ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

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Quax
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 5. August 2010 11:52

Hi Mechthild,

jetzt ist einiges klarer geworden :D
Mechthild hat geschrieben
Ich meine das Verfahren an sich. Ich habe es als recht einfach empfunden, jeweils nur kleine Schritte einzuüben und die sicher zu beherrschen, also zB erst einmal zu üben, die Aufmerksamkeit nur auf das zu lenken, was ich beim Stottern tue, dann auch zu üben, zu stoppen, undsoweiter. Das war nicht allzu schwer, zu keinem Zeitpunkt wirklich frustrierend.
Klingt sehr motivierend und sinnvoll, allerdings frage ich mich hier, ob es sinnvoll ist, den Sprech- / Stottervorgang derart zu "zerlegen". Wenn ich merke, ich gehe mit zu viel Druck ran und ein Block steht vor der Tür (und das kann man sehr gut merken - ich denke, die wenigsten Stotternden werden einfach nur von Blocks "überrascht"), habe ich ja zumindest schon ein Gefühl für die motorische Fehlleistung.
Klar, Stottern ist viel mehr, als nur die Symptomatik, auch evtl. Sekundärsymptomatiken und nicht zuletzt die Gefühlswelt müssen beachtet werden. Schwer zu beschreiben, aber ich denke, jeder hat ein spezifisches Gefühl, ob er sich jetzt flüssig einbringen kann oder nicht. Wenn ich auf dieses Gefühl höre, es nicht herbeizwingen will, sondern es durch die Pause gewissermaßen "einlade", kommt es zwar nicht immer, aber doch erstaunlich oft. Voraussetzung hierfür ist aber die absolute Entschärfung des Zeitfaktors.
Mechthild hat geschrieben
Nein, ich will Dir nichts unterschwellig mitteilen . Nach meiner Erinnerung warst Du dafür, nicht alles auf einmal auszuprobieren. Ich denke, in dem Buch finden sich einige hilfreiche Tipps, für das, was Du gerade einübst. Ich wollte Deine eventuellen Bedenken diesbezüglich zerstreuen! Wenn Du Dir das Buch nicht gleich anschaffen willst, dann kannst Du es Dir vielleicht bei einer SHG ausleihen? Ist nämlich ein Klassiker.
Ok, dann habe ich die entsprechende Passage aus deinem Posting wohl missgedeutet. Danke für die Klärung :D . Ich werde mich mal über das Buch informieren, vielen Dank einstweilen für den Buchtip und

Viele Grüße

BERND :D

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Roland Pauli
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Roland Pauli » 8. August 2010 10:44

Quax hat geschrieben:Allerdings würde ich diese Kleinigkeiten nicht überbewerten und ich habe mittlerweile in vielen Situationen schon ein gewisses Gefühl dafür, was ich nachbereiten will und kann. Kleinigkeiten zu verbessern setzt einen nur unnötig unter Druck, denke ich.
Hallo Bernd, schön, dass Du noch so voll dabei bist.

Die Kleinigkeiten hatte ich früher vor allem bei bewussten Übungstelefonaten nachbereitet.
Wichtig wurde mir, auch hier nicht nach dem Erfolg zu schielen, wann die Nachbereitungen für mich endlich gut genug waren, sondern dass ich mir einfach die Zeit genommen habe sie durchzuführen.

Du kennst ja den Leitsatz: "Ich freue mich über kleine und große Fortschritte". Aus ganz vielen kleinen Fortschritten wird erst ganz allmählich der große - vor allem im Alltag.

Erwarte im Alltag vorerst noch keine wesentlichen Fortschritte, sondern freue Dich über die in gewohnten und etwas behüteten Situationen.

Denn wenn man zu perfekt sein will, steigt schon wieder der Erwartungsdruck und die gewünschte Locker- und Gelöstheit schwindet wieder.

Es werden sich erst nach und nach in immer mehr Alltagsgesprächen die erhoffte Sprechruhe und -Sicherheit einstellen.
Hier sind viele behutsame Steigerungen nötig, die ich noch nicht im Griff habe. Momentan sind für mich sogar noch Telefonate mit Stotternden, die keine Ropana-Teilnehmer sind, noch Herausforderungen, wenn auch kleine.
Prima, dass Du es aber trotzdem immer wieder tust. Du darfst auf jeden Versuch stolz auf Dich sein, egal wie letztlich Deine Sprechqualität war.

Wichtig für den langfristigen Erfolg ist vor allem das regelmäßige Dran-bleiben. Kurzfristige Erfolge sind zwar sehr schön und motivierend, aber der langfristige stellt sich nur ein, wenn Du Schwankungen in Deiner Sprechflüssigkeit gelassen hinnimmst und Du dankbar und auch ein wenig stolz bist, dass Du den Mut und die Energie aufbringst, positive Veränderungen in Deinen Sprechablauf und Deine verbale Kommunikationsfähigkeit anzustreben.

Ich wünsche Dir viel Sprechfreude bei Deinen weiteren Telefonaten.

Herzlichst

Roland
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 8. August 2010 12:02

Hallo Roland,

danke für deine Resonanz, ich habe mich wie immer sehr darüber gefreut und sie mit Interesse und Gewinn gelesen. :D

Ich bleibe weiterhin dran, keine Frage, auch wenn das Sprechen zur Zeit absolut nicht läuft (keine Ahnung warum ... vielleicht ein zu hoher Grundtonus vom Sport, vielleicht die zugegebenermaßen mangelnde Übung letzte Woche).

Mir ist v.a. in letzter Zeit aufgefallen, dass schon das Versuchen im Alltag sehr wichtig sein kann. Es gab schon etliche Situationen, wo ich sehr unzufrieden war, aber mir dann eingestehen musste, dass ich es eigentlich gar nicht versucht hatte. Das war gar nicht immer bewusst, sondern vielmehr ein unbewusstes "altes Sprechen", also Sprechbeginn trotz schlechtem Gefühl, sich hetzen lassen, schneller / lauter Sprechen, weil ein anderer einem ins Wort fällt, Wortangst, nicht die Kühle gespürt usw. Mir ist einfach aufgefallen, dass die alten Muster immer wieder durchkommen, wenn man nicht wirklich sehr aufmerksam ist; ruckzuck sitzt man wieder im Block fest. Gerde hier ist aber dann das Versuchen wichtig. Immer mal wieder versuchen, zumindest abzusetzen und zu pausieren, ganz egal, ob es klappt oder nicht, ob man die drei Sekunden einhält oder nicht usw. Ich glaube, ich erwarte von mir immer zu viel und setze mich selbst unter Druck. Ich kann nicht erwarten, dass ich in hochstressigen Situationen absetzen, 3 Sekunden (oder länger) pausieren, den kühlen Atem kommen lassen und perfekt Sprechen kann. So etwas, jeder einzelne Teilschritt, braucht sehr viel Übung.

Was mich auch freut ist, dass ich jetzt in der Gemeinde doch etwas engagierter bin (du weißt, ich bin unter die Musiker gegangen :wink: ). Auch hier ergibt sich doch immer mal die Gelegenheit zu einem kleineren Gespräch oder Smalltalk, die mir zwar meistens noch nicht allzu gut gelingen, aber immerhin mache ich was und sammle Sprecherfahrungen.

So, soviel mal für den Moment.


Vielen Dank nochmal für dein Feedback und Viele Grüße nach Erlangen

BERND :D

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Roland Pauli » 13. August 2010 12:55

Quax hat geschrieben:...
Was mich auch freut ist, dass ich jetzt in der Gemeinde doch etwas engagierter bin (du weißt, ich bin unter die Musiker gegangen :wink: ). Auch hier ergibt sich doch immer mal die Gelegenheit zu einem kleineren Gespräch oder Smalltalk, die mir zwar meistens noch nicht allzu gut gelingen, aber immerhin mache ich was und sammle Sprecherfahrungen.
Hallo Bernd,

genau - Sprecherfahrungen sammeln, sie bei Bedarf nachbereiten und weiter aktiv bleiben.

Sich über Unflüssigkeiten nicht grämen, sondern sie als Chance sehen, sich weiter zu entwickeln.

