Betroffene Eltern

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Meike
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Betroffene Eltern

Beitrag von Meike » 28. September 2006 19:57

HALLO ich heiße Meike und schreibe hier über meine Tochter Jennifer fast 10 Jahre.
Sie fing vor etwa einem Jahr auf einmal an zu stottern.
Familiär ist bei uns alles in Ordnung.Ich kann mir also keinen Reim daraus machen .
Sind jetzt seit einem 3 viertel Jahr in Logo Behandlung.
Die wir jetzt erst einmal abbrechen und uns noch ein paar Stunden für schlimme Zeiten übrich lassen.Jennifer scheint es im Moment auch nicht so schlimm zu finden .Sie hat einfach keinen Bock im Moment.Die Logopädin meinte wir sollten Jennifer auf ein Leben als stotterndes Kind , (Erwachsener) aufbauen.
was für mich und meinen Mann schwierig ist .Wir können sie zwar stärken doch immer wieder treffen sich unsere Blicke bei einem Gespräch mit Jennifer , weil sie auch bei manchen Silben Ihre Zunge so weit aus dem Mund heraus streckt das wir uns eigentlich nicht so gerne damit abfinden wollen das es nun so bleibt.
Lestereien in der Schule hat sie natürlich auch schon hinter sich .
Um Anregungen und Tipps würde ich mich sehr freuen
Meike

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Roland Pauli
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Re: Betroffene Eltern

Beitrag von Roland Pauli » 28. September 2006 22:43

Hallo Meike,

hat sie mit ihrer Logopädin schon einmal mit Video gearbeitet und gesehen, wie weit sie ihre Zunge aus dem Mund heraus streckt?

Herzliche Grüße

Roland
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Meike
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Betroffene Eltern

Beitrag von Meike » 29. September 2006 10:55

Hallo Roland

Nein sie sie ist noch nicht mit der Kamera aufgenommen worden .
Ich kann es aber ja mal vorschlagen.
Danke
Gruß Meike

transit
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Beitrag von transit » 30. September 2006 02:33

Hallo, Meike,

Roland's Vorschlag, auch videogestützt zu arbeiten, finde ich in dem Zusammenhang gut, wenn es als Zielsetzung darum geht, ein Merkmal , das Zunge-Herausstrecken, zu visualisieren - in der Hoffnung, dass es Deiner Tochter dadurch leichter möglich wird, mit logopädischer Hilfestellung dieses Einzel-Symptom zu verändern.

Aber Achtung ! Hierbei ist wirklich viel Sensibilität notwendig - denn die Entstehung eines Störungsbewusstseins, welches die Symptomatik eher verschlimmern kann, muss doch unbedingt vermieden werden. Daher nur durch die Logopädin - sie wird, da sie Deine Tochter schon ein 3/4 Jahr kennt, auch entscheiden, ob es sinnvoll und zu verantworten ist.

Du berichtest, Ihr versucht sie zu stärken. Das ist sehr gut. Das heisst also, die Beachtung richtet Ihr auf die Stärken / Fähigkeiten Eurer Tochter, nicht auf die "Defizite"/ Schwächen.

Meinst Du, Deine Tochter merkt es, wenn ihr Euch über sie hinweg Blicke zuwerft, wenn sie besonders auffällige Symptome zeigt ?

Was ist Sprache ? Eine Ausdrucksmöglichkeit, ein Werkzeug der Kommunikation - (sprachliche) Inhalte werden (unter anderem) mit Hilfe des Sprechens mitgeteilt.

Was ist nun wichtig ? Der Inhalt (Gedanken, Gefühle, Freude, Kreativität ...) also die Stärken ? oder das Sprechen ( wobei Du doch bei Deiner Tochter die Defizite definierst ) ?

Wenn Ihr sie stärken wollt, versucht, ob Ihr Eure Aufmersamkeit voll und ganz auf den Inhalt , auf das, WAS sie sagt, richtet - und nicht darauf, WIE sie es sagt.
Ich weiss, dass das schwierig ist. Auch ich kann meine Sorgen etc nicht einfach unterdrücken oder ignorieren.

Aber kann eine defizitorientierte Einstellung denn helfen ? Da werde ich doch nur noch kleiner ...

Ich hoffe, dass das, was ich schreibe, nicht kritisierend wirkt. Das ist nicht meine Absicht. Aber "Durch die Blume, um 3 Ecken ... lieb und nett" das ist nicht meine Stärke :-} sorry.

Bitte telefoniere, wenn möglich, mit Roland Pauli und der BVSS- Beratungsstelle (Tel wurde in einem and.Beitrag genannt ).

Du sagst, das Stottern trat plötzlich, mit ~ 9 Jahren auf ? Das Haupt-Symptom sei das Zunge-Herausstrecken. Da Ihr wahrscheinlich einen Kinderarzt habt, wird er eine Neurologische Abklärung erwogen haben ?
Äussert sich denn das Stottern überwiegend über das ZungeHerausstrecken ? Was sagt die Logo - ist es eine Kompensation Eurer Tochter, um dann (subjektiv) besser sprechen zu können ?
Oder ist es isoliert - solche Symptome können zBsp auch beim Tourette-Syndrom auftreten.

