Bin verzweifelt, unser 2,5 Jahre alter Sohn stottert

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sirjames
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Bin verzweifelt, unser 2,5 Jahre alter Sohn stottert

Beitrag von sirjames » 24. September 2007 10:42

Liebes Forum,

ich bin völlig verzweifelt. Von heute auf morgen hat unser Sohn vor zwei Wochen begonnen zu stottern. Nach einer Woche waren wir beim Logopäden, dem wir erstmal ohne unserem Sohn mitzunehmen, ein Videoband von ihm gezeigt haben. Für den Logopäden war klar, dass unser Sohn zwar stottert, aber keine Therapie benötigt, da er "nur" die Silben wiederholt.

Leider haben wir momentan den Eindruck, dass unser Sohn nicht mehr freudig und spontan spricht, sondern sich leicht verändert hat. Er hat schon sehr gut gesprochen und war an seiner Umwelt immer interessiert. Beim Autofahren spricht er nun auch weniger, als sonst.

Beim Spielen mit seinen Tieren und Autos ist er stotterfrei. Flüstern und Singen geht auch problemlos. Allerdings bekommt er Wörter manchmal gar nicht heraus und strengt sich sehr an. Man hat den Eindruck er atmet nicht mehr und wenn das Wort dann raus ist, atmet er aus.

Ich spüre, dass er unter der Situation leidet. Wir leider mehr, dass ist unstrittig. Wir tun alles, was der Logopäde uns für den Umgang mit ihm empfohlen hat und das ist manchmal verdammt schwer.

Meine Frage ist nun, ob er doch eine Therapie beginnen sollte, ich möchte nicht nur zusehen und warten, dass sich das Stottern unumkehrbar verfestigt.

Wer kann mir helfen?

Herzliche Grüße

Sirjames

Norbert

Re: Bin verzweifelt, unser 2,5 Jahre alter Sohn stottert

Beitrag von Norbert » 24. September 2007 11:09

Hallo

Euer Stress ist nachvollziehbar. Auf jeden Fall habt ihr a) das Richtige gemacht und seid zum Logopaeden gegangen und b) solltet Ihr Euch klar sein dass ihr am Stottern keinerlei Schuld habt, ihr habt als Eltern also nichts verkehrt gemacht. Aber der Junge ist noch sehr jung und selbst wenn es ein beginnendes Stottern sein sollte, habt ihr mit rechtzeitiger Therapie ausgezeichnete Aussichten, es in den Griff zu bekommen, also stresst Euch nicht allzusehr: Kinder haben fuer sowas eine sehr gute Antenne! :)

Ueber 75% aller Kinder die anfangen unfluessig zu reden hoeren auch wieder von ganz alleine damit auf. Es ist nicht immer einfach,. festzustellen, welche Kinder von ganz alleine besser werden und welche mehr Hilfe brauche. Dafuer gibt es Risikofaktoren, wie z.B. Stottern in der Familie. Soweit ich weiss, ist die Schwere des Stotterns oder die Schnelligkeit des Auftauchens kein Indiz fuer ein moeglicherweise chronisches Stottern, eher im Gegenteil: es gibt Hinweise darauf dass Stottern dass sehr rasch und sehr intensiv auftritt sich auch eher wieder von alleine gibt. Wenn es eher schleichend kommt, oder ab und an wieder geht um dann wiederzukommen, das waere eher ein Indiz fuer eine Therapierung.

Wozu ich raten wuerde ist, die Beratungsstelle in Koeln anzurufen - sie kann weitere Auskunft geben und u.a. auch Logopaeden aufzeigen die eine besonderes Interesse und eine Spezialisierung auf fruehkindliches Stottern haben - 0221-139 1107.

Gruss

Norbert

sirjames
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Beitrag von sirjames » 24. September 2007 12:49

Hallo Norbert,

vielen Dank für Deine Antwort. Hast Du selbst Erfahrungen mit Stottern?