Herzlichst

Roland

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 31. August 2010 19:37

Quax hat geschrieben:Ic h hätte noch gerne gewusst, was du mit "inneren Stoppunkten" meinst.
Hallo Bernd,
meine Antwort, was ich mit "inneren Stoppunkten" meine, steht noch aus. (Danke, dass Du mich per PN daran erinnert hast! ;-) )

Und heute hörte ich im Radio eine Sendung, die mir und Dir die Antwort sogleich lieferte: Achtsamkeit.
Achtsamkeit bedeutet innezuhalten, eine Situation nur im hier und jetzt zu beobachten und zu beurteilen, die Vergangenheit und die Zukunft auszublenden. Auf das Sprechen bezogen, bedeutet das für mich: Eine Situation und mein Sprechen nur im aktuellen Moment zu beobachten, einzuschätzen und zu überlegen, was ich in der unmittelbaren Situation weiter tun kann, tun werde. Was dient dieser Situation? Wie spreche ich gerade jetzt? Wie könnte ich mein Sprechen gerade jetzt verändern? Und nur jetzt! Ohne Bewertung und ohne Vergleiche mit früheren Situationen und ohne negative Voraussagen für die Zukunft.

Und mittels Stoppunkten versetze ich mich in den Zustand der Achtsamkeit. Da sag ich mir wirklich mit innerer Stimme "Stop!" und lasse eine Situation auf mich wirken. Man denkt ja zunächst, das dauert doch ewig, solche Pausen fallen auf, laden ein um mich zu unterbrechen. Aber in Wirklichkeit sind es nur ganz kleine Pause, die aber unheimlich viel Ruhe bringen können. Und mir z.B. ermöglichen Blocks durch Dehnungen aufzulösen, weil ich mich wirklich auf die unmittelbare Mundbewegung und meine Stimme einlassen und darauf konzentrieren kann.

Ach ja, diese Radiosendung war es: HR2 Psychologische Schlüsselbegriffe: (2) Achtsamkeit (15:13min)

Viele Grüße, Karen

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Quax » 1. September 2010 18:08

Hallo zusammen,

zunächst einmal herzlichen Dank dich, Karen für deine Ausführungen zu den „inneren Stoppunkten“ §dup . Ich finde, du hast es sehr gut beschrieben - genau so habe ich mir einen "inneren Stoppunkt" vorgestellt. Das ist auch in etwa das, was ich mache, wenn ich eine Symptomatik perfekt abbreche. Ganz wichtig scheint mir zu sein, dass man die Sprechabsicht wirklich für einen Moment komplett aufgibt (das können in Übungsgesprächen durchaus mal 5 - 15 Sekunden sein), um die Möglichkeit, zu einem kontrollierten Neustart zu haben.

Mein derzeitiges Sprechen ist zur Zeit wieder eher im Tief, ohne das ich dafür einen genauen Grund angeben kann. Bis vor einigen Tagen hatte ich jedoch eine erstaunlich flüssige Phase, die über zwei, drei Tage anhielt. Wieder ohne außergewöhnliche Anstrengungen / Methoden meinerseits.
Ich arbeite zur Zeit intensiver mit den Leitsätzen den je. Morgens beginne ich mit ihnen den Tag und Abends höre ich sie mir zumindest noch mal an, ab und zu spreche ich sie auch noch mal durch.
Ich habe in letzter Zeit aber wieder mehr denn je festgestellt, dass die Leitsätze nur eine Seite der Medaille sind. Mindestens genau so wichtig ist die tatsächliche Umsetzung der Elemente, v.a. in Übungsgesprächen. Nur so können Sprecherfahrungen gesammelt und die Elemente immer wieder und alltagsnäher umgesetzt werden. Neben dem bestmöglichen Einhalten der Handlungsanweisungen sollte man hier insbesondere auf die Nachbereitungen achten. Ich habe gemerkt, dass v.a. die Nachbereitung für mich ein sehr fehleranfälliges Element ist. Eine perfekt durchgeführte Nachbereitung sieht für mich so aus:

1.Stottersymptom
2.Absetzen, Pausieren, Anspannungszustand erfühlen
3.Kontrollierter Neubeginn unter Einsatz der Elemente
4.Wenn erfolgreich: nochmaliges Sprechen des Satzes

V.a. Schritt 4. habe ich in letzter Zeit oft vernachlässigt. Ich habe es meistens damit bewenden lassen, wenn ich den Satz letztlich halbwegs flüssig gesagt habe. Eine nochmalige, nochmalige oder gar nochmalige Nachbesserung habe ich indes nicht gemacht. Bei meinem heutigen Übungstelefonat habe ich mich genau darauf konzentriert und war eigentlich überrascht, wie schnell einige gute Nachbereitungen wieder mehr Flüssigkeit bringen können. Dementsprechend war ich dann auch im Verlauf des Telefonats wieder „relativ“ flüssig, zumindest gemessen an meinem Sprechen der letzten Tage.
Natürlich schaffe ich es nicht immer, alle motorischen Fehlleistungen auszubügeln und wirklich perfekte Nachbereitungen sind noch sehr selten, trotz mehrfachem Neustart. Ich freue mich aber an diesen kleinen Fortschritten und sehe es mittlerweile fast ein bisschen sportlich. Ich kann nur immer wieder versuchen, in der jeweiligen Situation meine Kompetenzen bestmöglich einzusetzen.

So, ich muss leider weiter.

Viele Grüße an Alle

Bernd :D

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von djub » 15. September 2010 12:08

Hallo Bernd,

ich glaube, mit deinen Sätzen
Quax hat geschrieben:Mir ist v.a. in letzter Zeit aufgefallen, dass schon das Versuchen im Alltag sehr wichtig sein kann. [...] Auch hier ergibt sich doch immer mal die Gelegenheit zu einem kleineren Gespräch oder Smalltalk, die mir zwar meistens noch nicht allzu gut gelingen, aber immerhin mache ich was und sammle Sprecherfahrungen.
triffst du den Nagel auf den Kopf.

Das wichtigste ist "MACHEN". Schlimm ist: Den Schritt in die Außenwelt nicht zu machen. Ständig Aufschieben. "Naja, ich kann ja auch 'ne Email schreiben statt anzurufen". Das kennen nicht nur Stotterer. Und da muss ich mir auch desöfteren an die eigene Nase fassen. Denn es kostet doch einiges an Überwindung, sich gegen seine Angst durchzusetzen. Rausgehen. Irgendwo anrufen, einen Termin ausmachen, irgendwo hingehen, Fragen stellen, sich in einen Volkshochschulkurs einbringen, zu sagen: "Lass nur: ICH rufe an.", obwohl es nicht nötig wäre... Kurz: machen! Meiner Meinung und Erfahrung nach bringt es unendlich viel, sich sozial einzubringen---vor allem Gelassenheit und Selbstbewusstsein allgemein und speziell in Sprechsituationen. Wer sich sicher in Kommunikationssituationen, wer sich wohl unter Menschen fühlt, der hat auch Kapazitäten für Sprechtechniken.

djub
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Quax » 29. September 2010 10:43

Hallo djub, Hallo Roland, Hallo an alle,

ein Punkt, der in diesem Tread noch ein bisschen zu kurz gekommen ist und der auch in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder zu Tage tritt, ist die Frage nach "dem Weg". Was meine ich damit ? Oftmals bekomme ich, wenn ich von meinen Erfahrungen mit Ropana erzähle, die Frage gestellt, wie man sich denn den "Heilungsweg" vorzustellen habe und / oder ob man durch die Methode nicht nur im geschützten Übungsraum flüssig wird.
Ich antworte darauf meistens, dass der Heilungsweg ein sehr individueller ist, bin mir aber manchmal noch sehr unsicher, das zu verbalisieren.
Für mich stellt sich die Sache so dar, dass ich zuerst versuche, in vielen Seminaren, Übungsgesprächen etc. eine Sicherheit aufzubauen, Elemente anzuwenden, viel nachzubereiten etc. Das allein wird mir wahrscheinlich schon mehr Flüssigkeit bringen, vielleicht nicht kurzfristig, vielleicht nicht mit riesigen Schritten, aber immerhin peu a peu.
Der nächste - und vielleicht auch schwerste - Schritt muss dann aber der sein, die Elemente auch im Alltag mehr und mehr einzusetzen, mal einen (leichten) Anruf wagen (z.B. mal ein Telefonat führen, dass zwar wichtig ist, aber keine überragende Bedeutung hat ... Bsp. Kinoprogramm erfragen), mal eine Nachbereitung machen, mal im Alltag absetzen und pausieren etc.
Natürlich ist das Stottern eine schwierige und komplexe Störung, die nur mit sehr viel Geduld überwunden werden kann, das sollte man sich dabei immer wieder vor Augen führen. Deshalb ist es ja auch so wichtig, sich auch und v.a. über die kleinen Erfolge zu freuen und das Stottern nicht übermäßig negativ zu sehen.
Vielleicht schreibt Roland selber noch was dazu, wie man sich einen idealtypischen Heilungsverlauf i.S.v. Ropana genau vorzustellen hat.

So, ich muss weiter. Diese Gedanken wollte ich einfach mal loswerden.

