Therapeuten/Logopäden für Erwachsene/Potsdam

Erst informieren - dann therapieren: Die telefonische Fachberatung der BVSS:
- donnerstags 17-20 Uhr und freitags 12-14 Uhr
- Durchwahl 0221 / 139 1106 (Festnetzgebühr)
Für Stotterer ist auch eine Beratung per E-Mail möglich (info@bvss.de), welche aber längere Bearbeitungszeiten haben kann.
Gesperrt
christian

Therapeuten/Logopäden für Erwachsene/Potsdam

Beitrag von christian » 11. September 2008 18:45

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Betroffene,

ich bin 29 Jahre und wohne in Potsdam. Ich stottere seit ca. meinem 12/13 Lebenjahr, weshalb ich mich ca. zw. meinem 13-und 15 Lebensjahr in logopädischer Behandlung befand. Seit diesem Zeitraum hatte ich mein Stottern eigentlich "im Griff", dachte ich. Zwischenzeitlich arbeitete ich als Schadenbearbeiter einer Versicherung, wo insbesondere das Telefon einen großen Anteil der täglichen Arbeit ausmacht. Bisher meisterte ich diese Aufgabe ganz gut und fühlte mich auch ausreichend informiert bzw. in der Lage, bei schwierigen, aufregenden Telefonaten mit einem eventuellen aufkommenden Stottern fertig zu werden.
Nun, ca. 13-15 Jahre später, muss ich mir wohl eingestehen, rückfällig geworden zu sein und möchte natürlich wieder aktiv daran arbeiten, meine Scheu vor der täglichen Arbeit zu verlieren bzw. das verstärkte Stottern so zu minimieren, wie ich es eigentlich bereits dachte erreicht zu haben.

Vielleicht beschreibe ich kurz mein Stottern, es gibt dort sicher verschiedene Symptome:
-ich stotter mal mehr, mal weniger; bin ich allein oder mit sehr vertauten Personen oder in sehr entspannter Umgebungunterwegs, (oder gar nach dem Genuss einiger Biere in geselliger Umgebung), stottere ich oftmals überhaupt nicht;
-bin ich jedoch mit meinen Eltern, Freunden unterwegs, öfters auch am Telefon, stottere ich öfters, also immer dann wenn man es eigentlich am liebsten gar nicht möchte, ich verkrampfe dann innerlich direkt und merke zumeist schon vor dem betreffenden Wort, dass ich dabei stottern könnte und fast immer passiert es dann auch, bzw. merke ich wie ich dieses Wort fast heraus presse; auch das bereits häufig beschriebene "Umgehen" von Wörtern und Situationen stelle ich nunmehr wieder fest, und habe nach schwierigeren Phasen/Tagen regelrecht das Gefühl, dass meine Mund-Muskulatur angestrengt/verkrampft ist. Man sieht dies nicht äußerlich, nur ich fühle es so.

Ich habe mich jetzt wieder meinem Hausarzt anvertraut und mir eine Heilmittelverordnung für zunächst 10 Sitzungen verschreiben lassen.
Nun zu meiner Frage:
Können Sie bzw. Betroffene aus der Region Potsdam/Potsdamer Umland (bzw.Berlin) Namen und Adressen von Therapeuten nennen, die sich auf Stottern von Erwachsenen spezialsiert haben oder mit denen Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben oder vom Hören-/Sagen empfehlen können? der Blick in die Potsdamer gelbe Seiten erschlug mich hier, Sie sehen mich an dieser Stelle hilflos, zumal einige Lohopäden/Sprachtherapeuten ihren Fokus auf die Behandlung von Kindern gelegt haben.

Leider hatte ich bei der Anwahl der Fachberatung (Durchwahl -08) bisher kein Glück durchzukommen, und während der Arbeitszeit möchte ich dort vor den Ohren meiner Kollegen nicht anrufen, leider überschneiden sich die Telefonzeiten zumeist mit meiner Arbeitszeit.

Anmerkung: In meiner vormaligen Behandlung befand ich mich in der Behandlung der Berliner Logopädin Barbara Schmidt (Berlin-Steinstücken/direkt grenzend an Potsdam Babelsberg). Leider befürchte ich, dass diese Therapeutin altersbedingt nicht mehr tätig ist, zumindest konnte ich über I-net keine Informationen erhalten. Ich erinnere mich noch, dass dort u.a. im Rahmen von Kleingruppen-Sitzungen nach Methoden verfahren wurde, die der hier bereits beschriebenen Methode nach "van Riper" ähnelt, (also das Dehnen problemtischer Wörter) bzw. auch der Angst vor dem Stottern direkt begegnete (Nicht-Vermeidungsansatz?).

Ich bedanke mich für Ihre Hilfe bzw. freue mich auch über Tips/Hinweise von Betroffenen.

Bettina
Fachberatung der BVSS
Fachberatung der BVSS
Beiträge: 103
Registriert: 5. Oktober 2007 01:27

Re: Therapeuten/Logopäden für Erwachsene/Potsdam

Beitrag von Bettina » 12. September 2008 00:20

Sehr geehrter Christian,

mein Name ist Bettina, ich behandle als Logopädin seit 10 Jahren stotternde Menschen jeden Alters und vertrete Claudia Tasch diese Woche im Forum. Was Sie beschreiben, hört sich tatsächlich nach einem Rückfall an. Übrigens passiert das vielen stotternden Menschen, manche Zahlen sagen: bis zu 90 % der Stotternden, die ihr Stottern eigentlich im Griff haben, erleiden hin und wieder mal einen mehr oder weniger heftigen Rückfall. Der Ablauf sollte dann so sein: erst mal versuchen, diesen alleine aufzufangen - und wenn das nicht geht: professionelle Hilfe holen. Und auf diesem Weg sind Sie jetzt. Nun brauchen Sie noch einen wirklich guten Therapeuten, der sich mit "van Riper", also dem "Nichtvermeidungsansatz", gut auskennt. Ich werde Ihre Anfrage nach Therapeuten weiter geben innerhalb der bvss und dann bekommen Sie in nächster Zeit eine Art Therapeutenliste zugeschickt. Eine Therapie kann ambulant 1x pro Woche sein - es gibt aber auch sehr gute Intervall-Intensivtherapien - z.B. 4 Wochen innerahlb eines halben Jahres oder 9 Wochenendeninnerhalb eines halben Jahres. Vielleicht wäre das ja auch interessant für Sie...Sie können sich in Ihrer Umgebung auch nach Stotterer- Selbsthilfegruppen umsehen und dort nach guten Therapeuten fragen.
Ich hoffe, Ihnen damit weiter geholfen zu haben. Sie hören also auf irgendeinem Wege nochmal von der bvss.

Mit freundlichen Grüßen, Bettina Helten für Claudia Tasch

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast