Stille Post

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paul.dest
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Stille Post

Beitrag von paul.dest » 29. Juli 2012 10:04

Stille Post in wissenschaftlichen Publikationen
oder "Warum man der indirekten Wiedergabe immer mißtrauen sollte"


In seinem Aufsatz "Der Einfluß des Hörens auf das Stottern" von 1932 beschreibt Artur Kern seine Vertäubungsmethode mit folgenden Worten:
[quote="Artur Kern"]Im Anschluß an den Bergerschen Vortrag machte R. Schilling eine Diskussionsbemerkung, die darauf hinwies, daß im Freiburger phonetischen Laboratorium seit längerer Zeit Versuche mit der Baranyschen Trommel bei Stotterern gemacht werden. ...

...

Und das ist aus Kerns Experimenten etwa 40 Jahre später bei Van Riper und Wingate geworden. Offenbar beides auf dem Umweg über Sherry und Sayers.

...

Stille Post scheint ein Klassiker zu sein! Sogar in wissenschaftlichen Publikationen!

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Re: Stille Post

Beitrag von Jaspis » 29. Juli 2012 10:12

Hallo Paul,
das heißt, Artur Kern hat selbst keine Aussage über das Ergebnis der Vertäubung abgegeben? Auch nicht an anderer Stelle?
Gruß, Jaspis!

paul.dest
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Re: Stille Post

Beitrag von paul.dest » 29. Juli 2012 13:31

Jaspis hat geschrieben:das heißt, Artur Kern hat selbst keine Aussage über das Ergebnis der Vertäubung abgegeben?
Doch, verschiedenes Sprechverhalten unter "Vertäubung" durch Barany-Lärmtrommel wurde von Kern an 32 Probanden getestet und das Ergebnis ausführlich dokumentiert.

Aber das ist gar nicht der Punkt! Der Punkt ist, dass eine Barany-Trommel - wie im oben verlinkten Video zu sehen - mitnichten "eine laute Trommel" ist, sondern ein aufziehbarer, mechanischer Wecker ohne Uhrwerk. Darüberhinaus waren Barany-Trommeln damals Standardwerkzeuge der Audiologie und unter genau diesem Namen bekannt. Hätten Van Riper und Wingate auch nur die ersten zwei Seiten des Aufsatzes von Kern eingesehen, wüssten sie wovon die Rede ist. Und obwohl beide in den Referenzen zu ihren Veröffentlichungen den Aufsatz von Kern anführen, hat offenbar keiner von ihnen auch nur einen Blick darein geworfen.

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Re: Stille Post

Beitrag von Jaspis » 29. Juli 2012 15:09

Achso, darauf wolltest Du hinweisen, jetzt verstehe ich es.

Ich hatte den Satz
Im Anschluß an den Bergerschen Vortrag machte R. Schilling eine Diskussionsbemerkung, die darauf hinwies, daß im Freiburger phonetischen Laboratorium seit längerer Zeit Versuche mit der Baranyschen Trommel bei Stotterern gemacht werden.
so gedeutet, dass nicht Kern die Versuche selbst gemacht hatte, sondern ihm lediglich darüber berichtet wurde, dass Versuche stattgefunden hatten. Ob mit oder ohne Wecker oder Trommel ...

Ist vielleicht auch egal, mit was man in den Wahnsinn getrieben wird/wurde, ob mit lautem Weckergeräusch oder lauten Trommeln? :wink:

Aber, zurück zum Ernst, berichte weiter über solche Ungereimtheiten, das sensibilisiert für das Lesen solcher Texte. Danke für Deine Bemühungen hierzu!
Gruß, Jaspis

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Re: Stille Post

Beitrag von paul.dest » 29. Juli 2012 15:54

Jaspis hat geschrieben:Ist vielleicht auch egal, mit was man in den Wahnsinn getrieben wird/wurde, ob mit lautem Weckergeräusch oder lauten Trommeln? :wink:
:mrgreen: Das ist der Tat egal. Das Stottern allerdings verschwindet nur, wenn die Grundfrequenz der eigenen Stimme hinreichend gut überdeckt wird. ;-)

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Re: Stille Post

Beitrag von Torsten » 30. Juli 2012 11:47

Das ist ein schöner Fund, Paul! Ich hab mir unter einer "very loud Barany drum" auch etwas Exotischeres vorgestellt als diesen Wecker - eine Trommel von den Barany-Inseln vielleicht... :D
www.stottertheorie.de

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