DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Fragen, Erklärungen, allgemeine Diskussionen und Erfahrungsberichte zu bestimmten Therapiekonzepten (reine Sprechtechniken, Non-Avoidance-Ansatz, ...). Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
kathi511
neu
neu
Beiträge: 3
Registriert: 2. Februar 2010 20:48

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von kathi511 » 2. Februar 2010 21:13

Was ich noch vergessen hatte zu schreiben: Das Sprechen mit dem man entlassen wird bleibt nicht so. Das wird anscheinend von vielen Gedacht. Mit Übung und wenn sich die Sprechweise automatisiert hat spricht man ganz normal. Mir merkt man rein gar nichts an.

---***---
Die Kirschblüte
Die Kirschblüte
Beiträge: 1370
Registriert: 6. Juli 2007 15:22

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von ---***--- » 2. Februar 2010 21:26

Hallo Kathi,
schön, dass Du mit der Sprechweise so gut klarkommst!
Welche Therapie(n) haben Du und Deine Geschwister gemacht, bevor Ihr bei Frau Schütz ward?
Es ist nämlich nicht so, dass in anderen Therapien oder als "gängiger Ansatz" den Kindern beigebracht wird (oder eingeredet wird) halt irgendwie mit Stottern klar zu kommen. Natürlich wird den Kindern beigebracht, so flüssig wie möglich zu sprechen. Das tun alle gängigen Therapien.
Wie kommst Du mit Stottern klar, wenn es doch auftritt?

Ich wünsch Dir für Dein Abitur und Dein Studium alles Gute! :smile

kathi511
neu
neu
Beiträge: 3
Registriert: 2. Februar 2010 20:48

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von kathi511 » 2. Februar 2010 21:38

Hallo Mechthild,

danke erstmal. Bin glücklich wenn die ganze Lernerei erstmal vorbei ist. :)

Wir haben vor einiger Zeit die Therapie im Greifenhofer- Institut gemacht und waren bei zig Logopäden. Daher das mit dem "gängigen" Ansatz. Denn keiner der Logopäden hat uns wirklich geholfen. Eine hat meinem Bruder vorgeschlagen das er stottern soll und ein anderer ist mit mir in Läden gegangen um meie Angst vor Gesprächen abzubauen. Hat aber nichts getan um mir zu einem besseren Sprechen zu verhelfen. Das sind nur zwei Beispiele.

Ich hatte bisher nur einmal eine Situation wo ich dachte das ich Stottern könnte. Das war während einem Referat in Bio. Das erste was ich nach der Therapie halten musste. Ich habe die Sprechweise die ich in der Therapie erlernt habe und normalerweise unbewusst anwende, ganz bewusst gebraucht und konnte so das "haken" umgehen. Keiner hat etwas gemerkt.

Liebe Grüße

Tine0674
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 10
Registriert: 5. Januar 2009 15:25

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Tine0674 » 3. Februar 2010 13:56

Hallo Kathi!

Zunächst einmal Danke für Deine Antwort! :-) Es freut mich, von jemanden zu lesen, der bereits Erfahrungen mit der Therapie gemacht hat.

Zwischenzeitlich waren wir ja schon bei einem Vorgespräch bei Frau Schütz.Jonas hat für den Sommer einen Therapieplatz bekommen.
Er weiss, das er weder für uns, noch für jemanden anderes eine Therapie machen muss. Es war ganz allein sein großer Wunsch, diese Therapie zu machen. Gerade weil er im Sommer auf das Gymnasium wechseln wird.
Nachdem ich hier viele negative Dinge über die Delphin Therapie gelesen habe, bin ich mit keinem guten Gefühl und viel Kritik im Hinterkopf zum Vorgespräch gefahren.
Dennoch hat mich Frau Schütz mit ihrem Therapieansatz überzeugen können. Ich hatte in keinster Weise das Gefühl, das sie "etwas verkaufen"möchte.

Mittlerweile habe ich mit 2 Müttern Kontakt, deren Kinder die Therapie vor 1 und vor 1,5 Jahren gemacht haben. Auch diese konnten mir durchweg nur eine positive Entwicklung der Jungs mitteilen. Beide hatten zuerst allerdings Probleme, die neue Sprechweise von heute auf morgen im Alltag umzusetzen. Nun klappt es bei beiden aber hervorragend.

