stottern

Erst informieren - dann therapieren: Die telefonische Fachberatung der BVSS:
- donnerstags 17-20 Uhr und freitags 12-14 Uhr
- Durchwahl 0221 / 139 1106 (Festnetzgebühr)
Für Stotterer ist auch eine Beratung per E-Mail möglich (info@bvss.de), welche aber längere Bearbeitungszeiten haben kann.
Gesperrt
tanja1709
neu
neu
Beiträge: 1
Registriert: 16. April 2009 19:51

stottern

Beitrag von tanja1709 » 16. April 2009 20:33

hallo,
ich weiß garnicht wie ich anfangen soll.
also unser sohn jetzt 5jahre, er hat sehr spät mit sprechen angefangen das war ca mit 3,3 jahren er hat zwar vorher so wörter wie mama,papa, oma und opa gesagt aber ansonsten nur wie wir es nannten immer nur ´´geheimsprache´´ gesprochen.
wir hatten viele laufereien vom gesundheitsamt, physologen,zentrum für hörgeschädigte,hno wir waren überall wir haben dann frühförderung bekommen für ihn und zusätzlich logopädie stunden im sommer 2007 ist er dann in den sprachheilkindergarten gekommen wo er super schnell sprechen lernte (wenn man das so sagen kann) ihm gefällt es super gut da (und wir sind auch sehr zufrieden) was vorher in dem regelkindergarten nicht so war da wurde er ständig gehänselt u.s.w. er hat dann innerhalb kürzester zeit das sprechen aufgeholt, der satzbau ist natürlich noch nicht immer perfekt aber das ist ja auch nicht weiter wild.

was uns sehr beschäftigt ist das er jetzt seid ca. einen halben jahr stottert. es ist immer so phasenweise mal spricht er fast perfekt und dann wieder gibt es phasen so wie eben da kann er kein wort ans nächste reihen, es dauert ewig bis er das gesagt hat was er sagen möchte. er rudert dabei mit den armen stampft mit den fuß auf, damit er die wörter rausbekommt. die logopädien hat gesagt, das wäre eine sozusagen begleit erscheinung des stotterns.

im kindergarten können sie sich auch noch nicht ganz erklären warum es immer so extremen sind, also entweder klappt es gut oder überhaupt nicht mit den sprechen (stottern)

wir wissen nicht wie wir ihn noch helfen können hier zuhause. wir lassen ihn zeit zum aussprechen und wir fallen ihn nicht ins wort. warum ist es immer so phasenweise?

wir würden ihn so gerne helfen aber irgendwie sind wir hilflos.

Claudia Tasch
Fachberatung der BVSS
Fachberatung der BVSS
Beiträge: 68
Registriert: 27. Januar 2008 19:24
Ort: Hamburg

Re: stottern

Beitrag von Claudia Tasch » 17. April 2009 10:23

Hallo Tanja1709,
wir, das Team der Fachberatung im Forum der BVSS, haben Ihre Anfrage zur Kenntnis genommen und arbeiten derzeit an der Antwort. Innerhalb der nächsten Tage wird diese dann hier im Forum eingestellt werden.
Mit freundlichen Grüßen

Claudia Tasch
Claudia Tasch, Logopädin
Fachberatung der BVSS

Claudia Tasch
Fachberatung der BVSS
Fachberatung der BVSS
Beiträge: 68
Registriert: 27. Januar 2008 19:24
Ort: Hamburg

Re: stottern

Beitrag von Claudia Tasch » 9. Mai 2009 23:42

Liebe Tanja1709,

wenn ein Kind bereits solche Begleitsymptome zeigt, wie Sie sie beschreiben, dann ist es auf jeden Fall notwendig, dass das Stottern logopädisch behandelt wird und zwar möglichst von einem auf Stottern spezialisierten Therapeuten!!!
Es klingt, als sei Ihr Sohn noch immer in logopädischer Therapie. Behandelt die Logopädin auch das Stottern? Ich muss dazu sagen, dass es nicht immer hilfreich ist, wenn Stottern und andere behandlungsbedürftige Sprachauffälligkeiten parallel, also gleichzeitig, therapiert werden. Dann ist es oft schon besser, sich das gerade Dringendere herauszusuchen und nur das zu bearbeiten. D.h. in einer Phase solch schweren Stotterns wäre das Stottern schon bevorzugt zu behandeln!
Zu aktuellen und seriösen Therapiekonzepten können Sie in diesem Subforum bereits viele Infos erhalten.
Der behandelnde Therapeut muss Sie als Eltern auf jeden Fall auch über Stottern aufklären und Ihnen für alle Fragen zur Verfügung stehen. Ich hoffe, Ihre Logopädin hat Ihnen auch schon wertvolle Tipps im Umgang mit dem Stottern Ihres Sohnes gegeben.

