8-jähriger Junge stottert - Therapie oder noch abwarten?

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Uli
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8-jähriger Junge stottert - Therapie oder noch abwarten?

Beitrag von Uli » 27. Oktober 2006 10:10

Hallo,
ich bin ganz neu hier und suche Ratschläge, wie ich mit dem Stottern meines 8-jährigen Sohnes umgehen soll. Er hat bisher immer nur phasenweise gestottert: also um die Einschulung herum einige Wochen lang, dann wieder monatelang gar nicht, dann hie und da wieder ein paar Tage lang und dann wieder meistens nicht. Im September kam er jetzt in die dritte Klasse und seither stottert er eigentlich täglich, mal mehr , mal weniger stark. Vor einigen Tagen war ich nun mit ihm zu einem Beratungsgespräch bei einer Logopädin. Die hat sich sehr sensibel mit ihm gezeigt und das Fazit der Beratung war: Da für das Kind kein offensichtlicher "Leidensdruck" besteht, könnte man mit einer Therapie auch noch abwarten. Tatsächlich geht mein Sohn mit seinem Stottern sehr unbekümmert um, es stört ihn nur sehr selten, er macht in der Schule gut mit und ist sehr beliebt. Meine Sorge ist aber, dass diese Unbekümmertheit irgendwann umschlagen könnte, und dass er mir irgendwann mal vorwerfen könnte:"Warum hast du nicht früher etwas für mich unternommen?" Was soll ich nur tun? Ihn zu einer Therapie überreden, oder einfach mal seinem Optimismus vertrauen und abwarten? Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.

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Ernst-Martin
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Re: 8-jähriger Junge stottert - Therapie oder noch abwarten?

Beitrag von Ernst-Martin » 28. Oktober 2006 03:00

Uli hat geschrieben:Hallo!
Im September kam er jetzt in die dritte Klasse und seither stottert er eigentlich täglich, mal mehr , mal weniger stark. Vor einigen Tagen war ich nun mit ihm zu einem Beratungsgespräch bei einer Logopädin.

Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.
8)
Liebe Uli,
:wink:
ich schreibe Dir gerne meine Meinung und zwar nicht wissenschaftlich, sondern wie ich es mit 8 Jahren gerne gesehen hätte.
Andere in dieser Liste sind dafür ausgebildet und somit berufener als ich und mir wäre es recht, wenn sie sich bald melden würden!

Bis dahin biete ich Dir meine (subjektive) Meinung an:

1)
Es ist lobenswert, daß Du Dir als treusorgende Mutter Gedanken machst.

Als ich 8 Jahre alt war, war mir mein "Hängenbleiben" gleichgültig - in der Regel merkte ich es selbst nicht einmal und es hat mich gewundert, als der Lehrer vor versammelter Klasse die andern einmal vorbeugend ermahnte: "Nobody is perfect ... und siehe Römerbrief 12,6").

Mir ist aufgefallen, daß Dein Sohn (wie heißt er eigentlich?) scheinbar unter der steigenden Belastung "immer mehr" stottert.

Ich halte daher schon Hilfe für angebracht:

2)
Du kannst Dich ganz einfach bei unserer Vereinigung informieren - siehe Startseite www.bvss.de und dort mit erfahrenen Leuten telefonieren. Auch die in Deiner Nähe liegenden Selbsthilfegruppen werden Dir dort genannt - laß Dir auch unsere "Zeitung", den Kieselstein, zusenden.

3)
Es sind auch in unserer Runde ehemalige Stotterer, die sich zum "Sprachheiler" weiter gebildet haben; durchaus Ernst zu nehmende Therapeuten, welche den "ganzen Menschen" und seine Gedankenwelt mit einbeziehen.
Sie werden sich wohl noch melden. Bist Du eigentlich für jene übers Profil mittels einer pn (private Nachricht) erreichbar?

4)
Ich wäre damals gerne vorbeugend mit unseren anderen betroffenen Jugendlichen in ein Feriencamp gefahren - um mit ihnen herum zu toben und nebenbei mit der Leiterin meine Sprache zu üben; es ist mehr eine Unterhaltung - ganz nach meinem Wunsch in einer geschützten Atmosphäre.
Hierfür bietet sich unsere Ferienmaßnahme "Kanufahrt am Aasee" an, aber eben nicht nur ....