Ich weiss, das es nicht für jeden der richtige Therapieansatz sein wird ...aber vielleicht für Jonas!

Qwent
präsent
präsent
Beiträge: 236
Registriert: 27. Oktober 2006 09:32

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Qwent » 3. Februar 2010 18:11

Hallo Katharina,

da jetzt schon ein Jahr seit der Therapie vergangen ist und du, nach wie vor, erfolgreich mit der Therapie klar kommst, ist die Wahrscheinlichkeit groß das dies von Dauer sein wird. Das gönne ich dir und auch deinen Geschwistern von ganzen Herzen. Aber es gibt auch andere Erfahrungen. Ich persönlich stehe grundsätzlich jeder Stotterertherapie kritisch gegenüber und empfehle auch grundsätzlich keine, auch Therapien nicht, die von anderen erfahrenen Stotternden hoch gelobt werden. Ich persönlich finde Frau Schütz Einstellung, ich beziehe mich auf ihre Aussagen auf ihrer Homepage, zum Stottern sehr bedenklich und wenig hilfreich - was nicht ausschließt das andere damit kein Problem haben – daher versuche ich diejenigen die über eine Therapie bei Frau Schütz nachdenken kritisch zu informieren, damit sie die Chance haben möglichst informiert an die Sache heranzugehen.

Kathi schrieb:
Das größte Problem ist jedoch das Selbstvertrauen. Und wenn man normal, wie jeder andere auch, sprechen kann, traut man sich gleich viel mehr.
Das sehe ich ähnlich. Mich würde interessieren wie du zu deinem Selbstvertrauen gefunden hast und wie dir die Therapie von Frau Schütz dabei geholfen hat? War das Stottern dein Problem, oder ehr dein mangelndes Selbstvertrauen oder das Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber dem Stottern oder ....?

Zum anderen, interessiert mich wie die Ausprägung deine Symptomatik vor Beginn der Therapie war? Wie ist deine Eigeneinschätzung?

Gruß
Qwent

---***---
Die Kirschblüte
Die Kirschblüte
Beiträge: 1370
Registriert: 6. Juli 2007 15:22

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von ---***--- » 3. Februar 2010 22:43

Qwent hat geschrieben:da jetzt schon ein Jahr seit der Therapie vergangen ist und du, nach wie vor, erfolgreich mit der Therapie klar kommst, ist die Wahrscheinlichkeit groß das dies von Dauer sein wird.
Qwent, leider nicht. Von Langzeiterfolgen spricht man ab zwei Jahren, und es können immer Perioden stärkerer Unflüssigkeit auftreten.
Viele Leute berichten, dass sie die Spechtechnik nach einiger Zeit nicht mehr anwenden wollen, sie merken, wie sehr es ihren persönlichen Ausdruck verfälscht. Ein Freund sagte mal, durch die Spechtechnik hätte er einen Geschmack bekommen, was Flüssigkeit ist, was es bedeutet, zu sprechen, aber er hätte dann auch sehr deutlich die Grenzen gespürt. Er hat dann eine Logopädin gefunden, die gesagt hat, er müsste auf die Krücken verzichten, um zu seiner Stimme zu kommen. Vieles ist ein Prozess.

@Kerstin
Tine0674 hat geschrieben:Es war ganz allein sein großer Wunsch, diese Therapie zu machen. Gerade weil er im Sommer auf das Gymnasium wechseln wird.
Liebe Kerstin, ich werde Dir niemals glauben, dass ein Neunjähriger ganz von alleine auf die Idee kommt, seufzend und stöhnend zu sprechen, um ein Gymnasium zu besuchen. Woher kommt die Angst Deines Sohnes? Ich finde das erschreckend. Übrigens gehe ich seit meiner frühen Kindheit mit Stottern um, anders als Frau Schütz, habe Abitur und einen Hochschulabschluss undsoweiter.
Tine0674 hat geschrieben:Dennoch hat mich Frau Schütz mit ihrem Therapieansatz überzeugen können.
Was genau hat Dich überzeugt? Das Versprechen hoher Erfolgsraten? Die nie von einer unabhängigen Seite geprüft wurden.

