Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

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Ernst-Martin
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Kritik bei der Bundeswehr ...

Beitrag von Ernst-Martin » 10. August 2007 11:19

cosmo hat geschrieben: Das mit der Meldung im Ernstfall hat er nicht negativ gemeint.
Er hat es mehr so gemeint, das es für mich keinen Zweck hätte, noch länger dazubleiben, wenn es mich so quält zu sprechen.
Lieber Cosmo,
:lol:
Vielen Dank für Deine offenen Worte!
Dein Gruppenführer hat sich einwandfrei verhalten - wenn auch die Wortwahl als etwas harsch empfunden werden konnte; auch eine Kritik soll wohlwollend sein!

Besondes freut mich, daß Du Dich ansonsten wohl gefühlt hast - und die Kameraden Dir "geholfen" haben - ich habe es auch nicht anders erwartet!
:wink:
Ernst-Martin,
der Lechgeist
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Peter Alexander

KAR

Ausgemustert

Beitrag von KAR » 26. September 2007 16:37

Also hallo,

ich schreib mal einfach wie ich ausgemustert worden bin:

1. zum alten Kinderartzt gegangen
2. Attest wegen - Allergie und Stottern bekommen (7€)
3. abgeschikt
4. 1. Woche später Brief bekommen, dass ich "nicht zur Verfügung stehe ;-)"

Ich hoffe allen interresierten kann das weiterhelfen.

KAR

PS: ich bitte mienen Beitrag nicht zu Bewerten oder zu kritisieren oder was auch immer, ich habe nur geschrieben wie ich ausgemustert worden bin. Außerdem leide ich unter sehr starkem stottern!

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Ernst-Martin
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Ernst-Martin » 20. August 2008 02:36

Lieber Sir Nulpe,
vielen Dank für Deine pm.
Gestatte bitte, daß ich hier allgemein antworte.

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Interesse bei der Bundeswehr.

1)
Die Bundeswehr nimmt als Soldaten keine Sprachbehinderten mehr - sie kann sich die Leute heute aussuchen; die Auswahlschwerpunkte sind andere (Sport und die Fähigkeit, andere auszubilden)
Du kannst mit dem Stabsarzt darüber sprechen, wenn er Dich zur "Einstellungs-Untersuchung" vorlädt.

Kann es sein, daß Du Dein Praktikum im Verwaltungsdienst machen sollst und Dich für die Inspektoren-Laufbahn interessierst?

2)
Ich halte es für eine gute Idee, Dich mal im öffentlichen Dienst umzuschauen - anerkannt sind auch die handwerklichen Berufe bei der Stadtverwaltung und Du bist beruflich (Kündigungsschutz) und finanziell "abgesichert".
Ich habe mich damals bei den Lechwerken (Stromerzeugung und -verteilung) beworben - aber auch sie konnten sich bereits damals ihre Lehrlinge aussuchen und ohne Vater in dem damals "öffentlichen Dienst" war es schwierig ...

3)
Ich bin eher unter pm zu erreichen.

Alles Gute für Dich und die Deinen
wünscht Dir
Ernst-Martin,
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Sir Nulpe » 20. August 2008 09:15

Ohman,

ich weiß garnicht was ihr wolt, im Dienstanug ist man das Heileit auf jeder Hochtzeit, Opa´s geburtstag...

Ich bin mittlerweile so ein BW freak, dass ich mir nur für das Praktikum bei der Marine, meine geliebten schulterlangen blonden Haare kürer schneiden lasse.

Ich werde euch mal hier ein kleinen Auschnitt aus einem Bundeswehr Forum einblenden, in dem ich oft fragen stelle...


"

Marinebälle finden bspw. bei der Kieler Woche statt. Da trennt man für Offiziere und Unteroffiziere. Es gibt den Offiziersball und den Unteroffiziersball. Dazu werden viele Frauen eingeladen und diese kommen auch. Von Vorteil ist derjenige, der Bordfahrer ist, der bekommt die meisten Frauen, allen voran die U-Boot-fahrer.

Beim Offiziersball sind die Frauen handverlesen. Da nicht nur deutsche Marine teilnimmt, sondern auch die ausländischen Offiziere der Schiffe und Boote, die im Hafen liegen.

Mannschaften haben auf beiden Bällen nichts verloren, höchstens als Ordonanz.

Ansonsten sind es Botschaftsempfänge im Ausland wo auch Bälle stattfinden. In Deutschland meistens an Festivitäten, die die Marine ausrichtet, wo auch ausländische Gäste beteiligt sind."
Wo de Nordseewellen trekken an den Strand, Wo de geelen Blöme bleuhn int gröne Land, Wor de Möwen schrieen hell int Stormgebrus, Dor is mine Heimat, dor bün ick to Hus.
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von ---***--- » 20. August 2008 15:58

Lieber Henning,

wenn es wirklich Dein ganz großer Traum ist, zur Marine zu gehen (ob man das nun nachvollziehen kann oder nicht), und Du glaubst, daraus könnte nichts werden, weil sie Dich nicht nehmen, dann hast Du keine große Wahl: Du wirst in den nächsten Jahren intensiv an Deinem Sprechen arbeiten.

Zwei Jahre solltest Du einplanen, informiere Dich, welche Möglichkeiten an Therapie es gibt, was dauerhaft wirkt, welche Angebote es in Deiner Nähe gibt, wo Du hinfahren könntest, welche anderen Möglichkeiten zur Unterstützung Du aktivieren kannst. Dann mache das ernsthaft, was zu tun, zu üben ist. Wahrscheinlich wird es nicht immer einfach sein und es wird Dir niemand von vornerein sagen können, wie flüssig Du werden wirst. Glaube niemanden, der Dir leichte und schnelle Erfolge verspricht. Wenn Du es wirklich ernsthaft versucht hast, wirst Du entweder bei der BW aufgenommen oder nicht, jedenfalls wirst Du Dir nichts vorzuwerfen haben. Und vielleicht wirst Du andere Möglichkeiten entdecken, eine Uniform zu tragen, als Arzt, in einer Studentenverbindung (oje) oder als UPS-Bote (die sollen bei Frauen am besten ankommen).

Und wie sieht Dein nächster Schritt aus?
Grüße! Mechthild

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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Sir Nulpe » 20. August 2008 22:35

So eben hat sich mein Lebenstraum in Luft aufgelöst. :(

Das heißt kein Landgang, keine 1. Garnitur, keine Lafette, keine Marinebälle, keine Bundeswehr. Das heißt also, ich kann mein Vaterland nicht verdeidigen?!
Brauch ich kein Abi machen. Kann meine ganzen Poster runternehmen und weg schmeißen. U31 das ich mir auf Leinwand habe drucken lassen, kann ich auch von der Wand hängen. Im prinzip kann ich das Praktikum ja auch absagen. Dann werde ich wahrscheinlich auch gleich ausgemustert, muss ich dann alten Menschen den Arsch abwischen, oder bin ich nicht mal dazu tauglich? *scheiße man*

Wie ein großer Schlag ins Gesicht, obwohl hätte ich mir eigendlich denken können.


Super Henning
Zuletzt geändert von Sir Nulpe am 20. August 2008 23:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von ---***--- » 20. August 2008 23:04

o nein!

Hilfe, bevor Du die Poster in die Tonne klopfst:
ich hatte das wirklich ernst gemeint, das mit dem hart arbeiten, für zwei Jahre.

Wie stotterst Du denn? Wo meinst Du liegen Deine Probleme?
Ich halte Deine Aussichten grundsätzlich für gut! Aber was Du genau erreichen kannst, kann niemand vorhersagen.
Folge Deinem Traum,

da fällt mir doch glatt "Der Mann von La Mancha" ein...
Vorsicht! mit Elvis

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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Sir Nulpe » 21. August 2008 00:18

Der Song ist, ich habe mich grade irgendwie selbt aufgegeben. Mir wurde wieder vor Augen gehalten, was das Stottern alles Kaputt machen kann.
Ich lief wohl die paar Jahre recht Blauäugig duchs Leben. Aber so eine Naricht haut doch ganz schön rein... Wenn ihr verstehen könnt was ich meine.
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von ---***--- » 21. August 2008 10:56

Hi Henning,

hängen die Poster noch?
Ich hab ein paar Überlegungen und Schritte ausgelassen, es täte mir leid, wenn das zu Missverständnissen geführt hat.

Ich glaube nicht, dass das Stottern so viel kaputt machen kann. Vieles machen wir selber kaputt, wenn wir nicht gut mit uns umgehen. Und zum Beispiel eine mögliche Ablehnung vorwegnehmen und selber aufgeben, es gar nicht erst versuchen.
Erst einmal gäbe es ein paar Bedingungen zu klären: Wie flüssig muss man sein, um Offizier werden zu können? Am sichersten wäre, beim Bundesverteidigungsministerium anzufragen. Ich glaube nicht, dass Stotterer generell nicht tauglich sind. Vermute ich mal, so intensiv musste ich mich mit dem Thema nicht beschäftigen.

Wenn Du weißt, welches die Kriterien der Marine sind, kannst Du Dich selber prüfen, ob Du sie im Moment erfüllst. Falls ja: alles paletti, mach Dir ne schöne Zeit. Falls Du noch zu sehr von Deinem Stottern beeinträchtigt bist, würde mein Vorschlag von oben greifen: arbeite dran. Die Chancen sind gut, dass Du gut lernst, damit umzugehen. Und es Dich tasächlich nicht einschränkt.

Es gäbe noch mindestens einen Weg, nämlich Augen zu und durch. Du könntest hoffen, dass Stottern einfach nicht auffallen wird, beim Praktikum, in der Musterung, wo auch immer, Du also unentdeckt bleibst. Der Haken daran: Du musst in ständiger Angst leben, enttarnt zu werden. Das wäre ein Leben in großer Abhängigkeit, man reagiert statt selber zu agieren, und tut sich meist auch noch sehr leid, finde ich nicht erstrebenswert.

Und ansonsten solltest Du Dir große Träume nicht von Leuten aus dem Internet kaputtreden lassen :cool

Schönen Tag Dir! Mechthild

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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Jaspis » 21. August 2008 11:46

Sir Nulpe hat geschrieben:Im prinzip kann ich das Praktikum ja auch absagen.
Hallo Henning. wenn Du den Praktikumsplatz schon hast (und Du hast ihn ja sicher nicht umsonst bekommen?!), würde ich ihn nicht absagen. Das ist doch genau die Chance Dir mal alles "von innen" anzuschauen! Erst danach kannst Du Dir wirklich selbst ein Urteil erlauben. Paßt Ihr zusammen oder nicht? Wenn (noch) nicht, hast Du wirklich auch noch Zeit an Dir und Deinem Sprechen zu arbeiten. Das geht und das bringt auch was, glaub uns!
Gruß, Karen

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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Sir Nulpe » 21. August 2008 13:02

Ich habe gestern Abend noch in meinem "Bundeswehr-Forum" nachgefragrt wie das so ist.

Ein Soldat schrieb mir dass er einen Offizier kennt der stottert...
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Re: Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Sir Nulpe » 25. August 2008 14:51

Ich war heute beim Wehrbarater,

ob íhr es glaubt oder nicht, ich bin nicht einmal hängen geblieben, obwohl ich so derbe aufgeret war. (Das gespräch ging ne halbe Stunde)

Er fragte nur ob ich was am Kehlkopf hätte, weil ich so eine tiefe Stimme habe. Er meinte, er hätte mich auf anfang 20 eingestuft...
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Bundeswehr

Beitrag von Sabine Kuckenberg » 27. Februar 2009 11:42

Hallo zusammen,
ich bin Stottertherapeutin und von einem jungen Patienten mit folgender Frage konfrontiert worden: "Besteht die Möglichkeit sich wegen des Stotterns vom Wehrdienst befreien zu lassen?"
Über Hinweise würde ich mich freuen. Vielen Dank im Voraus!!!
Sabine

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Re: Bundeswehr

Beitrag von Frankie » 27. Februar 2009 13:15

Hallo Sabine,

meines Wissens ist es heutzutage eher ein Problem, trotz Stottern zur Bundeswehr gehen zu "dürfen". Mit anderen Worten, die wollen Deinen Patienten sicher nicht. Die etwas jüngeren hier im Forum können sicher mehr dazu sagen, da meine Musterung schon über 30 Jahre zurückliegt... Auch ich wurde damals schon für untauglich erklärt, obwohl das nicht üblich war und ich auch kein Attest dabei hatte.

Grüße von Deinem Ex-Patienten,
Frank

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Re: Bundeswehr

Beitrag von MarVV » 27. Februar 2009 13:38

Hallo Sabine,

Ja es ist möglich. Ich wurde vor ca einen halben Jahr ausgemustert. Ich hab einfach eine Bestätigung vom Hausarzt und vom behandelten Logopädien mitgeschickt, in der etwas hart formuliert war, dass Stottern zu Mobbing bei der Bundeswehr führen kann, und schon war ich ausgemustert.

Gruß
Stuttering..

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