Melden oder schweigen?

Austausch speziell zum Thema Schule (Noten, Mobbing usw.) für stotternde Mädchen und Jungen, deren Eltern, Lehrer und alle Interessierten. Für eine professionelle Beratung wende Dich bitte an die Fachberatung
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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 30. September 2007 01:29

Mechthild hat geschrieben:Hi Micha,
vielleicht meinte newage nicht uns alte S.., ähh, längst aus dem Alter seiende Stotterer?
Kann gut sein, doch auch wir waren mal jung :) ...

Noch etwas ... mit Verlaub, ich sehe mich nicht als "Stotterer". Entweder als "Stotternder" oder besser noch als "stotternder Mensch". Kleiner aber feiner und daher immenser Unterschied.
Mechthild hat geschrieben:Ja, wo sind die jungen? gibt hier unter den angemeldeten gar nicht so viele, leider. Weiß nicht, wie es mehr werden könnten.
Gruß, Mechthild
Durch Öffentlichkeitsarbeit könnten es mehr werden. Im Internet kann man z.B. Weblinks setzen ... Mund-zu-Mund-Propaganda etc. ...
Naja, ansonsten hilft wie immer nur eines Geduld.

Mal abgesehen davon, denke ich schon, dass es einige "junge Stotternden" unter den Forums-NutzerInnen gibt. Ganz sicher ...

Alles Gute, Micha.

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Beitrag von newage » 30. September 2007 21:34

Hey Micha,
ja, manchmal bin ich echt zu vorschnell. ich will manchmal, dass alles von heute auf morgen besser wird und wenn es dann nicht klappt, bin ich enttäuscht. es ist aber auch nicht einfach, von der schüchternen, kleinen schülerin, die ich all die jahre zum teil durch mein stottern geworden bin, auf einmal so selbstbewusst zu werden, mich mit all meinen stärken und schwächen anderen zu zeigen. ich probiers wirklich, aber manchmal ist man so down und fühlt sich so allein, unverstanden und nutzlos.........
es ist gar nicht so einfach, das kannst du mir glauben.
ich mag manchmal etwas zu locker über mein stottern reden, aber ganz so einfach ist das nicht.
klar, du hast recht, man muss das stottern als einen teil von sich akzeptieren aber das ist gar nicht so einfach. manchmal glaube ich, dass ich soweit bin, aber wenn es dann drauf ankommt ist die angst stärker als der wille. so richtig klick gemacht hat es bei mir noch nicht.
aber ich glaube daran.
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Beitrag von newage » 30. September 2007 21:42

ich bins nochmal. ich meinte nicht nur stotternde menschen in meinem alter. ich meinte stotternde menschen allgemein. also kein grund zur sorge. auch "alte s." können hier über ihre erlebnisse berichten.
Und außerdem, in antworten von stotternden menschen, die älter als ich sind, steckt ja auch ziemlich viel erfahrung hinter.
na dann, man "sieht" sich
newage

ps: hoffentlich kann ich eines tages mit meinem stottern auch so locker umgehen wie du micha. (klingt melancholisch, ich weiß)^^
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Beitrag von Michael13 » 30. September 2007 21:48

Hallo NewAge,

das mit der Ungeduld kenne ich auch. Schau mal du bist gerade mal 15 und bist m.E. nach schon ziemlich weit. Ich habe vermieden bis ich ungefähr 27 war, ach, was schreibe ich, noch bis rund 29 Lebensjahren. Natürlich hatte ich auch mit Stottern meinen Spaß, das habe ich schon hinbekommen :) ... nur so richtig glücklich war ich dennoch nicht, weil mich die Angst noch zu sehr im Griff hatte.
Mir hat ein Auslandsaufenthalt in Indien die Augen geöffnet. Weg von der Heimat, weg von allem, was ich kannte und nach zwei harten Monaten wurde es irgendwie "ganz easy" ...
Naja, du hast doch nun schon den passenden Namen, NewAge (neues Zeitalter :)) ... was soll denn da noch schief gehen. Die Zukunft gehört dir ...
Wenn du das Stottern als lebenslanges Lernen und Spaß haben daran akzeptieren kannst, dann geht alles ziemlich schnell. So ging das mir jedenfalls. Und was ich kann, kannst du auch :)

So weit, so gut ... habe wenig Zeit, bin bei einem Freund zu Besuch und will nicht länger seinen Laptop "blockieren" bzw. erst mal in Ruhe einen Maté-Tee trinken :) ... Alles Gute, ciao Micha.