Vor etwa einem Jahr hattest Du Dir bereits überlegt, Deinen Sohn dort anzumelden. Gab es in diesem Jahr keine Möglichkeit, eine andere Therapie zu machen?
Tine0674 hat geschrieben:Mittlerweile habe ich mit 2 Müttern Kontakt, deren Kinder die Therapie vor 1 und vor 1,5 Jahren gemacht haben. Auch diese konnten mir durchweg nur eine positive Entwicklung der Jungs mitteilen. Beide hatten zuerst allerdings Probleme, die neue Sprechweise von heute auf morgen im Alltag umzusetzen. Nun klappt es bei beiden aber hervorragend.
Wahrscheinlich waren die Mütter ähnlich zufrieden, wie die im 37°-Beitrag :?.
Tine0674 hat geschrieben:Ich weiss, das es nicht für jeden der richtige Therapieansatz sein wird ...aber vielleicht für Jonas!
Kerstin, es geht mir hier keineswegs um Therapiemethoden. Was Frau Schütz anbietet, kann man anderswo auch bekommen, mit dem Unterschied vielleicht, dass "Stimmbildung" nicht von der 18jährigen Tochter gelehrt wird, sondern von jemanden mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung. Jede Therapierichtung hat tatsächlich Vor- und Nachteile. Was am Angebot von Frau Schütz vor allem kritisiert wird, sind ihre falschen und Angst schürenden Aussagen über Stottern. Um es klar zu sagen: Frau Schütz hat nicht kapiert, was Stottern ausmacht. Sie hat ein gutes Geschäftsmodell gefunden und womöglich ist sie selber ganz gerührt von ihren Geschichten, wie sie den armen kleinen Stotterleins zu einem würdigen Leben verhilft. Sie schadet wahrscheinlich vielen Kindern, die bei ihr in Behandlung sind, weil sie deren Angst vor Stottern und dessen Folgen verstärkt.

Es ist auf ihrer Homepage nachlesbar, alles Aussagen, die so wie sie hier stehen, falsch sind:
•"Wer stottert, leidet".
•Stottern führt zu verzögerter und ungenügender Entwicklung nicht nur der Sprechmotorik und des Sprechens, sondern auch des Wortschatzes.
•Sprache ist der Träger der Kommunikation in jeder Gesellschaft. Sprachliche Kompetenz wird gleichgesetzt mit sozialer Kompetenz. Störungen der Kommunikation führen zu Störungen der zwischenmensch­lichen Beziehungen.
•Stottern führt bereits im Kindesalter zu Stigmatisierung, Ausgrenzung und sozialer Isolation.
•Stotternde Kinder werden bereits in der Grundschule abgelehnt, gehänselt bis gemobbt, nachgeäfft bis entwertet/verletzt.
•Das Erleben des "Andersseins" führt zu Verhaltensauffälligkeiten, Vermeid­ungsverhalten mit sozialem Rückzug, mangelndem Selbstwertgefühl, De­pressionen und Ängsten. Die Persönlichkeitsentwicklung ist nachhaltig beeinträchtigt.
•Die sozialen Kompetenzen und Fertigkeiten werden ungenügend gefestigt, der soziale Status bleibt niedrig.
•50% der schulischen Leistungsnoten beruhen auf der mündlichen Mitarbeit. Schlechte Schulnoten verringern die beruflichen Chancen. Niedriger sozialer Status verschlechtert die Wahrscheinlichkeit angemessener und stabiler gesellschaftlicher und persönlicher Beziehungen.
Sicher, manches trifft auf manche zu. Absolut gesehen, ist jede dieser Aussagen falsch. Es ist ein Witz, dass Stottern zu einer ungenügenden Entwicklung des Wortschatzes führen soll. Frau Schütz hat nicht begriffen, wie Stigmatisierung funktioniert. Sie stigmatisiert selber, und das nicht zu knapp.
Durch Mobbing, Hänseleien im Klassenverband und auf dem Schulhof und Schulweg, Ungeduld, nonverbale Reaktionen auf das Stottern beim Vorlesen, Melden und Referate vortragen, entstanden zum Teil ausgeprägte Ängste und Vermeidensverhalten, was geringe Mitarbeit zur Folge hat. Leider wird seitens der Schulen auf die durch Stottern bedingte, geringere Mitarbeit keine Rücksicht genommen.

Selbst negative oder ungeduldige Reaktionen von Lehrern werden beschrieben und wirken in ihrer Unwürdigkeit ganz besonders auf die Kinder.