5)
G e s t ö r t hat mich mein Sprachfehler als Junge erst nach der Geschlechtsreife und am allermeisten in der Tanzstunde.
Du weißt ja, bei den Menschen herrscht Damenwahl - und die jungen gesunden Damen legen die Meßlatte ganz schön hoch ...
Es wäre damals sinnvoll gewesen, zur Suche einer Freundin in der Süddeutschen Zeitung solange eine Bekanntschafts-Anzeige aufzugeben, bis "es geklappt hat". Hochwürden war dafür - ich war dagegegen, weil ich mich damals hätte als "schwach" darstellen müssen und ich so fühlte mich gar nicht, sondern "nur" als benachteiligt.
:cry:
6)
Daher würde ich nach der o.a. Ferienmaßnahme einen "Sprachheiler" aussuchen, mit dem ich mich aussprechen könnte (bei mir war es "Hochwürden", der mir die Angst vor dem Alleinsein nahm).

7)
Zur Berufswahl können andere aus dieser Liste mehr berichten.

------------------

Hoffentlich führt mein Ausdruck "Sprachheiler" zu keinen Mißverständnissen und ich wünsche schon, daß er unkommentiert einfach so stehen bleibt (übrigens stammt der von Hochwürden).

------------------
Also laß Dich nun von den Reaktionen auf meinen Beitrag überraschen und melde Dich ruhig wieder einmal mutig in diesem forum - hier kannst Du Dich - oder Dein Junge sich -aussprechen - ohne daß Dir jemand etwas übel nimmt!
:wink:
Für heute alles Gute und mach Dir nun nicht allzu viel Sorgen. An Ratschlägen wird es Dir nun nicht fehlen. Entscheidend ist, auf welche Trainingsmaßnahme Dein Sohn anspricht - und er Erfolge sieht.
Ernst-Martin,
der Lechgeist
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Beitrag von Uli » 28. Oktober 2006 11:24

Lieber Ernst-Martin,
Deine Antwort auf meine Hilfesuche hat mich sehr berührt: "Hängenbleiben" - das ist genau der Ausdruck, den Joel - so heißt mein Sohn - auch für sein Sprechproblem benutzt. Ich denke schon, dass wir gemeinsam Hilfe in Anspruch nehmen werden, gerade weil er jetzt eigentlich noch relativ unverkrampft mit seinem Problem umgeht. Wenn wir erst warten, bis ein "Leidensdruck" für ihn entsteht, wird's doch viel schwieriger....

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Beitrag von Marek » 28. Oktober 2006 12:25

Hallo Uli,

was sagt dein Sohn denn dazu? Würde er gerne etwas daran ändern oder lernen, wie er seine Hängenbleiber schnell überwindet? Man muß nicht erst "Leiden" um etwas tun zu wollen, es reicht auch schon, daß es einen hin und wieder stört. Und wenn er gerne etwas machen möchte, dann sollte er das können. Aber wenn es ihm wirklich egal ist, würde ich ihn auch nicht nötigen. Dann wäre eigentlich alles in Ordnung :wink:

Die Sache mit dem Ferienlager: das ist für schon endgültig chronifizierte Stotterer sicher ne gute Sache - aber ich weiß nicht, ob man deinen Sohn da nicht in eine Identität (bzw. in einen Aspekt derselben) "reindrückt", die er für sich (noch) gar nicht sieht. Bis dahin würde ich das lassen.

Grüße
Marek

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Beitrag von FrankRav » 28. Oktober 2006 19:40