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Beitrag von newage » 1. Oktober 2007 20:53

hey micha,
danke für deine antwort. sie war ermutigend^^
ja, ich werde das schon irgendwie schaffen. :)

es hat mich ehrlich gesagt überrascht, dass du erst so spät dein stottern anerkannt hast. sei mir nicht böse, aber 29 find ich schon etwas alt^^
ich mein, da ist man ja fast 30.
ich will das schon etwas früher schaffen. ( ist jetzt nichts gegen dich)
aber ich finds gut, dass du jetzt so gut damit umgehen kannst.
viele trauern ja, wenn sie es geschafft haben, den ganze jahren nach, in denen sie nichts gesagt haben und in denen sie somit viel verpasst haben

sonst fällt mir nichts mehr ein......

man sieht sich
newage
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Beitrag von Michael13 » 2. Oktober 2007 13:47

Liebe(s) Newage, liebe/r LeserIn

:) ... Mit 15 denkt mensch natürlich, dass mensch mit 30 alt ist ('Hoppla, nochmal 15 Jahre so weiter machen?' ... Um Himmels Willen :))

Zur Erklärung: Ich habe auch schon viel und flüssig gesprochen, hatte auch Jahre ohne Stottern (so zwischen 11 und 14, glaube ich), doch es gab Zeiten, wo alles wieder wegzubrechen schien (nach der Wende, beim Abi, in mündlichen Prüfungen am Gymnasium und an der Uni etc.) ... heute weiß ich, dass ich es so akzeptieren darf/kann/muss, weil mich das Stottern mich mit meinen Ängsten konfrontiert und mir daher die Möglichkeit gibt, sie zu bearbeiten, d.h. sie auszuhalten, sie zu transformieren und genau das zu tun, wovor ich eben gerade Angst habe.

Letzteres kann sehr individuell auf die aktuelle Lebenssituation zugeschnitten sein, z.B. in der Beziehung offen Missverständnisse anzusprechen, beim sog. Arbeitgeber nicht klein beizugeben und zu seiner Meinung zu stehen (d.h. sie auch erst einmal zu äußern), dasselbe auch in der BVSS (und dem LV Sachsen) zu tun, und auch so scheinbar komische Sachen wie leere, von zumeist jugendlichen Partygängern abgestellte Bierflaschen in meinem Viertel* mitzunehmen.
Kurzum, das Stottern hat mir indirekt ganz neue Welten eröffnet. Es geht mittlerweile gar nicht mehr um das Stottern an sich, weil es nur Ausdruck eines ganz anderen Problems ist. Schwierig zu verstehen?
Wenn ja, dann erlaube ich mit mal in "vorauseilendem Gehorsam" :) ein anderes Beispiel anzubringen. Wenn z.B. Menschen etwas gegen Autoabgase oder Smog unternehmen wollen und sich vielleicht diesbezüglich engagieren, ist das zwar ganz gut, aber langfristig vielleicht nicht unbedingt zielführend. Der meiste Verkehr entsteht durch Arbeitsverkehr (Pendler etc.) und Transport ... Wenn sich also im Bewusstsein der Menschen etwas am Begriff der (Erwerbs-)Arbeit verändern würde oder an ihrem Konsumverhalten (z.B. mehr regional statt global - warum Bio-Äpfel aus Neuseeland, wenn die Äpfel vielleicht auch "wild vor der Haustür" wachsen), dann hätten wir aller Voraussicht nach auch weniger Verkehr in den Städten und es gebe weniger Luftverschmutzung.

Verstehst du in etwa was ich meinte mit diesen indirekten Zusammenhängen?
Ich sehe daher auch in rein sprechbezogenen Therapien und Ansätzen wenig Nachhaltigkeit, weil 99% der Patienten ja Schwierigkeiten mit dem Transfer des erlernten in das Alltagsleben haben (z.B. Pseudostottern auf der Straße o.ä.).

Nun, das Thema wird wieder etwas komplexer :) ... mache daher hier einfach mal einen Schnitt. Können das ja später oder in einem anderen Thread noch näher behandeln.

Alles Gute einstweilen, ciao Micha (der sich auch mit 32 noch sehr jung und ebenso auch reif fühlt :) ... das eine schließt das andere ja nicht aus).

*Dresden-Neustadt ...
Erst gestern meinten zwei zu Gast seiende Kölner FilmverleiherInnen (http://www.zafilm.de/), dass sie diesen Stadtteil mit seiner "Ausgehszene" als eine Art "Kulturschock" gegenüber Köln und sogar Berlin empfanden ... im positiven Sinne. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile nach einer Pressevorführung des sehr zu empfehlenden Filmes "Franz+Polina" miteinander.

