Brauch ratschläge

Austausch speziell zum Thema Schule (Noten, Mobbing usw.) für stotternde Mädchen und Jungen, deren Eltern, Lehrer und alle Interessierten. Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
antoniolopez20
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Brauch ratschläge

Beitrag von antoniolopez20 » 5. April 2008 17:12

Zunächst will ich erstmal äußern, dass ich die 12. Klasse besuche und das Stottern schon ein teil meiner Persönlichkeit geworden ist. So weit ich von meinen Eltern weiß fing mein Stottern so an, dass ich zum ersten mal ohne meinen Eltern im Urlauib für 6 wochen war. Mit meinen Großeltern, mit den ich so wieso mehr kontakt als zu meinen Eltern hatte, bedingt durch die arbeit meines vaters und Mutters. Früh begang ich Therapeutisch betreut zu werden 3 unterschiedliche mit mehreren Jahren Pausen dazwischen von 6- 14 jahren hab ich das auf theraputische art zu lösen.Im endeffekt fehlgeschlagen.


NUn besuche ich die 12.klasse und habe die Fächer Deutsch und Mathematik als Leistungskurs. Obwohl ich einen Immigrationshintergung habe. Schriftlich in Deutsch bin ich eigentlich sehr zu frieden mit meinen Noten nur im mündlichen habe ich Probleme. Ich muss auch noch zur meiner persönlichkeit hinzufügen, dass ich etwas agressiv bin aber meine agression ständig unter kontrolle habe nur bei manchen Situationen ist es halt so, dass ich überreagiere. So als Mensch bin ich sehr nett und hilfsbereit. Nur wenn ich während der Schule z.b beim Lese ein Wort nicht rausbekomme könnte ich ehrlich sehr sehr agressiv werden und in der Situation wünsche ich ehrlich, dass keiner aber auch nicht mein bester freund ein kleinen scherz darüber macht weil ich in der Situation ehrlich die kontrolle über mich verliere, so sehr dass ich manchmal Blackout haben kann. Zum Glück habe ich mich unter kontrolle. Jetz zu meinem Stottern, das Problem ist wenn meine Lehrerin sagt ich solle etwas aus dem buch lesen und ich mich schon 1-2 minuten darauf vorbereiten kann, denke ich immer daran, was ist wenn ich.....wwas mach ich wen.... und vorallem wie vermeide ich es, dass andere es mitbekommen.
Oftmals ist mir das beim Lesen passiert im Unterricht leide ich aufgrund meines Stotterns daran , dass ich vieles weiß und dem Unterricht beiträge meinerseit hinzufügen nur daz bin ich nicht in der lage. Einmal hat mich meine Lehrerin was gefragt , wozu ich die Antwort 100% richtig wusste, nur das eine blöde wort kam nicht aus meinem Mund.



In der schule musste ich nie stottern während meiner Stotter karriere, alles fing in der 8. Klasse an, ich sollte in Englisch etwas vorlesen bis dahin noch nie richtiges stottern in der schule gehabt nur diesmal fing der text so an" At the breakfast...."
dieser satz kam einfach nicht raus ich war schokiert keinerlei erfahrung damit gehabt und dann plötzlich so was.

Nun war ich in der 10.Klasse in den fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Chemie im E-kurs. Ab der 7.klasse wurden die besseren ins E-kurs geschikt und die nicht so guten ins G-kurs. Nun in der 10.klasse bekam ich einen neuen Lehrer. Im Deutsch kurs waren alle aus meiner klasse, keiner aus einer anderen klasse, nun sollte ich einen text lesen, doch ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich es nicht hinbekomme würde. Ich hab mir gedacht kein fremder dabei na spiel mit offenen karten und hab es der Lehrerin gestanden. Ihre Antwort als Pädagogin hat mich geschock "Dann bist du falsch hier im Deutsch E-kurs"

Naja vom lesen kam ich durch, sie nam einen anderen dran. Wieder in 10.Klasse unser Thema über Berufe. Das Wort B, G,K sind mir sher problematisch da bekamen wir einen Text über Berufe, den sollte ich lesen. Ich weiß auch nicht, mit viel stottern habe ich das hinbekommen in der Pause dann war ich so sauer, das wenn man mich auch nur blöd aneguckt hätte, dass ich ehrlich keinen mitleid mehr mit dieser Person hätte, obwohl ich sehr sehr ein Mensch bin mit Menschenliebe hab ehrlich Herz für ungerechtigkeit nur in dieser Situation verliere ich diese Gefühle.


