiten Lebensjahr war! Damals war sie nicht in der Lage auch nur annähernd ihren Namen oder gar einen Satz zu sagen. Das Ganze stellte sich so dramatisch dar, dass mir bei Ihren Versuchen oftmals die Tränen kamen. So sehr habe ich Ihren Schmerz mitgefühlt. Ich glaube deshalb, dass eine Mutter sich sehr wohl in die Lage ihres Kindes versetzen und den Schmerz oder die Demütigung genauso spüren kann. Bis heute haben wir also schon einen langen und steinigen Weg mit 10 jähriger Erfahrung verschiedenster Logopäden, Sprachheilschule und 2 Intensivtherapien (eine davon im Greifenhofer Institut) hinter uns. Der "Abnutzungseffekt" ist mir aus einer anderen Intensivtherapie sehr wohl bekannt und genau deshalb haben wir nach neuen Wegen gesucht! Auch ich mußte mich in den letzten Jahre für meine Tochter mit etlichen Studien auseinandersetzten. Weiß von daher auch, dass es sehr viele Therapien gibt, die vor 10 oder gar 20 Jahren hoch gelobt wurden und heute als nicht sinnvoll dargestellt werden. So wird es immer sein, die Wissenschaft und der Mensch entwickeln sich weiter. Auch in der Allgemeinmedizin ist das so ( siehe als Bsp. Akkupunktur oder Globolis)!
Meine Tochter kennt die Erfahrung der Ausgrenzung aufgrund Ihres Sprachproblems und genau deshalb arbeitet sie, aus eigenen Antrieb, hart an sich!
Sie möchte nicht mehr durch Ihr Sprachproblem im Mittelpunkt stehen oder ausgegrenzt werden! Heute besucht mein Engel ein Gymnasium und niemand dort weiß von Ihren Sprachproblem! Sie selbst ist so stolz auf Ihre Leistung und ich als Mutter freue mich jeden Tag mit ihr! Genau deshalb hatte ich mich hier gemeldet, um auch eine positive Erfahrung bekannt zu geben. Warum kommt es mir so vor, als wäre die Moderation hier im Forum nicht neutral? Vielleicht weil jede positive Äußerung über die Greifenhofer Therapie zerpflückt wird? Tatsächlich wurde mir sogar gestern von einem sehr renommierten American Chiropraktiker bestätigt, dass er Herrn Greifenhofer's Erfolge in der Vergangenheit live erlebt hatte. Er hatte früher mit ihm zusammengearbeitet! Da ich Herrn Greifenhofer nur aus der Therapie kenne und weder mit ihm verwandt bin, noch vorher über ihn gelesen hatte, bin ich dankbar nur im Vorfeld einige Beiträge gelesen zu haben. Ich hatte mir unbeeinflusst eine alte Kerner Sendung angesehen, von dem man bekanntermaßen eingeladen werden muß. Mich beeindruckte Herrn Greifenhofers Methode sehr! Hier im Forum spüre ich eher eine ablehnende Haltung und ich beobachte, dass echte Meinungsfreiheit irgendwie anders aussieht! Ich verabschiede mich hiermit! Meine Zeit ist mir dann doch zu schade, denn ich glaube nicht wirklich daran, dass meine Beiträge wirklich etwas bewegen!
Nichts für Ungut!
herzliche Grüße
Peg16

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PetraS
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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von PetraS » 5. November 2016 12:05

