Amphetamin gegen Stottern ???

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gaertner090468
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Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von gaertner090468 » 9. Februar 2014 21:47

Meine 1. Frage:
In der Wikipedia schrieb ein Autor im Artikel Stottern folgendes:
Als Medizin gegen das Stottern, hat sich Amphetamin bestens bewährt. Mit Hilfe dieses Medikaments überwindet der Stotterer seine inneren Sprechblockaden, welcher Art auch immer, und kann sich aktiv an Gesprächen beteiligen, ohne sich durch seine Behinderung ausgegrenzt zu fühlen.
Diese Behauptung wurde zwar auf Grund fehlender Belege sofort wieder gelöscht und mir als Betroffenem ist auch nicht bekannt, dass Amphetamin als Mittel gegen das Stottern eingesetzt wird.
Was sagt Ihr dazu? Möchte mir mal einen Rat von Experten zu dieser - in meinen Augen unsinnigen Behauptung - einholen.

Meine nächsten Fragen:
Ich bekam von meinem Hausarzt auf Grund von Schlafstörungen und leicht depressiver Zustände das Medikament Stangyl mit dem Wirkstoff Trimipramin - ein trizyklisches Antidepressivum verschrieben. Hier meine Fragen:
  • Wie wirken sich Antidepressiva im allgemeinen auf das Stottern aus?
  • Wirken sie eher verschlechternd oder verbessernd?
  • Wie sind die Erfahrungen von Stotterern mit Antidepressiva?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Stottern?
Viele Grüße Michael
"Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

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Re: Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von paul.dest » 11. Februar 2014 21:27

Hallo Michael,

[Amphetamin als bewährte Stotternmedizin]
gaertner090468 hat geschrieben:Was sagt Ihr dazu?
Ich sage dazu: Blödsinn!

Eher kriegst Du davon einen Nieren- und Herzschaden. Der Wikipedia-Autor, der den Absatz reingesetzt hatte, hat offenbar nur ein paar Begriffe aus dem Themenkomplex "Stottern" aufgeschnappt, ohne sie verstanden zu haben, und setzt irrtümlicherweise "innere Blockaden" mit "Minderwertigkeitskomplexen" gleich. Am besten direkt bei ihm nachfragen, worauf seine Behauptung zurückzuführen ist: der ist doch in der Änderungshistorie des Artikels als Autor verzeichnet und per Wikipedia kontaktierbar.

...

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gaertner090468
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Re: Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von gaertner090468 » 12. Februar 2014 08:24

paul.dest hat geschrieben:Am besten direkt bei ihm nachfragen, worauf seine Behauptung zurückzuführen ist: der ist doch in der Änderungshistorie des Artikels als Autor verzeichnet und per Wikipedia kontaktierbar.
Leider war dies kein angemeldeter Autor und ist deshalb in der Änderungshistorie nur als IP sichtbar und somit nicht kontaktierbar ... :(
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Re: Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von LDS-TG90 » 8. März 2015 21:35

Ich finde die Diskussion darüber ziemlich gefährlich. Wenn jetzt irgend ein verzweifelter Stotterer das liest, dann zu solchen Drogen greift und irgendwann daran stirbt oder Selbstmord begeht, wäre das sehr ärgerlich. Das sind die Risiken laut Wikipedia:
"Zu den gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum von Amphetamin einhergehen, zählen gesteigerte Aggressivität, Krämpfe, Zittern, Kreislaufkollaps, Herzrasen und Herzinfarkt. Bei einem Abhängigkeitssyndrom können Zerfall der Muskulatur, Nierenversagen, Gedächtnisstörungen, Schlaganfall, paranoide Wahnvorstellungen und Depressionen, Bewusstseinstrübung bis hin zu Koma und chronische Psychosen auftreten.[46] Es kann zu einer Vernachlässigung sozialer Verpflichtungen (Familie, Schule, Beruf, Beziehung) kommen. Werden Amphetamine häufig geschnupft, kann es zu einer Schädigung bis zur Auflösung der Nasenscheidewand kommen.

Das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln, hängt von genetischen Faktoren sowie von der psychosozialen Situation der Person ab. Im Tiermodell konnten manche Individuen ihren Amphetaminkonsum lebenslang flexibel regulieren, bei 50 % trat dagegen nach einer gewissen Zeit eine Abhängigkeit mit massiver Dosissteigerung und Erwerb einer Toleranz auf, die auch nach erzwungenem Entzug bestehen blieb.[47]

Häufig geraten die Konsumenten in einen Teufelskreis aus abwechselnder Einnahme von aktivierenden und beruhigenden Drogen, wobei jedes Mittel jeweils die Nachwirkungen des anderen mildern soll.