Viele Grüße

BERND :D :knuddel:

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Beitrag von transit » 29. September 2010 11:08

Hallo,

Verstehe ich dich richtig, dass also der Transfer, bzw die Umsetzung in den Alltag - "Transfer in den Alltag" ist Ziel und Maßstab des Erfolges einer therapeutischen Maßnahme - unter Verhaltenstherapeutischen Aspekten mittels der "Schrittweisen Desensibilisierung" - Anwendung und Umsetzung beginnend mit Situationen der untersten Stufe der individuellen AngstHierarchie - erfolgt ?

:D :wink:

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 15. Oktober 2010 01:13

Quax hat geschrieben:Hallo djub, Hallo Roland, Hallo an alle,

...ein Punkt, der in diesem Tread noch ein bisschen zu kurz gekommen ist und der auch in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder zu Tage tritt, ist die Frage nach "dem Weg". Was meine ich damit ? Oftmals bekomme ich, wenn ich von meinen Erfahrungen mit Ropana erzähle, die Frage gestellt, wie man sich denn den "Heilungsweg" vorzustellen habe und / oder ob man durch die Methode nicht nur im geschützten Übungsraum flüssig wird.
Ich antworte darauf meistens, dass der Heilungsweg ein sehr individueller ist, bin mir aber manchmal noch sehr unsicher, das zu verbalisieren.
...
Viele Grüße

BERND :D :knuddel:
Hallo Bernd,

Ziel ist es, in immer mehr Alltagssituationen immer lockerer und verlässlicher zu sprechen. Dabei darf und wird es auch immer mehr oder minder auffällige Symptome geben, die aber auch mit immer mehr Gelassenheit wahrgenommen werden können.

Je nach dem wie man sich fühlt oder die äußeren Umstände sind, gelingt einem das Sprechen mehr oder weniger flüssig. Entscheidend ist allerdings die gesellschaftliche Teilhabe, dass ich alles letztlich tue, was mir wichtig erscheint. Wenn ich mit meiner Sprechqualität nicht zufrieden bin, kann ich ja immer wieder nachbereiten und dann mit Zuversicht in die nächsten Sprechsituationen gehen, ohne von ihnen davon zulaufen.

Mit guter mentaler Vorbereitung kann ich schon viel ebnen und mir letztlich immer mehr zutrauen.
Die Ropana-Methode zeigt ihre Wirkung erst nach vielen Monaten, ja Jahren. Ich habe nicht schon nach einem Jahr Rundfunk und Fernsehinterviews gegeben. Das hat schon etwas länger gedauert.

Das Überlernen von Misserfolgserlebnissen braucht seine Zeit und die sollte man sich selber gewähren.

Herzlichst

Roland
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 3. Dezember 2010 10:04

Hallo Roland,
im aktuellen Newsletter der ivs (Interdisziplinäre Vereinigung der Stottertherapeuten e.V.) wird über Deinen Workshop im Rahmen der 21. ivs-Werkstattgespräche berichtet. Die Teilnehmer des Workshops waren demnach hauptsächlich Stottertherapeuten? Was halten sie von Deinem Ansatz? Hast Du Feedback erhalten? Kannst Du dazu schon was sagen?
Vielen Dank & Gruß!

---***---
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 3. Dezember 2010 21:09

Hi Roland, echte Stottertherapeuten werden sich wohl vor Lachen nicht mehr eingekriegt haben...
Wo Du schon Zeit für eine Stellungnahme hast:
hier wären auch noch ein paar Fragen http://forum.bvss.de/viewtopic.php?p=18710#p18710

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 3. Dezember 2010 22:49

Also, ich glaube nicht, dass die ivs Roland nur zur Belustigung eingeladen hat. Hier kann man die Ankündigung zu den ivs-Werkstattgesprächen nachlesen und hier den Bericht aus dem erwähnten Newsletter.
Gruß!

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 5. Dezember 2010 17:41

Jaspis hat geschrieben:Hallo Roland,
im aktuellen Newsletter der ivs (Interdisziplinäre Vereinigung der Stottertherapeuten e.V.) wird über Deinen Workshop im Rahmen der 21. ivs-Werkstattgespräche berichtet. Die Teilnehmer des Workshops waren demnach hauptsächlich Stottertherapeuten? Was halten sie von Deinem Ansatz? Hast Du Feedback erhalten? Kannst Du dazu schon was sagen?
Vielen Dank & Gruß!
Es waren alles Stottertherapeuten von der IVS.
Besonders die anwesenden Lehrlogopäden beteiligten sich sehr engagiert an den niveauvollen Diskussionen. Im Bereich der Wahrnehmungsübung für den kühlen Atem habe ich wertvolle Rückmeldungen und Anregungen erhalten.