Hallo,
vorab einmal ein Hinweis an @greifenhofer: Ich habe gerade mal in den Mitgliedern nachgesehen, ein User "Greifenhofer" ist bei uns als aktiver User gemeldet, und ich kann versichern, dass weder das Moderatorenteam, noch der Admin in irgendeiner Weise Greifenhofer gesperrt haben. Solche Maßnahmen stehen uns grundlos nicht zu, außerdem wird hier die Meinungsfreiheit NICHT beschränkt, es sei denn, es handelt sich um Spam oder um persönliche Beleidigungen. Wir sind an einer vielseitigen Diskussion interessiert, dazu gehört aber auch, dass man sich kritischen Fragen stellen muss.
Nun zu dem Beitrag von Peg16, auch wenn sie vielleicht nicht mehr mitliest.
Peg16 hat geschrieben: Deine ausführliche Antwort überrascht mich doch sehr! Meinen freien Text so auseinander zu dividieren ist interessant!
Das ist der Sinn der Zitierfunktion. Dann kann man sich besser über einzelne Teile unterhalten und genauere Fragen stellen.
Peg16 hat geschrieben: Deine Sorge um meine 15-jährige Tochter ist sicherlich gut gemeint, aber unbegründet! Wir pflegen einen liebevolles und intensives Verhältnis!
Dies habe ich niemals in Frage gestellt.
Peg16 hat geschrieben:Meine Tochter kennt die Erfahrung der Ausgrenzung aufgrund Ihres Sprachproblems und genau deshalb arbeitet sie, aus eigenen Antrieb, hart an sich! ... Heute besucht mein Engel ein Gymnasium und niemand dort weiß von Ihren Sprachproblem!
Bei dem letzten Satz wird mir ehrlich gesagt ganz mulmig. Es ist mit das Kontraproduktivste beim Stottern, was es gibt, wenn man um alles in der Welt verhindern will, dass die Umwelt von dem Sprechproblem etwas mitbekommt. Das Stottern - das ja niemals weg ist - schwebt dann wie ein Damoklesschwert über einem, und wenn dann tatsächlich ein Block auftritt, selbst ein ganz kleiner, trifft es einen mitten ins Herz und kann zu unverhältnismäßigem Frust führen, wenn man nicht in der Therapie darauf entsprechend vorbereitet wird.

Viele Therapien machen es deshalb den Betroffenen zur Aufgabe, nach oder während der Therapie vor der Klasse, vor allen Mitschülern vom Stottern und von der Therapie zu berichten, damit alle Beteiligten Empathie entwickeln können und eben KEINE Ausgrenzung stattfindet. Nur wer über ein Problem wie Stottern informiert ist, kann auch Empathie entwickeln. Und leider ist die deutsche Gesellschaft keineswegs über Stottern aufgeklärt, im Gegenteil, die in Filmen transportierten Vorurteile oder die Witzfigur des dummen Stotterers geistern noch in vielen Köpfen herum.
Peg16 hat geschrieben:Sie selbst ist so stolz auf Ihre Leistung und ich als Mutter freue mich jeden Tag mit ihr! Genau deshalb hatte ich mich hier gemeldet, um auch eine positive Erfahrung bekannt zu geben.
Mich freut das, dass es euch so gut geht. Ich mache mir halt nur berechtigte Sorgen, das ist alles!
Peg16 hat geschrieben:Warum kommt es mir so vor, als wäre die Moderation hier im Forum nicht neutral? Vielleicht weil jede positive Äußerung über die Greifenhofer Therapie zerpflückt wird?
Ich bin nur eine von drei Moderatoren und damit nicht stellvertretend für die Moderation hier im Forum. Ich bin auch von niemandem beauftragt worden, irgend etwas schlecht zu reden, was gut ist. Insbesondere bin ich nicht der verlängerte Arm der BV, sondern genau so ein User wie jeder andere auch. Allerdings habe ich mich vielleicht intensiver als die meisten Menschen mit dem Thema Stottern befasst.
Ich beurteile die jeweilige Therapie nach zwei Kriterien:
  • Mit welchen Versprechungen und auf welcher Theorie des Stotterns die Methode aufgebaut ist,
  • Welchen dauerhaften Erfolg sie hat. Wobei Erfolg für mich nicht die objektive Sprechflüssigkeit, sondern die Zufriedenheit des Betroffenen ist, wie er sich nach der Therapie für seine Zukunft mit dem Stottern gerüstet fühlt.
Peg16 hat geschrieben:Hier im Forum spüre ich eher eine ablehnende Haltung und ich beobachte, dass echte Meinungsfreiheit irgendwie anders aussieht! Ich verabschiede mich hiermit! Meine Zeit ist mir dann doch zu schade, denn ich glaube nicht wirklich daran, dass meine Beiträge wirklich etwas bewegen!
Meinungsfreiheit bedeutet auch, dass man sich Rückfragen aussetzt. Und meine Erfahrung mit der Auseinandersetzung mit kritischen Rückfragen ist die, dass man sehr viel daraus lernt und viel mehr reflektiert.
Mir wie auch dir geht es nur um die Sache, nämlich dass ein derzeit 15-jähriges Mädchen, das sein ganzes Leben noch vor sich hat, glücklich MIT ihrem Stottern auch in Zukunft klar kommt. Und was ich gemacht habe, ist lediglich der Hinweis darauf, dass das Kapitel Stottern mit dem Besuch bei Greifenhofer nicht abgeschlossen ist. Denn Stottern nach so einer langen Stottergeschichte ist in aller Regel NICHT heilbar.
Würde mich freuen, in einem Jahr von euch zu hören. Dann wäre ich überzeugt!
Gruß
Petra

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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von Ralf_D. » 12. November 2016 09:20

Guten Morgen,
ich möchte mich zum Thema Greifenhofer auch mal zu Wort melden.

