Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

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Johannes
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Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 10. September 2009 12:04

-- Die Studie ist beendet, daher habe ich den Eintrag gelöscht --
Zuletzt geändert von Johannes am 7. Dezember 2011 22:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von ---***--- » 28. September 2009 23:53

Wer über seine Eindrücke bei der Teilnahme an der Studie diskutieren will, ich habe hier ein Thema dazu aufgemacht http://forum.bvss.de/viewtopic.php?f=1&t=1685

Hallo Johannes,

ich war beim Ausfüllen doch irritiert, dass ich nur die Wahl hatte zwischen "Durchstottern" und "Sprechtechnik einsetzen".
Es gibt noch andere Möglichkeiten...

Wird das Ergebnis der Studie hier veröffentlicht werden?

Schönen Gruß,
Mechthild

Johannes
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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 29. September 2009 11:59

Hallo Mechthild,
ja, es gab ja noch als dritte Möglichkeit Vermeidung.
Welche anderen Möglichkeiten meinst Du?
Über die Ergebnisse kann ich gerne demnächst mal berichten, aber das kann sich hinziehen. In diesem Jahr wird das sicher nichts mehr...
Johannes

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von ---***--- » 29. September 2009 21:37

Hallo Johannes,
die Ergebnisse eilen nicht. Wenn sie veröffentlich werden, wäre das recht nett. Die meisten Ergebnisse der Untersuchungen, bei denen im Forum um Mitarbeit gebeten wurde, sind nicht hier veröffentlicht worden. Es wäre auch wie eine Auflösung des Rätsels, was untersucht wurde, und wie andere empfunden haben.

Als weitere Möglichkeiten sehe ich, normales Sprechen, Blocklösetechniken, wenn ein Stottermoment auftritt (also Pullouts anwenden). Oder Nachbesserungen/Cancellation anwenden, wenn ein Wort gestottert wurde, oder beides kombinieren...
Mechthild

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von 2412 » 30. September 2009 01:11

Naja, Pullouts sind doch auch eine Sprechtechnik. Allerdings lokal, wohingegen Techniken wie KST global sind.

Johannes
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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 30. September 2009 10:19

Das stimmt, Pullouts und Cancellations wären noch eine Möglichkeit gewesen, aber dazu gibt es schon eine Studie, und man muss sich halt auch beschränken, denn bei zu vielen Bedingungen wird erstens der Versuch zu lang (und Ihr als Probanden unmotivierter) und zweitens verschlechtern sich die statistischen Auswertungsmöglichkeiten.
Und beim zweiten Teil des Versuchs auch "normales Sprechen" dazuzunehmen, dürfte in der Regel wenig Sinn machen, denn leider können die meisten Stotternden nicht einfach "normal sprechen", wenn sie sich das vornehmen. Die Kategorie "Durchstottern" soll ja gerade bedeuten: "Versuchen, stotterfrei zu sprechen, aber Blocks in kauf nehmen", d.h. eben nicht Vermeiden oder Sprechtechnik Anwenden.

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Qwent » 30. September 2009 20:03

Ich hatte das Problem das oft Fragestellung und Antwortmöglichkeit für mich nicht zusammenpassten. Speziell irritierend fand ich das unter Vermeidungsverhalten nur „Stottern verstecken“ (oder so ähnlich) verstanden werden sollte. Stottern kann ich aus den verschiedensten Gründen vermeiden, aber das ich mein Stottern verstecken möchte ist bei mir ehe die sehr seltene Ausnahme.

Sympathie ist für mich nicht eine Frage ob jemand stottert oder nicht, lediglich die Anwendung einer Sprechtechnik über die gesamte Gesprächsdauer wirkt auf mich etwas unsympathischer, da ich dies nicht authentisch finde. Aber, ob jemand sein Hemd bis oben zuknöpft oder nicht hat bei mir mehr Einfluss auf mein Sympathieempfinden.

Qwent

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von ---***--- » 30. September 2009 23:55

