Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

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Gast

Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Gast » 1. Oktober 2002 22:24

Ich wollte mal fragen, ob schon jemand wegen seines Stotterns ausgemustert worden ist. Ich mein wenn ich da auf dem Schlachtfeld liege und der Feind naht und ich soll eine wichtige Nachricht weitergeben, dass wir und zurückziehen und ich das nicht rauskrieg ... Wäre doch fatal. Nachher hab ich die ganze Truppe aufm Gewissen. Also hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht oder sonstige Informationen?

Gast

Beitrag von Gast » 20. Oktober 2002 18:36

Hallo,

ich stottere selber, muss aber nicht zum Bund. Für Frauen ist das ja Gott sein Dank (noch) keine Pflicht. Jetzt aber zu deiner Frage:
Ein Freund von mir, ebenfalls relativ schwerer Stotterer, ist wegen seines Stotterns ausgemustert worden. Er hat erzählt, dass er nur kurz etwas hätte sagen brauchen und schon wäre er draußen gewesen. Ganz so leicht funktioniert das in den meisten Fällen mit Sicherheit nicht, aber wenn du auffällig stotterst hast du auf jeden Fall gute Chancen :-). Ein anderer Bekannter versucht gerade, durch sein Stottern den Bund umgehen zu können.

Erzähl doch mal, wie es gelaufen ist.

Tschüss und viel Glück, Tine

Gast

Beitrag von Gast » 23. Oktober 2002 11:20

Man kann ja auch auffällig *absichtlich* stottern...

Gast

Beitrag von Gast » 4. Januar 2003 22:29

Hallo,
<br>ich wurde nach ungefähr drei Minuten Unterhaltung ausgemustert relativ Problemlos

Volkmar Seibert

Beitrag von Volkmar Seibert » 7. Januar 2003 17:34

Hallo, ich bin Stotterer und war von 04/90 - 03/91 bei der Bundeswehr.
Meldung machen & Befehle ausführen, auch mit Stottern.
Ich habe es gelernt und dadurch soviel Selbstbewusstsein getankt, das ich mich sprachlich verbessert habe.
Kameradschaft & Zusammenhalt in schwierigsten Situationen sind zudem meine schönsten Erinnerungen an meine Bundeswehrzeit.

Gruß
Volkmar Seibert

Gast

Beitrag von Gast » 20. Januar 2003 18:02

Hi Ihr Angsthasen,
<br>
<br>ich war sogar mit meinem Stottern Zeitsoldat beim Bund, habe sogar in der Grundi die Rekruten bzw. auch bei Uffzlehrgaengen ausgebildet und mitgewirkt. Ich gebe zu, es kommt darauf an, wie stark man stottert. Bei mir war es damals kaum zu merken, aber es war schon da. Wie ein anderer bereits sagte, es staerkt auch das Selbstbewusstsein und vieles mehr, was die eigene Persoenlichkeit angeht. Ich meine damit nicht, das man andere Leute anschreit oder laut herumkommandiert. Disziplin und Kameradschaft sowie Fuehrung durch "Persoenlichkeit" und eben nicht aufgrund des Dienstgrades sind hier auch zu nennen.
<br>Ich kann jedem Stotterer nur empfehlen, sich nicht vor solchen Aufgaben zu druecken.
<br>Damit rennt ihr nur vor euch selbst weg. Sicher, ich kann verstehen, dass Menschen nicht zur Bundeswehr wollen, aber das sind dann fuer mich weitaus wichtigere und triftigere Gruende.
<br>Gerade in einer solchen Einrichtung, wo vieles determiniert ist, kann man sehr gut an seiner Sprache ueben. Scheisst auf Euren Sprachfehler und macht das beste daraus.
<br>
<br>In diesem Sinne,
<br>
<br>Stillgestanden und Ruehrt Euch

Gast

Beitrag von Gast » 23. Januar 2003 06:25

" also funker können sie nicht werden"
T2 wegen stottern.
da ich mich nicht gerne zum mörder ausbilden lassen wollte hab ich natürlich verweigert und in der zivizeit auch ne menge fürs leben gelernt .
ich empfehle jedem zivi zu machen. übernehmt verantwortung für andere menschen.und im töten müsst ihr euch da auch nicht üben.
in diesem sinne "WEG TRETEN!"

DrFell

Beitrag von DrFell » 27. März 2003 22:32

Hi @ll,

ich hatte auf den Bund keinen Bock und habe mir von einem Facharzt für Neurologie ein Attest bezüglich meines Stotterns besorgt, dass ich deswegen auch psychische Probleme hätte, bin dann ausgemustert worden. Hätte ich das Attest aber nicht vorgelegt, wäre ich bestimmt genommen worden, denn der Musterungsarzt hat mich ein bisschen unter Druck gesetzt, ob das denn wirklich so schlimm wäre mit dem Stottern und so. Also, macht die Entscheidung ob Bund oder nicht auf keinen Fall von eurem Stottern abhängig. Ein nicht stotternder Kumpel von mir hatte in seiner Einheit übrigens einen Stotterer, und meine Nachfrage, ob er diskrimminiert würde, hat er verneint, die Ausbilder wären mit dem Stotti ganz normal umgesprungen.

Stand up and fight!!!

DrFell

Gast

Beitrag von Gast » 23. September 2003 15:13

Ich bin auch ausgemustert worden. Ich habe einen Stapel Gutachten eingereicht und konnte dann nach 3 Minuten gehen.