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Beitrag von newage » 2. Oktober 2007 22:35

hmmmmmm, ich glaube ich verstehe was du meinst.
Du meinst, man sollte nicht nur sein stottern besiegen, bekämpfen(?), sondern die angst davor.
Wenn man sich z.B nicht traut etwas zu sagen, weil man angst davor hat zu stottern, ist nicht das stottern das problem, sondern diese angst, diese negative einstellung gegenüber dem stottern.
ja, da hast du wohl schon recht. aber gerade das ist ja das schwierige.
sogar vielen menschen, die nicht stottern, wird oft angst und bange, wenn sie vor publikum reden müssen. was heißt hier sogar, es ist ja eigentlich auch ganz normal.
unser fehler ist es wohl, dass wir immer "normal" sein wollen und dass wir nicht wollen, das unser gegenüber schlecht von uns denkt.
und das stotten verunsichert uns noch viel mehr und am ende entschließen sich viele, nichts zu sagen.
irgendwie sind es ja dann die stotternden menschen, die vorurteile gegenüber den nichtstotternden haben. denn oft denken wir ja: o mein gott, wenn ich jetzt stottere wird jetzt jeder blöd gucken und, und, und.........
aber gerade wenn man so eine sichtbare/hörbare "schwäche" hat, findet man alle anderen perfekt und sihc selber "blöd".

na ja, das thema ist wirklich komplex.....
ich könnte jetzt bestimmt noch seiten schreiben......
aber das tu ich nicht........ :)

ich wünsch allen einen schönen freien tag (tag der dt. einheit)
kann vielleicht dauern, bis ich wieder mal schreibe
newage
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Beitrag von ---***--- » 2. Oktober 2007 22:43

Hi newage,

Mist, wenn ich mit 15 auch so war, hatte ich das längst vergessen ...
Sehr schöne Gedanken!
Vor allem die "Vorurteile" gegenüber Normalsprechenden, auch dass "wir" uns andere Menschen als viel perfekter ansehen und uns und unser Stottern als "fehlerhaft": ja.
Danke Dir!

Mechthild

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Beitrag von Michael13 » 3. Oktober 2007 01:27

Hallo liebe(s) :) NewAge, liebe Mechthild
newage hat geschrieben:hmmmmmm, ich glaube ich verstehe was du meinst.
Du meinst, man sollte nicht nur sein stottern besiegen, bekämpfen(?), sondern die angst davor.
Ja, genau ...
newage hat geschrieben:Wenn man sich z.B nicht traut etwas zu sagen, weil man angst davor hat zu stottern, ist nicht das stottern das problem, sondern diese angst, diese negative einstellung gegenüber dem stottern.
Ja, genau ...
newage hat geschrieben:ja, da hast du wohl schon recht. aber gerade das ist ja das schwierige. sogar vielen menschen, die nicht stottern, wird oft angst und bange, wenn sie vor publikum reden müssen. was heißt hier sogar, es ist ja eigentlich auch ganz normal.
Ja, genau ...
Ich hatte in irgendeinem Thread mal von einer Umfrage geschrieben (finde diesen Thread bloß nicht mehr ... ich weiß nicht, ob die Moderatoren da etwas zusammen gelegt haben - hat eben alles Vor- und Nachteile das "Ordnunghalten" :)), also die Umfrage erwähnte ein Stotternder beim diesjährigen BSA-Congress in Telford (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=590), nach der angeblich mehr Menschen Angst vorm Sprechen in der Öffentlichkeit haben als vorm Tod ... Noch Fragen? :) ... Ich kenne die Umfragemethoden nicht, jedoch ist das Ergebnis schon bemerkenswert.

Ich könnte die "Ja, genau ..."-Sache bzgl. deines letzten Eintrages noch so weiter führen. Ich denke, du verstehst ja wie ich vieles meinte ... schön, dass da offenbar wenig Missverständnisse vorhanden sind. Kommt hier im Forum nicht häufig vor :)
newage hat geschrieben:na ja, das thema ist wirklich komplex ... ich könnte jetzt bestimmt noch seiten schreiben ... aber das tu ich nicht........ :)
Warum schreibst du nicht deine Gedanken in einen Internet-Blog? Oder ein paar kurze Beiträge für den Kieselstein? Das schult das Gedankenordnen und ist sicher auch gut für die Schule bzw. das Leben allgemein. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, was nicht heißen muss, dass es bei dir dasselbe bewirkt. Jedoch kann es durchaus möglich sein ...

