Brauche Hilfe !

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heidi
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Brauche Hilfe !

Beitrag von heidi » 5. Oktober 2006 19:09

Bin ganz neu hier auf der Seite.
Meine 13-Jährige Tochter stottert seit sie mit dem Sprechen angefangen hat.Wir sind seit sie 1,5 Jahre alt ist in logop. Therapie. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Für sie war es die ganze Zeit nicht so ein großes Problem,(natürlich ist sie immer ruhiger in der Schule, bei Freunden,etc als sie gerne wäre). Doch sie stellte sich selbst nicht in Frage.Aber seit letzter Woche,(sie hat wieder eine schlechtere Phase) zweifelt sie an sich, hat Hass auf sich selbst, ist verzweifelt und hat keine Hoffnung, dass es jemals "gut" wird.Sie sagt sie will soviel erzählen, sich am Unterricht beteiligen, mit ihren Freundinen quatschen..und es geht nicht.Wir haben uns entschieden eine Intensivtherapie paralell zur Logo. zu machen.Nun sitze ich schon seit Tagen im Internet und komme auf keinen grünen Zweig.Würde so gerne helfen, aber ich bin mir nicht sicher was das Beste für sie ist.

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Beitrag von Heiko Bräuer » 6. Oktober 2006 14:04

Hallo Heidi! Also in so einem Alter ist es manchmal schwer eine geeigntete Therapie zu finden. Grundlegend ist zu sagen, dass man sich eventuell mit der Logopädin oder Logopäde unterhalten soll. Diese kennt das Stottern deines Kindes auch gut und kann, wenn Wissen darüber vorhanden ist, dir die "beste" Therapie für dein kind finden. Alternativ kannst du auch telefonisch mit der Bundesvereinigung Kontakt aufnehmen ( Telefonummer hier: http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=30 ) und dich dort beraten lassen.
Für den Anfang kann ich dir schonmal empfehlen, dass du mit deiner Tochter darüber redest, wieviel sie für ihr Stottern tun würde. Ob sie z.b. eine Sprechtechnik lernen würde und diese auch konsequent anwendet... Aber ruf mal bei der Bundesvereinigung an oder Frage ihre Logopädin bzw. Logopäden was er dir für deine Tochter empfehlen würde.

Ist zwar nun noch ein bisschen unpassend, aber ich weise gern nochmal darauf hin, das solche Benennungen wie "Brauche Hilfe! etc. nicht gerade die beste Möglichkeit bietet um nach hilfe zu Fragen. Ich meine damit, dass man sich eventuell auch Gedanken über eine sinnvolle Überschrift machen solte, wo man als Leser glei weiß worum es in dem Beitrag bzw. thraed geht. Aber soll nur als Anregung dienen und deine Anfrage nicht in den Hintergrund stellen. Denn diese ist wichtiger, als eine formale Verbesserung...

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Tarantandy
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Beitrag von Tarantandy » 6. Oktober 2006 14:43

Hallo Heidi,

was mir an deiner Schilderung schonmal positiv auffällt, ist, dass sich deine Tochter gegenüber dir öffnet und über ihre Gefühle mit dir redet. Ich in ihrem Alter war damals längst verstummt, und das hat alles nur noch verschlimmert.

Wichtig ist sicher, eine sachliche Sicht ohne Panik zu dem Problem zu bekommen.

Und beim Auswahl der Intensiv-Therapie würde ich empfehlen, vorher gründlich zu prüfen, was es alles gibt, und nach welchen verschiedenen Ansätzen. Am besten mit professioneller Beratung (u.a. die Geschäftsstelle der BVSS).
Will sie denn die Therapie? Mich erschreckt es etwas zu hören, dass sie schon über 11 Jahre lang ohne Pause in Therapie ist. Ich überlege, ob sie ein Leben ohne Therapien kennt, und genug Zeit blieb, sich auch abgesehen vom Stottern als Person zu entwickeln? (das frage ich aus eigenem Erleben)

Alles Gute euch und liebe Grüße

Andi.

