Theorie, Diagnose und Inzidenz des Stotterns

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paul.dest
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Theorie, Diagnose und Inzidenz des Stotterns

Beitrag von paul.dest » 6. Mai 2013 13:48

Liebe Fachberatung,

Mit Interesse verfolge ich Ihre Beratungsbeiträge. Ihre Erklärungen und Empfehlungen geben den Hilfesuchenden größtenteils eine gute Orientierung.

Regelmäßig stoße ich in Ihren Beiträgen aber auch auf Behauptungen, die mich kritisch blicken lassen. Nämlich dann, wenn die Behauptungen nicht mit den mir bekannten Ergebnissen der Stotternforschung übereinstimmen und im Beratungsergebnis den Hilfesuchenden dazu verleiten, über ein mit Stotterereignissen durchsetztes Sprechen als "entwicklungsbedingt" hinwegzusehen, Therapieschritte zu unterlassen, aufzuschieben oder bestimmte Therapieformen auszuschließen.

Es handelt sich dabei um drei wiederkehrende Behauptungen
(alle exemplarisch aus Ihrem Beitrag "Re: Therapie notwendig oder sinnvoll?" vom 27.04.2013)
  1. zur Theorie des Stotterns:
    Bettina hat geschrieben:Die Ursache des Stotterns ist genetisch bedingt und angeboren: ein winziger Funktionsdefekt im Gehirn, der dazu führt, dass die ca. 150 am Sprechen beteiligten Muskeln nicht immer korrekt angesteuert werden. Es kommt zu Verkrampfungen an den Stimmlippen, man stottert.
    • zur (abgrenzenden) Diagnose des Stotterns:
      Bettina hat geschrieben:Entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten (Sie nennen diese in Ihrer Anfrage „entwicklungsbedingtes Stottern“) zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

      - Wiederholung von Wörtern innerhalb eines Satzes, z.B. „Und und und und und dann hat er mir die Schaufel auf den Kopf gehauen.“ Oder: „Ich ich ich ich ich bin jetzt dran.“ Oder: „Und dann und dann und dann und dann habe ich ein Eis gegessen.“ Oder: „Das das das das ist ein Hund.“ Oder auch mehrsilbige Wörter: „Nutella, Nutella, Nutella möchte ich auf`s Brot.“
      - Wiederholung von Silben, wenn es nicht zu viele sind und wenn sich das ganze wirklich entspannt anhört: „Wa-wa-warum fahren wir nicht mit dem Fahrrad?“
      - Ohne Anstrengung. Das heißt: keine Zunahme der Lautstärke, keine Mitbewegungen von z.B. Augen oder Kopf, kein in irgendeiner Art gepresstes Sprechen, keine ungewöhnliche Atmung beim Sprechen, kein Frust des Kindes.
      • zur Inzidenz des Stotterns:
        Bettina hat geschrieben:Neue Erkenntnisse und Untersuchungen zeigen aber auch, dass sehr wahrscheinlich ebenso jedes Kind im Rahmen seiner sprachlichen Entwicklung auch eine Phase echten Stotterns durchläuft.
        Bei den meisten Kindern ist das sehr dezent, es dauert vielleicht nur Tage oder Wochen an, manchen Eltern fällt es nicht auf, weil es mit relativ wenig Anstrengung verbunden ist.
      Meiner Kenntnis nach sieht der Forschungsstand bezüglich dieser Behauptungen wie im folgenden dargestellt aus. Sollten meine Darstellungen vom neueren Erkenntnisstand überholt sein, wäre ich Ihnen für das Anführen Ihrer Quellen dankbar.

      1. "genetisch bedingt" / "Verkrampfungen an den Stimmlippen"

      a. "genetisch bedingt"

      ...

      b. "Verkrampfungen an den Stimmlippen"

      ...

      2. Entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten: „Und und und und und dann hat er mir die Schaufel auf den Kopf gehauen.“

      ...

      3. Inzidenz: "wahrscheinlich ... jedes Kind"

      ...

      -------------------------

      Über eine Stellungnahme wäre ich erfreut und dankbar.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Paul Dest

      -----------------

      Der vollständige Inhalt dieses Beitrages ist ab jetzt nur noch unter http://www.stottern-verstehen.de verfügbar.
      Zuletzt geändert von paul.dest am 3. Dezember 2016 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
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      Re: Theorie, Diagnose und Inzidenz des Stotterns

      Beitrag von BVSS » 16. Mai 2013 12:59

      Info: Haben diesen Beitrag aus dem Bereich "Fachberatung" in den Bereich "Wissenschaft und Forschung" verschoben, da "Fachberatung" ausschließlich für eben diese gedacht ist. Danke fürs Verständnis und weiterhin einen guten, fachlichen Austausch.

      Grüße
      BVSS (Ulrike)
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