Hallo Johannes,

möchtest Du Deine Anmerkungen aus dem anderen Thread hier wiederholen?
Ich hoffe doch nicht, dass Leute an der Studie teilnehmen, die vorher die Diskussion gelesen haben (tut ihr nicht, nicht wahr?)
Johannes hat geschrieben:Und beim zweiten Teil des Versuchs auch "normales Sprechen" dazuzunehmen, dürfte in der Regel wenig Sinn machen, denn leider können die meisten Stotternden nicht einfach "normal sprechen", wenn sie sich das vornehmen. Die Kategorie "Durchstottern" soll ja gerade bedeuten: "Versuchen, stotterfrei zu sprechen, aber Blocks in kauf nehmen", d.h. eben nicht Vermeiden oder Sprechtechnik Anwenden.
Hm, gerade deshalb konnte ich nicht angeben, was ich tue. Ich spreche spontan flüssig, nehme in Kauf, dass "Stotterermomente" (Qwent mag dieses Wort nicht ;)) kommen, stottere aber nicht "durch". Entweder ziehe ich mich leicht heraus (pulloute), oder ich stottere zumindest ohne meine früheren Sekundärsymptome. Auch da greife ich ein, weil ich diese Reaktionen stoppe. Da ich, im Schnitt, 1 % aller Silben stottere, würde das anders aussehen als durchgehend das Sprechen zu verändern, um nicht ins Stottern zu kommen. Wenn ich mehr Sprechunflüssigkeiten habe, mache ich Nachbesserungen, aber das ist sicher eine zu spezielle Art, mit einem Block umzugehen. Ich meine, Leute die Stottermodifikationen machen, haben Schwierigkeiten im Teil, in dem es um das eigene Stottern geht, sich selber einzuordnen.

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Qwent » 1. Oktober 2009 11:02

Hallo Mechthild, hallo Johannes,

ich habe natürlich erst meine Kreuzchen gemacht und dann die beiden Thread’s gelesen! Eigentlich wollte ich an der Studie gar nicht teilnehmen, wie ich es normalerweise zu handhaben pflege, aber im anderen Thread Mechthild, hast du mich neugierig gemacht (leider) und ich habe deine Rat beherzigt und erst Fragebogen beantwortet und dann die Thread’s gelesen. Auch wenn es umgekehrt gewesen wäre, wäre wohl das gleiche Ergebnis zu Stande gekommen.

An der Aussagekraft der Studie habe ich meine Zweifel. Ich denke unsere Selbstwahrnehmung des eigenen Stotterns lässt sich nur schwer auf solche Videoclips übertragen.

Qwent

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 1. Oktober 2009 11:59

Ich wurde gebeten, meine Erläuterungen zu meiner Studie, die ich in dem anderen Thread gemacht habe, hier zu wiederholen. Also dann:

Ich habe mit Interesse die Diskussion über meine Studie verfolgt. Hier einige Anmerkungen:

1. Es geht in dieser Studie tatsächlich nur um die Frage, wie man glaubt, dass der andere einen wahrnimmt, und NICHT darum, wie man die jeweilige Sprechweise selber findet. (Das ist ja nicht dasselbe: Man kann ja zum Beispiel seine Sprechtechnik selber sehr gut und angenehm finden, aber trotzdem vermuten, dass die Mitmenschen eher negativ auf sie reagieren.) Ich hatte schon einige Teilnehmer, die dies anscheinend missverstanden haben, daher bitte ich diejenigen unter Euch, die dasselbe Missverständnis hatten, mir dies wenn möglich persönlich mitzuteilen und evtl die Studie noch einmal zu machen. An der Verlosung nehmt Ihr dann natürlich trotzdem teil!

2. Die Frage, wie Nicht-Stotternde auf die verschiedenen Sprechweisen reagieren, ist auch interessant, ich weiß. Ich habe sie in einer anderen Studie - mit denselben Videos - bereits untersucht. Sobald die Ergebnisse veröffentlicht sind, kann ich auch gern über die Ergebnisse Auskunft geben.

3. Bitte nehmt an meiner Studie NICHT mehrfach teil (wie einer von Euch hier schon ankündigte). Ihr schadet damit meiner Studie und der wissenschaftlichen Erforschung des Stotterns im Allgemeinen.

4. Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr in Euren lokalen Selbsthilfegruppen etc auf die Studie hinweist, denn es ist mir wichtig, dass eine möglichst große und repräsentative Stichprobe zusammenkommt.

5. Ich führe die Studie in Eigenverantwortung durch. Ich kooperiere zwar mit der KST hinsichtlich der Datenerhebung, bin ansonsten aber meiner Uni verpflichtet und werde nur von der Uni bezahlt, nicht von der KST. Wichtig ist mir, dass Ihr Euch möglichst offen auf die verschiedenen Sprechweisen einlasst, ohne Vorurteile (z.B. "KST ist gut" oder "KST ist schlecht").

Johannes
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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 1. Dezember 2010 16:31

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich hatte ja versprochen, Euch über meine Publikationsfortschritte zu informieren. Also, seit heute könnt Ihr die Ergebnisse der Studie in der Zeitschrift "Sprachheilarbeit" nachlesen. Dort gebe ich einen Überblick über zwei Studien (Eure und eine an Nicht-Stotterern über Stotterer). Letztere Studie findet sich außerdem bereits im "Journal of Communication Disorders". Erstere ist bislang eingereicht, aber noch nicht angenommen worden. Die Angaben und Links findet Ihr auch auf meiner Homepage - einfach "Johannes von Tiling" bei Google eintippen. Die Zeitschriften sind leider nicht online, aber viele Unis haben sie online oder in der Printausgabe abonniert, also einfach mal nachschauen...

Die Ergebnisse kurz zusammenzufassen ist natürlich schwer. Ich versuchs trotzdem: Mit Stottersymptomen und Fluency-Shaping-Sprechtechnik fühlt Ihr Euch - im Vergleich zu flüssigem Sprechen - in etwa gleich negativ (ängstlich, nervös, inkompetent etc.) von Euren Zuhörern wahrgenommen, wobei das auch davon abhängt, ob Ihr eine Fluency-Shaping-Therapie gemacht habt oder nicht. Mit Vermeidungssymptomen (Füllwörter, Satzumstellungen, Verzögerungen etc.) fühlt Ihr Euch noch einmal deutlich negativer wahrgenommen. Damit könnt Ihr ziemlich gut antizipieren, wie Ihr tatsächlich wahrgenommen werdet (siehe andere Studie). In den Artikeln geht es auch noch um die Ursachen dieser Befunde, aber das würde hier zu weit führen...

(Wenn ich "Ihr" schreibe, ist damit natürlich nicht impliziert, dass das bei JEDEM Stotternden so ist. Ich schreibe "Ihr", weil Ihr ja an der Studie unter anderem teilgenommen habt.)

Johannes


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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von ---***--- » 6. Dezember 2010 20:06

Hallo Johannes,
sehr aufmerksam, Dich wieder zu melden, Danke!

Über Google bin ich auf eine Zusammenfassung gestoßen, Die Angst vor dem Stottern und ihre Ursachen, ein zentrales Thema, wie ich finde.

Ich hoffe, es ist ok, hier den deutschen Teil ganz zu zitieren. Für mich werden wichtige Fragen aufgeworfen.
Theoretischer Hintergrund

Seit Langem ist bekannt, dass Angst ein wichtiger Bestandteil des
Stotterns ist. Erst in den letzten Jahren wurde jedoch untersucht,
was genau der Gegenstand dieser Angst ist. Dabei rückten negative
Bewertungen und Reaktionen der Zuhörer immer mehr in den
Mittelpunkt. Stotternde Menschen werden von ihren Mitmenschen
negativ stereotypisiert und ihre Sprechweise als Zeichen von
Selbstunsicherheit, Unfreundlichkeit, Ängstlichkeit und kommunikativer
Inkompetenz gedeutet.

Fragestellung

Sind diese negativen Zuschreibungen abhängig von den jeweils
gezeigten Stottersymptomen (Kernsymptome, Vermeidungsverhalten,
Sprechtechnik)? Inwieweit sind sich die Betroffenen über
diese negativen Zuschreibungen jeweils bewusst?
Methode
In zwei experimentellen Studien, die überblickshaft vorgestellt
werden, wurden sowohl Betroffene als auch Nicht-Betroffene mit
Videoclips konfrontiert, in denen eine von fünf Sprechweisen zur
Anwendung kam: Flüssiges Sprechen, Fluency-Shaping-Sprechtechnik,
Kernsymptome, Vermeidungssymptome und eine Kombination
von Kern- und Vermeidungssymptomen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

Vermeidungssymptome wurden negativer beurteilt als Kernsymptome
und Sprechtechnik. Zwischen Kernsymptomen und Sprechtechnik
fanden sich keine Unterschiede. Stotternde Menschen
konnten die negativen Bewertungen der Mitmenschen gut antizipieren,
mit Ausnahme der Sprechtechnik, deren Bewertungen
von Fluency-Shaping-Klienten positiver wahrgenommen wurde,
als sie in Wirklichkeit waren. Implikationen für Fluency-Shaping-
Ansätze sowie neue Therapiebausteine, die sich speziell auf Angst
und Scham richten, werden diskutiert.
Ist "social punishment" in den angelsächsischen Ländern nicht längst als große Quelle der Angst identifiziert? Interessant, dass Stotternde sich die Abwertung nicht einbilden, sondern sehr realistisch vorhersagen können. Es gibt tatsächlich, eher im deutschsprachigen, eine Tradition, den Stotternden als eingebildet ängstlich zu bezeichnen.

