ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 6. Dezember 2010 20:45

Danke für die Links, Karen!

So kommen wir doch schon einmal dem Grund auf die Spur, weshalb Roland vor Stottertherapeuten gesprochen hat.

Jedenfalls nicht zu der Weiterbildung der so Ahnungslosen, wie Roland das suggeriert.

Die Ankündigung:
WS 1: Die Ropana-Methode - der sanfte Weg aus dem Stottern
Roland Pauli
Es werden Parallelen und Unterschiede zum Van Riper-Ansatz erläutert und ergänzende Übungen und Vorgehensweisen
im mentalen Bereich vorgestellt und diskutiert.
Die Ropana-Methode ist ein sanfter Weg aus dem Stottern, wobei frühere Ängste, Frustrationen, Scham- und
Minderwertigkeitsgefühle nach und nach abgebaut und eine neue Identität gefunden werden können.
Mit dieser überwiegend mentalen, d.h. gedanklichen Methode, die ihren Ursprung im Leistungssportbereich
hat, kann das Sprechen angstfrei in geordnete Bahnen gelenkt werden. Durch Schulung der eigenen Wahrnehmung
können auftretende Anspannungen gezielt heruntergeregelt werden. Durch regelmäßiges Lesen
und Umsetzen der autosuggestiven und wohltuenden Leitsätze wird das Unterbewusstsein in die gewünschte
Richtung eines individuellen und flüssigen Sprechens gebracht.
Da Stottern oft mit Versagensangst besetzt ist, wird diese durch das Prinzip der Nachbereitung nach und
nach reduziert. Bei Stotterereignissen sollte im Übungsraum abgesetzt werden, weil in diesem Moment ein
direkter Zugang zum Unterbewusstsein möglich ist, um sich dann nach einer kleinen Pause einen neuen
Versuch mit verbesserter mentaler Vorbereitung zu gönnen. Wenn das Sprechen nach mehreren Neustarts
immer noch nicht ganz flüssig sein sollte, kann trotzdem weiter gesprochen werden. Danach sollte allerdings
auf eine kurze Besinnungspause, das natürliche Atmen und eine angepasste Sprechgeschwindigkeit geachtet
werden. Das natürliche Atmen wird mit Hilfe von Wahrnehmungsübungen trainiert und später immer wieder
bewusst eingesetzt, bis es sich automatisiert hat.
Die Zusammenfassung:
Die Ropana-Methode – der sanfte Weg aus dem Stottern, Roland Pauli
Im Workshop zur ROPANA-Methode schilderte Roland Pauli seinen Werdegang als Stotternder und die Entwicklung
seiner Methode aus eigenen Erfahrungen und mentalen Trainingssequenzen, welche er als Tennislehrer
auf das Stottern übertrug. Ziel ist es mit Hilfe von Selbstinstruktionen und gezielter Eigenkonditionierung
den eigenen Spannungslevel zu kontrollieren und Maßnahmen zu ergreifen, welche flüssiges Sprechen
begünstigen (Tempo, Pausen usw.). Stotterereignisse werden so nachgebessert und der Stotternde erlebt
sich schrittweise in immer mehr Sprechsituationen als flüssiger Sprecher. Diese Erfahrungen werden wiederum
benutzt um komplexere oder schambesetztere Sprechsituationen zu meistern – ein Schneeballprinzip.
Andere Therapieelemente können problemlos integriert werden. (Zusammenfassung von René Masurek)
Die Wahrnehmung liegt auf der Tatsache, dass Roland selber stottert und er Tennislehrer ist.

Die ivs hat sich damit trotzdem ein Eigentor geschossen. Sie hätten sich halt vorher mal Rolands Muster ansehen sollen, solche Situationen geschickt umzudeuten, als wäre er hier der Lehrende...
Zum Feedback: das werden freundlich arglose Menschen sein.
Ich werde nachfragen, wie die ivs es findet, dass Roland sich als Stottertherapeut bezeichnet oder das Missverständnis, er wäre einer, nicht ausräumt.

2. Teil, die Analyse der Ankündigung, folgt.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 6. Dezember 2010 21:53

Hallo Mechthild,
ja, frag nach bei der ivs. Aber ich vermute, sie hatten es sich schon vorher genau überlegt, warum sie Roland eingeladen haben.
Und die Teilnehmer wissen bestimmt auch mit dem angebotenen Inhalt der Workshops umzugehen. Das erwarte ich eigentlich von gestandenden Therapeuten, arglos kommen die hoffentlich nicht zu so einer Veranstaltung!
M. hat geschrieben:Sie hätten sich halt vorher mal Rolands Muster ansehen sollen, solche Situationen geschickt umzudeuten, als wäre er hier der Lehrende...
Vermutlich hast Du einen sehr hohen Anspruch an Lehrende?
ivs hat geschrieben:Ziel ist es mit Hilfe von Selbstinstruktionen und gezielter Eigenkonditionierung den eigenen Spannungslevel zu kontrollieren und Maßnahmen zu ergreifen, welche flüssiges Sprechen begünstigen (Tempo, Pausen usw.)
Vielleicht wirkt so ein komprimierter Satz zu "einfach"? Aber für mich steckt da eine Lehre dahinter! Auch wenn das nichts Neues ist, von der Theorie her, aber Roland versteht es zu erklären, was damit gemeint ist und wie man es als Laie anpacken kann. Es ist beides sehr wichtig - etwas entdecken und theoretisch beschreiben und dieses auch praktisch anwendbar zu machen.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 6. Dezember 2010 23:05

2. Teil
WS 1: Die Ropana-Methode - der sanfte Weg aus dem Stottern
Gibt es auch einen "harten" Weg? Sind alle anderen Wege harte Wege? Impliziert diese Aussage das nicht? Wie falsch.
Es werden Parallelen und Unterschiede zum Van Riper-Ansatz erläutert und ergänzende Übungen und Vorgehensweisen
im mentalen Bereich vorgestellt und diskutiert.
Welcher "Van Riper-Ansatz"?
In Deutschland wird eine bestimmte Therapierichtung, die Stottermodifikation, auch als "Van-Riper-Therapie" bezeichnet. Charles Van Riper sah sich nicht als Erfinder dieses Ansatzes, er hat niemals eine Methode, einen Ansatz, nach sich benannt (Varina..). In Ropana gibt es kein Element, das Van Riper nicht auch beschrieben hätte. Die "Nachbereitung" - ein Satz in einem fast 300 Seiten-Werk, von 1973. Jeder muss, kann in der Stottermodifikation finden, was für ihn/sie passt, und das hat auch seinen Sinn.

Van Ripers Haltung ist eine gänzlich andere, als die von Roland. Roland "baut auf den Beiträgen derer, die vor uns waren" auf (ChVR), aber er übernimmt nicht, "was uns für den einzelnen Patienten als geeignet schien", er hat nur ein Handwerkszeug. Und er gibt an, das Rad neu erfunden zu haben. Roland ist höchstens erfindungsreich (und schmerzlos und schamfrei) im Selbst-Marketing.

