Therapiekosten - was ist angemessen und was nicht?

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Roland Pauli
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Therapiekosten - was ist angemessen und was nicht?

Beitrag von Roland Pauli » 16. November 2017 13:48

Therapiekosten - was ist angemessen und was nicht?

Unter http://www.forum.bvss.de/viewtopic.php?f=12&t=4531

ist eine Diskussion über Therapiekosten entstanden, ob eine lebenslange Mitgliedschaft bei einem Programm sinnvoll ist und ob die Kosten angemessen sind.

Meiner Meinung nach ist es für nahezu jeden Erwachsenen notwendig, sich mit seinem Stottern, bzw. seiner Restsymptomatik konstruktiv und langfristig auseinanderzusetzen.

Bleibende Erfolge nach einem 10-Tageskurs oder nach einem halbjährlichen Therapieprogramm, ohne an sich weiter zu arbeiten, sind in Fachkreisen meines Wissens nicht bekannt.

Die gelernten Mechanismen dürften wohl jahre- oder jahrzehntelang weiter gepflegt werden, um eine hohe Sprechqualität aufrecht erhalten zu können.

Durch die Formschwankungen im Sprechen, die gerade in fordernden Lebenssituationen auftreten können, ist es wichtig, das anzunehmen und gelassen damit umzugehen. Zu erkennen, dass meine Lebensqualität nicht von meiner momentanen Sprechfertigkeit abhängen muss, ist für mich auch eine Erkenntnis, die erst reifen musste.

Wenn ich meine, dass mir eine lebenslange Beschäftigung mit meinem Stottern bevorstehen wird, sind 1.490,00 € für manche durchaus angemessen. Dass noch Folgekosten entstehen würden, kann ich ja auch einkalkulieren.

Da auch noch ein Rücktrittsrecht eingeräumt wird, macht die Sache doch wesentlich entspannter.
Bei meinen Ropana-Seminaren in Erlangen gibt es das übrigens auch. Dort wird ein volles Rücktrittsrecht nach dem ersten Tag eines Einführungswochenendes eingeräumt, falls sich jemand mit dieser mentalen Methode nicht anfreunden kann.

Es gibt auch eine kostenlose telefonische Nachsorge.
http://www.ropana.de/ropana-seminare.htm

Ein besonders preisgünstiges Wochenend-Seminar ist hier zu finden:
http://www.bvss.de/index.php?option=com ... &Itemid=78

LG
Roland

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Re: Therapiekosten - was ist angemessen und was nicht?

Beitrag von julius » 16. November 2017 23:06

Hallo Roland,

ich finde es gut, dass du dies als allgemeineren Diskussionspunkt aufgreifst. Und ich bin anderer Meinung als du :-)

Wenn ich sicher bin dass ein Therapie- und Begleitungsangebot viele Jahre ("lebenslang") für mich wertvoll sein wird und ich sicher bin, dass ich dies auch tun möchte, erscheinen mir 1500 Euro als attraktiver Preis. Das kann ich aber nach einem oder anderthalb Tagen mit Sicherheit nicht feststellen, darum ist es unseriös. Seriös wäre, wie ich schon in der o.g. Diskussion zu McGuire geschrieben habe, ein Bezahlmodell, in dem man reale Kosten bezahlt, keine Zukunftskosten. D.h. ich bezahle für jedes Seminar einen angemessenen Preis, z.B. 100 Euro pro Tag, und danach/parallel einen angemessenen Abo-Preis für die kontinuierliche Begleitung, Online-Angebot, etc. Wenn ein Programm so gut ist wie behauptet, werden so die Kosten auf diese Weise gedeckt. Personen, für die ein Programm nicht das Richtige ist, sparen auf diese Weise viel Geld. Das wäre angemessen, denn warum sollte man für ein Programm, das einem nichts bringt, "lebenslang" Geld bezahlen? (Ja, man bezahlt nur einmal, aber man bezahlt eben "fürs Leben", ist also das Gleiche")

Gruß, Julius

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Re: Therapiekosten - was ist angemessen und was nicht?

