Stotternde Polizisten

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ich stottere

Stotternde Polizisten

Beitrag von ich stottere » 9. Februar 2012 15:33

Liebe Fachberatung, im heutigen Beitrag http://forum.bvss.de/viewtopic.php?f=2&p=20440#p20440 schreibt ihr,
Wir von der BVSS und der Fachberatung möchten an dieser Stelle klar ausdrücken, dass es wegen eines Stotterns keine Diskriminierung geben darf – aber wir wissen auch, dass es leider bestimmte Berufe gibt, in denen unflüssiges Sprechen oder Blockaden im schlimmsten Fall sehr unangenehme / gefährdende Auswirkungen auf stotternde und nicht-stotternde Menschen hätten. Dazu gehört auch der Polizeidienst.
Es gibt spezielle Arbeitsbereiche, die sich auch beim besten Willen und dem größten Wunsch nach null Diskriminierung nicht mit bestimmten Behinderungen in Einklang bringen lassen. So kann beispielsweise ein Blinder kein Busfahrer sein.
Ich schließe daraus, Eure Meinung ist, Stotternde können den Polizeidienst nicht ausüben. Das ist falsch. Man kann sich recht sicher sein, dass es auch in Deutschland stotternde Polizisten gibt, wie es überhaupt Stotternde in allen Berufen gibt. Stotternde Polizisten in den USA sprechen über ihren Beruf und Stottern, zum Beispiel in einer Folge des Podcasts StutterTalk: http://stuttertalk.com/2009/07/15/polic ... ering.aspx

Wenn der Wunsch tatsächlich ist, Polizist zu werden, lohnt es sich, genau zu sehen, wo eventuelle kommunikative Defizite liegen und wie sie behoben oder umgangen werden können. Stotterer kommunizieren per se nicht schlechter, viele Stotterer können sich zum Beispiel sehr präzise ausdrücken und klar formulieren. Nicht-sprachliche Kommunikation ist zudem mindestens ebenso wichtig. Die Analogie zu einem blinden Busfahrer ist daher unpassend.

Viele Grüße, IS

Bettina
Fachberatung der BVSS
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Re: Stotternde Polizisten

Beitrag von Bettina » 10. Februar 2012 11:13

Liebe/r IS,
vielen Dank für Ihren Beitrag! Vielen Dank auch dafür, dass Sie ihn direkt ins Forum gesetzt haben. Hin und wieder bekommen wir von Mitlesern und Interessierten nützliche und informative Reaktionen auf eingestellte Antworten – jedoch fast ausschließlich über eine „Persönliche Nachricht“, womit die Forumnutzer ausgeschlossen sind – und gerade ihnen gilt es ja, so viel nützliche Informationen wie möglich zukommen zu lassen.

Sie haben Recht. Es ist natürlich unsinnig, die Meinung zu haben, Stotternde können den Polizeidienst per se nicht ausüben. Der/Die VerfasserIn des Schreibens aus dem Polizeipräsidium an Frau Wimmer muss dieser Ansicht sein (sonst hätte er/sie nicht ein solches Schreiben verschickt) – und mir ist die etwas unglückliche Formulierung in meinem gestrigen Beitrag dann unmittelbar klar geworden, als ich sie im Zitat Ihres Beitrags las.
Der von Ihnen zitierte Absatz sollte aussagen, dass scheinbar diverse Entscheidungsträger im Polizeidienst der Meinung sind, Stotternde könnten unter keinen Umständen als Polizisten arbeiten...
...und alle stotternden Polizisten überall auf der Welt (und sicherlich auch in Deutschland) beweisen ja auch in ihrer täglichen guten Arbeit das Gegenteil.
Vielen Dank auch für die Einstellung des Podcast-Links. Beim Überprüfen ist mir ein Zugang über den vollständigen Link nicht gelungen, aber über www.stuttertalk.com erreicht man die Webseite auf jeden Fall.

Ihrem letzten Absatz kann ich uneingeschränkt zustimmen – er ist eine gute Ergänzung zu meinem letzten Absatz in der Beantwortung von Frau Wimmers Anfrage: nämlich dass es sich lohnt, an seinen (beruflichen) Zielen zu arbeiten. Und wenn unsere Worte nur eine Hand voll (junger) Leute dazu bringt, sich trotz eines Stotterns den Traumjob zu verschaffen, dann haben wir doch gemeinsam schon viel bewegt, oder!?

An dieser Stelle noch eine Bitte an alle Mitlesenden: haben Sie Informationen für uns? Sind Sie in irgendeiner Weise selbst betroffen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen würden – z.B. über die entsprechenden Rubriken in diesem Forum oder auch direkt mit der BVSS (www.bvss.de). Wir könnten dann Ratsuchende noch optimaler mit guten Informationen versorgen.
Schließlich gilt: Vielfalt bereichert – und optimiert die Arbeit der BVSS und der Fachberatung – für Sie/Euch!

Vielen Dank und viele Grüße,

Bettina

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