Es geht auch bescheidener und selbstkritischer, zB so:
  • „Suggestion, Desensibilisierung, Betrafung und Verstärkung, sie alle finden in unserer therapeutischen Arbeit ihre spezielle Anwendung. Ungeachtet dieser Vorurteilslosigkeit ist wenig Platz für Zufälligkeiten in unserem Therapieplan. ... Unser Ansatz ist ein Problemlösungsansatz.
    Wir stellen ihn mit einiger Zurückhaltung vor, da wir sicher sind, dass er – sowohl im Entwurf als auch in der Anwendung – schwerwiegende Schwächen hat. Um dem Stotterer zu helfen, schien es immer wichtig, die Risiken auf sich zu nehmen, die in der Erforschung neuer Wege liegen, da wir nur so vorwärts kommen statt zurückzufallen. Wir haben versucht, neue Wege zu gehen. Es mag bessere geben.“ (im Vorwort zur deutschen Ausgabe „Die Behandlung des Stotterns“ von Charles Van Riper)
Wo gibt es bei Ropana neue Wege? Es ist ein schmaler Pfad, der längst bekannt war, der sicher für manche gut sein mag, für viele wird es passendere Wege geben.
Aber aus dieser vorurteilslosen Haltung heraus mag die ivs Roland eingeladen haben. Wie hätten sie auch ahnen können, wozu nett erscheinende Herren fähig sein können.
Die Ropana-Methode ist ein sanfter Weg aus dem Stottern, wobei frühere Ängste, Frustrationen, Scham- und Minderwertigkeitsgefühle nach und nach abgebaut und eine neue Identität gefunden werden können.
Ja? Und warum traust Du, Roland, Dich nicht, zu sprechen, wenn Du stottern würdest? Das habe ich mehrmals bei Dir erlebt, obwohl ich Dich nicht allzu oft erlebt habe.
Mit dieser überwiegend mentalen, d.h. gedanklichen Methode, die ihren Ursprung im Leistungssportbereich hat, kann das Sprechen angstfrei in geordnete Bahnen gelenkt werden. Durch Schulung der eigenen Wahrnehmung können auftretende Anspannungen gezielt heruntergeregelt werden.
... alte Hüte...
Durch regelmäßiges Lesen und Umsetzen der autosuggestiven und wohltuenden Leitsätze wird das Unterbewusstsein in die gewünschte Richtung eines individuellen und flüssigen Sprechens gebracht.
??? hat das schon mal jemand gemessen, auch im langfristigen Erfolg?
Da Stottern oft mit Versagensangst besetzt ist, wird diese durch das Prinzip der Nachbereitung nach und nach reduziert. Bei Stotterereignissen sollte im Übungsraum abgesetzt werden, weil in diesem Moment ein direkter Zugang zum Unterbewusstsein möglich ist, um sich dann nach einer kleinen Pause einen neuen Versuch mit verbesserter mentaler Vorbereitung zu gönnen. Wenn das Sprechen nach mehreren Neustarts immer noch nicht ganz flüssig sein sollte, kann trotzdem weiter gesprochen werden. Danach sollte allerdings auf eine kurze Besinnungspause, das natürliche Atmen und eine angepasste Sprechgeschwindigkeit geachtet werden. Das natürliche Atmen wird mit Hilfe von Wahrnehmungsübungen trainiert und später immer wieder bewusst eingesetzt, bis es sich automatisiert hat.
Es gibt noch andere und elegantere Wege, und das mit dem Unterbewusstsein ist ganz schöner Quark.

Sorry. Ich habe es in diesem Thread mehrfach geschrieben: mir ist es wurscht, wenn sich erwachsene Menschen Roland anvertrauen. Sie könnten vieles wissen, wollen sie aber nicht. Eine eigene Geschichte. Eine Jüngerschar sei auch jedem vergönnt, der das möchte. Nur: mit Selbsthilfe hat das rein gar nichts zu tun, nichts mit einer Interessenvertretung stotternder Menschen und nichts mit unabhängiger Beratung. Wenn Kinder mitreingezogen werden, hört das gnädige Wegsehen bei mir auf.

Roland macht die Bestrebungen der BVSS und der ivs, die Qualität in der Stottertherapie zu sichern, unglaubwürdig. Die ganze Zertifizierungsgeschichte wird absurd. Wirklich toll gemacht, Roland.

Roland, ich fordere Dich auf, hier
- darzulegen unter welchen Bedingungen die ivs Dich einlud (ich werde dort auch nachfragen)
- davon Abstand zu nehmen, Dich als Stottertherapeut zu bezeichnen
- zu versichern, jede Intervention bei stotternden Kindern und Eltern stotternder Kinder aufzugeben
- selber für Dich zu sprechen, nicht „Freunde“ für Dich einspringen zu lassen

@Karen
Natürlich steckt da eine Lehre dahinter, der Autor konnte es auch schnell einordnen...

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 10. Dezember 2010 00:28

WS 1: Die Ropana-Methode - der sanfte Weg aus dem Stottern
Gibt es auch einen "harten" Weg? Sind alle anderen Wege harte Wege? Impliziert diese Aussage das nicht? Wie falsch.
Der Nichtvermeidungsansatz, der die Desensibilisierung, die Abhärtung, beinhaltet, die Du mit Recht als einen sehr erfolgreichen Weg ansiehst, ist für Einige zu Beginn unvorstellbar. Sie verkraften es kaum, sich mit einer sehr ausgeprägten Symptomatik in der Öffentlichkeit zu offenbaren, weil sie ihre Versagensängste und Schamgefühle noch nicht überwinden konnten.

Auch das Sprechen in Anwendung eines sehr weichen Stimmeinsatzes, der schwerst Stotternden Linderung verschaffen kann, ist für Einige im Alltag schwer umzusetzen, weil sie sich von manchen Menschen nicht als vollwertig betrachtet fühlen und schon ein- oder mehrmal die Erfahrung der Geringschätzung erleben mussten.

Es ist ein nur allzu menschliches Verhalten, erst einmal unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen, statt die Konfrontation mit seinem Stottern und den damit verbundenen Angst- und Schamgefühlen zu suchen und auszuhalten. Wobei das unbestritten ein guter Weg ist, um sich abzuhärten, die Ängste zu verlieren und sein Stottern damit auf ein lockeres, primäres Stottern herunter zu schrauben.

Wer mit einem guten Selbstwertgefühl, einem stabilen sozialen Umfeld gesegnet ist und sich dadurch von der Meinung anderer abkoppeln kann, hat da besonders gute Karten.

Der "sanfte Weg" verzichtet anfangs auf "Abhärtung", wobei im Laufe der persönlichen Entwicklung auch all die Situationen angegangen werden sollen, die notwendig sind, um letztlich volle gesellschaftliche Teilhabe im Sinne der ICF-Richtlinien zu erreichen. Und von Anfang an empfehle ich auch trotz Stottern all das zu tun, was sozial und beruflich gerade wichtig ist. Unwichtige Dinge darf man auch gerne etwas später angehen, wenn man sich wohler und sicher damit fühlt und Zeit hat, sich darauf gut mental vorzubereiten.

Du findest auf meiner Homepage u.a. ja diese Aussage:

Der sanfte Weg aus dem Stottern deshalb, weil in kleinen Schritten zuerst in einer wohltuenden Seminar-Atmosphäre flüssiges Sprechen eingeübt und ein gutes Sprechselbstvertrauen aufgebaut wird, bevor es behutsam in den Alltag geht. Es werden weder Sprechtechniken, verfremdetes Sprechen oder Pseudostottern eingesetzt noch angstauslösende Sprechsituationen aufgesucht, um sich abzuhärten.

Ich bin mit diesem sanften Weg die letzten 11 Jahre sehr gut gefahren und freue mich über jeden, der mit jedem anderen Weg seine Sprech- und Lebensqualität verbessern konnte.

Liebe Grüße

Roland

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 12. Dezember 2010 23:09

Roland Pauli hat geschrieben:Der Nichtvermeidungsansatz, der die Desensibilisierung, die Abhärtung, beinhaltet, die Du mit Recht als einen sehr erfolgreichen Weg ansiehst, ist für Einige zu Beginn unvorstellbar. Sie verkraften es kaum, sich mit einer sehr ausgeprägten Symptomatik in der Öffentlichkeit zu offenbaren, weil sie ihre Versagensängste und Schamgefühle noch nicht überwinden konnten.

Auch das Sprechen in Anwendung eines sehr weichen Stimmeinsatzes, der schwerst Stotternden Linderung verschaffen kann, ist für Einige im Alltag schwer umzusetzen, weil sie sich von manchen Menschen nicht als vollwertig betrachtet fühlen und schon ein- oder mehrmal die Erfahrung der Geringschätzung erleben mussten.

Es ist ein nur allzu menschliches Verhalten, erst einmal unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen, statt die Konfrontation mit seinem Stottern und den damit verbundenen Angst- und Schamgefühlen zu suchen und auszuhalten. Wobei das unbestritten ein guter Weg ist, um sich abzuhärten, die Ängste zu verlieren und sein Stottern damit auf ein lockeres, primäres Stottern herunter zu schrauben.

