ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

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Quax
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 9. März 2010 15:18

... das von Roland Gesagte, kann ich nur vollumfänglich bestätigen. Jeder, der Hilfe sucht oder sich für die Ropana-Methode interessiert, findet in ihm einen kompetenten Ansprechpartner §dup, der gerne mit einem die Methodik trainiert und einem Seminarunterlagen zukommen lässt.

Ich war vor meinem ersten Ropana-Seminar vor einigen Tagen schon etwa ein Jahr lang mit Roland in Kontakt, in dem er mich immer wieder kostenlos und unverbindlich gecoacht und sich auch immer wieder von sich aus bei mir gemeldet hat und das alles ohne einen zu einem Seminar zu "drängen" oder Geld zu verlangen.

Sicher weist er darauf hin, dass es in jedem Fall besser ist, die Ropana-Methode bei einem Seminar konstant über einige Tage zu praktizieren und natürlich muss auch er von etwas leben und macht daher Werbung in eigener Sache, aber insgesamt kann ich sagen: vorbildliche Unterstützung, Roland §dup

In diesem Sinne Viele Grüße nach Erlangen

BERND :D :grinundwe: §dup :knuddel:

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Jaspis » 9. März 2010 19:04

Hallo Roland,
eine Frage: Wurden die Leitsätze auf dieser Seite von einem Native Speaker übersetzt oder überprüft? Da Englisch sprechen noch eine meiner Baustellen ist, würde ich die Leitsätze gern auf Englisch lesen und dabei meine englische Aussprache wie mein Vokabular gleichermaßen trainieren wollen.
Vielen Dank für das Einstellen & Gruß,
Karen

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Roland Pauli » 9. März 2010 23:08

Karen hat geschrieben:Hallo Roland,
...Wurden die Leitsätze auf dieser Seite von einem Native Speaker übersetzt oder überprüft? ...
Karen
Hallo Karen,

die Leitsätze wurden freundlicherweise von einer Engländerin übersetzt. Sie gab damals in Erlangen Englischkurse für Siemens-Mitarbeiter.

Mein Lieblings-Leitsatz ist immer noch:

I take as much time as I need.

Herzlichst

Roland

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von ---***--- » 10. März 2010 00:16

Hallo Bernd,
was hättest Du getan, wenn Du dieses "Coaching" nicht gehabt hättest?
neugierig, Mechthild

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von 2412 » 10. März 2010 00:31

Roland Pauli hat geschrieben: I take as much time as I need.
Also ich muss sagen: My English is under all pig. Insofern ist ROPANA wohl leider nichts für mich. :wink:

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von elbflorenz » 10. März 2010 13:18

Mir ist leider noch nicht ganz klar, was exakt mit dem kühlen Atem gemeint ist.
Man atmet also mit offenem Mund ein, spürt die kühle Luft und die Ruhe, und es existieren ja mehrere Atemtechniken, wie zum Beispiel Bauch-, Zwerchfellatmung...
(Beispielsweise nur in den Bauch zu atmen oder in die Lungenflügel zu atmen/ bzw. Brust und ein ausdehnen des Brustkorbes zu spüren)
Höre ich den Luftstrom beim Ausatmen leicht? --> Zielt eigentlich auf die grundlegende Fragestellung ab, ob man Ropana mit Fluency Shaping verbinden kann.
Ist die Ropanamethode mit sonstigen Stimmbildungsübungen kombinierbar? ( Betonung auf Vokale, sanfter Beginn etc.)
Wie stelle ich das also an? Ich würde mich sehr über eine Antwort von Kennern dieser Therapie freuen.

achja ich verfahre bei der Nachbereitung so, dass ich mir Stichpunkte über die jeweilige Stresssituation, in der es zum Stocken gekommen ist, aufschreibe und vor mich hin sage, um das Bild/ die Situation intensiver nachempfinden zu können.

Vielen Dank schon mal.
Zuletzt geändert von elbflorenz am 10. März 2010 14:48, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Jaspis » 10. März 2010 13:19

Roland Pauli hat geschrieben:die Leitsätze wurden freundlicherweise von einer Engländerin übersetzt.
Prima! Dann kann ich ja loslegen! :D
Ich habe mal eine rein Englische Version draus gemacht und für weitere Interessenten hier angehängt.
Gruß, Karen
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ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von leo029 » 10. März 2010 15:40

Danke, Karen!