Beitrag von PetraS » 17. November 2017 15:47

Hallo Roland,

ich finde es gut, dass du die Kostendebatte aus dem anderen Thread hierhin verlagert hast, dann kann man sich in der anderen Diskussion mehr auf die Inhalte konzentrieren.
Roland Pauli hat geschrieben:
16. November 2017 13:48
Wenn ich meine, dass mir eine lebenslange Beschäftigung mit meinem Stottern bevorstehen wird, sind 1.490,00 € für manche durchaus angemessen. Dass noch Folgekosten entstehen würden, kann ich ja auch einkalkulieren.
Wie gesagt, befasse ich mich seit 2,5 Jahren mit dem McGuire-Programm, ohne selbst daran teilzunehmen, weil es für mich persönlich nicht in Frage kommt. (Kosten-Nutzen-Rechnung)
Ich habe keinen Einfluss auf die Kosten und auch nicht auf die Inhalte.
Wenn ich mich hier zu den Kosten äußere, dann nicht, weil ich sie rechtfertigen oder verteidigen möchte, sondern ganz einfach, weil ich selber versuche, sie zu verstehen.

Aus meiner Lebenserfahrung (ich bin immerhin 54 Jahre alt) weiß ich, dass an Dinge, die viel Geld kosten, auch hohe Erwartungen gestellt werden. Die Hürde, sich darauf einzulassen, liegt hoch, ebenso wie die Erwartung, die daran gebunden ist.
Nehmen wir an, ich besuche ein verlängertes Wochenende für 80-100 Euro. Dies ist ein Betrag, den ich jederzeit aufbringen kann, und bei dem ich auch bei Misserfolg nichts zu verlieren habe. Ob ich großen persönlichen Einsatz investiere oder nicht, ist letztendlich nicht sooo wichtig.

Anders ist es, wenn mir ein Betrag von etwa 1500 abverlangt wird.
Ich weiß nicht, was alles in den 1,5 Tagen Schnupperkurs beigebracht werden kann (vielleicht erklärt das jemand, der da war und sich dafür / dagegen entschieden hat), aber bereits die 2-stündige Infoveranstaltung hat mir tiefen Einblick in die Struktur und die Spannweite des Programms vermittelt.
Wenn ich mich auf die Kosten einlasse, dann weiß ich
  • Ich kaufe keine rosa Pille, mit der das Stottern weggeht, im Gegenteil, mir wird extrem viel abverlangt, was durch die Kosten symbolisch noch einmal zum Ausdruck kommt
  • Der erste Kurs, bei dem ich schon zahlreiche Leute kennenlerne, die den 2., 3., 5., 10. etc. Kurs machen, ist nur der Einstieg und ich weiß, dass es nicht dabei bleiben wird; ich sehe aber die anderen und wie weit sie gekommen sind
  • Den weltweiten Support habe ich mir gesichert, auch wenn ich vielleicht irgendwann keine Zeit / kein Interesse mehr dafür habe
Es ist das Gesamtpaket, für das ich mich entscheide.

Nehmen wir jetzt mal die Idee von Julius:
julius hat geschrieben:
16. November 2017 23:06
D.h. ich bezahle für jedes Seminar einen angemessenen Preis, z.B. 100 Euro pro Tag, und danach/parallel einen angemessenen Abo-Preis für die kontinuierliche Begleitung, Online-Angebot, etc. Wenn ein Programm so gut ist wie behauptet, werden so die Kosten auf diese Weise gedeckt. Personen, für die ein Programm nicht das Richtige ist, sparen auf diese Weise viel Geld.
Sicher würde dein Modell funktionieren, sicher würde es auch so großen Erfolg erzielen. Aber vielleicht liegt ja gerade in der hohen Einstiegshürde auch die Motivation, am Ball bleiben zu wollen.
Dies sind meine Vermutungen, und darum finde ich den Preis auch so nachvollziehbar.
Petra

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