Die 11.Klasse hab ich auch irgendie überstanden nun in der 12.Klasse ich hab probleme im mündliche0n am schlimmsten ist es wenn ich dran komme und die Antwort weiß und es nicht sagen kann. Schriftlich ein sehr guter schüler, da ich auch mal den Wunsch hab POlitiker zu werden, doch diesen Wunsch noch keinen gesagt habe, weil es einen stotterndern Politiker niemals geben kann und es zu einem Lacher wird ist es mein geheimniss. Ich würd gerne als Immigrant von ganzen Herzen in der deutschen Politik mitwirken, doch ich glaub es wird ein Traum bleiben!!!!!!!!!Hab auch heute schon angst bei meiner Berufswahlr es gibt keinen Job, der für mich geeignet ist , mancmal denke ich, dass ih einfach Bauarbeiter werden soll, damit ich den ganzen stress entfliehen kann, doch ich habe was in der Birne und habe nicht umsonst 12 jahre gelernt nun will ich auch ein anständigen JOB aber wie???????


Zuzeit spiele ich mit den Gedanken evt

eine Pille zu Muskelentspannung zu nehmen, die fürs stottern helfen soll

in der schule während der vorträge etwas Alkohol zumir zu nehmen

oder Hypnosetherapie zu nehmen.


Brauche ratschläge




Danke

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dosi
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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von dosi » 6. April 2008 19:28

Hallo!
Die Schulzeit ist wohl für die Stotterer die Gnadenloseste. Ich bin echt dafür, zum Lehrer / Vertrauenslehrer zu gehen und nach Möglichkeiten zu fragen, wie man mündliche Leistungen evt. bei Dir stressfreier abfragen kann. Referate können durchaus nur schriftlich ausgearbeitet und benotet werden. Vom Alkohol laß mal die Finger. Mag sein, daß Dein Sprechen dann flüssiger wird, aber dann hast Du noch ein echtes Problem mehr an der Backe.
Wenn es Dein ehrlicher Wunsch ist, in der Politik etwas zu bewegen, kannst Du das auch mit Stottern. Ein Studium in dieser Richtung wird man Dir bei entsprechender schulischer Leistung nicht verwehren. Du mußt an Dich glauben, daß Du es schaffen kannst. Ich kenne einen Stotterer, der als Dozent tätig ist! Je mehr man sich traut, um so unwichtiger wird diese Beeinträchtigung. Mach Dich nicht kleiner als Du bist. 12 Jahre Schule sollen nicht umsonst gewesen sein.
Ob Du nun eine Pille zur Muskelentspannung nehmen sollst oder lieber eine Hypnose-Therapie beginnst, da kann ich Dir schlecht raten. Immer mehr mache ich die Erfahrung, daß die "Selbsthilfe" viel bewirken kann. Nicht innerhalb von 14 Tagen, aber mache Dich schlau über das Stottern, verkrieche Dich nicht, leg Dein Schamgefühl ab und triff Dich mit Leuten, denen es geht wie Dir.
Viel Glück! Dosi
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

Wolf Schneider

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von antoniolopez20 » 9. April 2008 09:22

ich finde einfach , dass es der angst ist der jemanden zum stottern bringt, diese angst muss ich glaube ich überwinden naja danke nochmalsfür dein ratschlag

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von ---***--- » 9. April 2008 11:17

Hallo antoniolopez20,

ich glaube nicht, dass die Angst die Ursache von Stottern ist. Lies doch einfach mal ein wenig, was andere zu ihrem Stottern geschrieben haben. Stottern kann mit sehr großer Angst verbunden sein, vielleicht hilft Hypnose, die Angst kleiner zu machen, ich weiß es nicht. Es gibt auch andere Möglichkeiten, die Angst zu bearbeiten, mit Methoden aus der Verhaltenstherapie, indem man genau das tut, wovor man sich fürchtet und dabei lernt, ruhig und gelassen zu bleiben.