Diese kann ich Ihnen mit auf den Weg geben:
Lassen Sie Ihren Sohn möglichst aussprechen, geben Sie ihm (wie Sie es ja auch schon machen) Zeit und das Gefühl, dass Sie bei ihm sind. Das soll nicht heißen, dass Sie ihm sagen sollen „Lass dir Zeit“, sondern dass Sie nicht versuchen, ihm 'das Wort aus dem Mund' zu nehmen. Schauen Sie ihn nicht anders an als sonst auch (das ist leider nicht immer leicht, weil Sie als Eltern natürlich schon mitleiden). Oft hilft auch einfach mal eine beruhigende Hand auf der Schulter oder auf dem Arm als Zeichen 'Ich bin bei dir!'. Sie können nach einem besonders starken Symptom auch einfach mal sagen „Mensch, das war jetzt aber ein schwieriges Wort, hm?“ oder „Das war gerade total anstrengend, stimmt's?“ o.ä. So merkt Ihr Sohn, dass er nicht allein mit dem steht, was ihn da so hilflos macht, dass er instinktiv versucht, sich über Mitbewegungen zu helfen. Generell ist es ganz oft so, dass es das Kind unheimlich entlastet, wenn man das Thema mal zur Sprache bringt, es „einfach“ mal ausspricht, was da im Raum steht. So merkt das Kind, dass das, was es da gerade erlebt, nicht so schlimm ist, dass man darüber nicht mal sprechen kann. Denn es kann schon sehr bedrückend sein, wenn ein Kind unter seinem Stottern leidet und niemand mit ihm darüber spricht. Dann denkt es vielleicht wirklich, es sei etwas ganz schreckliches, es mache Mama und Papa vielleicht sogar damit traurig und man dürfe über das Schlimme wirklich nicht auch noch sprechen. Das Kind weiß ja meist auch gar nicht, was überhaupt mit ihm passiert und verbindet die Schwierigkeiten beim Sprechen evtl. mit Dingen, die es irgendwo aufgeschnappt oder aber selbst in der Familie schon erlebt hat. Denn es gibt ja viele Tabus, über die Erwachsene nicht sprechen, nehmen wir nur wirklich schwere Krankheiten, über die man mit einem Kind nicht unbedingt spricht, wenn sie im näheren Umfeld auftreten. Merkt das Kind nun, dass auch über sein Stotten nicht gesprochen wird, kann ja schon der Eindruck entstehen, es sei auch furchtbar krank.
Interessanterweise können Kinder auf ihre Weise oft ganz gut sagen, was da klemmt oder wo das Wort nicht rauskommen will. Sie machen sich eben schon so ihre Gedanken und sind wirklich gute Beobachter. Deshalb hilft es ihnen oft auch so viel, wenn Mama und Papa (und dann natürlich auch ein Therapeut) mit ihm darüber reden und es damit eher aus der Forscherperspekive sehen.
Und oft hilft auch mal ein in-den-Arm-Nehmen, wenn's mal wieder grad so schwierig war.

Unabhängig davon ist es wichtig, das nähere Umfeld (z.B. Familie, Freunde, Kindergarten) Ihres Kindes über Stottern zu informieren und mit ins Boot zu holen. Denn genau wie Sie sind wohl auch die meisten anderen Menschen in Ihrem Umfeld unsicher, wie sie sich verhalten sollen.
Dabei sind die Infobroschüren und Faltblätter, die Sie direkt über die Geschäftsstelle der BVSS beziehen können, wirklich hilfreich.


Sie fragen auch, warum das Sprechen Ihres Sohnes so phasenweise verläuft.
Stottern verläuft ganz häufig in Phasen flüssigen oder flüssigeren Sprechens im Vergleich zu Phasen stärkeren Stotterns. Dabei kann man die Ursache nicht immer ausmachen. Es kann z.B. mit Stress, Aufregung, wenig Schlaf , einer Krankheit oder anderen Veränderungen im Alltag zusammenhängen, aber manchmal ist einfach alles wie immer und trotzdembeginnt auf einmal eine Phase stärkeren Stotterns. Vielleicht hilft es Ihnen, einmal ein bisschen Tagebuch zu führen, wenn sich etwas verändert um zu schauen, ob es evtl. immer wieder auftretende Auslöser für stärkeres Stottern gibt. Dann könnten Sie schauen, ob Sie es etwas beeinflussen können.
Es ist aber wichtig zu sagen, dass stärkeres Stottern auch situativ auftreten kann. D.h., dass es beispielsweise im Kindergarten anders sein kann als zu Hause und als bei der Oma.
Das können Sie auf jeden Fall auch dem Logoäden Ihres Sohnes besprechen.


Wenn Sie eine Fachberatung im direkten Dialog wünschen, um noch offene Fragen anzusprechen, können Sie sich gern an die telefonische Fachberatung der BVSS wenden.

Zusätzlich können Sie über die Homepage pro-voce.de Kontakt aufnehmen zu etwa 12 anderen Elternpaaren, mit denen Sie über Telefon oder Email Ihre Erfahrungen austauschen können.
Pro Voce ist die "Gesellschaft für Sprache und Kommunikation e.V." und hat u.a. eine Initiative Stottern gegründet.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen, auch wenn Sie ganz schön lange auf die Antwort warten mussten.
Alles Gute für Sie und Ihren Sohn!

Claudia Tasch





Geschäftsstelle der BVSS:
Telefonnummer 0221 - 139 11 06 oder 139 11 07

Telefonische Fachberatung der BVSS
Telefonnummer 0221 – 139 11 08
immer donnerstags von 17 – 20 Uhr und freitags von 12 – 14 Uhr
Claudia Tasch, Logopädin
Fachberatung der BVSS

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast