Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Fragen, Erklärungen, allgemeine Diskussionen und Erfahrungsberichte zu bestimmten Therapiekonzepten (reine Sprechtechniken, Non-Avoidance-Ansatz, ...). Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
Steppl89
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Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von Steppl89 » 10. Januar 2017 19:42

Hallo Zusammen,

Am Freitag starte ich einen neuen Versuch mein Stottern zu "verlieren". Nach einer gründlichen Rechereche auf Youtube bin ich auf Anna Deeter gestoßen, die einen völlig neuen Ansatz verfolgt. Auch Sie behauptet Stottern wäre nicht heilbar, garantiert im Anschluss aber 100% flüssiges Sprechen. (Steht sogar im Vertrag) Das ganze nach 3 Tage Intensivtraining? Klingt im ersten Moment ziemlich unglaubwürdig.

Dennoch war ich neugierig und habe mich intensiver mit ihr auseinander gesetzt. Was mir an ihrer "Therapie" (oh das Wort hasst sie :) ) gefällt ist, dass sie Stotterer als vollkommen normal deklariert (daher gibt es auch nichts zu heilen), die im Kindesalter nur nicht gelernt haben "richtig zu sprechen". Stotterer würden die Muskeln falsch bewegen sowie sich von äußeren Umständen zu sehr beeinflussen lassen und deswegen stottern.

Und das genau wird in einem 3-tägigem 1on1 Kurs über Skype gelehrt. Das richtige Sprechen , d.h. das richtige Bewegen der verschiedenen Muskeln + Zunge ! Das KOnzept basiert auf dem Programm von Roman Snezhko, der seit 1998 angeblich 3000 Stotterer das richtige Sprechen beigebracht hat. Dieser wird am ersten Tag des Kurses ebenfalls teilnehmen.

Der Spaß kostet 6.000$. Klingt nach viel Geld, aber ich habe das Glück, dass ich das Geld dafür habe. Ich sehe das ganze als Junkbond und bin mir bewusst, dass das ganze schief gehen kann. Trotzdem habe ich ein verdammt gutes Gefühl bei ihr. Im Internet befinden sich "Erfahrungsberichte von zwei anderen Therapeuten, die behaupten, dass sie mitlerweile ehemalige Schüler der FRau behandeln würden. Das schreckt mich aber nicht ab, da die Behauptungen weniger begründet wurden. Auch steht in einem ihrer Bücher wieso es mit einem Schüler nicht geklappt hat, der dann im Anschluss bei einem dieser Therapeuten sein Glück versucht hat.

Unterbewusst habe ich genau nach so einer Therapie gesucht. Eine Therapie die mich normal sprechen lässt, ohne mich durch irgendwelche Atemübungen anders sprechen zu lassen.

Ich schreibe diesen Erfahrungsbericht, da ich meine Erfahrung gerne teilen möchte, da eine solche im deutschsprachigem Raum bisher nicht existiert. Der Kurs kann sowohl auf englisch, als auch auf Russisch belegt werden.

Weitere Infos auf http://www.livestutterfree.com . Dort gibt es eine Menge Infos und Vorher/Nacher Videos von Teilnehmern zu dem Thema.

Ich versuche nächsten Montag einen ersten Erfahrungsbericht zu schreiben und dann regelmäßig ein Update zu geben (Ob positiv oder negativ)

und ja wenn Sie und ihr Kollege Recht haben, dann kann man quasi die Forschung der letzten 100 Jahre in die Tonne klopfen ...

Grüße
Zuletzt geändert von Steppl89 am 10. Januar 2017 23:45, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon - nach 3 Tagen flüssig

Beitrag von Torsten » 10. Januar 2017 21:45

Hallo Steppl99,

willkommen im Forum! Ich hab mir die Videos schon vor geraumer Zeit angesehen. Bin sehr auf deinen Bericht gespannt und wünsche dir viel Erfolg!
www.stottertheorie.de

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon - nach 3 Tagen flüssig

Beitrag von julius » 10. Januar 2017 22:24

Tu's nicht!

Das ist ein so offensichtlicher Betrug, hier nur ein paar Punkte:

1) 6000 € für 3 Tage, für eine "Nonprofit Organization" - Wofür? Wenn du das Geld übrig hast, nutze es für eine sinnvolle Therapie oder spende es für etwas Sinnvolles, es gibt genug Probleme auf der Welt (und diese "Nonprofit Organisation" hat mit Sicherheit schon genug Geld).

2) Die Webseite enthält keine konkreten Informationen über die Methode, stattdessen sinnlose Analogien wie
The Etalon science explained: After learning the natural code of normal speech, anyone can easily access the information followed by normally speaking people and become a normal speaker. It is the same as after entering the correct password, anyone can easily access, study and benefit from the open information of any electronic device

(Markierung von mir, leider musste ich diesen Quatsch von Hand abtippen, da auf der Webseite einige Texte nur als Grafik gespeichert sind...)

