Uni-Vortrag

Austausch speziell zum Thema Schule (Noten, Mobbing usw.) für stotternde Mädchen und Jungen, deren Eltern, Lehrer und alle Interessierten. Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
IgorOnline
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 12
Registriert: 21. Oktober 2012 19:01
Ort: Erfurt
Kontaktdaten:

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von IgorOnline » 29. Oktober 2012 16:57

Wow.

Da muss ich an dieser Stelle mal meinen Respekt offen legen §dup ...

Auf dem Weihnachtsmarkt etwas vorzulesen, vor wild Fremden Menschen, ich glaube da habe ich momentan schon noch Hemmungen. Aber ich denke sowas könnte mir auch helfen, auch wenn es mich extrem viel Kraft und vor allem Überwindung kosten wird.

Ich hatte mit meiner letzten Logopädin hauptsächlich Pseudostottern trainiert und damit sind wir auch in Geschäfte gegangen und dort habe ich mir dann was gekauft oder habe etwas nachgefragt. Das hat dann eigentlich auch ganz gut geklappt:-) ...
Die Erkenntnis daraus war, dass es die Leute eigentlich gar nicht interessiert bzw. stört, dass man stottert, aber man sich dennoch selbst so unter Druck setzt, weil es möglichst nicht auffallen soll, dass es blockiert.
Das habe ich auch festgestellt, aber trotzdem habe ich das noch nicht so verinnerlicht :-) ... in vielen Situationen setze ich mich dann doch immer noch ziemlich unter druck und dann kommen natürlich die harten Blocks und Wiederholungen §prost
"Da, wo die Angst ist, da geht es lang"
"Nicht vermeiden - Stottern zeigen"
[Beide Zitate sind aus Abenteuer Stottern, Wolfgang Wendlandt, Verlag DEMOSTHENES]

paul.dest
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1163
Registriert: 3. Mai 2010 22:36
Kontaktdaten:

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von paul.dest » 29. Oktober 2012 17:20

§dup Und wieder ist dieser Thread so selbsthilfe-produktiv, dass es mir fast leid tut, mich einzumischen! ;-)

Nur kurz zu:
Sascha hat geschrieben:Weiß jemand von euch, ob es Versammlungen von Stotterern gibt, in denen genau solche Dinge geübt werden und vor allem, wo man sie finden kann? In denen man lernen kann vor großen Gruppen zu sprechen, um seine Panik in den Griff zu bekommen.
Versammlungen von Stotterern gibt es generell in Form von Selbsthilfegruppen.
Ein Verzeichnis ist hier zu finden: Übersicht der Stotterer-Selbsthilfegruppen

Grundsätzlich behandeln Selbsthilfegruppen (SHGen) alle mögliche Themen und machen alle möglichen Aktivitäten. Ganz wichtig ist es, sich dessen bewusst zu sein, dass es Du, der die SHG besuchst, bestimmst, was behandelt bzw. was gemacht wird. Wenn Du also lernen willst, "vor großen Gruppen zu sprechen", dann gehe in eine SHG und sage dort: "Ich möchte lernen, vor großen Gruppen zu sprechen. Könnten wir das hier nicht mal organisieren? Fürs nächste Mal bereitet jeder (oder zumindest einige) einen Vortrag vor. Und dann halten wir unsere Vorträge abwechselnd und geben uns Feedback!" Packt es an und zieht es durch!

...

-----------------

Der vollständige Inhalt dieses Beitrages ist ab jetzt nur noch unter http://www.stottern-verstehen.de verfügbar.
Zuletzt geändert von paul.dest am 3. Dezember 2016 12:29, insgesamt 1-mal geändert.
http://stottern-verstehen.de

Laura90
neu
neu
Beiträge: 1
Registriert: 1. November 2012 15:06

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von Laura90 » 1. November 2012 15:30

Hi Leute,

ich bin neu hier, habe mich eben erst registriert.
All die Dinge, die ihr hier schreibt, kommen mir sehr bekannt vor...
Ich selbst stottere auch schon mind 8 Jahre (ich bin 22)...in der Schule war das der reinste Horror. Ich habe mich nie gemeldet, obwohl ich vieles hätte sagen können, vorlesen wollte ich auch nie. Vor Präsentationen habe ich mich immer gedrückt und da ich mit den Lehrern immer offen darüber geredet habe, durfte ich meistens etwas Schriftliches abgeben. Viele Klassenkameraden haben das nicht verstanden und sofort wurde ich nur noch dumm angeguckt, es wurde gelästert etc.
Also um es kurz zu sagen meine Schulzeit war nicht gerade schön!