Meist erzählen die Kinder zu Hause nichts vom Schmerz und von diesen Erlebnissen, denn sie wissen, dass ihre Eltern durch das Stottern schon genügend mitbelastet sind.

Das intensive Üben eines "Outing-Referates", das am 1. Schultag vor Schulbeginn, oft in Begleitung der Eltern vor der Klasse vorgetragen wird, bewirkt eine wichtige Aufklärung und muss den Transfer der noch etwas technisch klingenden Sprechweise in den Alltag schaffen. Denn nur das Anwenden und Durchhalten des neuen Sprechens in a l l e n Situationen kann zu einem normalen und automatisierten Sprechen führen.
...
Die bestens angeleiteten und beratenen Eltern werden den Rest an Erklärung und Kooperation seitens der Schule herstellen, außerdem bekommt jedes Kind einen Bericht für die Lehrer mit nach Hause.
Die Lehrer und die Mitschüler würden auf Stottern negativ reagieren, hänseln, mobben, ungeduldig sein? Aber das Seufzen und Stöhnen würde akzeptiert, wenn man ein Aufklärungsreferat hält? Bitte...
E s g i b t d e n N a c h t e i l s a u s g l e i c h für Schüler, die Stottern. Manche Leute sind dumm, egal um welche Art zu sprechen es geht. Es hilft, mit den Leuten offen zu sprechen und es hilft, Kinder stark zu machen, dass ihnen Mobbing möglichst nichts anhaben kann.
Die Kinder werden sich immer mit ihrem Anderssein auseinandersetzen müssen. Egal, wie stark sie stottern. Stottern ist hochstigmatisiert. Da hilft nur: aufklären. Frau Schütz tut das Gegenteil, sie verschleiert und schürt Angst.

Weiter mit den Aussagen auf ihrer Homepage:
Mein Ziel ist es,
Betroffenen ab dem 8. Lebensjahr eine Persönlichkeitsentfaltung zu ermöglichen, die ein Mensch in dieser Gesellschaft braucht, um glücklich und frei leben zu können, einen Beruf frei wählen zu können, ohne durch Stottern hierin eingeschränkt zu sein und ein aktives, kommunikatives Leben leben zu dürfen, in stabilen persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen.

Mein Ziel ist es, ein unauffälliges, natürliches Sprechen in allen Stresssituationen zu erreichen.
Zusammenfassend: Ein würdiges Leben führen zu können mit hoher Lebensqualität in Eigenverantwortlichkeit. [Hervorhebungen von mir]
http://www.therapie-fuer-stotternde.de/ ... onzept.pdf
[Interviewer] In der SternTV-Sendung war die Rede von 80 Prozent Erfolgsquote? Das erscheint vielen unglaublich!?
[S. Schütz] Auf der Basis von 20-jähriger Erfahrung in der Stottertherapie und Elternberatung praktiziere ich dieses Konzept jetzt seit mehreren Jahren in ständiger Veränderung. Die Kinder sprechen nach drei Wochen Intensivtherapie flüssig. Und die Kontakte mit den zumeist überglücklichen Eltern und die Kontrollverlauftage und Nachsorgetermine bestätigen, dass es bei den meisten nicht nur dabei bleibt, sondern sie zu einer normalen Sprechweise gelangen. Sollten sich an Hochschulen KollegInnen finden, die das Konzept evaluieren wollen, würde ich das unterstützen.
o wie nett, wenn sich jemand finden ließe, würde sie unterstützen wollen würden. Frau Schütz, Sie müssen sich schon an eine Hochschule wenden und um Evalution bitten, nicht wahr? Sie könnten auch an PEVOS teilnehmen, der Studie zur Qualitätssicherung der BVSS. Oder bei Stottertherapeuten nachfragen, wie's geht.

Diese 80 % sind ein Witz. Frau Schütz urteilt von dem, was sie an einzelnen Nachsorgeterminen hört. Nicht mal wie die Kinder nach drei Wochen sprechen, ist normales flüssiges Sprechen...
Gemessen an diesen Qualitätsvorstellungen sind einige Angebote sehr sehr erfolgreich.

Quax
kompetent
kompetent
Beiträge: 409
Registriert: 30. Juli 2007 16:01

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Quax » 4. Februar 2010 09:47

... und wieder mal ein Beitrag von Mechthild, dem ich voll zustimmen kann §dup

Tine0674
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 10
Registriert: 5. Januar 2009 15:25

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Tine0674 » 4. Februar 2010 13:27

Liebe Mechtild!

