Seit Umzug ins Ausland stottert meien Tochter 2,5 Jahre

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Für Stotterer ist auch eine Beratung per E-Mail möglich (info@bvss.de), welche aber längere Bearbeitungszeiten haben kann.
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Jakarta2014
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Seit Umzug ins Ausland stottert meien Tochter 2,5 Jahre

Beitrag von Jakarta2014 » 12. März 2014 07:49

Hallo,
ich bin neu in diesem Forum.
Meine Familie lebt seit 3 Monaten in Jakarta, Indonesien. Wir haben eine 2,5 Jahre alte Tochter.Sie hat nun angefangen extrem zu stottern. Die Wörter wollen nicht rauskommen und manchmal beendet sie dann einfach den Satz nicht.Teilweise sind alle Wörter eines Satzes nicht zu verstehen auf Grund des Stotterns.Sie war und ist ein sehr redseliges Kind.
Kann das Stottern mit unserem Umzug in ein fremdes Land zusammenhängen? Hier hat unsere Tochter zum ersten Mal bewußt erlebt das wir (die Eltern) auch in einer anderen Sprache sprechen.Sie hat dann versucht uns nachzumachen und eine Fantasiesprache erfunden. Das sprechen der Fantasiesprache hat sich aber wieder gelegt. Sie ist nun in einem Unfeld in dem viel Englisch und Indonesisch gesprochen wird. Sie hat auch selber angefangen einige Wörter auf Englisch und Indonesich zu sprechen.

Ich bin wirklich verunsichert was das Stottern angeht. Leider habe ich hier in Indonesien keine Möglichkeit einen deutschen Logopäden aufzusuchen. Wäre es möglich zu einem englischsprachigen Logopäden zu gehen, oder macht das gar keinen Sinn?

Gruß aus Jakarta
Antje

Ruth Ezeh
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Re: Seit Umzug ins Ausland stottert meien Tochter 2,5 Jahre

Beitrag von Ruth Ezeh » 23. März 2014 21:47

Hallo Antje,

es tut mir Leid, dass meine Antwort so lange auf sich warten ließ – aber nun kommt sie:
Sie beschreiben, dass Ihre Tochter gerade begonnen hat zu stottern und Sie fragen sich, ob es einen Zusammenhang mit dem Umzug in ein fremdes Land geben kann.

Stottern beginnt häufig in diesem Alter. Der Umzug nach Jakarta, die neuen Lebensumstände, die neue Umgebungssprache etc. können ein Auslöser für den Beginn des Stotterns sein. Dies heißt aber nicht zwingend, dass das Sprechen so bleibt. Ein sehr hoher Prozentsatz von Kindern verliert das Stottern wieder. Dies nennt man Remission. Sie beschreiben starke Blockierungen und Satzabbrüche bei ihrer Tochter. Dies nehmen Sie zu Recht ernst. Ihre Tochter fühlt sich in solchen Situationen vermutlich unsicher und hilflos. Sie merkt, dass das Sprechen nicht mehr so klappt wie vorher. Sie möchte etwas sagen, und die Worte kommen einfach nicht aus dem Mund heraus. Das ist ein verstörendes Erlebnis.

Sie fragen, ob es Sinn macht, einen englischsprachigen Logopäden aufzusuchen. Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Der Logopäde kann Sie intensiv beraten, wie Sie Ihre Tochter im Moment am besten unterstützen können. Das ist auch eine wichtige Entlastung für Sie! Sie sollten sich allerdings – soweit möglich- einen Therapeuten suchen, der sich mit der Behandlung von Stottern auskennt.
Vielleicht finden Sie einen Therapeuten, der sich mit der Behandlung nach Lidcombe auskennt - in dieser Therapiemethode werden die Eltern sehr stark in die Therapie eingebunden und zu Co- Therapeuten ausgebildet. In Ihrem Fall wäre damit die sprachliche Barriere (Ihre Tochter spricht ja vermutlich noch kein englisch) kein Hindernis.

Die bvss im Demosthenes Verlag sehr gutes Material herausgegeben. Ich kann Ihnen den Elternratgeber „Mein Kind stottert- was nun“ sowie das neu herausgekommene Bilderbuch „Fritzi und Wolle“ sehr ans Herz legen. Im Elternratgeber werden viele Fragestellungen von Eltern beantwortet- er ist eine gute Hilfe für den Umgang mit Stottern. Das Bilderbuch bietet eine tolle Möglichkeit, mit Ihrer Tochter das Stottern auf kindgerechte Art und Weise zu thematisieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Anfrage hinreichend beantworten. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie sich auch gerne mit der telefonischen Hotline der bvss in Verbindung setzen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie, vor allem aber Ihrer Tochter alles Gute!

Mit herzlichen Grüßen aus Hanburg,

Ruth Ezeh (Logopädin, zertifizierte Stottertherapeutin- ivs)

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