Ich habe nach der 10. Klasse eine Ausbildung zur Bürokauffrau begonnen und das hat mich sehr gestärkt. In der Berufsschule hatte ich zwar weiterhin die Probleme wie auch vorher, aber die Leute waren verständnisvoller. Meine Ausbildung habe ich auch bestanden und seitdem arbeite ich. Im Alltag bereitet mir das Stottern kaum Probleme...jeder meiner Kollegen kennt mein Problem und ich habe auch nicht den Eindruck, dass ich wegen des Stotterns irgendwie verurteilt werde. Im privaten Leben habe ich einen aktiven Freundeskreis und seit eineinhalb Jahren einen tollen Freund :) Jeder kennt mein Problem und akzeptiert es so.
Wenn ich schlechte Tage habe, kommt das Stottern sehr stark zur Geltung, aber wiederum an guten Tagen ist es so gut wie weg. Da würde ein fremder Mensch noch nicht einmal merken,dass ich überhaupt stottere.

Lange Zeit habe ich gedacht, dass ich es auch akzeptiert habe und damit leben kann, aber jetzt wo ich im Februar diesen Jahres ein schulisches BWL Studium mit meinem Freund zusammen angefangen habe, stoße ich oft an meine Grenzen. Jeder dort weiß,dass ich diesen Problem habe, aber mit meinen Lehrern habe ich nicht darüber geredet, weil ich denke, ich schaffe das auch so und ich bin kein kleines Kind mehr, dass irgendwie anders beurteilt werden muss, wie andere.
Ich musste nun zwei Präsentationen halten. Die erste Präsentation war in einer Gruppe von 3 Leuten (mein Freund, ne Mitschülerin und ich). Ich fand meinen Teil sehr schlecht, weil ich wieder da stand wie der letzte Depp (so fühle ich mich in dieser Situation), der Rest fand meinen Vortrag aber gut und die Lehrerin fand super, dass ich trotz meines Stotterns den Mut aufgebracht habe, diese Präsentation überhaupt zu halten.
Ich entdecke immer mehr, dass es nur ein Problem meinerseits ist. Ich kenne mittlerweile keinen Menschen mehr, der mich deswegen irgendwie verurteilt.
In 2 Wochen steht nun eine Präsentation nur von mir an und ich fange jetzt schon an Panik zu bekommen :(

Was kann ich machen?

Grüße Laura

Elfi
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 6
Registriert: 11. Oktober 2012 21:32

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von Elfi » 2. November 2012 22:35

Huhu, ich meld mich auch mal wieder!
Habe gerade erst gesehen wie viel geschrieben wurde :O Wollte mich lieber ein paar Tage gar nicht mit dem Thema beschäftigen um mal von dieser Welle runterzukommen :roll:
Also hi Sascha und Laura, willkommen im Club :lol:
Und danke Jaspis für deine ausführliche Antwort... ich lese solche Erfahrungen sehr gerne :)