Vielleicht könnte man noch die deutsche Überschrift ersetzen ("ROPANA-method Guidelines" oder so)

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 15. März 2010 19:04

Hallo zusammen,

da sich bisher noch keiner gemeldet hat und ich es auch nicht mit ansehen kann elbflorenz ganz im Regen stehen zu lassen, erlaube ich mir mal, auf dieses ...
elbflorenz hat geschrieben
Mir ist leider noch nicht ganz klar, was exakt mit dem kühlen Atem gemeint ist.
Man atmet also mit offenem Mund ein, spürt die kühle Luft und die Ruhe, und es existieren ja mehrere Atemtechniken, wie zum Beispiel Bauch-, Zwerchfellatmung...
(Beispielsweise nur in den Bauch zu atmen oder in die Lungenflügel zu atmen/ bzw. Brust und ein ausdehnen des Brustkorbes zu spüren)
Höre ich den Luftstrom beim Ausatmen leicht? --> Zielt eigentlich auf die grundlegende Fragestellung ab, ob man Ropana mit Fluency Shaping verbinden kann.
Ist die Ropanamethode mit sonstigen Stimmbildungsübungen kombinierbar? ( Betonung auf Vokale, sanfter Beginn etc.)
Wie stelle ich das also an? Ich würde mich sehr über eine Antwort von Kennern dieser Therapie freuen.

achja ich verfahre bei der Nachbereitung so, dass ich mir Stichpunkte über die jeweilige Stresssituation, in der es zum Stocken gekommen ist, aufschreibe und vor mich hin sage, um das Bild/ die Situation intensiver nachempfinden zu können.

Vielen Dank schon mal.
... Posting zu antworten.

Kühler Atem / Atmung allgemein

Die Kühle des Atmens bei Ropana ist keine Atemtechnik im eigentlichen Sinn. Sie ist vielmehr ein lockeres und natürliches Atmen, wie wenn man ganz entspannt da sitzt, den Mund leicht geöffnet, den Kiefer locker, und den Atem ganz einfach sanft kommen und gehen lässt. Es ist hier also nicht aktives Einatmen gemeint, sondern ein passives "Atem kommen lassen". Wenn man so verfährt und sich ein bisschen darauf konzentriert, kann man sehr schnell wahrnehmen, dass sich der Atem so kühler anfühlt, wenn er sanft in den strömt. Ropana hat u.a. das Ziel über eine (pawlowsche) Konditionierung diese Kühle mit einer gewissen (Sprech-)Ruhe zu verbinden.

Ropana und andere Ansätze

Soweit ich weiß, ist Ropana mit den meisten Ansätzen kompatibel. Soll heißen, man kann beide Ansätze unmittelbar kombinieren, sofern das dann nicht von der Konzentration her zu anstrengend wird (man kann sich nicht immer auf mehrere Zielverhalten gleichzeitig konzentrieren). Bei Van Riper würde ich sagen, dass man evtl. zuerst Van Riper und dann Ropana machen sollte.
Ich kann, da ich selber einen Fluency Shaping Hintergrund habe, nur für diesen Ansatz sprechen, aber hier könnte ein mögliches Vorgehen z.B. so aussehen: Satz - Stottersymptom - Absetzen - Pause, dann Nachbereitung versuchen aber mit entsprechend mehr Technikeinsatz - nochmalige Nachbereitung mit weniger Technikeinsatz - ggf. nochmalige Nachbereitung mit noch weniger Technikeinsatz bzw. so viel Technikeinsatz wie du noch brauchst.

Nachbereitungen

Mir ist nicht so ganz klar, was du mit "Stichpunkten" meinst. So wie ich es verstanden habe, soll man bei der persönlichen Nachbereitung (für sich selber) sich die Situation eben nochmal lebhaft vorstellen (Gesprächspartner, Atmosphäre, gestotterte Wörter, innere Einstellung bei einem selber etc.) und versuchen, diese Situation zu optimieren, bis sich das Gefühl einstellt, diese Situation jetzt positiv gemeistert zu haben / meistern zu können.

So, ich muss leider weiter. Für weitere Rückfragen stehe ich dir gerne zur Verfügung, aber ich denke, auch Roland wird hier vielleicht noch einige Takte schreiben.

In diesem Sinne wünsche ich dir was.

Viele Grüße

BERND :D :grinundwe: §dup :knuddel:

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von elbflorenz » 15. März 2010 21:45

Sehr nett, ich dachte schon, dass Forum wäre ausgestorben oder ich hätte etwas falsches gefragt.
Okay dankeschön, das mit dem kühlen Atem habe ich jetzt verstanden. Die Stichpunkten sollen bedeuten, dass ich mir die situation in der das stocken aufgetreten ist besser vorstellen kann, wenn ich mir diese nochmal kurz umrissen aufschreibe also welche personen anwesend waren etc. Es ist so schade, dass eine verbundene selbsttherapie so viel zeit in anspruch nimmt! Ich bin ganz überzeugt von William D. Parry, weil das Valsalvamanöver logisch zu erklären ist, aber ich auch etwas psychisches gegen das stottern machen möchte, da kommt ropana ins spiel.

Dankeschön aber nochmal, dass ich ein Lebenszeichen von euch bekommen habe!

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Roland Pauli » 16. März 2010 17:12

elbflorenz hat geschrieben:... Es ist so schade, dass eine verbundene selbsttherapie so viel zeit in anspruch nimmt! ...
Hallo Elbflorenz, Du brauchst ja nicht alles notieren und abarbeiten. Es genügt, die Situationen, an die du Dich noch erinnern kannst und ungute Gefühle damit verbindest, nachzubereiten.

Bernd hat das mit dem kühlen Atem schon sehr gut erklärt.
Ropana ist mit sonstigen Stimmbildungsübungen gut kombinierbar. Aber sie sind eher als Ergänzung gedacht und nicht unbedingt notwendig.

Für weitere Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung, nur mache Beiträge dauern bei mir etwas, weil ich gut beschäftigt bin ;-)
Wenn´s schnell gehen soll, rufe mich einfach an.

Herzlichst

Roland
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Jaspis » 16. März 2010 20:28

Quax hat geschrieben:Die Kühle des Atmens bei Ropana ist keine Atemtechnik im eigentlichen Sinn. Sie ist vielmehr ein lockeres und natürliches Atmen, wie wenn man ganz entspannt da sitzt, den Mund leicht geöffnet, den Kiefer locker, und den Atem ganz einfach sanft kommen und gehen lässt. ... Ropana hat u.a. das Ziel über eine (pawlowsche) Konditionierung diese Kühle mit einer gewissen (Sprech-)Ruhe zu verbinden.
Hallo Bernd & Ihr,
letzteres finde ich einen interessanten Aspekt. Heißt für mich, die Sprechruhe über das Spüren der Kühle des Atems zu finden, ist eine Möglichkeit. Die, die ROPANA als sehr praktikabel empfiehlt. Wenn ich aber meine Sprechruhe schon anders konditionieren konnte, kann ich auch diesen Weg beibehalten, Hauptsache, ich kann mich immer wieder in Sprechruhe versetzen.

Als sehr hilfreich empfinde ich die Art der Nachbereitung, die aus meiner Sicht der Kernpunkt von ROPANA ist. Ich habe sie vor einigen Jahren praktisch angewendet, heute nur noch gedanklich. Eine Stottersituation nicht unmittelbar in der Situation nachzubereiten, sondern ggfls. erst viel später, abends, zuhause, in einer ruhigen Minute, wenn man ganz für und bei sich sein kann, nützt meiner Erfahrung nach mehrschichtig. Wie meine ich das? Zum einen bereite ich ganz praktisch nach, ich spreche schwierige Wörter wieder und wieder unter Vorstellung der tatsächlichen Kommunikationssituation. Das wirkt dann meiner Meinung nach mental, auf's Unterbewußtsein. Einen anderen und nicht weniger wesentlichen Vorteil sehe ich in dieser späteren Nachbereitung darin, dass man in der unmittelbaren Stottersituation sowohl einen Grund als auch einen Ausweg sieht, aus dieser Situation bewußt wieder herauszugehen, weiterzugehen, sich nicht länger von der Situation vereinnahmen zu lassen. Denn wenn ich mir die Situation merken will, welche Wörter habe ich gestottert, wie hat sich das Stottern im Mund, im Körper angefühlt, habe ich etwas konkretes zu tun - was mich davon abhält, emotional und überfordert in der Situation zu verharren. So zumindest wirkte die Idee der Nachbereitung auf mich. Statt mich meinen Oh-weh-, wie-peinlich- und ich-will-hier-weg-Gedanken auszuliefern, muß ich mir konkrete Gedanken machen, was gerade wie ablief, ich nehme automatisch eine Beobachterrolle ein.

