Stocken beim Vorstellen

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Martin90
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Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Martin90 » 25. September 2013 20:25

Hallo,

ich hab schon seit längerem ein Problem, welches mich mittlerweile immer mehr einschränkt und zu schaffen macht. Während der Schulzeit habe ich zeitweise etwas gestottert und es war immer ein Auf und Ab. Dies geschah allerdings schon damals nur dann, wenn ich Angst hatte, ins stottern zu kommen. Das hört sich recht skuril an, aber ich war zu der Zeit Schülersprecher und habe es wirklich geliebt Vorträge vor der Klasse zu halten. Das Stottern trat wirklich nur dann auf, wenn ich befürchtete bei dem Wort ein "Hänger" zu bekommen. Meistens konnte ich mich immer gut herausretten und habe einfach ein anderes Wort benutzt, es umschrieben oder so getan, als hätte ich es vergessen. Die Jahre darauf verbesserte sich das alles sehr sehr stark durch meinen Beruf und ich hatte das Problem eigentlich schon vergessen. Aktuell spreche ich zu 99% der Zeit flüssig und habe keine Probleme, es gibt allerdings eine schwere Ausnahme. Vor einigen Jahren stelle ich mich mal einer Gruppe vor und geriet kurz ins stottern, worauf alle ziemlich belustigt waren. Eigentlich nicht weiter schlimm aber das scheint sich so festgesetzt zu haben, dass ich mittlerweile unglaubliche Probleme habe mich vorzustellen. Dies ist beim Vornamen deutlich schlimmer als beim Nachnamen. Ich nehme mal an, weil ich mich mit diesem täglich bei der Arbeit vorstelle. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich immer öfter Gelegenheiten andere Leute kennen zu lernen aus dem Weg gehe, was mich unglaublich stört, da ich eigentlich ein sehr offener Mensch bin. Es kam schon einige Male vor, dass sich bei mir jemand vorstellte und ich nur mit einem "Hallo" antwortete und ihn schnell in ein Gespräch verwickelte. Das kommt teilweise sehr unfreundlich rüber und tut mir auch immer wieder sehr leid. Jetzt meine Frage an Euch. Habt ihr irgendwelche Verhaltenstipps wie ich das Problem angehen könnte (Atem-, Sprechtechniken oder sogar ein Besuch beim Logopäden?). Das sollte doch zu schaffen sein- es ist immerhin nur ein blödes, wenn auch sehr ungünstiges Wort ;). Ach ja, wenn ich Englisch oder Französisch spreche tritt es übrigens nicht auf. Sobald ich meinen Namen anders betone ist es kein Problem mehr.
Ich werde bald umziehen und dadurch in einen komplett neuen Personenkreis kommen. Bis dahin möchte ich das Problem unbedingt in den Griff bekommen haben- für Eure Hilfe wäre ich daher sehr dankbar!
Viele liebe Grüße und schon einmal vielen Dank!
Martin

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Roland Pauli
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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Roland Pauli » 26. September 2013 13:27

Hallo Martin,

durch Nachbereitungen solcher Situationen konnte ich diese Probleme in den Griff bekommen. Hast du eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe, wo du diese Situationen immer wieder durchexerzieren könntest?

Herzliche Grüße

Roland
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Martin90
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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Martin90 » 26. September 2013 22:06

Ich denke schon- allerdings wollte ich vorerst versuchen es selbstständig zu lösen. Hinzu kommt, dass wenn ich keine Angst vor der Situation habe, ich keine Probleme beim Sprechen bekomme. Wenn jemand z.B. meinen Namen kurz vorher gesagt hat (und ich weiß ich könnte ihn theoretisch weg lassen) kann ich mich ohne Probleme vorstellen. Ich kann mir daher denken, dass ich in so einer Gruppe kein Problem hätte, da jeder darüber bescheid weis. Vor einigen Jahren habe ich etwas über eine spezielle Atemtechnik gelesen mit der das Sprechen leichter fällt. Wäre nicht so etwas eine Möglichkeit?
Vielen Dank schon mal für die Antwort!
Liebe Grüße!

Fabi
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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Fabi » 1. Oktober 2013 02:12

Das Thema kommt mir bekannt vor.
Wenn man vorgestellt wird und man es auch weiß, kann man ganz offen und unbeschwert "durchstarten"... alles andere setzt einen unter Druck.
Wie auch Roland erwähnt hat, würde ich so etwas durchexerzieren. Erst Nachname, dann Vorname erwähnen (Hilft zumindest bei mir Wunder ;) )


Gruß

Fabian

Eberhard
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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Eberhard » 9. Oktober 2013 21:30

Obwohl es lange her ist, ich kann mich gut daran erinnern, daß ich viele Jahre lang meinen Namen nicht sagen konnte. Am Telefon nicht mal mit Stottern, ich habe da nur meine Kinnlade bewegt, ohne dass ein Ton heraus kam. Irgendwann hat es dann aufgehört. Es hatte wohl damit zu tun, dass ich zuerst beruflich, dann auch privat, so etwas wie Stolz und Zufriedenheit mit mir selbst entwickeln konnte. Nachdem es mir gelungen war, dieses Selbstgefühl zu stabilisieren und ich auch die Erfahrung machte, dass Menschen sich freuten, mit mir Kontakt aufzunehmen, ist das Problem nicht wieder aufgetaucht.