3) Die "Garantie" kannst du absolut vergessen. Hierzu lese ich auf der Webseite:
Following these NATURAL rules 100% of the time, any speaker is 100% guaranteed to always produce 100% correct speech without any speech mistakes (stuttering) because these rules are as perfect as the Nature that created them.

Und weiter:
As with everything about our method, our guarantee is different from anyone else’s! It is not the old rusty “money back” guarantee, which sets one up for failure by presenting it as an option. Our guarantee is for the success of anyone who chooses to perform diligently the NATURAL Etalon Speech Actions always and everywhere. Every time you do ETALON in your speech, you produce ETALON speech – 100% guaranteed. This is the only reliable guarantee that you can be granted: YOUR pledge to YOURSELF to consciously follow the golden knowledge of natural speech rules always and in any situation – with the availability of ongoing assistance of the Etalon trainer even after the program. Extremely rare, but it does happen when a graduate may have forgotten something or has come up with his own idea of speaking and attempts to perform a new Non-Correct Speech Action… “Money back” is an option for those who are not 100% certain of their success. We are certain and will accept nothing less.
Im Klartext: es gibt keine Geld-Zurück-Garantie, denn die würde einen ja, dadurch dass sie MIßerfolg als Option zulässt, gerade zu zum Mißerfolg verleiten. Die Garantie gilt für alle, die sich fleißig/eifrig/sorgfältig (diligently) an die "NATURAL Etalon Speech Actions" halten, immer und überall (damit verlierst du schonmal jede Chance, irgendetwas einzuklagen, denn wer macht schon irgendetwas immer und überall). Die letzten zwei Sätze machen noch einmal deutlich, dass "Money Back" für sie keine Option ist, und das wird so meisterhaft formuliert, dass man im ersten Moment sogar denken kann, dass sie damit eine besonders starke Garantie geben. Das Gegenteil ist der Fall, in der Tat, das ist eine "Garantie" wie keine andere, es ist nämlich gar keine. Das wäre eine geniale Parodie, aber leider ist es traurige, und offensichtlich betrügerische Realität.

Neben diesem Rat (den du annehmen kannst oder nicht), möchte ich vorschlagen, dass du den Titel deines Beitrags änderst. In der jetzigen Form legt er nahe, dass du bestätigst, dass du nach drei Tagen "flüssig" gewesen seist, und das ist - zu diesem Zeitpunkt - irreführend und sollte so nicht stehen bleiben.

Wenn du dich entscheidest, dieses Programm auszuprobieren, bin natürlich trotzdem gespannt auf deine kritischen (im Sinne von werbefreien, hinterfragenden) Berichte. Aber wenn du etwas Sinnvolles tun willst, spende das Geld lieber an Ärzte ohne Grenzen, Medico, Handicap International, ...

Alles Gute, Julius

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von Steppl89 » 10. Januar 2017 23:17

Hallo Julius,

Ich habe mich 3 Tage intensivst mit der Methode auseinandergesetzt (10h youtube videos angesehen) und zwei ihrer Bücher gelesen (die man kostenlos runterladen kann). Vieles was sie sagt, klingt meiner Meinung nach logisch. Darüber hinaus gibt es genug Patienten die auch nach ein paar MOnaten noch völlig flüssig sind (siehe Videos). Zum Beispiel wurde im Buch 2 der Facebookdialog über 2 Jahre zwischen einem Patienten und ihr veröffentlicht. Das kann man in diesem Rahmen nicht "faken". Man merkt dass sie mit Herzblut dabei ist und das beeindruckt mich...

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt... Ich kann mir die Therapie (zum Glück - ich weiss das ist nicht selbstverständlich) leisten, also wieso sollte Ich dann nicht eine völlig "neue Wissenschaft" ausprobieren und dieser die Chance geben... Wenn ich das Geld spenden würde, dann würde ich mich immer fragen, was wäre wenn, denn ich bin gerade 100% davon überzeugt am Montag (mit ihrer Methode) zu 100% flüssig sprechen zu können. Was ich dann daraus mache, liegt dann auch an mir.

Außerdem spende ich bereits (natürlich nicht in dieser Größenordnung ;) )

Natürlich kann das ganze schief gehen..aber was ist wenn es hilft und ich nicht ausprobiere? Was ist wenn diese wirklich die richtige Methode ist und niemand ausprobiert und immer "unentdeckt" bleibt? Im Internet findest du keine fundierten Erfahrungsberichte!