Liebe Uli,
es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein erst einmal phasenweise auftretendes Stottern mit zunehmendem Alter verstärkt. Das hat etwas mit den zunehmenden Anforderungen in der Schule zu tun, aber auch mit der verstärkten Eigenwahrnehmung der Kinder und eventuell mit mehr oder weniger deutlichen Reaktionen anderer auf das Stottern.
Dass Ihnen die Logopädin erst einmal Mut gemacht hat, selbst möglichst unbekümmert mit dem Stottern von Joel umzugehen, halte ich auch für gut.
Ich verstehe aber auch Ihre Besorgnis.
Speziell auch für diese Kinder habe ich vor 7 Jahren begonnen, Feriencamps für stotternde Kinder und Jugendliche zu organisieren, in denen sie in lockerer Atmosphäre bei Spiel und Spaß andere Stotternde kennen lernen und merken, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine sind. Sie merken aber auch, dass Stottern kein Grund sein muss, irgend etwas nicht zu tun oder sich gar zu verstecken. Das Motto der Stottertherapie-Sommercamps heißt seit 1999: "Therapie macht Spaß". Das bedeutet auch, dass auf spielerische Weise mit dem Stottern umgegangen wird, dass Stottern thematisiert wird und dass die Kinder und Jugendlichen lernen, dass sie ihr Stottern verändern können, also ihm nicht ausgeliefert sind, wie manche mit der Zeit glauben. Und sie lernen, auf eine normale, natürliche Weise bewusst flüssig zu sprechen. Das alles natürlich nur in Ansätzen und zeitlich begrenzt. Der Freizeitbereich hat vor allem für die Jüngeren eindeutig Vorrang und der Ferienspaß steht im Vordergrund.
Ich denke, ein solches Stottertherapie-Sommercamp könnte eine gute Hilfe für Ihren Sohn sein. Berichte und Bilder vom diesjährigen Sommercamp finden Sie unter http://www.sommercamp.de . Sie vermitteln einen ganz guten Eindruck, wie es dort zugeht.
Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig weiter helfen konnte zu erkennen, dass das Stottern nicht zu einem riesigen Problem werden muss.
Alles Gute für Sie und Ihren Sohn Joel.
Frank Herziger
Intensiv-Stottertherapie
Sprachheilzentrum Ravensburg
http://www.stotterinfo.de

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Ernst-Martin
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Ferienlager für Jungen und Mädchen

Beitrag von Ernst-Martin » 29. Oktober 2006 08:18

Marek hat geschrieben: 1)
Und wenn er gerne etwas machen möchte, dann sollte er das können. Aber wenn es ihm wirklich egal ist, würde ich ihn auch nicht nötigen. Dann wäre eigentlich alles in Ordnung :wink:

2)
Die Sache mit dem Ferienlager:
Lieber Marek,
:?
Was wolltest Du mit dem "können" in 1) ausdrücken?
... und wenn es ihm heute egal sein sollte: bereits in den ersten Minuten im Ferienlager steht er im Wettbewerb und wird sich gleich Mühe geben.
8)
2)
Darf ich Dich bezüglich des Ferienlagers auf das ungestüme "auf die Pauke haun" hinweisen:

wo kannst Du denn dies sonst noch in friedlicher Weise ....
was meinst Du, wie gut uns im Pfadfinder-Lager dieses Räuberleben (mit Fußballspielen für die Jungen und Singen und Tanzen für die Mädchen) gefallen hat.
Mit dem Eintrittsalter hatten wir keine Probleme - es mußten nur "gleichgesinnte" Mitspieler vorhanden sein.
Der junge Joel (ein hübscher Name aus der Bibel) würde von Anfang an in eine andere Rolle schlüpfen und sich dann auf eine konzentrierte Aussprache einlassen.
:lol:
Ich hätte es damals für gut empfunden, wenn meine Mutter "im Nachbardorf" Urlaub gemacht hätte - so gleich bei der Hand - Händchen haltend - wenn man spürt, man ist doch nicht der Beste wie in seinem Heimatdorf und dies führt 1 Stunde lang zu einer bitteren Erkenntnis (ich hatte doch damals promt im Schachspielen gegen einen noch jüngeren verloren und dies gleich 3 x hinter einander; Gott sei Dank ließ er mich dann so halb und halb gewinnen - er hätte sonst keinen Schachpartner mehr gehabt...).
:cry:
Du hast ja recht, ... mann ... soll vorsichtig drauf los gehen, aber vielleicht versuchsweise ....
:roll:
Ein schönes Wochen-Ende und weiterhin gute Ideen
:wink:
Ernst-Martin,
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Beitrag von Uli » 5. November 2006 15:59

Ich danke Euch, Ernst-Martin Schneider, Philomena Erhard, Marek und FrankRav, für Eure Ratschläge; es tut gut, verstanden zu werden und sich nicht so alleine zu fühlen. Mein Sohn hat jetzt selbst entschieden, doch eine Therapie beginnen zu wollen (Auslöser zu dieser Entscheidung waren wohl ein paar Tage in seinen Herbstferien, in denen sein Stottern schlimmer als je zuvor war). Eine Logopädin unseres Vertrauens haben wir ja, und ich bin jetzt endlich wieder zuversichtlich - Joel ist es sowieso. Den Vorschlag Sommercamp/Ferienfreizeit behalte ich erst mal im "Hinterkopf" - vielleicht/hoffentlich wird dies gar nicht notwendig sein.
:wink: Ich finde diese Forum jedenfalls sehr, sehr hilfreich und ich denke, ich werde mich wieder melden mit hoffentlich guten Nachrichten!

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Schule und Ferienlager

Beitrag von Ernst-Martin » 6. November 2006 10:55

Liebe Uli,

schön, daß Ihr etwas gegen das Stottern Eures Sohnes Joel (ein hübscher biblischer Namen und leicht auszusprechen) unternehmen wollt.
:lol:
1) Ein Lektion durch eine Logopädin ist erst einmal bestimmt hilfreich.
8)
2)
Ein Gespräch mit der Schule ist aber unumgänglich und zwar am besten noch heute, damit er es nicht "hinwirft". Dann kann er am morgigen Tag beruhigt ins Klasszimmer schreiten.
8)
Hierzu ist das letzte "Kieselstein-Heft Okt. 06", Seite 8 "Stottern in der Schule" eine hilfreiche Anregung. Den Kieselstein kann man der bvss, Köln (siehe Startseite) erbitten.

3)
Das Ferienlager:
Hier ist erst einmal die Frage, ob es von der Logopädin für notwendig erachtet wird - nicht maßgebend.

Das Ferienlager bedeutet U r l a u b unter Gleichen und hat immer Vorrang vor anderen Urlaubsmaßnahmen.

In den bisherigen Anworten auf Deinen Hilferuf waren ja 2 Angebote hierzu enthalten.
:wink:

4) Wenn sich Joel mit anderen "Kameraden" von uns austauschen will, bietet sich ein Blick in unsere Mitgliederliste an (gleiches Alter, gleiche Hobbys).

Ich weiß, Du denkst jeden Tag an Deinen Sohn und es kann sein, daß Dir eines Tages etwas besonders "Passendes" auffällt, das seine "Lebensqualiät" hebt.

In diesem Sinne
:wink:
Ernst-Martin,
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Beitrag von Marek » 7. November 2006 10:26

[quote] und leicht auszusprechen [quote]

für mich nicht :wink:

Gruß Marek

Uli
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Beitrag von Uli » 20. März 2007 10:25

Hallo, Ihr Lieben,
nachdem Ihr mir im November mit so vielen Ratschlägen so sehr geholfen habt,
will ich heute mal berichten, wie es mit Joel's Stottern so weitergegangen ist.
Es gibt nach wie vor Höhen und Tiefen, wobei wir sehr glücklich sind, dass die "Stotter-Tage" eindeutig in der Minderheit sind.
Grob kann man sagen, dass auf einen "Stotter-Tag" sieben stotterfreie Tage folgen.
Das ist doch was :wink: !
Joel geht nach wie vor sehr unbekümmert mit seinem "Hängenbleiben" um, wofür ich ihn enorm bewundere!
Er lässt sich echt nicht unterkriegen!
Seit einiger Zeit macht er eine logopädische Therapie, in sehr loser Kontinuität (nicht wöchentlich, denn das wäre ein zu starrer Rahmen),
und sein erstes Aha-Erlebnis dort war: "Ich bin ja gar nicht alleine, 800000 andere haben das gleiche Problem wie ich!"
Alles in allem geht es uns wieder richtig gut, und auch ich (die ich ja in meiner Sorge wohl das größere Problem mit seinem Stottern hatte :oops: ) sehe wieder optimistisch in die Zukunft.
Auch wenn ich weiß, dass sein Übergang auf's Gymnasium in eineinhalb Jahren sein Stottern wieder verschlimmern wird.
Aber vor allem bin ich sehr, sehr stolz auf meinen Sohn!
Er ist so viel stärker als ich!
Ich grüße Euch alle,
Eure Uli

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... das Gemeinschafts-Erlebnis ..

