8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

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Michael13
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8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 30. April 2008 17:25

Ein frühlingshaftes Hallo an die ForumsGemeinde,

Dresden wird ja dieses Jahr nicht nur Ausrichtungsort des Bundeskongresses für stotternde Menschen sein, sondern erlebt dieses Jahr, genauer gesagt am 8.Juni 2008, eine Oberbürgermeisterwahl.

Und da habe ich mir - wie bereits unter "InVivo leicht gemacht" (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?f=12 ... a&start=15) angedeutet - gedacht, dass ich die Gelegenheit mal nutzen werde, um FÜR das Stottern "eine Lanze zu brechen".

Die in Dresden ansässige "Sächsische Zeitung" fand das offenbar auch ganz gut ...
Und alles weitere könnte ihr gern unter folgendem Link nachlesen: http://www.ob-winkler.com/downloads/SZ_ ... 29_S14.pdf.

So weit, so gut ... Allen DresdnerInnen danke ich jetzt schon für die Unterstützung. Bis Montag, dem 12.05.2008, 18 Uhr, könnt ihr mich im Übrigen noch durch eine Unterschrift unterstützen ... kann ja für die geellschaftliche Bewusstmachung des Phänomens Stottern ganz hilfreich sein.

Alles Gute, ciao Micha.

---***---
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von ---***--- » 30. April 2008 18:44

Hi Micha,

richtig mutig wäre, sich ernsthaft und mit Sachkenntnis einer solchen Wahl zu stellen. Sorry, Deine Kandidatur kommt wie Kasperl-Theater rüber, zumindest nach dem Zeitungsartikel. Aber Hauptsache überhaupt Aufmerksamkeit...? Seufz. Schade, Du vertust mE eine Chance, ich glaube, mit ein wenig mehr Kompetenz hättest Du Aussicht auf einen Achtungserfolg, zumindest auf 240 Unterstützerstimmen.
kann ja für die geellschaftliche Bewusstmachung des Phänomens Stottern ganz hilfreich sein
... hilfreich für wen? ok, Wahlkampfslogans sind eher nicht sinnvoll. Wenn's Stimmen bringt.

Und schau Dir mal zum Thema "stotternder Mensch" den Artikel über Euphemismus-Tretmühle an, vielleicht wirst Du den Begriff in Deinem Leben noch mal brauchen können.

Alles Gute
Mechthild

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Michael13
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 2. Mai 2008 11:33

Hallo liebe Mechthild,
Mechthild hat geschrieben:... richtig mutig wäre, sich ernsthaft und mit Sachkenntnis einer solchen Wahl zu stellen. Sorry, Deine Kandidatur kommt wie Kasperl-Theater rüber, zumindest nach dem Zeitungsartikel.
Sachkenntnis habe ich durchaus, nur ein anderes Verständnis von Politik ... und genau deshalb sieht es auch aus wie Kasperl-Theater. Was ist Dresden z.T. abgeht, ist Kasperl-Theater ... und genau dort gehört etwas mehr Vernunft hinein. Und bei anderen Themen nehmen sich alle Parteien derart wichtig, dass es grotesk wird ... Der Artikel über mich ist lediglich ein Spiegel der Dresdner Realität ... beim ertsen Lesen hatte ich etwas Schwierigkeiten damit, doch mittlerweile finde ich ihn sehr gut getroffen (nur das ich vergaß darauf hinzuweisen, dass ich in "Karl-Marx-Stadt" geboren wurde und nicht in "Chemnitz" :)
Mechthild hat geschrieben:...Aber Hauptsache überhaupt Aufmerksamkeit...? Seufz.
Ja, und? ... Warum "Seufz"? ... Wo ist das Problem? Wo ist dein Problem, Mechthild?
Da macht schon mal einer InVivo und dann ist's auch nicht okay :)
Mechthild hat geschrieben:Schade, Du vertust mE eine Chance, ich glaube, mit ein wenig mehr Kompetenz hättest Du Aussicht auf einen Achtungserfolg, zumindest auf 240 Unterstützerstimmen.
Ich glaube, so als Person, die nicht wenigstens mal einen Monat in Dresden gelebt hat (oder schätze ich das bei dir nicht richtig ein), würde ich mich da nicht so weit "herauslehnen" :) ... Deine kritische Ader in Ehren, Mechthild, nur ist es mein Anliegen, den roten Faden zu finden und mich nicht so sehr auf das dunkle Drumherum zu konzentrieren ... deshalb, sehen ja viele auch immer so schwarz :) ... und dann entsteht das Bild vom typischen Deutschen, der immer nur das Negative zu sehen scheint. Gegen etwas sein ist einfach, das FÜR ETWAS SEIN ist viel schwerer.
Außerdem denke ich, siehst du das alles ein bisschen zu "verkrampft" ... Politik kann auch durchaus Spaß machen.
Mechthild hat geschrieben:
kann ja für die geellschaftliche Bewusstmachung des Phänomens Stottern ganz hilfreich sein
... hilfreich für wen? ok, Wahlkampfslogans sind eher nicht sinnvoll. Wenn's Stimmen bringt.
Was macht denn die BVSS seit Jahren? Ich ergänze die BVSS-PR ... insofern kann es doch die BVSS auch für sich nutzen ... so à la "Da schaut her, das war mal ein Mitglied von uns ... und jetzt traut er sich sogar das." :) ... wäre das nicht mal ne Maßnahme :)
Mechthild hat geschrieben:Und schau Dir mal zum Thema "stotternder Mensch" den Artikel über Euphemismus-Tretmühle an, vielleicht wirst Du den Begriff in Deinem Leben noch mal brauchen können.
Danke für den Link, Mechthild ...
Ich habe momentan wenig Lust über unser beider Befindlichkeiten zum Thema "Stotterer" oder "stotternder Mensch" zu schreiben. Gern in Dresden beim BuKo mündlich ... Wir haben so ziemlich alle Argumente ausgetauscht und du kannst dich so sehen wie du dich sehen möchtest und ich werde das meinige tun. Was Wissenschaftler zu diesem oder jenem Thema zu sagen haben, integriere ich gern in mein Konzept ... doch letztlich zählt für mich die innere Erfahrung mehr als das, was andere schreiben. Ich fühle mich als "stotternder Mensch" nunmal besser als als "Stotterer" ... wenn das anderen anders geht, ist mir das recht. Jedem das seine ... und mir meine geistige Freiheit ...