Ich habe in der Vergangenheit im Innovationsmanagement eines Konzerns gearbeitet und da gelernt, dass eben nicht alle neuen Projekte ein Erfolg werden, aber bestimmtes ausprobiert werden muss - sonst werden keine Neuerungen erreicht ;) Daher bin ich auch gerne der erste Deutsche, der dies ausprobiert. Und ja das finde ich sinnvoll!

Da es wenig Erfahrungsberichte gibt, abgesehen von ihrerm Content, ist es doch gut, dass sich jmd. mal ranwagt und die Erfahrung teilt ! Sie vergleicht ihren Partner mit Nicolas Tesla. Der wurde früher auch unterschätzt ;) Wenn Sie bzw. der recht habe, dann revolutioniert dies die "vorhandene Stotterwíssenschaft". Daher bin ich auch neugierig und ein Teil des Neuen !

Was mir garaniert wurde ist, dass ich nach den 3 Tagen perfekt die Etalon Speech Method beherrsche und wir solange skypen bis ich diese beherrsche . Am letzten Tag macht man z.B. einen "Test" und dieser muss fehlerfrei bestanden werden. Daher gibt sie mir das Werkzeug..Ich muss es anschließend nur weitermachen. Darüber hinaus sind "nachsitzungen" wohl kostenlos

Ich habe vorerst den Titel geändert (ich wollte nur Aufmerksamkeit erreichen)und berichte dann nächste Woche.( und ändere ihn dann vl erneut)

Gerne gebe ich dann auch meine Skype-Kontaktdaten raus. Darüber hinaus werde ich diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren. Ich werde diesen genauso gestalten, wie Ich ihn mir vor der Therapie gewünscht hätte, damit alle davon etwas haben.


P.s. Hier ein Auszug aus ihrem Buch, die ihren Ansatz beschreibt : "One Lonely climb to success". Da der INhalt kostenlos auf ihrer Seite angeboten wird, bin ich berechtigt den Absatz zu zitieren:
Anna Deeter: Of course, you are still making mistakes because you have no idea what
speech movements of your mouth you are supposed to make in order to create every
word. All these movements are presented in the Sound Matrix. As you see ( it is
impossible to explain it to you exactly how to do it without demonstration!), letters (hand
movements!) in the table indicate only 2 types of our tongue/lip movements. 1. One-sound melodica (when you make one movement of your tongue to produce one sound only) 2. Multi-sound melodica (when you make one movement of your tongue to produce 2-3 sequential sounds). In order to speak, a person must have all these movements memorized in the same way we memorize all letters of the alphabet before we can write a
word.... Once again, DEMONSTRATION of a teacher is a must.... I have no idea what you mean by terms that you used in your question… And you may also not understand precisely what I meant in my text here…

Hussein: No, I did understand what you just said. It sounded reasonable. When i do
one mouth movement, i produce 2 sequential sounds? With just one mouth movement?

Anna Deeter: Yes! For example, you make one movement of your bottom lip (pull it
down) to produce: "PI" - the first movement in the word "PIG".... but when you make the
second movement (pull your tongue down), then, you will produce only one sound: /G/
(Note, NOT the name of the letter!) So, in order to CREATE the word "pig", you have to
first move your lip (PI) and then, move your tongue (G).... You will observe this during
your 3-day class…

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von julius » 11. Januar 2017 00:46

Danke, dass du meinen Vorschlag aufgenommen und den Titel geändert hast!

Kann es mir aber doch nicht verkneifen: Wenn die Methode so erfolgreich ist, und angeblich 3000 Stotternde zu 100% geheilt hat, warum gibt es dann keine fundierten Erfahrungsberichte? Warum hat sich dann noch kein ernstzunehmender Wissenschaftler damit befasst? Die Outcome-Kriterien sollten ja die gleichen sein, wie bei anderen Therapieansätzen, und es ist schlicht nicht vorstellbar, dass eine solche vermeintliche Erfolgsquote - 100% bei 100% - von allen ignoriert würde. Dass man so lange skypet, bis der Test bestanden ist, klingt eher nach einer Drohung (und der Test, den ich auf einem der Videos gehört habe bestand nur aus einzelnen Wörtern, das kann jede/r Stotternde in Kürze lernen) Der Text, den du aus dem Buch kopiert hast ist völlig unverständlich und erklärt nichts von der angeblichen Methode (allenfalls die bekannte Tatsache, dass man beim Sprechen in lautspezifischer Weise die Zunge bewegt). Und das Argument, dass - wenn alles gutgeht - die Wissenschaft revolutioniert ist... damit könnte ich mich auch aus dem Fenster stürzen, und wenn ich überlebe, muss sich Newton geirrt haben. Mach ich aber trotzdem nicht. Zum Glück ist dein Einsatz weniger hoch!

Nun ja, ein unvoreingenommener Erfahrungsbericht ist sicher das Beste, was du daraus machen kannst. Ich wünsch dir alles Gute!

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von Steppl89 » 11. Januar 2017 01:15

weil von den 3.000 99% davon aus Russland kommen und Anna Deeter die Methode ins Englische übersetzt hat... schlechte Bewertungen (abgesehen von Leuten mit Halbwissen und die ihre Meinung aus Vermutungen ziehen ) findest du auch niergends..und angesichts des hohen Preises und der allgemeinen hohen Frustation von Stotterern hätte man da mit Sicherheit was gefunden :) (Achtung : Hyperbel)

Der Test besteht aus 7 Rubriken und einer davon ist "schwere Worte" aufsagen... vermutlich hast du diese "Rubrik" gesehen... die restlichen 6 Rubriken sind freies Sprechen... nur soviel dazu ;)

Naja da mir die Opportunitätskosten für zynisches gequatsche zu hoch sind , klinke ich mich aus der Diskussion aus. Ich bin fest entschlossen das zu machen, weil ich anhand der mir vorliegenden Informationen überzeugt bin, dass Frau Deeter mir helfen kann und "Halbwissen" wird mich davon sicher nicht abbringen ;) Ich hoffe, dass ich mit meinem Beitrag einigen Menschen helfen werde. Im englischen Werde ich dazu auch noch einen Beitrag in einem internationalen Forum verfassen.

Und Wenn es dich dann glücklich macht , kannst du , sofern das ganze ein Reinfall ist, gerne sagen : "Ich habe es dir ja gesagt" - ob mich das dann tangiert ist eine andere Frage ;)

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von julius » 11. Januar 2017 10:56

Ich wollte mein Nichtwissen (nicht Halbwissen, über diese konkrete Methode) ja gerade verbessern, aber habe auf keine meiner Fragen - die sich direkt aus einem kurzen Besuch der Webseite ergeben - eine vernünftige Antwort bekommen. Nochmal kurz:

1) Was rechtfertigt Kosten von 6000 USD für drei Tage "Behandlung" per Skype?
2) Worin besteht der Ansatz überhaupt, und was macht ihn - angeblich - erfolgreicher als andere? (Sie sind ja nicht die ersten, die die Idee haben, Stotternde hätten sich eine falsche Sprech/Artikulationsweise angewöhnt)
3) Warum wird fortwährend behauptet, die Methode sei garantiert zu 100% erfolgreich, und wenn man genauer hinschaut, ist die Garantie eigentlich eine Nicht-Garantie (FAQ) bzw. bezieht sich nur auf das "perfekte" Beherrschen der "Etalon Speech Method" direkt nach den 3 Tagen (Information von dir), und anscheinend nicht auf die Langzeiteffekte?

Es ist unseriös bei so etwas komplexem wie einer Stottertherapie eine Garantie zu geben, aber noch unseriöser ist es, eine Garantie zu suggerieren, die man gar nicht gibt!

Hier ist meine Vorhersage (sorry, wenn das zynisch klingt): Du wirst nach den drei Tagen vermutlich, zumindest im Skype-Gespräch, die Flüssigkeitskriterien erfüllen; vielleicht wirst du unmittel danach tatsächlich auch im Alltag auch flüssiger sprechen können; nach ein paar Tagen oder Wochen wird der Effekt nachlassen und das Stottern wird wieder stärker werden; du wirst dich (und evtl die Anbieterin) fragen, warum das so ist, und als eine mögliche Antwort wird dir erscheinen bzw. nahegelegt werden: "Weil ich nicht in 100% der Zeit zu 100% Prozent die ETALON Sprechtechnik 100%-ig perfekt anwende"; du wirst darum möglicherweise die Schuld bei dir suchen, anstatt auf die Idee zu kommen, dass die Methode vielleicht doch nicht funktioniert; eine grundsätzliche Kritik an der Methode ist unwahrscheinlicher, weil du dir dann klarmachen müsstest, dass du 6000 USD in den Sand gesetzt hast, und das wäre kein angenehmer Gedanke (Psychologen sprechen von "kognitiver Dissonanz"); vermutlich wird am Ende das Ergebnis sein, dass du weiterhin stotterst, aber vielleicht wirst du auch das Gefühl haben, dass es eine interessante Erfahrung war, die dich irgendwie doch weitergebracht hat (z.B. weil eine kurzfristige Verbesserung direkt nach den 3 Tagen einen gewissen "Befreiungseffekt" hatte).

Es gibt so viele Techniken und Tricks, mit denen man Stotternde kurzfristig "stotterfrei" kriegt, in den seltensten Fällen sind die aber von längerfristiger Wirkung. Eine mögliche Erklärung ist eine Art Verfremdungseffekt: viele Stotternde sprechen flüssig, wenn sie ihre Stimme verstellen oder in anderer Weise eine künstliche Rolle einnehmen. Eine neuartige Sprech- oder Atemtechnik zu verwenden (das kann auch für die "etablierten" Techniken gelten!), hypnotisiert zu werden oder nach Metronom zu sprechen (etc) kann ebenfalls so einen Verfremdungseffekt erzeugen und zu einer Reduktion des Stotterns führen, aber wie gesagt nicht dauerhaft. Das ist Teil des komplexen Phänomens Stotterns und sollte unbedingt genauer wissenschaftliche untersucht werden, aber bitte auf seriöse Weise.

Mir ist klar, dass du dich entschieden hast und es wird mich NICHT glücklich machen, wenn es ein Reinfall ist!

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von Steppl89 » 11. Januar 2017 11:49

Was rechtfertig es einen McKInsey-Berater für über 3k€ /Tag anzuheuern?

Am MOntag + einige Wochen/Monate darauf sind wir alle schlauer, ob Sie den Tagessatz wert ist oder du mit deiner Vorhersage recht hast. Ich bin bereit ihn zu investieren und ja das halte ich für sinnvoll.

http://www.zaikanie-forum.ru/index.php? ... owforum=19

Vielleicht beantwortet das deine Fragen

Edit: ach und noch was... Ansich linderst du meine Lust diesen Threat weiterzuführen... Selbst wenn ich am Montag flüssig sein sollte, wird bestimmt irgendein Vogel wieder kommen und entgegnen "Abwarten...Langzeiterfolg etc. " "alles fake"

Allein so eine Prognose aufzustellen und mir vorschreiben wollen wofür ich mein Geld lieber ausgeben sollte, ist dermaßen respektlos und empathielos... Anstatt sich zu freuen, dass sich mal jmd. "traut" etwas neues auszuprobieren und dies auch zu teilen, musst du den Miesepeter spielen.

Menschen wie du werden im Leben nie erfolgreich sein und weisst du wieso? Weil ihr frustiert seid und euch aufgeilt Neues und Unbekanntes schlecht zu reden..

Absofort werde ich dich auch ignorieren, weil mir das einfach zu dumm ist. Den Threat werde ich für die Allgemeinheit trotzdem weiterführen.

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von PetraS » 11. Januar 2017 16:21

Lieber Steppl89,
Zunächst auch von mir willkommen im Forum.
Ich bin auch wirklich gespannt auf deinen Erfahrungsbericht, auch wenn mich dieselben Bedenken umtreiben wie Julius.
Ich finde es übrigens - und das sage ich als Moderatorin - nicht korrekt, wie du dich Julius gegenüber äußerst, denn dieser hat sich absolut sachlich verhalten und dich auch nicht persönlich angegriffen.
Fühl dich frei zu tun, was du für richtig hältst denn dieses Forum lebt viel mehr von den stillen Mitlesern als denen, die sich äußern.
Petra

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von AndreasStarke » 11. Januar 2017 20:02

Zu Anna Deeter kann ich nur soviel sagen:

(1) Sie hat Recht und (2) Sie ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Betrügerin.

Inwiefern hat sie Recht? Es ist richtig, dass Menschen, die stottern, sehr stark davon profitieren, dass sie sorgfältig und fachlich korrekt in die Einzelheiten der Sprechbewegung eingewiesen werden. AD ist eine fachlich gut ausgebildete Expoertin, was die Einzelheiten der Sprechbewegung angeht. Das zeigt auch schon ihre Beherrschung der amerikanischen Aussprache der englischen Sprache. Für eine native Slawin ist das schon gewaltig. Nicht, dass sie akzentfrei amerikanisches Englisch spricht, sie könnte natürlich auch keine Fachperson täuschen, aber immerhin ...

Die Wichtigkeit der phonetischen Kenntnisse (mit "Phonetik" meine ich hier alles, was in den USA als "Sprechwissenschaft" (speech science) gilt) wird von Nichtfachleuten oft angezweifelt, weil es ja zum Erlernen einer Sprache, gerade in der Kindheit, tatsächlich überhaupt nicht wichtig ist, ob man verstehst, wie der Vorgang des Sprechens funktioniert. Das ist bei Menschen, die stottern, anders. Stottern zeigt nämlich an (und dagegen würde sich AD natürlich heftig wehren), dass bei dem betreffenden Sprecher etwas, und zwar nicht nur Psychisches, sondern Organisches anders ist. Wegen dieser Andersartigkeit ist es kompensatorisch, d.h. als Ausgleich, sehr nützlich, dass ein Stotterer über den Sprechvorgang mehr weiß als ein Nichtstotterer, der diese Kenntnisse nicht zu anderen Zwecken (Schauspieler, Sänger, Fachwissenschaftler, Therapeut, Coach) braucht.

