Sprachprobleme /Studium

Erst informieren - dann therapieren: Die telefonische Fachberatung der BVSS:
- donnerstags 17-20 Uhr und freitags 12-14 Uhr
- Durchwahl 0221 / 139 1106 (Festnetzgebühr)
Für Stotterer ist auch eine Beratung per E-Mail möglich (info@bvss.de), welche aber längere Bearbeitungszeiten haben kann.
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michaela31
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Sprachprobleme /Studium

Beitrag von michaela31 » 19. Mai 2011 22:56

Hallo ,
Also ich bin bereits 31 habe habe schon als Kind gestottert , ich war in einer Sprachheil-Grundschule und danach auf einer normalen Schule wo ich mehr geschwiegen als geredet habe:-) Ich habe es trotzdem geschafft und als ich dann später in die Lehre ging (ich arbeite auf dem Bau) war auch das Stottern garnicht mehr so tragisch ich würd behaupten es ist niemandem aufgefallen da ich schnell gelernt habe Wörter zu ersetzen ....zu vertauschen und einfach bisl flotter zu Reden dann komme ich kaum zum stottern ...also ein **fast perfekter Redefluss***:-) Soweit so gut- also ich habe mich ziemlich gut durchgeschlichen mit Humor und positiver Einstellung :mrgreen:
Alles was mich zum stottern bringt vermeide ich halt ......aber nun wirds schwierig etwas....Nun mache ich ein Fernstudium neben der Arbeit, läuft auch ganz toll, mache ja alles daheim und reden muß ich NOCH mit niemandem ,bis in 5 Monaten wo ich die ersten Fach und Lernseminare besuchen muß, das heisst auch Referate halten u.s.w.
Ich übe das jetzt natürlich schon ABER ich rede einfach zu schnell , es ist anstrengend für die Zuhörer mir zu folgen , was ich im Alltag natürlich auch merke, jeden Tag ...es heisst dann immer : man du kannst aber viel reden ---dabei Rede ich gar nicht viel aber alles sehr schnell und das wirkt auf mein gegenüber sehr anstrengend :roll: aber wenn ich langsam Rede und vorallem ein **anständiges Deutsch** dann komme ich ins stocken und stottern .
Nun habe ich mir überlegt ...velleicht versuche ich es noch einmal heute mein Reden und meinen Redefluss zu verbessern ......ich habe ja noch paar Monate Zeit mich nicht ganz zu blamieren wenn die Seminare losgehen ....ich frage mich nur wie ...?? Gehe ich einfach zu einem Logopäden ??Oder muß ich vorher zu einem normalen arzt?? oder Krankenkasse? Das sind viele Fragen aber ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir Schreiben würdet wie ihr das angegangen seit....Was man als erstes tun muß ....
?
Das wäre sehr Nett !!

Aber eins habe ich für mich festgestellt auch als stotterer wenn es nicht zu extrem ist kann man es vermeiden ....mit bisl Humor und falschem Deutsch geht alles §xlol :mrgreen: kleine Anektote zum Schluß : Ich habe eine neue Freundin seit einem Jahr ca... sie hat bis heute nicht gemerkt da sich stottere nur das ich schnell Rede und sie sagt immer ich klinge wie ein **ossi** sie fands und findets aber ganz witzig .....vor ein paar Tagen habe ich ihr ganz ehrlich gesagt warum und weshalb ...Sie hat mich angeschaut als würde ich ihr ein Märchen erzählen ...fands aber toll das ich ehrlich zu ihr war ...und findet es auch nicht schlimm ..nu schmunzeln wir denn fröhlich wenn wir schnacken und es mal hapert:-)

§prost §xlol :mrgreen:

Ps: Auf meine Rechtschreibung nicht achten bin Müde und hatte einen langen Tag daanke :knuddel:

Vielen Dank Euch schon mal vorab ..... lg Michaela

Bettina
Fachberatung der BVSS
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Re: Sprachprobleme /Studium

Beitrag von Bettina » 21. Mai 2011 23:27

Guten Tag liebe/r Ratsuchende/r,

toll, dass Sie auf unser Forum gestoßen sind. Hier in der Fachberatung können wir Ihnen unabhängige und solide Beratung anbieten und Sie darüber hinaus auch über die BVSS weiter betreuen oder gerne nochmals beraten.

Es scheint, Sie haben für lange Zeit einen für Sie tatsächlich gangbaren Weg gefunden, sich mit dem Stottern zu arrangieren, es bestmöglich zu vermeiden und irgendwie hat das auch immer so „gut“ geklappt, dass sie bisher nicht die Notwendigkeit gesehen haben, an Ihrem Stottern zu arbeiten. Dazu wird ja auch niemand gezwungen und ich selbst habe Leute in meinem Bekanntenkreis, die deutlich hörbar unflüssig sind und auch von sich sagen: „ja, ich bin Stotterer“, aber nie für sich den Bedarf gesehen haben, ihr Sprechen zu verbessern. Jeder mag sprechen wie er möchte, wichtig finde ich nur, dass sie/er mit ihrer/seiner Art zu sprechen zufrieden ist und es keine Quelle von Traurigkeit oder Missmut darstellt, sondern – wie Sie es so nett schreiben – der Humor und die positive Einstellung überwiegen.