Nicht zuletzt finde ich die Nachbereitung a la ROPANA besonders für die geeignet, die sich mit direkteren Methoden, Nachbereitung in der unmittelbaren Situation und im Beisein von Zuhörern, etwas schwer tun. Dazu zähle ich mich. In dem man die Nachbereitungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt abhalten und nachholen darf, kann man auf seine ganz individuellen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen und überfordert sich nicht. Es ist sozusagen eine Anregung, achtsam mit sich selbst umzugehen, auf sich Rücksicht zu nehmen, ohne sich unterfordern, sich selbst gegenüber nachsichtig zu sein, jedoch ohne sich zu sehr zu schonen.

Gruß, Karen

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 18. März 2010 14:58

Hallo Karen,

Ropana ist denke ich nicht auf Biegen und Brechen mit der Kühle des Atems verbunden. D.h., wenn du deine Sprechruhe über andere, ich nenne sie mal, "Anker" bekommen kannst, ist das sicherlich auch in Ordnung.

Zu dem Nachbereitungen selber kann ich leider noch nicht so viel sagen, da ich sie erst seit einiger Zeit mehr oder weniger regelmäßig einsetze. Was ich aber sagen kann, ist, dass es auf jeden Fall Spaß macht und auch eine gewisse Motivationsfunktion hat, wenn man Situationen, die sprachlich total in die Hose gegangen sind, für sich selber nochmal flüssig durchspricht.
Roland sagt ja auch immer, dass das Unterbewusstsein nicht unterscheidet, ob man sich etwas lebhaft vorstellt oder tatsächlich erlebt hat und insofern halte ich es auf jeden Fall für sinnvoll, ihm nach einer gescheiterten Situation eine "Verbesserung" anzubieten.

Ich denke Karen hat die Thematik der Nachbereitungen schon sehr gut erfasst §dup und beschrieben. Die Ausführungen zur Achtsamkeit mit sich selber haben mir besonders gut gefallen und in der Tat trifft gerade dieser Aspekt sehr gut zu. Man ist dem Stottern einfach nicht mehr so hilflos ausgeliefert, bekommt durch die Möglichkeit, nochmal "nachzuarbeiten" ein verzeihenderes Selbstbild und kann sich ggf. sogar schon in der (Übungs-)situation mit einem einfachen Neustart aus einer Blockade lösen.
Ich glaube zwar, dass man irgendwann einmal so trainiert sein kann, dass man sich ohne weiteres aus einer Alltagssituation lösen und auf die sicheren Sprechmuster aus einer Nachbereitung zurückgreifen kann, jedoch ist das mit viel Zeit / Geduld und noch mehr Arbeit verbunden.

Ich werde zukünftig auf jeden Fall mehr Wert auf die Nachbereitung legen.

In diesem Sinne Viele Grüße an Alle

BERND :D :grinundwe: §dup :knuddel:

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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von ---***--- » 29. März 2010 21:32

Hallo Ihr,
diesen Satz kann ich doch nicht unkommentiert lassen:
Quax hat geschrieben:Soweit ich weiß, ist Ropana mit den meisten Ansätzen kompatibel. Soll heißen, man kann beide Ansätze unmittelbar kombinieren, sofern das dann nicht von der Konzentration her zu anstrengend wird (man kann sich nicht immer auf mehrere Zielverhalten gleichzeitig konzentrieren). Bei Van Riper würde ich sagen, dass man evtl. zuerst Van Riper und dann Ropana machen sollte.
Ropana ist mit Nicht-Vermeidung/Stottermodifikation nicht kombinierbar. Bei VR geht es gerade darum zu trainieren, Stottern direkt, in jeder Situation bearbeiten zu können. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man über "Befindlichkeiten" rationalisiert, die einem angeblich hindern, genau dies zu tun. So gerät man wieder in eine Angst- und Vermeidungsspirale, die eigentlich schnell unterbrochen werden könnte. Man muss auch keine Überforderung befürchten, niemand reißt einem den Kopf ab, wenn man mal der Angst nachgibt. Nur sollte man ehrlich zu sich selber sein, wenn man sich entwickeln möchte und Ängste abbauen will.
Grüße, Mechthild