Bei Amphetaminabhängigen kommt es nach dem Absetzen des Amphetamins zu Entzugserscheinungen. Symptome des Amphetaminentzugs sind Lethargie, Depressionen bis hin zum Suizid, taktile Halluzinationen (engl. crank bugs),[48] Apathie, Angst und Schlafstörungen.[49] Möglich sind auch Muskelschmerzen, Bauchschmerzen und übermäßiger Appetit. Den Höhepunkt erreichen die Entzugssymptome nach etwa drei Tagen und ebben dann langsam ab. Im Vergleich mit dem Benzodiazepinentzug ist der Amphetaminentzug körperlich ungefährlich.

Das Risiko zur Entwicklung einer Psychose beträgt bei Amphetaminabhängigen 25 %, im Vergleich zum 25-fach geringeren Erkrankungsrisiko in der Gesamtbevölkerung von 1 %. Zudem treten schwere Affektschwankungen zwischen unangepasster Euphorie und schweren Depressionen durch den Konsum auf.[50][51]

Es gibt Hinweise, dass bei Amphetaminmissbrauch das Risiko, später an Morbus Parkinson zu erkranken, deutlich erhöht ist."

Dazu kommt dass Drogen vom Schwarzmarkt teils giftige Nebenprodukte und Streckmittel enthalten.

Jetzt zur eigentlichen Frage. Ich glaube schon dass Aufputschmittel wie Amphetamine vorübergehend den Sprachfluss verbessern können. Solche Drogen bewirken dass man euphorisiert ist, dass Hemmungen und Angst vermindert sind, dass man selbstsicherer wird und dass die Konzentration verbessert wird. Man kann auch einen "Laber-Flash" bekommen. Bei mir ist es auch so dass wenn ich euphorisiert bin, also mich über irgend etwas besonders freue, weniger oder gar nicht stottere und mehr rede. Aber man kann nicht immer euphorisiert sein. Sobald die Wirkung zu ende ist tritt die gegenteilige Effekt ein. Man stottert dann wahrscheinlich viel stärker als normal. Wenn man eine Abhängigkeit entwickelt hat, muss man immer erstmal die Droge nehmen um sich normal zu fühlen. Die Dosis muss ständig mehr erhöht werden um eine positive Wirkung zu verspüren. Die Gedanken drehen sich nur noch um die Droge und das Geld dafür. Man wird verrückt. Viele werden kriminell um an Geld zu kommen oder verkaufen ihren Körper. Das kann keine Lösung sein!

Viele Grüße, Thomas

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Re: Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von aktiveness » 22. Oktober 2015 14:15

Naja, wenn man die Substanz überlegt einsetzt, muss man die Dosis nicht steigern, das erfordert jedoch etwas Selbstbeherrschung. Bei entsprechend geringer Dosierung sind Nebenwirkungen fast nicht wahrnehmbar, oder bleiben sogar ganz aus. Wenn die Wirkung nach ca. 8h abgecklungen hat kann man problemlos schlafen, fällt sogar vielleicht noch etwas leichter in den Schlaf, da man sicherlich einen ereignisreichen Tag hinter sich hatte. Die Nasenschleimhäute werden nicht geschädigt wenn man die Substanz oral einimmt. Wenn man sich etwas auskennt ist die Substanz sehr günstig und rein (= ohne bemerkenswerten Anteil giftiger Zusatzstoffe) zu erwerben. Die Preise sind so gering, dass Geld keine große Rolle spielen wird, von Beschaffungskriminalität mal ganz zu schweigen.
Es ist eine Substanz, ähnlich wie viele andere Antidepressiva o.ä Medikamente welche gegen psychische Leiden aller Art eingesetzt werden, mit dem Unterschied, dass sie sehr große Verbreitung in Gesellschaft gefunden hat, und das schon seit mehr als 50 Jahren. Ich sehe eher ein Problem in Falschinformation und Verteufelung und mit der Verwechslung des weitaus potenteren Methamphetamin auch als "Crystal" bekannt. Meiner Erfahrung nach entwickeln sich die starken Süchte und deren Schäden ausschließlich durch Unwissenheit über die eingenommene Substanz, vor allem der Dosierung.
Mit der gleichen Unwissenheit gehen die Patienten zum Arzt und "vertrauen" seinem Fachwissen über das verschriebene Medikament und nehemen es ohne große Bedenken ein. Da jeder Mensch für seinen Körper selbst verantwortlich ist, ist es ratsam, selbst Recherchen zu betreiben und eine eigene Entscheidung zu treffen, was schädlich und weniger schädlich sein sollte. Es gibt nämlich extreme Meinungsverschiedenheiten selbst unter den sogenannten" Experten" über Einsatz und Wirkung bestimmter Substanzen. Oft reicht ein Blick auf Wikipedia eben nicht aus, um sich umfassend über bestimmte Sachverhalte informieren zu können, es ist oft anders als man denkt, und davor haben die Menschen Angst.

