Verschlechterung des Stotterns mit zunehmendem Alter

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Hanspeter
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Verschlechterung des Stotterns mit zunehmendem Alter

Beitrag von Hanspeter » 2. Juli 2009 23:09

Hallo,

ich bin mittlerweile 45 Jahre alt und stottere ungefähr seit meinem 6. Lebensjahr. Abgesehen von einer - ich sage dazu jetzt mal - Singtherapie im Alter von ca. 8 Jahren hatte ich keine Behandlung. So richtig kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber es muß jemand mit einem Klavier gewesen sein, zu dessen Takten ich singen musste. Gebracht hat das nichts, denn mit dem Singen hatte ich gar kein Problem. In den folgenden Jahren habe ich es immer mehr verstanden, mein Stottern nicht nur zu verbergen, sondern auch zu verdrängen. Sicherlich zum Teil auch mit den üblichen Methoden wie leicht aussprechbare Wörter zu verwenden und auch durch Einschränkung der Sprachhäufigkeit. Ich glaube ich wurde von den allermeisten Menschen gar nicht mehr als Stotterer wahrgenommen, vermutlich haben es nichtmal meine Freundinnen gewußt. Nach meinem technischen Studium während des Berufseinstiegs habe ich auch mal den einen oder anderen Vortrag vor versammelter Mannschaft gehalten. Das war sicherlich nicht perfekt, gestottert habe ich dabei aber nicht. Machmal dachte ich sogar, dass es jetzt verschwunden ist, aber es war nie wirklich weg.

Seit einigen Jahren tritt es aber immer mehr verstärkt auf. Auch bei ziemlich banalen Gelegenheiten wie z.B. beim Einkaufen beim Bäcker oder Fleischer, was ich sehr lange so nicht mehr hatte. Das schlägt ziemlich auf meine Stimmung, was der Sache alles andere als förderlich ist. Für mich ist das wie ein Teufelskreis. Auch in der Firma, in welcher ich seit 20 Jahren in verschiedenen Positionen beschäftigt bin, tritt es immer stärker auf. Vor einigen Monaten kam dort das Thema Personalabbau mal wieder auf die Tagesordnung. Das hat mir vorher noch nie wirklich etwas ausgemacht, diesmal hat es mich aber nervlich ziemlich mitgenommen, was wiederum auch mein Stottern verschlimmert hat. Mich hätte dieser Abbau auch fast erwischt, hätte man mir dort nicht eine andere Stelle angeboten. Mir ist nichts anderes übrig geblieben als zuzusagen, obwohl ich dort viel mehr Telefonate zu führen habe. Vor zwei Wochen war ich ziemlich niedergeschlagen und überlegte mir sogar, ob ich nicht zum Arzt gehen soll um eine "Arbeitsunfähigkeit" zu forcieren. Seit einigen Tagen geht es mir aber wieder besser und ich will mich meiner beruflichen Herausforderung stellen. Eigentlich könnte ich mittlerweile nicht ohne Stolz auf das Erreichte in meinem Leben zurückblicken. Auch solche Herausforderungen habe ich bisher immer erfolgreich gemeistert. Doch ich kann nichtmal mehr sagen, wie ich früher mein Stottern aus eigener Kraft verhindert habe. Ich habe den Eindruck, dass ich fremde Hilfe benötige. Bei wem und mit was könnte ich diese Hilfe finden?

Viele Grüße, Hanspeter

Claudia Tasch
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Re: Verschlechterung des Stotterns mit zunehmendem Alter

Beitrag von Claudia Tasch » 3. Juli 2009 22:42

Guten Abend!
Wir, das Team der Fachberatung im Forum der BVSS, haben Ihre Anfrage zur Kenntnis genommen und arbeiten derzeit an der Antwort. Innerhalb der nächsten Tage wird diese dann hier im Forum eingestellt werden.
Mit sommerlichen Grüßen
Claudia Tasch, Logopädin
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