Weil ich das weiß, ist es fester Bestandteil meiner Gruppentherapie VIERMALFÜNF, dass wir mehr als einen vollen Therapietag damit verbringen, phonetische Kenntnisse zu vermitteln. Diese Zeit ist gut investiert, und ich würde mich weigern, eine Stottertherapie durchzuführen, ohne diese Zeit zu haben. Die KST steht auf dem Standpunkt, dass diese Zeit verloren ist, weil sie ich dazu genutzt wird, den "Kasseler Dialekt" zu üben. Das Ergebnis ist, dass in der KST auch phonetischer Unsinn, wie z.B. die Empfehlung der kontinuierlichen Phonation beim Sprechen, vermittelt wird.

Joe Kalinowski, der "Erfinder" des SpeechEasy-Gerätes (Feedback des veränderten eigenen Sprechens zur Erzeugung eines virtuellen Choreffektes) hat im vorigen Jahr einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er darauf hinweist, dass die Sprechtechnik des extrem langsamen Sprechens (1 bis 2 Silben/Sekunde) deutliche Nachwirkungseffekte hat, d.h. natürliches stotterfreies Sprechen erzeugt, und dass dies seit über 40 Jahren bekannt ist und in der Stottertherapie nicht beachtet oder vergessen worden ist. Die Kernüberlegung ist dieselbe wie die der AD: Stotterfreies natürliches Sprechen als hoch erwünschter Nebeneffekt der häufig ausgeführten korrekten Sprechbewegung unter voller Willkürkontrolle.

Das ist auch eine der theoretischen Grundlagen in meiner Therapie VIERMALFÜNF. Wir machen das aber nicht so platt wie die AD, weil die Sache eben komplizierter ist. Es kommen einem drei Umstände in die Quere: (1) Die erforderliche Übungsintensität (Häufigkeit) zur Erzeugung des o.g. Nebeneffektes ist sehr hoch und übersteigt, was viele Patienten zu leisten bereit sind. (2) Viele Patienten haben eine deutliche Angststörung (Balbutiophonie = Angst vor dem Stottern) entwickelt, die sie für eine Logophobie (Angst vor dem Sprechen) halten. (3) Es gibt Patienten, die haben durch jahrlange Anwendung der immer gleichen Stotterreaktion (StR) eine Verkoppelung von Kernstottern und dieser StR geschaffen, die die StR ebenso unwillkürlich macht wie das Kernstottern. Aus diesem Grunde verfolge ich in der Therapie VIERMALFÜNF das Van Riper'sche Phasenmodell, das in der Gruppe die Möglichkeit gibt, auf viele individuelle Varianten der Problemstellung einzugehen. Eine phonetische Unterweisung mit praktischen Übungen in 3 Tagen mit einer Heilungsgarantie erscheint mir völlig unrealistisch, auch wenn die Grundüberlegung der AD und des angeblichen russischen Wissenschaftlers an sich richtig ist. Das einzige, das für den 3-Tage-Kurs spricht ist, die individuelle Variabilität, die in einer Einzeltherapie natürlich größer sein kann als in unserer "EInzeltherapie in der Gruppe". Aber, meine Güte, was sind 3 Tage, mögen sie auch noch so intensiv sein, verglichen mit einem gut geplanten, logischen Ablauf von 20 Tagen innerhalb eines halben Jahres (plus 3 Tage nach einem weiteren halben Jahr)? Gut Ding will Weile haben - sagt der Volksmund. Ich stimme zu.

Ach ja. Die AD ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Betrügerin. Wer behauptet, in Kursen von 3 Tagen bereits 3.000 Menschen, die stottern, vom Stottern geheilt zu haben, lügt mit großer Wahrscheinlichkeit. Schon die Versprechung ist nach den Regeln des amerikanischen Berufsverbandes ASHA unethisch. Wenn sie ASHA-Mitglied ist, kann sie das wahrscheinlich nur bleiben, wenn sie eben kein Honorar (im Voraus ohne Garantie) verlangt, sondern eine "freiwillige Spende". Das wirkt auf mich wie ein waschechtes Betrugsschema.

Ich habe mir neulich AD's Buch "One Lonely Climb to Success" gekauft. Es enthält einen 3-jährigen Facebook-Kontakt von Hussein, einem irakischen Stotterer, der in Finnland lebt, mit AD. Im August 2015 finden dann die magischen "Three Life-Changing Days of the Etalon Training", auch via Skype, statt. Abschließend sind noch einige Chatbeiträge bis Dezember 2015 veröffentlich. Wenn man unterstellt, dass in der Zeit von Juni 2013 bis zu den Three Life-Changing Days ein reger Austausch stattgefunden hat, der mindestens die Qualität einer Psychotherapie hatte mit dem klaren Ziel, Hussein auf die Three Life-Changing Days hinzuführen, bekommt das ganze Verfahren ein völlig anderes Gesicht.