Amphetamine sind ein wirkungsvolles Medikament gegen Stottern, wenn man wie gesagt, die Dosierung gering wie möglich hält, und sie nicht täglich einnimmt. Es liegt jedoch eine große Selbstverantwortung bei dem Konsumenten vor, da es wohl kaum einen Arzt geben könnte, der ihm das verschreiben wird, und ihn über Dosierung sowie Risiken beraten kann.

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Re: Amphetamin gegen Stottern ???

Beitrag von paul.dest » 22. Oktober 2015 23:07

aktiveness hat geschrieben:Amphetamine sind ein wirkungsvolles Medikament gegen Stottern...
Wie kommst Du denn auf diese Behauptung?
Nimmst Du "Amphetamine" ein? Stotterst Du? Und wenn ja: was für Wirkung hat die Einnahme von "Amphetaminen" auf Dein Stottern?
aktiveness hat geschrieben:Ich sehe eher ein Problem in Falschinformation und Verteufelung und mit der Verwechslung des weitaus potenteren Methamphetamin auch als "Crystal" bekannt.
Falschinformationen werden hier gerade wohl eher von Dir verbreitet:
  1. Wenn Du schon in Mehrzahl sprichst - "Amphetamine" - , dann solltest Du zunächst mal aufzählen, was alles für Substanzen zu dieser Wirkstoffklasse gehören. Dazu gehören nämlich auch Ephedrin und Pseudoephedrin, also Substanzen, die ganz häufig in Erkältungsmedikamenten enthalten sind, zum Beispiel Pseudoephedrin in Aspirin Complex.

    Und mir ist noch nie ein Bericht darüber unterlaufen, dass die Einnahme von Aspirin Complex oder anderen Erkältungsmedikamenten irgendetwas am Stottern verändert hätte.
    • Reden wir mal Klartext:
      Amphetamin im Singular, also das Amphetamin wird in der Drogendisco-Szene "Speed" genannt - eine Substanz, die im Betäubungsmittelgesetz in der Anlage III geführt wird. Sprich: es ist eine abhängig machende Droge, deren Handel und Besitz ohne Erlaubnis strafrechtlich verfolgt wird.
    aktiveness hat geschrieben:Naja, wenn man die Substanz überlegt einsetzt, muss man die Dosis nicht steigern, das erfordert jedoch etwas Selbstbeherrschung.
    Alles, was "Selbstbeherrschung" erfordert, um die Dosis nicht zu steigern, heißt "macht süchtig". Das ist nämlich die Bedeutung von "macht süchtig".
    aktiveness hat geschrieben:Es liegt jedoch eine große Selbstverantwortung bei dem Konsumenten vor, da es wohl kaum einen Arzt geben könnte, der ihm das verschreiben wird, und ihn über Dosierung sowie Risiken beraten kann.
    Warum sollte es "kaum einen Arzt geben"? Schließlich ist genau das die Aufgabe von Ärzten: wirksame Medikamente zu verschreiben und den Patienten über Dosierung sowie Risiken zu beraten. Es gibt viele Medikamente, die Amphetamin als Wirkstoff beinhalten. Meistens werden sie bei ADHS verschrieben.

    Über eine Wirksamkeit von Amphetamin gegen Stottern habe ich noch nie etwas gehört, es finden sich auch keine Berichte dazu.
    Dass Amphetamine im Allgemeinen gegen Stottern wirkungslos sind, das weiß jeder Stotternde spätestens dann an eigener Erfahrung, wenn er ein übliches Erkältungsmedikament genommen hat: Fieber weg, Nase frei, Stottern unverändert.