In diesem Sinne, alles Gute und bis die Tage ... Micha.

---***---
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von ---***--- » 2. Mai 2008 17:02

Hallo Micha,
es ist natürlich Deine Sache, in welchem Kasperltheater und ob Du den Seppl geben willst ;-) – ganz alleine Deine Angelegenheit. Deshalb hatte ich nicht auf Deinen Beitrag geantwortet, es war keine Kritik an Deinem Vorgehen insgesamt, die stünde mir auch nicht zu. Es hat mit meinem Verständnis von Politik und Einmischung in öffentliches Geschehen zu tun und mit der Bedeutung, die Stottern dabei hat. Es ist leicht, sich hier in Deutschland zu beteiligen und sich Gehör zu verschaffen und Einfluss zu gewinnen, ob jemand stottert ist dabei kaum von Bedeutung, wenn man sich beteiligen will, man muss es nur tun.
Sachkenntnis habe ich durchaus, nur ein anderes Verständnis von Politik ... und genau deshalb sieht es auch aus wie Kasperl-Theater. Was ist Dresden z.T. abgeht, ist Kasperl-Theater ... und genau dort gehört etwas mehr Vernunft hinein. Und bei anderen Themen nehmen sich alle Parteien derart wichtig, dass es grotesk wird ... Der Artikel über mich ist lediglich ein Spiegel der Dresdner Realität ...
Was mich wirklich gestört hatte beim Lesen, waren die Sätze „Hinzu kommt das Streben nach einer besseren Welt und eine große Portion Unwissen. Ich muss zugeben, dass ich gar nicht weiß, was zu den Aufgaben eines Oberbürgermeisters gehört...“ Nochmal: seufz.
Als künstlerische Aktion hat das was, kann mich aber nicht wirklich aufrütteln, erfreuen oder sonst wie bewegen (hier spricht Dein Publikum).
Da macht schon mal einer InVivo und dann ist's auch nicht okay
InVivo ist Trainingslager, nicht der Wettkampf. Wofür trainierst Du? Was trainierst Du? :dontgetit Wie kommst Du auf die Idee, dass sonst keiner InVivo-Übungen macht? Traust Du Dich nicht, Deine Bewerbung als echten Wettkampf zu sehen, Dich ernsthaft darauf einzulassen? Ernsthaftigkeit und Spaß schließen sich übrigens nicht aus. Hintertür: es ist ja nicht echt, war nur Spaß...
Ich glaube, so als Person, die nicht wenigstens mal einen Monat in Dresden gelebt hat (oder schätze ich das bei dir nicht richtig ein), würde ich mich da nicht so weit "herauslehnen"
;-) ich war ja schon einige Male in Dresden, meine Schwester hat einige Jahre dort gelebt, aber die Ortskenntnis braucht es nicht, um einschätzen zu können, ob Du Chancen hättest, die Unterstützerstimmen zu bekommen...
Deine kritische Ader in Ehren, Mechthild, nur ist es mein Anliegen, den roten Faden zu finden und mich nicht so sehr auf das dunkle Drumherum zu konzentrieren ... deshalb, sehen ja viele auch immer so schwarz... und dann entsteht das Bild vom typischen Deutschen, der immer nur das Negative zu sehen scheint. Gegen etwas sein ist einfach, das FÜR ETWAS SEIN ist viel schwerer.
Danke für die „kritische Ader“ :biggrin
Ich verstehe es jetzt so, dass Du etwas über Politik lernst, indem Du es tust, und gleich auf der großen Bühne... es ginge auch einfacher.
Außerdem denke ich, siehst du das alles ein bisschen zu "verkrampft" ... Politik kann auch durchaus Spaß machen.
Ja! Und ohne, dass man eine Farce draus macht.
Was macht denn die BVSS seit Jahren? Ich ergänze die BVSS-PR ... insofern kann es doch die BVSS auch für sich nutzen ... so à la "Da schaut her, das war mal ein Mitglied von uns ... und jetzt traut er sich sogar das."... wäre das nicht mal ne Maßnahme
Und genau deshalb habe ich Dir geantwortet: Nein, das tust Du nicht, Du ergänzt die BVSS-PR nicht, Du machst das für Dich (völlig ok), Du tust mir mit Deiner Aktion keinen Gefallen. Ich fühle mich nicht von Dir präsentiert. Ich kann auch keinen besonderen Mut erkennen, tut mir leid. Ich finde, Du definierst Dich in dieser Aktion sehr stark über Stottern, darum geht es für die möglichen Wähler gar nicht, um eigene Befindlichkeit sollte es jemanden, der Verantwortung übernehmen will, auch nicht vorrangig gehen. Du machst Dich selber zum Behinderten, Du traust Dir selber nicht zu, gewählt zu werden und für Deine Ziele eintreten zu können. Das wär nicht nötig, ich find’s jammerschade.
Ich habe momentan wenig Lust über unser beider Befindlichkeiten zum Thema "Stotterer" oder "stotternder Mensch" zu schreiben. Gern in Dresden beim BuKo mündlich ... Wir haben so ziemlich alle Argumente ausgetauscht und du kannst dich so sehen wie du dich sehen möchtest und ich werde das meinige tun. Was Wissenschaftler zu diesem oder jenem Thema zu sagen haben, integriere ich gern in mein Konzept ... doch letztlich zählt für mich die innere Erfahrung mehr als das, was andere schreiben. Ich fühle mich als "stotternder Mensch" nunmal besser als als "Stotterer" ... wenn das anderen anders geht, ist mir das recht. Jedem das seine ... und mir meine geistige Freiheit ...
Ich fürchte, ich werde den Stottertest zum Buko „stotternder Menschen“ nicht bestehen, ich stottere so selten und möchte nicht vorgeben, immer zu stottern :smile. Klar kannst Du das sehen wie Du willst, hab ich Dir schon öfter geschrieben! Mir ist hier klarer geworden, dass Du Dich weit stärker über Dein Stottern definierst als ich das für mich tue, insofern passt „Stotternder Mensch“ bei Dir, bei mir nicht.
Ich drück Dir die Daumen, Deine Stimmen zu bekommen, und zu lernen, was zu lernen ist,
alles Gute - Mechthild

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 2. Mai 2008 17:32

Danke, Mechthild, für deine Einblicke ...

Mach mal dein Ding und ich das meine ... dann sehen wir mal weiter. Sieh, was du sehen möchtest und lass den Rest irgendwann einfach mal los ...

Falls du noch Verständnisschwierigkeiten damit haben solltest, wer oder was ich bin, dann sei dir noch gesagt, dass ich den Text ja nicht persönlich geschrieben habe. Das überlasse ich schon der Journalistin ... wie es dann rüberkommt, liegt im Auge des Betrachters ... doch das kennst du sicher alles ...
Mechthild hat geschrieben:Ich drück Dir die Daumen, Deine Stimmen zu bekommen, und zu lernen, was zu lernen ist,
alles Gute - Mechthild
Das nehme ich mit ... alles weitere können wir gern nach dem 12. Mai oder ggf. nach dem 8. Juni 2008 besprechen.

Alles Gute, Micha.

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Jaspis » 2. Mai 2008 18:46

Mechthild hat geschrieben:Sorry, Deine Kandidatur kommt wie Kasperl-Theater rüber, zumindest nach dem Zeitungsartikel. Aber Hauptsache überhaupt Aufmerksamkeit...? Seufz.
Hallo Mechthild,
meine erste Reaktion war fast wortgleich wie Deine. Aber inzwischen erkenne ich in Michas Kandidatur doch einen tieferen Sinn, den dieser Abschnitt des Zeitungsartikels beschreibt:
"Angst vor dem, was kommt, hat er nicht. Nicht davor, sich lächerlich zu machen und auch nicht, kläglich zu scheitern.
Am Ende wolle er nur eines, Fragen stellen und den Rathaus-Zirkus durcheinanderbringen, den Menschen zeigen, dass Politik für jedermann ist und von allen gemacht werden kann."

Man muß eben auch berücksichtigen, dass es um eine OB-Wahl in Dresden geht, einem Landstrich, in dem vor 18 Jahren noch sehr viele Menschen für kurze Zeit an die fett markierten Worte glaubten, und sich leider sehr schnell eines anderen belehren ließen.

Von daher habe ich mich entschieden, doch erst mal den Hut zu ziehen vor Michas Konsequenz und Mut. Ob es ihm und Dresden etwas bringt, kann er erst nach der Wahl beurteilen - und wie ich Micha kenne, wird er das auch. §dup

Gruß, Karen

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von dosi » 2. Mai 2008 22:45

Hallo Micha! Ich wollte mich bremsen mit meiner Meinung und kann es doch nicht.
InVivo ist für Dich Zigaretten schnurren auf der Straße und die Kandidatur zum Bürgermeister. Mach Dich doch nicht völlig lächerlich! Ist es nicht ein Gerangel um Aufmerksamkeit? PR für die Bundesvereinigung ist es gewiß nicht bzw. eine sehr schlechte. Willst Du mit Deinem Stottern irgendwelche Bonuspunkte bekommen? Ich weiß echt nicht, welche Show Du als nächstes abziehen willst. Ich möchte nicht, daß irgendwelche Stotterer Posten bekommen, für die sie nicht geeignet erscheinen. Wenn Du etwas kannst, dann mach das und mache es gut. Aber Bürgermeister sollen solche Leute werden, die vom wahren Leben Ahnung haben und sich für die Belange der Stadt und deren Bürger einsetzen. Dazu bist Du doch viel zu selbstverliebt.
Ich finde es durchaus beschämend, was Du angeblich für die Stotterer erreichen willst.
Michael - mir graut vor Dir!
Dosi
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

Wolf Schneider

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 3. Mai 2008 00:25

Meine lieben Damen,

ihr seid ja offenbar die einzigen, die sich zu diesem Thema äußern (wollen), was auch symptomatisch für so manches Themengebiet in unserem Lande ist ... was ich prinzipiell begrüße.
Was ich in den letzten zwei Monaten erlebt habe, war so einiges und ich möchte es keinesfalls missen ... natürlich finden einige die Idee absurd, doch Karen hat vielleicht einiges ganz gut beschrieben. Im Osten glauben einfach weniger Menschen daran, dass es mit dieser Art der Demokratie funktionieren kann. Im Westen gab es ein anderes Demokratieverständnis - mit allen Vor- und Nachteilen.
Ich sehe da vor allen Dingen zwei Dinge ... zum einen sucht man einen Menschen, der sich perfekt auskennt, seinen Posten womöglich schon vorher gelernt hat und zum anderen aber auch keinen, der genau die selben Spielchen mitspielt.
Und plötzlich kommt da einer daher, der ein politischer Nobody zu sein scheint. Vielleicht hat mir der Besuch von vielleicht 200-300 politischen Veranstaltungen innerhalb der letzten 5 Jahre (im Schnitt 1-2 pro Woche) und das (An-)Lesen von vielleicht 100-200 Büchern ja mehr politische Erfahrung gebracht, als viele der sogenannten Profis haben. Alles andere ist Kommunikation ... und da habe ich über bzw. durch das Stottern sehr viel gelernt.
Wer den "normalen" Weg geht, der ist automatisch in den Machtspielen mit drin, der gibt seine eigene Meinung spätestens vor dem Rathaussaal nicht selten ab. Was sollte da ein Quereinsteiger nicht können?