So weit, so gut ... Allen alles Gute, ciao Micha.

newage
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Beitrag von newage » 5. Oktober 2007 22:40

hey!!!

ja, mechthild, ich war auch selber von meinen gedanken überrascht. ich wusst gar nicht, dass ich so vernünftig denken kann. :)
tja, man lernt halt jeden tag was neues hinzu.
und nur weil ich 15 bin heißt es ja nicht, dass nicht auch ich vernünftig sein kann. ich bin sicher, dass es noch viele jugendliche in meinem alter gibt, die auch so sind wie ich. nur sieht man immer nur die, die sich ins koma betrinken, andere schüler mobben etc.
is auch ein thema für sich.

zu micha: das viele menschen mehr angst vor einem vortrag als vor dem tod hben ist schon erschreckend. ich würd einen vortrag dem tod vorziehen ( vor dem vortrag würd ich mir dann bestimmt wünschen den tod gewählt zu haben, aber dann gibts kein zurück) :)
über das schreiben werd ich nachdenken. wenn ich zeit und lust habe,warum nicht?
zur zeit beobachte ich mich und mein stottern udn versuche herauszufinden, in wie weit ich therapiert werden will usw. ist gar nicht mal so uninteressant :)
am montag fängt die schule wieder an....... :) :(
(wir hatten 2 wochen ferien, deshalb)

na dann, man sieht sich
cansu
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Beitrag von Michael13 » 6. Oktober 2007 00:09

Hallo liebe(s) NewAge,
newage hat geschrieben:ich bin sicher, dass es noch viele jugendliche in meinem alter gibt, die auch so sind wie ich. nur sieht man immer nur die, die sich ins koma betrinken, andere schüler mobben etc. ... is auch ein thema für sich.
Ich bin mir mittlerweile auch sicher, dass das Bild der faulenzenden, trinkenden, dümmer werdenden Jugend ein verzerrtes ist ... Ich treffe immer wieder 15-20jährige, wo ich so denke: "Hmm, Micha, das hat dich mit Mitte 20 noch nicht interessiert." ... Naja, meine Teenizeit fiel eben genau in die Wendezeit mit all ihren Umbrüchen etc.
newage hat geschrieben:ich würd einen vortrag dem tod vorziehen
Andersherum wäre auch schwierig :) ... So vom Timing her ... Es sei denn du machst das dann im nächsten Leben. :)
newage hat geschrieben:über das schreiben werd ich nachdenken. wenn ich zeit und lust habe,warum nicht?
Eben, warum nicht? :)
newage hat geschrieben:zur zeit beobachte ich mich und mein stottern udn versuche herauszufinden, in wie weit ich therapiert werden will usw. ist gar nicht mal so uninteressant :)
Kann ich mir vorstellen ... die Selbsterfahrung ist ein großes Gebiet, welches nie aufhört zu wachsen ...
newage hat geschrieben:am montag fängt die schule wieder an....... :) :( (wir hatten 2 wochen ferien, deshalb)
Viel Spaß und viel Glück ... vielleicht fällt dir ja nun die Beantwortung deiner Eingangsfrage "Melden oder schweigen?" etwas leichter :)

Alles Gute, Micha.

---***---
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Beitrag von ---***--- » 7. Oktober 2007 15:18

Hi newage,

zu Deiner Ausgangsfrage.
Einige können halt nicht so gut damit umgehen und manchmal habe ich dass gefühl, dass es ihnen unangenehm ist.
In einigen kursen, in die ich gehe, weiß noch niemand, dass ich stottere.
Ich wäre gern so selbsbewusst mit ALLEN zu reden, nicht nur mit gutenfreunden, die mein problem kennen. Aber ich glaub dann bräuchte ich jemanden, der mich regelrecht zwingt zu reden.Manchmal denke ich, dass ich stark genug bin mein stottern zu zeigen aber wenn ich es zeigen kann, tue ich es nicht.
eine Idee:
ich finde es selber schwierig, erst in der Situation oder im Stotterereignis zu entscheiden, wie ich reagieren möchte: melden oder schweigen? das Stotterereignis in der Situation bearbeiten? (z.B. Nachbesserungen machen), Fremde ansprechen, bei einer Ausstellung, Vortrag usw. ...

Für mich weiß ich, dass es mir leichter fällt, mich vorher zu entscheiden, statt mich in der Situation noch zusätzlich dem Entscheidungsstress auzusetzten. Ich überlege mir vorher, dass ich zum Beispiel in einem bestimmten Gespräch jedes Stotterereignis nachbessere.

Für Deine Situation in der Schule hieße das: Du könntest beschließen, Dich eine Woche lang immer zu melden, wenn Dich das Thema interessiert, Du eine Frage hast, Du einfach sprechen möchtest, unabhängig davon, ob Stottern auftritt oder nicht. Du tust es einfach eine Woche lang, streitest nicht innerlich mit Dir, ob Du Dich melden sollst oder nicht, und Du beobachtest, was passiert.

Meine Vermutung: anfangs wird das sehr seltsam sein, sich ungewohnt anfühlen, vielleicht werden Leute irgendwie reagieren, anders schauen, vielleicht werden sie dich fragen. Sieh das als Teil Deines Experiments. Eine Woche halte ich für einen guten Zeitraum, weil Du Gelegenheit hast, mehrere Stunden in einigen Fächern zu erleben und weil Du jedes Fach damit abdeckst. Eine Woche auch, weil es reicht, um viele Erfahrungen für Dich selber zu machen und Dein verändertes Verhalten auch von anderen bemerkt werden kann. Und schließlich lässt sich eine Woche durchstehen, wenn es zu schlimm ist, kannst Du danach wieder "schweigen", eine Woche kann man überschauen und überstehen.

Würd mich freuen, wenn Du es ausprobierst und vielleicht von Deinen Erfahrungen berichtest.

viele Grüße, Mechthild

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Beitrag von newage » 12. Oktober 2007 22:35

hey mechthild, :)
sorry, dass ich so lange für die antwort gebraucht hab.
aber ich hatte in der ersten woche nach den ferien auch außerhalb der schule eine menge zu tun, außerdem war es schon mittwoch, als ich deinen beitrag gelesen habe......

deine idee find ich aber ganz interessant und durchführbar.
genau wie du schon meintest, belastet einen dieser entscheidungsdruck nur unnötig.
ich erinnere mich an zahlreiche unterrichtstunden, in denen ich mit mir selbst gekämpt habe: soll ich mich nun melden oder nicht. und dann wars schon zu spät und ein anderer war dran.

ich nehm mir für nächste woche vor, dieses "experiment" durchzuführen. es wird zwar etwas hart, aber es sind ja nur 5 tage.
ich werde euch dann berichten, wie es so läuft.

etwas sorgen macht es mir schon, denn ich weiß für gewöhnlich viel, oder besser gesagt, ich bin eine der wenigen, die sich für fast alle fächer interessiert und versucht aufzupassen :)
und ich habe viele fragen......
na ja, ich werde das schon irgendwie packen!

newage :)
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Beitrag von djub » 14. Oktober 2007 18:06

Viel Erfolg. :)
Ich schließe mich dir einfach mal an, denn im Studium ist es ja fast das gleiche.

Nachahmende Grüße,
djub
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

Britt

Beitrag von Britt » 16. Oktober 2007 13:59

hallo,
ich bin neu hier und dieses thema hat mich grade angesprochen.ich leide unter dem tonischen stottern schon seit ich spreche eigentlich! ich bin jetzt ca. ein halbes jahr wieder in logopädischer behandlung und seit dem hat sich meine meinung gegenüber des stotterns zum glück ein bisschen geändert! ich habe mir vor augen geführt, dass jeder mensch macken hat und ich stottere eben...was kümmern mcih die anderen leute, wenn ich damit umgehen kann! ich stehe leider ncoh nicht ganz hinter dieser meinung aber ich würde es gerne...ich weiß zumindest schno mal, wie meine meinung aussehen soll! in der schule habe ich eigentlich das stärkste problem damit! ich melde mich kaum...und wenn ich etwas vorlesen soll geht eh überhaupt ncihts mehr! manchmal fühle ich mcih dadurch schon benachteiligt, weil eben auch die lehrer meine mündlichen leistungen bzw. mein wissen schlecht nur durch etwas schriftliches einschätzen können! manchmal denke ich: du bist so blöd, du verbaust dir grade vllt deine zukunft nur weil du diesen beschissenen sprachfehler hast!...ich will natürlich so denken, dass es mir sozusagen egal ist, dass ich das habe, aber ich habe auch angst, dass ich in meinem späteren leben...z.b. abi, studium, job...größere probleme damit haben werde...

liebe grüße
britt

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