Ich wollte mal berichten ws bisher passiert ist. Ich war zweimal bei einem Logopäden, der ist sehr nett und ich denke er hat sinnvolle dinge mit mir vor.
In der ersten richtigen Therapiestunde haben sollte ich Zungenbrecher vorlesen :mrgreen: weil ich quasi lernen sollte mit dem verhaspeln umzugehen, bzw analysieren was passiert wenn man sich verspricht.
(Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut :mrgreen: könnts ja mal versuchen) Ich sollte dann aufhören so stark darüber nachzudenken ob jetz ein l oder ein r kommt, sondern eher den Rhythmus beachten.
Das a´hat mir schonmal die Erkentniss gebracht, dass je mehr man sich verkrampt BLOß nich hängen zu bleiben, desto eher passiert es.
So, dann sollte ich einen Nachrichtentext vorlesen. Und dabei innerhalb bestimmer Abschnitte immer ein Wort betonen, ganz langsam reden und "in den Boden". Dieses in den Boden reden finde ich sehr gut, so als Idee...man schraubt sich ja immer weiter hoch, mit dem Atmen, je nervöser man wird. Ich denk ma ihr wisst wie ich das meine >.< also das Betonen, laaangsam sprechen und "unten bleiben" war echt prima.
Er meinte, er möchte mir Mittel beibringen, mit denen ich es verhindere in diesen Panikstrudel zu geraten... Bin nervös - habe Block - werde noch nervöser - noch mehr Blocks - Panik - kommt gar nix mehr... :grinundwe:
Ich werde das mit ihm jetzt halt auf immer höhere Schwierigkeitsgrade ausweiten ... Immer wenn die Panik steigt, NOCH bewusster langsam und betont sprechen, nicht die Scheuklappen aufsetzen und versuchen alles auf einmal runterzurattern damits schnell vorbei is. Also das könnte ich jetzt euch Anderen als Tip geben :)

Letzte Woche war dann sone kleine Minipräsentation von Zwischenergebnissen. Wieder in dem Raum, aber mit 2 Lehrbeauftragten und ca. 10 Studenten. Die haben aber gar nich zugehört und es war nich soo schlimm. :) Ich musste auch nich viel sagen, ich hab nur glaub ich etwas unkontrolliert manchmal meiner Architektin dazwischen gelabert, weils halt grad ging >.< Das muss ich noch üben, aber es war schonmal eine Eingewöhnung daran, überhaupt!! da vorne zu stehen.

So der Stand der Dinge :) Bin weiterhin gespannt auf eure Posts :)

Elfi
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 6
Registriert: 11. Oktober 2012 21:32

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von Elfi » 2. November 2012 23:26

Ich wollte euch noch was zeigen:

http://www.clipfish.de/special/supertal ... en-sorgen/
http://www.clipfish.de/special/supertal ... igenspiel/

obwohl ich kein großer Fan solcher Sendungen bin -.- aber ich denke dazu muss ich nix mehr schreiben :O ............und wir haben Angst vor Vorträgen vor ner Klasse §xlol

IgorOnline
entdeckend
entdeckend
Beiträge: 12
Registriert: 21. Oktober 2012 19:01
Ort: Erfurt
Kontaktdaten:

Re: Uni-Vortrag

Beitrag von IgorOnline » 4. November 2012 22:05

Hallo Elfi,

das hört sich ja gut an :-) ... Du machst auf jeden Fall Fortschritte ;-) ... das mit in den Boden kenn ich auch von meiner Logopädin :-) ... nur ich denke da in Stresssituationen nicht immer dran und dann schaukelt man sich doch wieder hoch und verkrampft :-D ...

Ich hab mich in letzter Zeit auch etwas intensiver mit der Thematik Stottern befasst :-) ... unter anderem mit dem Film/Reportage "Das WWW des Stotterns" fand ich echt aufschlussreich ... solltet ihr euch bei Gelegenheit mal ansehen :-)

Bin mal gespannt, habe morgen seit ca. 3 Wochen meine nächste Therapiesitzung :-) ...
Ich wollte euch noch was zeigen:

http://www.clipfish.de/special/supertal ... en-sorgen/
http://www.clipfish.de/special/supertal ... igenspiel/

obwohl ich kein großer Fan solcher Sendungen bin -.- aber ich denke dazu muss ich nix mehr schreiben :O ............und wir haben Angst vor Vorträgen vor ner Klasse
Ich bin davon auch keine Freund :-D ... aber der Typ hat echt mut :-) ... ich hätte mir das definitiv nicht zugetraut :-) ...

Gruß Igor
"Da, wo die Angst ist, da geht es lang"
"Nicht vermeiden - Stottern zeigen"
[Beide Zitate sind aus Abenteuer Stottern, Wolfgang Wendlandt, Verlag DEMOSTHENES]

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste