Hallo, wir sind neu hier..

Erst informieren - dann therapieren: Die telefonische Fachberatung der BVSS:
- donnerstags 17-20 Uhr und freitags 12-14 Uhr
- Durchwahl 0221 / 139 1106 (Festnetzgebühr)
Für Stotterer ist auch eine Beratung per E-Mail möglich (info@bvss.de), welche aber längere Bearbeitungszeiten haben kann.
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sonnenschein28
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Hallo, wir sind neu hier..

Beitrag von sonnenschein28 » 7. Februar 2014 20:12

Mein Freund und ich möchten und gerne vorstellen. Unsere Tochter ist 3,5 Jahre. Seit ihrem 2. Geburtstag fielen uns Sprechunflüssigkeiten auf. Daraus wurde aus unserer Sicht ein Stottern. Mit etwa 2 Jahren und 9 Monaten war es nach unserem Umzug derart heftig, dass sie es selbst bemerkte und so hilflos war, dass sie an diesem Tag einfach aufhörte zu reden. Sie schien so traurig zu sein, dass sie die Worte nicht rausbrachte. Die Stotterphasen gingen dann wieder vorbei und kamen wieder, mal weniger mal mehr. Mit 3 Jahren gingen wir zur Logopädin. Wir erwischten allerdings auch eine gute Phase, ihr Stottern war in den letzten 3 der 4 Sitzungen kaum wahrzunehmen und es kam im Anschluss eine fast stotterfreie Zeit. Die Logopädin meinte, es sei ok so. Es sei entwicklungsbedingt (sie hatte Paukenröhrchen gesetzt bekommen mit 1,75 Jahren und in der Zeit davor voraussichtlich schlechter gehört und war als Baby/Kleinkind öfter im KH und hat dann einen enormen Sprachschatz aufgebaut, sie sei recht weit für ihr Alter). Man muss dadzu sagen, es war bei der Logopädin keine Therapie dort, sondern 4 Sitzungen, um das Ausmaß usw. abzuschätzen und um uns Eltern aufzuklären. Allerdings bin ich nun auch nicht wirklich schlauer, wie wir uns nun in Zukunft verhalten sollen, wenn es wieder schlimmer wird bzw. einfach so bleibt. Klar, wir reden ruhig mit ihr, wir geben ihr Zeit zum Aussprechen und halten Blickkontakt usw., wir thematisieren das Stottern nicht, wiederholen nur ruhig und flüssig die unflüssig gesprochenen Sätze. Ab und an stotterte sie dann wieder, aber es war nicht so schlimm. Nun wird sie im Juli 4 und seit etwa 3 Wochen ist es wieder heftiger geworden. Auch im Kindergarten wurden wir wieder darauf angesprochen. Den einen Nachmittag brachte sie zuhause in ruhiger Atmosphäre ein Wort trotz mehrfacher Versuche nicht heraus (etwa so: "Ich ha.. ha.. ha, ha, ich h.. ha, ich ha .. ha") und brach dann ab und schaute uns nur traurig an. Eventuell macht sie gerade auch einfach einen Entwicklungsschub durch - heute hat sie nach einem Streit plötzlich das 1x1 bis 10 vorgerechnet und alles in der Umgebung wird abgezählt, aus Langeweile zählt sie manchmal rückwärts von 10 bis 0. Seit ein paar Tagen ist es wieder besser geworden mit dem extremen Stottern, aber insgesamt ist ihr Stotter-Pensum doch sehr hoch für unsere Einschätzung.

Nun fragen wir uns, ob wir erneut zur Logopädin gehen sollten oder ob man einfach abwarten soll.

Was gibt es für Erfahrungen bei Kindern unter 4 Jahren. Gibt es dazu Empfehlungen? Oder kann ein Logopäde im Moment auch nicht mehr tun, als uns aufzuklären - was ja quasi schon erfolgt ist? Ich möchte meine Kleine auch ungern einfach so zum Arzt/Logopäden bringen, wenn es nicht sein muss bzw. förderlich ist.

Vielen Dank!

Claudia Tasch
Fachberatung der BVSS
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Re: Hallo, wir sind neu hier..

Beitrag von Claudia Tasch » 8. Februar 2014 23:19

Hallo Sonnenschein,
vielen Dank für Ihre Anfrage! Im Laufe der nächsten Tage werden wir, das Team der Fachberatung, eine Antwort für Sie einstellen.
Mit herzlichen Grüßen
Claudia Tasch

Claudia Tasch
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Re: Hallo, wir sind neu hier..

Beitrag von Claudia Tasch » 19. Februar 2014 22:51

Hallo Sonnenschein28,

vielen Dank für Ihre Anfrage im Forum der Fachberatung der bvss.
Prima, dass Sie sich bereits frühzeitig zu einer logopädischen Beratung begeben haben!
Ihr Umgang mit dem Stottern Ihrer Tochter (Blickkontakt halten, langsam sprechen, Zeit lassen etc.) ist sehr gut – ich würde es genauso empfehlen.
In Momenten stärkeren Stotterns, z.B. wenn Ihre Tochter kein Wort herausbekommt, kann es zusätzlich sehr hilfreich sein, mit Ihrer Tochter darüber zu sprechen. Sie können z.B. mitfühlend kommentieren, wie schwer das Sprechen manchmal ist, dass es scheint, es bleibe einfach im Mund stecken, dass Sie verstehen, dass sie traurig darüber ist. Ihre Tochter bekommt so die Rückmeldung, dass Sie ihre Not verstehen und mitfühlen. Sie könnten Ihr ebenfalls erzählen, dass es noch andere Kinder gibt, die auch so ein Problem haben und dass es Menschen gibt, die sich damit sehr gut auskennen und Kindern dabei helfen können, dass das Sprechen wieder leichter wird (und, falls es zutrifft, dass Sie bereits einen Termin mit einer Logopädin ausgemacht haben).
So weiß Ihre Tochter, dass ihr Problem gesehen wird, sie damit nicht alleine da steht und ihr geholfen werden kann.

Ich würde Ihnen auf jeden Fall dazu raten, sich noch einmal in logopädische Behandlung zu begeben. Man kann mit Kindern in diesem Alter bereits sehr gut logopädische Therapie im Bereich Stottern durchführen! Die Erfolgsaussichten sind bei einem frühen Therapiebeginn sehr gut. Eine logopädische Behandlung kann eine große Entlastung für Sie als Eltern UND für Ihr Kind darstellen.
Sie sollten jedoch sicher stellen, dass sich die betreffende Logopädin auf die Behandlung von Stottern spezialisiert hat. Die telefonische Info- Hotline der BVSS kann Ihnen Kontaktdaten von entsprechenden Logopäden in Wohnortnähe vermitteln.

Die BVSS hat über ihren Fachverlag Demosthenes ein sehr schönes Kinderbuch herausgebracht- es heißt „Fritzi und Wolle“ und bietet eine tolle Möglichkeit, kindgerecht das Thema Stottern aufzugreifen. Sie können es unter folgendem Link ansehen und bestellen: http://www.bvss.de/shop/csc_article_det ... le[ID]=158

Falls Sie sich weitere Informationen zum Thema Stottern wünschen, kann ich Ihnen ebenfalls den Elternratgeber „Mein Kind stottert- Was nun?“ empfehlen.

Falls Sie sich gerne mit anderen betroffenen Eltern austauschen würden, empfehle ich Ihnen das Eltern- Netzwerk unter www.eltern.bvss.de

Ich hoffe, ich konnte Ihnen erst einmal weiter helfen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

Herzliche Grüße,

Ruth Ezeh


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Aus technischen Gründen wurde die Antwort von Ruth Ezeh über Claudia Tasch eingestellt.

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