So wie Sie Ihr Stottern beschreiben, vermeiden Sie mit verschiedenen „Tricks“, dass die Unflüssigkeiten für den Gesprächspartner hörbar werden. Stottern hört man auch wenig oder keines, dafür müssen Sie aber sehr überhastet, polternd, schnell, undeutlich sprechen – irgendwann auch anstrengend, oder?

Dass bei den Lernseminaren neuartige kommunikative Schwierigkeiten auf Sie zukommen könnten, sehe ich genauso. Sie haben das sicher auch schon geahnt, als Sie sich zu diesem Fernstudium entschlossen haben – und haben sich trotzdem dafür entschieden! Was ich an dieser Stelle gerne loben möchte! Hoffentlich lesen viele Forumbesucher mit, die sich durch Ihre Entscheidung für diese Weiterbildung darin bestärkt fühlen, sich das (Berufs-)Leben nicht vom Stottern diktieren zu lassen.
Sich in dieser Sache Hilfe zu holen, halte ich für eine gute Idee.

Kommen wir nun konkret zu den von Ihnen erfragten Dingen:

Für nahezu alle seriösen Therapien benötigt man eine Heilmittelverordnung (ein Rezept) für Logopädie / Sprachheiltherapie. Die Behandlungskosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Diese Verordnung stellen in Ihrem Fall HNO-Ärzte oder Phoniater (Stimm-Sprach-Sprechärzte) aus. Da diese Verordnungen speziell ausgefüllt werden müssen und spätestens 2 Wochen nach Ausstellung mit der Therapie begonnen werden muss, es aber manchmal längere Wartezeiten bei den Stottertherapeuten gibt, ist der Arzttermin nur die eine Hälfte. Die andere Hälfte ist die Suche nach einer passenden Therapie mit einer/m passenden Therapeutin/en.
Nicht jeder Logopäde oder Sprachheiltherapeut ist ein guter Stottertherapeut – spezielle Fortbildungen zum Thema Stottern sind meiner Meinung nach unerlässlich. Die BVSS pflegt ein Therapeutenverzeichnis. Dies bei der BVSS für Ihre Wohngegend zu erbeten, ist ein erster Schritt. Die BVSS hat auch neben vielen anderen guten Flyern (z.B. Stottern und Beruf) einen lesenswerten Flyer mit Tipps zur Therapeutensuche und einen neuen Ratgeber in Buchform, der die häufigsten Therapieansätze zur Behandlung des Stotterns beschreibt („Therapie des Stotterns – ein Überblick über aktuelle Therapieansätze“). Es ist nämlich so, dass sich auf dem Gebiet der Stotterbehandlung viele Anbieter tummeln – und natürlich möchte man das Konzept für sich finden, was einen anspricht und was auch „Hand und Fuß“ hat.
Es gibt die Möglichkeit einer ambulanten Therapie wohnortnah, wo Sie ein oder zwei Mal die Woche zu einer Einzeltherapie gehen. Gruppenintensivtherapien (z.B. 4 x eine Woche oder 9x ein Wochenende in einer festen Gruppe) gibt es in verschiedenen Orten und bringt den Vorteil, dass man sich in der Gruppe austauschen, anspornen, helfen kann. Das sind nur zwei wichtige von vielen verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Auch die Therapiekonzepte bzw. –inhalte sind wichtig. Wird nach dem „non-avoidance – Ansatz“ oder nach dem „fluency-shaping – Konzept“ behandelt? Um nur zwei wichtige Konzepte zu nennen.
Gibt es in Ihrer Nähe vielleicht eine Stottererselbsthilfegruppe? Dort kann man auch wertvolle Infos zu hiesigen Therapeuten oder diversen Therapien bekommen. Sowieso ist der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe sehr gut und sinnvoll. Es gibt dort immer Interessantes zu erfahren oder zu lernen.
Falls diese Infos noch nicht genügen, scheuen Sie sich nicht, eine zweite Anfrage ins Forum zu stellen oder die BVSS direkt zu kontakten oder unsere Telefonberatung anzurufen (Tel: 02211391108, Donnerstags von 17 bis 20 Uhr, Freitags von 12 bis 14 Uhr).

Nun noch zu Ihrer Anekdote: wenn man so will – Ihr erstes „Outing“ – vielleicht ein erster Schritt zu einem anderen Umgehen mit dem Stottern…

Viel Erfolg wünsche ich – und drücke die Daumen,

Ihre Bettina

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