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von aktiveness » 23. Oktober 2015 21:29

    Da hast du Recht die Mehrzahl war ein Tippfehler ich meinte nur "Amphetamin" nicht die gesamte Stoffgruppe bzw. kann ich darüber keine Aussagen machen.

    Ich habe früher selbst gestottert, und es hat geholfen in dem Sinne, weil es einen etwas lockerer macht, ähnlich wie Alkohol in geringen Dosen, nur ist man redefreudiger und offener, der "Laberflash" ist eine übetriebene Form dieser Offenheit der meist nur bei zu hohen Dosierungen auftritt. Durch die Dopamin und Noradrenalin Ausschüttung wird das Selbstwertgefühl gesteigert, zwar nur kurzzeitig, doch man kann dadurch Übung im freien stotterfreien Reden bekommen. Wenn man nun erkennt, dass das Stottern ausschließlich durch innere Blockaden auftritt und man ja eigentlich frei reden kann wenn man frei im Kopf ist, so hilft es auch im nüchternen Zustand den Mut zu haben frei zu reden. Es ist quasi wie das Fahrradfahren mit Stützrädern... welch passender Vergleich :)

    Dass die Substanz verboten ist, darüber bin ich mir im klaren, jedoch habe ich gelernt, dass das Gesetz oft mit seinen Entscheidungen nicht richtig liegt und es ein Fehler ist dem Stattsorgan und dessen Entscheidungen blind zu glauben. Ebenso verhält es sich mit Ärzten, die zwar ausgebildet werden sollten um ihren Patienten zu helfen, doch auch dies nicht der Fall ist. Der große Einfluss der Pharmaindustrie sorgt für entsprechendes Fachwissen durch Studien die entsprechende Ergebnisse liefern, welche eine Einstufung der Substanzen und deren Wirkung sinnvoll im eigenen Sinne zur Verfügung stellen.

    Daher ist es m.E nicht sinnvoll Begtriffsdefinitionen aus dem Btmg auf die tatsächliche Realität übernehmen zu wollen. Was "süchtig" macht ist nicht ganz so einfach zu beschreiben. Z.b schaut man gerne TV weiß man auch das ständiges schauen nicht gesund ist, ebenso mit Sport ;) zu viel Sport ist ebenso nicht gesund und macht eindeutig süchtig ! Dennoch würde keiner Sport von vornehrein verbieten. Es geht dann weiter mit der Internet-Sucht, Ess-Sucht, Zock-Sucht, Alkohol-Sucht, Medikamenten(rezeptfrei)-Sucht, Sex-Sucht Arbeits-Sucht usw.
    Für alle die Beschäftigungen braucht meine eine gesunde Selbstbeherschung, dass man nicht "süchtig" (krank) wird.

    Diese Medikamente welche für ADHS Erkrankte verschrieben werden, enthalten entweder Amphetamin, oder Ritalin oder Methamphetamin (Crystal) in den USA. (wenn ich richtig informiert bin). Wenn nun die Patienten wüssten, dass sie das gleiche einnhemen wie die Junkys aus den Discos, und wüssten dass man sie auch misbrauchen kann, würden sie auch einer Suchtgefahr ausgesetzt sein. Jedoch sehen sie diesen Stoff als Medikament an und denken daher nicht daran, dass die sogeannten "Junkys" sich den selben Stoff geben :)

    Dann ist das hier wohl der erste Bericht davon, dass Amphetamin sinnvoll gegen Stottern eingesetzt werden kann, mit der Analogie der "Fahrradstützen". Viele Grüße, stehe für Nachfragen gerne zur Verfügung

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von paul.dest » 23. Oktober 2015 23:02

    aktiveness hat geschrieben:Ich habe früher selbst gestottert...
    In welchem Alter hast Du angefangen zu stottern? In welchem Alter hast Du aufgehört zu stottern? Wie alt bist Du jetzt? Wie hat(te) sich Dein Stottern bemerkbar gemacht? Und wie war genau der zeitliche Ablauf zwischen der Amphetamin-Einnahme und dem Stottern-Verschwinden?
    aktiveness hat geschrieben:...und es hat geholfen in dem Sinne, weil es einen etwas lockerer macht, ähnlich wie Alkohol in geringen Dosen, nur ist man redefreudiger und offener, der "Laberflash" ist eine übetriebene Form dieser Offenheit der meist nur bei zu hohen Dosierungen auftritt.
    Das glaube ich Dir aufs Wort. Aber was hat das alles mit Stottern zu tun?