Jonas ist mittlerweile 10 Jahre alt. Er war seit frühester Kindheit in logopädischer Behandlung. Zwischenzeitlich waren wir in der Sprachheilklinik Werscherberg zur intensiven Sprachtherapie. Dort lernte er einen Jungen kennen, der dann im letzten Jahr die Therapie bei Frau Schütz gemacht hat. Wir haben sehr guten Kontakt und sehen unsregelmäßig. Dadurch ist sein Wunsch entstanden, diese Therapie zu machen. Und dieser Junge spricht weder seufzend noch stöhnend. Ich würde behaupten, das ein "Laie" seine Sprechweise nicht anmerken würde. Allerdings habe ich auch Zweifel, das Jonas zunächst die neu erlernte Sprechtechnik im Alltag problemlos umsetzten wird.
Natürlich würde es mich auch interessieren, wie die Kinder und Jugendlichen nach 2 Jahren sprechen.

Was Frau Schütz auf ihrer Homepage schreibt, habe ich natürlich schon vor der Therapieanmeldung gelesen. Das was dort steht ,trifft sicherlich nicht auf jeden stotternen Menschen zu. Aber wie gemein gerade Kinder untereinander sein können wissen wir doch alle.

Es kann gut sein, das ich im Umgang mit seinem Stottern nicht alles richtig gemacht habe. Aber wir vermitteln ihm immer wieder, das er ein wahnsinnig toller und liebenswerter Junge ist.

Marco.WS
angekommen
angekommen
Beiträge: 66
Registriert: 22. März 2008 19:16
Ort: Großraum Hamburg

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Marco.WS » 4. Februar 2010 20:53

Mechthild hat geschrieben:Sicher, manches trifft auf manche zu. Absolut gesehen, ist jede dieser Aussagen falsch. Es ist ein Witz, dass Stottern zu einer ungenügenden Entwicklung des Wortschatzes führen soll. Frau Schütz hat nicht begriffen, wie Stigmatisierung funktioniert. Sie stigmatisiert selber, und das nicht zu knapp.
Diesen Eindruck habe ich ehrlich gesagt auch. Vieles, was Frau Schütz auf ihrer Homepage schreibt, spiegelt wahrscheinlich nur ihre eigene Einstellung gegenüber stotterndern Menschen wieder. Sie selbst traut es uns nicht zu, trotz Stotterns ein glükliches und selbstbewusstes Leben zu führen. Sie selbst ist es, die uns für sozial inkompetent hält, für depressiv und verhaltensgestört. Sie selbst ist diejenige, die uns schulisch und beruflich nichts zutraut. Ich weiß, das sind harte Vorwürfe, aber es ist für mich die einzig logische Erklärung, warum sie ein solches Schrecksszenario an die Wand malt.

Das mit der "ungenügenden Entwicklung" des Wortschatzes ist mir auch sofort aufgefallen. Wer solche Aussagen in den Raum stellt, die defintiv falsch sind, kann kein sonderlich fundiertes Wissen übers Stottern haben.

Qwent
präsent
präsent
Beiträge: 236
Registriert: 27. Oktober 2006 09:32

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Qwent » 4. Februar 2010 20:56

Hallo,

@Mechthild
Mechthild schrieb:
Qwent hat geschrieben:da jetzt schon ein Jahr seit der Therapie vergangen ist und du, nach wie vor, erfolgreich mit der Therapie klar kommst, ist die Wahrscheinlichkeit groß das dies von Dauer sein wird.
Qwent, leider nicht. Von Langzeiterfolgen spricht man ab zwei Jahren, und es können immer Perioden stärkerer Unflüssigkeit auftreten.
Perioden stärkerer Unflüssigkeiten, können immer auftreten, von Beginn der Therapie an, aber auch noch 20 später Jahren später. Die von dir angeführten zwei Jahre sind im Prinzip eine willkürliche theoretisch festgesetzte Zeitgrenze zur Überprüfung des Therapieerfolges, die m. E. durchaus Sinn macht um vergleichbare statistische Werte zu erlangen.

Wenn mir jedoch eine 20-zig Jährige (bei einer 50-zig Jährige sieht dies anders aus) versichert auch nach einem Jahr nach Therapieende keinerlei Probleme mit der Therapie zu haben, ist m. E. die Wahrscheinlichkeit das dies von Dauer sein wird größer als 2 oder 6 Monate nach Therapieende und sie wird mit zunehmender Dauer weiter steigen. Nichts anderes habe ich gemeint. Daher sehe ich keinen Grund meine Aussage zu revidieren.

Ich sehe auch keine Sinn darin in Kathi möglichst viele Zweifel am Leben zu erhalten, nach dem Motto: „Irgendwann fällst du doch auf die Schnautze und dann siehst du wie Scheiße die Therapie ist“. Sie sollte die Chance haben ihr Stottererbewusstsein möglichst abzubauen und nicht latent, mit einer pessimistischen Erwartungshaltung, am Leben zu erhalten.

Was die Ansichten zur Therapie von Sabine Schütz angeht, denke ich, sind wir weitgehend einer Meinung.

Mechthild schrieb:
Frau Schütz hat nicht begriffen, wie Stigmatisierung funktioniert. Sie stigmatisiert selber, und das nicht zu knapp.
Da hast du leider völlig recht. Ich gehe mit dem Begriff Stigmatisierung sehr vorsichtig um, weil m. E. die Stigmatisierung des Stotterns oft zuerst in den Köpfen der Stotternden entsteht, und nicht unbedingt aus der Außenwelt kommt. Sabine Schütz ist da leider eine unrühmliche Ausnahme. Es gehört zu dem Übelsten was ich je von einem Stottertherapeuten gehört habe. :motz

@ Kerstin
Kerstin schrieb:
Zwischenzeitlich waren wir in der Sprachheilklinik Werscherberg zur intensiven Sprachtherapie. Dort lernte er einen Jungen kennen, der dann im letzten Jahr die Therapie bei Frau Schütz gemacht hat. Wir haben sehr guten Kontakt und sehen unsregelmäßig.
In Werscherberg war ich selber mal für fast ein ganzes Jahr, aber das ist über 35 Jahre her. :wink: – Irgendwie frage ich mich aber, warum macht der Junge eine weitere Therapie, wenn er doch so erfolgreich bei Sabine Schütz behandelt wurde? :shock:

Qwent

Tine0674
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 10
Registriert: 5. Januar 2009 15:25

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Tine0674 » 5. Februar 2010 07:18

Guten Morgen Qwent!

Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt! Wir haben den Jungen mit seiner Familie im Jahr 2006 in Werscherberg kennengelernt, im letzten Jahr machte er die Therapie bei Frau Schütz...

LG
Kerstin

2412

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von 2412 » 5. Februar 2010 07:34

Tine0674 hat geschrieben:Guten Morgen Qwent!

Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt! Wir haben den Jungen mit seiner Familie im Jahr 2006 in Werscherberg kennengelernt, im letzten Jahr machte er die Therapie bei Frau Schütz...

LG
Kerstin
Hallo Kerstin,

gestern nahm an unserem Selbsthilfegruppenabend eine engagierte Logopädin teil, die auch im Vorstand des Logopädenverbandes Baden-Württemberg sitzt. Sie schilderte uns, dass nach solchen Sendungen wie neulich 37 Grad viele Eltern stotternder Kinder dieselbigen an die Hand nehmen und zu Sabine Schütz rennen. Dabei lassen sie sich durch keine Argumente dieser Welt zum Nachdenken bewegen, da sie nur diese "80%" vor Augen sehen und selbst eine unheimliche Angst vor dem Stottern haben, das sie bei ihren Kindern als inakzeptablen Makel ausgemacht haben. Sie hat in ihrer Praxis derzeit alleine zwei Jugendliche, die von Schütz' Therapie nicht nur keinerlei Verbesserung im Redefluss, sondern Schäden wie etwa extreme Rückzugstendenzen und allgemeine Resignation davon getragen haben. Erkundige dich doch mal auch bei anderen Logopäden bzw. Logopädenverbänden, welche Erfahrungen mit Schütz' Therapie-Absolventen vorherrschen und welche Meinung über ihren Therapie-Ansatz, wenn du uns schon nicht glaubst.