Mir tut es wirklich gut, mich zu diesem Thema auszutauschen. Mein Mann hat auch zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr gestottert und das ist plötzlich ohne weitere Therapie wieder verschwunden. Unser Sohn ist ein Abbild meines Mannes. Kann es nicht einfach sein, dass er auch diesen Teil übernommen hat?

Liebe Grüße

Sirjames

Norbert

Beitrag von Norbert » 24. September 2007 13:17

sirjames hat geschrieben:Hallo Norbert,

vielen Dank für Deine Antwort. Hast Du selbst Erfahrungen mit Stottern?

Mir tut es wirklich gut, mich zu diesem Thema auszutauschen. Mein Mann hat auch zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr gestottert und das ist plötzlich ohne weitere Therapie wieder verschwunden. Unser Sohn ist ein Abbild meines Mannes. Kann es nicht einfach sein, dass er auch diesen Teil übernommen hat?

Liebe Grüße

Sirjames
Ich bin selber Stotterer, allerdings nicht mehr ganz so jung wie Dein Sohn... Ausserdem arbeite ich fuer die britische Stotterervereinigung.

Stottern hat eine genetische Komponente - ich wuerde auf jeden Fall dem Logopaeden sagen dass Dein Mann als Kleinkind auch gestottert hat. Ob Dein Sohn denselben gluecklichen Verlauf hat wie Dein Mann kann, denke ich, keiner sagen denn niemand weiss genau woran es liegt dass sich bei manchen Kindern das Stottern verfestigt.

Gruss

Norbert

sirjames
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Beitrag von sirjames » 25. September 2007 22:10

Hallo Norbert,

vielen Dank für Deine Nachricht. Wir haben für kommenden Montag nochmal einen Termin beim Logopäden gemacht. Nachdem ich gestern ziemlich down war, habe ich ihn angerufen, um mit ihm zu sprechen. Das hat mir sehr gut getan. Ich vertraue ihm wirklich und er gibt mir das Gefühl, das alles gut werden kann.

Ich werde Dich auf dem Laufenden halten.

Liebe Grüße,
Sirjames

Norbert

Beitrag von Norbert » 25. September 2007 22:21

sirjames hat geschrieben:Hallo Norbert,

vielen Dank für Deine Nachricht. Wir haben für kommenden Montag nochmal einen Termin beim Logopäden gemacht. Nachdem ich gestern ziemlich down war, habe ich ihn angerufen, um mit ihm zu sprechen. Das hat mir sehr gut getan. Ich vertraue ihm wirklich und er gibt mir das Gefühl, das alles gut werden kann.

Ich werde Dich auf dem Laufenden halten.

Liebe Grüße,
Sirjames
Viel Glueck und alles Gute!