Zu einem der Hauptprobleme ...
Die Demokratie im Westen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch sehr viel Geld gestützt. Das System hatte Mitte der 1980er Jahre eigentlich ausgedient, wurde nochmals kurz aufgefrischt durch die Millionen "kaufwütiger" Ostdeutscher (z.T. inklusive meiner selbst) und ab 2000 kamen noch ein paar Osteuropäer hinzu. Den "kleinen Mann" und die "kleine Frau" interessierte das wenig, so lange es gut ihnen ging. ich möchte dabei schon behaupten, dass der Ostdeutsche tendenziell mehr dazu neigt, sich regieren zu lassen, denn ihm wurde da vieles "abtrainiert" zu DDR-Zeiten. Selbstbestimmung fand auf anderen Ebenen statt. Es war eine andere Art Egoismus, den der Ostdeutsche pflegte, einen eher unbewussten ... das eigene Ich besser als nicht existent ansehen und so tun als ob alles für die Gesellschaft zu tun wäre ... und im realen Leben dann doch immer wissen, wie man mit dem Hintern an die Wand kommt. Ich denke im Westen war das offensichtlicher, der Egoismus wurde offener ausgelebt ... ist jedoch eher eine Beobachtersicht meinerseits ...
Zurück zur Politik ... so sehr man über die Politik(er) schimpfen mag, alles ist zwecklos, wenn man nicht selbst bei sich anfängt.
Und genau das habe ich getan, in dem ich mich zur OB-Wahl stellen möchte. Warum sollte ich politisch etwas vorgaukeln? Ich war nicht im Ortsbeirat, in einer Partei, in irgendeinem Ausschuss oder oder oder ... doch ich habe gesehen, wie Politik läuft, wie Gruppendynamik funktioniert (das BVSS-Forum war da eine sehr gute Schule :)) ... und letztlich geht es mir um Dezentralisierung. Jede/r ist ein Politiker, die einen mehr, die anderen weniger ... wenn ich im Supermarkt einkaufe, betreibe ich Finanzpolitik und je nach Auswahl auch Entwicklungs- (regional oder von weit her) und Gesundheitspolitik (öko, konventionell) etc. ...
Die Prise Selbstironie ist einfach ein Erfahrungswert ... die meisten Politiker nehmen sich viel zu ernst, dabei wissen sie selbst das ihr Handlungsspielraum begrenzt ist. Sie können das natürlich nicht zugeben ... zudem fallen die meisten Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, die Abstimmungen (in welchem Gremium auch immer) sind doch meistens nur zur Information der Öffentlichkeit ...

Und wie kann man politiker(müde) Menschen wieder ein bisschen inspirieren? Meine Antwort heißt: Humor.
Nur wer sich selbst nicht soooo ernst nimmt, macht sich nicht vollkommen lächerlich. Wer im Übrigen denkt, dass ich keine politischen Ideen hätte, kann gern einiges unter http://www.ob-winkler.com nachlesen ... es gibt mehr als diesen einen Zeitungsartikel.

Dass es da immer Menschen gibt, die skeptisch sind und welche, die misstrauisch sind ... tja, so sind eben Menschen. Ich habe nichts gegen solche Meinungen, auch wenn ich mir vielleicht etwas anderes wünsche. Die meisten verdrängen ihre eigenen Probleme, indem sie sie auf andere übertragen ...

Mittlerweile finde ich solche Sätze wie "Michael - mir graut vor dir!" ja letztlich einfach köstlich. Wer hätte so etwas gedacht ... ich ganz bestimmt nicht :) ... Da fliegen dann wieder die unbewussten Befindlichkeiten durchs Internet, das eigene Ego hat kurzzeitig seine Ruhe ... solange bis es wieder gekitzelt wird :) ... Ich lerne daraus, denn wer sich in die Öffentlichkeit bewegt, sollte mit allem und allen rechnen ...

Alles in allem kann ich ja gar nichts verlieren ... ich kann eigentlich nur gewinnen. Und habe schon sehr viel gewonnen ... wer eine solche Erfahrung selbst schon einmal durchlebt hat, weiß vielleicht, was ich meine ...

Zwecks PR für die BVSS ... du bringst mich da auf eine Idee, Dosi ... Ich werde einfach mal eine Anfrage nach Köln starten, mal sehen, wie die Reaktion ist ... mal schauen, wie die PR-Stelle das findet. Das wäre doch mal interessant. Wie immer einfach mal kindlich naiv anfragen ... Fragen kostet ja bekanntlich nichts ...

So weit, so gut ... in jedem Fall dürfte es wieder mal ein kontroverses Thema im Forum gegeben haben (bei weitem natürlich nicht das einzige) und ich möchte allen stillen und aktiven Helfern ganz herzlich danken ...

Allen alles Gute, Micha.

Reinhold
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Reinhold » 5. Mai 2008 23:39

Hallo Mechthild, hallo Dosi,

ganz unabhängig von Eurer Einstellung gegenüber Micha finde ich es erstaunlich, dass Ihr es offensichtlich für notwendig erachtet, dass ein Bürgermeisterkandidat Kriterien wie "Berufenheit", "Qualifikation" oder "Ortskenntnis" erfüllen muss.

Meine Erfahrung weicht davon ab. Obwohl alle diese Kriterien sicherlich Vorteile haben, sind sie für eine erfolgreiche Kandidatur nicht zwingend notwendig. Die übliche Politikerkarriere ist doch eher folgende: Engagement in Jugendorganisationen großer Parteien, Studium (bevorzugt Politologie, Jura oder Lehramt), Engagement in der Partei, Positionierung und Rekrutierung, erfolgreiche Kandidatur in mittleren Städten, zwischendurch mal ein gutbezahlter, von den Parteikollegen vermittelter Job im öffentlichen Dienst oder kommunalen/städtischen Organisationen. Irgendwann, wenn man zielstrebig genug ist und zu jedermann freundlich ist und gut die Wahrheit verschweigen kann, ist man dann OB von Dresden. Das Wahlprogramm bekommt man vorher von den Parteikollegen diktiert.

Ihr habt recht – Michael erfüllt einige der von mir genannten Kriterien nicht. Das sollte man ihm aber nicht vorwerfen. Er ist wenigstens ehrlich und verbirgt seine Schwächen nicht.
:brav:

Gruß Reinhold

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von ---***--- » 6. Mai 2008 13:51

Hallo Reinhold, hallo Micha,
Michael13 hat geschrieben:Wer den "normalen" Weg geht, der ist automatisch in den Machtspielen mit drin, der gibt seine eigene Meinung spätestens vor dem Rathaussaal nicht selten ab. Was sollte da ein Quereinsteiger nicht können?
Strohmann-Argument, „Eine fiktive Person mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen beschreiben und behaupten, dass diese fiktive Person die Gruppe vertrete, die der Sprecher kritisieren will“...
Michael13 hat geschrieben:Zu einem der Hauptprobleme ...
Die Demokratie im Westen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch sehr viel Geld gestützt. Das System hatte Mitte der 1980er Jahre eigentlich ausgedient, wurde nochmals kurz aufgefrischt durch die Millionen "kaufwütiger" Ostdeutscher (z.T. inklusive meiner selbst) und ab 2000 kamen noch ein paar Osteuropäer hinzu...
Da verwechselst Du politisches und wirtschaftliches System, lieber Micha. Gehört „Karlsson auf dem Dach“ von Astrid Lindgren zu den paarhundert Büchern, in denen Du mal geblättert hast? Lohnt sich! Karlssons Lieblingsspruch ist „Das stört keinen großen Geist“ :biggrin
flojanika hat geschrieben:dass Ihr es offensichtlich für notwendig erachtet, dass ein Bürgermeisterkandidat Kriterien wie "Berufenheit", "Qualifikation" oder "Ortskenntnis" erfüllen muss.
öh – nur habe ich nichts davon geschreiben... berufen fühlt sich Micha sicher, mangelnde Ortskenntnis hat Micha mir vorgehalten. Bleibt die Qualifikation: Micha kennt die Aufgaben eines OBs nicht, da kann sich die Frage nach der Qualifikation auch nicht stellen, praktisch.
flojanika hat geschrieben:Das Wahlprogramm bekommt man vorher von den Parteikollegen diktiert.
Immerhin hat der Kandidat, die Kandidatin überhaupt ein Wahlprogramm...
Klar gehen heute viele Politiker den von Dir gezeichneten Weg. An und für sich ist daran nichts verwerfliches – außer wenn es stimmen würde, alle Politiker würden die Wahrheit verschweigen, also lügen. Das ist mir doch zu platt. Politikerschelte ist in Ost und West recht beliebt, auf Land- und Bundebene kann ich es noch irgendwo verstehen, wenn einer von 81 Millionen das Gefühl hat, nicht viel ausrichten zu können. Auf der kommunalen Ebene sind meine Erfahrungen ganz andere. Ich hab beruflich seit 16 Jahren mit Kommunen zu tun, arbeite mit Bürgermeistern, Stadt- und Gemeinderäten und interessierten Bürgern. Und ich habe auch mit einigen thüringischen Gemeinden gearbeitet. Diese von Karen und Micha skizzierten Ost-West-Unterschiede habe ich so nicht beobachtet (Unterschiede schon, aber das Klima ist in jedem Ort anders). Politische Prozesse sind spannend, unterschiedliche Menschen dabei zu erleben ist spannend, auch zu erleben, wie verzerrend die Darstellung in den Medien sein kann... und: jeder kann sich einbringen, freilich werden sich nicht alle Ideen in einer Gemeinschaft durchsetzen lassen und nicht jeder ist der Bürgermeister, Bundeskanzler, Papst.

Ein Irrtum: nur der Wahlsieger, die herrschende Partei, der/die OB, hat Einfluss.
Hier in Wü waren im März Kommunal- und OB-Wahlen. Bei 4 Bewerbern hat es der Grünen-Kandidat auf 18 % der Stimmen gebracht, seine Partei bekam "nur" 9%. Wegen der Qualifikation und Sachkenntnis des Kandidaten. Die wird von einem nicht geringen Teil der Wähler erkannt und geschätzt. Jemand wird nicht irgendwann OB, jemand wird gewählt. Zur Wahl gehen ist der kleinste Einfluss, den der einzelne in einer Demokratie hat, Stimmen läppern sich zusammen. Die Grünen im bayerischen Landtag beobachten es immer wieder: ihre Ideen werden erst abgeschmettert, dann von der Regierung wieder eingebracht. Sollte ihnen egal sein, wer letztlich den erfolgreichen Antrag stellt, ihre Ideen gestalten mit.

Michas Kandidatur ist seine Angelegenheit. Ich würd ihn nicht wählen, weil ich Naivität nur bei kleinen Kindern und sonst noch kleine Eisbären niedlich finde. Es ist seine persönliche Angelegenheit, ich sehe da kein Vorbild für andere Stotterer, auch keine positive PR für "Stottern", hab ich schon dargestellt. Ein wenig allergisch bin ich auf Bemerkungen wie „nun macht schon mal einer InVivo...“ „nun traut er sich sogar das“ – es gibt genug intelligente Menschen, die auch noch stottern, die ihren Mann oder ihre Frau stehen, mit Humor, mit Freude, manche sind sehr effektiv, Micha braucht sich nicht groß machen, indem er andere Stotterer, Stotternde, stotternde Menschen klein macht.