Wer mit einem guten Selbstwertgefühl, einem stabilen sozialen Umfeld gesegnet ist und sich dadurch von der Meinung anderer abkoppeln kann, hat da besonders gute Karten.
Roland Pauli hat geschrieben:Und von Anfang an empfehle ich auch trotz Stottern all das zu tun, was sozial und beruflich gerade wichtig ist. Unwichtige Dinge darf man auch gerne etwas später angehen, wenn man sich wohler und sicher damit fühlt und Zeit hat, sich darauf gut mental vorzubereiten....

Der sanfte Weg aus dem Stottern deshalb, weil in kleinen Schritten zuerst in einer wohltuenden Seminar-Atmosphäre flüssiges Sprechen eingeübt und ein gutes Sprechselbstvertrauen aufgebaut wird, bevor es behutsam in den Alltag geht. Es werden weder Sprechtechniken, verfremdetes Sprechen oder Pseudostottern eingesetzt noch angstauslösende Sprechsituationen aufgesucht, um sich abzuhärten.

Ich bin mit diesem sanften Weg die letzten 11 Jahre sehr gut gefahren und freue mich über jeden, der mit jedem anderen Weg seine Sprech- und Lebensqualität verbessern konnte.
Ich freue mich auch, dass Du, Roland, mit Deinem Weg zufrieden bist. Dass Du glaubst, als "Stottertherapeut", auch mit Kindern, arbeiten zu können, steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Darum geht es mir aber.

Leider scheinst Du wirklich nicht zu wissen, was in einer Stottertherapie nach der Stottermodifikation passiert.
Nur kurz: selbstverständlich macht der Stotternde nichts, was er sich nicht vorstellen kann. Das ist ja gerade die therapeutische Kunst, jemanden zu begleiten und erreichbare Ziele anzubahnen, natürlich schrittweise, natürlich zuerst in geschützter Umgebung. Der Abbau von "Versagensängsten und Schamgefühlen" ist das Ziel, nicht die Voraussetzung...

Ein großer Irrtum ist, dass die Desensibilisierung für gerade die Ängstlichen nicht schaffbar wäre, und es Stotternde mit wenig Selbstwertgefühl schlechte Karten hätten. Die mit gutem Selbstwertgefühl brauchen die Desensibilisierung eher nicht :roll:.

... dieses ewige Vorbereiten, bis man sich "sicher" genug fühlt... beim ersten Lesen ist mir ein Satz aus "Der menschliche Makel" von Philpp Roth in den Sinn gekommen. Es ist die Geschichte eines Afroamerikaners mit sehr heller Hautfarbe, der als Weißer durchgeht und irgendwann sein Leben ganz um diese Lüge herum und auf Lügen aufbaut. "Du bist weiß wie Schnee, aber du denkst wie ein Sklave", sagt seine Mutter. Roland, Du magst sprechen können ohne zu stottern, aber Du bist ein Gefangener des Stotterns. Wenn Du so leben willst, gut. Ich wünsche das niemandem, schon gar nicht Kindern, die sich nicht aussuchen können, wohin sie von wohlmeinenden aber hilflosen Eltern geschleppt werden.

Du hast nicht auf meine zentralen Punkte geantwortet (nur "ICF" genamedropped :roll:)
Roland, bitte
- lege dar unter welchen Bedingungen die ivs Dich einlud (mir liegt bereits eine Stellungnahme vor, allerdings noch keine ausdrückliche Erlaubnis, sie zu veröffentlichen)
- nimm davon Abstand, Dich als Stottertherapeut zu bezeichnen
- versichere, jede Intervention bei stotternden Kindern und Eltern stotternder Kinder zu lassen

Danke für Deine Reflektionsbereitschaft!

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 13. Dezember 2010 13:18

---***--- hat geschrieben: - lege dar unter welchen Bedingungen die ivs Dich einlud (mir liegt bereits eine Stellungnahme vor, allerdings noch keine ausdrückliche Erlaubnis, sie zu veröffentlichen)
Warum soll er uns das hier in einem öffentlichen Forum darlegen? Wenn Dich das privat interessiert, kontaktiere Roland und/oder die ivs doch privat, hast Du ja teilweise schon getan. Aber ich halte es für keine gute Idee, eine Stellungsnahme der ivs anzufordern und hier dann veröffentlichen zu wollen, da es sich weder um Forums- noch um BVSS-Belange handelt.

Ich hatte ja Rolands Workshop bei der ivs hier erwähnt ... aber doch nur, um nach dem Feedback der Stottertherapeuten, die an diesem Workshop teilgenommen haben, zu fragen! Das interessierte mich wirklich und darauf hatte ja Roland auch schon längst geantwortet.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 13. Dezember 2010 15:03

---***--- hat geschrieben: Roland, bitte
- lege dar unter welchen Bedingungen die ivs Dich einlud (mir liegt bereits eine Stellungnahme vor, allerdings noch keine ausdrückliche Erlaubnis, sie zu veröffentlichen)
Frage einfach die Vorsitzende, die bei mir angefragt hatte, ob ich mir vorstellen könnte, bei den diesjährigen Werkstattgesprächen einen Workshop anzubieten, in welchem ich meine Ropana Methode vorstelle. Dieser Workshop wurde übrigens von mir ehrenamtlich gehalten.

Liebe Grüße

Roland

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 13. Dezember 2010 18:03

Karen hat geschrieben:Warum soll er uns das hier in einem öffentlichen Forum darlegen? Wenn Dich das privat interessiert, kontaktiere Roland und/oder die ivs doch privat, hast Du ja teilweise schon getan. Aber ich halte es für keine gute Idee, eine Stellungsnahme der ivs anzufordern und hier dann veröffentlichen zu wollen, da es sich weder um Forums- noch um BVSS-Belange handelt.
Ich bin gänzlich anderer Ansicht.
Hier in diesem Forum wird der Eindruck erweckt, Roland würde Stottertherapeuten weiterbilden.
Es kann zudem leicht der Eindruck entstehen, dass Roland selber Stottertherapeut ist. Auch bezeichnet sich Roland in anderen Medien als Stottertherapeut. Diese Fehlinformation hat Roland bislang nicht ausgeräumt. Roland bietet sogar an, stotternde Kinder zu behandeln... :roll:

Dies hier ist eine Forum der Bundesvereinigung Stotterer Selbsthilfe e. V.
Ziel der BVSS ist, unter anderem, unabhängig und als Vertreter der Stotternden über Therapien zu informieren. Nicht als Vertreter der Anbieter. Ein erklärtes Ziel ist, die Qualität in der Stottertherapie zu sichern und transparent zu machen, welche Kriterien ein Stottertherapeut erfüllen muss und welches die Kriterien einer Therapie sind, die dem derzeitigen Stand der Kunst entsprechen. Gemeinsam mit der ivs wurden hohe Standards definiert, die Roland nicht erfüllt und nicht erfüllen kann. Im Sinne dieser Kriterien ist ein Stottertherapeut, wer im Sinne des Heilmittelgesetzes therapeutische Leistungen erbringen darf und wer sich entsprechend spezialisiert und immer wieder fortbildet, auch eine Zertifizierung ist möglich.

Roland kann sich als alles mögliche bezeichnen. Wenn Roland allerdings eine Bezeichnung für sich beansprucht, die ein besonderes Qualitätsmerkmal sein soll, diese Qualität aber nicht gewährleisten kann und will, dann muss hier zumindest darauf hingewiesen werden dürfen. Dann unterläuft Roland allerdings auch die Ziele des Vereins.
Roland Pauli hat geschrieben:Frage einfach die Vorsitzende, die bei mir angefragt hatte, ob ich mir vorstellen könnte, bei den diesjährigen Werkstattgesprächen einen Workshop anzubieten, in welchem ich meine Ropana Methode vorstelle. Dieser Workshop wurde übrigens von mir ehrenamtlich gehalten.
Mir liegt eine ausführliche Stellungnahme von Frau Cook vor.

Ehrenamtlich bedeutet: "Ehrenamt, ... bezeichnet ein solches öffentliches Amt, das entweder mit keinem oder nur einem geringen Gehalt, auch, seiner Absicht nach, nicht mit der Hoffnung auf Erlangung eines besoldeten Amtes verbunden ist." (aus der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste von 1838).
In dem Fall hat es sich eher um eine indirekte Akquisemaßnahme gehandelt, oder? Zur Aufwertung Deines Angebotes. Du verwertest diesen Auftritt zur Akquise. Ehrenamt ist eher uneigennützig.

Nach wie vor offen sind diese Punkte:
---***--- hat geschrieben:Roland, bitte
- lege dar unter welchen Bedingungen die ivs Dich einlud (nicht als Stottertherapeut, das wissen wir beide)
- nimm davon Abstand, Dich als Stottertherapeut zu bezeichnen
- versichere, jede Intervention bei stotternden Kindern und Eltern stotternder Kinder zu lassen
Natürlich werden hier BVSS-Themen berührt. Es wär leichter, wenn wir das hier gleich an Ort und Stelle klären können.
Danke!

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Jaspis » 13. Dezember 2010 19:41

Hallo Mechthild,
ich verstehe und teile Deine generellen Bedenken (speziell zu Therapien für Kinder) und niemand soll hier falsch beraten werden!

Aber folgende Deiner Eindrücke sind meiner Meinung nach nicht richtig bzw. so hier nicht von Roland oder mir (die den Workshop Rolands bei der ivs thematisert hat) erweckt worden:
---***--- hat geschrieben:Hier in diesem Forum wird der Eindruck erweckt, Roland würde Stottertherapeuten weiterbilden.
Stimmt nicht. Er hat einen Workshop gehalten, das ist keine Weiterbildung und wurde so auch nicht angekündigt. Der Inhalt des Workshop war vorher bekannt und die ivs-Teilnehmer wußten, was sie erwartet.
---***--- hat geschrieben:Gemeinsam mit der ivs wurden hohe Standards definiert, die Roland nicht erfüllt und nicht erfüllen kann.
Aber das hat er auch nie behauptet! Er hat sich nie ivs-zertifizierter Stottertherapeut genannt. Und auch das Durchführen eines Workshops für die ivs impliziert nicht, dass man sich danach selbst als zertifizierter Therapeut sieht.
---***--- hat geschrieben:In dem Fall hat es sich eher um eine indirekte Akquisemaßnahme gehandelt, oder? Zur Aufwertung Deines Angebotes. Du verwertest diesen Auftritt zur Akquise.
Stimmt nicht. Das könnte man ihm nur vorwerfen, wenn Roland hier selbst über seinen ivs-Workshop berichtet hätte. Hat er aber nicht! Ich habe den ivs-Workshop erwähnt und nach dem Feedback gefragt! Habe daraus gelernt und frage das nächste Mal per PN nach. OK!

---***---
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 13. Dezember 2010 20:13

Hallo Karen,
Danke für Deine Rückmeldung!
Es geht bereits um die Bezeichnung "Stottertherapeut", nicht im Sinne der BVSS und nicht im Sinne der ivs. Roland erfüllt die Voraussetzungen nicht.
Du musst Dir keine Gedanken machen, Du hättest durch Deine Fragen was ins Rollen gebracht. Roland hatte längst schon "fallen gelassen" diesen Workshop gehalten zu haben, hier: http://forum.bvss.de/viewtopic.php?p=18860#p18860. Nach meinem Eindruck hatte der Threadstart nur diese Funktion, so unterschiedliche Wege wurden da aufgezeigt wie wiederholen, wiederholen und - wiederholen. Ich hätte längst nachgefragt, wenn ich die Zeit gehabt hätte.
Grüße!

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 14. Dezember 2010 00:34

---***--- hat geschrieben:Auch bezeichnet sich Roland in anderen Medien als Stottertherapeut.
Ich wurde von der Moderatorin als solcher bezeichnet, wobei ich zwar Seminare für stotternde Menschen halte, mich selbst aber nicht als Stottertherapeut tituliert hatte. Innerhalb der Sendung hatte ich es versäumt, das klar zustellen, kann das aber gerne nachholen, wenn sich eine Gelegenheit ergeben sollte.

Im Sinne der ivs erfülle ich nicht die erforderlichen Kriterien. Das ist richtig.

In wie weit ich andere Qualitäten als Seminarleiter habe, die stotternden Menschen schon weiter geholfen haben, mögen die entscheiden, die mit meiner Methode weiter gekommen sind. Jedenfalls wissen alle, mit denen ich arbeite, dass ich kein ausgebildeter Logopäde bin. Und wenn ich meine Methode an Fachleute weiter gebe, wissen es diese auch. Und diese Fachleute beurteilen dann meinen Ansatz, verwerfen ihn oder setzen ihn ein.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Tarantandy » 15. Dezember 2010 11:59

Danke Roland,

dass du das ausgeräumt und erklärt hast.

Grüße

Andi.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 4. Januar 2011 23:34

Roland Pauli hat geschrieben:Ich wurde von der Moderatorin als solcher bezeichnet, wobei ich zwar Seminare für stotternde Menschen halte, mich selbst aber nicht als Stottertherapeut tituliert hatte. Innerhalb der Sendung hatte ich es versäumt, das klar zustellen, kann das aber gerne nachholen, wenn sich eine Gelegenheit ergeben sollte.

Im Sinne der ivs erfülle ich nicht die erforderlichen Kriterien. Das ist richtig.

In wie weit ich andere Qualitäten als Seminarleiter habe, die stotternden Menschen schon weiter geholfen haben, mögen die entscheiden, die mit meiner Methode weiter gekommen sind. Jedenfalls wissen alle, mit denen ich arbeite, dass ich kein ausgebildeter Logopäde bin. Und wenn ich meine Methode an Fachleute weiter gebe, wissen es diese auch. Und diese Fachleute beurteilen dann meinen Ansatz, verwerfen ihn oder setzen ihn ein.
Hallo Roland, Danke dass Du die Punkte "Einladung ivs" und "Stottertherapeut" erläutert hast.

Umso lauter ist das Schweigen bezüglich der "Behandlung" von Kindern. Sehr betrüblich.

Auch die neueste "Seminarankündigung" ist wieder reißerisch werbend (... ein sanfter Weg aus dem Stottern...) und täuscht eine Anerkennung vor, die es nicht gibt (... einige Krankenkassen hätten die Kosten bereits übernommen...).

Für genau dieses Verhalten werden Anbieter als unseriös bezeichnet. Du handelst zutiefst unseriös. Und das unter der Flagge der Bundesvereinigung Stotterer Selbsthilfe e.V....

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von Roland Pauli » 5. Januar 2011 00:54

Hallo Mechthild,

solange ich einzelnen Kindern helfen kann, sich mit mehr Mut und Zuversicht am mündlichen Unterricht zu beteiligen, würde ich das auch noch gerne weiter beibehalten. Gerade beim Vorlesen in der Klasse und bei Referaten hat sich mein mentaler Ansatz bei einigen Schülern gut bewährt. Auch wenn sie abgefragt wurden, konnten sie in der Regel besser abschneiden, weil sie keine so große Angst mehr hatten.

Und die paar, die zu mir fanden, stagnierten vorher irgendwann in ihren bisherigen Behandlungen in ihrer Region und wollten einen neuen Versuch starten.

Winterliche Grüße

Roland

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahru

Beitrag von ---***--- » 7. Januar 2011 21:50

Hallo Roland, ich verstehe und sehe, dass Du helfen willst.
Gleichwohl sehe ich aber einen erheblichen Interessenkonflikt zwischen Deinem semi-professionellem Angebot und einem Auftreten als Quasi-Vertreter der Selbsthilfe.
Dein Angebot und die Idee der Selbsthilfe schließen sich aus. Leider bringst auch Du die Selbsthilfe damit ins Zwielicht. Was, wenn das auch die vielen anderen Nicht-Therapeuten so handhaben würden? Örtlicher Selbsthilfe-Ansprechpartner, Anbieter von Ersatztherapie?

Ich habe bereits weiter oben über die Interessenvertretung Betroffener bezüglich therapeutischer Versorgung geschrieben. Eine unabhängige Beratung sollte dazu selbstverständlich sein.

Winterliche Grüße auch Dir!

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