Vor etwa 20 Jahren kam ich zum ersten Mal mit dem Institut in Kontakt, da ich in der Sendung "Schreinemakers Live" ein Video eines am 1. Tag sehr stark stotternden Mannes sah, der am 10. Tag bereits symptomfrei (!!) war.
Darauf hin kam der "Therapeut" Herr Greifenhofer zu Wort, und erzählte, dass man dies mittels "Hypnose" und Zwerchfellatmung erreichen könne.
Ich dachte zu dem Zeitpunkt an sogen. "Tiefenhypnose" und dass man dadurch vielleicht in seine frühe Kindheit zurück versetzt werden könne, um das Stottern "auszulöschen"....
Ja, das waren meine Gedanken.
Aber ich bin mir sicher, ich war/bin nicht der einzigste, der diese Vorstellung hatte.
Zu der angeblichen "Hypnose" aber später mehr.

Für mich war das wie ein Erdbeben meiner Gefühle, ich brach in Tränen aus. Ich dachte mir, DAS ist die RETTUNG für mich. Bei diesem Menschen werde ich GEHEILT !!
Ich dachte, scheißegal wie teuer diese "Therapie" sei... auch wenn das 30.000 DM kosten würde... ich würde meine ganzen Ersparnisse zusammen kratzen, denn das Ergebnis sei mit Geld nicht aufzuwiegen.

Sicherlich war ich damals (mit ca. 30 Jahren) in Sachen "Stottertherapie" noch nicht so erfahren, wie heute, denn sonst würde ich jedem (!!), der diese "Therapie" angehen möchte, davon abraten, bzw. ich würde ihm sagen, er solle sich von den 2000 Euro lieber eine schöne Mittelmeerreise leisten, das hätte sogar einen ähnlichen Effekt aufs Stottern, wie diese 10 Tage bei Herrn Greifenhofer. :mrgreen:

Natürlich habe ich die (damals) 2500 DM sofort !! überwiesen (dies war ja schließlich gefordert) und habe mich sehr gefreut, als ich die Nachricht bekam, das Geld sei eingegangen und ich könne die Therapie 4 Wochen später beginnen.

Ich hab mich dann am nächsten Tag ins Auto gesetzt und Herrn Greifenhofer in Paderborn besucht. Er hatte zufällig gerade Zeit und spielte mir ein paar seiner Videos vor.
Aber komisch, so richtig "geheilt" wirkten diese ehemaligen Absolventen der Threapie nicht auf mich.
Ein erster kleiner Dämpfer für mich und meine Hoffnungen, dennoch versprach mir Herr Greifenhofer, dass ich durch seine Methode anschließend nicht/nie mehr stottern würde. Das beruhigte mich nun wieder.

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Der 1. Tag im Institut in Paderborn war dann eine tiefe Ernüchterung, ja Enttäuschung für mich.
Wir bekamen ein paar Unterlagen, es wurde uns etwas von Zwerchfellatmung erzählt und am Ende folgte die sogen. "Hypnose" im Sitzen, die aber nichts weiteres war, als eine Entspannungsübung (mit positiven Suggestionen), wie sie in jedem zweiten VHS-Wochenend-Seminar angeboten wird und was man bei Ebay oder auf dem Flohmarkt auf MC oder CD in Hülle und Fülle hinterher geworfen kriegt... nur eben diesmal aufs Stottern bezogen.

to be continued...

P.S. Ach, reicht erst mal, was soll ich mir die Finger wund schreiben, über einen Geschäftsmann, der mit trivialen und banalsten Methoden versucht, Stotterer zu "heilen" und als "Beweis" dafür ein 20 sekündiges Video vorspielt. :lol:
We are Motörhead und we play Rock n' Roll!

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Re: Greifenhofer Institut

Beitrag von PetraS » 25. November 2016 13:36

Hallo Ralf,
eigentlich war ich sehr gespannt darauf, wie es in deiner Geschichte weitergeht, und ich glaube, dass auch andere Forumsmitglieder immer noch sehr neugierig sind.
Würde mich freuen, von dir zu hören.
Gruß
Petra

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