sG Mechthild

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 7. Mai 2008 03:30

Hallo liebe Mechthild, lieber Reinhold,

ich hatte gestern schonmal eine Antwort begonnen, dann stürzte Firefox ab ... weg war die begonnene Antwort.
Daher heute nur mal kurz, obwohl ich noch intensiver auf Reinholds Beitrag eingehen wollte. Quintessenz war ... du hast die beruflichen Hintergründe der 5 parteigebundenen Kandidaten schon fast perfekt erraten :) ... zwei JuristInnen, eine Erzieherin (fast wie Lehramt :)), ein Politikwissenschaftler und ein Wirtschaftsingenieur ... allesamt seit mindestens 10-15 Jahren im Politikgeschäft ...
Mechthild hat geschrieben:Strohmann-Argument, „Eine fiktive Person mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen beschreiben und behaupten, dass diese fiktive Person die Gruppe vertrete, die der Sprecher kritisieren will“...
Das verstehe ich nicht so recht ... was habe ich mit einem Strohmann zu tun? Könntest du das bitte nochmals mit eigenen Worten wiedergeben, Mechthild. Mir scheint, dass du etwas in mir sehen möchtest, was ich gar nicht bin bzw. sein möchte.
Kurzum: ich verstehe es noch nicht ... du weißt ja, die Naivität eines Forumschreibers :)
Mechthild hat geschrieben:
Michael13 hat geschrieben: Zu einem der Hauptprobleme ...
Die Demokratie im Westen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch sehr viel Geld gestützt. Das System hatte Mitte der 1980er Jahre eigentlich ausgedient, wurde nochmals kurz aufgefrischt durch die Millionen "kaufwütiger" Ostdeutscher (z.T. inklusive meiner selbst) und ab 2000 kamen noch ein paar Osteuropäer hinzu...
Da verwechselst Du politisches und wirtschaftliches System, lieber Micha. Gehört „Karlsson auf dem Dach“ von Astrid Lindgren zu den paarhundert Büchern, in denen Du mal geblättert hast? Lohnt sich! Karlssons Lieblingsspruch ist „Das stört keinen großen Geist“ :biggrin
Danke für den Buchtipp ... trotz allen Dankes dennoch eine Frage: war das jetzt auch ein Strohmann-Argument? :)
Doch Spaß beiseite, wenn du das politische vom wirtschaftlichen System trennen möchtest, dann hast du sicher einen Grund dafür. Theoretisch eine gute Idee, praktisch gesehen läuft das anders ... wie ich das finde, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn du das in deiner politischen Laufbahn auch praktisch so sauber trennen kannst/konntest, dann finde ich es umso verständlicher, dass du meine Kandidatur als abwegig empfindest. Ich glaube, du würdest ne gute Kandidatin abgeben, Mechthild :)
Mechthild hat geschrieben:Bleibt die Qualifikation: Micha kennt die Aufgaben eines OBs nicht, da kann sich die Frage nach der Qualifikation auch nicht stellen, praktisch.

Ich kenne die konkreten, praktischen Aufgaben eines OBs nicht, weil ich noch nie OB war. Ich habe eigene Vorstellungen, was ich als OB machen würde ... das "Sich-Anpassen" kommt von ganz allein. Ich bin keiner (mehr), der in eine Sache reingeht, ohne sich vorher zu überlegen, was er selbst bei der ganzen Angelegenheit tun möchte. Neues entsteht nicht dadurch, dass man vorher schon seine eigenen Ideen an der Rathaustür abgibt, sondern dass man sie mit hineinbringt. Dass das einige beunruhigend oder gar falsch finden mögen, liegt in der Natur der Sache ... Manchmal geschieht dieser Selbstfindungsprozess erst, wenn man schon drin ist ... dann wird's Zeit, sich wieder auszuklinken. Manche machen das leise, andere laut ... einige gehen von selbst, andere werden gemobbt :) ...
Bei der BVSS beispielsweise war ich drin und habe meine Position gefunden. Nachdem ich mich auf die PR-Stelle und die Geschäftsführerstelle beworben hatte (die anderen Aufgaben hatte ich irgendwie schon für mich ausreichend getan) und abgelehnt wurde, war es Zeit neue Wege zu gehen. Nun nehme ich das Stottern mit in die Welt und "benutze" es dort. Ob's den "alten Kolleginnen" gefällt oder nicht, ist mir eigentlich recht unwichtig. Wenn's interessiert, okay ... wenn nicht, dann auch ... wer's allzu stark m.E. negativ kritisiert, ist m.E. nach noch im Prozess drin ... was dann auch wieder okay ist ... nur wäre es einfacher sich auf den eigenen, denn auf den Prozess anderer zu konzentrieren.
Mechthild hat geschrieben:Michas Kandidatur ist seine Angelegenheit. Ich würd ihn nicht wählen, weil ich Naivität nur bei kleinen Kindern und sonst noch kleine Eisbären niedlich finde.
Ich vermute, du siehst meine Naivität in einem Punkt, den ich nicht meine. Sachbezogen halte ich mich sehr wohl für kompetent, strukturiell (Verwaltung, Regelungen etc.) nicht. Da ich weiß, dass die Strukturen in Dresden (und auch anderswo) meist nicht dazu geeignet sind, die Sachfragen adäquat und nachhaltig zu lösen, weiß ich schon, warum ich manchmal auch meine Naivität nutzen kann. Sie schützt mich vor allzu schneller Resignation ... das verarbeitet jeder anders. Kommen werden (innere) Veränderungen sowieso ...
Mechthild hat geschrieben:Es ist seine persönliche Angelegenheit, ich sehe da kein Vorbild für andere Stotterer, auch keine positive PR für "Stottern", hab ich schon dargestellt.
Also, Mechthild, wir sind wieder bei unserer "uralten Diskussion" :) ... ich hatte auch nie vor Vorbild für Stotterer zu sein, sondern höchstens für stotternde Menschen. Und die Reaktionen einiger Menschen gibt mir recht ... deine vehemente Kritik allerdings auch :) ... dafür danke ich dir ganz herzlich.
Mechthild hat geschrieben:Ein wenig allergisch bin ich auf Bemerkungen wie „nun macht schon mal einer InVivo...“ „nun traut er sich sogar das“ – es gibt genug intelligente Menschen, die auch noch stottern, die ihren Mann oder ihre Frau stehen, mit Humor, mit Freude, manche sind sehr effektiv, Micha braucht sich nicht groß machen, indem er andere Stotterer, Stotternde, stotternde Menschen klein macht.
Ich finde, du siehst das etwas zu emotional bzw. zu persönlich ... ich hatte nie vor, andere Menschen klein zu machen. Das entsteht lediglich aus deinem Blickwinkel heraus, dass ich mich angeblich größer machen wölle. Ich sehe es so, dass ich etwas tue, was jeder machen kann, ganz gleich ob stotternd oder nicht. Es muss ja auch nicht gleich der OB-Titel sein, doch es bot sich eben dieses Jahr so an in Dresden :) ... nächstes Jahr sind im Übrigen Landtagswahlen in Sachsen :) ... und Bundestagswahlen :) ... bei letzteren kannst du übrigens auch antreten, Mechthild ...

So weit, so gut ... genug für heute ... habe ca. 4 Stunden mit potentiellen Unterstützern geredet, habe in eine Pressekamera lächeln dürfen und irgendwann ist auch mal etwas Ruhe angesagt :) ...
Dank Euch jedenfalls allen ... in jedem Fall scheint das Thema ja nicht ganz so langweilig zu sein :) ... Allen alles Liebe, Micha.

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von dosi » 7. Mai 2008 12:54

Schön, daß Du nur "kurz" geschrieben hast.
Erschreckend fand ich in Deinem Beitrag, daß Du Vorbild für stotternde Menschen sein willst. Das macht mir so richtig Angst. Nur weil Du Dich selbst unendlich liebst - warum auch nicht, irgenjemand sollte das tun - muß man doch nicht den Anspruch haben, für andere Leute Vorbild zu sein. Für mich bist Du das auf keinen Fall. Interessehalber werfe ich jetzt mal die Frage in die Forums-Gemeinde: Für wen ist Michael 13 ein Vorbild?
Überrascht mich mit Euren Antworten.
Dosi
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von ---***--- » 7. Mai 2008 18:14

Hi Micha,
ein Einschub (weil Du gefragt hast, Dosis Frage interessiert mich auch brennend):
Michael13 hat geschrieben:
Michael13 hat geschrieben:Wer den "normalen" Weg geht, der ist automatisch in den Machtspielen mit drin, der gibt seine eigene Meinung spätestens vor dem Rathaussaal nicht selten ab. Was sollte da ein Quereinsteiger nicht können?
Mechthild hat geschrieben:Strohmann-Argument, „Eine fiktive Person mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen beschreiben und behaupten, dass diese fiktive Person die Gruppe vertrete, die der Sprecher kritisieren will“...
Das verstehe ich nicht so recht ... was habe ich mit einem Strohmann zu tun? Könntest du das bitte nochmals mit eigenen Worten wiedergeben, Mechthild. Mir scheint, dass du etwas in mir sehen möchtest, was ich gar nicht bin bzw. sein möchte.
Kurzum: ich verstehe es noch nicht ... du weißt ja, die Naivität eines Forumschreibers
Folge dem blauen Steinweg, oder dem Link, in meinen eigenen Worten auch noch mal gerne:
„Strohmann-Argument“ ist eine rhetorische Technik, die Du sehr gerne anwendest (hatten wir auch schon mal), sicher bewusst, weil Dir bewusste Formulierungen nach Deinen Aussagen so wichtig sind.
Im obigen Beispiel beschreibst Du jemanden, der/die „den normalen Weg geht“ und „automatisch in den Machtspielen mit drin“ ist usw., das ist die fiktive Figur mit den fragwürdigen Handlungen. (Ja pfui! muss da jeder sagen.) Nur: diese Person gibt es so nicht...
Nur scheinbar logisch die Schlussfolgerung: das kann ein Quereinsteiger auch.
So kann man ziemlich alles „beweisen“, überzeugend ist es nicht, um es höflich zu sagen.
sG Mechthild

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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von Michael13 » 9. Mai 2008 01:05

