Stottern,Poltern u.Asperger- Stottern,Poltern und ADS,ADHS ?

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Beitrag von ---***--- » 29. Oktober 2007 12:18

Hallo,
transit hat geschrieben:Hallo, sind Stotterer hochsensibel ?
Ist die Sensibilität unter Stotterern höher als in anderen Gruppen, im Durchschnitt?
Wie an Norbert zu sehen, muss nicht jeder Stotterer sensibel sein :P.
Und nicht jeder Sensible stottert ...

Manchmal habe ich den Eindruck, Stotterer sind leichter kränkbar als andere Menschen, aber Empfindlichkeit hat mE nicht unbedingt was mit Empfindsamkeit zu tun ...

sG Mechthild

kann nicht mithalten: 248 Punkte

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Marek
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Beitrag von Marek » 2. November 2007 18:05

Interessanter Test und Interessantes Thema
Mit Isabel kann ich nicht mithalten. Aber ich habe immerhin 201 Punkte, bin also mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine HSP". Hätte ich auch gedacht :D.
Früher hätte ich wahrscheinlich noch mehr gekriegt. Scheine in letzter Zeit abgestumpft zu sein :wink:

transit
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Stottern,Poltern u.Asperger- Stottern,Poltern und ADS,ADHS ?

Beitrag von transit » 11. Februar 2008 02:01

Hallo,

Wieviel Aspie bist du :wink: ? ... die HP http://www.aspergia.de ist wieder online.

Hier kannst du, wenn du möchtest, einige screening-tests durchführen :
http://info119.de/aspergia/cms/index.ph ... -ich-aspie

LG Isabel

Qwent
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Asperger

Beitrag von Qwent » 13. Februar 2008 09:37

Zum Asperger Syndrom gibt es auch gute Infos unter:

http://www.wdr.de/tv/quarks/

Einfach unter Suchbegriff Asperger eingeben.

Gruß
Qwent
Zuletzt geändert von Qwent am 20. Februar 2008 19:30, insgesamt 1-mal geändert.

transit
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Beitrag von transit » 13. Februar 2008 13:05

Danke für die Information.

In unserer SHG-ADS-Erwachsene Hannover haben wir kürzlich über eine der Asperger-Sendungen gesprochen. Gibt ja Überschneidungen, zumindest im Bereich der Sozialisation, bei Einigen.

Wir sind zZt nicht soviele Leute. Zwischen 2 bis 6 je Abd.
Niedersachsen ist ja groß. Die Treffen finden Do abds statt, in Hann.-Vahrenwald. Qwent, du könntest als Gast gerne mal bei uns in der SHG vorbeischauen.

Das Angebot gilt für Alle, die Interesse am Thema ADS/ADHS bei Erwachsenen haben. Sms oder PN evtl vorher, dann kann ich den anderen Bescheid geben, damit auch jemand da ist :wink: . Einige von uns sind nicht so pünktlich. Nicht nur ich.

Das nä.Treffen ist morgen.

In Hannover existiert auch eine SHG AS bei Erwachsenen. Weiss jemand was darüber ?

Qwent, nimmst du an einer SHG-Stott. teil ? Wie wirkt sich in dem Rahmen AS aus ? Findest du dich dort wieder, oder ist es ähnlich wie im Umgang mit nicht-stott. NTs ? Wo siehst du Unterschiede ?

LG Isabel

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Beitrag von Qwent » 14. Februar 2008 15:47

Hallo Isabel

Isabel schrieb:
Qwent, nimmst du an einer SHG-Stott. teil ? Wie wirkt sich in dem Rahmen AS aus ? Findest du dich dort wieder, oder ist es ähnlich wie im Umgang mit nicht-stott. NTs ? Wo siehst du Unterschiede ?
Nein, ich bin kein Mitglied einer SSHG. Habe da z. Z. einfach keine Affinität. Aus meiner SHG-Geschichte heraus habe ich nicht den Eindruck das mein AS sich direkt auf die Mitarbeit in der SHG ausgewirkt hat. Indirekt gab es schon die AS-typischen Auswirkungen, wie z. B. mit keinem richtig warm werden zu können oder das es mir relativ unwichtig war, wie Andere über mein Stottern denken. Auch denke ich heute das meine jetzige gesunde Einstellung und Sichtweise zum Stottern ohne mein AS eine andere wäre. Mein AS hat mir also geholfen mit mein Stottern besser klar zu kommen.