Beitrag von Ernst-Martin » 20. März 2007 12:01

Uli hat geschrieben: Hallo, Ihr Lieben,
nachdem Ihr mir im November mit so vielen Ratschlägen so sehr geholfen habt,
will ich heute mal berichten, wie es mit Joel's Stottern so weitergegangen ist.
Es gibt nach wie vor Höhen und Tiefen, wobei wir sehr glücklich sind, dass die "Stotter-Tage" eindeutig in der Minderheit sind.
Grob kann man sagen, dass auf einen "Stotter-Tag" sieben stotterfreie Tage folgen.
Das ist doch was :wink: !
Joel geht nach wie vor sehr unbekümmert mit seinem "Hängenbleiben" um, wofür ich ihn enorm bewundere!
Er lässt sich echt nicht unterkriegen!
Seit einiger Zeit macht er eine logopädische Therapie, in sehr loser Kontinuität (nicht wöchentlich, denn das wäre ein zu starrer Rahmen),


und sein erstes Aha-Erlebnis dort war: "Ich bin ja gar nicht alleine, 800000 andere haben das gleiche Problem wie ich!"


Alles in allem geht es uns wieder richtig gut, und auch ich (die ich ja in meiner Sorge wohl das größere Problem mit seinem Stottern hatte :oops: ) sehe wieder optimistisch in die Zukunft.
Auch wenn ich weiß, dass sein Übergang auf's Gymnasium in eineinhalb Jahren sein Stottern wieder verschlimmern wird.
Aber vor allem bin ich sehr, sehr stolz auf meinen Sohn!
Er ist so viel stärker als ich!
Ich grüße Euch alle,
Eure Uli
Liebe treusorgende Mutti Uli,
herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg ... und nicht locker lassen, vielleicht verschwindet es somit "von selbst"!
Wir wünschen es Euch allen nach den Strapazen ..
8)
Denkst Du noch an den Aasee oder eine vergleichbare Ferienmaßnahme?
Hier gewinnt er Selbstvertrauen ... unter anderen ... denn der Wettbewerb tut sein übriges - ohne daß jemand "zuschaut".
Und austoben kann er sich auch noch. Dies ist auch für Mädchen empfohlen, weil sie sich plötzlich als "dazugehörig" und damit anerkannt fühlen; ich würde dort auch Schach-Mühle-Dame und Sport evt. auch Tanzen glänzen ...

Denn was die anderen auf diesem Gebiet können, kann ich wahrscheinlich schon "längst" ...
:wink:
Alles Gute weiterhin für Dich und die Deinen!
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Beitrag von Uli » 23. April 2008 22:44

Ein Jahr ist seit meinem letzten Beitrag vergangen und ich möchte Euch heute voll Freude berichten, dass mein Sohn seine logopädische Therapie nach etwa 15 Sitzungen mit Erfolg abgeschlossen hat.
Ganz, ganz selten hat er mal noch einen dieser "Hängenbleiber", die er dann aber ganz leicht auch überwinden kann, indem er das bei der Logopädin Gelernte anwendet.
Dies soll all den Eltern von stotternden Kindern Mut machen, die hier immer mal wieder im Forum mitlesen und eventuell genauso ratlos sind, wie ich es vor zwei Jahren war.
Mein Fazit ist: Letztendlich bestimmen die Kinder den richtigen Zeitpunkt selbst, ob und wann sie etwas gegen ihr Stottern unternehmen wollen. Man muss es ihnen aber zumindest anbieten. Und ohne falsche Scham offen mit ihnen reden. Vom Stottern geht die Welt nicht unter, und es ist tausendmal wichtiger was ein Kind sagt, als wie oft es dabei stottert.
Aber gerade weil wir Erwachsenen wissen, was auf ein stotterndes Kind an Hänseleien und Verletzungen zukommen könnte, sollten wir ihm den Rücken stärken und ihm helfen, so früh es nur geht.

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