Norbert

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 30. September 2007 04:34

Hallo liebe Sirjames,

natürlich ist es zunächst beunruhigend, wenn das Kind scheinbar anfängt zu stottern. Vielleicht hat es aber auch Dinge noch nicht so schnell verarbeiten können, Veränderungen in der Umwelt etc.
Stottern geht m.E. nach immer eine Art Angsterlebnis voraus. Die Angst vom Sprechen haben die meisten Menschen. Nehme an, dass das bei Kindern nicht viel anders ist (Vermutung). Hinzukommt die mögliche Vererbung, was ja jedoch auch heißen könnte, dass sich das Stottern bei Eurem Sohn ebenso in einem Jahr wieder gelegt hat.
Aus meiner Wahrnehmung heraus, würde ich Eurem Sohn jetzt nicht das Gefühl geben, dass etwas mit ihm nicht stimmt, weil sich dann das Stottern wirklich verfestigt. Ein 2,5jähriger weiß m.E. nach noch gar nicht, was Stottern ist. Er nimmt die Veränderungen sehr wohl sehr genau wahr, nur weiß er sicher nicht, was es konkret ist. Zu seinem Glück vielleicht sogar.
Was das Autofahren anbetrifft, geht es mir jetzt noch so (als 32jähriger, der sehr selten stottert und nahezu angstfrei beim Sprechen ist), dass ich als Beifahrer oder Fahrer sehr stark abgelenkt bin und mich von den vielen Randerscheinungen (Motorengeräusch, Straßenverkehr, Geradeausschauen und nicht in Richtung des Gesprächpartners, Schnelligkeit der Bewegung etc.) irritiert und z.T. überfordert bin. Ich habe dann einfacher weniger Kontrolle über mein Sprechen. Ähnlich könnte es auch bei Eurem Sohn sein.
sirjames hat geschrieben:Ich spüre, dass er unter der Situation leidet. Wir leider mehr, dass ist unstrittig. Wir tun alles, was der Logopäde uns für den Umgang mit ihm empfohlen hat und das ist manchmal verdammt schwer.
Wenn ihr mehr leidet, ist die Gefahr umso größer, dass ihr Eure Ängste in Bezug auf das Stottern auf Euren Sohn überträgt. Gebt ihm Liebe und akzeptiert ihn und seine Entwicklung so wie er bzw sie ist, was nicht automatisch heißt, dass das Stottern in der jetzigen Form beibehalten werden wird. Nur möchte ich darauf hinweisen, dass wenn einmal die Spirale angekurbelt wurde, dass Euer Sohn wegen Euch besser sprechen möchte und er sich anstrengt und anstrengt, sich das Stottern noch mehr verfestigen könnte (und m.E. auch wird, wenn dieser Kreislauf nicht durchbrochen wird) ... dies sage ich aus eigener Erfahrung von vor über 25 Jahren.

Es ist auch keine Frage der Schuld (was m.E. ein passives Wort ist und wohl irgendwo aus der christlichen Lehre oder der Psychologie herrührt). Es ist vielmehr eine Frage der Verantwortung. Verantwortung ist etwas aktives, an dem ihr auch teilhaben könnt und etwas verändern könnt ... vergesst das Wort "Schuld" am besten (es hat einen lähmenden Charakter ) ... auch für alle sonstigen Lebensbereiche.

Habt ihr mit dem Logopäden auch über Eure eigenen Ängste gesprochen? Wenn ja, was meinte er denn diesbezüglich?

Alles Gute auch von mir, Micha.

PS: Interessanter Name (Sirjames) übrigens ... woher kommt der denn, wenn ich fragen darf?
PS2: Nur zur Info ... Bin weder Therapeut noch in irgendeiner Funktion als Stotter-Berater, habe jedoch mein Stottern sehr detailliert (wenn auch immer noch nicht vollständig) analysiert und bearbeitet ... weiteres steht auch auf meiner Homepage - http://hinweis.xtm.de/stottern/

honey

Beitrag von honey » 29. Oktober 2007 15:12

Hallo,

auch unsere Tochter hat mit 2 1/2 Jahren zu stottern begonnen, eigentlich viel zu früh ... Da mein Mann und ich ebenfalls stottern, waren wir natürlich sehr erschrocken, besonders weil sie ziemlich schnell ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten zeigte (flüstern, Hand vor den Mund halten). Dabei versuchten wir, weiterhin so zu tun, als ob wir keine Notiz vom Stottern nehmen ...
In diesem Gefühls-Wirrwarr haben wir Kontakt zur Geschäftsstelle aufgenommen und sind von Frau Heap sehr fachkundig, einfühlsam und warmherzig beraten worden. Außerdem hat sie uns bestärkt, Kontakt zu einer Logopädin aufzunehmen und uns darin nicht beirren zu lassen. Sie nannte uns dann auch eine Adresse.
So gestärkt war es kein Problem, ein Rezept vom Arzt zu bekommen und nach einer Woche saßen wir schon bei der Logopädin.

Wir hatten 10 Stunden, in denen die Logopädin mit unserer Tochter viel gespielt und mit uns ausführliche Elterngespräche geführt hat. Das Stottern war schon beim ersten Termin kein großes Problem mehr, vielleicht war es ja wirklich nur eine Episode (die Logopädin meinte, dass unsere Tochter bei besonders stürmischen Entwicklungsschüben mit Stottern regieren könnte). Vielleicht ist es aber auch unsere Gelassenheit, die sich durch die verschiedenen kompetenten Beratungsgespräche wieder eingestellt hat.