Gast

Beitrag von Gast » 18. November 2003 14:56

Hallo erstmal..
ich bin ein ganz frisch ausgemusterter Stotterer..
Ich dachte, das ich mich so drum drücken kann und es hat funktioniert..
Es wurde nur eine Ärtztin aus dem 2. Stock gerufen, der ich dann noch was erzählen konnte, damit sie "beweisen" kann, dass ich ein stotterer war.. habe davor alle tests und so gemacht! 4 std. im kreiswehrersatzamt und dann doch ausgemustert..
Meine freundin ats gefreut. ;)
Aber der arzt meinte, dass ich trotzdem meinen wehrdienst leisten kann, habe ich aber mal strikt von mir gewiesen!
MfG
Stotterer Roman..

transit
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Zivildienst, Bundeswehr, Stottern.

Beitrag von transit » 6. Mai 2007 18:32

Wie ist es bei euch Anderen ?

Warst du beim Bund ?
Oder wurdest du wegen des Stotterns freigestellt ?
Zivildienst ?

Wie sind deine Erfahrungen ?


ich wäre gerne zum Bund gegangen. Aber da waren Frauen noch nicht zum Wehrdienst zugelassen. Natürlich habe ich damals anders gedacht als heute.


isabel
:wink:

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Re: Zivildienst, Bundeswehr, Stottern.

Beitrag von SummerWalker » 7. Mai 2007 09:03

transit hat geschrieben: Wie ist es bei euch Anderen ?

Warst du beim Bund ?
Oder wurdest du wegen des Stotterns freigestellt ?
Zivildienst ?

Wie sind deine Erfahrungen ?
Mir wurde bei der Musterung gesagt, dass ich wegen des Stotterns nicht zum Bund müsste, und ob ich denn unbedingt dorthin wollen würde. Wollte ich natürlich nicht, insofern wurde ich ohne viel Aufhebens ausgemustert.

Habe dann nach dem Abi ein Jahr lang ein FSJ im Altenheim gemacht. Von den Aufgaben her war es das gleiche wie Zivildienst, auch wenn es geringfügig schlechter bezahlt wurde.
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Beitrag von grasendes Schaf » 7. Mai 2007 13:50

Ich gehöre auch zu den T5 Menschen :wink:. Mir hat man die Wal gelassen ob ich zum Bund will oder nicht. Da ich damals eine Arbeitsstelle hatte , hab ich abgelehnt und Zievildienst musste ich auch nicht machen.
Mittlerweile find ich´s aber schade das ich mich dagegen entschieden hab.

Gruß, Ralf.K
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Bundeswehr.

Beitrag von Stotterbegabter » 7. Mai 2007 14:48

Hallo an alle,

ich wurde ausgemustert. Ich hatte sehr starke Symphtome.
Das schlimme war ich wollte hin. Für mich eine Erfahrung, die ich mal machen wollte.

viele Grüße


Jens, Stotterbegabter.
Stottern fällt auf. Lasst uns auffallen!

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die Bundeswehr ... und die männliche Mähne!

Beitrag von Ernst-Martin » 7. Mai 2007 17:02

grasendes Schaf hat geschrieben: Ich gehöre auch zu den T5 Menschen :wink:. Mir hat man die Wal gelassen ob ich zum Bund will oder nicht. Da ich damals eine Arbeitsstelle hatte , hab ich abgelehnt und Zievildienst musste ich auch nicht machen.
Mittlerweile find ich´s aber schade das ich mich dagegen entschieden hab.

Gruß, Ralf.K
Lieber Ralf, Du grasenden Schaf, und Jens, Du Stotterbegabter!
:lol:
1)
Du kannst Deine Mähne bei der Bundeswehr ruhig behalten;
der "Spieß" (Vorgesetzter aller Mannschaften und Unteroffiziere in der Kompanie) kann nach seinem Ermessen zwar die Haarlänge befehlen (auch den Soldatinnen), wird es aber nur dann tun, wenn

a) entweder er die Gesundheit des Soldaten bei seiner Dienstausübung (z.B. an einer Drehbank / Spindel) gefährdet sieht oder

b) wenn der Soldat in Uniform außerhalb der Kaserne mit seiner struppigen Mähne das Ansehen der Bundeswehr gefährdet: stell Dir einmal vor: Ausgehuniform mit Kravatte und eine Löwenmähne ....

c) in der Regel schafft formal ein Haarnetz Abhilfe.
Ein Soldat (mit nur Mindestgröße) begründete glaubwürdig seine hochwallende Haartracht (mit Haarnetz) damit, daß er auf Partnersuche sei und damit seinen Tänzerinnen imponieren wolle ... er sah auch wirklich gut darin aus ... mit dem Ziel, seine Konkurrenten auszustechen - und er kam damit durch .... sowohl beim Spieß als auch bei seinen "Konkurrenten"!

d) im staubigen Manöver empfiehlt sich der Manöver-Schnitt ( max. 3 mm); alles andere kostet Zeit und Arbeit und ist nicht gerade angenehm!
:wink:


2) Ich kann die Bundeswehr jedem "Tauglichen" empfehlen, sofern er bereit ist, die Risiken eines Berufssoldaten auf sich zu nehmen.
Zeitsoldaten haben den Nachteil, daß sie nach dem Ausscheiden z.B. mit 32 Jahren nicht immer eine Arbeitsstelle bekommen (die nicht mitgemachte Weiterbildung in den Betrieben ließ manchen alt aussehen), so daß ihm nur der Weg in die Selbstständigkeit blieb: z.B. Taxifahrer, Getränke-Billig-Laden und Kneipe - auch Stadtverwaltungen, wobei er die Fach-Ausbildung dazu nachholen und bestehen mußte.
:wink:
Ernst-Martin,
der Lechgeist
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... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

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