Sich selbst schätzen lernen, den eigenen Wert für sich selbst und auch für andere erkennen, das hilft, glaube ich. Mit dem Verstand kann man anfangen und wenn sich dann auch das Gefühl dazu eingetellt hat, dann klappt es.
Nichts ist wirkmächtiger als das Selbstbild, mit dem einer durch die Welt läuft. Noch dazu, wenn er es für seine wahre Natur hält.

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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von paul.dest » 11. Oktober 2013 07:10

Eberhard hat geschrieben:Obwohl es lange her ist, ich kann mich gut daran erinnern, daß ich viele Jahre lang meinen Namen nicht sagen konnte. Am Telefon nicht mal mit Stottern, ich habe da nur meine Kinnlade bewegt, ohne dass ein Ton heraus kam.
Endlich mal eine (fast) konkrete Beschreibung eines Sprechverhaltens von Dir, Eberhard, ganz in der Ich-Form gehalten. Geht doch! :-)

Ein paar ergänzende Fragen habe ich, um das Bild runder zu bekommen.

Du schreibst "...viele Jahre lang meinen Namen nicht sagen konnte. Am Telefon nicht mal mit Stottern..." - meinst Du damit, dass Du den Namen wegen des Stotterns nicht sagen konntest? Oder soll das "nicht mal mit Stottern" bedeuten, dass die von Dir beschriebene Schwierigkeit mit Stottern nichts zu tun hatte?

Und wenn es wegen Stotterns war: bei welchem Wort bzw. bei welcher Silbe genau hast Du nur Deine "Kinnlade bewegt, ohne dass ein Ton heraus kam"? Und was für Kinnlade-Bewegungen waren das? Ich frage, weil Deine obige Beschreibung beim genauen Lesen eher nach Stimmlosigkeit (Aphonie / Dysphonie) denn nach Stottern klingt. Wenn das Sprechen nämlich durch das Stottern zum Erliegen kommt, dann (mit wenigen Ausnahmen) in allen motorischen Komponenten gleichzeitig. Du beschreibst dagegen, als würde Deine Artikulation mehr oder weniger flüssig weiter gehen - "nur meine Kinnlade bewegt" - , begleitet von einem kompletten Phonationausfall - "ohne dass ein Ton heraus kam".

Viele Grüße,
Paul
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Eberhard
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Re: Stocken beim Vorstellen

Beitrag von Eberhard » 11. Oktober 2013 22:39

Soviel Quatsch in so wenigen Zeilen, Paul. Warum tust du dir das an?

Wer nicht gelernt hat, über seinen eigenen Gedanken und Emotionen zu stehen, der hat die Wahl, darunter sehr zu leiden oder dies damit zu kompensieren, indem er ständig versucht, sich über andere zu stellen.

Die Fähigkeit, über seinen eigenen Gedanken und Emotionen zu stehen und diese regulieren zu können, mir diesen kreativ arbeiten zu können, ist der Schlüssel zu einem insgesamt besseren, aber auch stotterfreien Leben, weil es auch der Schlüssel zu einem angstfreien Leben ist.

Rolands Methode der Nachbereitung von Stottersituationen (eigentlich sollten man doch alle Lebenssituationen nachbereiten, Roland) kann ein praktikabler Weg dahin sein. Und schließlich kann man Lebenssituationen auf gleiche Weise auch vorbereiten.

Aber eines darf man nie: Sich der Negativität, der Depressivität, der Niedergeschlagenheit oder der Hoffnungslosigkeit hingeben. Das ist sozusagen streng verboten.
Nichts ist wirkmächtiger als das Selbstbild, mit dem einer durch die Welt läuft. Noch dazu, wenn er es für seine wahre Natur hält.

paul.dest
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Re: Bahnhof

Beitrag von paul.dest » 11. Oktober 2013 23:44

Eberhard hat geschrieben:Soviel Quatsch in so wenigen Zeilen, Paul. Warum tust du dir das an?

Wer nicht gelernt hat, über seinen eigenen Gedanken und Emotionen zu stehen, der hat die Wahl, darunter sehr zu leiden oder dies damit zu kompensieren, indem er ständig versucht, sich über andere zu stellen.
:?: Was ist los? Ich verstehe nur Bahnhof. In welchen Zeilen soll sich denn Quatsch verstecken? Und worin soll er bestehen?

Ich habe Dich nach einer etwas detaillierteren Beschreibung des von Dir erwähnten Sprechverhaltens gefragt.
Keine Ahnung, was Du daraus gelesen hast. Auch keine Ahnung, in welchem Zusammenhang Deine "Antwort" zu meinen Fragen stehen soll.

Ist Deine "Antwort" ein Paranoia-Anfall oder nur der Versuch, mit Deinen fehlgeleiteten Gedanken und Emotionen "kreativ zu arbeiten"?

Viele Grüße,
Paul
http://stottern-verstehen.de

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