Forschungsthema für Masterarbeit (empirische Studie) gesucht

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Torsten
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Re: Forschungsthema für Masterarbeit

Beitrag von Torsten » 1. Juni 2014 10:42

paul.dest hat geschrieben:Das so zu formulieren, klingt mir jetzt wenn nicht manipulierend, dann zumindest grob fahrlässig.
Ach Paul, schade, dass Du dir solche persönlichen Anwürfe nicht verkneifen kannst :x
paul.dest hat geschrieben:Denn genau genommen, wird darin erklärt, dass Thompson dasselbe gefunden hat wie die Autoren der oben genannten Studie: nämlich keinen Effekt in der Subgruppe der mild stotternden Probanden.
Das ist gleich doppelt falsch:
  1. Erstens: Thompson weist mit keinem Wort daruaf hin, dass seine Untersuchungsgruppe fast nur aus milden Stotterern bestand. Er schlussfolgert: ''The data from this study clearly indicate that distraction, as defined here, has no measurable effect on the production of disfluencies.'' (47). Er – Thompson – hat also nicht gefunden, dass nur bei milden Stotterern kein Effekt auftritt, sondern angenommen, dass seine Ergebnisse auf alle Stotterer anwendbar sind.
  • Zweitens: Dass Thompson dasselbe gefunden hat wie Arends, Povel und Kolk, stimmt auch deshalb nicht, weil letztere auch bei den milden Stotterern einen signifikanten Ablenkungseffekt gefunden haben – zwar nicht bei der Stotterfrequenz, aber bei der gestotterten Zeit. Auf der Abbildung unten ist das dargestellt: Linkes Diagramm = Spontanes Sprechen (Märchen nacherzählen) ohne Ablenkung, rechtes Diagramm = dasselbe mit Ablenkung. Die jeweils linke Säule (hellgrau) zeigt den Anteil der unflüssigen Zeit bei den milden/mäßigen Stotterern.
    Arends, Povel & Kolk, Abb 3.gif
    Arends, Povel & Kolk, Abb 3.gif (17.27 KiB) 3138 mal betrachtet
So viel zu den Fakten. Über die Interpretation der Ergebnisse schreibe ich jetzt nichts - vielleicht später (interessant ist ja, dass die beiden gegensätzlichen Ausgangshypothesen von Arends, Povel & Kolk scheinbar bestätigt wurden).

Meine Interpretation der Resultate von Vasic & Wijnen steht hier.

Torsten
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paul.dest
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Re: Forschungsthema für Masterarbeit

Beitrag von paul.dest » 1. Juni 2014 12:29

Torsten hat geschrieben:Ach Paul, schade, dass Du dir solche persönlichen Anwürfe nicht verkneifen kannst :x
Ach, Torsten, was Du so alles für "persönliche Anwürfe" hältst!

Und ja, das ist wirklich schade. Aber nur für diejenige Person, die sachlich falsche oder irreführende Behauptungen aufstellt. Und das ist genau der Zweck solcher Kommentare: falsche oder irreführende Behauptungen als solche zu kennzeichnen, um ihnen in Zukunft vorzubeugen.

Damit Du aber nicht denkst, dass ich etwas gegen Dich persönlich habe:
Ich finde es toll, dass Du Dich mit der Materie so intensiv auseinandersetzt und die Website stottertheorie.de aufgesetzt hast. Macht einen echt guten Eindruck! Ist interessant zu lesen. Auch Deine Beiträge in diesem Forum möchte ich nicht missen: sie geben mir immer wieder Denkstöße. Meistens jedoch nicht in die Richtung, die von Dir beabsichtigt ist. Und hier kommt auch schon der "persönliche Anwurf": Deine Stottertheorie ist nach wie vor Unsinn. Zur Begründung verweise ich auf die in diesem Forum bereits mehrmals geführten Diskussionen.

Nun aber zu:
Torsten hat geschrieben:Das ist gleich doppelt falsch: ...
Thompson... Er schlussfolgert ... sondern angenommen, dass...
Falsch ist an dieser Stelle höchtens, dass Du darüber redest, was Thompson geschlussfolgert oder angenommen haben soll, und zwar als Reaktion darauf, was ich geschrieben habe. Denn ich habe nur darüber etwas geschrieben, was Thompson gefunden hat. Also: gemessen oder ausgezählt oder aufgenommen oder beobachtet oder... also seine empirischen Befunde. Würde ich mit "gefunden" Schlussfolgerungen meinen, dann hätte ich auch über Vasic und Wijnen geschrieben, dass sie nichts gefunden haben. Habe ich aber nicht.

Insofern hast Du an dieser Stelle in meine Aussage zwar was schön Falsches reininterpretiert, was Du wiederum angreifen kannst. Aber dann musst Du auch aushalten können, dass ich Dich darauf hinweise, dass Du mich Deinem Feindbild-Denken entsprechend falsch interpretiert hast. Und ich sehe an dieser Stelle nicht, dass mein Ausdruck mehrdeutig gewesen wäre, um diese Falschinterpretation zu rechtfertigen. "Persönliche Anwürfe", Torsten? ;-)

Und somit zum zweiten "falschen" Punkt:
Torsten hat geschrieben:..., weil letztere auch bei den milden Stotterern einen signifikanten Ablenkungseffekt gefunden haben – zwar nicht bei der Stotterfrequenz, aber bei der gestotterten Zeit.
Eben. Aber wen interessiert's? Thompson jedenfalls nicht. Denn er hat, soweit ich mich aus dem Kopf erinnere, die gestotterte Zeit nicht gemessen. Das Experiment von Thompson beschränkte sich also auf die Stotterfrequenz und - wie es der Zufall so wollte - auf milde/moderate Stotterer. Und hier sieht das Ergebnis bei Arends et al wie folgt aus: ...

...

So viel zu den Fakten, wie Du so schön geschrieben hast.

Zuletzt noch zu dem, was Dich interessiert: ...

...

...

Und auch hier gilt deshalb die Devise: nicht zu voreilig etwas als Tatsache hinstellen, was womöglich gar keine ist!
Das bringt nur das Wunschdenken umso klarer zum Vorschein!

...

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Der vollständige Inhalt dieses Beitrages ist ab jetzt nur noch unter http://www.stottern-verstehen.de verfügbar.
Zuletzt geändert von paul.dest am 4. Dezember 2016 09:02, insgesamt 2-mal geändert.
http://stottern-verstehen.de

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Re: Forschungsthema für Masterarbeit (empirische Studie) ges

Beitrag von JulianeGru24 » 18. Juni 2014 15:33

Hallo Torsten und Paul!

Ich wollte mich mal kurz melden und Euch mitteilen, dass meine Masterarbeit tatsächlich eine ähnliche Version des Experimentes von Vasic&Winjen wird und eventuell kommt zusätzlich noch eine Silbenfrequenzanalyse dazu. Ich bin mit meiner Dozentin (die selbst auch Stotterin ist) gerade noch am überlegen was wir alles testen, wann wir starten und wie genau die Studie heißen wird. Vielen Dank für Eure Tipps.

Liebe Grüße
Juliane

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