Ich kann nur davor warnen, auf das Angebot der AD einzugehen. Es wird mit großer Sicherheit nicht funktionieren, was heißt, dass ich auch bereit bin, hohe Wetten dagegen einzugehen. Statt dessen kann ich empfehlen, an der Therapie VIERMALFÜNF teilzunehmen. (...) Versprochen wird keine Heilung, sondern eine fachgerechte Therapie durch zwei erfahrene Therapeuten, von denen einer ich bin. Wir behaupten nicht, dass es keine körperlichen Unterschiede zwischen Stotterern und Nichtstotterern gibt und dass es für einen Stotterer im Wesentlichen darauf ankommt, die Sprechbewegung zu verstehen.
Zuletzt geändert von PetraS am 3. Februar 2017 20:16, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von julius » 11. Januar 2017 20:39

Sorry, aber (1) kann man so nicht stehen lassen. Für die meisten ihrer Aussagen gilt: Trivialerweise richtig oder offensichtlich falsch - das wird ja auch im weiteren Verlauf des Beitrags von Andreas Starke deutlich. Vielleicht ist die Annahme, dass artikulatorisches Wissen, Wahrnehmung und Training einen positiven Effekt haben können, weniger verbreitet als ich dachte - dann wäre das EINE EINZIGE von zahllosen Aussagen, die bedenkenswert ist. Wenn man dagegen den ganzen Unsinn in Betracht zieht, und die unseriös-betrügerische Vorgehensweise, kann man nur davor warnen. Die Tatsache, dass sie als russische Muttersprachlerin heute mit vergleichsweise schwachem Akzent Englisch spricht, sagt überhaupt nichts über ihre Qualifikation als Sprachtherapeutin aus!

Zur Verdeutlichung die vollständigen (!) Erklärungen von Anna Deeter zu den Fragen "Was ist Stottern" und "Wie sieht die Therapie aus" in einer TV-Sendung zum Thema... genau: "Stuttering solved!"

Moderator: "What is stuttering?"
"Stuttering is a simple lack of ability to speak correctly."
"A completely healthy individual performs irrational actions and makes mistakes."
"His irrational actions are performed because of incorrect memory that he has in his memory."
"He believes that's how he's supposed to do it."

Moderator: "What do you do?"
"It is a psychophysiological training, basically a progamme of self-education, self-speech education. I am just there to guide the person to make changes in his own speech behavior. That's it."
(...)
"Our students just have to turn their natural speech (on)."
Zuletzt geändert von julius am 11. Januar 2017 20:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von AndreasStarke » 11. Januar 2017 23:25

Zur Sache:
Die Gesetze der Logik erlauben es, dass man auch das Richtige aus den falschen Gründen tun kann. Ich glaube, dass AD etwas Richtiges erkannt hat, nämlich wie wertvoll es ist, die Sprechbewegung zu verstehen, das aber mit wirklich haarsträubenden Aussagen begründet.

Meine Aussage über AD's amerikanischen Akzent halte ich aufrecht. Ich führe diese gute Qualität schon darauf zurück, dass sie die Sprechbewegung tatsächlich gut versteht und auch gut beibringen kann. Das ist zumindest ein Teil der Qualifikation als Sprachtherapeutin. Wenn die therapeutischen Grundfertigkeiten auch noch da sind, kann es reichen, und da sehen die Dialoge mit Hussein gar nicht schlecht aus. Negativ bewerte ich natürlich, dass ihre Argumente ziemlich schräg sind. Aber, wie heißt es immer: Wer heilt hat Recht. Wenn sie dann noch zeigen könnte, dass sie tatsächlich "heilt", wäre mir die Zusammensetzung des Gesamtpakets relativ schnurz.
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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von julius » 11. Januar 2017 23:34

Danke für deine Antwort! Ich kenne mich übrigens weder mit der KST noch mit 4x5 genauer aus und wollte sicher nicht sagen, dass eine der beiden falsch dargestellt worden wäre. Ich fand nur die Mischung aus inhaltlicher Information und Werbung (...) etwas merkwürdig. Hatte aber gerade überlegt, meine Frage zu löschen, da es mir als nicht so relevant erschien, zumal die Eigenwerbung ja völlig transparent ist, und es sich - im Gegensatz zu AD - um einen seriösen Ansatz handelt, mit einer Webseite mit vernünftigen Informationen etc.

Ich stimme dir zu, dass eine offene Diskussion verschiedener Anbieter/Ansätze interessant sein könnte - in der Hoffnung, dass Scharlatane dann deutlicher entlarvt werden bzw. sich selbst entlarven...