    Stottern ist keine Redeangst und auch keine Schüchternheit. "mehr reden" bedeutet für einen Stotterer nicht "weniger stottern", sondern eben "mehr stottern". Und was Alkohol angeht: mindestens die Hälfte der Stotterer - ich selbst gehöre zu dieser Hälfte - erleben die Alkoholwirkung zwar auch als enthemmend, zugleich aber stottern-intensivierend.
    aktiveness hat geschrieben:Wenn man nun erkennt, dass das Stottern ausschließlich durch innere Blockaden auftritt und man ja eigentlich frei reden kann wenn man frei im Kopf ist, so hilft es auch im nüchternen Zustand den Mut zu haben frei zu reden. Es ist quasi wie das Fahrradfahren mit Stützrädern... welch passender Vergleich :)
    Wie schön, dass Du etwas über Dich erkannt hast. Zwei Erkenntnisse fehlen Dir jedoch noch:
    1. "man" ist ungleich "Du", ganz einfach an einem Spezialfall zu verstehen: "Du" ist ungleich "ich".
    2. Das, worüber Du oben schreibst, ist nicht Stottern.
      Ganz einfach nachzuprüfen: setz einem Stotterer Kopfhörer mit braunem Rauschen auf und sein Stottern ist weg: huch, wo sind die "Stützräder" auf einmal hin?
    Die Pharma-Verschwörungstheorien will ich erst gar nicht kommentieren.

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von PetraS » 23. Oktober 2015 23:24

    Hallo activeness,
    Zunächst einmal Willkommen hier im Forum.
    Bevor hier erste Missverständnisse auftreten, würde ich in meiner Funktion als Moderatorin einmal moderierend eingreifen.

    Bitte definiere doch mal, was du unter Stottern (rein subjektives Erleben) und was unter Nicht Stottern (nur äußerlich nicht hörbar, oder auch für dich nicht spürbar?) verstehst, das würde die folgenden Erklärungen von dir sehr viel verständlicher machen.

    Oder eine kleine Krücke: In der Rede am Schluss des Films "The King's Speech" gratuliert Lionel King George, er habe "überhaupt nicht gestottert, nur noch beim..."
    Aus meiner Sicht (und die Szene ist eigentlich gut gespielt) hat King George die ganze Zeit gestottert, und zwar heftig, das bringt der Schauspieler durch Mimik, durch Pausen, in denen es offensichtlich in ihm arbeitet etc.) sehr gut zum Ausdruck. Das ist für mich nicht "er hat überhaupt nicht gestottert, nur beim...", nur der Höreindruck ist in so "zivilisierte" Bahnen gelenkt, dass das heftige Stottern nicht als Stottern auffällt.
    Vielleicht verstehst du nun, was gemeint ist.

    Gruß
    Petra

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von T_homas » 24. Oktober 2015 17:40

    Da fällt mir ein,Marihuana wird ja auch oft zu medizinischen Zwecken eingesetzt.Touretteerkrankte nehmen es,weil es deutlich die Tics minimiert.
    Würde das beim Stottern was bringen?
    „Das Leben ist wie ein Fluss! Mal schnell, mal langsam, mal klar, mal dreckig, mal niedrig, mal hoch, immer in Bewegung und jeden Moment anders!“ Quelle: -asiatische Weisheit-

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von paul.dest » 24. Oktober 2015 20:46

    T_homas über Marihuana hat geschrieben:Würde das beim Stottern was bringen?
    T_homas, von den 4 bis 5 Marihuana-Konsumaktionen in meinem bisherigen Leben kann ich mich an keine erinnern, bei der irgendein Effekt auf mein Stottern eingetreten wäre. Es wird sich jedoch sicherlich ein Marihuana-Händler finden, der in Stotterern einen bisher unerschlossenen Absatzmarkt wittert und Dir einen "Bericht" darüber präsentiert oder präsentieren lässt, dass Marihuana "ein wirkungsvolles Medikament gegen Stottern" sei.
    aktiveness hat geschrieben:Dann ist das hier wohl der erste Bericht davon, dass Amphetamin sinnvoll gegen Stottern eingesetzt werden kann, mit der Analogie der "Fahrradstützen".
    Und aktiveness, Dein obiges Schreiben ist kein Bericht, sondern weiterhin eine berichtlose und völlig nackte Behauptung. Ein Bericht sieht so aus: Durch Einnahme von Betamethason (Medikament) Stottern weg

    ...

