Meine 10 j. Tochter verzweifelt und ich bin total am Ende !!

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Andrea

Meine 10 j. Tochter verzweifelt und ich bin total am Ende !!

Beitrag von Andrea » 25. August 2006 17:25

Meine 10 jähr. Tochter ist vor 2 Wochen auf's Gymnasium gekommen und sie hat bereits eine 4 1/2 jährige Stotter-Odyssee hinter sich. 3 Jahre Logopädie, Kinderpsychologe und Ergotherapie und unser letzter Strohhalm: Hypnose... Derzeit ist es so schlimm wie nie und sie steht dermaßen unter Dampf, daß sie keinen Satz und kaum noch ein Wort korrekt rausbekommt. Ich verzweifele und bekomme mich zudem noch andauernd mit meinem Mann in die Wolle - unsere Erziehungsmethoden driften hier total auseinander... Sie zieht sich immer mehr zurück und läßt auch derzeit keine Freundschaften zu - z.B. telefonieren ist ja ganz übel, dann sag' ich einfach, ich habe keine Zeit und lege schnell den Hörer auf. Als ich das kritisierte und meiner Tochter zu verstehen gegeben habe, daß sie so keine Freunde an der neuen Schule gewinne und darauf gepocht habe, sich über das Stottern hinwegzusetzen und zu bekämpfen, brach meine Tochter in Tränen aus und ich bekam von meinem Mann vor unserer Tochter erstmal Sanktus. Es ist derart belastend, daß jetzt noch nicht mal mehr die Eltern mit der Situation umgehen können. Ich liege streckenweise bis tief in die Nacht wach und grüble, was man noch machen kann um ihr zu helfen. Es wird immer schlimmer - wer weiß Rat ??

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Ralf_D.
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Beitrag von Ralf_D. » 25. August 2006 19:43

Hallo Andrea!

Schwierig zu beurteilen, welche Probleme da im einzelnen vorliegen....
Hier mal die Telefonnummer der
Fachberatung der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe.
0221 - 1391108

Donnerstags: 17-20 Uhr
Freitags: 12-14 Uhr

Viel Erfolg!
Ralf
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Stolperstein Gynasium?

Beitrag von Ernst-Martin » 25. August 2006 20:42

Liebe Familie Andrea,

das Gymi ist nicht nur für Deine Tochter eine Riesenumstellung.
Meine Mutter hat mich deshalb 1 Jahr später aufs Gymi angemeldet und es ging halbwegs; wohl deshalb, weil ich mir beim 2. Anfang mit guten Noten Achtung verschaffen konnte.
Ob es auch bei Euch daran liegt, will ich nicht von hieraus beurteilen.

Ich hatte damals bereits am 1. Tag zwei Freunde (je 1 Bub und Mädchen) kennengelernt - und auf einmal gings ganz gut (wir hatten uns bei den Hausaufgaben prächtig ergänzt und stehen noch heute miteinander in Verbindung)
Im übrigen nahm die Klassleiterin auch darauf Rücksicht.

Deshalb sollte man frühzeitig auch die Klassleiterin und den "Schlichtungslehrer" (es war in meinem Fall der Religionslehrer) ins Vertrauen ziehen.

Ich sehe erst einmal keinen Grund zur Aufregung.

Was heißt eigentlich "Sanktus" in diesem Zusammenhang - vielleicht wurde an eine Erhöhung des Haushaltsgeldes gedacht und nur nicht ausgesprochen ....

Für heute k e i n e schlaflose Nacht wünschen wir Euch allen.
Ernst-Martin,
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Umstellung ins Gymnasium

Beitrag von Roland Pauli » 25. August 2006 23:38

Liebe Andrea,

als ich als damals stark stotterndes Kind ins Gymnasium kam, war bei mir alles wie zugeschnürt.

Ich hatte Angst, dass mich andere Kinder nachäffenten - was sie zum Teil leider auch taten-, so dass ich mich nicht so integrieren konnte, weil ich mich wegen meines Stotterns so sehr geschämt hatte, und dass ich mich nicht so auf andere zugehen traute, wie ich es gerne getan hätte.

Ich hatte anfangs riesen Probleme, bis ich nach einigen Wochen merkte, dass ich trotz meines Stotterns doch recht gut in die Klassengemeinschaft aufgenommen wurde.

Deswegen wurde zwar mein Sprechen nicht besser, aber ich habe es trotz einer Ehrenrunde bis zum Abitur geschafft.

Es kann für ein stotterndes Kind anfangs sehr schwer sein, Fuß in einer neuen Umgebung zu fassen.

Leider gab es zu meiner Zeit noch nicht die therapeutischen Möglichkeiten, die es heutzutage gibt.

Ich bin am morgen am Samstag, 26.08.06 gut um 10 Uhr telefonisch zu erreichen. Da könnten wir uns gerne ausführlicher über mögliche Lösungswege unterhalten. Danach fahre ich nach Österreich eine Seminarwoche zu halten.

Vorher würde ich mir aber gerne die Zeit für ein Gespräch mit Dir nehmen.

Herzlichst

Roland

Tel. 0 91 31 / 60 15 61
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Beitrag von Marlem » 27. August 2006 20:42

Hallo Andrea,

als ich meine mittlere Reife in einer nichtbehindertenschule gemacht habe, ist mein Papa den ersten Tag mit und hat sich vor die Klasse gestellt und bißchen über mein Leben berichtet!
warum ich behindert bin und was ich alles für operationen hatte und aber auch, dass ich ein ganz normaler Junge bin! Ich glaube das war ziemlich gut! Ich wurde in die Klasse gut integriert und wurde auch auf Klassenausflügen mitgenommen!
Vielleicht wäre das eine idee die deiner Tochter hilft!
besser stottern, als gar nichts zu sagen haben!

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Übertritt ins Gynasium

Beitrag von Ernst-Martin » 28. August 2006 08:18

Liebe Andrea,

ich finde Marlems Idee und sein Beitrag gewiß als 1. Schritt in die richtige Richtung.
Falls es möglich ist, empfehle ich Deiner Tochter (gegebenenfalls neben einem um 1 Jahr späteren Übertritt) zu versuchen, in einem Fach zum "oberen Drittel" aufzusteigen, damit sie sich Anerkennung erwirbt (Mitgefühl hält möglicherweise auf Dauer nicht an).
Es ist vielleicht gar nicht so schwer, notfalls mit Nachhilfe, ihre Neigungen auszubauen.
Auch Tanzen, Backen und Kochen halte ich für einen Pluspunkt zumindest bei der späteren Partnerwahl ...

Meine 1. Anerkennung (neben Judo) erwarb ich mir ganz unerwartet:
In der langen Mittagspause waren Spiele üblich.
An einem Regentag wurde ein "Mühle"-Tunier vereinbart.

Ich kam bis ins Finale und mein Spielgegner erwies sich als zäher Partner, der nun besonders lang überlegte. Dies mißfiel dem aufsichtsführenden Deutsch-Lehrer (er war in der Nazizeit ausgebildet und bei ihm galt nur das/der Beste - und dabei dachte er natürlich zuerst an sich (fragt mich mal - ich weiß es schon) und er "bat" meinen Gegner, ihn Brett zu lassen ....

Als er diesen Befehl gab, hatte er zuvor eine Lücke in meiner Taktik entdeckt und glaubte gute Aussicht zu haben, mich herunter bügeln zu können.
Aber es war eine Falle und sein Gesicht wurde immer länger und länger und die Zeit verlief.

Scheinbar kam ihm dann mit der Zeit doch die Erkenntnis, daß seine Niederlage immer mehr in greifbare Nähe rücken wird - und i c h bot ihm ein "Unentschieden" an.
(In Wirklichkeit handelte es sich nur um wenige Züge bis zu meinem Sieg.)
Nach einiger Zeit stimmte er mir zu und meinte nur: "Du spielst gut - trennen wir uns in Frieden - es ist auch die Mittagspause bald vorüber".

Ab diesem Zeitpunkt akzeptierte er mich und wir kamen gut miteinander aus. Natürlich büffelte ich auch in Mathe - es war sein 2. Lehrfach und er unterstützte mich auch hier.
Nun gefiel es mir auf dem Gymi, zumal sich die Mehrheit immerhin "neutral" verhielt.

Ich will damit ausdrücken, daß es sinnvoll sein könnte, vielleicht den "Klaßlehrer" mit einzubeziehen.

Weiterhin alles Gute - es gibt hier übrigens noch mehr Muttis in Deiner Lage und deshalb ist froher Mut angesagt.
Ernst-Martin,
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ranata01

es ist schwierig

Beitrag von ranata01 » 5. Dezember 2006 22:02

Hallo Andrea,
ich habe einen 12 jährigen Sohn und uns geht es genauso. Seit seinem 5 Lebensjahr bekommt er Logopädie, Ergo, jetzt Phsychotherapie und es wird und wird nicht besser....Er geht auf die Förderstufe und ist in einer Integrationsklasse als I-Kind und es tut ihm sehr gut. Er hat jedemenge Freunde und ist eigentlich auch sehr beliebt, aber wehe er wird mal geärgert, dann ist er sofort beleidigt, rennt weg, glaubt keiner kann ihn leiden und will sterben..... es ist einfach ätzend. Telefonieren tut er grundsätzlich nicht und er geht auch nicht bei Freunden klingeln, die müssen immer hier her kommen und ihn abholen, sonst geht er nicht raus. Wenn die Freunde dann da sind ist alles ok, sein bester Freund redet sogar für ihn. Mein Sohn macht da nur eine Handbewegung und der andere weiß was los ist. So verstehen sie sich wortlos. Einfach klasse. Aber auch da gibt es dunkle Tage, wenn der Freund ihn geärgert hat, denkt er gleich, alle sind gemein zu ihm, wegen dem Stottern, da kann es auch sein, dass das Telefon mal durch die Wohnung fliegt oder der Hund mal einen Tritt bekommt oder Türen zuschlagen oder oder oder!!!
So jetzt habe ich lange genug gequatscht. Ich würde mich freuen noch mehr über euch und eure diesbezüglichen Probleme zu erfahren, denn es tut gut mit jemand gleichgesinnten darüber sich auszutauschen
Gruß Ranata

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djub
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Beitrag von djub » 6. Dezember 2006 11:48

Ich hatte auch echte Minderwertigkeitskomplexe als ich auf's Gymnasium kam, habe mir aber durch gute Leistungen (auch im Sport) ohne Lernaufwand viel Respekt verschafft und ab da hieß es immer, wenn jmd. was nicht wusste: "Frag djub, der kann alles erklären."

Später (nach dem Abitur, das ohne Stottern besser gewesen wäre, aber immerhin ohne großen Aufwand eine 2,4 war) wurde mir sogar von einer Person gesagt, dass sie mich bewundere, weil ich trotz Stotterns so viel Erfolg habe und mich nie habe unterkriegen lassen.

Wie schon geschrieben wurde, ist also der Schlüssel, Dinge zu finden (etwa Eintritt in einen Sportclub), aus denen deine Tochter Selbstbewusstsein und soziale Anerkennung zieht.
Wenn sie soetwas gefunden hat, muss in erster Linie daran gearbeitet werden, ihrem Stottern die emotionale Ebene zu nehmen und damit die eigentliche seelische Last deiner Tochter zu beseitigen bzw. so stark wie möglich zu vermindern.

Mir hat z.B. geholfen, meinen ganzen Frust beim Sport (Basketball) rauszulassen, auch wenn ich dort am schlimmsten nachgeäfft und verarscht wurde. Im Sport kann man für's Leben lernen an seine Grenzen zu gehen und sich beweisen, dass man was wert ist. Und das Stottern nur eine Eigenschaft unter vielen ist, die man gut kompensieren kann.

Das wird nicht leicht. Ganz im Gegenteil. Sie wird sehr viele negative und bösartige Reaktionen aus ihrer Umwelt erfahren.

Kinder sind grausam.

Wenn auch nicht ganz so grausam wie die erwachsene Version von ihnen.
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

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Reifeprüfung des Lebens zur Entdeckung der Talente

Beitrag von F.J.Neffe » 19. Dezember 2006 19:13

Andrea hat geschrieben:Meine 10 jähr. Tochter ist vor 2 Wochen auf's Gymnasium gekommen und sie hat bereits eine 4 1/2 jährige Stotter-Odyssee hinter sich. 3 Jahre Logopädie, Kinderpsychologe und Ergotherapie und unser letzter Strohhalm: Hypnose... Derzeit ist es so schlimm wie nie und sie steht dermaßen unter Dampf, daß sie keinen Satz und kaum noch ein Wort korrekt rausbekommt. Ich verzweifele und bekomme mich zudem noch andauernd mit meinem Mann in die Wolle - unsere Erziehungsmethoden driften hier total auseinander... Sie zieht sich immer mehr zurück und läßt auch derzeit keine Freundschaften zu - z.B. telefonieren ist ja ganz übel, dann sag' ich einfach, ich habe keine Zeit und lege schnell den Hörer auf. Als ich das kritisierte und meiner Tochter zu verstehen gegeben habe, daß sie so keine Freunde an der neuen Schule gewinne und darauf gepocht habe, sich über das Stottern hinwegzusetzen und zu bekämpfen, brach meine Tochter in Tränen aus und ich bekam von meinem Mann vor unserer Tochter erstmal Sanktus. Es ist derart belastend, daß jetzt noch nicht mal mehr die Eltern mit der Situation umgehen können. Ich liege streckenweise bis tief in die Nacht wach und grüble, was man noch machen kann um ihr zu helfen. Es wird immer schlimmer - wer weiß Rat ??
Zu erst einmal geht es NICHT darum, was Du NOCH machen kannst. Wenn Du von Deinem jetzigen Machen keine Lösung bekommen hast und schon total erschöpft bist, dann kannst Du erst einmal erleichtert aufatmen: All dieses, was nicht die Lösung ist, kannst Du Dir in Zukunft sparen. Außer Du machst es so wie alle Dummen, die sich immer noch mehr hineinsteigern und immer heftiger die Schuld für alles anderen Leuten und anderen Umständen zuschieben müssen.
In der neuen Ich-kann-Schule wäre man hoch erfreut über Deine Tochter; die Talente von ihr, die blockiert und nicht entwickelt sind und die ihr deshalb weh tun, sind ja ihre FEINSTEN. Das würde man ihr auch mit Respekt sagen. Und das würde diesen feinen Talenten mehr als gut bekommen.
Schau Dir doch einmal diesen Riesenaufwand an, den Ihr alle schon getrieben habt: alles für´s Hirn! Für´s Herz / für die Seele ist nichts dabei. Die ist am Verdursten und am Verhungern. Stell Dir vor, ich hätte in Deiner Familie die oberste Gewalt und ich würde Deinem mann jeden Tag was zu essen geben und Dir nie! Wie ginge es Dir dann? Und ginge es ihm gut, wenn Du neben ihm verhungerst? Kannst Du Dir jetzt ausmalen, wie es der Seele von jedem von Euch geht?
Wird Dir jetzt klar, warum es in der Entwicklung VON EUCH ALLEN nicht vorangehen kann? Der rechte Fuß (Verstand) kann erst gehen, wenn der linke Fuß (Seele) mitgehen kann. Ihr müsst Euch endlich um Eure Gefühle kümmern. Ihr stottert doch alle: zwar nicht alle mit der Sprache, aber in Eurem Leben gibt es keine Flüssige Entwicklung; alles ist abgehackt.
Hypnose und Suggestion könnten wirkliche Hilfen für Euch sein, aber alle Hilfen wirken gerade verkehrt herum, weil Ihr verkehrt lebt. In Hypnose kann man z.B. dem Menschen in Liebe seine gute Entwicklung schildern. Doch wenn ich überhaupt nicht verstanden habe, dass dies kein billiger Trick ist, mit dem ich das Leben schnell zu meinen Gunsten hintergehen kann, dann wirkt die Hypnose halt nicht in Liebe sondern im Geiste des Betrugs und Selbstbetruges. In E.Coués kleinem Büchlein "Selbstbemeisterung", das man für 7,5 € in jeder Buchhandlung bekommt, ist z.B. ein kapitel über Schlafsuggestion. Da kann z.B. der Vater oder die Mutter dem schlafenden Kind seine gute Entwicklung aus allen Problemen heraus so "schmackhaft" ausmalen, dass das Kind ein inneres Interesse daran gewinnt und danach handelt. Aber diese Schlafsuggestion bräuchten in Eurem Fall ja erst die Eltern und nicht das Kind. Überlegt einmal: Ihr seid beide schon soviel älter als Euer Kind und habt es immer noch nicht verstanden und verausgabt Euch mit Methoden und Mitteln, die doch - unübarsehbar - nur ins Scheitern führen und kommt immer nich nicht auf die Idee, dass IHR die seid, die DRINGEND und ZUERST was lernen müssen.
In der neuen Ich-kann-Schule achtet man diese Situation und die Talente der betroffenen Eltern dazu. Setzt Ihr zwei Erwachsenen Euch doch einmal hin und schreibt 5 - 10 Sätze für Euren Partner auf, in dem Ihr ihm seine mögliche gute Entwicklung beschreibt - SO DASS ER SIE GERNE ANNEHMEN KANN. Ihr braucht kein Problem aussparen, aber die Worte müssen so gewählt werden, dass es wirklich die gute Entwicklung ist, die man erleben und die man hören möchte. Und dann lest Euch diese Sätze bitte jeden Tag gegenseitig einmal vor. Dann hat Euer Kind attraktive Eltern, von denen es etwas lernen kann. Jetzt hat es Eltern, wo ich sagen würde: "So wie die möchte ich auf gar keinen Fall werden."
In der neuen Ich-kann-Schule würde man dem Sprechtalent (und allen anderen) Deiner Tochter stets in Feinfühligkeit und Hochachtung begegnen. Das würde genügen. Ansonsten würde man das tun, was Ihr vollkommen vergessen habt: LEBEN. Und FÜHLEN.
Das Leben weiß schon, warum es Euch eine so interessante Aufgabe gestellt hat, und zeigt es Euch auch gerne; nehmt Euch ein wenig Zeit dafür! Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe

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Beitrag von philomena-erhard » 22. Dezember 2006 15:01

Hallo Andrea,
ich würde gerne mit Ihnen telefonisch ins Gespräch kommen. Ich habe sehr viel Erfahrung mit Kindern und Stottern.
Frohes Fest.
Philomena Erhard
Sprache, Sprechen und Stimme sind Ausdruck des GANZEN MENSCHEN. Sprachgestaltung bezieht den ganzen Menschen ein.

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Beitrag von Michael13 » 2. Juli 2007 10:16

Hallo liebe Andrea & liebe LeserInnen,

deine Anfrage ans Forum ist zwar schon einige Monate her, aber ich denke, es gibt häufiger solche "Fälle" ...

Wie geht es denn deiner Tochter?

Um ehrlich zu sein ... deine Beschreibungen hinterließen ein paar Bauchschmerzen bei mir. Ich konnte die Situation nachvollziehen, weil ich auch als Kind zum Sprachheillehrer (hieß so in der DDR) ging. Das tat immer mein Vater, meine Mutter hatte daran wenig Interesse, wie sie mir später mal sagte. Sie sah es nicht als Problem an ... Mein Vater war dagegen ständig besorgt um mich ...
Zwei Pole und das Kind zwischendrin ... mit welchem Ausweg? Die Frage nach dem Herz und nach der Seele von Franz-Josef Neffe ist durchaus berechtigt. Es muss nicht unbedingt Autosuggestion sein - ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige -, kann es jedoch ...

Ich denke aber, das Hauptproblem deiner Tochter lag/liegt im Nichtakzeptieren ihrer selbst. Und so wie du das beschreibst, machst du ihr diesen Prozess nicht leichter ... mit Verlaub, es sieht eher nach dem Gegenteil aus.
Manchmal ist es wirklich besser erst einmal "nichts" zu tun ... insbesondere keine rein-logopädischen Behandlungen, denn dann fokussiert man zu sehr auf das Sprechen ... was gar nicht das eigentlich Problem ist. Dieses ist m.E., dass Eure Tochter nicht glücklich in dieser Situation ist ... und verstärktes Stottern ist nur die Folge, aber nicht die Ursache ... so sehe ich das aus eigener 25jähriger Erfahrung.

Beziehungsprobleme verschärfen das ganze meist noch ... Bin Scheidungskind, weiß also wovon ich rede/schreibe :) ...

Alles in allem neige ich fast dazu, deiner Tochter mal ein halbes Jahr im Ausland zu "empfehlen" ... auf einer anderen Schule, in einem anderen Land ... weiß nicht, ob es so etwas gibt für 11jährige. Aber heutzutage gibt es doch recht viele Möglichkeiten ...

Neue Einflüsse, neue Menschen, neue Sichtweisen ... hat bei mir Wunder gewirkt. Und das mehrmals ...

Alles Gute, ciao Micha.

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