Hallo liebe Dosi, liebe Mechthild,

da der Dialog nun offenbar zu einem Dreiergespräch geworden ist, wende ich mich mal explizit an Euch beide ... was nicht heißt, dass andere ForumsNutzende nicht gern gesehen sind als Schreibende ...
dosi hat geschrieben:Erschreckend fand ich in Deinem Beitrag, daß Du Vorbild für stotternde Menschen sein willst.
So weit ich mich erinnern kann, habe ich nie etwas davon geschrieben, anderen Menschen ein Vorbild sein zu wollen. Vielleicht empfindest du das so, Dosi. Ich brauche selbst keine Vorbilder in dem Sinne, ich lerne gern von Menschen, doch mit dem Wort "Vorbild" tue ich mich da etwas schwer ... Hatte zum Thema "Vorbild" schon mal etwas im Forum geschrieben, nur finde ich es nicht mehr (möglicherweise ist es mittlerweile im nicht mehr zugänglichen Bereich) ... Kurzum: wenn ich selbst keine Vorbilder suche, habe ich auch wenig bis überhaupt kein Interesse daran, anderen Menschen ein Vorbild zu sein. Voneinander lernen können, Ideen geben und weiterverwenden/-entwickeln okay ... mehr nicht, doch auch nicht weniger :)
dosi hat geschrieben:Das macht mir so richtig Angst.
Sehr gut, Dosi, lass deinen Ängsten ruhig freien Lauf. Wenn du sie spürst, kannst du sie auch bearbeiten. Unbewusste Angst ist schwieriger zu bearbeiten als bewusste.
dosi hat geschrieben:Nur weil Du Dich selbst unendlich liebst - warum auch nicht, irgenjemand sollte das tun ...
:) ... Also, unendlich lieben tue ich mich nicht wirklich. Ich lerne jeden Tag dazu und wo ist das Problem, wenn man sich jeden Tag selbst ein bisschen mehr mag ... wird einem doch schon schwer genug gemacht :) ... Ansonsten vermute ich, hast du keine Ahnung von der Art und Weise meines Freundeskreises ... doch deine Gedanken bringen mich zum Schmunzeln - dafür liebe ich dich schon mal, Dosi :)
dosi hat geschrieben:Interessehalber werfe ich jetzt mal die Frage in die Forums-Gemeinde: Für wen ist Michael 13 ein Vorbild?
Überrascht mich mit Euren Antworten.
Kleiner Tipp am Rande, Dosi ... Wundere dich nicht, wenn du auf diese Frage keine Antworten bekommst ...
a.) die Frage ist zu versteckt geschrieben ... mach doch nen eigenen Thread auf :)
b.) mir persönlich wirkt sie etwas zu kindisch ... vermute, dass das anderen auch so geht (vielleicht auch nicht)
c.) hast du das mit dem Vorbild ins Spiel gebracht und arbeitest gerade deine eigenen gedanklichen Spielchen ab ... die Lösung auf deine Frage kann dir daher auch niemand geben außer du dir selbst.
Mechthild hat geschrieben:Im obigen Beispiel beschreibst Du jemanden, der/die „den normalen Weg geht“ und „automatisch in den Machtspielen mit drin“ ist usw., das ist die fiktive Figur mit den fragwürdigen Handlungen. (Ja pfui! muss da jeder sagen.) Nur: diese Person gibt es so nicht...
Nun, ein bisschen differenzierter sehe ich das schon als du das da beschreibst ... Mal so als Beispiel: heute traf ich eine Stadträtin der Partei X - ich kenne sie seit ca. 5, 6 Jahren. Ich fragte sie spaßenshalber, ob sie gekommen sei, um für mich zu unterschreiben ... sie meinte dann, dass sie da bestimmte Auflagen bekommen hätten ... naja, ist ja auch irgendwie verständlich aus dem Parteienumfeld. Wenn eine Partei selbst einen Kandidaten hat, kann ich doch nicht einen Parteilosen mit meiner Unterschrift unterstützen (eigentlich schon, doch "parteipolitisch" gesehen natürlich nicht). Selbige Frau erzählte mir auch mal, dass manchmal Stadträte der Partei Y zu ihnen kämen und sich aufgrund des "Fraktionszwanges" in ihren Parteien beklagen.
Bei einer Veranstaltung in Hamburg sprach ein Bundestagsabgeordneter der Partei Z und meinte, dass seine PR-Leute schon manchmal Dinge korrigieren, die er vielleicht so nicht hätte sagen wollen. Er ist im Übrigen schon etwas über die 60 (hat also so einige Lebenserfahrung) und im akademischen Bereich tätig ...
Vor einigen Wochen sprach ich mit einer Frau aus der Partei U (hmm, die Buchstaben hören auf :) ... doch es sind wirklich vier verschiedene Parteien :)) ... Wir wollten uns seit einem Jahr mal zum Thema "Grundeinkommen" (siehe auch http://forum.bvss.de/viewtopic.php?f=1&t=725) unterhalten. Erneut auf dieses Thema angesprochen - meinte sie, dass das Thema auf dem Parteitag in Hamburg sozusagen parteiintern ad acta gelegt wurde. Wir könnten uns jedoch gern mal privat darüber unterhalten ... Da dieses Gespräch quasi zwischen Tür und Angel in einer Art Parteizentrale geführt wurde, war die Sache da erst einmal sozusagen erledigt.
Fazit für mich aus diesen wahllos aneinander gereihten Geschichten: Wer in der Politik, in irgendeiner Partei ist und in irgendeinem Gremium sitzt, wird früher oder später zu einem gewissen Teil einer Gruppendynamik unterliegen. Die einen mehr, die anderen weniger ... das geht jedem Menschen so. Die allerwenigsten können sich vollständig davon frei machen ... und wenn dann sind sie selten in einer Partei :) ... Und Stadträte oder OBs sind nunmal meist parteigebunden oder abhängig. Manche Bundestagsabgeordneten werden auch von der Industrie "gestellt" bzw. herangezogen ... da spart man sich die Lobbyarbeit und der Steuerzahler zahlt die Lobbyarbeit gleich mit ... clever, oder? :)
Mechthild hat geschrieben:Nur scheinbar logisch die Schlussfolgerung: das kann ein Quereinsteiger auch.
So kann man ziemlich alles „beweisen“, überzeugend ist es nicht, um es höflich zu sagen.
Man kann immer sowohl eine Behauptung auch als das Gegenteil beweisen, gar kein Problem ... irgendwann kommt zum Kopfdenken auch das Bauchgefühl hinzu ... Ich will damit nicht die Politik im ganzen kritisieren, sondern nur ihre Grenzen ausloten ...

Doch alles in allem bleibe ich bei den für mich allgemein gültigen Feststellungen "Jeder sollte nach seiner Fasson glücklich werden" und "Es gibt nichts Gutes außer man tut es" (das war von Erich Kästner) ... insofern sind meine Ansichten nur Ergänzungen, die keinen Anspruch auf Kritik rein der Kritik willen haben oder nun etwas völlig anderes darstellen. Das betrifft die Politik genauso wie das Stottern ...

In diesem Sinne, allen alles Gute, Micha.

---***---
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Re: 8. Juni 2008 - PR für Stottern mal anders ...

Beitrag von ---***--- » 9. Mai 2008 14:31

Hi Micha,

Danke!, dass Du dies
Michael13 hat geschrieben:So weit ich mich erinnern kann, habe ich nie etwas davon geschrieben, anderen Menschen ein Vorbild sein zu wollen... habe ich auch wenig bis überhaupt kein Interesse daran, anderen Menschen ein Vorbild zu sein.
so eindeutig klargestellt hast.

sG Mechthild

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