Antrag auf Schwerstbehinderung

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Eddy09
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Antrag auf Schwerstbehinderung

Beitrag von Eddy09 » 19. Januar 2009 00:16

Hallo, soweit ich weiß, gibt es die Möglichkeit einen Antrag auf Behinderung als Stotterer zu stellen. Wie fülle ich den Antrag entsprechend aus? Auf welche Ärzte kann/sollte man sich berufen? Meine Logopädin schätzt mich als mittelstark-betroffen ein. Wo finde ich noch Infos? Vorab, Danke

Claudia Tasch
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Re: Antrag auf Schwerstbehinderung

Beitrag von Claudia Tasch » 1. Februar 2009 21:01

Hallo Eddy,
die Grippewelle hat leider auch bei mir zugeschlagen. Deshalb werde ich Ihre Anfrage erst in den nächsten Tagen beantworten können.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
MfG Claudia Tasch

Bettina
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Re: Antrag auf Schwerstbehinderung

Beitrag von Bettina » 19. Februar 2009 15:19

Hallo Eddy,

einen Ausweis für Menschen mit Behinderung/Schwerbehindertenausweis
beantragen Sie beim zuständigen Versorgungsamt - in manchen Bundesländern trägt dieses Amt inzwischen aber auch einen anderen Namen.
Am besten fragen Sie einmal bei Ihrer Stadtverwaltung nach, wohin Sie sich wenden müssen. Meist gibt es auch eine kleine Broschüre, die Ihnen die weiteren Schritte für den Antrag erläutern.

Gut ist auch, wenn Sie zuvor schon mit Ihrem behandelnden Arzt/Therapeuten über den Antrag sprechen, da in der Regel ein Gutachten beigelegt werden muss. Es kann auch sein, dass Sie für den Antrag die Stellungnahme eines Phoniaters einholen müssen. Das Versorgungsamt bzw.
die für Ihren Wohnort zuständige Behörde wird Sie aber über die konkret notwendigen Schritte gerne informieren.

Nach der Antragsabgabe prüft das Amt dann die von Ihnen eingereichten Unterlagen und legt für Sie einen "Grad der Behinderung (GdB)" fest. Von dieser Einstufung hängt auch ab, ob und welche Vorteile bzw. Regelungen für Sie durch den Ausweis gelten.

Einen Pauschbetrag für behinderte Menschen, der auch in der Lohnsteuerkarte eingetragen werden kann, bekommt man laut § 33b des Einkommensteuergesetzes z.B. generell erst ab einem Grad der Behinderung von 50, also erst bei Vorliegen einer "Schwerbehinderung". Bei einem GdB von 30 oder 40 gibt es nur dann einen Steuervorteil über einen jährlichen Pauschbetrag, wenn der Betreffende eine Rente aufgrund der Behinderung bekommt, wenn die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder wenn sie auf einer Berufskrankheit beruht.

Ein anerkannter GdB von 30 oder 40 bringt also in der Regel nur dann Vorteile, wenn sich der Behinderte einem Schwerbehinderten gleichstellen lässt. Die Vorteile sind dann: erweiterter Kündigungsschutz, mehr Urlaub. Auf der anderen Seite kann der Arbeitgeber dann die Ausgleichsabgabe einsparen, die er zahlen muss, wenn er zu wenig Schwerbehinderte beschäftigt. Das hat aber nur für Betriebe ab 20 Arbeitsplätzen Bedeutung, denn kleinere Betriebe müssen keine Schwerbehinderten beschäftigen.

Ein GdB von 30 oder 40 muss zwar beim Arbeitgeber nicht unbedingt angegeben werden. Aber er bringt dann in der Regel auch niemandem einen Vorteil.
Wer jedoch einen GdB von 50 hat, der muss z.B. bei Einstellungsgesprächen auf Nachfrage wahrheitsgemäß antworten, dass er einen Schwerbehindertenausweis hat. Das darf zwar eigentlich nicht zu einer Benachteiligung führen, aber trotzdem könnte eine Einstellung zumindest bei einem privaten Arbeitgeber daran scheitern. Nur im öffentlichen Dienst gilt etwas anderes, weil die Behörden verpflichtet sind, schwerbehinderte Bewerber bevorzugt zu berücksichtigen.

Es freut mich, wenn ich Ihnen mit diesen Auskünften helfen konnte. Ich wünschen Ihnen in jedem Fall alles Gute!

Mit freundlichem Gruß,
Bettina

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