3-jähriger Junge ärgert sich über sein Stottern

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Anna

3-jähriger Junge ärgert sich über sein Stottern

Beitrag von Anna » 23. November 2006 12:15

Mein Sohn Karl wächst zweisprachig auf, portugiesisch-deutsch, da wir in Portugal leben. Vor einigen Monaten, mit dem Eintritt in den Kindergarten, hat er angefangen zu stottern - erst dachte ich, das wächst sich raus, habe ihn daran erinnert, langsamer zu sprechen und es wurde dann auch besser. Jetzt hat es aber wieder angefangen, schlimmer als vorher. Dass das "Sprich langsam" nicht hilft, habe ich jetzt auch gemerkt.
Inzwischen ärgert ihn das Stottern sehr und oft bittet er mich, dass ich das sagen soll, was er gern sagen wollte. Er ist auch sehr wortkarg geworden, sagt am liebsten nur noch ja und nein.
Einen Termin bei der Ärztin, die uns an einen Logopäden verweisen kann, habe ich erst in einem Monat, möchte aber meinen Sohn gerne unterstützen. Wie kann ich ihm helfen? Ich bemühe mich, mir Sprachspiele und Entspannungstechniken auszudenken - da bräuchte ich noch Ideen.
Und ich wüsste auch gerne, ob die Zweisprachigkeit damit zusammenhängen kann - so sollte zum Beispiel meine Mutter nicht zweisprachig aufwachsen, weil sie auch als Kind gestottert hat.
Vielen Dank schon mal
Grüsse
Anna

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Ernst-Martin
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2-sprachig als Auslöser für das Stottern

Beitrag von Ernst-Martin » 23. November 2006 14:01

Liebe Anna,
schön, daß Du Dich in unserem forum gemeldet hast.
:lol:

Nein, mit der Zweisprachigkeit wird es nichts zu tun haben - dem Gehirn ist es gleichgültig, welche Befehle es gibt - nur die Übergtragung ...

Ich habe als Kind auch mehr gestottert als heute.
Obwohl ich dies nur aus meiner laienhaften Sicht darstellen kann, möchte ich Dir meine Idee nicht vorenthalten:

8)
1) Eine Logopädin kann ich für ein Kind nur empfehlen; sie wird heraus finden, in welchen Situationen das Stottern schwächer wird und darauf aufbauen.

2) Ich habe damals nur wenig gestottert, wenn ich k o n z e n t r i e r t und fast überlaut etwas Spannendes vor gelesen habe und vor allem Gedichte, in die ich etwas so wie einen Rhythmus hineinlegen konnte;
dies entspricht ja fast dem Singen, und ich wünsche Dir, daß das Singen Deinem Sohn kaum Schwierigkeiten bereitet!
Schwieriger war für mich Schiller's Glocke und ich mußte ganz vorsichtig die teilweise ungewohnten Worte bilden.
:cry:
3) Erst habe ich allein im stillen Kämmerlein laut gelesen, dann der Mutti vorgelesen - und dann natürlich meiner Nachbarin; sie hatte immer für mich ein Plätzchen übrig - auch wenn ich wiederholen mußte, bis es geklappt hat.
:wink:
Ich hoffe, daß sich auch unsere Therapeuten zu Wort melden; sie sind die Fachleute.

Ich habe es auch bei einem Bundeswehr-Arzt erlebt, daß er gar nicht stotterte, wenn er mit mir sprach und ich bin überzeugt, daß er es mittlererweile ganz verloren hat (es war bei ihm mehr der Gesprächspartner - und auch nur solange, bis er selbstbewußt genug war).
Er berichtete er mir auch, daß er leider erblich belastet sei und daher er seine beiden Kinder aus dem Weisenhaus adoptiert habe.

Du siehst, die Lebensqualität muß nicht darunter leiden, wenn man eine anpassungsfähige Partnerin findet - auch nicht so einfach!

Von mir für heute alles Gute und nun kannst Du gespannt sein, welche Ratschläge in Kürze bei Dir eintrudeln werden.

Alles Gute aus Augsburg.

Könnte Dein Sohn nicht auch einmal hier schreiben;
in der Mitgliederliste findet er Gleichaltrige von uns;
er selbst kann sich im Profil registrieren lassen, damit auch die anderen ihn finden.
:wink:
Laß ruhig wieder einmal etwas von Dir hören - wir beißen nicht!
Ernst-Martin,
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Peter Alexander

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Beitrag von Frankie » 23. November 2006 14:46

Ach Ernst-Martin, Du Forumsschnellantworter, lies doch erst mal einen Beitrag genau durch, bevor Du loslegst. Wie soll denn ein 3jähriger selbst im Forum schreiben? :D :D

Es gibt durchaus auf Studien beruhende Annahmen, dass eine zweisprachige Erziehung das Risiko des Stotterns erhöht. Die Quelle kann ich heute abend mal heraussuchen.

Bei der bvss gibt es einige Ratgeber und ein Video zum Thema Stottern bei Kindern.

Bei der Suche nach einer Logopädin muss man darauf achten, dass sie wirklich Erfahrung mit kindlichem Stottern hat. Dies ist nicht die Regel.

Grüße,
Frank

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Beitrag von Tarantandy » 23. November 2006 15:34

Liebe Anna,

in der Tat gibt es Erfahrungsberichte von Leuten, bei denen wohl ein Zusammenhang von Zweisprachigkeit und Stottern vermutet wird. Wenn ich mich richtig erinnere, weil das ohnehin labilere Sprachzentrum dadurch nochmals überfordert wird. Dazu können aber andere aus unserem Kreise noch viel mehr sagen.

Auch gibt es speziell Bücher zum Umgang mit stotternden Kindern, wozu ich wieder den Verweis auf http://www.bvss.de geben möchte.

Wichtig ist bei allem, nicht in Panik zu geraten sondern zu versuchen, selbst besonnen damit umzugehen. Dann wird es wenigstens nicht schlimmer als es sein müsste...

Liebe Grüße und alles Gute

Andi.

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Beitrag von dosi » 23. November 2006 16:35

Liebe Anna! Ich weiß natürlich auch nicht, ob es an der zweisprachigen Erziehung liegt ( was eigentlich eine richtig gute Chance für ein Kind ist ). Aber ich möchte Dir nur raten sehr bald etwas zu unternehmen und nicht zu warten, daß sich das Stottern "verwächst". Je mehr sich diese Sache manifestiert, um so schwieriger wird es das fließende Sprechen wieder zu erlernen.
Meinen Eltern wurde jedenfalls gesagt, sie hätten bei mir zu lange gewartet. Und nun stottere ich mit 41 Jahren immer noch.
Viel Glück und Durchhaltevermögen Wünscht

Dosi
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

Wolf Schneider

Norbert

Beitrag von Norbert » 23. November 2006 18:45

Ich habe bis jetzt noch keine Studie gesehen die Stottern und Zweisprachigkeit in einen Zusammenhang stellt.

Es st schon sehr gut, dass ihr eine Therapeutin besucht. Ich glaube die BV hat ein sehr gutes Flugblatt wie man mit einem Kind ueber das Stottern redet. Wir hier (in UK) wuerden in solchen Faellen z.B. sagen dass es gut ist, einem frustrierten Kind beizustimmen, zu sagen "Ja, ich kann sehen wie schwierig es manchmal ist", und wenn das Kind dich dann bittet, FUER ihn zu sprechen dann kann man es vielleicht das Wort als Spiel GEMEINSAM sagen. Das hilft bei sehr vielen Stottis - so dass Dein Sohn die Erfahrung macht dass es das Wort fliessend aussprechen KANN.

Norbert

Gast

Beitrag von Gast » 23. November 2006 22:04

Erstmal danke für Eure Antworten. Karlchen kam heute vom Kindergarten nach Hause und es war auf jeden Fall schon besser als die letzten zwei Tage, wo ich doch echt Mühe hatte, nicht geschockt in Tränen auszubrechen, weil der Ärmste gar nichts mehr rausbekommen hat.
Auf jeden Fall nehme ich ihn in den Arm, wenn mal wieder gar nichts geht und sage ihm, dass wir das schon schaffen werden. Und ansonsten übe ich mich in Geduld - es ist erstaunlich, wie schnell Kinder merken, dass man unruhig wird, wenn sie stottern und wie man es selbst schaffen kann, innerlich und äusserlich cool zu bleiben, wenn man sich Mühe gibt.
Ausserdem werde ich mich wohl doch überwinden müssen, mal was zu singen, immerhin haben wir so heute abend vor dem Schlafengehen noch ein stotterfreies "Stinkefüsschenlied" hinbekommen (mit dem bösen "sch"-Laut)

Viele Grüsse
Sarah[/img]

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djub
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Beitrag von djub » 24. November 2006 14:35

Das Problem ist wohl nicht das böse "sch", sondern der Übergang zum nächsten Laut. Denn das "sch" bildet dein Sohn vermutlich sehr gut.

Nur, um das klarzustellen. ;)
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

Anna

Beitrag von Anna » 24. November 2006 23:06

Denn das "sch" bildet dein Sohn vermutlich sehr gut.
:D

Stimmt schon.

Heute war es eigentlich fein - Karlchen kam stotterfrei aus dem Kindergarten, dann kam eine alte Freundin zu Besuch, die wir seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatten, die Aufregung war gross und da war´s dann wieder vorbei. :roll:
Wir haben dann "Duplo"-sagen geübt, weil Karlchen sich mit einfachen "Steinen" davonschummeln wollte. Das hat dann auch wunderbar funktioniert.
Wenn er etwas von mir möchte, stottert er besonders stark, wie bei "N-n-n-aaaase putzen!" oder "Das-das-das-das-sollst du vorlesen!" obwohl das eigentlich Dinge sind, die er jeden Tag mindestens tausendmal sagt.
Hoffe, ich langweile hier niemanden mit meinen Romanen - will halt nur gern selbst verstehen, warum mein Söhnchen stottert, und nicht einfach alles auf einen Logopäden abschieben und Problem gelöst, immerhin verbringe ich den grössten Teil der Zeit mit ihm und kann ihm sicherlich helfen - wenn ich beobachte, wann er stottert, was ihm hilft, was eher schadet usw.

Grüsse
Sarah

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Ernst-Martin
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Beitrag von Ernst-Martin » 24. November 2006 23:27

Anna hat geschrieben:
Denn das "sch" bildet dein Sohn vermutlich sehr gut.
:D

Stimmt schon.

Heute war es eigentlich fein - Karlchen kam stotterfrei aus dem Kindergarten, dann kam eine alte Freundin zu Besuch, die wir seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatten, die Aufregung war gross und da war´s dann wieder vorbei. :roll:
Wir haben dann "Duplo"-sagen geübt, weil Karlchen sich mit einfachen "Steinen" davonschummeln wollte. Das hat dann auch wunderbar funktioniert.
Wenn er etwas von mir möchte, stottert er besonders stark, wie bei "N-n-n-aaaase putzen!" oder "Das-das-das-das-sollst du vorlesen!" obwohl das eigentlich Dinge sind, die er jeden Tag mindestens tausendmal sagt.
Hoffe, ich langweile hier niemanden mit meinen Romanen - will halt nur gern selbst verstehen, warum mein Söhnchen stottert, und nicht einfach alles auf einen Logopäden abschieben und Problem gelöst, immerhin verbringe ich den grössten Teil der Zeit mit ihm und kann ihm sicherlich helfen - wenn ich beobachte, wann er stottert, was ihm hilft, was eher schadet usw.

Grüsse
Sarah

Liebe Sarah,
:lol:
Du kannst ja mal eine (für Kinder ausgebildete) Therapeutin zu Dir nachhaus einladen (vielleicht spricht sie sogar auch deutsch), damit sie Deinen kleinen Sohn mal ansehen und Dir Tipps geben kann - eine tagelange Therapie (in diesem Alter) würde ich sorgfältig abwägen - eher schon eine gute Tante zum Kuchen-Essen und zum Erzählen!

Du gibst Dir ja viel Mühe und ich wünsche Dir deshalb auch Erfolge.
Ich hoffe, daß die Zweisprachigkeit für ihn eines Tages im Berufsleben und bei der Partnerwahl wichtiger sein werden, als ein Sprachhindernis!
:wink:
Zuletzt geändert von Ernst-Martin am 25. November 2006 19:54, insgesamt 2-mal geändert.
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ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

Norbert

Beitrag von Norbert » 24. November 2006 23:29

Hallo Sarah

ausfuehrlichere Information gibt's z.B. hier:

http://www.stammering.org/under5.html

oder auch hier: http://www.stammering.org/first_time.html

Ich wuerde Dir auch empfehlen am Montag die Beratungsstelle der BV in Koeln anzurufen sofern Du das nicht bereits getan hast.

Gruss

Norbert

Schunack

Sprachentwicklung

Beitrag von Schunack » 25. November 2006 17:41

Hallo Sarah,

ich bin Logopädin und arbeite mit dem Schwerpunkt Stottern bei Kindern und Erwachsenen.
Ich finde es sehr gut, dass Du das forum bvss gefunden hast und Dich gemeldet hast.
Es sind ja schon viele Antworten geschrieben worden, so daß ich mich eher fachlich mit meiner Antwort ausrichten möchte.

1. Stürmische Sprachentwicklung
Kinder im Alter von ca 3 bis 6 Jahren befinden sich in der Phase der stürmischen Sprachentwicklung.
Das bedeutet, Kinder lernen innerhalb sehr kurzer Zeit sehr viele neue Wörter und Satzkonstruktionen.
Dabei müsen sie ihr Denken, ihre Mundmotorik, die Atmung und ihre emotionale Beteilung so beeinflussen, das sie sagen können, was sie möchten. Da Sprechen ein sehr komplexer Vorgang ist, kann es in dieser Zeit immer wieder zu Redeunflüssigkeite kommen, die sich zu einem chronischen Stottern verfestigen können aber nicht müssen.
Hat ein Kind in dieser Zeit Redeunflüssigkeiten müssen die nicht sofort ein chronischen Stottern werden.
Ob sich die Redeunflüssigkeiten zu einem andauernden Stottern entwickeln hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich teilweise beeinflussen lassen.
Dazu gehören:
- Redeunflüssigkeiten sind erlaubt!
Klingt ein bisschen absurd aber dahinter steckt, je ruhiger ich auf die Redeunflüssigkeiten reagiere, desto besser für das Kind.
Wie Du schon bemerkt hast:
Anspannungen des Erwachsenen übertragen sich auf das Kind.
Ebenso kann aber auch eine entspannte Redeatmosphäre positiv auf das Kind wirken und es sich entspannen, was Blockaden und damit einer erhöhten Anspannung entgegen wirken.

- Inhalt geht vor Form!
Egal wie das Kind spricht, der Inhalt ist wichtig und muss beachtet werden und darauf sollte sich bezogen werden.
Das bedeutet wenn Du mit heftigen Gefühlen auf das Sottern und die Mitbwegungen reagierst ist das natürlich zutiefst menschlich. Verliere den inhalt darüber nicht aus den Augen.
Versuche dennoch so gelassen wie möglich zu reagieren und solche Sätze wie: Das ist aber auch ein ganz schön schwieriges Wort stellvertretend für das Kind zu verbalisieren.
- Versuche nicht für das Kind zu sprechen. Gib ihm die Zeit, die es braucht.
Du kannst einige Sätze des Kindes, nachdem es gesprochen hat wiederholen. Versuche mit einem sehr weichen Stimmeinsatz und langsam und ganz leicht gedehnt dem Kind sprachlich als Modell zu dienen.
Eine Sprechweise, die so unangestrengt wie möglich ist, ist ein sehr gutes Modell für das Kind.
Langsam und deutlich sprechen und mit einer weichen Stimme.
Gemeinsam, zur gleichen Zeit sprechen-unisono- geht auch. Dabei solltet ihr Blickkontakt haben und genau auf die Bewegungen des Mundes achten, damit ihr schön gleichzeitig sprechen könnt. Langsam und mit weicher Stimme. Aber auch schneller wenn das Kind es möchte.
- Ängste, die Du hast versuche nicht auf das Kind zu übertragen. Versuche die Sprechfreude und die vielen Möglichkeiten des stimmlichen und sprachlichen Ausdrucks zu fördern.
- Das Singen wurde schon erwähnt aber auch Reime und Abzählverse, die eine Rhythmisierung der Sprache erzeugen können Blockaden lösen und dem Kind Erfolgserlebnisse verschaffen, die wichtig sind.
- Vergesst den Spaß am Leben nicht! Sucht schöne Momente im Leben und behaltet die Freude am Leben. Eine entspannte und freundliche Lebensstimmung wirkt sich sehr positiv aus.
-Typisch für Redeunflüssigkeiten ist, das sie mal weg sein können und dann plötzlich wieder auftauchen. Das ist normal und auch hier gilt wieder:
Je gelassener Du darauf reagieren kannst, desto besser.
- Wenn das Kind gehänselt werden sollte, muss darauf reagiert werden.

Per Internet ist es gar nicht so einfach, die wesentliche Punkte hervorzuheben, zu mal Du auch von mir keinen sprachlichen Eindruck bekommen kannst und ich Dir die Sprechweise nicht vormachen kann aber ich hoffe wenigstens ein bisschen Ruhe erzeugt zu haben und Dir den Druck zu nehmen.
Falls Du nicht warten möchtest, bis ihr euren Termin habt kann man auch am Telefon schon einiges vormachen und erklären. Vielleicht könntest Du bei eurer zukünftigen Logopädin so ein Telefonat erbitten?
Oder wenigstens einen Termin vorab ausmachen, in dem es um eine Beratung geht, bis es dann mit der richtigen Therapie losgehen kann.
Falls das Alles nicht geht und Du beunruhigt bist kannst Du mich auch anrufen oder eine mail schreiben an mich oder wie bereits geschehen, an das Forum.
Du bist mit Deinen Fragen nicht alleine!

Dann wünsche ich euch trotz allem viel Spaß bei der stürmischen Sprachentwicklung.

Viel Grüße aus Berlin

Ellinor

Schunack

Logopädin

Beitrag von Schunack » 25. November 2006 17:45

Hallo Sarah,
ich bin kein Gast, sondern nicht eingeloggt gewesen und deswegen kannst Du meine Daten gar nicht aufrufen.

Hier meine Adresse:
Logopädische Praxis im Ärztehaus am Moritzplatz
Ellinor Schunack
Oranienstrasse 155
10969 Berlin
Tel.030-695 313 55
e.schunack@web.de

Ich sehe gerade, das Du erst in einem Monat den Termin bei der Ärztin hast.
Suche Dir doch trotzdem schon mal eine Logopädische Praxis aus und nehme mit der Kontakt auf.
Gruß aus Berlin
Ellinor

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djub
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Registriert: 10. November 2006 08:57

Beitrag von djub » 26. November 2006 15:32

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es extrem wichtig ist, das Stottern in den Augen deines Sohnes zu objektivieren.
Ihn es also als Problem anerkennen zu lassen, das er lösen kann.
Du musst ihm klarmachen, dass keiner "böse" auf ihn ist, wenn er stottert, sondern, dass es völlig in Ordnung ist, zu stottern.
Dass ihr aber gemeinsam was für sein Sprechen tun könnt, wenn es IHN stört.

Für mich war mein Stottern ewig etwas "Dämonisches", dem ich mich hilflos ausgeliefert fühlte, was zu viel Frust, Traurigkeit und Minderwertigkeitskomplexen führte. Später dann sprach ich nicht einmal auf Therapien an, weil mein Stottern viel zu emotional geladen war. Es war der große Dämon in mir, mit dem ich mich um keinen Preis beschäftigen wollte.

Ich würde also empfehlen, ihm beizubringen selbstbewusst und objektiv mit seinem Handicap umzugehen.
Das wird wohl nicht einfach, aber auch kleine Menschen müssen ein Ziel sehen, um einen Weg überhaupt motiviert zu beginnen.
Mir hat am meisten eine Therapie geholfen, die mich über den ganzen Sprechablauf aufgeklärt hat. Dabei habe ich gelernt, dass da kein unbezwingbarer Dämon in mir sitzt, sondern dass ICH stottere und dass ICH und NUR ICH etwas an meinem Sprechen ändern KANN!

Wie geschrieben, obiger Text spiegelt nur meine persönlichen Erfahrungen wider. Mehr kann ich dazu nicht sagen. :)
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

blanka

Beitrag von blanka » 27. November 2006 18:20

Die erwaehnten Studien zur Zweisprachigkeit und Stottern wuerden mich allerdings auch interessieren! Koennt Ihr entsprechende links posten?

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