Oskar Hausdörfer / Fragen, Antworten, Erfahrungen...

Fragen, Erklärungen, allgemeine Diskussionen und Erfahrungsberichte zu bestimmten Therapiekonzepten (reine Sprechtechniken, Non-Avoidance-Ansatz, ...). Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
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Spicy
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Re: Oskar Hausdörfer / Fragen, Antworten, Erfahrungen...

Beitrag von Spicy » 17. Januar 2014 11:00

Ich habe einmal einen Vortrag gehört, wo der Vortragende so ähnlich gesprochen hat, wie Sie hier schildern. Erst danach – und erst recht beim Lesen Ihres Beitrags – wurde mir klar, dass der Redner offensichtlich die Technik der Denkpause anwandte. Ich habe höchsten Respekt vor dieser Leistung.

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Torsten
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Oskar Hausdörfer: Nichts als Hören...

Beitrag von Torsten » 27. März 2014 17:37

Hallo,

Oskar Hausdörfer hat bekanntlich das "Tönen und Hören" propagiert. Mir scheint, dass in der Vergangenheit bei der Anwendung Hausdörfer-Methode der Schwerpunkt sehr auf das Tönen gelegt wurde. während das Hören auf die eigene Stimme und die eigenen Worte eher in den Hintergrund geriet - zumindest ist das mein Eindruck. Es mag damit zusammenhängen, dass ein Therapeut das Tönen, also ein besonders klangvolles, vokalbetontes Sprechen gut vormachen und bei seinen Klienten gut kontrollieren kann – das Hören auf die eigene Stimme kann man weder vormachen noch bei anderen kontrollieren. In der letzten Auflage von „Durch Nacht zum Licht“ hat Hausdörfer aber gerade die Wichtigkeit des Hörens herausgestellt:
  • "Demnach hätte ich all meine Aufmerksamkeit nur aufs Hören zu richten?", fragt der Hilfe suchende Stotterer den alten Gelehrten. "Nichts weiter - aber auch gar nichts." ist die Antwort.
Hausdörfer war damals nicht wirklich in der Lage, den Zusammenhang zwischen dem Hören auf die eigene Stimme und dem Sprechen/Stottern zu erklären. Er bringt immer wieder den Vergleich mit dem Singen. Dieser Vergleich hinkt aber etwas, wie man heute weiß, weil das Singen im Gehirn anders gesteuert wird als das Sprechen, nämlich mehr durch die rechte (bzw. die nicht-sprachdominante) Hirnhälfte.

Wir wissen aber durch die empirische Forschung der letzten Jahrzehnte ziemlich viel über den Einfluss, den das Hören bzw. die auditive Verarbeitung der eigenen Rede auf das Sprechen und besonders auf das Stottern hat. Am 15. März habe ich auf dem Naturmethode-Seminar in Meschede-Eversberg einen Vortrag gehalten. Ihr könnt diesen Vortrag hier herunterladen:

Vortrag: Stottern und Hören (PDF, 14,6 MB)

Erklärungen zu den Folien (PDF, 56 KB)

Beim Anklicken der Links öffnet sich jeweils ein Fenster. Dort muss man auf den Link im grauen Kasten links unten klicken, um die Datei herunterzuladen. Die Vortrags-Datei ist wegen der vielen Bilder ziemlich groß; das Herunterladen kann evtl. etwas länger dauern. Die Links sind leider nur 8 Wochen gültig, also bis 22. Mai 2014 – wer später kommt, kann mir eine PN schicken, dann aktualisiere ich die Links.

Torsten
www.stottertheorie.de

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