Deine Therapien als Kind scheinen Dir wirklich nichts gebracht zu haben, das ist sehr schade. Es heißt aber nicht, dass es keine Möglichkeiten für Dich gibt. Informiere Dich, was Stottern ist, welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. Die Ängste lassen sich dabei noch relativ sicher in den Griff bekommen, das ist der leichte Teil. Es gibt übrigens stotternde Politiker, Winston Churchill, aber auch einige aktuell in Deutschland :wink:.

Ich kann nur noch mal diesen Satz wiederholen, kann man nicht oft genug sagen, finde ich:
dosi hat geschrieben:Vom Alkohol laß mal die Finger. Mag sein, daß Dein Sprechen dann flüssiger wird, aber dann hast Du noch ein echtes Problem mehr an der Backe.
Alles Gute Dir, Mechthild

Edit: Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Formulierung, die Ängste wären der relativ leicht zu bearbeitende Teil, missverstanden werden könnte. Es war mir klar, dass das eine Formulierung ist, die Widerspruch herausfordert :wink:. Ich wollte die Ängste nicht kleinreden, ich weiß ja selber, wie quälend sie sein können. Aber Ängste sind erstaunlich gut in den Griff zu bekommen! Und tatsächlich - relativ - leicht und schnell, auch mit ein wenig Vertrauen, dass es so ist. Stottern selber kann nicht bei allen so leicht geändert werden, zumindest nicht leicht und schnell und dauerhaft, das ist der "schwere" Teil.

@antoniolopez20
hast Du Dich schon in den anderen Sub-Foren umgeschaut? Dort findest Du vielleicht Anregungen.

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von antoniolopez20 » 12. April 2008 01:12

Ihr habt recht, ich muss nur den ersten schritt machen. Nur der erste schritt ist sowas von schwer. ich weis, als ich mal in Deutsch etwas lesen musste und dies trotz angst stotter frei geschaft habe, war es ein gefühl den kein anderer Mensch je erleben wird, da fühlt man sich frei. Wie gesagt für mich ist das Problem zu wissen, dass ich stottern werde. ich weiß auch bei welchen Wörtern wann ich stottere und wann nicht, da ich das zu 100% weiß macht mir das ANgst

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von ---***--- » 19. April 2008 00:14

Hi antoniolope20,

der erste Schritt muss ja kein großer sein! Kleine stetige Schritte in die gewünschte Richtung bringen Dich eher ans Ziel als immer wieder zum großen Sprung anzusetzen und dann doch nicht loszugehen...

Ein erster Schritt könnte nun sein, Dich damit zu beschäftigen, was Stottern ist, ein weiterer, Dich zu informieren, welche Möglichkeiten Du hast, etwas zu verändern. Ich finde, außer der BVSS-Homepage, den FAQs, die häufig gestellten Fragen, hier, die Seite von Torsten Sch., Therapieratgeber Stottern, fürs Erste ganz informativ. Die BVSS verschickt Infomaterial, Du kannst Bücher oder Filme dort bestellen. Außerdem kannst Du in den entsprechenden Foren hier Fragen zu allem Möglichen stellen.

lG Mechthild

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Beitrag von F.J.Neffe » 5. Juni 2008 01:06

Lieber Antoniolopez,
Du bist das Opfer eines Trugschlusses: Du meinst, Du hättes Es unter Kontrolle, dabei ist die Wirklichkeit genau umgekehrt: Nicht Du hast es sonder ES hat DICH unter Kontrolle - IMMER. Auch während Du Deinen Text geschrieben hast, es ist gut zwischen den Zeilen zu lesen.
Alle Techniken und Hilfsmittel können das Problem nicht lösen, wenn Du statt des Problems ein anderes bearbeitest.
ES hat DICH unter Kontrolle, das heißt: ES hat Macht über Dich. Das heißt aber auch: DU kennst die Gesetze der Macht und DES EINFLUSSES nicht. Wenn ich jetzt wieder darauf hinweise, das der französische Apotheker Émile Coué (1857-1926) "Weltmeister" in dem war, was Du nicht kannst, dann werden die, die sich noch nie tiefer mit AUTOSUGGESTION befasst haben, evtl. wieder mit den üblichen Floskeln beiseiteschieben. Dieser É.Coué konnte aber Menschen wie Dir stets helfen und das i.d.R., wie man so schön sagt, im Handumdrehen. Seine in ca. 40 Sprachen übersetzte Autosuggestion kostet ein paar Euro und Du erreichst damit soviel, wie Du genau liest. Es ist sehr einfach geschrieben und unser Problem ist, dass wir fast nur Kompilziertes lernen und daher von Einfachem sehr oft das meiste übersehen. Du kannst es per Experiment nachprüfen, ich mache das seit 3ß Jahren.
Ich stelle Dir ein paar einfache Fragen: Womit könnte man Dein Problem lösen, wenn nicht mit Deinen Sprech- und sonstigen Persönlichkeitstalenten? Was hast Du für eine Beziehung zu diesen, Deinen Takenten? Wie stehst Du zu ihnen? Wie gehst Du mit ihnen um? Wann hast Du zuletzt Deinem Sprechtalent ganz konkret ein gutes Wort gesagt oder einen guten Gedanken geschenkt? Wann hast Du zuletzt Dein Sprechtalent gefragt, wie es sich die Lösung des Problems vorstellt und wie es mit Dir zusammenarbeiten möchte? Hast Du Deine Talente schon einmal gefragt, was sie für Ideen für Dich haben?
Stell Dir einmal, ich wäre Dein Sprechtalent und würde jetzt gerade an Dich denken? Was würde ich denken? Wie würde ich mich fühlen? Geht es Deinem Sprechtalent GUT mit DIR?
Talente haben Hunger, das ist eine Grundtatsache in der neuen Ich-kann-Schule. Was meinst Du, was Deine Talente denken, wenn ich ihnen jetzt was zu essen gebe und Du nicht? Was würdest Du in der Lage denken?
Wenn ich mit Deinen Talenten besser umgehe als Du, dann mögen sie mich lieber als Dich und folgen mir lieber als Dir. Das heißt konkret: dann habe ich mehr EINFLUSS auf Dich als Du selbst. Verstehst Du jetzt schon ein wenig mehr, was "Kontrolle" ist und wie man sie bekommen kann und nicht immer noch mehr verliert?
Wenn Du ehrlich bist, wirst Du Dir eingestehen, dass Du Dein Sprechtalent wie einen bösen Feind behandelt hast. Du kannst froh sein, dass es Dir dafür nur immer NOT-Signale gegeben hat, damit Du endlich genauer hinschauen und DICH besser verstehen und korrigieren lernst. Es hätte sich auch ganz anders für diesen unreifen Umgang bei Dir revanchieren können.
Du solltest endlich hinschauen und Deinen Fehler korrigieren: Du hast Dich immer für den Fehler, für die Schwäche verausgabt und Deine ENERGIE hineingesteckt und damit die Schwäche zur STARKEN SCHWÄCHE gemacht. Deinen Talenten aber: Deiner Sprech-STÄRKE warst Du ein miserabler Partner: Die hat hungrig zusehen müssen, wie Du immer alles tust für das, was Du befürchtest. Du hast Dir die verkehrten Partner gewählt. Deine Schwächen hast Du stark gemacht und Deine Stärken schwach, und das geht vollautomatisch - entsprechend Deiner unbewussten Autosuggestion - ad infinitum so weiter wenn Du es nicht ändert oder Dich etwas aus der Bahn wirft. Wenn Du das erstere nicht tust, wird das letztere geschehen. Du hast es ja ansatzweise schon öfters erlebt.
Ich denke, Du weißt es selber schon länger wenigstens andeutungsweise, dass es nicht um ein paar kosmetische, technische Operationen geht, es geht ums Grundsätzliche in Deinem Leben, und das heißt: Du stehst davor, Dir das Leben und seinen Sinn aufzuschließen. Damit bekommt ALLES eine neue Lebensqualität. Das ist es doch, wonach Dich "dürstet!, oder?
Nun, ich habe Dich auf die Fährte "Coué" gesetzt. Wenn Du beim Googlen dabei auf meine Homepage stoßen solltest, dann schau sie Dir genau an. Ich denke, dass Du Dein Problem ausgezeichnet lösen kannst: ein viel, viel größeres Problem als "Stottern". Ich wünsche Dir die Freude des Erfolgs und grüße herzlich.
Franz Josef Neffe
[i]"Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns sondern die Vorstellungskraft." [/i] Émile Coué

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Weniger Kopf, mehr Bauch

Beitrag von Michael13 » 5. Juni 2008 12:16

Hallo lieber Antonio,

ich fand deinen Beitrag gerade eben erst ...

Ich möchte zunächst mal auf deine Ideen eingehen ... mal ohne "unbewusster Angstmache" und ohne Therapeuten-Augen :) ... es bringt m.E. nichts, gewisse Dinge (z.B. "etwas Alkohol") quasi zu "verteufeln" oder dir zusagen, was du alles nicht machst ... Das bringt dich m.E. nicht weiter, zumindest ist das meine Erfahrung.

>eine Pille zu Muskelentspannung zu nehmen, die fürs stottern helfen soll
Ich persönlich halte die Pille für's oder gegen's Stottern genauso sinnvoll wie Aspirin bei Kopfschmerzen. Kurzfristige Wirkung ja, langfristig nein und meistens mit Nebenwirkungen. Mir persönlich hat da Sport am meisten geholfen, als Kind Leichtathletik, als Jugendlicher Basketball und später - so ab Mitte 20 - war's Hatha-Yoga. Letzteres ist nicht viel anders als Gymnastik :) ... m.E. etwas intensiver und Kurse gibt es an den meisten Volkshochschule oder Uni.
Manchmal reicht es auch schon, sich auf seinen Atem zu konzentrieren, beim Laufen, Fahrradfahren oder vor'm Einschlafen. Das sind 2-3 Minuten manchmal schon recht hilfreich ... es kommt auf das bewusste Tun an.

>in der schule während der Vorträge etwas Alkohol zu mir zu nehmen
Hab ich auch manchmal gemacht; später in der Uni, Bevor ich zur mündlichen Prüfung bin :) ... ob's wirklich geholfen hat, bezweifle ich ein bisschen. Ich hab's eben mal ausprobiert :) ...
Wenn wir Angst vor etwas haben - und Angst ist für mich persönlich das zentrale Problem beim Stottern (das siehst du m.E. schon ganz richtig) - dann entspannt Alkohol schon etwas. Doch alles in Maßen ... Alkohol ist kein Teufelszeug, genauso wenig wie ne Tüte ... Richtig ist sehr wohl, dass unbewusster Konsum zu starken Nebenwirkungen führen kann. Genauso wie bei FastFood, Nikotin, Fernsehen usw. ... auch Partnerschaften :) ... alles, was wir zu uns nehmen, hat eine bestimmte Energie, und mit der kann mensch nur umgehen lernen. Und wenn wir etwas ganz stark ablehnen, ziehen wir es nur umso stärker an ... einfaches Resonanz-Prinzip.

>oder Hypnosetherapie zu nehmen.
Dazu kann ich wenig sagen ... mich persönlich hat es nie wirklich angezogen. Hypnose hat für mich immer etwas, wo ich die Kontrolle an eine andere Person abgebe ... Ich habe prinzipiell nichts dagegen mich mal der Natur oder eine gewissen Situation "hinzugeben", doch bei Hypnose gehört schon eine gewisse Vertrauensbasis dazu. Naja, probieren geht über studieren ... wenn du an die Kraft des Kosmos glaubst, wird schon alles seinen Gang gehen :)

Oder anders ausgedrückt: versuchen auf deinen Bauch zu hören. Weniger Kopf, mehr Bauch :)

Deine Idee, Politiker werden zu wollen, finde ich gut ... ganz gleich, was du wirklich tust, es gibt da keine Grenzen. Als stotternder Mensch kannst du alles machen. Und ich meine wirklich alles ... vom Bauarbeiter bis zum Moderator im Fernsehen. Es ist eine Entwicklung und ich kann das so sagen, weil ich es selbst an mir erlebt habe ... hmm, Geduld ist wichtig. Manche Dinge scheinen Jahre zu dauern ... und plötzlich sind sie da und du wirst dir vielleicht rückblickend sagen "Hoppla, das ging jetzt aber schnell." :) ...

So weit, so gut ... viel Erfolg bei den Prüfungen, wenn du denn welche hast ... ciao Micha.

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von Heiko Bräuer » 14. Juli 2008 05:33

Hallo,
also ich habe auch 12 Jahre Schule hinter mir und hatte in der SEK 2 Deutsch und Geschichte als LK. In Deutsch bin ich auch meist nur schriftlich benotet wurden, aber ich habe das beste draus gemacht und hatte verständnissvolle Klassenkameraden und eine Verständnissvolle Lehrerin, die mir geholfen haben mich auch mündlich zu beteiligen und mir auch den Mut gegeben haben, dass mir nix passiert wenn ich stottere bzw. es nicht schlimm ist wenn es länger dauert und es viel mehr auf den Inhalt ankommt. Im letzten Jahr habe ich mich viel beteiligt und hatte auch meinen Spaß daran und habe dadurch auch viel meiner Angst gegenüber meinem Stottern verloren. Zusammenfassend würde ich sagen, dass man auch mit Stottern Abitur machen kann und die mündlichen Prüfungen schaffen kann. (in vielen Bundesländern gibt es solche Ausgleiche bzw. Hilfen, dass man als Sotterer mehr Zeit bekommt, einfach mal beim Beratungs- bzw. Vertrauenslehrer nachfragen)
Und mit der Berufswahl da sollte man weniger Pessimistisch sein, denn im Bundestag sitzen meines Wissens mehr als 300Politiker und nicht jeder sagt immer unbedingt was. Ich denke das man auch mit Stottern Politiker werden kann, da es in bestimmten Richtungen weniger aufs Sperchen ankommt, sondern mehr aufs Denken ;-)
Willst du dafür studieren um Politiker zu werden? Oder erst was anderes und später nebenbei in die Politik?

Gruß Heiko

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von BO_15 » 19. Juli 2008 22:26

Hallo Ihr!!
Wie alt seit ihr?
Ich bin 15 und stottere schon seit ich in der 3.Klasse bin und nun bin ich in der 10.Klasse und mache dieses Jahr meinen Realschullabschluss, wovor ich schon Angst habe wegen meinem Stottern!
Was für einen Berufswunsch habt ihr?
ich will mich nähmlich bei der Polizei bewerben, jedoch denke ich nicht das sie mich da nehmen werden, denn hat irgend jemand schon einen stotternden Polizisten gesehen???
Macht ihr eine Stottertherapie?? udn hilft sie bei euch??
Würde mich auch Antworten freuen!! :)

Mara81
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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von Mara81 » 24. Juli 2008 15:08

Hallo,
ich bin nur zufällig auf diese Seite gestossen, habe ein wenig rumgeschaut u möchte jetzt den Stotterern Hoffnung auf "Heilung" geben.

Ich bin 26 Jahre und habe seit meinem 6. Lebensjahr gestottert wie verrückt.
Schul-und Ausbildungszeit waren die Hölle..wer kennt das nicht: Spontanes Aufgerufenwerden, mündliche Referate, mündliches Abitur.
Mein Selbstbewusstsein war gleich Null.
Leider hatte ich zudem teilweise "Pädagogen", die für sowas nicht ausgebildet waren, damit nicht umgehen konnten etc., so dass ich teilweise 6en fürs Nicht-Melden kassierte etc.
Zum Glück war mein Tutor aber offensichtlich AUSGEBILDET und in der Lage mir zu Helfen.
Es gibt, für alle, die es nicht wissen, speziel für Stotterer, eigene Schulvorschriften bzgl. mündl. Mitarbeit, verlängerter Abiturzeiten etc.
Also traut Euch, danach zu verlangen, auch wenns anfangs peinlich ist (was gerade im Teenie-Alter bei mir der Fall war) und nutzt diese Regelungen voll und ganz aus. Es ist für Euch!!!

Ähnlich erging es mir in meiner schulischen Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin.
Gleich zu Anfang wurde mir nahegelegt, einen anderen Beruf zu wählen..was ICH denn wohl in ner Apotheke wollte..da bräuchte man ja wohl GESUNDES Personal.
Ich habe durchgehalten, auch wenn ich von Lehrern und Apothekern streckenweise wirklich schikaniert wurde.
Ich würde den Sprachfehler gleich zu jedem Vorstellungsgespräch durchblicken lassen.
Es gibt tatsächlich Firmen u Apotheken oder Arztpraxen, die sich auf die Fahne schreiben, Stotterer zu integrieren, weil sie sich somit als tolerant und authentisch beweisen.

Ich spreche jetzt mittlerweile nahezu barrierefrei. In Stresssituationen oder Stimmungs-Tiefs kommt es gelegentlich noch durch.
Wer damit nicht leben oder umgehen kann, der soll weghören und wenn ich blockadebedingt statt nem Mohn- ein Sesambrötchen bestellen muss, ist das ja wohl auch kein Weltuntergang!!

In diesem Sinne: Kopf hoch u schreit es zur Not raus...

Mara


P.S.
Meine erfolgreichsten Therapien:

Langzeit: Reheklinik Werscherberg, Bissendorf

Logopäde Willeke, Lippstadt

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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von smiley » 13. Dezember 2009 11:29

hmm...das hört sich echt ziemlich...unumgänglich an.
deine schlechten erfahrungen(z. b. mit dieser lehrerin) mögen dazu beigetragen haben.
aber trotzdem möchte ich dir als allererstes sagen, das du deinen traumberuf auf jeden fall weiterverfolgen sollst!!!!!!!!!!!!
weißt du wie viele stotternde prominente es gibt? viele davon sind schauspieler, deren beruf ist es also quasi zu reden! und auch wenn es noch (öffentlich) wenig bis keine stotternden politiker gab(ich glaube da war sogar i-ein amerikanischer...), dann bist du eben der erste!
ganz wichtig ist es, sich nicht vom stottern besiegen zulassen, ichweiß das klingt für dich bestimmt total weit hergeholt und unmöglich. machst du eine therapie? wenn nich, dann fang doch eine an und probiere verschiedene sachen aus, bis du die methode gefunden hast die zu dir passt!
lg, smiley :)

2412

Re: Brauch ratschläge

Beitrag von 2412 » 13. Dezember 2009 19:05

Hey smiley,

der amerikanische Vize-Präsident Joe Biden ist Stotterer ;)

Es gibt in der Tat relativ gesehen viele stotternde Politiker. Auch im Bundesvorstand der Grünen:


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Re: Brauch ratschläge

Beitrag von smiley » 19. Dezember 2009 10:49

hmm...ok, also joe biden :)
ich hab mir mal den link angesehen, ich finde der mann hat echt ne gute einstellung.
->und auch ein gutes stottern.ich denke das könnte so ne art ziel sein...
mit dieser art von stottern hat man direkt viel weniger probleme.

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Präsidenten-Stottern für alle

Beitrag von F.J.Neffe » 19. Dezember 2009 14:21

Tjaja, wie früher Frau Müller einen neuen Pelzmantel brauchte, wenn sie die Nachbarin plötzlich mit einem sah, so wird man wohl jetzt bald ein neues Stottern brauchen, wenn man jemand anderen eine Show damit abziehen sieht. Ohne neues Stottern, könnte sein, ist man dann nicht mehr salonfähig.
Drum habe ich ja Rudi vor 30 Jahren schon bewundert: "Du bist zweisprachig, Rudi! Du kannst stottern & reden, ich kann nur reden; Du bist mir überlegen!"
Ja, stottern wie ein Vize-Präsident - das ist ein Ziel! Bin neugierig, wann die ersten Kurse in Präsidenten-Stottern anlaufen. Per aspera ad astra - durch Rauhes zu den Sternen!
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