Ich freue mich zwar, dass du in diesem Forum schreibst, aber deine Intention bleibt mir ein Rätsel. Jeder, der Kritik an Schütz' Therapie äußert, wird von dir mit Totschlagargumenten wie "Du warst ja nicht einmal dabei!" (sinngemäß) abgekanzelt - du wartest ganz offensichtlich nur auf positive Beiträge, die deine bereits vorgefasste Meinung bestätigen und anscheinend dein Gewissen beruhigen sollen. Inwiefern so eine Haltung konstruktiv ist - auch gegenüber Jonas - kann ich nicht so recht nachvollziehen.

Ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass Jonas mit 18 Jahren beispielsweise der BVSS beitreten und dir sagen wird: "Mama, lass es jetzt bitte, Stottern ist völlig okay und ich habe es satt, von Therapie zu Therapie zu hetzen!". Wäre jedenfalls ein nicht untypischer Werdegang eines Stotterers.

Tine0674
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 10
Registriert: 5. Januar 2009 15:25

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Tine0674 » 5. Februar 2010 13:31

@JonnyHell

Wie ich bereits weiter oben schon erwähnt habe, habe ich nicht vor Jonas von der einen zur nächsten Therapie zu schleppen. Machst Du mir jetzt zum Vorwurf, dass ich bereits früh mit ihm in logopädischer Behandlung war? Den Aufenthalt in Werscherberg haben wir auf Anraten unserer Logopädin gemacht.

Ich habe nach Menschen gesucht, die bereits die Therapie gemacht haben. Bisher konnte mir hier in diesem Forum aber nur Katharina von ihren Erfahrungen berichten. Wenn es eine negative Erfahrung gewesen wäre...wäre es für mich ebenfalls sehr hilfreich gewesen.

Natürlich habt ihr mich durch Eure Meinungen auch nachdenklich gemacht und das ist gut so.

2412

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von 2412 » 5. Februar 2010 16:43

Tine0674 hat geschrieben:Machst Du mir jetzt zum Vorwurf, dass ich bereits früh mit ihm in logopädischer Behandlung war?
Nein, das nicht. Ich nehme mal an, dass in deiner Familie keiner stottert, so dass du, als Jonas zu stottern begann, keinerlei Erfahrung mit dieser Behinderung hattest und eben so reagiertest, wie das besorgte Mütter tun - was ja nicht zu beanstanden ist.

Jedoch halte ich es schon für problematisch, dass du die BVSS-Geschäftsstelle nicht anrufst, bevor du eine dergestalt umstrittene Therapie mit deinem Sohn antrittst. Die BVSS gibt es ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern damit u.a. ein qualitativ hochwertiges und umfassendes Beratungskonzept besteht. Ich glaube, du willst nicht ganz wahrhaben, dass Therapien, insbesondere in Sachen Stottern, nicht etwa risikolos sind, sondern auch Schäden verursachen können. Ich kenne zahlreiche Betroffene, die durch unseriöse Therapien an psychischen Folgekrankheiten leiden und deren Alltag infolge dessen entscheidend erschwert worden ist.

Weißt du, dass die BVSS jedes Jahr einen Bundeskongress veranstaltet? Das ist ein bundesweites Treffen von Stotternden aller Altersstufen. Dort gibt es oft auch ein Kinder- und Jugendprogramm. Dieses Jahr ist der Kongress im Herbst in Berlin. Was hältst du davon, den Kongress mal mit Jonas zu besuchen? Dort lernst du hunderte Menschen kennen, die merklich stottern, aber dennoch hohe Positionen im Berufsleben bekleiden. Die merklich stottern, aber dennoch viele Freunde und Ehepartner haben. Die ein schönes Leben führen UND stottern. Vielleicht würde es Jonas mal ganz gut tun, Stottern auch mal aus dieser positiven Perspektive zu betrachten - und dir sowieso.

Qwent
präsent
präsent
Beiträge: 236
Registriert: 27. Oktober 2006 09:32

Re: DELPHIN Therapie Sabine Schütz

Beitrag von Qwent » 5. Februar 2010 17:37

Hallo Kerstin,

der nicht mehr ganz frische Artikel von Katha ( http://forum.bvss.de/viewtopic.php?f=12&t=942&start=15 ) ist dir bekannt? Sie dachte auch, bei Sabine Schütz, die richtige Therapie gefunden zu haben, dann kam es nach einem dreiviertel Jahr plötzlich zu Problem und heute (vor zwei Jahren) war dann die nächste Sprechtechnik dran. :?

Qwent

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste