Stottern und Bundeswehr/Zivildienst

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2412

Re: Bundeswehr

Beitrag von 2412 » 27. Februar 2009 15:14

Ich hatte meine Musterung vor etwa drei Jahren und da hat ein einfaches Attest vom Hausarzt gereicht, der das Stottern bestätigt hat. In null-komma-nix war ich ausgemustert.

Deinem Patienten also raten: Attest vom Hausarzt (sicherer natürlich Facharzt, sprich Phoniater) und schon ist die Sache gegessen.

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Ernst-Martin
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Stottern in der Bundeswehr/Zivildienst

Beitrag von Ernst-Martin » 27. Februar 2009 20:19

unter diesem Thread im Ordner "Rund ums Stottern" gibt es schon einige Hinweise.

Es genügt, wenn der zukünftige Vaterlands-Verteidiger dem musternden Stabsarzt mitteilt, daß er stottert.
Der Stabsarzt spricht mit ihm und läßt ihn etwas vorlesen - und er wird sich hüten, Leute mit diesem Sprachfehler zum Wehrdienst einzuberufen.
Der Stabsarzt kann auch Atteste verlangen - wahrscheinlich eher nicht, denn er ist frei in seinen Entscheidungen!

Stell Dir mal vor, der Soldat muß mündlich eine Nachricht zu seinem Hauptmann bringen ... und dies kann schiefgehen!

Es werden nicht deshalb keine Stotterer zur Bundeswehr eingezogen, weil sie stottern,
sondern weil die Bundeswehr sich heute die Leute heraussuchen kann.

Gemobbt wird natürlich nicht - die Strafen wären viel zu groß!
Im Gegenteil, es wird "irgendwie Auffälligen" jede Hilfe angeboten, sofern er nicht aggressiv ist.
Ich vergönne jedem nicht allzu stark Behinderten, daß er bei der Bundeswehr seinen Dienst ableisten darf;
auch Rollstuhlfahrer könnten in der Verwaltung mitarbeiten:

Der Vorteil ist die Kameradschaft, die den "Schwachen" entgegen strömt - wie sie es sonst vielleicht nie im Leben so wohltuend erleben dürften ...

Ich bin dafür, daß jeder Behinderte ein Wahlrecht hat.
Der frühere Arbeitsplatz bleibt ihm ja erhalten - außerdem hätte er die Chance, in der Versorgung eines Tages angestellt zu werden (nicht bei der Kampftruppe an der vordersten Front, sondern im Heimatland).

Im Ernstfall ist die Front überall - und auch "jeder" Behinderte würde entsprechend seinen Fähigkeiten eingezogen werden - je nach der Überzahl des Feindes!
Ein Überlebens-Training - eingeübt bei der Bundeswehr - wäre dann auch hier von Vorteil.

Ernst-Martin,
der Lechgeist

.
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Re: Bundeswehr

Beitrag von Michael13 » 27. Februar 2009 22:48

Ein Hallo an alle ...

also, ich habe damals (1994) auch "T5", sprich "ausgemustert", bekommen. Ich hatte jedoch zudem noch nen mittelschweren Unfall das Jahr zuvor und trage Brille. Außerdem hatte ich ein Attest von einer Logopädin (tonisch-klonisches Stottern) und habe zudem beim Hörtest nur zögerlich meinen Arm gehoben (ja, habe ich absichtlich gemacht, heute kann ich's ja zugeben :)).

Vielleicht sollte ich jedoch erwähnen, dass ich bereits ein Jahr zuvor meinen Zivildienst beantragen wollte und mir dann mitgeteilt wurde, dass ich doch erst einmal gemustert werden müsse ... Mit anderen Worten: ich wollte damals auf keinen Fall zur Bundeswehr ... und letztlich hat es auch geklappt.
Ernst-Martin hat geschrieben:Der Vorteil ist die Kameradschaft, die den "Schwachen" entgegen strömt - wie sie es sonst vielleicht nie im Leben so wohltuend erleben dürften ...
Mag sein, dass die Armee vor 30 Jahren "kameradschaftlicher" und das Leben heute sowieso "nicht mehr wie früher ist" :) ... doch mal ehrlich Ernst-Martin, bei der Armee zählt vor allen Dingen eins: Unterordnen und Schnauze halten.
Beides nicht so sonderlich gut für die Psyche eines Stotternden, oder? ... Kameradschaft hin oder her.

Ich glaube zudem, dass eine solche Art von Kameradschaft nun vielleicht nicht unbedingt jedermann's Geschmack ist ... Kameraden, sprich Freunde, findet man auch außerhalb der Bundeswehr.
Ernst-Martin hat geschrieben:Ich bin dafür, daß jeder Behinderte ein Wahlrecht hat.
Der frühere Arbeitsplatz bleibt ihm ja erhalten - außerdem hätte er die Chance, in der Versorgung eines Tages angestellt zu werden (nicht bei der Kampftruppe an der vordersten Front, sondern im Heimatland).
Ich glaube, wenn der Betroffene unbedingt möchte, dann wird er einen Weg finden zur Armee zu kommen ... er kann ja auch gegen eine Ausmusterung klagen, denke ich, oder? :) ... Kann natürlich sein, dass ihn dann die Truppe bzw. der Armeechef richtig ran nimmt, denn er hat es ja so gewollt :)

Apropos "Kampftruppe" ... Da klingt der Armee-Slang durch, hmm ... :) ... So weit ich weiß, sind doch alle Bundeswehrtruppen im Ausland "Friedenstruppen" :) ... zumindest wird's dem Bürger im Heimatland medial so übermittelt ... :)
Ernst-Martin hat geschrieben:Im Ernstfall ist die Front überall - und auch "jeder" Behinderte würde entsprechend seinen Fähigkeiten eingezogen werden - je nach der Überzahl des Feindes! Ein Überlebens-Training - eingeübt bei der Bundeswehr - wäre dann auch hier von Vorteil.
Der Ernstfall kommt bei dem seit Jahren angedachten Inland-Einsatz der Bundeswehr wahrscheinlich eher von innen als von außen :)
Abgesehen davon habe ich mal gehört, dass sich Länder mit der selben Währung nicht in einen Krieg verwickeln - sie würden sich selbst schaden ... also, Deutschland müsste frühestens vor der Ukraine Angst haben ... Polen ist ja schon EU.
Doch eigentlich befindet sich nur ein Land recht nah an Deutschland momentan :) ... eigentlich schon mittendrin :) ...

In diesem Sinne ... vielleicht besser ausmustern lassen, sein eigenes Leben leben und lieber als Künstler/Lehrer/Ingenieur/Wirtschaftler oder was auch immer Freunde suchen ... und nicht nur im eigenen Sprachraum, sondern darüber hinaus ... da bekommt das Wort "Kameradschaft" dann auch globale Dimensionen ...

Alles Gute, Micha(el Winkler) ...

PS: ... Mitbegründer der "Agentur für L(i)ebenswerte Globalisierung" Dresden :)

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Einzug zur Bundeswehr

Beitrag von Ernst-Martin » 28. Februar 2009 04:09

Michael13 hat geschrieben:Ein Hallo an alle ...


Vielleicht sollte ich jedoch erwähnen, dass ich bereits ein Jahr zuvor meinen Zivildienst beantragen wollte und mir dann mitgeteilt wurde, dass ich doch erst einmal gemustert werden müsse ... Mit anderen Worten: ich wollte damals auf keinen Fall zur Bundeswehr ... und letztlich hat es auch geklappt.
Was hast Du Dir denn vom Zivildienst versprochen?

Ernst-Martin hat geschrieben:Der Vorteil ist die Kameradschaft, die den "Schwachen" entgegen strömt - wie sie es sonst vielleicht nie im Leben so wohltuend erleben dürften ...
Michael13 hat geschrieben: Mag sein, dass die Armee vor 30 Jahren "kameradschaftlicher" und das Leben heute sowieso "nicht mehr wie früher ist" :) ... doch mal ehrlich Ernst-Martin, bei der Armee zählt vor allen Dingen eins: Unterordnen und Schnauze halten.
Beides nicht so sonderlich gut für die Psyche eines Stotternden, oder? ... Kameradschaft hin oder her.


Ich glaube zudem, dass eine solche Art von Kameradschaft nun vielleicht nicht unbedingt jedermann's Geschmack ist ... Kameraden, sprich Freunde, findet man auch außerhalb der Bundeswehr.
Mit "unterordnen und Schauze halten" kommst Du - wie auch im Zivilberuf - zeitweise besser durchs Leben;
dies ist aber weder der Sinn einer Gemeinschaft noch der Zweck einer Armee.

Die Aufgabe bzw. das Standvermögen eines Panzer-Soldaten ist z.B. Reaktionsfähig- und Treffsicherheit, auch wenns überall um Dich herum knallt und kracht. Zusätzlich sind die Überlebenskenntnisse verbunden mit körperlicher und geistiger Fitness entscheidend, wenn Du den Ernstfall wenigstens den 1. Angriff halbwegs gut überstehen willst, z.B. nachdem Du 30 km weit in die Front vorgestoßen bist, nun abgeschossen wirst und Dich nun "ungesehen" über 4 Tage zurück durchschlagen mußt, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.
Dies ist natürlich mit einem gewissen Drill verbunden (immerwährendes Einüben von neuen Kampfsituationen), wobei ein Sprachfehler eigentlich keine Rolle spielt. Übrigens würde es der Bundeswehr gut anstehen, wenn sie auch für Sprachbehinderte Seminare anbieten würden ... für sportliche Leistungen gibt es sie ja längst (sie sind halt nicht so populär)!
Michael13 hat geschrieben: Ich glaube, wenn der Betroffene unbedingt möchte, dann wird er einen Weg finden zur Armee zu kommen ... er kann ja auch gegen eine Ausmusterung klagen, denke ich, oder? :) ... Kann natürlich sein, dass ihn dann die Truppe bzw. der Armeechef richtig ran nimmt, denn er hat es ja so gewollt :)
Nein, gegen eine Ausmusterung kann er im Friedensfall nicht klagen, sondern nur eine 2. Musterung beantragen. Ob sie gewährt wird, ist eine andere Frage.
Dem Kompanie-Chef (Hauptmann aufwärts) ist es gleichgültig, wie behindert ein Mann ist - wenn er nur sein Soll erbringt.
"Richtig (und vor allen Dingen gesetzeskonform) den Soldaten herannehmen" sind Übungen und bedeutet Mehr-Arbeit für die Unteroffiziere und 1 Offizier muß immer mit dabei sein. Ich habe nur 1 Unteroffizier kennen gelernt (er wollte befördert werden), der einmal die Übungen unnötigerweise ausgedehnt hat; hat ihm nichts geholfen: er wurde nicht als Berufssoldat übernommen ...es gab genügend andere Bewerber.

Somit wird auch ein Nachteil der Bundeswehr sichtbar:
was passiert, wenn 1 Elektromeister (von der Bundeswehr dafür ausgebildet) mit 32 Jahren nicht als Berufssoldat übernommen wird? Die Weiterbildung im Zivilleben durch den Arbeitgeber hat er 12 Jahre lang "verschlafen".
... und wenn er übernommen wurde, wird er mit ca. 45 Jahre aus der Kampftruppe herausgezogen und zu einer eintönigen Tätigkeit im Kreiswehr-Ersatzamt "verurteilt" ... auch nicht jedermanns Geschmack und so mancher stramme Soldat mußte deshalb in psychologische Behandlung, weil er nicht mehr gefordert wurde!
Michael13 hat geschrieben: Apropos "Kampftruppe" ... Da klingt der Armee-Slang durch, hmm ... :) ... So weit ich weiß, sind doch alle Bundeswehrtruppen im Ausland "Friedenstruppen" :) ... zumindest wird's dem Bürger im Heimatland medial so übermittelt ... :)
Nein, es sind kleine "Friedens-sichernde" Einheiten - ihr Auftrag ist Kampf, Überleben und auch Töten.
Hinzu kommen noch die Spezialeinheiten gegen Terroristen, die vorzugsweise aus den Fallschirmjägern hervorgehen.
Michael13 hat geschrieben: Der Ernstfall kommt bei dem seit Jahren angedachten Inland-Einsatz der Bundeswehr wahrscheinlich eher von innen als von außen :)
Abgesehen davon habe ich mal gehört, dass sich Länder mit der selben Währung nicht in einen Krieg verwickeln - sie würden sich selbst schaden ... also, Deutschland müsste frühestens vor der Ukraine Angst haben ... Polen ist ja schon EU.
Die Bundeswehr wird wohl bald umgemodelt werden, weil die Bedrohung sowohl von innen als auch von außen kommen kann.
Eine reine Panzerarmee ist zur Zeit unnötig.
Ich denke weniger an die Ukraine, sondern dort wo Bodenschätze liegen (in biblischen Zeiten war es das Gold und heute ist es z.B. das Erdöl);
es wird immer welche geben, die diese Gebiete selbstständig machen wollen, um den Gewinn bei dem Verkauf selber einzuheimsen: siehe das Gebiet um Mostar / ehemaliges Jugoslawien/Kosowo. Dort tobte vor ca. 15 Jahren ein regelrechter Bürgerkrieg und Jugoslawien "verteidigte" nur seine Einheit.
Die Währung war hier wohl weniger entscheidend - sondern nur der Profit!
Michael13 hat geschrieben: Doch eigentlich befindet sich nur ein Land recht nah an Deutschland momentan :) ... eigentlich schon mittendrin :) ...
Das ist mir neu!
Denkst Du auch an 3 Mrd. Chinesen, die einen Wirtschaftskrieg mit uns anzetteln könnten - und uns dann einfach finanziell vereinnahmen.
Auch dies ist eine moderne Form von Sklaverei!
Michael13 hat geschrieben: In diesem Sinne ... vielleicht besser ausmustern lassen, sein eigenes Leben leben und lieber als Künstler/Lehrer/Ingenieur/Wirtschaftler oder was auch immer Freunde suchen ... und nicht nur im eigenen Sprachraum, sondern darüber hinaus ... da bekommt das Wort "Kameradschaft" dann auch globale Dimensionen ...

Alles Gute, Micha(el Winkler) ...

PS: ... Mitbegründer der "Agentur für L(i)ebenswerte Globalisierung" Dresden :)
Da hast Du, lieber Micha, vollkommen recht ....!
(Englisch ist auch bei höheren Dienstgraden bei der Bundeswehr Pflicht - doch deswegen geht man nicht zur Bundeswehr)
Du hast Dir ja viel Mühe gegeben, Micha!
§prost
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Re: Bundeswehr

Beitrag von grasendes Schaf » 1. März 2009 10:12

Hallo zusammen,

Ich wurde auch T5 eingestuft, mir hat man es aber freigestellt ob ich genommen werden möchte oder nicht . Hatte mich ( aus heutiger Sicht ) leider dagegen entschieden, mittlerweile bereue ich es sehr.
Man braucht jedenfalls eine Bescheinigung vom Arzt, bei mir genügte aber auch die von der Sprachheilsschule.
Ob es heute noch so einfach ist sich dem Dienst zu entziehen weiß ich nicht, denn wie man hört nehmen die mittlerweile alles was ihnen vor die Füße läuft.
Der Bund hat ein bestimmtes Pensum, das er erfüllen muss, wenn man zu einer ungünstigen Zeit zur Musterung einberufen wird, hat man kaum eine Chance ausgemustert zu werden.


Gruß, gS
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Re: Bundeswehr

Beitrag von Michael13 » 1. März 2009 18:47

grasendes Schaf hat geschrieben:Ich wurde auch T5 eingestuft, mir hat man es aber freigestellt ob ich genommen werden möchte oder nicht . (1) Hatte mich ( aus heutiger Sicht ) leider dagegen entschieden, mittlerweile bereue ich es sehr.
... (2) Der Bund hat ein bestimmtes Pensum, das er erfüllen muss, wenn man zu einer ungünstigen Zeit zur Musterung einberufen wird, hat man kaum eine Chance ausgemustert zu werden.
Hallo grasendes Schaf,
was und warum hast du denn konkret bereut (zu (1))?
zu (2): Klingt ja wie Arbeitsamt :) ... naja, die beiden letzten BA-Chefs (Frank-Jürgen Weise und Florian Gerster) haben sich ja auch Anfang der 1970er Jahre bei der Bundeswehr als Offizierschüler, glaube ich, kennengelernt :) ...
Das Beraten der BW hat sicher auch Roland Berger oder McKinsey übernommen, oder? :)

Alles Gute, Micha.

PS: Ernst-Martin ... deine Fragen bedürfen einer ausführlicheren Form ... dauert etwas :) ...

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Re: Bundeswehr

Beitrag von grasendes Schaf » 1. März 2009 21:11

Hi Michael.

Es hat keinen bestimmten Grund, warum ich mich heute anders entscheiden würde, ist einfach nur so ein Gefühl. Vielleicht pure Neugierde, wo liegen die eigenen physischen und psychischen Grenzen oder vielleicht aus Ehrgeiz sprich eine Herausforderung zu meistern vor der viele "kneifen", aber vielleicht auch aus Patriotismus. Vermutlich von allem ein bisschen.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass man den Bund auf Unterordnen und Schnauze halten reduzieren kann. Der Sinn der Wehrpflicht liegt darin, auf den Ernstfall vorbereitet zu werden, zumindest mal um die Grundkenntnisse zu erlernen. Im Ernstfall ist Disziplin nun mal überlebenswichtig, da kann ja nicht jeder tun und lassen was er will.

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Re: Bundeswehr

Beitrag von Michael13 » 1. März 2009 23:17

grasendes Schaf hat geschrieben:Im Übrigen glaube ich nicht, dass man den Bund auf Unterordnen und Schnauze halten reduzieren kann. Der Sinn der Wehrpflicht liegt darin, auf den Ernstfall vorbereitet zu werden, zumindest mal um die Grundkenntnisse zu erlernen. Im Ernstfall ist Disziplin nun mal überlebenswichtig, da kann ja nicht jeder tun und lassen was er will.
So wie ich das empfinde, lernst du in der Armee nicht Disziplin, sondern Gehorsam. Kleiner, jedoch feiner Unterschied :)
Warum sollte man nicht auch außerhalb der Bundeswehr, Disziplin erlernen können? Vor allen Dingen, Disziplin wem gegenüber und Disziplin wofür?
Was verstehst du denn unter "Ernstfall"? Dass der Russe plötzlich an deine Haustür klopft? :)

Ja, ich habe etwas verkürzt dargestellt, was ich unter Armee verstehe ("Unterordnen und Schnauze halten"), doch was denkst du denn hast verpasst?

Was sind für dich "Grundkenntnisse"? Grundkenntnisse wofür? Für's Leben? Oder für's Überleben???

Alles Gute, Micha.

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Re: Bundeswehr

Beitrag von ---***--- » 2. März 2009 00:02

Ist die Ausgangsfrage nicht längst beantwortet?

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Re: Bundeswehr

Beitrag von Michael13 » 2. März 2009 00:22

Mechthild hat geschrieben:Ist die Ausgangsfrage nicht längst beantwortet?
Es könnte im Interesse einiger der 616 ForumsNutzerInnen liegen, die Ausgangsfrage etwas auszubauen, Mechthild ...

Zudem weiß ich nicht, wie es sich bei dir anfühlt, wenn du dich mit jemandem unterhältst und plötzlich kommt eine dritte Person hinzu und meint "Sagt mal, habt ihr Euer Gespräch nicht schon geklärt."
Das kannst du als Chef in einer Firma gern machen, wenn du damit andeuten möchtest, dass die Mittagspause vorbei ist, doch in einem Forum, wo sich Menschen austauschen wollen, kommt es etwas witzig rüber, Mechthild :) ...

Doch ich finde es auch wiederum gut, dass du den Karneval bzw. die Narrenzeit auch in der Fastenzeit weiterführen möchtest :)
Im Übrigen erinnert mich dein Ton etwas an den Thread-Titel ... passt also auch. Gute Show-Einlage, Mechthild :)

@Ernst-Martin
Vom Zivildienst habe ich mir in erster Linie einen Ausweg von der Bundeswehr versprochen. Ich hatte mich noch nicht um eine Stelle gekümmert, doch im Freundeskreis umgehört, ein Buch gelesen ... kurzum: ich wollte etwas im sozialen Bereich machen, nicht im militärischen.
Meine Studienrichtung (Kartographie) hat mich dann allerdings eher an den militärischen Bereich herangebracht.
Ernst-Martin hat geschrieben:Mit "unterordnen und Schauze halten" kommst Du - wie auch im Zivilberuf - zeitweise besser durchs Leben; dies ist aber weder der Sinn einer Gemeinschaft noch der Zweck einer Armee.
Ich stimme dir zu, dass es mitunter gut sein kann, "einfach mal nicht sagen zu müssen", doch mir geht es in erster Linie, um ein erfülltes Leben und da sind "unterordnen und Schnauze halten" eher hinderlich. Gerade als stotternder Mensch.

Was ist denn im 21. Jahrhundert "Sinn und Zweck einer Armee"???
Kriege werden doch nur noch als Angriffskriege geführt ... ich möchte hier an dieser Stelle, nicht weiter ausführen, was ich über die Auslandseinsätze der Bundeswehr denke, doch warum gibt es nicht ein Mittelding zwischen "Zivildienst" und "Armee", der vielleicht den Technischen Hilfswerken ähnlich ist. Oder ein Jahr bei der Feuerwehr etc.?

Vielleicht gibt es das ja alles schon? Keine Ahnung ...

Prinzipiell kann dieses Thema auch ins Off-Topic ... doch die Ausgangsfrage nach der Bundeswehr umschließt ja auch den Themenkomplex "Beruf und Stottern" irgendwie, insbesondere wenn es ein Beruf mit sehr wenig Eigenentscheidungsanteil ist ... wie wirkt sich so etwas z.B. auf die Psyche des stotternden Menschen aus? Wie auf das spätere Leben?

Alles Gute, Micha.

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Re: Bundeswehr

Beitrag von ---***--- » 2. März 2009 01:15

Hi Micha,

ich erhebe nicht den Anspruch, für 616 Forums-Mitglieder zu sprechen.
Michael13 hat geschrieben: Zudem weiß ich nicht, wie es sich bei dir anfühlt, wenn du dich mit jemandem unterhältst und plötzlich kommt eine dritte Person hinzu und meint "Sagt mal, habt ihr Euer Gespräch nicht schon geklärt."
Das kannst du als Chef in einer Firma gern machen, wenn du damit andeuten möchtest, dass die Mittagspause vorbei ist, doch in einem Forum, wo sich Menschen austauschen wollen, kommt es etwas witzig rüber, Mechthild :) ...
Es kommt etwas witzig rüber, wenn Du bei einer Forumsdiskussion von einem Zwiegspräch sprichst.

Und den Ton machst Du Dir dazu.

Übrigens war ich auch nicht bei der Bundeswehr.

Noch viel Spaß beim Rumdrollen!

Mechthild

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Beitrag von Ernst-Martin » 2. März 2009 02:37

Die Bundeswehr ist schon seit jeher ein heißes Thema;
es können daher gar nicht genug Meinungen hier erscheinen und das Stottern tritt in der Zeit wohltuend in den Hintergrund,
denn so wichtig ist das Stottern nun auch wieder nicht.
Ist dies nicht schön?

für den freundlichen Moderator:


Ernst-Martin,
der Lechgeist

@ Micha:
Wo warst Du denn beim heutigen Chat bei Roland Pauli - schätzungsweise hätte dies ein nettes Gespräch ergeben!
Zuletzt geändert von Ernst-Martin am 3. März 2009 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Die Bundeswehr schadet niemanden ...

Beitrag von Ernst-Martin » 2. März 2009 03:20

Michael13 hat geschrieben: So wie ich das empfinde, lernst du in der Armee nicht Disziplin, sondern Gehorsam. Kleiner, jedoch feiner Unterschied :)
Warum sollte man nicht auch außerhalb der Bundeswehr, Disziplin erlernen können? Vor allen Dingen, Disziplin wem gegenüber und Disziplin wofür?
Was verstehst du denn unter "Ernstfall"? Dass der Russe plötzlich an deine Haustür klopft? :)
Alles Gute, Micha.
Danke für Deine guten Wünsche, lieber Micha!
Ewig schade, daß Du heute nicht im Chat warst - wir waren nur zu Zweit und hätten wunderbar diskutieren können!

Ralf, das grasende Schaf, sieht dies genau so wie ich.
Es spielt in jungen Jahren schon der Ergeiz mit, etwas Besonderes zu leisten - und Anerkennung (Beförderung) zu finden.
Dies ist schon etwas anderes, als 10 Stunden täglich am Reissbrett zu knobeln ... und dann kommst Du ausgebrannt nachhause!
Mir hat der Sport mit dem Schwimmen gut gefallen sowie der abwechslungsreiche Tagesablauf.

Beides sind nötig (Disziplin und Gehorsam) und dies möglichst schnell und - je nach Truppengattung - gepaart mit blindem Vertrauen zu dem Vorgesetzten z.B. in den Unteroffizier.
Wer sich nicht beherrschen kann (Deine "Disziplin") wird schnell aufgeben ... und ist als Soldat leider weniger gut geeignet.
Als Alternative bietet sich durchaus der Zivildienst an - doch es ist nicht jedermanns Sache, 8 Stunden in einem Altenheim zu arbeiten;
das können die Mädchen wahrscheinlich besser.

Stell Dir mal vor, der Panzerkommandant gibt dem Richtschützen (im Panzer) das Ziel vor und der meint: "Das muß ich mir erst noch überlegen, ob ich nicht besser einen anderen Feindpanzer aufs Korn nehme!" 3 Sekunden später hat er durch seine Befehlverweigerung 1 ca. 12 Mio Euro teure Waffe in die Luft gejagt und seine 3 Kameraden dazu ...der Feind schläft nicht!
... und sein Kommandeur muß auf die taktische Zerstörungskraft eines "ausgewachsenen" Kampfpanzers verzichten; die Kompanie hat nämlich nur ca. 1 Dutzend.
Der Richtschütze kann nur einen kleinen Ausschnitt des Gefechtsfeldes überblicken.

------------------------------------

Deine Kenntnisse als Kartograph wären dem Brigade-Kommandeur (ein Oberst, Besoldungsgruppe A 16) sehr willkommen gewesen, denn er will ja wissen, wie das Gelände vor ihm aussieht ...

Die Bereitschaft bzw. Fähigkeit Befehle umgehend auszuführen, wirkt sich nicht auf die Psyche eines Stotterers aus, jedenfalls genauso wenig wie bei einem anderen Menschen. Das "Einüben" dient ja dazu, auch unter Druck das "Handwerk" zu beherrschen - und somit auf dem Gefechtsfeld Sieger zu bleiben d.h. Du überlebst. Dies regeln im Manöver die Schiedsrichter mit ihren roten Fahnen: es ist wie nach einem Fußball-Bundesliga-Spiel in der Kabine.

Der Sinn einer Armee besteht darin, jeden "Andersgläubigen" gefangen zu nehmen gemäß den Vorgaben des Bundestages ..., damit er unserer Heimat nicht mehr schadet.
Deshalb wird unsere Panzer-Armee wohl in eine "Räumschaufel"-Einheit umgemodelt, um die zivilen "Wegelagerer" auszuschalten.
Räumschaufel-Einheit ist die scherzhafte Bezeichnung für einen Kampfpanzer, der einen Räumschild am Bug montiert bekommt - wie es die Israeliten bereits haben; er dient z.B. im Straßenkampf, um Hindernisse wegzuräumen. Seine alles-zerstörerische Kanone ist dann 3.rangig.

Disziplin usw. ... was machst Du bitte, wenn Du Vorgesetzter bist? Willst Du Dich mit ungehorsamen Soldaten herumschlagen?
Vergleiche dies doch bitte mal mit einem Meister in der Industrie - würde er wohl die Hände über dem Kopf zusammen schlagen?

Für heute ebenfalls alles Gute
und
Zuletzt geändert von Ernst-Martin am 2. März 2009 03:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von Ernst-Martin » 2. März 2009 03:25

@ Micha

"Erfülltes Leben" hast Du gut formuliert!
Doch hierunter kann jeder etwas anderes verstehen; im Sinne der Bundeswehr verstehe ich darunter auch die Kameradschaft,
die das "Anders-sein" (z.B. durch Behinderungen) nicht abwertet ... ganz im Gegenteil!

... und was stellst Du Dir darunter vor?
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die Bundeswehr und ihre Techniker

Beitrag von Ernst-Martin » 2. März 2009 09:19

... werden im Fernsehen gezeigt:
heute, Montag, 2. März 09, im bayerischen Bildungskanal "Bayern Alpha" (Sonderkanal 22 im Kabel), um 14.15 Uhr
"Hightech f ü r die Bundeswehr", also zukünftige Entwicklungen mit ihren dazugehörigen neuen Arbeitsplätzen.

Vielleicht wird auch der zukünftige Straßenkampf gezeigt sowie das Abschrecken der Piraten am Horn von Africa.
Mich würden eher die Überlebenstechniken an der Front interessieren, wenn man abgeschossen wurde.
Jedenfalls eröffnen sich dadurch neue technische Berufe, z.B. in der EDV-Programmierung, die auch für Behinderte interessant sein können.
Gefragt sind immer noch taktische Neigungen ... und Durchhaltewillen.

Es würde der Bundeswehr gut anstehen, wenn sie z.B. Sprachbehinderten, die ansonsten stramme und intelligente Soldaten sind, passende Seminare anbieten würden; Zeit dazu hätten die Soldaten jedenfalls!

Es wurde schon vor Jahren gewitzelt, daß ein Panzer eines Tages nur noch von 2 Ingenieuren gesteuert wird (der 2. Ing. nur als Reserve mit Schiedsrichter-Funktion besonders im Manöver).

Viel Spaß
§prost
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