Die Stottertherapeuten waren sehr an den mentalen Hintergründen meiner Methode interessiert und besonders gut hat einigen die praxisnahe Demonstration meines 2. Aufschlages beim Tennis beim Matchball gegen mich gefallen. Hier hatte ich mögliche emotionalen Misserfolgszenarien beschrieben, die zu einer hohen Anspannung und damit zur starken Reduzierung der koordinativen Fähigkeiten führen können.

Ich erläuterte, wie es möglich ist, statt in Versagensängsten zu versinken, in eine zielgerichtete und zuversichtliche Handlungsperspektive zu kommen. Das bedeutet, dass der Aufschläger beim Erfühlen einer überhöhten Anspannung, sie erst einmal über eine Pause abklingen lässt, sich einen schon einmal vorher erfolgreichen 2. Aufschlag bildhaft vorstellen soll, um sich durch diese Visualisierung in einen zuversichtlichen Zustand zu bringen. Erst dann soll mit einer hohen Entschlossenheit der Aufschlag erfolgen.

Die Vorsitzende der IVS teilte mir am gleichen Abend erfreut mit, dass sie über meinen Workshop mehrere positive Bemerkungen gehört hätte. Im Laufe des Abends ergaben sich noch sehr interessante Gespräche über meinen und andere Workshops.

Eine Woche später erhielt ich dann auch noch die Evaluation meines Workshops:
Ropana..........................Mittel
Gliederung......................2,17
Verständlichkeit ..............1,83
Wissensgewinn ................1,83
prakt. Anwendungsmgl. .....1,83
Verhältnis Th-Praxis ..........2,17
Referentin Freundl/Komp ...1,67

Insgesamt war es eine sehr angenehme Erfahrung für mich.

Herzlichst
Roland
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 6. Dezember 2010 17:15

Hallo Roland,
Danke für die detaillierte Antwort!
Roland Pauli hat geschrieben:Die Stottertherapeuten waren sehr an den mentalen Hintergründen meiner Methode interessiert und besonders gut hat einigen die praxisnahe Demonstration meines 2. Aufschlages beim Tennis beim Matchball gegen mich gefallen. Hier hatte ich mögliche emotionalen Misserfolgszenarien beschrieben, die zu einer hohen Anspannung und damit zur starken Reduzierung der koordinativen Fähigkeiten führen können.
Das Stichwort "emotionales Misserfolgszenario" halte ich für sehr wichtig, mit Beispielen aus dem Tennis kann man es auch sehr gut erklären.
Interessanterweise findet die nächste ivs-Stotterkonferenz unter dem Arbeitstitel "Stottern und Emotionen" statt, wenn auch erst im Mai 2012 in Mainz. Vielleicht bist Du da auch dabei? :)
Roland Pauli hat geschrieben:Ich erläuterte, wie es möglich ist, statt in Versagensängsten zu versinken, in eine zielgerichtete und zuversichtliche Handlungsperspektive zu kommen. Das bedeutet, dass der Aufschläger beim Erfühlen einer überhöhten Anspannung, sie erst einmal über eine Pause abklingen lässt, sich einen schon einmal vorher erfolgreichen 2. Aufschlag bildhaft vorstellen soll, um sich durch diese Visualisierung in einen zuversichtlichen Zustand zu bringen. Erst dann soll mit einer hohen Entschlossenheit der Aufschlag erfolgen.
Bezogen auf das Sprechen ... auf was sollte sich eine Visualiserung richten? Einige Ansätze empfehlen da ja wohl die visuelle Vorstellung der Zwerchfellatmung. Was empfiehlst Du bzw. setzt Du ein? Für mich selbst ersetze ich bisher diese Visualisierung durch eine auditive Vorstellung, wie es "gut gesprochen" klingt; was ich hören möchte.

Nochmal zur ivs: Was sind die Voraussetzungen, um sich als "Stottertherapeut" zertifizieren zu lassen? Ausbildung, Erfahrungen, ...?

Viele Grüße, Karen

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