Wir können allen Betroffenen nur raten, möglichst bald, nämlich dann, wenn man sich Sorgen macht, zu einer Fachfrau / einem Fachmann zu gehen. Das ist das gute Recht unserer Kinder und nicht die überspannte Reaktion auf das eigene, vielleicht unverarbeitete Stottern. Sehr hilfreich ist dabei, die Dinge sehr offen auf den Tisch zu legen, denn dagegen hat kein verschreibender Arzt ein Argument.

Irina
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mein Sohn (4 1/2 Jahre) stottert

Beitrag von Irina » 14. November 2007 11:09

Hallo,
mein Sohn ist 4 1/2 Jahre und hat vor ca. 1 Jahr angefangen unfluessig zu sprechen. Es gab Phasen wo es kaum aufgefallen ist und dann Phasen wo es plötzlich verstärkt auftrat (z.B. zwei Wochen gut und dann dreht sich die Scheibe und dann ist es wieder da).
Mit meinem Mann konnte ich Anfangs kaum darüber reden, weil er selbst Stotterer ist und leider in dieser Hinsicht als Kind von seinen Eltern keine wirkliche Untersützung kennengelernt hatte. Ich glaube er hatte sich die Schuld gegeben ('nun habe ich es meinem Sohn weitergegeben').
Schließlich sind wir gemeinsam zum Logopäden und dieser beruhigte uns und sagte, dass 80% aller Kinder ein Entwicklungsstottern durchleben, meistens dann wenn sie in ihrer Entwicklung Schübe machen. Durch die Gespräche beim Logopäden hat sich auch mein Mann dafür geöffnet.
Das Stottern hat sich bei unserem Sohn allerdings nach und nach gefestigt. Aber solange er entspannt stottert, dachte ich, ist es nicht so tragisch. Er redet gerne und ist auch sonst ein ganz offener Junge mit einer wunderbaren strahlenden Ausstrahlung.
Am Wochenende hat er plötzlich angefangen das Wort (z.B. das-das-das-das Auto) rauszupressen, so als wolle er sich nicht mehr so oft wiederholen und was auch ganz neu auftrat, er drehte sich beim sprechen weg. Ich habe nun wirklich Angst und Sorge um ihn. Wird es noch stärker werden?
Wie kann ich mein Kind stark machen? Er ist manchmal so sensiebel.
Heute werde ich nochmals zum Logopäden gehen und mal sehen wie es da weiter ausschaut.
Gibt es Therapien für Kinder in seinem Alter? Oder geht das erst ab dem Schulalter los, d.h. wenn er lesen kann ect.? Wer sich in solch ähnlicher Situation befindet, dann schreibt..., denn 'gemeinsam ist man weniger allein' stimmt's?

Norbert

Beitrag von Norbert » 14. November 2007 14:23

Hallo Irina

die allerbeste Loesung waere, so schnell wie moeglich mit deinem Sohn zu einem Logopaeden zu gehen der/die etwas von Stottern versteht. Am besten einmal die BV in Koeln anrufen und sich eine Adresse geben lassen - nicht alle Logopaeden spezialisieren sich auf fruehkindliches Stottern. Die Logopaedin die ihr gesehen hat hatte zwar in einem Recht - viele Kinder mache eine unfluessige Phase durch, und bei 80% von ihnen verschwindet das wieder ganz von alleine.

Allerdings, wenn Stottern in der Familie liegt und das Stottern nicht konstant ist, d.h. es tritt ploetzlich auf und wird dann langsam besser, sonder wenn es kommt und geht, dann sind das Warnsignale die alle Alarmglocken haetten auslosen sollen. Ich schaetze mal, aus meiner Erfahrung (als Nichtlogopaede) dass Dein Sohn gute Chance hat zu den 20% zu gehoeren bei denen es nicht von alleine wieder verschwindet.

Bitte auf keinen Fall warten - je frueher eingegriffen und therapiert wird, desto besser sind die Chancen, Stottern in den Griff zu bekommen.

Gruss

Norbert

Irina
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Beitrag von Irina » 15. November 2007 10:31

Hallo Norbert,

ich weiß was Du meinst. Dass das Stottern bei meinem Sohn chronisch ist, befürchtete ich schon seit längerem. Aber weil er so locker und entspannt damit umging, d.h. keine Verkrampfungen hatte und auch sonst gar nicht scheu war auf andere Kinder zuging, versuchte ich es hinzunehmen, so wie es war (heißt es nicht, dass entspanntes Stottern die einzige Alternative um evtl. es später besser in den Griff zu bekommen?). Auch die Erzieherin sagte mir dass bis jetzt er sich deswegen noch nicht zurück gezogen hatte. Diese Gründe beruhigten mich etwas und ich wollte auf gar keinen Fall Druck auf meinen Sohn aufbauen. Mit dem Logopäden sind wir damals (nach 10 Therpiestd.) so verblieben, dass sobald es meinem Sohn bewußt wird und er eben beginnt sich darüber zu ärgern wir sofort wieder mit der Therapie fortsetzen. Denn dann wenn es dem Kind bewußt geworden ist und es beginnt sich daran zu stören ist eine Therapie sinnvoll. Wir befürchteten einfach, dass wenn wir ihn von uns aus darauf aufmerksam machen würden, wir damit in ihm schlimmeres auslösen könnten.
Wir haben jetzt einen Termin bekommen, um eben mit der Therapie nun zu beginnen. Kennt jemand den Logopäden Robert Werres? Er scheint einen ziemlich guten Draht zu Kindern zu haben. Mein Sohn hatte sich mit ihm sofort gut verstanden.
Was mir nur Sorge macht. Kann auch eine Therapie nach hinten schießen?
In dem Sinne, dass es eben dem Kind dadurch verstärkt bewußt wird, dass es sich noch schlechter danach fühlt?

Norbert

Beitrag von Norbert » 15. November 2007 10:54

Hallo Irina

ich denke, das Stottern koennte bei Deinem Sohn chronisch werden - noch nicht die Hoffnung aufgeben! :-)

Viele Eltern haben Angst, mit der Therapie erst die Aufmerksamkeit des Kindes auf das Problem zu lenken; ein guter Therapeut therapiert ohne dass das Kind etwas merkt, v.a. wenn es noch sehr jung ist. Ich weiss nicht, welche Therapieformen in Deutschland gang und gaebe sind, hier sind es Family Interaction, in der grob gesagt versucht wird, das sprachliche Umfeld des Kindes zu aendern, ihm mehr Raum zu geben, in seiner koerperlichen Entwicklung aufzuholen ohne weiteren Stress auf die Sprachentwicklung. Eine andere Variante ist Lidcombe, ein Ansatz der das Sprechen des Kindes korrigiert beim Stottern; Lidcombe hat bei aeltern Vorschulkindern (aelter als vier) die besten Erfolge, aber viele Therapeuten lehnen es noch immer ab. Bei beiden Ansaetzen wir der Therapeut das Kind nur selten sehen, sondern arbeitet eher mit den Eltern.

Im Hinblick auf Bewusstsein - man soll nicht unterschaetzen welche Reaktionen ein stotterndes Kind auf sein Sprechen bekommt. Die Lidcombe Leute in Sydney haben eine Untersuchung vorgestellt in dem sie gesehen haben, dass Vorschulkinder von Altergsenossen sehr haeufig negative Reaktionen auf ihr Sprechen bekommen; das sind Sachen die man als Erwachsener gar nicht so schnell mitbekommt, wie unterbrechen, sich abwenden, ignorieren, bis hin zu "Warum sprichst Du komisch?".

Gruss

Norbert

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