Ich weiß nicht, ob die Funde unangreifbar sind. Mir kamen die Szenen sehr unterschiedlich vor, die Körpersprache war in jedem Teil eine andere. Das "Kernstottern" hätte ich nicht als Kernstottern bezeichnet. Es ist offenes Stottern, aber mit starken Sekundärsymptomen. Aber vielleicht ist das absurde Vermeidungsverhalten, zB, das gezeigt wurde, tatsächlich Ausdruck von Unsicherheit und fehlender kommunikativer Kompetenz? Genauso, wie das Sprechen in Fluency-Shaping-Technik? Und geht mit einer entsprechenden Körpersprache einher.

Was bedeutet es, dass FS-Klienten die Reaktionen ihrer Mitmenschen nicht richtig deuten können?
Den Befund finde ich Wert, überprüft zu werden.
Hier im Forum gab es schon desöfteren schwere Konflikte, wenn offen ausgesprochen wird, wie FS auch auf einen stotternden Hörer wirken kann. Auch in Filmbeiträgen fand ich oft verwunderlich, wenn ein abnormes Sprechen gegenüber Stottern so positiv hervorgehoben wird. Hören die Leute sich nicht selber? Nein, tun sie anscheinend nicht.
Was passiert da, während der Therapie?
Was passiert, wenn jemand sich selber ständig etwas vormachen muss?

Wären Implikationen für FS-Ansätze dann nicht, genau zu schauen, für wen diese Therapie geeignet ist?

Leider steht in der Zusammenfassung nichts über die "neuen Therapiebausteine, die sich speziell auf Angst und Scham richten" - es gibt ja bereits Therapien, die solche Bausteine umfangreich enthalten, verbunden mit sprechmotorischen Übungen. Schade, dass in der Studie kein Beispiel war, für offen gezeigtes Stottern in selbstsicherer und kommunikativ kompetenter Haltung.

Grüße!

Johannes
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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 9. Dezember 2010 18:23

Hallo ---***---, danke für Deine Anregungen und Fragen, die so zahlreich waren, dass ich unmöglich auf alle antworten kann... Vielleicht zu dem letzten Absatz: Ein kommunikativ kompetentes Stottern war ja m.E. durchaus mit dabei, allerdings in schwerer Symptomatik. Und zu der Frage der Therapie von Angst, Scham und Vermeidung: Da schildere ich in dem Artikel ein bisschen was (allerdings nur wenig) drüber, geht insbesondere um Kognitive Verhaltenstherapie, wie sie in letzter Zeit immer häufiger auf das Stottern angewandt wird. Vielleicht dazu demnächst hier mal mehr - denn dazu ist eine Studie in Planung...
Johannes

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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von ---***--- » 12. Dezember 2010 23:44

Hallo Johannes, Danke für das Antworten! Ich bin gespannt auf die neue Studie, würde auch gerne die Ergebnisse der vorliegenden nachlesen. Wäre es für Dich denkbar, einen Artikel im Kieselstein dazu zu schreiben?
Johannes hat geschrieben:Ein kommunikativ kompetentes Stottern war ja m.E. durchaus mit dabei, allerdings in schwerer Symptomatik.
Ja, das stimmt.
Jede Situation war im Extrem dargestellt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Vermeiden sich häufig "lohnt", bei leichtem Stottern.
Gibt es Ansätze, Studien, zum Thema wie der negativen Stereotypisierung ganz allgemein entgegengewirkt werden könnte? Meines Erachtens läuft das auf Aufklärungsarbeit raus, auf die Entwicklung geeigneter Strategien, persönlich, gesellschaftlich. Grüße!

Johannes
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Re: Online-Studie über soziale Aspekte des Stotterns

Beitrag von Johannes » 18. Dezember 2010 11:41

Hallo,
klar, da könnte ich auch mal was im Kieselstein dazu schreiben.
Was man gegen Stereotypisierung machen kann? Groß angelegte Kampagnen sind sicher wichtig, aber man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass man damit wirklich viele Leute erreicht. Um in die Öffentlichkeit zu kommen, braucht man Personen, die das Ganze transportieren. Wenn da mal einer käme, wer weiß, vielleicht würde das was bringen. So wie der Fall Enke für eine Sensibilisierung bzgl der Depression gesorgt hat. Aber Prominente, die stottern, stottern meist nur wenig und können es gut kontrollieren oder verstecken.
Auf der individuellen Seite kann man natürlich versuchen, durch geeignete Maßnahmen (Stottern ansprechen, selbstbewusst kommunizieren etc etc) negativen Vorurteilen zu begegnen, aber das ist Euch sicher nichts Neues...
Johannes

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