Leider ist es bei so wenigen Informationen immer schwierig - da müssen eben die naheliegenden Aspekte erwähnt werden, da sie durch den Mangel an Info zumindest nicht auszuschliessen sind. Sind also nur Gedanken.

Liebe Meike,
Deine Tochter muss keineswegs eine stotternde Erwachsene werden !
denn : WAS sie sagt, ist wichtig - nicht, WIE sie es sagt.

Melde Dich wieder.
Liebe Grüße
transit


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Beitrag von Meike » 15. Oktober 2006 23:54

Ich habe mich über alles sehr gefreut was ich von Euch so bekommen habe.
Danke Transit.)Was ich ja nicht verstehen kann ist das die Krankenkasse keinen Pennig ach nein "Cent "dazubezahlt. Was sie ja auch schon bei Ihrer teuren Brille nicht tut. Es ist im moment für uns unmöglich eine Therapie zu machen .
mit freundlichen Grüßen
Meike

transit
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Beitrag von transit » 16. Oktober 2006 00:46

Hallo, Meike,

Deine KK will Therapiekosten für eine ärztlicherseits verordnete und begründete Therapie nicht übernehmen ? - verstehe ich dich so richtig ?

SprachTherapien sind Heilmittel und unterliegen somit den Heilmittelrichtlinien. ( Diese kann jeder sich zB ! auf den Seiten der AOK downloaden.)
Anerkannte Sprachtherapien bei Therapeuten, welche über eine Zulassung bei den KKs verfügen, werden von der GKV - Gesetzlichen Krankenversicherung - selbstverständlich übernommen.

Private KKs haben in einigen Bereichen die "Kann"-Regelung (Können ! freiwillig die Kosten übernehmen) - im Gegensatz zur GKV: hier gilt die "Muss"-Regelung gegenüber in den Heilmittelrichtlinien verankerten Therap.Maßnahmen.

Meike, liegt es an eurer Krankenkasse, seid ihr in einer Privaten~, oder habt ihr für eure Tochter eine nicht zugelassene, da in ihrer therapeutischen Wirksamkeit nicht / oder noch nicht erwiesene Therapie ausgewählt ?

Ich wünsche euch, dass ihr nicht Opfer der durch die gesundheitspolitische Entwicklung verschärften Heilmittelrichtlinien geworden seid. Deshalb bin ich interessiert an deiner Antwort.

Doch nun,
Gute Nacht
isabel

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Beitrag von FrankRav » 28. Oktober 2006 20:19

Hallo Meike,
zuerst einmal: Stottern hat normalerweise nichts mit "problematischen Familienverhältnissen" zu tun, auch wenn es immer wieder Psychologen gibt, die bei Stottern zuerst einmal genau dies vermuten.
Zum zweitern finde ich es schrecklich, wenn wir schon so weit sind, dass Eltern "ein paar Stunden" einer notwendigen Therapie "für schlimme Zeiten übrig lassen" müssen. Der Ratschlag der Logopädin, "Jennifer auf ein Leben als stotterndes Kind (Erwachsener) aufbauen" zu wollen, ist für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Genau dies wurde einem erwachsenen Stotternden, der gerade als "Praktikant" bei mir die Therapie mitmacht, von einem HNO-Arzt, der Facharzt für Atem- und Stimmtherapie ist, vor kurzem auch gesagt. Sie können ihn gerne jetzt einmal fragen, wie er jetzt (nach 4 Wochen Therapie) die Sache sieht.
Die Idee mit dem Video-Feedback halte ich für äußerst gefährlich. Kinder (und auch erwachsene Stotternde) haben die (unbewusste) Fähigkeit, die Eigenwahrnehmung so zu lenken, dass sie die Auffälligkeiten ihres Stotterns nicht so wahrnehmen wie die Außenstehenden - und das ist oft auch gut so. Wenn Jennifer ihr Stottern "im Moment auch nicht so schlimm findet", ist das besser, als sie mit ihrer Symptomatik zu sehr zu konfrontieren. Wichtig ist, sie stark zu machen, um die Lästereien in der Schule so weit wie möglich abprallen zu lassen.
Zu der Kostenfrage: Die Intensiv-Stottertherapie an der Sprachheilschule wird als "Rehabilitationsmaßnahme nach dem Bundessozialhilfegesetz" vom örtlich zuständigen Sozialhilfeträger voll finanziert. Diese Möglichkeit besteht immer noch und wird wohl auch noch auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Dies wäre also auch eine Möglichkeit, Jennifer bei Bedarf zu helfen.
Viele Grüße und alles Gute!
Frank Herziger
Intensiv-Stottertherapie
Sprachheilzentrum Ravensburg
http://www.stotterinfo.de

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