Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

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Michael13
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Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Michael13 » 24. Februar 2009 16:38

Ein Hallo an alle,

ich versuche mal mit einem Extra-Thread eine Diskussion quasi "outzusourcen" :), die im Thread "Stottern zulassen" (Link) entstanden ist. Prinzipiell - und das ist meine Wahrnehmung - geht es darum, ob sog. Behinderungen wie z.B. Stottern oder Legasthenie vielleicht durch die momentane Schul- bzw. Ausbildungsstruktur eher stärker gefördert werden, denn Möglichkeiten geschaffen werden können, um mit ihnen leichter klar zu kommen.

Mit anderen Worten formuliert:
Erlaubt das momentane Schulsystem überhaupt eine angemessene Arbeit am Stottern bzw. lässt sie zu?

Wie denkt ihr darüber?

Alles Gute, Micha.

---***---
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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von ---***--- » 2. März 2009 00:03

Ein Hallo an Micha!

Und wie denkst Du darüber?

Alles Gute, Mechthild

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Michael13 » 2. März 2009 00:56

Mechthild hat geschrieben:
Michael13 hat geschrieben: Erlaubt das momentane Schulsystem überhaupt eine angemessene Arbeit am Stottern bzw. lässt sie zu?
Und wie denkst Du darüber?
Mit einem kurzen Wort würde ich sagen: Ja.

Zumindest sind die Möglichkeiten für Lehrer sehr gering, den Schülern abseits von Lehrplänen, Zeitschemata usw. genügend (geistige) Freiräume zu lassen ... so meine Wahrnehmung. Ausnahmen gibt es natürlich immer, vielleicht sogar mehr als ich denke???

Was in jedem Fall noch verbesserungswürdig ist und seit Jahrzehnten diskutiert wird, sind die Klassenstärken ... die sind auch 20 Jahre nach meiner Schulzeit noch bei 25-30 ... obwohl es weniger Kinder gibt?
Warum gibt es nicht Klassen mit 15-20 Schülern?

Etwas ausführlicher und aus meiner eigenen Schulzeit habe ich in diesem Artikel geschrieben
"Deutsch-deutsches Stottern" - http://lebe-dein-stottern.de/artikel/Wi ... ottern.pdf

Und wie denkst du darüber, Mechthild?

Alles Gute, Micha.

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Chefkoch » 21. März 2009 16:21

Auch ich bin der Meinung, dass das Schulsystem Stotterern das Leben nicht unbedingt leicht macht.
Allerdings liegt dies nicht in erster Linie am Schulsystem, sondern an unserer (Leistungs)gesellschaft. Hier ist einfach kein Platz für Menschen mit Handicap und daran orientieren sich natürlich auch die Schulen. Natürlich gibt es spezielle Schulen und Einrichtungen für "schwere Fälle", aber wer nicht in diese Kategorie fällt, muss sich mit den "Normalos" messen und darauf hoffen, dass bestimmte Leute Verständnis haben.

Wie MIcha schon sagt, lässt der Lehrplan keinen Platz für individuelle Betreuung, und die Lehrer sind dafür meist auch nicht richtig aus- bzw. weitergebildet und wissen nicht, wie sie mit bestimmten Störungsbildern umgehen sollen.

Da wie oben schon erwähnt nur die Leistung zählt, steht man da als Stotterer meist automatisch im Abseits, was einer von vielen Gründen dafür sein kann, das sich das Sprechen letztlich nur noch mehr verschlechtert. Schlechteres Sprechen impliziert schlechtere Leistungen, was wieder mehr Leistungsdruck bewirkt, welcher letzlich wieder zu mehr stottern führt. Ein Teufelskreis, den man nur im richtigen Umfeld oder einer Sprachheilschule durchbrechen kann (oder natürlich mit kompetenter Unterstützung).

Kleinere Klassenstärken wären schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wird dies aufgrund mangelnder finanzieller Mittel in den öffentlichen Kassen wohl nur schwer zu realisieren sein...

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Micha136 » 21. März 2009 19:15

Chefkoch hat geschrieben:Kleinere Klassenstärken wären schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wird dies aufgrund mangelnder finanzieller Mittel in den öffentlichen Kassen wohl nur schwer zu realisieren sein...
An Geld kann's ja nun wirklich nicht liegen, Thilo ...

Für Bürokratie und Banken usw. reicht es doch auch :) ... also für mich bleibt es eine Frage des politischen Willens und ob man wirklich etwas für die (Lebens)Bildung tun möchte oder funktionierende Arbeitnehmer erziehen möchte ... ich mache es mal bewusst etwas plakativ.

In diesem Sinne ... Alles Gute, Micha.
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Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Ernst-Martin » 21. März 2009 19:28

Chefkoch hat geschrieben: Da wie oben schon erwähnt nur die Leistung zählt, steht man da als Stotterer meist automatisch im Abseits, was einer von vielen Gründen dafür sein kann, das sich das Sprechen letztlich nur noch mehr verschlechtert. Schlechteres Sprechen impliziert schlechtere Leistungen, was wieder mehr Leistungsdruck bewirkt, welcher letzlich wieder zu mehr stottern führt. Ein Teufelskreis, den man nur im richtigen Umfeld oder einer Sprachheilschule durchbrechen kann (oder natürlich mit kompetenter Unterstützung).

Kleinere Klassenstärken wären schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wird dies aufgrund mangelnder finanzieller Mittel in den öffentlichen Kassen wohl nur schwer zu realisieren sein...
Das hast Du schön beschrieben, lieber Thilo(?)

In Bayern sind es im G8 nur 25 Schüler im Durchschnitt pro Klasse ... und dies hängt vorrangig vom Platzangebot für die angemeldeten Schüler ab.
Mich hat die Klass-Lehrerin unterstützt - der Bürgermeister brauchte möglichst viel Absolventen für die ansäßigen Firmen ...

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Chefkoch » 22. März 2009 01:30

An Geld kann's ja nun wirklich nicht liegen, Thilo ...
Natürlich nicht ausschließlich, aber es ist einer der Hauptgründe. Die wenigsten Schulen werden ausgebaut, um z.B. mehr Räume zur Verfügung stellen zu können. Kleinere Klassen bedeuten schließlich mehr Platz und vor allem mehr Lehrkräfte, die ja auch bezahlt werden wollen. Dafür ist offensichtlich kein Geld da.
Für Bürokratie und Banken usw. reicht es doch auch :) ... also für mich bleibt es eine Frage des politischen Willens und ob man wirklich etwas für die (Lebens)Bildung tun möchte oder funktionierende Arbeitnehmer erziehen möchte ... ich mache es mal bewusst etwas plakativ.
So kann man das natürlich auch sagen...
Dass es mit der Bildung(sfinanzierung) in unserem Lande nicht weit her ist, ist hinlänglich bekannt. Banken und Bürokratie genießen einfach den höheren Status. Leider werden wohl noch einige PISA-Studien durchs Land ziehen, ehe sich daran etwas ändert, schließlich gibt es in dieser Hinsicht nicht viele engagierte Bürgermeister :roll:
Aber wir schweifen etwas vom Thema ab... :grinundwe:

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Micha136 » 22. März 2009 15:26

Ich glaube nicht, dass wir sehr vom Thema abschweifen, Thilo :)

Für mich sind die Bildungsprobleme in Deutschland hausgemacht ... die Prioritäten werden finanziell gesetzt.
Im Osten Deutschland werden Schulen abgerissen statt sie zu nutzen. Natürlich sehen einige etwas runtergekommen aus, doch es geht ja nicht darum, dass alle Schulen Hi-Fi sein müssen, es geht mir persönlich primär um die kleineren Schulklassen.
90% der Milliardenbeträge für den "Stadtumbau Ost" fließen in den Abriss ... die Quoten werden nicht selten in enger Zusammenarbeit mit den Banken bestimmt, wenn nicht gar vorgegeben. Inwieweit das Schulen auch betrifft weiß ich nicht, doch bei Wohnungen ist es durchaus der Fall.

Was Pisa-Studien anbetrifft, so halte ich nicht allzu viel davon, auch wenn ich nicht sage "gar nichts" ... Studien sind quantitative Messungen, so wie das Punktesystem usw. ... Lernen die Kinder und Schüler, wie sie sich im Leben zurechtfinden oder dass sie gute Noten bekommen?

Letztlich hängt es mit der von dir bereits erwähnten Leistungsgesellschaft an, doch nicht einmal die haben wir wirklich in Deutschland.
In vielen Jobs arbeitest du doch nicht nach Leistung, sondern nach Stundenzahl :) ... die einen zögern die Arbeit etwas heraus, um auf ihre Stunden zu kommen. Andere sind überfordert und machen Überstunden ... und wenn beides zusammenläuft, verschieben die Cleveren einige Arbeit zu den Fleißigen und haben weniger Arbeit. Wenn die Fleißigen dann ein paar Fehler unterlaufen, ganz einfach weil sie überfordert sind, fliegen sie als erste :) ... so läuft's doch mitunter.
Nichtsdestotrotz ist es eine gute Gelegenheit, sich über seine eigene Arbeitsweise Gedanken zu machen ... immer mal wieder :)

Und genau diese Strukturen sind in der Schule möglicherweise auch gang und gebe ... reine Vermutung, doch warum sollte es prinzipiell anders sein? Nicht selten kommen da vielleicht noch persönliche Befindlichkeiten bei den Lehrern hinzu oder Probleme mit der Direktion und diese Schwingungen werden auf die Schüler übertragen ...

Ich habe mal mit einer 14jährigen Physik geübt. Ich hatte wenig Ahnung, doch es ging eher darum, erst mal zu schauen, was sich machen ließe und ob ich überhaupt etwas beitragen/helfen könnte. Sie rechnete die Aufgaben mehr oder minder ohne Probleme ... und so nach und nach fragte ich mich, was ich da noch helfen soll/kann. Sie erzählte dann, dass sie quasi von Lehrer häufiger geschnitten wird (bei Meldung mehrmals nicht beachtet, offenbar schlechtere Noten usw.). Ob das alles stimmt, weiß ich nicht, doch da ich selbst so etwas ansatzweise erlebt habe, halte ich es für sehr wohl möglich.
Ist es da verwunderlich, dass Schüler verunsichert werden?

Mit anderen Worten und zusammengefasst ... das primäre Kostendenken wirkt sich auf das gesamte Schulwesen aus und wir brauchen uns nicht wundern, warum die Veränderungen nicht unbedingt in die Richtung gehen, wohin sie vielleicht gehen sollten. Zudem denke ich, fehlen nicht nur Schulpsychologen für Schüler sondern insbesondere für die Lehrer.

Für mich ist es eine recht einfache Sache: Menschen, die selbst Selbstbewusstseinsdefizite haben, mögen dies nicht gern zeigen und versuchen anderen Menschen kleiner zu machen, um selbst größer zu wirken.

Hmm, sei es wie es sei ... ich habe manchmal nur den Eindruck, dass die "Hauptschuldigen" dann primär in den Kindern und Jugendlichen gesehen werden, einfach weil einige Menschen die Probleme immer erst einmal außerhalb ihrer Person sehen.

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Beitrag von Ernst-Martin » 22. März 2009 17:10

Micha136 hat geschrieben:Für mich ist es eine recht einfache Sache: Menschen, die selbst Selbstbewusstseinsdefizite haben, mögen dies nicht gern zeigen und versuchen anderen Menschen kleiner zu machen, um selbst größer zu wirken.

Alles Gute, Micha.
Ich habe eher das Gegenteil erlebt:
die Selbstbewußten und die Schönen stören mit ihrem Drang, andere "herunter zu bügeln".
Nicht weil sie größer wirken wollen - sondern aus Lust, andere zu beherrschen ... und besonders die, die anderer Meinung sind.

Ein Schulsystem wird sich ändern, wenn die Wirtschaft Schüler mit anderen Kenntnissen fordert;
zur Zeit sind eher die zukünftigen All-round-Abteilungsleiter gesucht und somit werden Schwächere vom Lehrer nicht beachtet!
Ich bin ja neugierig, wann mehr die Leistungkurs zählen - und Behinderungen in Kauf genommen werden - wie in den USA.
Das alte Muster war:
Mädchen lieben nicht gerade Mathematik und Physik (was muß eine Kindergarten-Leiterin auch quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten lösen können?)
Jungen sind nicht immer sprachbegabt ... Du bist eine lobenswerte Ausnahme, lieber Micha!