Tipp am Rande, neues aus der Autismus-/Aspergerforschung:
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/942624

Gruß
Qwent.

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Re: Stottern,Poltern u.Asperger- Stottern,Poltern und ADS,ADHS ?

Beitrag von ---***--- » 12. Oktober 2008 01:37

Hallo Qwent,

falls jemand nun aufgrund der Tests oder Beschreibungen den Verdacht hat, er/sie könnte auch Asperger sein:
Wie muss man vorgehen, um eine Diagnose zu bekommen?
Was beinhalten die Untersuchungen (hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich)?
Welche Konsequenzen könnte das für eine Stotter-Therapie haben? Müsste Asperger vorrangig "behandelt"* werden (wie es ja auch der Eingangstext vorschlägt)? Wie sähe so eine Therapie aus?

Viele Fragen, würd mich freuen, wenn Du sie beantworten magst.
Grüße!

Mechthild

*vertippt+ausgebessert
Zuletzt geändert von ---***--- am 12. Oktober 2008 13:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Stottern,Poltern u.Asperger- Stottern,Poltern und ADS,ADHS ?

Beitrag von Qwent » 12. Oktober 2008 11:59

Hallo Mechthild,

Mechthild fragte:
falls jemand nun aufgrund der Tests oder Beschreibungen den Verdacht hat, er/sie könnte auch Asperger sein:
Wie muss man vorgehen, um eine Diagnose zu bekommen?
Sie/er muss sich jemand suchen der Asperger diagnostizieren kann. :wink: – Ist aber gar nicht so einfach. Das Problem ist das viele (Allgemein-)Mediziner nicht wissen was Asperger überhaupt ist. – Traurig aber wahr. Bei mir war es so das ich mich zuerst an meinen Hausarzt gewannt habe, was ich auch generell empfehlen würde, der hatte natürlich keine Ahnung von Asperger, hat sich aber darüber informiert und mir alle Hilfe zugesagt die er mir evtl. geben könnte ohne mir wirklich eine Einrichtung nennen zu können die Asperger diagnostiziert.

Ich habe mich dann über’s Internet schlau gemacht und bin so an einen Verein von Eltern autistischer Kinder, davon gibt es bundesweit mehrere, gekommen die Asperger diagnostizieren konnten. Im Internet gibt es inzwischen recht viel Information über diversen Web-Seiten. Es gibt inzwischen zwei Vereine die von betroffenen Aspergern gegründet ( http://www.aspies.de und http://www.aspergia.net ) wurden die ich empfehlen kann, daneben habe sich schon einige Selbsthilfegruppen gegründet (z. B. in Bremen, Hamburg, Hannover) an die man sich wenden kann, aber grundsätzlich muss jeder selber sehen wo er Infos über Fachleute bekommt die Asperger diagnostizieren können.

Eine Buchempfehlung noch: Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom, Alle Fragen – alle Antworten von Tony Attwood, Trias-Verlag

Mechthild fragte:
Was beinhalten die Untersuchungen (hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich)?
Puh, kann ich nicht generell beantworten. Bei mir lief es so ab, das erst über einen Fragebogen, den ich zugesendet bekam, mein persönlicher Aspergerverdacht erhärtet wurde und dann eine Einladung zur Diagnose erfolgte. Die Diagnose erfolgte in einer ca. 2-stündigen Befragung von zwei Psychologen die auf Autismus spezialisiert waren und in den oben angesprochenen Verein arbeiteten.

Mechthild fragte:
Welche Konsequenzen könnte das für eine Stotter-Therapie haben?
Schwierige Frage, das muss wahrscheinlich für jeden Einzelfall separat entschieden werden, da Asperger in seiner Ausprägung und Intensität sehr Variantenreich ist. Generell muss man aber davon ausgehen das Asperger zu ihrem Stottern einen andern Bezug entwickeln können als Nichtasperger.

Mechthild fragte:
Müsste Asperger vorrangig "bahndelt" werden (wie es ja auch der Eingangstext vorschlägt)? Wie sähe so eine Therapie aus?
Auch das ist eine schwierige Frage. Ich habe mich damit nicht groß beschäftigt da für mich eine Therapie m. E. aus Altersgründen (damals 47 Jahre) keinen großen Sinn macht. Auf jeden Fall sollte bei einer möglichen Stotterer-Therapie die Aspergerausprägung berücksichtigt werden. Generell gilt auch bei der Therapie von Aspergern je früher, desto bessere Möglichkeiten das Syndrom zu mildern.

Gruß
Qwent

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Stottern und Autismus (ASD)

Beitrag von Qwent » 30. Dezember 2009 13:42

Hallo,

THE STUTTERING FOUNDATION (http://www.stutteringhelp.org )hat einen Flyer über Autismus und Stottern veröffentlich. Im Anhang findet ihr das Original und eine deutsche Übersetzung, für die ich Glenys herzlich danke. :dankesch:

Während im deutschen Sprachraum über die Zusammenhänge von Stottern und Autismus nur wenig nachgedacht bzw. bekannt ist, scheint man im englischsprachigen Sprachraum sehr viel weiter zu sein. Wobei sich mir der Verdacht aufdrängt, das mangels fachlicher Kenntnisse bei uns stotternde Asperger i. d. R. nicht als Asperger, sondern nur als Stotternde erkannt werden.

Qwent
Dateianhänge
ASD und Stottern org.pdf
(184.54 KiB) 229-mal heruntergeladen
ASD und Stottern deutsch.pdf
(199.48 KiB) 257-mal heruntergeladen

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Sprachverarbeitung bei Autisten verlangsamt

Beitrag von Qwent » 4. Februar 2010 21:58

Autismus ist eine weit verbreitete Krankheit. Trotzdem passiert es, dass die komplexe Verhaltensstörung erst spät oder gar nicht erkannt wird. Zuverlässige Diagnosemöglichkeiten fehlen. Forscher um Timothy Roberts vom Children's Hospital in Philadelphia fanden nun heraus, dass autistische Kinder Töne und Sprache den Bruchteil einer Sekunde langsamer verarbeiten als Gesunde. Nach Meinung der Forscher gibt das Hoffnung auf eine standardisierte Diagnosemethode in der Zukunft.

Die Wissenschaftler haben mit Hilfe der Magnetenzephalografie (MEG) die Magnetfelder gemessen, die durch die Gehirnaktivität im Gyrus temporalis superior (STG) - dem anatomischen Sitz der Zentren zur Verarbeitung von Sprache und Tönen - entstehen, wenn akustische Signale auf autistische und gesunde Kinder einwirken. Die Forscher verglichen 25 autistische Zehnjährige mit 17 gleichaltrigen gesunden Kindern. Über Kopfhörer hörten die Probanden Töne unterschiedlicher Frequenzen. Die Studie zeigte, dass das Gehirn der Autisten mit einer Verzögerung von 11 Millisekunden reagierte - egal, ob die Kinder unter Sprachstörungen litten oder nicht.

"Eine Verzögerung von 11 Millisekunden ist zwar kurz, aber konkret heißt das zum Beispiel: Wenn ein autistisches Kind das Wort 'Elefant' hört, verarbeitet es noch immer die Silbe 'El', während andere Kinder längst weitergehen", so Roberts. "Die Verzögerungen häufen sich während eines Gesprächs an, und das Kind hinkt einem gesunden Gleichaltrigen hinterher." (pf)

Roberts, T. P.L.: MEG Detection of Delayed Auditory
Evoked Responses in Autism Spectrum Disorders: Towards
an Imaging Biomarker for Autism. In: Autism Research 3, S.
1-11, 2010.

Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1018768

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Sprechen und Blickkontakt

Beitrag von transit » 15. Januar 2012 21:22

Blickkontakt : Schaut ihr eurem Gesprächspartner eher in die Augen oder auf den Mund ?

Hierzu ein sehr aussagekräftiges Zitat aus einem Bericht über "Reziprokes Verhalten, Reziprozität" als Grundlage der Entwicklung guter Sozialer Kompetenzen :
Am selben Tag, an dem ich auf diese eBay-Auktion gestoßen war, erschien in der New York Times ein Artikel mit dem Titel "Experiment erlaubt einen Blick durch die Augen des Autismus" (O’Neil 2002). Der Artikel erzählte: "mit einem hoch technologischen für militärische Zwecke entwickelten Gerät, das Augenbewegungen verfolgt, bieten Yale-Forscher_innen in ihrem Experiment einem Blick auf die Welt durch die Augen der Menschen mit Autismus". Könnte das Sarahs sehnlichsten Wunsch erfüllen? Leider nein. Der New York Times Artikel erklärte: "In dem Experiment, das in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Psychiatry beschrieben ist, verglichen die Forscher_innen die Augenbewegungen eines hoch intelligenten autistischen Erwachsenen und einer Kontrollperson des gleichen Alters, Geschlechts und IQs, während sie erbarmungslosen emotionalen Konflikten im Film „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ zuschauten. Aus diesen Augen-Tracking-Experimenten schlossen die Forscher_innen: „die zwei Personen sahen den Film in völlig verschiedener Weise. Wenn Mr. Burton und Ms. Taylor, die einen trunksüchtigen Professor und seine zänkische Ehefrau spielten, einander gegenüber standen, pendelte der Blick des nicht-autistischen Erwachsenen aufmerksam zwischen deren Augen, während der autistische Teilnehmer ebenfalls hin und her guckte, jedoch war sein Blick auf die Münder der Schauspieler gerichtet."

Wenn die Forscher_innen wirklich mit den Augen des autistischen Teilnehmers hätten sehen können, könnten sie gesehen haben, dass ihm das angenehmer war, auf den Mund zu gucken statt auf die Augen (Gernsbacher & Frymiare 2005), oder dass die Münder noch informativer waren – insbesondere weil ein Mensch mit Autismus eine Erfahrung mit Sprach-Beeinträchtigung hat (Campbell & Dodd 1980; Kuhl & Meltzoff 1982; McGurk & MacDonald 1976). Es ist tatsächlich bekannt, dass Menschen, die eine Erfahrung mit einer Beeinträchtigung der Sprache haben und nicht autistisch sind, sich auf den Mund konzentrieren, um während des Gesprächs weitere Informationen zu verarbeiten. Das ist eine sehr effektive Anpassungsstrategie. Und aus dieser sehr effektiven Anpassungsstrategie macht die New York Times eine „tiefgreifende soziale Behinderung“.
Was sind eure Beobachtungen bzgl des Blickkontaktes ?
Ist es diesbzgl ein Unterschied, ob ihr selbst der Sprecher oder der Zuhörer seid ?

Das Schauen auf den Mund ist mE eine (erfolgreiche) Kompensation einer nicht so gut funktionierenden auditiven Wahrnehmung durch Unterstützung der visuellen Wahrnehmung.
Das Abschweifen des Blickkontaktes wenn man selbst spricht kann auch eine (erfolgreiche) Kompensation sein, um die auditive Konzentration auf die eigene Stimme vor Ablenkung durch das vis.Wahrnehmen des Gegenübers zu schützen.
Zur Hörwahrnehmung gibt es auch andere Threads hier im Forum.

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