Anwendung des Nachteilsausgleichs in mündlichen Prüfungen

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ina holtmann

Anwendung des Nachteilsausgleichs in mündlichen Prüfungen

Beitrag von ina holtmann » 15. März 2014 12:33

Unser Sohn hat im Frühjahr die Abschlußprüfung der Realschule. Dort ist eine mündliche Prüfung in Englisch erforderlich.
Der Nachteilsausgleich wurde von der Schule anerkannt. Die Englischlehrerin sagt, dass die mündliche Prüfung von ihm abgelegt
werden muss, mit Sprechzeitverlängerung, damit sie unter anderem seine englische Aussprache prüfen kann. Unser Sohn hat
aber gerade im Englischen eine massive und schwerste Stottersymptomatik. Wir haben die Beantwortung der Prüfung mit Hilfe
eines Laptops vorgeschlagen. Wie verhalten wir uns jetzt? Liebe Grüße Ina Holtmann

Ruth Ezeh
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Re: Anwendung des Nachteilsausgleichs in mündlichen Prüfunge

Beitrag von Ruth Ezeh » 23. März 2014 22:10

Sehr geehrte Frau Holtmann,

es hat etwas gedauert (ich war im Urlaub)- aber nun kann ich Ihre Anfrage beantworten.

Sie beschreiben, dass Ihr Sohn einen Nachteilsausgleich bekommen hat- das ist sehr gut. Wenn die Englischlehrerin darauf beharrt, die englische Aussprache zu prüfen, so ist das ihr gutes Recht. Schwierig ist natürlich, dass Ihr Sohn genau dann eine schwerste Stottersymptomatik zeigt. Vielleicht könnten Sie sich mit der Lehrerin auf einen Kompromiss einigen:
Eventuell ist es möglich, dass Ihr Sohn nur eine begrenzte Zeit lang (wenige Minuten) mündlich sprechen muss und den Rest der Fragen per Laptop beantwortet. Dies sollte eigentlich machbar sein. So kann die Aussprache beurteilt werden und danach der Wissensstand ermittelt werden.
Stottert Ihr Sohn genauso stark, wenn er zu Hause englisch spricht? Wenn nicht, wäre es vielleicht möglich, dass er vorab eine Videoaufnahme auf Englisch anfertigt und diese dann in der Prüfung vorlegt.

Falls Ihr Sohn im Moment in logopädischer Behandlung ist, könnte es auch hilfreich sein, wenn seine Logopädin während der Prüfung anwesend ist, um ihm bei starken Blockierungen die entsprechenden Hinweise zu geben, wie er seine erlernten Techniken anwenden kann. Ich weiß, dass solche Regelungen möglich sind. Meine Kollegin war zum Beispiel in der mündlichen Prüfung eines Studenten anwesend.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiter helfen! Falls Sie weitere Fragen haben, setzen Sie sich gerne mit unserer bvsss – Hotline in Verbindung.

Ich wünsche Ihnen und vor allem Ihrem Sohn viel Erfolg und drücke für die Prüfungen fest die Daumen!

Herzliche Grüße aus Hamburg,

Ruth Ezeh (Logopädin, zertifizierte Stottertherapeutin – ivs)

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