... und umgekehrt!
Doch damit können mittlere Reife und erst recht das Abitur vermasselt werden.

Trösten wir uns
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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Micha136 » 8. Mai 2009 01:59

Ernst-Martin hat geschrieben:
Micha136 hat geschrieben:Für mich ist es eine recht einfache Sache: Menschen, die selbst Selbstbewusstseinsdefizite haben, mögen dies nicht gern zeigen und versuchen anderen Menschen kleiner zu machen, um selbst größer zu wirken.
Ich habe eher das Gegenteil erlebt:
die Selbstbewußten und die Schönen stören mit ihrem Drang, andere "herunter zu bügeln".
Nicht weil sie größer wirken wollen - sondern aus Lust, andere zu beherrschen ... und besonders die, die anderer Meinung sind.
Letztlich sind es versteckte, unbewusste Machtansprüche, ganz richtig, Ernst-Martin ... doch wirklich selbstbewusste Menschen haben Macht ohne, dass sie über andere herrschen müssen, sondern mit ihnen leben können. Es gibt eben scheinbar selbstbewusste Menschen und wirklich selbstbewusste Menschen :)
Ernst-Martin hat geschrieben:Mädchen lieben nicht gerade Mathematik und Physik (was muß eine Kindergarten-Leiterin auch quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten lösen können?)
Zum Beispiel, um herauszufinden, welche zwei Unbekannten, den quadratischen Sandkasten unordentlich verlassen haben :) ...

Was in Deutschland oder vielmehr zu meiner Zeit (Schulbeginn 1982) wohl noch nicht so stark ausgeprägt war, war das Lernen lernen ... wie eigne ich mir bei all dem Faktenlernen an, selbst auch das (Er)Lernen neuer Sachverhalte zu erlernen?

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Beitrag von Ernst-Martin » 9. Mai 2009 15:45

ja, Stotternde haben es nicht leicht - trotz Nachteilsausgleich (er beeinflußt ja nur die Noten - nicht die tägliche Aufmunterung und Anerkennung/Ansporn in einer Klasse mit Normalos).

Andere Behinderte auch nicht - wäre es da nicht sinnvoll, 10-Schüler integriert mit -innen ... - Klassen zu bilden, die nur aus Behinderten aller Schattierungen bestehen? Möglicherweise wäre die Scham weg, sich nicht zu melden ... und der Ansporn für das Erreichbare größer?

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Re: Fördert das momentan Schulsystem das Stottern?

Beitrag von Micha136 » 30. Mai 2009 21:35

Ernst-Martin hat geschrieben:ja, Stotternde haben es nicht leicht - trotz Nachteilsausgleich (er beeinflußt ja nur die Noten - nicht die tägliche Aufmunterung und Anerkennung/Ansporn in einer Klasse mit Normalos).

Andere Behinderte auch nicht - wäre es da nicht sinnvoll, 10-Schüler integriert mit -innen ... - Klassen zu bilden, die nur aus Behinderten aller Schattierungen bestehen? Möglicherweise wäre die Scham weg, sich nicht zu melden ... und der Ansporn für das Erreichbare größer?
Ich halte nichts vom "Outsourcing" sogenannter "Behinderter", Ernst-Martin ... irgendwann werden wir feststellen, wie wenig die sog. Behinderten wirklich behindert sind im Vergleich zu vielen "Normalos", wie du sie nanntest.
Doch das ist eine der großen Dummheiten der Menschheit, vermute ich :) ... kein Mensch würde heute Beethoven als behinderten Musiker bezeichnen, nur weil er das halbe Leben taub war.

Prinzipiell halte ich Klassen mit 15 SchülerInnen für sinnvoll ... ließe sich auch machen, wenn man politisch andere Prioritäten setzen würde. Doch Abwrackprämien und Militär sowie diverse Subventionen sind eben wichtiger, denn ohne Autos kommen die Kinder ja nicht mehr in die Schulen der teilweise zersiedelten Städte :) ... und das Militär "beschützt" uns vor allen möglichen Terroristen, die Deutschland über drei Ecken vorher mitfinanziert ... tja, c'est la vie :)

Ansonsten hatten wir einen Großteil dieser Thematik schon im Thread "Integration oder Inklusion?" - http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=617

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