Stottern; Asperger Autist; generalisierte Angststörung

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petz07
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Stottern; Asperger Autist; generalisierte Angststörung

Beitrag von petz07 » 21. Mai 2015 16:53

Kann jemand eine konkrete Auskunft erteilen ob und wo ich ggfls. eine entsprechende Therapieform oder Einrichtung finden kann? :?

transit
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Beitrag von transit » 21. Mai 2015 23:22

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Hallo petz07, Herzlich Willkommen im Forum.

Bist du ASS diagnostiziert? Uniklinik Freiburg soll gute ASS-spezifische stationäre Therapie anbieten.
Hast du Medikation zur Verfügung?

LG

petz07
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Re: Stottern; Asperger Autist; generalisierte Angststörung

Beitrag von petz07 » 22. Mai 2015 11:17

Es geht um meinen Stiefsohn (20 Jahre), der sein Stottern therapieren lassen möchte. Aufgrund seines Aspergersyndroms ist er jedoch nicht sehr belastbar. Er befindet sich z. Zt. in einem Jugendwohnheim und soll nach einem Erschöpfungssyndrom wieder "aufgepäppelt" werden. Eine Therapie, die z.B. 7 oder 14 Tage, 8 Std. am Tag durchgezogen wird, hält er wahrscheinlich noch nicht durch. Zudem hat er eine Essstörung und eine überaus empfindliche Nase. Er isst nicht alles und kann auch verschiedenste Essengerüche nicht ertragen.

Wenn noch Bedarf an mehr Info´s vorhanden, bitte melden!

Weiß noch jemand einen etwaigen Therapiestandort?

transit
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Beitrag von transit » 27. Mai 2015 08:22

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Hallo petz07,


Informationen bzgl ambulanter Therapien und entsprechender Therapeuten für das Sprechen/Redefluss findest du auch über die BVSS-Geschäftsstelle (Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe). Hier.

Was habt ihr denn bisher therapeutisch unternommen? Wohnte er bis zu seinem Zusammenbruch zu Hause, in der Familie?

Zur Autistischen Art der Wahrnehmung gehört oft eine Hochsensitivität. Diesbzgl würde ich es noch nicht als Essstörung bezeichnen, wenn ein Kind/Jugendlicher nur bestimmte Nahrungsmittel/Speisen isst.

Hochsensitivität birgt aufgrund der - eigentlich viel zu guten! - reizoffenen Wahrnehmung auch das Risiko der Reizüberflutung - das Gehirn muss viel mehr auf einmal verarbeiten, was neurotypische Menschen mit entsprechender Reizfilterfähigkeit ausblenden (können) - klar, dass dies mehr Erschöpfung und Rückzugsanspruch bedingt.

Autistische Wahrnehmungsverarbeitung ist genetisch bedingt. In den Familien gibt es daher auch andere Personen, die - mehr oder weniger - "im Spektrum" sind. Euren Sohn scheint - deinen Beschreibungen zuFolge - dann eventuell eher "das geballte genetische Programm" getroffen zu haben, wenn ich es mal so salopp formulieren darf.

Ist das Jugendwohnheim speziell für die Ansprüche von Aspies konzipiert?

Sprechunflüssigkeiten beoachte ich häufig bei Menschen des Autistischen Wahrnehmungsspektrums - Und meine Beobachtungen zeigen mir, dass sich im Spektrum der Stotternden Menschen viele Aspies befinden.

Ich wünsche deinem Sohn gute Erholung und Umsetzung seiner persönlichen Ziele und Wünsche.


Liebe petz07, dir persönlich möchte ich - sozusagen als "Wellness für deine Seele" bei deinen aktuellen Sorgen und deinem von mir sehr geschätzten und respektierten Engagement! - neben all den Fachbüchern und Biographien, welche über ASS "auf dem Markt" sind - ein ganz besonderes empfehlen: "Schattenspringer".


Alles Gute.

petz07
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Re: Stottern; Asperger Autist; generalisierte Angststörung

Beitrag von petz07 » 27. Mai 2015 10:08

Hallo transit,

danke für Deine einfühlsame Nachricht. Das Buch "Schattenpringer" befindet sich schon in unserem Bücherregal. Und ich bin der männliche Bär (petz07).

Das Jugendwohnheim wird von seelisch kranken Kindern und Jugendlichen als auch einigen wenigen Aspies bewohnt. Auf Empfehlung der Klinik in Marsberg. Ob er da so richtig aufgehoben ist, können wir nichts so wirklich sagen. Wir Eltern, bzw. ich als Stiefvater, sehen die Lage oder beurteilen die Lage vielleicht dramatischer als sie eigentlich ist. Kilian fühlt sich dort aufgehoben. Ob gut oder nicht gut kann er nicht sagen. Fest steht, das sein Lebenslauf bzw. sein Berufsweg aus unserer Sicht vorgezeichnet ist. Leider hätten wir uns einen anderen Weg für ihn gewünscht. Aber wie heißt es so schön: Das Leben ist kein Ponyhof und manchmal ergeben sich die Dinge anders als gedacht. Jugendwohnheim, Bfw, faw oder eine Ausbildung im herkömmlichen Sinne? Kilian hat leider keine Meinung wo es mit ihm hingehen soll und wir können ihm den Weg nicht ebnen, wie wir es gerne wollten.

Es geht überwiegend um das Stottern. Es ist fast unerträglich, weil nicht eine Silbe bzw. ein Wort im Ganzen herauskommt. Er hat schon mal eine "Stottertherpie" gemacht, die jedoch wieder vernachlässigt wurde, da Kilian sich wie ein Säugling vorkam. Jetzt wurde uns auch von verschiedenen Logopädinnen mitgeteilt, das diese Art der Therapie nichts also überhaupt nichts bewirken konnte. Na ja, nun suchen wir halt weiter. Vielleicht ist ja die LVR Bonn unsere Hoffnung.

Liebe Grüße an Sie oder ihn!

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