Zu deiner pragmatischen Sicht auf Therapie ("Wer heilt hat Recht"): das sehe ich ein Stück weit genauso (wenn man denn wirklich und transparent nachweisen kann, dass man "heilt"), zugleich kann ich mir aber nur schwer vorstellen, dass man ohne das "richtige Denken" auf Dauer und in vielfältigen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen kann. Vielleicht hilft manchen Therapeuten (vielleicht auch AD) da eine gewisse Intuition, selbst wenn ihr Denken völlig verquer ist, aber die Frage ist, wie weit das reicht. So verstehe ich auch deine Aussagen am Ende dieses Videos.

Nebenbei bemerkt finde ich das ganze Video sehr gelungen, insbesondere im Gegensatz zu anderen Darstellungen zum Verständnis und zur Therapie des Stotterns, die einem so begegnen.
Zuletzt geändert von PetraS am 3. Februar 2017 20:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von paul.dest » 12. Januar 2017 08:05

[...] Inhalt durch Moderation editiert, da dieser Off-Topic enthielt und keine Antwort zum eigentlichen Thema


Und liebe Leute, lasst doch mal den Steppl sein Geld so ausgeben, wie er es für richtig hält! Ist doch sein eigenes! Er wollte Euch/uns was Gutes tun und einen Erfahrungsbericht darüber schreiben. Und was passiert hier? Ihr überfallt ihn, bevor er mit der Sache überhaupt angefangen hat. Völlig nachvollziehbar, wenn er anschließend nicht die geringste Lust hat, von seinen Erfahrungen hier zu berichten.

Ob der Erfahrungsbericht von kognitiver Dissonanz in die eine oder andere Richtung "verzogen" sein würde - sobald es dazu gekommen wäre - und was jeder von der Sache persönlich hält, das kann man ja auch im Nachhinein besprechen. Oder - wenn man sich gar nicht zurückhalten kann - in einem eigenen Thread.

Viele Grüße,
Paul
Zuletzt geändert von Heiko Bräuer am 15. Januar 2017 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
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AndreasStarke
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Re: Erfahrungsbericht - Anna Deeter - Etalon

Beitrag von AndreasStarke » 12. Januar 2017 13:12

[...] Inhalt durch Moderation editiert, da dieser Off-Topic enthielt und keine Antwort zum eigentlichen Thema

Zur Sache:
Ja, natürlich, jeder kann sein Geld ausgeben, wie er will. Aber es tut einem halt schon leid. Mit 6.000 Euro könnte man ein armes Kind, von denen es noch genug auf der Welt gibt, ganze 20 Jahre lang finanzieren. Mein Plan-Kind in Malawi kostet mich im Monat 25 Euro. Und das Schlimme ist, dass ich dem Steppl ganz genau dasselbe erklären und beibringen könnte, natürlich ohne die begleitenden Quatsch-Aussagen, die m.E. aber eher psychotherapeutische / hypnotische Effekte auslösen. Steppl hat den Plan eines Extremsportlers. Er geht eine große Gefahr ein, nämlich die 6.000 Euro zu verlieren, ohne das erwünschte Ergebnis zu erzielen, und erhofft sich von dem Erlebnis den Kick, es wenigstens versucht zu haben. Das ist, glaube ich, die Seelenlage der Selbstverletzer und der Kriegshelden. "Es war zwar schmerzhaft, aber ich habe es riskiert", kann er hinterher sagen. Und wenn er einer der Glücklichen ist, dann kann AD in einigen Jahren von 1.500 Totelheilungen in Deutschland berichten, und das Thema Stottertherapie hat sich erledigt.

Bei der Gelegenheit: Einige Jahren, nachdem Leonard Del Ferro in Amsterdam seinen Therapiezirkus angefangen hat, habe ich mit meiner Krankenkasse verabredet, dass ich mich dort als Patient (sie sagen aus rechtlichen Gründen "Teilnehmer") anmelde und dann einen Bericht schreibe, was ich davon halte. Die Kosten wollte mir die Krankenkasse (BKK Airbus, die heute nicht mehr existiert) sogar bezahlen. Ich habe das dann nicht gemacht, weil er kurz vor meinem Termin verstorben ist und zu seiner Tochter Ingrid wollte ich nicht. Insofern könnten wir dem Steppl sogar dankbar sein und uns an seinem finanziellen Einsatz vielleicht sogar beteiligen. Er ist unser Scout und erkundet neues Gelände.

Ich habe erst gerade entdeckt, dass es ja gar nicht um 6.000 EUR geht, sondern nur um 6.000 USD. Das geht ja noch, aber vielleicht nicht mehr lange, dann haben wir die Parität.
Zuletzt geändert von Heiko Bräuer am 15. Januar 2017 11:10, insgesamt 2-mal geändert.
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