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von T_homas » 24. Oktober 2015 23:25

    Damit wäre reines Marihuana gemeint,nicht die gestreckten Sachen die man so kriegt.
    Wäre mal wissenswert,ob da einer schon mal positive Erfahrungen damit auf sein Stottern bemerkt hat.
    Touretteerkrankte,je nachdem wie der Grad ist,reden ähnlich wie Stotterer und werden damit wieder flüssig.

    Ich lehnte so was strikt ab,bis auf einmal,da rauchte ich 2 hintereinander weil keine Wirkung da war.Das Zeug,wie ich später in Erfahrung gebracht hatte,muss unrein gewesen sein,ich hatte nach 20 Minuten die volle Wirkung erhalten,dass jeder Muskel meines Körpers zuckte,extreme Unruhe,mein Kumpel wollte schon den Notarzt holen,ich mich pausenlos übergab,in 1h bestimmt 7x,es mir total schlecht ging,trotzdem lachte,mir unbewusst.

    Mittlerweile bin ich da anderer Meinung,so schlimm wie es stilisiert wurde ist es nicht,gerade im Bezug auf Tourette,da ist es das Linderungsmittel schlechthin.
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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von PetraS » 26. Oktober 2015 09:29

    Hallo Leute,
    bevor wir hier in die illegale Drogenszene abdriften...
    T_homas hat geschrieben:Damit wäre reines Marihuana gemeint,nicht die gestreckten Sachen die man so kriegt.
    Bin nicht besonders Drogen-versiert, aber ist Marihuana = Cannabis?
    Aber ist das ganze dann auch ein Amphetamin?
    Oder verwechseln wir mal wieder Äpfel mit Birnen?

    Dass Cannabis eine wirksame Arzneipflanze ist, habe ich bereits in mehreren Dokumentationen gehört bzw. gelesen. Meines Wissens nach hat sich die Pharma-Industrie (bzw. der Gesetzgeber) dazu durchgerungen, Cannabis auch als Arzneimittel u.a. gegen MS einzusetzen, weil es dort nachweislich für eine erhebliche Linderung sorgen soll.

    Es dürfte doch ein Leichtes sein, einen MS-kranken Stotterer, der mit einem Cannabis-Produkt behandelt wird, zu finden und mal zu fragen, ob das Arzneimittel auch das Stottern irgendwie verändert? Aber selbst wenn, wäre nicht auch das ein rein individuelles Ergebnis?

    Nehmen wir noch mal das Beispiel mit dem Alkohol. Ich gehöre auch zu jenen, bei denen Alkohol das Stottern schlichtweg verstärkt. Meine Erklärung dafür: ich habe generell weder Sprechängste, noch Situationsängste und auch nicht die Angst, als Stotternde aufzufallen. Also rede ich immer so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Mein Sprechen ist nicht anfällig für Stress und Aufregung, im Gegenteil, ich performe umso besser, je mehr ich unter Adrenalin (auch eine Droge?) stehe. Alkohol zerstört eher dieses Gleichgewicht, darum auch eine verstärkte Symptomatik (so meine Erklärung).

    Bei Leuten wiederum, die generell Situationsängste haben und stets Bedenken, als Stotterer aufzufliegen, zeigen dann Alkohol oder enthemmende Drogen dieselbe Wirkung, die auch eine systematisch geführte Desensibilisierung bringen würde: der Stotternde lässt sich innerlich fallen, "scheißt" darauf, ob er stottert oder nicht, und empfindet diesen spontanen Abbau der inneren Gehemmtheit als Minderung von Symptomen. Dabei ist es nichts als das, was der Logopäde mit "Zurückführen auf die Kernsymptomatik" bezeichnen würde. Das reine Stottern ist immer noch da, aber in einer Weise, wie man es bislang nicht kannte.
    Dies nur ein philosophischer Abschweif und eine Vermutung von mir.
    Gruß
    Petra

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von Quarti » 6. August 2016 12:10

    Eine sehr interessante Theorie! Amphetamin bewirkt, dass das Gehirn zu arbeiten und das Stottern geht. Oder der Grund dafür ist, dass Amphetamin schließt Schüchternheit und Nervosität. Ich denke, dass es so ist.

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    Re: Amphetamin gegen Stottern ???

    Beitrag von Quarti » 6. August 2016 12:14

    Danke. Es war interessant zu Lesen. Und was ist, wenn das Stottern vor Angst?

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