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Beitrag von heidi » 6. Oktober 2006 21:03

Erstmal Danke auf eure Antworten!
Hallo Heiko!
Stimmt, ich stell mich bestimmt etwas umständlich in diesem Forum an.Liegt daran, dass ich so etwas zum erstenmal benutze,aber ich verspreche Besserung.grins.
Vor allem aber bin ich froh,dass ich dieses Forum entdeckt habe.
Wie gesagt, bei mir herrscht momentan ziemliches Chaos rund ums Stottern.Habe heute morgen auch bei der Stottererselbsthilfe angerufen,aber die nächste Sprechstunde ist erst am Donnerstag.
Hallo Andi!
Es ist wirklich gut, dass Lisa mit mir über ihre Gefühle spricht.Sie ist ein ganz lieber gefühlvoller Mensch, hat sich prima entwickelt und will genauso wie ihre flüssigsprechenden Freundinnen am Leben teilnehmen. Tut sie im Grunde auch.Aber viel zu oft ist sie einfach lieber ruhig, weil es zu anstrengend ist, es zu lange dauert,oder sie sich deswegen halt doch schämt.
Wenn ich mir vorstelle wie schlimm das für sie ist...
Deswegen fällt mir das mit der sachlichen Sicht auch so schwer.
In den elf Jahre waren schon mal Pausen dazwischen,aber wenn ich so überlege,kennt sie ein Leben ohne Logo. gar nicht.
Die Therapie hat uns immer begleitet,hat viel geholfen Lisa immer wieder zu stärken, selbstbewußt zu machen und offen nach außen mit diesem Thema umzugehen.Und jetzt fällt alles zusammen..!?!

Peter H.
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Beitrag von Peter H. » 7. Oktober 2006 08:30

Hallo Heidi,

du hast geschrieben das du für deine Tochter parallel zur Logo-Therapie
eine Intensivtherapie machen möchtest.

Wie ich noch in dem Alter war wie deine Tochter bekam ich auch
zusätzlich zu der Lopädischen Therapie bei mir damals in der Schule
eine ambulante Betreuung durch einen Sprachheilpädagogen.
Sie arbeiteten aber alle nach unterschiedlichen Therapieansätzen.
Das Fazit war also bei geholfen hat keines von beiden.
Das war bei mir so in den 70er Jahren.

Ich kann dir nur empfehlen, daß sich die beiden Therapeuten miteinander verständigen und sich auszutauschen.

Viele Grüße von
Peter

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Möglichkeiten der Hilfe

Beitrag von FrankRav » 31. Oktober 2006 10:08

Hallo Heidi,
du schilderst eine Situation, wie ich sie aus unzähligen Beratungsgesprächen kenne. Jahrelange Therapie ohne erkennbare Fortschritte und dann der langsame Rückzug im Schulunterricht. Auch die Phasen unterschiedlicher Stärke der Symptomatik und damit der Belastung zeigen sich bei sehr vielen Stotternden. Kein Wunder, dass deine Tochter Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit äußert.
Für diese Jugendlichen haben wir die halbjährige Intensiv-Stottertherapie entwickelt. Ein halbes Jahr klingt erst einmal lang, aber wenn ich langfristig etwas erreichen will und der Erfolg auch dauerhaft sein soll, ist der Zeitraum der immer mehr angepriesenen "Intensiv-Therapien" von 9 Tagen bis 4 Wochen unserer Erfahrung nach zu kurz. Ein wesentlicher Faktor in der Therapie ist das Wiedererlangen von Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit. Auch der unbefangene, angstfreie Umgang mit anderen Jugendlichen und Erwachsenen muss oft erst wieder gelernt und eingeübt werden. Dies sollte behutsam Schritt für Schritt geschehen und braucht daher Zeit und verständnisvolle Begleitung. Das Zusammenleben in einer Gruppe gleichaltriger gleichermaßen Betroffener für eine begrenzte Zeit kann dabei sehr hilfreich sein.
Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du gerne zu einem kostenlosen und unverbindlichen Beratungsgespräch nach Ravensburg kommen.
Mehr dazu findest du auch auf der Webseite.
Weitere Fragen beantworte ich gerne auch direkt.
Viele Grüße
Frank Herziger
Intensiv-Stottertherapie
Sprachheilzentrum Ravensburg
http://www.stotterinfo.de

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Ernst-Martin
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ein 13jähriges Mädchen namens

Beitrag von Ernst-Martin » 31. Oktober 2006 13:49

.................(wie heißt sie eigentlich?)
:wink:
Liebe erwachsene Heidi,
:lol:
schön, daß Du Dich so um Deinen Teenager kümmerst und Dich auch bei uns angemeldet hast.

Eigentlich habe ich nur eine Bitte an Dich .... als ich so alt war, hätte ich mir gerne einen BriefpartnerIn gewünscht - dies hätte mir mal nach einem Ärgernis gut getan, einfach um ihm mal etwas zu erzählen ...

1)
Deine Tochter namens ..................... kommt jetzt in die Entwicklungsjahre, in der die Stimmung von links unten bis rechts oben heftig schwankt.
Vielleicht kann sie sich hier in dem forum äußern?
8)
Vielleicht findet sie hier im forum auch gleichaltrige Gesprächspartner.

2)
Hierzu empfehle ich Dir, nicht Dich sondern nur Deine Tochter ...
im forum anzumelden - man kann so leichter die Gleichaltrigen herausfischen - vielleicht gibts deshalb eines Tages auch seine Sortierung nach dem Geburtstag.
Vielleicht reicht es heute erstmal aus, wenn Deine Tochter ihren Geburtstag im profil vermerkt und ihre Hobby / Gesprächsthemen nennt.

3)
Die Therapie eine zeitlang unter Gleichaltrigen finde lobenswert - Du weißt ja, ich schwärme für die "Lagerfeuer-Romantik" der Pfadfinderzeit - es sind die Wurzeln für die nachträgliche Freude von heute ...
Hier bekommt man Mut - auch im Umgang mit anderen Buben und Mädchen; außerdem lernte ich kochen ..... und tanzen ....

Ich bin nur ein älterer "Gentleman" - für die Ausgestaltung einer Therapie Deiner Tochter sind andere berufener.
An ein Aufgeben würde ich nicht denken - auch ein Verzicht auf Partnerschaft ist wenig wahrscheinlich; Buben haben es da schon schwerer ..

Vielleicht findet noch ein anderer tröstende Worte und ist bereit für einen regen Gedankenaustausch.
:wink:
Ernst-Martin,
der Lechgeist
--------------------------------
... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

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Persönlichkeit im Umbruch

Beitrag von F.J.Neffe » 19. Dezember 2006 19:32

heidi hat geschrieben:Bin ganz neu hier auf der Seite.
Meine 13-Jährige Tochter stottert seit sie mit dem Sprechen angefangen hat.Wir sind seit sie 1,5 Jahre alt ist in logop. Therapie. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Für sie war es die ganze Zeit nicht so ein großes Problem,(natürlich ist sie immer ruhiger in der Schule, bei Freunden,etc als sie gerne wäre). Doch sie stellte sich selbst nicht in Frage.Aber seit letzter Woche,(sie hat wieder eine schlechtere Phase) zweifelt sie an sich, hat Hass auf sich selbst, ist verzweifelt und hat keine Hoffnung, dass es jemals "gut" wird.Sie sagt sie will soviel erzählen, sich am Unterricht beteiligen, mit ihren Freundinen quatschen..und es geht nicht.Wir haben uns entschieden eine Intensivtherapie paralell zur Logo. zu machen.Nun sitze ich schon seit Tagen im Internet und komme auf keinen grünen Zweig.Würde so gerne helfen, aber ich bin mir nicht sicher was das Beste für sie ist.
Mit 13 ist die Persönlichkeit im Umbruch; Gefühle zeigen im Vordergrund die Schwächen, von denen wir uns zu lösen haben, und IM HINTERGRUND die jungen, noch unentwickelten STÄRKEN, die bei guter Pflege durch uns, eine wunderbare Zukunft für uns bewirken können.
An sich zweifeln, Hass auf sich selber haben, verzweifelt sein, keine Hoffnung haben, dass es gut wird, aber auch schon natürlich immer ruhiger sein als man selber gerne wäre, das ist AUTOSUGGESTION: andauernde unbewusste Wiederholung einer inneren Einstellung und Weichenstellung. Der Zug des Lebens muss dann auf diesem Gleis fahren, ob Du willst oder nicht.
Wenn das mit Hass und Zweifel und Hoffnungslosigkeit und all den weiteren "Dummheiten" so ausgezeichnete Ergebnisse bringt, warum sollte es nicht auch entsprechende Ergebnisse bringen, wenn ich mich auf Liebe, Hoffnung, Glaube an eine Lösung der Blockade und eine gute Entwicklung meiner Talente einstelle? Überlege wirklich konkret!
Wenn Du meinst, das sollte logischerweise möglich sein, dann wird Dir auch klar sein, dass man bei der Umkehrung der Autosuggestion einiges verkehrt machen kann und deshalb ein paar Dinge genau lernen und verstehen muss, um Erfolg zu haben. Für 7,5 € findest Du sie in Coués "Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion". Der französische Apotheker Émile Coué (1857-1926) wurde jährlich von einigen zehntausend Rat und Hilfe Suchenden aus aller Welt aufgesucht, die noch weit größere Probleme hat. Sie kamen von so weit her, weil die Berichte so waren, dass es mit der einfachen "Methode Coué" klappt, wenn man sorgfältig damit umgeht. So wünsche ich ebenfalls guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

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