Quax
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Re: ROPANA®-Methode/Roland Pauli, Fragen, Antworten, Erfahrungen

Beitrag von Quax » 29. März 2010 23:11

Hallo Mechthild,

ich gebe dir teilweise Recht. Ropana und VR sind zwei unterschiedliche Ansätze. Jedoch sind beide meiner Ansicht nach gut zu kombinieren. Selbstverständlich ist es jedoch sinnvoller, zuerst das eine (bevorzugt VR) und dann das andere (Ropana) zu machen. Beides gleichzeitig versuchen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt, eben weil die Herangehensweisen an das "Problem" Stottern zu verschieden sind. Beide Methoden unmittelbar zusammenbringen zu wollen wäre eine Aufgabe ähnlich der Quadratur des Kreises :wink:

Ich glaube hier im Tread schwingt auch immer ein bisschen die Frage nach dem Verständnis des Wortes "Stottertherapie" mit. Mir gefällt eine sinngemäße Übersetzung mit "Möglichkeiten" sehr gut und ich sehe die Therapien bzw. meinen persönlichen (Therapie-) Weg heute sehr viel dynamischer als noch vor drei - vier Jahren (man, klingt das weise :shock: :wink: :roll: ).
Ich habe mich erst letztens mit Roland darüber unterhalten und auf seine Frage hin erkannte ich, dass ich aus jeder Therapie etwas positives mitgenommen haben. Vor allem Kassel hat mich nachhaltig geprägt und ich genieße auch heute noch ein gutes Gefühl für meine Sprechorgane, was hundertprozentig Kassel zu verdanken habe.
Insofern denke ich, dass man fast alle Therapierichtungen miteinander kombinieren kann, wenn auch nicht immer in Reinkultur. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, dass man auch mit weichen Stimmeinsätzen eine Art "Pseudo-Pullout" machen könnte (ähnlich wie es z.B. Herr Dr. Gudenberg macht, aber lasst uns nicht schon wieder diese Diskussion aufmachen :wink: ), jedoch kenne ich mich bei VR zu wenig aus, um da wirklich mitsprechen zu können.
Der Punkt ist: geht es einem mit seiner eigenen Kombination (aus welchen Ansätzen auch immer) gut ? Kommt man damit weiter ? Hat man ein gutes Gefühl dabei ? Wenn ja, dann sollte man das auf jeden Fall weiterverfolgen. Arno hat das kürzlich in seinem Beitrag ähnlich ausgedrückt: man muss einfach mit der Zeit ein Gefühl für sich entwickeln und sich aus der großen Schatzkiste (Seminare, Therapien, VHS etc. etc.), die einem zur Verfügung steht, seinen ganz persönlichen "Mix" zusammenstellen.

Abschließend vielleicht ein kurzer Gedanke zur Ropana-Methode an sich (nicht unbedingt zum Thema):
Mir kam gerade so in den Sinn, dass sich auch Flüssigsprecher in Ropana-Seminaren durchaus wohl fühlen könnten.
Flüssig sprechen können heißt nämlich nicht immer gut sprechen können ! D.h. die rhetorische Komponente ist bei Ropana doch verhältnismäßig stark ausgeprägt (v.a. bei fortgeschrittenen Leuten). Bei FS oder VR wäre ein flüssigsprechender Mensch sicherlich relativ fehl am Platz, weil er mit den ganzen „Übungen“ nicht viel anzufangen wüsste (warum auch ? er hat ja die Notwendigkeit gar nicht). In einem Ropana-Seminar könnte er einfache Prinzipien erlernen und üben, die ihn rhetorisch sehr viel weiterbrächten (z.B. klarere Artikulation, verlangsamtes Sprechtempo etc.) und ihn insgesamt zu einem besseren Sprecher machen würden. Bevor der Einwand kommt :wink: : ein guter Sprechcoach oder Logopäde könnte das selbstversändlich auch.

So, ich muss leider weiter. Schön, dich mal wieder im Forum zu sehen, Mechthild :D (ich hoffe, es ist bei dir so weit alles in Ordnung :D )

Viele Grüße an Alle

BERND
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